Pro

Sparen – weil Gott es so will
6 Milliarden Euro oder wie der Engländer sagt: 6 Billionen Pfund – selbst für einen Schwaben ist das ein beträchtlicher Batzen. Um einmal so viel Geld zu besitzen, müßte unsereins mindestens zwei Monate lang einer unehrenhaften Arbeit nachgehen, etwa als "Stern"-Kolumnist tätig werden. Klar, daß manchem angesichts solcher Summen der Atem stockt und das Hirn nach Luft japst. 

Zerebral mit Sauerstoff unterversorgte Geister äußern seit einigen Tagen die kühnsten Wünsche: Mit dem bundesdeutschen Haushaltsüberschuß sollen Schulen, Straßen und – im Ernst! – das Internet ausgebaut werden! Als wäre der Cyberspace mit seinen vermutlich mehr als tausend Homepages nicht schon geräumig genug (Kennen Sie eigentlich diese hier zum Thema Geldanlage?). Darüber hinaus schreit die Wirtschaft scheinheilig "Steuersenkung!". Welcher Wirtschafter zahlt denn bitte sehr Steuern?
Nein, diesen Zaster dürfen wir nicht hergeben. Sparen lautet die Devise und mit Devisen kennt sich ein Exportweltmeister aus. Der badische Bereicherungsbär Wolfgang Schäuble (100 000 DM) liegt goldrichtig: Die Staatsschulden müssen beglichen werden. Zwei Billionen Euronen prangen auf unserem Deckel.

Sicher: In kurzer Zeit wäre der Schuldenberg wieder auf die aktuelle Höhe gewachsen. Rechnen wir mit einem konservativ geschätzten Schuldenzuwachs von 60 Euro pro Sekunde, ergibt sich folgende Rechnung: 6 000 000 000 : 60 : 60 (Sekunden) : 60 (Minuten) : 24 (Stunden): 368 (Tage*) = 3,14 Jahre bis wir wieder so hoch verschuldet wären wie jetzt. Da könnte man die Moneten ebenso gut der AfD oder SPD spenden, von denen sehen wir in drei Jahren ja auch nichts mehr. Allein: 3,14 - die Zahl π! Die Zahl des Kreises, der die Unendlichkeit repräsentiert, in welcher bekanntermaßen unser aller Herrgott verkehrt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, Schäuble folge da einem göttlichen Plan. Wenn der Tag des Jüngsten Insolvenzgerichts wirklich nur noch drei Kalender entfernt ist, verscherzen wir es uns mit dem obersten Richter besser nicht. Bei dem stehen wir schließlich auch noch in der Kreide. Ich sage nur "Erbschuld"!

Cornelius W. M. Oettle, aus dem Neckar gesägter Sparfuchs

*Moment mal, werden Sie sagen, ein Jahr hat doch nur 365 Tage. Das stimmt, hätte aber zu einem Ergebnis von 3,17 Jahren geführt. Die Berechnung der Kreiszahl bedurfte eines Zirkelschlusses.

 

Kontra

Sparen können wir uns sparen
Geld ist da, um es auszugeben, das wußte schon Karl Marx. Hamburg und Berlin haben wunderschöne Prachtbauten erhalten, jetzt sind auch mal andere Städte an der Reihe. Jetzt muß Schäuble liefern, freilich nicht literally, das dauerte ja Dekaden, sondern er sollte im Sinne eines föderalen Deutschlands die 60 Milliarden gerecht und mit Augenmaß über das Bundesgebiet verteilen. Ich habe bereits einen Bauplan ausgearbeitet und den entsprechenden Ausschüssen vorgelegt, wo man durchaus mit Wohlwollen und zustimmendem Kopfschütteln reagierte, soviel kann ich sagen. 

Eine Herzensangelegenheit etwa wäre mir das Projekt "Stuttgart 21plus", welches das komplette westliche Stadtgebiet eine Etage tieferzulegen beabsichtigt, um über Tage ein gigantisches Parkhaus zu errichten. Wer einigermaßen vertraut ist mit der dramatischen Parkplatzsituation in Stuttgart-West, wird rückhaltlos zustimmen und den von Young-von-Mad-Koryphäe Andreas Maier ersonnenen Slogan "Tief ist das neue Hoch" wie ein Mantra aufsagen, bis endlich Spatenstich ist.
In Ludwigshafen ist ein 875 Millionen Euro teures Luxus-Hospiz für Helmut Kohl geplant, das des großen Architekten Europas würdig ist, mit einer Außenverkleidung aus vergoldeten Saumägen, blühenden Landschaften im Garten und Hausverbot für Maike Kohl-Richter.
Für die Bankenmetropole Frankfurt schwebt mir ein riesiger Geldspeicher im Stile Dagobert Ducks vor. Schon lange überlegt man am Main – insbesondere, seit das bargeldlose Zahlen zunehmend durch Transaktionen via Cash, Banknoten, Scheine ersetzt wird –, wo man den ganzen ergaunerten "Zaster" (Carl Barks) lagern soll. Sir Norman Foster zeigt bereits Interesse an dem 9-Milliarden-Prestigeprojekt, Sir Patrick Bahners übernähme die künstlerische Gestaltung.
Dresden wiederum bekommt endlich, endlich, endlich sein eigenes Konzentrationslager; nach den jahrelangen, couragierten Demonstrationen eine große Genugtuung für das durch "raumfremde Subjekte" arg gebeutelte Elb-Dachau. Wer zuerst deportiert wird, entscheidet der Volksmund von Björn Höcke, erste Bürger zeigen sich schon wieder unbesorgt.
Osnabrück indes wäre über die Errichtung einer überdachten Bushaltestelle am Christian-Wulff-Platz überglücklich, wie OB Wolfgang Grieser bereits euphorisch verlauten ließ: "Es wäre ein Meilenstein für die Infrastruktur unserer Stadt, darüber würden wir uns natürlich freuen wie Osnaglückspilze. Man muß auch mal auf das ewige Bescheidenheitsgetue verzichten und sich etwas gönnen, das bewußt den Rahmen sprengt."
So wäre für alle gesorgt, ach herrlich! 

David Schuh, hat die Spendierhosen an (nicht im Bild)

von Michael Ziegelwagner

Nun ist es offiziell. Was die Spatzen schon seit Monaten von den Dächern kotzen, ist seit gestern Realität: Martin Schulz wird SPD-Kanzlerkandidat. Damit ist die Katze aus dem Sack, das Kartenhaus liegt vollkommen devastiert auf dem Tisch. Wer jetzt überrascht ist, muß ein Volltrottel sein. Doch der Reihe nach.

In der Politik gibt es Trends, die klar sichtbar zutagetreten – zumindest für Experten. Geübten Beobachtern (wie z.B. mir) fällt es auf, wenn sich Dinge wiederholen. Wenn ungeschriebene Regeln zu grellen Mustern anwachsen, werde ich hellhörig. So habe ich beispielsweise – nur durch gezielte Beobachtung, durch scharfes Hinschauen – herausgefunden, daß in jedem Kalenderjahr ein Altbundespräsident sterben muß. 2015 traf es Richard von Hefeweizen, 2016 hieß das Opfer Walter Scheel, und 2017, vor wenigen Tagen erst, mußte Romy Herzog ins bittere Grab beißen. 2018 ist Gauck dran.

Wir tun also gut daran, einen Schritt zurückzutreten und die Dinge aus der Entfernung zu betrachten. Dann sehen wir etwa, daß die SPD seit mittlerweile 23 Jahren ausnahmslos Männer in die Bundestagswahl schickt, deren Namen mit einem S beginnen: Scharping 1994, Schröder 1998, Schröder II 2002 und 2005; Schteinmeier 2009, Schteinbrück 2013. Vor die Auswahl gestellt, Gabriel oder Schulz zu erkiesen, mußten sich die Sozialdemokraten natürlich – wie unter Zwang, wie behext – für Schulz entscheiden, den Mann mit dem S vorne dran. Sie können nicht anders. Sonst hätten sie schließlich bewiesen, etwas aus ihren vielen Niederlagen gelernt zu haben. 2021 wird der Kandidat der S(!)PD deshalb auch entweder Bürgermeister Scholz heißen oder Manuela Schwesig bzw. Ulla „Helmut“ Schmidt; im Rennen sind auch noch die Ministerpräsidenten Sieling (Bremen) und Sellering (Woiwodschaft Kongreßpolen), da hat sich die Weltregierung noch nicht endgültig entschieden.

Diesmal aber: Schulz. Politische Kommentatoren aller Richtungen stellen sich nun alle dieselben Fragen: Kann er Kanzler? Hat er Chance? Ist Journalisten-Kopfi aua? Dreimal nein. Denn daß die Wahl 2017 für die Sozialdemokratie verlorengeht, ist schon jetzt so klar wie Hechtsuppe. Die Gegnerin heißt schließlich CDU. Und die fährt die entgegengesetzte Schiene, die sogenannte „M-Strategie“: Ihre Kanzlerkandidaten beginnen seit bald zwölf Jahren ausnahmslos mit einem M: Merkel (2005), Merkel (2009), Merkel (2013, nicht verwandt), Merkel (2017), Merkel. Mundus vult decipi. Merkel. Hüten wird sich die oral-, Quatsch, erfolgsverwöhnte Bundeskanzlerin vor parteiinterner Konkurrenz der S-Klasse, auch wenn diese Rivalen so erdig und basisverwurzelt sind wie der Schäuble-Wolfgang oder der Stalin-Sepp.

Und Gabriel? Bleibt als Ehrenmann in Erinnerung. Seine Bilanz ist glänzend wie ein Streifen Schweinespeck. Er hat Respekt verdient, keine albernen Dicken- und Essenswitze. Nicht zuletzt seiner Amtsführung als Wirtschaftsminister ist es zu verdanken, daß die Supermarktkette Kaiser's-Tengelmann heute achtzehn Sorten Leberwurst führt anstatt, wie früher, nur sieben (Achtung, drittletzter Dickenwitz in diesem Artikel!). Gabriel, der jetzt das Amt des Bundesjausenministers übernehmen wird (vorletzter Witz), möchte nicht wie der Elefant im Porzellanladen abtreten (das ist kein Dickenwitz, das ist ein Tierwitz, einen hab ich also noch), er möchte nichts anderes als seine Ruhe haben, für seine junge Familie dasein und jeden Tag fressen, fressen, fressen, bis er explodiert (das ist überhaupt kein Witz, das ist nur eine haltlose Vermutung). Seine Erbschaft heißt Schulz. So, wer schreibt diesen Artikel jetzt zu Ende? Der Typ dort drüben vielleicht, der Blasse mit den Koteletten – hallo, hierher, junger Mann! Schnappen Sie sich mal einen Stift, Freundchen, und überlegen Sie sich eine fetzige Schlußsentenz!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger,

keine Frage! Die Wahl eines neureichen, ebenso gut geföhnten wie arroganten Schnösels zum Politsuperstar stellte ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar. Ebenso verhält es sich nun mit der Präsidentschaft Donald Trumps. Oder, um Bundesaußenminister Franz-Walter Steinmeier mit meinen Worten aus der "Bild am Sonntag" zu zitieren: "Mit der Wahl Donald Trumps ist die alte Welt des 20. Jahrhunderts endgültig vorbei." Doch wie sieht diese schöne neue Welt aus? Als mir vor einigen Jahren Uncle Sam eine Atlantik-Brücke vom Westend nach Greenwich, Connecticut, baute, brachte ich meine Gedanken und Gefühle mit ein paar selbst geschriebenen Versen zum Ausdruck, die da lauteten: "Einfach leben / Frei leben / Dauerkarte für eine einfache Fahrt / Nichts fragen / Laßt mich in Ruhe / Mit allem spielend fertig werden / Brauche keinen Grund / Brauche keinen Reim / Es gibt nichts, was ich lieber tun würde / Ich gehe runter / Partyzeit / meine Freunde sind dort auch / Ich bin auf dem Highway zur Hölle." Schön, nicht? 

Doch was ist unter dem neuen Präsidenten geblieben von dieser Freiheit? Bereits in den ersten Tagen von Trumps Amtszeit hat Amerika sich merklich verändert. Als ich heute morgen das Haus verließ, wurde ich folgendes gewahr: Unten in Straßenhöhe flatterte ein anderes, an einer Ecke eingerissenes Plakat unruhig im Winde und ließ nur das Wort "Engsoz" bald verdeckt, bald unverdeckt erscheinen. In der Ferne glitt ein Helikopter zwischen den Dächern herunter, brummte einen Augenblick wie eine Schmeißfliege und strich dann in einem Bogen wieder ab. Es war die Polizeistreife, die den Leuten in die Fenster schaute. 

Auch im US-Schulsystem weht bereits der Wind of Change (pfeift fröhlich). In meiner Funktion als Unternehmensberater konnte ich mir bereits einen Einblick in eine staatliche Bildungsanstalt verschaffen und nach einer eindrucksvollen Lehrstunde mit dem Schulleiter ein wenig plaudern. "Beachten Sie das, meine Herren", sagte der Direktor triumphierend, "beachten Sie das ganz genau!" Bücher und unerträglicher Lärm, Blumen und elektrische Schläge – schon der kindliche Verstand verband diese Begriffe miteinander, und nach zweihundert Lektionen dieser oder ähnlicher Art waren sie unlösbar miteinander verknüpft. Was der Mensch zusammenfügt, kann die Natur nicht trennen. "So wachsen sie mit einem, wie die Psychologen zu sagen pflegten, 'instinktiven' Haß gegen Bücher und Blumen auf. Wir normen ihnen unausrottbare Reflexe an. Ihr ganzes Leben lang sind sie gegen Druckerschwärze und Wiesengrün gefeit."

Ja, es sind vor allem die Medien, die Trump im Visier hat. Folgendes Bild des US-Präsidenten nach seiner Inauguration will mir nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen: Auf dem Kopf den Helm mit dem Zeichen 451, in den Augen einen flammenden Widerschein dessen, was nun kommen sollte, knipste er das Feuerzeug an, und das Haus flog auf in eine gierige Lohe, die sich rot und gelb und schwarz in den Abendhimmel fraß. Er selber war umschwirrt wie von einem Schwarm von Leuchtkäfern. Ein alter Witz kam ihm in den Sinn, und er hätte am liebsten eine aufgespießte Wurst in das Feuer gehalten, während die Bücher mit dem Flügelschlag weißer Tauben vor dem Haus den Flammentod starben. Während die Bücher in Funkenwirbel aufsprühten und von einem brandgeschwärzten Wind verweht wurden.

Eines jedoch kann ich Ihnen trotz aller Befremdlichkeiten aus dem Land des Weglächelns versichern: Ich habe trotz eines US-Präsidentens Donald Trump Amerika im Gegensatz zu vielen anderen nicht abgeschrieben! Noch nicht.

Ihr
Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Penis Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg

Liebe Wähler und Deutsche! Sehr geehrte Reichsbürger!

Seit vielen Jahren quälen mich wirre Stimmen in meinem Kopf. Seit Anfang des Jahres quält mich außerdem die Frage, ob ich noch einmal Wahlkampf für die CDU machen soll. Die Antwort konnten Sie jetzt im Lügeninternet lesen: Nein! Ich verlasse die CDU, denn sie ist nicht mehr meine Partei, sondern eine Partei der Asylanten- und Negerfreunde, eine Partei für linksgrünversiffte Gutmenschen wie Wolfgang Schäuble, liberale Multikultis wie Thomas de Maizière und linksradikale Nafribabos wie Angela Merkel.

Seit Merkel Bundeskanzlerin ist, geht es mit der CDU bergab. Die Partei hat ihre grundlegenden Werte verloren: Rassismus, Ressentiments und Besserwisserei; Aggressivität, Mundgeruch und Inkontinenz. Und auch Deutschland geht es schlechter seit Merkel an der Macht ist. Sie hat Griechenland Milliarden deutscher Steuergelder geschenkt, und das ohne jede Gegenleistung. Die Stinkegriechen lachen sich immer noch ins Fäustchen in ihren neuen schicken Villen. Außerdem hat die Kanzlerin Millionen von Flüchtlingsterrorasylanten in unser früher mal so schönes Land gelassen, einfach so, ohne mich – das Volk – zu fragen. Und sie ist dafür verantwortlich, daß Deutschland 2016 erneut nicht Europameister geworden ist. Das habe ich jedenfalls auf Instagram gelesen.

Viele meiner Freunde (u.a. Horst Seehofer, Beatrix von Storch, Sahra Wagenknecht) haben mich schon gefragt, was ich denn in Zukunft machen will. Nun, zunächst möchte ich mehr Zeit in meine Hobbys investieren: twittern, doof gucken und die AfD gut finden. Ob ich allerdings in die AfD eintrete, weiß ich noch nicht. Es gibt ja noch andere interessante rechte Parteien in Deutschland, so etwa Bündnis 90/Die Grünen. Eine Zusammenarbeit mit Winfried Kretschmann und Boris Palmer kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich bekomme derzeit jedoch auch andere Angebote. Einige hören sich durchaus spannend an. So soll ich montags bei Pegida mitmarschieren, ein Praktikum bei Donald Trump im Oval Office absolvieren und als Nachfolgerin von Udo Ulfkotte im Kopp-Verlag veröffentlichen. Alles spannende Aufgaben, ich freue mich darauf!

Ihre Erika Steinbach

Ein hartes Einsteigen von Cornelius W. M. Oettle

Die FIFA hat sich entschieden: Sie erhöht die Anzahl der an der Fußballweltmeisterschaft 2026 teilnehmenden Mannschaften auf mehr als bisher. Jeder Mensch gesunden Verstandes unterstützt das. Die meisten deutschen Fußballer und Fans folglich nicht. Sie unterstellen dem Weltfußballverband Geldgeilheit. Ein haltloser Vorwurf, den spätestens Aufklärer Franz Beckenbauer entkräftet hat, als er darlegte, daß etliche Funktionäre ehrenamtlich schuften. Der wahre Grund ihres Degouts ist freilich ein anderer: Fußballer fürchten nichts so sehr wie die Niederlage. Und klar: Wenn fortan mehr Teams bei einer WM mitkicken, bedeutet das auch: mehr Widersacher der eigenen Truppe – und damit mehr Spiele, bei denen man sich eine Schlappe einfangen kann.

Der essentielle Gedanke des Sports, der des Dabeiseins nämlich, ist längst aus den Köpfen der machtbesessenen Rundlederfreunde gestrichen. Es zermürbt die Anhänger der deutschen Elf der Gedanke, bei einer Weltmeisterschaft könnte ein Kontrahent auflaufen, der ihre Jungs auf dem Feld so richtig aufmischt. Während man 2014 beim Turnier in Rio permanent auf Witzgegner wie Portugal (4:0) und Brasilien (7:1) traf, und sich nach den Triumphen über derlei Fußballzwerge auch noch aufs Unverschämteste mit dem Titel brüstete, begegnet "Die Mannschaft" (Schon dieser arrogante Name – als gäbe es keine anderen!) im Jahre 2026 voraussichtlich jenen ernstzunehmenden Konkurrenten, die man bislang aus Feigheit von der Teilnahme ausschloß. Gegen Gabun etwa konnte das deutsche Team noch nie gewinnen.

Die Entscheidung der Herren um den brillanten Vordenker Gianni Infantino, der es wie kein anderer versteht, den in Ungnade gefallenen Sepp Blatter zu ersetzen, ist die einzig richtige. Auf der Erdkugel existieren eben mehr als 32 Nationen, mehr als 200 sogar. Wenn die Welt(!)meisterschaft in Zukunft nicht zur Narrenposse verkommen und weiterhin todernst genommen werden will, müssen auch alle Länder antreten. Nicht länger dürfen sie bei dubiosen, von der Öffentlichkeit unbeachteten Hinterzimmermachenschaften (sogenannten "Qualifikationsgruppen") abgewatscht werden. Selbst die Niederlande sollen ihre Chance bekommen.

tl;dr
Die FIFA hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, 48 Mannschaften an der Fußballweltmeisterschaft 2026 teilnehmen zu lassen. TITANIC-Kolumnist Cornelius W. M. Oettle hat vom Weltfußballverband bereits Freikarten fürs Finale geschenkt bekommen.

Ein Aufruf von Burkhard Niehues

Wer, wie ich, freiwillig im Rheinland lebt, weiß natürlich, was Terror bedeutet, ob nun mit oder, wie beim islamistischen Terror, ohne Alkohol – Geschmackssache. Manche Phänomene, wie etwa der Transport von berauschten Fußballfans oder Kegelfrauen im Regionalverkehr, sind heute schon legal und gesellschaftlich akzeptiert (zumindest wenn man nicht auf die Fresse bekommen möchte). Das Unangenehme beim politischen Happening namens Terror ist die Tatsache, daß wir nicht wissen, wer wo bzw. wann und womit zuschlagen wird. Aber das macht ja andererseits gerade den Reiz dabei aus. Was wir jedoch dringend brauchen, ist ein rechtlich verbindlicher Rahmen, an den sich die Attentäter zu halten haben.

Das klassische Bekennerschreiben, manchmal verschickt mit einem abgeschnittenen Mittelfinger oder einem blutigem Ohr, ist leider längst aus der Mode gekommen. Es darf aber nicht sein, daß in einem Rechtsstaat wie Deutschland jeder ohne Ankündigung oder besser noch Anmeldung bzw. rechtzeitig vorher gestelltem Antrag wahllos herumbomben und -ballern darf, nur um dann im Nachgang die Tat für sich zu reklamieren. Interessenkonflikte zwischen den Terroranbietern sind hier vorprogrammiert. Wer sich gar als Polizist oder Weihnachtsmann tarnt, sollte zumindest eine Ausnahmegenehmigung für das Tragen der Uniform vorweisen können, zur Not hinterlegt bei einem Notar, falls der Anschlag glücken sollte. Wir müssen schließlich auch wissen, wen wir hinterher in Regreß nehmen können. "Kein Exzeß ohne Regreß", um es mal auf eine übergriffige Faustformel zu bringen.

Ein weiteres Problem: Es werden immer noch viel zu viele Anschläge vereitelt, bzw. enden sie oft mit leeren Drohungen oder glänzen durch Dilettantismus. Dabei ist das Potenzial an Irren und Durchgeknallten im Land schier unerschöpflich. So aber verpufft die aufgestaute Energie völlig wirkungslos. Aber auch die sog. "etablierten Parteien" müssen sich bewegen. Durch das Aufstellen parteieigener Schlägertrupps nach Vorbild der SA – einige Senior Experts leben noch –, die gegnerische Veranstaltungen stören oder sprengen, könnten sie für die Bevölkerung wieder attraktiver werden. Und, wer weiß, mit etwas Glück wird der Terror vielleicht bald wieder Staatsräson. Dieses Jahr ist schließlich Bundestagswahl.

Ein Beschwichtigungsversuch von Torsten Gaitzsch

Immer wieder Donald Trump! Volle Kanne und ohne Rücksicht drauf auf das (immerhin wahlrechtlich legitimierte!) zukünftige US-Staatsoberhaupt. An jedem Kabinettsmitglied, das Trump ernennt, haben die liberalen Schaumschläger in ihren Elfenbeinschreibstuben irgend etwas auszusetzen: Dem designierten Secretary of state Rex Tillerson klebt Öl an den Händen, Pentagonchef in spe James Mattis foltert gerne, Chief of Staff Reince Priebus hat einen komischen Namen – big whoop! Ich sage: Ruhe mit den jungen Pferden. Zum Beispiel mit dem Pferd von Kaiser Caligula. Als dieses im Jahr 42 n. Chr. zum Konsul ernannt worden war, haben zuerst auch alle die Stirn gerunzelt, aber als es sich wenig später als besonnener Nahostexperte herausstellte, schwiegen seine Kritiker (wegen lebenslanger Inhaftierung). Und überhaupt! Nimmt man die Ministerinnen und Minister von unserer lieben Frau Dr. Angela Merkel genauer unter die Lupe, stößt man ebenfalls auf einige Ecken und Kanten:

  • Frank-Walter Steinmeier weigert sich bis heute, den Staat Burkina Faso anzuerkennen
  • Ursula von der Leyen ist der Meinung, Menschen mit Asperger "sollen mal ihr Leben klarkriegen", notfalls "helfen Einläufe mit heißem Himbeeressig“
  • Christian Schmidt betet heimlich den ägyptischen Fruchtbarkeitsgott Herischef an und hat außerdem einen atavistischen Schwanz
  • Peter Altmaier versucht seit Jahren, die Rechte an "Dornröschen" zu kaufen, um jedes Mal abzukassieren, wenn das Märchen öffentlich vorgelesen oder erzählt wird
  • Hermann Gröhe hat als Jugendlicher im Kathrausch ein Exemplar einer seltenen Zypressenart bis zur Unkenntlichkeit verprügelt
  • Manuela Schwesig flucht beim Skat wie ein Rohrspatz
  • Johanna Wanka ist im Februar dieses Jahres mit vollem Blackface aufgetreten, und zwar nicht beim Karneval, sondern auf einer Beerdigung

Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen! Und wenn ich eins hasse, dann so gut wie alles. Leave Britney alone! By which I mean: Leave Donald alone! Hehe, das ist der Name einer Ente.

(Der Autor leitet das Gesellschaftsressort dieser Zeitschrift und ist mehrfach am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung vorbeigelaufen)

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TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen
  • 24.02.:

    TITANIC-Chefredakteur Tim Wolff erklärt bei Meedia, warum Breitbart News gleich zwei mal mit Matthias Matussek telefonieren durfte.

Titanic unterwegs
27.02.2017 Frankfurt, Henscheid
  Die 3 TITANIC-Chefredakteure
02.03.2017 Hamburg, Polittbüro
  Hans Zippert
03.03.2017 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus
  Hans Traxler: »Cartoons«
03.03.2017 Bielefeld, Bunker Ulmenwall
  Hans Zippert

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Briefe an die Leser

 Hamburger Großreedereien, arme Justizopfer!

Unfairerweise hat der Bundesgerichtshof Eure Pläne zur Elbvertiefung versenkt, wodurch Ihr nun sicher längst einkalkulierte Millionengewinne aus Globallogistik und Riesencontainerwesen mental verklappen könnt. Und das alles wegen einer Pflanzenart namens »Schierlings-Wasserfenchel«!

Sagt, habt Ihr Euren Ärger schon vollständig heruntergespült?

Würde Euch sonst nämlich gerne den passenden Becher reichen: Titanic

 Wackerer »Spiegel«!

Fein, wie Du da in Deinem Inneren mit Vorurteilen kämpfst: »Sind Ausländer krimineller als Deutsche? Amtliche Statistiken legen das auf den ersten Blick nahe. Doch Kriminologen warnen: Schon die Frage führe in die Irre.« Eine so richtige wie wichtige Warnung – weswegen Du auch den Artikel auf Deinem Titelblatt wie ankündigst? Genau, mit der Frage: »Sind Ausländer krimineller als Deutsche?«

Wer solche Nachrichtenmagazine hat, braucht keine Lügenpresse.

Hat Deine Äußerlichkeiten stets im Blick: Titanic

 Sie, Schauspielerin Josefine Preuß,

begründen den Erwerb des kleinen Waffenscheins in der »Bunten« damit, daß Sie sich »durch die Entwicklungen der letzten Zeit nicht mehr so sicher« fühlen. Der Schein erlaube Ihnen, »ein spezielles Reizgas zu tragen«. War das wirklich notwendig? Schließlich fällt das Mexx-Parfum »Ice Touch Woman«, für das Sie vor geraumer Zeit als Testimonial warben, (noch) nicht unter das Waffengesetz!

Erteilt Selbstverteidigung für Anfänger: Titanic

 Thomas Steinfeld c/o »Süddeutsche Zeitung«!

In Ihrem Artikel über Keith Jarrett (»Italienisches Solo«) zitieren Sie den Musikkritiker John S. Wilson, der über Jarretts »Köln Concert« schrieb, die Musik klinge, als seien Frédéric Chopin und Art Tatum gemeinsam in einem Kanu flußabwärts unterwegs, und finden das Bild »immer noch treffend«. Dabei, Steinfeld, seien Sie ehrlich, ist es schlicht rasender Unfug, unter dem sich jeder alles und nichts vorstellen kann. Und deshalb ist es heute wie 1975 nicht einen Hauch von treffend.

Ihre Jazzkritiker von Titanic

 Du wiederum, Polizei Niedersachsen,

hast für Deine Beamten wegen der Terrorgefahr neue Maschinenpistolen und kugelsichere Westen angeschafft, die auch Schüsse aus Kalaschnikows aushalten sollen. Und das ist dann wohl auch dringend nötig, wenn man bedenkt, wie viele Verletzte es immer wieder in Deinen eigenen Reihen allein schon beim unsachgemäßen Gebrauch von Pfefferspray durch die werten Kollegen gibt.

Halali! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 AC/DC vs. Jesus

»Säkularisierung rockt!« dachte ich mir, als in der Fußgängerzone in Reaktion auf das einsetzende Kirchenglockenläuten ein Junge zu seinen Eltern sagte: »Wie bei Hells Bells!«

Jan-Oliver

 Geistes Gegenwart

Laut Heraklit ist Bildung »nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen«. Andererseits: Man hat schon Fässer brennen sehen.

Dominik Wachsmann

 Richtig traurig

Traurig sein, ja, aber bitte gesundheitsbewußt: Naturtrübsal blasen.

Burkhard Niehues

 Ludwig und ich

Mit dem guten alten, von mir sehr geschätzten Beethoven habe ich schon einiges gemein: schlechtes Gehör, schwache Augen und zwei linke Hände. Deshalb habe ich dem Raum mit dem soeben fertig verlegten Laminatboden in Anlehnung an das Op. 133 auch den Ehrentitel »Die Große Fuge« verliehen.

Helge Möhn

 Familientradition

Zu seinem runden Geburtstag durfte sich jeder von uns elf Enkeln ein bißchen Gold aus Opas Zahn schlagen.

Teja Fischer