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Leute ... von Paula Irmschler

Das ungeborene Leben

Das ungeborene Leben muss geschützt werden. Man hat jetzt herausgefunden, dass ab dem Moment des Abschlonzens schon richtig was los ist in den Mutterorganen der Frau. Des Mannes geiler Liebessaft wirbelt in den Mutterkuchen rein, und schon beginnt der Charakter sich entlang der Nabelschnur zu formen, was immer eine wichtige Entwicklung ist, denn Charaktere sind eine feine Sache. Einige Charaktere haben in der Geschichte Schönes erfunden, Großes erbaut, Nettes gesagt, die eigene Familie erschlagen oder Völkermorde begangen. Des Weiteren fängt auch das Herz rasch an zu schlagen, und die Liebe ist geboren. Hach, Herzen... Aus Schokolade oder an Valentinstag. Es schlägt dann zum Beispiel für Fortuna Düsseldorf oder einen süßen Gleichaltrigen namens Kevin K. Auch die Gliedmaßen sind schon innerhalb weniger Tage perfekt und teilweise da, wo sie sein sollen. Man kann darüber wirklich nicht meckern. Es ist wirklich ganz gut geworden. Schön gelöst. Gliedmaßen sind noch mal jede Gliedmaße für sich einen eigenen Schutz wert. Mindestens vier Schutze kommen dann auf ein ungeborenes Leben. Viele Frauen fangen an, sich jetzt von Ärzten Bauklötze, eine Geige oder ein Französischwörterbuch einführen zu lassen, damit das ungeborene Kind schon gut was zu tun hat. Es kann ja sogar schon lächeln. Lächeln, das bedeutet immer Glück! Das ungeborene Leben wird in Zukunft auch schon Kindergeld bekommen, einen einfachen Zugang zu Therapeuten, pädagogische Betreuung, bedingungsloses Grundeinkommen, kostenlosen ÖPNV, eine wunderbare Altersvorsorge, politische Gleichstellung, was alles angeht, und ab und an einen Auftritt bei Anne Will. Danke, liebe Lebensschützer,

Eure ungeborene Kolumnistin, die sich schon voll freut auf den geilen Kommunismus in Eurem naisen Land.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Mit dem Selbstgebrannten in Davos

Das sagenumwobene World Economic Forum in Davos. 60 Staats- und Regierungschefs, 1200 Vertreter der Zivilgesellschaft und mittendrin für Sie, liebe Leser: Dax Werner auf der Suche nach den heißesten Storys vom Gipfel. Investigativ und mit klarer Kante zu sagen, was ist, das soll für diesen Ausflug mein Motto sein. Als ich mich mit einer bereits deutlich fortgeschrittenen Alkoholfahne vom morgendlichen Snowboard-Ausflug mit DJ Bobo (Mit-verbundenen-Augen-das-Jakobshorn-Runterjagen-Challenge) zwischen Manfred Weber und Ursula von der Leyen auf den letzten freien Platz in der vierten Reihe drängle, läuft die Rede vom neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro („Hoffnungsträger der Märkte“, Deutsche Bank) angeblich schon zehn Minuten. Zischt mir zumindest Weber zu, der genauso wie von der Leyen mit feuchten Augen den Überlegungen des smarten Reformers aus Brasília folgt. Sind die beiden jetzt schockiert oder angezündet von den Ideen des Brasilianers? Ich verstehe vielleicht kein Portugiesisch, habe aber trotzdem ein Gefühl dafür, worum es gerade gehen könnte, und lehne mich rüber zu von der Leyen: „Sag mal, hattest du auch den Tweet von Daniel Mack gelesen die Tage? ‚Der Kapitalismus ist der größte der Friedensbringer der Welt‘. Fand ich irgendwie 'nen spannenden Gedanken.“ Gerade setze ich an, noch ein paar Beobachtungen zur Fav-Retweet-Ratio nachzuschieben, als von der Leyen Blickkontakt mit ihrem Leibwächter aufnimmt. Ich lehne mich zurück und sondiere zunächst einmal die Lage im Zuschauerraum, Stichwort: Mal gucken, was ist.

Die Enttäuschung darüber, dass neben Theresa May und Emmanuel Macron auch Donald Trump seine Teilnahme beim entspannten Get-Together in Davos abgesagt hat, merkt man der Stimmung doch sehr deutlich an: Viele gucken ziemlich ernst, es wird kaum getrunken. Dabei hatte ich mir gestern noch mit zwei Spezis vom „Handelsblatt“ extra am Zürcher Flughafen 500 MB Datenvolumen für umgerechnet nur 2000 Euro gekauft, um im Fall der Fälle direkt auf Instagram live gehen zu können, falls der Irre aus Washington wieder eine seiner berühmten spontanen Nummern on stage bringt. Da wird ja jetzt leider nichts daraus.

Der Typ auf der Bühne redet immer noch und mir ist richtig langweilig. Ich krame mein Handy aus der Fischer-Snowboard-Tasche, die ich unter die Stühle von Weber und Joe Käser neben ihm verstaut hatte, und drücke mir statt der Bolsonaro-Keynote nochmal den Innovations-Podcast von Christian Lindner und Frank Thelen aus der KW 48 vom letzten Jahr ins Ohr. Auch beim zwölften Mal Anhören immer noch intellektueller Genuss pur: Zwei Machertypen träumen die Zukunft des Bildungsstandorts Deutschland, keiner nervt mit Verlierer-Themen wie Tempolimit, Kohleausstieg oder Klima, das permanente Geduze – dieses Podcast-Juwel ist für mich nicht weniger als 42 Minuten gelenkter Innovations-Traum. Manche Stellen kann ich schon mitsprechen, und irgendwie rutscht mir da wohl auch was raus, jedenfalls kassiere ich schon wieder einen entgeisterten Blick von Weber. Ich genehmige mir einen Schluck aus meinem Krokodilleder-Flachmann (Trinken, was ist) und biete ihm als Entschuldigung auch was vom kroatischen Selbstgebrannten an, doch Manfred winkt genervt ab – wohl zu viele Kameras hier, ich versteh' schon und klopfe ihm buddymäßig auf die Schulter. „‚Kandidat auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten genehmigt sich vor versammelter Mannschaft den Klaren in Davos‘, so'n Ding geht natürlich sofort durchs Netz, davon erholt sich keiner mehr“, flüstere ich fachmännisch in Richtung Ursula, um sie doch noch mal ins Gespräch zu holen (Socializing). Doch weder sie noch Manfred scheinen mir noch zuzuhören. Dann schlafe ich betrunken ein.

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Leute ... von Paula Irmschler

Liebe

Leute,

hier ist die Kolumne der Liebe.

Mir persönlich taugen normale Kaffees, Eise und Tees schon lange nicht mehr. Ich bin innerlich tot, fertig, kaputt, mich holt nichts mehr ab, bin ausgebrannt, “Spiegel”-Abonnentin, “Postillon”-Likerin, Kolumnistin. Mir taugen also auch Läden mit ihren Angestellten nicht mehr, das Einkaufen nicht mehr, das Konsumieren nicht mehr, das Bezahlen nicht mehr, und wenn ich noch einmal die Zeche prelle, bin ich halt dran. Und wie ich den Kapitalismus finde, könnt ihr euch bestimmt auch denken. Er ist ganz und gar nicht knorke, und Ausbeutung stinkt nach Tränen.

Heute bin ich endlich mal mit Maske und Pfefferspray durch Neukölln “spaziert”, weil ich von einer DASMUSSMANSICHMALANSEHEN-Dokumentation angegeilt wurde. Ihr wisst, Neukölln, das ist das mit den Waffen, Drogen, Böllern, Männern und dem Film von Leander Haußmann, kurz: die Hölle. Doch Erleichterung machte sich breit. Das erste Mal nachdem ich auf einer Toilette war und dann nochmal als ich sah, dass den arabischen Araber-Clans aus Arabien, die mit Falafel, Shishas, Lycamobile-Karten, Brautkleidern und anderem Hass dealen (sie “verkaufen”), doch endlich mal etwas entgegengesetzt wird, und zwar Gefühle.

Tja, damit habt ihr nicht gerechnet, ihr frechen Heinis mit den Frisuren. Die neuen Läden mit den zart-tänzelnden Buchstaben, dem hellblauen Design, den französischen Pflanzen, dem Zettel-W-Lan, den Puppenstubengroßen Stühlen für je eine Arschbacke, dem gemeingefährlichen Hund und dem britischen Kunstkellner heißen “Eisliebe”, “Happiness”, “Glückscafé”, “Lieb dich selbst” und Co. Also, sie heißen nicht “Co.” – gemeint ist, es gibt noch mehr. In Zukunft kommen noch phantastischere Orte, wie “Du bist der schönste Mensch der Welt”, “Das wird schon wieder”, "Morgens einfach mal kalt duschen", "Positiv denken!", “Den Weihnachtsmann gibt es doch”, “Dein Vater hat dich immer geliebt” und das “Er wird sich ganz sicher bei dir melden und wenn nicht, hat er sein Handy verloren”-Café. Bezahlt wird dann überall mit einer richtig lieben Umarmung. Titanic ist da ja bereits Vorreiter. Wir werden hier alle seit jeher mit Liebe entlohnt. Also, zumindest ist das bei mir so… Ich bekomme immer einen ganz lieben… Moment mal? Hallo?

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Das Jahr der Meinung – Der Dax-Werner-Meinungscheck!

Liebe Meinungsfreunde,

2018 war schon ein sehr guter Jahrgang, aber dieses Jahr wird aus meiner Sicht alles toppen, das hier wird das „Jahr der Meinung“. 2019 ist gerade mal drei Kalenderwochen alt und wir hatten schon sehr geile Debatten und Meinungen zu Nazi-Magnitz, Daten-Doxxing, dem unsichtbaren Kantholz und: Kretzschmar. Der Ex-Handballstar Stefan Kretzschmar aus dem schönen Leipzig hat nämlich in einem Interview auf T-Online.de (!?) einige interessante Überlegungen zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland angestellt. Sozusagen eine Meta-Meinung zum Thema Meinungen, glaube ich. Ich persönlich habe es mir zwar nicht angeguckt (Ad-Block), aber natürlich auch eine Meinung dazu. So wie auch einige Prominente und Angestellte, die für Bild.de heute zu ihrer Meinung zum Thema Meinungsfreiheit befragt wurden. Teaser: „Deutschland diskutiert: Darf man bei uns noch sagen, was man denkt?“ Die Jungs im Axel-Springer-Haus wissen einfach, wie man Meinungs-Junkies wie mich mit dem ersten Satz abholt! Ich habe mir die wichtigsten Meinungen aus dem Artikel mal angeguckt – und natürlich auch meine Meinung dazugeschrieben. Willkommen beim großen Dax-Werner-Meinungscheck!


Til Schweiger: „Stefan hat total recht. Wenn man populäre Meinungen vertritt, dann kriegt man sofort die Populisten-Keule. Wenn man einen Aufruf für eine Familie von einem gefallenen Soldaten postet und Geld sammelt, dann kriegt man Stress von der Linken. Und wenn du sagst, du musst Flüchtlingen helfen, kriegst du Stress von der Rechten.“

Dax Werner: Ich finde, Til hat total recht. Stress im Internet ist immer scheiße, egal ob von links oder rechts! Und Meinungen auch! 8 von 10 Hasenohren für diese Meinung!


Felix Magath: „Wenn ich einen Werbevertrag unterschreibe, dann muss ich mich im Sinne der Firma verhalten. Aber in Zeiten von Fake-News und der Macht einiger Medien ist es natürlich schwieriger geworden, mit anderen Meinungen durchzudringen. Da ist eine Schieflage entstanden.“

Dax Werner: Bodenständig rustikaler Einstieg (Vertrag ist Vertrag), mysteriöse Brücke: „Macht einiger Medien“ – welche Medien meint Magath? „Bild“ kann es ja nicht sein. Dann noch en passant „In Zeiten von Fake-News“ eingebaut: Starke Meinung, die nachhallt. 10 von 10 Meinungspunkten.


Mario Basler: „Kretzsche hat prinzipiell recht. Man hat schon den Eindruck, dass viele diplomatisch und vorsichtig antworten, weil es sonst Stress geben könnte. Ich lass mir aber nichts verbieten und sage was ich denke. Und habe auch keine Probleme mit meinen Leuten oder Werbepartnern.“

Dax Werner: Klassische Bananenflanke von Super-Mario. Einzige Einschränkung: Wenn du keine Werbepartner hast, kannst du natürlich auch keine Probleme mit deinen Werbepartnern bekommen. 4/10.


Anna Loos: „Das ist Quatsch. Ich sage immer meine Meinung und meine Kunden lieben das. Man muss schon ein bisschen nachdenken, also den Kopf auch gerne mal einschalten und nicht nur den Bauch sprechen lassen.“

Dax Werner: Mir egal, wie es die Kunden von Anna Loos finden, aber ich finde es wirklich nicht in Ordnung, wie Frau Loos in ihrem Statement den gesamten Berufsstand der Bauchredner unter Generalverdacht stellt – meine Meinung.


Tom A. (angeblich Installateur aus Hamburg): „Die eigene Meinung kann einem in Deutschland ganz schnell negativ ausgelegt werden. Bist du unter Freunden, sind sich alle einig. Da kannst du auch mal deine ehrliche Meinung zum Beispiel beim Thema Ausländer und Kriminalität sagen. Sagst du das laut bei der Arbeit oder zu Menschen, die du nicht gut kennst, bist du sofort der Rassist und kommst aus der Schublade nicht mehr raus.“

Dax Werner: Wer kennt es nicht: Man sagt einfach nur ganz normal seine Meinung zum Thema Ausländer oder Kriminalität und schon gilt man „sofort als der Rassist“. Vielleicht liegt das ja einfach daran, dass man tatsächlich ein Rassist ist. 0/10.


Sophia Thomalla: „Ich störe mich nicht an dieser Debatte. Ich suche den Konflikt, will dass die Leute heiß diskutieren, was ich von mir gebe, und kann auch harte Kommentare ab. Ich bin aber auch unabhängig. Ich kann übrigens diese weichgespülten Sportler nicht mehr sehen. Authentisch ist was anderes.“

Dax Werner: Starke Meinung. Man spürt sehr deutlich, wie sich absolute finanzielle Unabhängigkeit durch passives Nebeneinkommen ab 3k aufwärts (Stichwort Jürgen-Höller-Intensiv-Sommercamp 2014) anfühlen muss. 15 Till-Lindemann-Punkte, keep rocking, Sophia!


Silke Finken (51), Kaufmännische Angestellte aus Bergheim (NRW): „Ja, es kann schaden, wenn man seine Meinung sagt. Es kommt aber auch auf das Thema und die Art an, wie Kritik geäußert wird. Ich habe das selber schon mal erlebt. Einer meiner damaligen Vorgesetzten wies mich nach einer Kritik im Internet dezent zurecht.”

Dax Werner: Spannend wäre es hier zu wissen, um welches Thema es genau bei der Internet-Meinung von Silke Finken ging, aber ich habe da so einen Verdacht. 7 liebe Grüße nach Bergheim!

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Mutti was a Rolling Stone

In Illustrierten gibt es die galabunten Homestorys, die Teil eines Deals zwischen Presse und Stars sind: Campino zeigt sein Gästeklo, auf das alle Mitglieder der Toten Hosen samt Tontechniker gleichzeitig passen, und darf dafür über seine Kernanliegen Fußball, Gerechtigkeit und Menschbleiben reden. Ozzy Osbourne zeigt seinen begehbaren Medikamentenschrank und räsoniert dafür über begehbare Medikamentenschränke und Fledermäuse. Aber von den Rolling Stones habe ich so etwas noch nie gelesen. Bergen ihre Wohnungen finstere Geheimnisse? Hat Mick Jagger Brian Jones zur Hutablage präparieren lassen? Schläft Charlie Watts in einem Tank mit flüssigem Stickstoff? Nichts weiß man. In dieser Mythenumrauntheit ähneln sie Angela Merkel, von der außer ein paar Kartoffelsuppeleaks nur unscharf Privates ans öffentliche Auge dringt: A. M. kauft am Späti einen Harzer und zwei Bier, A. M. und Gespons bei einer Wanderung, das Foto so televerwackelt, dass man an Big-Foot-Sichtungen denkt. Überhaupt halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass alle einem matrixmäßigen Trug unterliegen und wir schon seit Ewigkeiten von den Rolling Stones regiert werden. "Paint it black" und "You can't always get what you want" hätten uns Hinweis genug sein können.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Within you, without you

Da sind Musiker, die trotz bescheidenen Erfolgs zu Lieblingen der Kritiker werden, die New York Dolls und Yo La Tengo zum Beispiel, während es andere zu Publikumsmagneten bringen, ohne vor der Kritik je große Gnade zu finden, Limp Bizkit oder Andrea Berg etwa. Und dann gibt es noch die Beatles, die alle, alle gut zu finden scheinen, weshalb sie auch gerne als Vergleichsgröße genommen werden. The Clash als Beatles des Punk, Kraftwerk als Beatles des Techno (New York Times), Magnum Double, Magnum Intense Dark, Magnum Mandel, Magnum Weiß als die Beatles des Stieleis. Da drängt sich die Frage auf, wer die Beatles der Parteien sein mögen? Schnell wird man merken, das können nur die Grünen sein. Nicht um Hofreiters Haare oder Özdemirs Sitarspiel willen, doch wie bei den Beatles kennt man eigentlich nur Leute, die die Grünen richtig gut oder ganz furchtbar finden. Dass jemand das White Album Atomausstieg töfte findet, Revolver Bildungspolitik hingegen schon nach "Taxman" aus dem Laufwerk nimmt - schwer vorstellbar. Und bei beiden ist es so, dass die Hater fast immer entweder ganz furchtbar beschränkte oder hochinteressante Menschen sind, oft ist es sogar so, dass die Beatleshasser die mit der besten Plattensammlung sind. Das gesteht man ihnen auch bedingungslos zu, und wirft, wieder zu Hause angekommen, die Knopfzellen vom Hörgerät in den Mülleimer, nicht ohne dabei Eleanor Rigby zu singen.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Erlebnisgutschein Deutschland

Liebe Jesusfreaks! Wenn die blau angelaufenen Finger beim Twittern plötzlich abbrechen, weil man wieder mal stundenlang in einem Fantasie-Bahnhof wie Opladen, Leichlingen oder Nottuln-Appelhülsen feststeckt und auf dem Weihnachtsmarkt Nutella-Crêpes für schmale 7 Euro hinterhergeworfen bekommt, dann spürt man's mal wieder sehr deutlich: Es ist Jahresendfest-Zeit!

Zeit, kurz inne zuhalten und das Jahr 2018 vor dem inneren Auge nochmal in achtfacher Geschwindigkeit ablaufen zu lassen. Deepdive. Wo war schon viel Schönes dabei, was geht vielleicht sogar noch besser? Auch im Privaten. Und da gibt es eine Sache, wo wir – denke ich – noch mal gesamtgesellschaftlich nachkalibrieren müssen: Immer wieder lese ich in den sozialen Netzwerken konsumkritische Posts, es gibt sogar Leute, die sich und anderen am 24. Dezember so gar nichts schenken wollen, die keine Lust mehr haben auf den "Weihnachtswahnsinn", die einem lieben Menschen "auch so etwas schenken können" und dafür keinen "besonderen Feiertag" brauchen.

Davon abgesehen, dass meine Eltern ohne diesen "besonderen Anlass" wohl niemals auf die Idee gekommen wären, mir ein Nintendo zu schenken, stört mich noch etwas anderes an diesem Underperformer-Mindset: Nein, diese Kritik am Einkaufen ist weder marktkonform noch demokratisch, sondern bringt einzig und allein die schwarze Null in Gefahr! Wer glaubt, mit selbstgebastelten Geschenken, gutem Willen und Nicht-Angriffspakten unterm Tannenbaum die Deutschland AG auf Kurs zu halten, hat sich mental schon längst aus der Solidargemeinschaft verabschiedet. Jedes Jahr geben sich liebe Menschen im Silicon Valley und in Südkorea viel Mühe, um für uns immer größere und teurere Geräte herzustellen: Warum in Herrgottsnamen können wir uns diese nicht einfach ohne zu murren kaufen und nach Hause liefern lassen? Überschüssige I-Phones kann man doch auch wieder wegwerfen? Wer sein Kind die Anziehsachen seiner älteren Geschwister auftragen lässt, anstatt neue, coole Anziehsachen bei Otto.de mit 48 Monatsraten zu finanzieren, handelt nicht nachhaltig, sondern verstößt meiner Meinung nach gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Das Konsum-Mindframe hat Deutschland mit die besten Jahre beschert (Stichwort Wirtschaftswunder und Ordoliberalismus). Zeit, dass dies auch in den Köpfen der Menschen ankommt.

Es geht mal wieder um unser Land.

Gesegnetes Fest,

Euer Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«