Newsticker

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Dax Werners Grußwort zum Tag der Deutschen Industrie 2018

Meine Damen und Herren, liebe Unternehmer, Founders, Innovators, liebe Frau Dr. Merkel! Good news first: Trotz aller Krisen, Kriege und Konflikte ist Germany immer noch Exportweltmeister Nummer Eins in der Welt. Meine Meinung: Saustark! (An dieser Stelle Applaus abwarten). Besonders geil performt der europäische Wirtschaftsmotor übrigens im illegalen Export von Elektroschrott nach Afrika: Rund 150 000 Tonnen reiner deutscher Elektromüll landen jährlich in Afrika und Asien, wo die Geräte von kleinen – nennen wir sie einmal "Junior Innovators" – zum Teil auf sehr originelle Weise upgecycled werden. Sehr inspirierende Nummer! Und wir könnten sogar noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe leisten, wenn unterwegs nicht so viel Müll verloren ginge: Erst vor ein paar Tagen saß Umweltaktivist Hannes "Orang-Utan" Jaenicke bei Sandra Maischberger und phantasierte über eine feste Insel aus Plastik nordöstlich von Hawaii "mittlerweile achtmal so groß wie die Bundesrepublik". Der Mythos von der Plastikinsel im Meer ist zwar faktisch kompletter Blödsinn, aber mir geht es um den symbolischen Kern, der da lautet: Weniger Müll im Meer, noch mehr Müll nach Afrika, Stichwort #BestNeverRest! Nur Vorsicht: Europa darf langfristig nicht zur Werkbank Afrikas werden. Denn während dort demnächst Facebook-Satelliten das Internet ohne Probleme in jede noch so entlegene Oase strahlen, graben thüringische Nachbarschaftsvereine im Stile isolierter Amazonas-Stämme DSL-Tunnel neben ihre Häuser, um wenigstens einmal ruckelfrei Youporn zu gucken (#Digitalisierung). Hallo, wir haben 2018, Frau Merkel!?

Trotzdem liebe Grüße

Dax Werner

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Der TITANIC-Ombudsmann (6)

Liebe Leserinnen und Leser, wie denkt Hans-Georg Maaßen wirklich? Ist er ein rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker, der die Öffentlichkeit belügt, Terror instrumentalisiert und Kontakte zu Nazis pflegt? Dann wäre er nur ein durchschnittlicher Vertreter deutscher Polizei- und Sicherheitsbehörden – beileibe nichts, was eine Beförderung verdient hätte! Zusammen mit dem Präsidium der SPD hat TITANIC einen neuen, zweiten Kompromissvorschlag entwickelt: Maaßen darf seinen neuen Job behalten – überweist aber die Gehaltsdifferenz zu seiner früheren Stelle an den Twitter-Account "Antifa Zeckenbiss".

Gleichzeitig sind wir froh, dass die Entwicklungen in Deutschland von der übrigen Presse kompetent und kritisch begleitet werden. Nur ein Beispiel:

► "Stern"-Chefredakteur Christian Krug schreibt uns ein kollegiales Memorandum: "In unserer aktuellen Jubiläumsausgabe teilt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble der Öffentlichkeit zum ersten Mal mit, dass er in den Fünfzigern nicht auf Elvis Presley oder Peter Kraus stand, sondern auf Conny Froboess. Das bietet nur der 'Stern'! Bitte lesen Sie uns, wir haben Hunger!"

Meine Antwort: In einer aktuellen Notlage wie dieser steht auch die TITANIC-Redaktion nicht an, unbürokratische Hilfe zu leisten. Wenn Sie, liebe TITANIC-Leserinnen und -Leser, die "Stern"-Redaktion unterstützen wollen, überweisen Sie bitte auf unser Spendenkonto paypal@titanic-magazin.de, Stichwort "Conny Froebes". Alle Einnahmen kommen direkt Christian Krug zugute!


► Der künftige TITANIC-Autor Andi B. meldet sich mit einem Hilfsangebot: "ich lese die titanic seit den 80ger jahren aber leider werdet ihr immer schlechter und langweiliger (die guten leute alle tod!?) und eure internetseite mit dem blöden goldblocker war auch schon mal viel bessser... ihr seid am absteigen! anbei ein paar zeichnungen von mir-- vielleicht besinnt ihr euch wieder auf guten humor"

Meine Antwort: Ich habe mit der Redaktion gesprochen. Sie möchte sich ernsthaft dafür entschuldigen, noch nicht tot zu sein, und versteht die Notwendigkeit, stärker auf die Generation zuzugehen, die es schon ist. Bei positivem Leserfeedback für Ihren hier probeweise wiedergegebenen Cartoon "Der liegende Holländer" sieht die Redaktion gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung.


► Mit einer sehr schmerzhaften Nachricht meldet sich Abonnent Benjamin J.: "Sehr geehrte Damen und Herren, leider muss ich ihnen hiermit mitteilen, dass ich mein Studenten-ABo der Titanic zum nächst möglichen Zeitpunkt kündige. Es hat nichts mit ihnen zu tun bitte machen sie sich keine Vorwürfe. Es wird Zeit neue Wege zu gehen."

Meine Antwort: Benni, du Schwein! So machst du jetzt mit uns Schluss? Per Mail?! Und was soll das heissen, es hat nichts mit uns zu tun? Wir wissen genau, dass du seit zwei Monaten bei der Vice herumklickst. Ja, wir speichern das. Meinst du, wir sind blind?! Mal sehen, wie glücklich die mit dir werden… deine Leseleistung war ja eher so mittel. Kurz in einen Artikel reinlesen und nach zwei Minuten schon wieder fertig! Naja, lass uns Freunde bleiben. NICHT!

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Leute ... von Paula Irmschler

Skandinavien

Leute, kennt ihr schon Skandinavien? Ja. Doch es lohnt mal ein Augenmerk. Es ist meiner Meinung nach das beste Land der Welt, ich wünschte, ich würde dort leben eines Tages. Da komme ich immer ganz schön ins Schwärmen, wenn es mal wieder um Skandinavien geht in einem Magazin. Sie sind uns um einiges voraus. Einmal war ich schon mit Nina in Kopenhagen, da gab es tolle Brücken und Fjorde, wir besuchten ein Museum für moderne Kunst, was wir so bis dato noch nicht gesehen hatten. Was ich an Skandinavien so interessant finde, sind natürlich die Menschen. Sie haben eine Einstellung zum Leben, die teilweise bewundernswert ist. Dass die Menschen dort am glücklichsten auf der Welt sind, besagte zum Beispiel eine verlinkte Umfrage auf bento.de. Gudrun Sören treffe ich in einem hellblauen Café mit frechen Süßigkeiten, und sie macht wundervolle Mode für Ethiklehrerinnen, die auch einen Garten haben mit gewissen Kräutern. Sehr emanzipatorisch ist auch das Geschlechterbild, weil es keine schwierigen Menschen gibt, die eine Gefahr darstellen. Aber viele Deutsche kommen dennoch. Auch die Wirtschaft ist tiptop, man verdient schon viel Geld. Lakritz kostet einiges. Zurück zu dem mit den Geschlechtern und dem Geld ... Hach, an Skandinavien möge man sich mal orientieren, wie machen die das bloß. Während wir uns zerfleischen, bespricht man bei denen im Bundestag Interior und Blumengedeck. Kunst ist oft so was, wo man Alltag so konstruiert, dass am Ende ein neuer Alltag entsteht, der für alle passt. Soziale Gerechtigkeit ist dort nicht nur ein Wort, sondern zwei. Ich möchte gern eines Tages mit einer Kamera noch mal hin und interessante, weiße Frauen für ein deutsches Frauenmagazin fotografieren, die zum Beispiel in einem Haus, das etwas abgelegen gelegen ist, leben, und wo auch der Mann viel übernimmt und man hat sich selbst gefunden. Kinder tragen dort auch schon mal ein Kleid. Häuser sind teils ungewöhnlich gebaut und haben eine interessante Geschichte, die vor einem Jahrhundert begonnen hat. Yoga ist eine bedeutsame Sache. Fjällräven machte das Land Skandinavien über Nacht berühmt. Es ist ein schönes Bild auf den Straßen, auch ästhetisch, denn es gibt ausschließlich schöne Menschen mit blonden Haaren, die schlank, gesund und fit sind und schön weiß. Huch, ich bin ein Nazi.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Wer kauen will, muss schlucken können

Seit geraumer Zeit gründet der lebensmittelbasierte Humor unserer Gesellschaft auf drei Säulen: Veggie, Bio, Gluten (VBG). Kaum eine komödiantische Büttenrede, die ohne Verweis auf die Mimosenhaftigkeit neuzeitlicher Essgewohnheiten auskäme, unterschwellig verknüpft mit der Sehnsucht nach einer verflossenen Zeit absoluter Mehrheiten, die lustvoll und bedenkenlos dem Schmorbraten frönten und zum Gemüseverzehr nichts als einen Dosenöffner brauchten. In diesen Zeiten rankte sich Nahrungshumor um andere Dinge, die da hießen: Versalzen, verbrannt, kalt (VVK). Klar verteilt die Rollen: Die Ehefrau kriegt es nicht auf die Kette, und dem Alten schmeckt es nicht. Deshalb greift er zum Chantré, wenn er nicht gleich in die Femina-Bar geht und morgens um drei sternhagelvoll nach Hause zurückkehrt, wo die Frau, die sonderbarerweise um diese Uhrzeit schon oder noch Lockenwickler trägt, bereits mit einem Nudelholz auf ihn wartet. Mit dem sie keinesfalls zuvor einen Pizzateig ausgerollt hat. Pizza ist mehr VBK-Ära. Und bleibt erstaunlich oft unterhalb des Humorradars, dabei böten die allpräsenten Fladen doch genug komische Angriffsfläche; schon in der Frage, ob Hand- oder Besteckverzehr dem Speisenden mehr an Würde raubt. Doch sind wir alle korrumpiert, bestochen durch Stapel von Gutscheinen, die uns mindestentlohnte Boten mit jeder neuen Lieferung auf den Karton legen (den man, wenn er gut durchgesottet ist, gleich mitverzehren kann). Eine virtuelle Währung hat sich da in den ansonsten unbenutzten Küchen angehäuft, Pizzacoins, die man nicht durch leichtfertiges Scherzen entwerten will. Und kommt die Salamidoppeltkäsescharfkeinknofi via Fahrrad oder Tesla, schmeckt es gleich doppelt gut.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Ich habe den Geist von Werner J. Patzelt beschworen, damit ihr es nicht müsst

Eine sehr alte Legende besagt Folgendes: Wer sich bei Lagerfeuer und Frei.Wild aus der Bluetooth-Box den Klaren in den Korpus knüppelt und dabei dreimal den Namen des Dresdner Politologen Werner J. Patzelt in die Nacht brüllt, dem erscheint der Grandseigneur leibhaftig. Nur ein urban myth oder wissenschaftlicher Fakt? Ich habe es ausprobiert, damit ihr es nicht müsst …

Eine Spätsommernacht in Passau, der Himmel sternenklar, 11 Grad. Schon nach nur einem Schluck ja!-Korn und einem schüchtern rausgepresstem "Paaaatzelt, komm ran!" bemerke ich von rechts das mir nur zu gut bekannte Signature-Schnaufen des Dauerwelle-rockenden Professors. Spannendes Insight, jemanden, den man sonst nur aus dem Morgenmagazin kennt, mal in echt zu sehen! Der Go-To-Guy, wenn es darum geht, Pegida und die Neue Rechte endlich komplett zu normalisieren, verliert keine Zeit und pitcht mir sofort seine Change.org-Petition: "Frau Bundeskanzler (sic!), bitte belegen Sie Ihre Behauptungen!" Irgendwie geht es um Chemnitz und ob man das, was dort passiert ist, nun Hetzjagd nennen darf oder nicht, so ganz hab ich's eh nicht verstanden. "Das Schicksal der Nation hängt davon ab!" Patzelt ballt die Faust, seine Lippe zittert, etwas Speichel fließt unkontrolliert sein Kinn herunter. 

Ich hake nach: "Werner, versteh ich den Aufruf deiner Petition richtig: Weil die Bundeskanzlerin von Hetzjagd spricht und der Chefredakteur der Freien Presse dem widerspricht, haben wir eine 'Aussage-gegen-Aussage'-Situation?" Patzelt blickt mich verständnislos an. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ihm nicht so gut geht, ich nehme ihn in den Arm und kraule ihm ein bisschen den Rücken. "Und noch was: Wie ist denn der Joseph Goebbels in das Schaubild der Petition gerutscht, sag mal?" Patzelt fängt leise an zu schluchzen. "Das ... das ... war einfach das erstbeste Bild in meinem Bilderordner. Da hab ich mich verklickt." Jetzt tut er mir fast ein bisschen leid, das kann doch jedem passieren, der auf so einem kranken Level performt wie er.

Langsam wird die Situation unangenehm, ich will das Ritual schnellstmöglich beenden, aber wie? Während Patzelt weinend ins Lagerfeuer starrt, krame ich in meinem Gedankenpalast nach den magischen Worten, dann fällt mir der Zauberspruch wieder ein: "Multikulti ist noch nicht gescheitert!" Augenblicklich löst sich Patzelt auf, das Lagerfeuer knistert und erleichtert blicke ich in die sternenklare Nacht über Passau.

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Der TITANIC-Ombudsmann (5)

Liebe Leserinnen und Leser, was können wir aus Chemnitz lernen? Das ist die Frage, die sich derzeit in vielen Redaktionen stellt. Einerseits gilt es, humanistische Überzeugungen aufrecht zu erhalten und die Demokratie zu verteidigen. Andererseits bringen Nazis und Rassisten jede Menge Klicks! Und finanzieren so überhaupt erst die Möglichkeit, humanistisch tätig zu werden. Wie viele andere Redaktionen können wir uns hier nicht entscheiden und hoffen, dass sich das Problem irgendwie von selbst erledigt.

Eine Strategie, die nicht immer auf Gegenliebe stößt:

► TITANIC-Leser Campino F. wünscht sich ein stärkeres persönliches Engagement der Redaktion: "Ich habe alle gezählt, die zu meinem Konzert gekommen sind. Ihr wart nicht da! Wo wart ihr in Chemnitz?!"

Meine Antwort: Leider hat das Management von Herrn Campino das TITANIC-Magazin mehrmals wegen unberechtigter Verwendung von Hosen-Songs abgemahnt. Ein Konzert der Band zu besuchen, brächte deshalb das Risiko mit sich, noch vor Ort gepfändet zu werden. Das Angebot der Redaktion: Im Sinne der Verständigung unter Demokraten verzichten Sie künftig auf Ihre Forderungen, und wir besuchen dafür Ihre Konzerte (mit Noise-Cancellern).


► TITANIC-Leser Ahmad M. kritisiert einen Artikel unseres Autors Cornelius Oettle: "Beiträge wie dieser machen es unmöglich, sich kritisch über den Islam zu äußern, außer in randständigen Medien wie der 'Welt', auf unbedeutenden Sendeplätzen wie dem von 'Anne Will' und auf sämtlichen Bestseller-Listen. Bitte überdenken Sie Ihre Haltung, ich tue es ja auch nicht."

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt: TITANIC wird in Zukunft verstärkt darauf hinweisen, dass der Islam letztlich die Mutter aller Probleme ist. Wir haben dazu ein eigenes Formular eingerichtet, das für jede aktuelle und noch kommende Debatte einen wertvollen Meinungsbeitrag liefert.

Ist der Islam an schuld?


► Jeden Monat machen TITANIC-Leserinnen und -Leser zahlreiche amüsante Entdeckungen im Netz, die oft wie "Realsatire" anmuten. "Da steckt doch Titanic hinter, höhö", ist dann ein gern gebrauchter, gewitzter Kommentar. Aber stimmt das wirklich?

Meine Antwort: Ich habe TITANIC-Chef Tim Wolff diese Frage gestellt. Seine Antwort: "Bitte erschießen Sie mich. Wenn möglich, nach der ZEIT-Redaktion, aber nicht zwingend."

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Leute ... von Paula Irmschler

Die betroffene Studentin

Klara (22) ist traurig. Die Studentin der Interkulturellen Kommunikation hat zweieinhalb Jahre in Chemnitz gewohnt, um dort ihren Bachelor zu machen, und kann nicht fassen, was in ihrer ehemaligen Wahlheimat gerade passiert. "Ich kann nicht fassen, was in meiner ehemaligen Wahlheimat gerade passiert", wiederholt sie ihren Twitter-Status vom letzten Mittwoch noch mal und spricht auch die Zusätze "Hashtag Chemnitz" und "Hashtag Wirsindmehr" ins Aufnahmegerät. Klara (IKK) ist den Tränen nahe, denn sie hatte in Chemnitz wirklich eine gute Zeit. Sie hat oft mit anderen zusammengesessen, manchmal sogar mit internationalen Studierenden, meist aus Spanien, und indische Kochabende mit Polkamusik gemacht, #interkulturelleWochen. Klara (B.A.), die ursprünglich aus Freiburg im Breisgau kommt, ging gern auf Partys "in Karl-Marx-Stadt", hat "richtig viele liebe Leute" dort kennengelernt. Bei Amnesty International zum Beispiel waren nur richtig nette Ossis. Klara hat nie Probleme mit Nazis gehabt und fragt sich, wo die plötzlich herkommen. "Jonas, Sebastian, Lisa und ich wurden schließlich nie angegriffen oder so, alles war okay." Sie bricht in Tränen aus, ihr wird das alles zu viel. "Ich kann das Elend der Welt nur schwer ertragen", seufzt sie und küsst den Teddybären auf ihrem Schoß, den sie "Demokratier" getauft hat. "Ich denke, ich werde mich eine Weile aus dem Internet zurückziehen, ein bisschen Jennifer Rostock hören und nach Thailand verreisen." Die in den Medien nicht sichtbaren Opfer von Chemnitz (weil sie halt in Thailand sind) sitzen auf den Straßen ferner Länder, auf der Suche nach Gesprächen mit Einheimischen, um zu vergessen, wie es zu Hause ist, und dann wegen noch mehr Elend wieder schätzen zu lernen, wie es zu Hause ist. Doch diesmal klappt es nicht. Klaras schönes Chemnitz gibt es nicht mehr. "Wir waren wirklich optimistisch. Die Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025, #ichwardabei, aber jetzt ...? Die zweieinhalb Jahre dort kann ich doch jetzt nicht mal mehr in meinen Lebenslauf ..." Sie kippt um und ist tot. Klara ist das erste Schamopfer von Chemnitz. Welt, sieh hin! Das haben die Nazis den Studentinnen mit dem ganzen Ausländerklatschen angetan. Ein Trauermarsch ist geplant für nächsten Montag vor der Unimensa, #estutmirinderseeleweh.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«