(Was bisher geschah)

Kurtchen rutschte verstohlen auf seinem Stuhl herum, während Gernolf, der, wie um sich nach Veröffentlichung seiner Idee zu sammeln, wieder auf den Taxistand stierte, vielleicht auch, wie Kurtchen einfiel, um gleich einen Plan B in der Tasche zu wissen, sollte die Welt auf Gernolf als Jung-Siegfried doch nicht so dringend gewartet haben. Was wollen die Leute? Sie wollen nach Hause gefahren werden. Ich laß sie dann immer an der U-Bahn raus. Geht auch schneller, als wenn ich sie fahre.

"Tja", machte Kurtchen bloß, und er verdrängte den Gedanken daran, wie angenehm es wäre, jetzt alleine aufs Fischfrühstück zu warten. Er wußte nämlich nicht, was er von all dem schon wieder halten sollte, und er hatte, um die Wahrheit zu sagen, auch gar keine Lust, es herauszufinden. Vielleicht funktionierte er sowieso eher als abendlicher, nächtlicher Problemlöser, und es war nicht der geringste Grund für die Implosion seiner zweiten Ehe gewesen, daß er sich beim Frühstück nicht schon von den Päckchen, von denen Gitta glaubte, sie tragen zu müssen, vollstellen lassen wollte. Und während sie, substantiell schon vor dem ersten Kaffee wie ausgeglüht, habituell weh erledigt auf ihrem Brötchen herumkaute und von dem Krankenhaus Mitteilung machte, in das zu gehen sie heute nämlich überhaupt keine Lust habe, weil da nämlich fast alle Ärsche seien und die Hendrike, die blöde Kuh, sie gestern schon wieder wegen der Infusion so komisch angeguckt und sich aber jedenfalls beim alten Reus unverhohlen lieb Kind gemacht habe, aber vorher, bei ihr, Gitta, noch über ihn hergezogen sei, von wegen, daß er ein Chauvi ist und seiner Ex-Frau die Alimente nicht zahlt, aber schon wieder einen neuen Porsche, das ist sooo ein Arsch, aber Hendrike eben immer genau da rein, sie, Gitta, könne jedenfalls längst nicht mehr, wolle auch nicht mehr, dieses ganze Medizinstudium sei sowieso eine Schnapsidee gewesen, sie habe (und spätestens ab hier vollendete Kurtchen bei sich die Sätze, er hatte sie zu oft gehört) überhaupt nur Vaters wegen studiert, sie hätte viel lieber was Kreatives gemachtoder was mit Tieren, und mit einer final resignierten Geste ließ sie den Brötchenrest fallen und schüttelte auf eine derart ostentative Weise den Kopf, daß Kurtchen genauso ostentativ auf die Uhr sah und zur Arbeit mußte, und zwar mit ungleich weniger Reserve. Auch wenn er freilich ebenfalls lieber etwas anderes gemacht hätte, was mit Waffen oder mit viel Lärm, der schön taub macht. Mit Gitta war es gewesern, wie er immer gedacht hatte, daß es nie sein dürfe. Und trotzdem war es so gekommen. Er würde nie wieder jemanden heiraten, den er in der Neujahrsnacht in der Notaufnahme kennenlernte, guter Novellenstoff hin oder her.

"Ich find die Idee gut", sagte Gernolf trotzig, Kurtchen hatte wohl den Kopf geschüttelt. (wird fortgesetzt)  

(Was bisher geschah)

"Das Interessante ist jedenfalls", Gernolf beugte sich auf seinem Stuhl nach vorne, "wie gut mir das gefallen hat. Es gibt hundert gute Gründe, dieses Geheimnislose und Aufgeräumte, diese adrett symbolischen, po­liert bildungsbürgerlichen Arrangements für langweilig und unerheblich, vielleicht sogar für, ich sagte es, spießig zu halten. Aber, und das ist es, was mich so beeindruckt: Es ist so gut gemacht. Es funktioniert, und zwar nicht einmal auf zynische Weise. Ich ertappe mich selbst dabei, wie mir das allein deshalb Freude macht, weil es mir bestätigt, daß ich Abitur habe."

"Johannes B. Kerner hat auch Abitur. Veronica Ferres."

"Du weißt doch, wie ich das meine. Vielleicht muß man da wieder hin. So was macht ja heute keiner mehr."

"Abitur?" Kurtchen verzog so absichtsvoll keine Miene, daß es wie eine Grimasse wirken mußte.

"Depp. Solch saubere Selbstverständigungsprosa über die großen Fragen, also, die wirklich großen, nicht solche, wie es kommt, daß in Berliner Cafés alle mit dem Laptop sitzen und trotzdem pleite sind oder was weiß ich."

"Siegfried Lenz", wandte Kurtchen ein und sah den Schweizern beim Einpacken zu.

"Ja, aber der ist doch uralt."

"Und du willst ihn beerben."

"Warum denn nicht? Wenn man annimmt, daß er in gewissem Sinne Thomas Mann beerbt hat? Ein bißchen einfältiger vielleicht, dafür ohne diese ewige Ironie."

Die Schweizer gingen, der Vater hatte den Sohnemann an der Hand, die Mutter das Töchterchen, und Kurtchen war jetzt doch sehr froh, keine zwölf mehr zu sein. Denn da ging sie hin. 

Kurtchen nahm die Speisekarte und vertiefte sich. Gernolf schwieg, und Kurtchen, der ja doch wissen wollte, worin der Entschluß des Freundes bestand, klappte, nachdem er ein als norwegisch klassifiziertes, nämlich fischhaltiges Frühstück gewählt hatte, die Karte wieder zu und gab sie Gernolf. 

"Also das soll es jetzt sein: Gernolf Rademann, der Siegfried Lenz für eine neue Generation." Kurtchen ließ mit Absicht das Fragezeichen weg.

"Du nimmst mich nicht ernst. Es geht um die Methode. Es geht darum, nicht mehr krampfhaft zu versuchen, das Rad neu zu erfinden. Was wollen die Leute? Sie wollen Geschichten über Liebe, Tod, Teufel."

"DDR", half Kurtchen.

"Von mir aus. So. Und wenn mein Ehrgeiz ab sofort wäre, ihnen solche Geschichten zu schreiben? Und zwar ohne diesen ewigen Fokus aufs Selbsttherapeutische, diesen Sublimierungskäse. Einfach hineingegriffen ins pralle Menschenleben, Zeitung aufschlagen, aha, Vater erschießt Tochter, Schwein tötet Mann. Die unerhörte Begebenheit. Novellen. Geht auch schneller als ein Roman."

Kurtchen beobachte zwei Spatzen, die zwischen den Stühlen umherhüpften und nach Krumen pickten, und merkte, wie ihm der Hintern juckte, aber er unterließ es, Gernolf das als Stoff anzudienen, dazu war die Tatsache, daß er, Kurtchen, das billige Feuchtpapier nicht vertrug, wohl auch nicht in ausreichendem Maße unerhört. (wird fortgesetzt)  

(Was bisher geschah)

"Ist nicht mein Fred", sagte Kurtchen.

"Jedenfalls mehr als meiner", sagte Gernolf und behielt den Taxistand so stur im Blick, daß der, vielleicht beabsichtigte, Eindruck entstand, Gernolf rede mit sich selbst.

"Das ist aber auch ganz egal, denn er hat ja recht. Oder jedenfalls mehr recht als ich. Oder vielleicht hat er auch nicht recht, und ich habe recht, aber auf eine Weise, von der ich mir nichts kaufen kann. Und er sich alles."

Kurtchen sagte nichts und dachte bloß an Freds verschossene Jeansjacke. Wenn er sich alles kaufen konnte, so tat er es jedenfalls nicht.

"Du sprichst in Rätseln", sagte Kurtchen, obwohl er eine Ahnung hatte, worauf der Freund hinauswollte.

"Nimm Thomas Mann", sagte Gernolf und sah Kurtchen jetzt doch noch an. "Ich habe gestern Die Betrogene gelesen, seine letzte Erzählung. Wunderbar, wie da immer alles paßt, selbst für einen bloß halbwegs gebildeten Leser wie mich bleibt da kein Rest, geht da alles auf. Du kennst die Erzählung?"

"Die mit der Frau in den Wechseljahren, die sich in den jungen Englischlehrer ihres Sohnes verliebt, so daß sie ihre Tage wieder kriegt, und am Ende stellt sich raus, daß das nicht die Liebe ist, sondern Krebs?"

"Genau. Ist natürlich Manns Geschichte selbst: Was sich ziemt gegen das, was das Herz verlangt, die der Konvention widerstrebende Liebe als bürgerlicher Tod und, für alle, die damals noch nicht wußten, daß er schwul ist, ganz allgemein Eros und Thanatos und was für enge Geschwister die beiden sind. Das ist natürlich, in seiner Handwerker-Transzendenz, entschuldige..."

"... kein Problem."

"... wie immer ein bißchen spießig, du siehst überall die Lötstellen, das ist sagenhaft sauber verlötet, aber du siehst sie und sollst sie auch sehen, damit der Salon gleich weiß, worum es geht. Die einzige versteckte Anspielung, die er sich erlaubt hat, hat er sich auch nur erlaubt, weil sein Schwulsein damals noch nicht in der Zeitung stand."

"Du meinst die Szene im Boot."  

"Yep. Frau von Tümmler sitzt im Boot, und der junge hübsche Mann bietet ihr Brot an, aber es ist alt, und der Junge sagt: But it is hard and old!"

"Und die Frau sagt: Macht nichts, ich habe gute Zähne!"

Sie grinsten beide, Gernolfs Kaffee kam.

"It is hard and old", wiederholte Gernolf und fingerte seinen Keks aus der Packung. "Viel besser als die Bleistiftszene aus dem Zauberberg, wenn du mich fragst."

"Abgesehen davon, daß es nicht ganz logisch ist, warum der Junge einen alten Harten hat – der hat doch, wenn überhaupt, einen jungen Harten: In welche Richtung geht dein Entschluß, eher Richtung Lötkolbenprosa oder Sexualanspielung? Oder ist das eh dasselbe?" Kurtc­hen sah nach der Speise­karte, er mußte mal was essen.

Gernolf nahm einen Schluck Kaffee. "Na, die Frau kann den Harten ja schlecht haben, und einer muß ihn ja haben."

Kurtchen kam der Satz bekannt vor, und er gab sich alle Mühe, die Schublade, in der diese Erinnerung abgelegt war, nicht zu öffnen, am besten gar nicht erst zu finden.

"Stimmt auffallend", sagte er schnell und nahm ihn Kauf, daß ihm die Not solche abgestandenen Wendungen diktierte. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

"Kinder, Kinder!"

Kurtchen fuhr, wie ertappt, zusammen, aber Gernolf, der tatsächlich gute Laune zu haben schien, hatte nichts Ironisches im Blick, sondern wollte wohl einfach der Überraschung übers eigene Wohlbefinden Laut verschaf­fen. Er warf sich neben Kurtchen in den Stuhl, schon dann das Hinterteil auf die vordere Stuhlkante, legte die Hände wie zur Demonstrati­on auf die Lehnen und streckte die Beine weit von sich, wie um durch explizites Fläzen den Eindruck großartiger Entspanntheit zu unterstreichen.  

"Na, ausgeschlafen?" fragte er Kurtchen und äugte wohlwollend.

"Weiß nicht", sagte Kurtchen wahrheitsgemäß. "Allerdings hatte ich gestern auch nicht das im Bier, was du hattest. Auch wenn es scheint's erst mit Ver­zögerung wirkt."

Gernolf hatte keine Mühe, die Anspielung zu verstehen.

"Ach weißt du", sagte er, ironisch den Altersweisen spielend, wie er es gerne tat, "man soll die Feste feiern, wie sie fallen, und was kümmert mich frem­der Leute Geschwätz von gestern."

"Feste", sagte Kurtchen und dehnte das Wort so, daß es als Frage zu verstehen war.

"Na ja", sagte Gernolf, und die Ironie verschwand aus seiner Stimme. „Müh­sam nährt sich das Eichhörnchen. Im Ernst“, er drehte den Kopf so weit nach hinten, wie es seine Sitzposition erlaubte, und hielt Ausschau nach der Be­dienung. "Ich habe einen Entschluß gefaßt."

"Ach", machte Kurtchen und schämte sich sofort für seinen Sar­kasmus, auf den Gernolf, dem es tatsächlich ernst zu sein schien, aber nicht einging, vielleicht hatte er ihn auch nicht registriert, auch Kurtchens blaugelb schimmernde Beule war ihm noch nicht aufgefallen. Er schaute haarscharf an der Schweizer Kleinfamilie vorbei, als habe er sich vorgenommen, den Taxi­stand, der sich jenseits der Straße befand, einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

"Weißt du", und wie zur Bekräftigung zog Gernolf die Beine an und unter sich, legte die Hände auf den Schenkeln ab und machte sich aufrecht, "dein Fred hat recht. Also, weniger mit dem Geficke jetzt, aber wie er die Sache angeht. Sein Schreiben, meine ich."

Kurtchen drehte sich in seinem Stuhl und machte, damit der Freund sich ganz auf seinen Bericht konzentrieren könnedie Bedienung auf sich aufmerksam, zeigte mit dem Finger auf seinen Kaffee und beschrieb mit demselben Finger ein paar lose Kreise, damit nonverbal „dasselbe noch mal“ in Auftrag gebend, und fragte sich unwillkürlich, was Gernolf mit dem weniger meinte. Hatte Gernolf Freds Frau also bloß weniger gefickt, als es Fred eventuell glaubte? Weniger oft? Oder weniger doll? Kurtchen begann, seine Bedenken, was ein Zusammentreffen von Gernolf und Fred betraf, zurückzustellen, die Geschichte schien noch längst nicht ausgereizt. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Das Zoo-Café war gut besetzt und Gernolf noch nicht da, obwohl Kurtchen, weil er nicht hatte warten wollen, sich mit Absicht so verzettelt hatte, daß er schon reichlich fünf Minuten Verspätung herausgetrödelt hatte, als er um die Ecke bog, einen Blick auf die Uhr an der U-Bahn-Haltestelle warf und erleichtert re­gistrierte, daß noch ein Außentisch frei war. Es war noch immer altweiber­sommerlich warm, und Kurtchen mochte eigentlich nur dann auswärts früh­stücken, wenn er es draußen tun konnte, es drinnen zu tun, war ihm unange­nehm, er wußte gar nicht recht, warum; wahrscheinlich weil es für Gesell­schaft, für öffentliche Existenz zur Frühstückszeit (wann immer die im Ein­zelfall sein mochte) zu früh war und das Sitzen vor einem Lokal eine Di­stanz ausdrückte, den Unwillen, vor dem ersten Kaffee schon wieder am öf­fentlichen Leben teilzunehmen. Allein deshalb fand Kurtchen es idiotisch, im November oder März unter Heizpilzen zu sitzen, derart den freien Fri­schluftraum unters Regiment des traurig kollektiven Innen zu zwingen; Di­stanzlosigkeit, wohin man sah.

Als er saß und einen Latte Macchiato geordert hatte (unbedingt unbeküm­mert darum, ob das aus irgendwelchen trendfeuilletonistischen Gründen nun angängig war oder nicht, aber wozu war er Klempner, was gingen ihn da Trends an), überlegte er sich einen Gesichtsausdruck, nicht wie einer drein­zuschauen, dem es etwas ausmacht, allein vorm Café zu sitzen, einigte sich rasch auf den Müden Nachtschwärmer, faltete die Hände überm Bauch und versuchte, einfach nur dazusitzen, ohne sich dafür zu genieren.

Am Tisch vor ihm Richtung Straße saß eine hörbar Schweizer Kleinfamilie. Der Sohn mochte neun, die Tochter elf oder zwölf sein, und Kurtchen brauchte eine Weile, bis er be­griff, was ihn an diesem Tableau so faszinierte: Das Töchterchen war ein ausgesprochen hübsches Kind, genauer: eine Schönheit, was als Begriff auf das sichtlich vorpubertäre Gör (in der Schweiz ging ja immer alles so lang­sam) noch gar nicht anwendbar sein sollte, es aber trotzdem war.  

Das zweite Faszinosum war, daß ihm, Kurtchen, das überhaupt auffiel, er war nämlich nicht pervers (jeden­falls nicht in dieser Hinsicht, seine Perversionen erschöpften sich in der Vor­liebe für Spiegelei auf Nutellabrot und dem Drang, sich mit dem Kuli im Ohr zu kratzen, und das hatte er sich sogar abgewöhnt), und es mußte, dachte er und tunkte den Beilagenkeks in den Milchschaum, wohl so sein, daß er sich, sentimental, wie er war, soeben als Gleichaltrigen imaginierte, der mit einem Erziehungsberechtigten vor dem Café auf seinen Ka­kao wartete und zum erstenmal die Verwirrung der Gefühle schmeckte, die kaum einmal wieder so grundsätzlich, weil zutiefst rätselhaft, unschuldig und ergebnislos in Erscheinung treten würde. Und drit­tens wunderte sich Kurtchen, wo das Mädchen das her hatte, von seinen El­tern jedenfalls nicht, aber schon rein gar nicht, es mußte sich um ein Adop­tivkind handeln. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Kurtchen, der schon aus Gründen der guten Gewohnheit auf der Klärung des Sachverhalts nicht hätte bestehen müssen, zögerte nun aber doch, diese An­gelegenheit auf sich beruhen zu lassen, zu staunenswert war die Möglich­keit, Gernolf könnte von einer Buchannonce so schlecht gewor­den sein, daß er sich hatte übergeben müssen, und das hatte Kurtchen ja nun noch nie gehört. Wie immer in solchen Zusammenhängen erinnerte er sich an den Himmel über Berlin, den einzigen Film, vor dem er im Kino jemals kapituliert hatte, er sah sich noch immer als Halbwüchsiger über die Lehnen der letzten Sitzrei­he ins Freie klettern, was in diesem kleinen Programmkino möglich war, weil die Bestuhlung nicht an der rückwärtigen Wand, sondern ein paar Me­ter vorher endete. Er wußte nach wie vor nicht, ob das nun ein Zeichen über­legener Frühintellektualität oder pubertärer Doofheit gewesen war, und es wäre noch immer leicht zu überprüfen gewesen, doch wann er immer diesen Gedanken hatte, sah er vorm geistigen Auge einen schwarzweißen Bruno Ganz mit Flügeln, der unfroh in den Westberliner Himmel sah, und vergaß sein Vorhaben.

Jedenfalls hatte er selbst damals nicht gekotzt, obwohl zu jener Zeit das Brechen Teil der Abendvergnügen und also nicht unüblich gewesen war.

"Aaaaah, fuck", fuhr Gernolf Kurtchen in die soeben Fahrt aufnehmende Mentalparade. "Sol­len wir frühstücken? Im Zoo-Café? Halbe Stunde?"

"Stunde", sagte Kurtchen, der ja immer noch nicht angezogen war, und überlegte rasch, ob er die Ausflugs-Affaire noch bis dahin ungeklärt bleiben lassen sollte; aber es war dies nicht recht praktikabel, vor allem nicht für den Freund. Er setzte Gernolf also in aller Kürze über den geplanten Nachmittag ins Bild und vermied auch nicht, auf Freds Anwesenheit hinzuweisen, fügte aber schnell noch hinzu, daß auch mit Irgendwie-Heiner unbedingt zu rech­nen sei, den heiklen Punkt also nach Kräften unter Vermischtem verbergend.

"Aha", machte Gernolf nur, und es klang eigentlich neutral, und Kurtchen war erleichtert, und zwar auf eine Weise, die ihn fast ärgerte. Was gingen ihn, noch einmal, die Händel der anderen eigentlich immer an?

"Muß ich das irgendwie gleich wissen?" fragte jetzt Gernolf, und Kurtchens Erleichterung saß unversehens fest im Sattel, denn der parodistische Spaß an Irgend­wie-Heiners Fehlfunktion überwog eindeutig einen möglichen Ärger über Fred, was Kurtchen als Zeichen nahm, daß an der Geschichte, Gernolf habe Freds Frau gefickt, letzten Endes doch nichts dran sei.

"Laß uns doch irgendwie erst mal frühstücken", alberte Gernolf weiter, "dann können wir ja irgendwie sehen, irgendwie. Im Moment bin ich irgend­wie gar nicht so drauf, um irgendwie Ausflüge zu unternehmen..."

"... ist ja auch irgendwie kein Ausflug", half Kurtchen gern.

"...aber später irgendwie vielleicht irgendwie ein Bier trinken", ließ Gernolf sich nicht bremsen, "irgendwie draußen, is vielleicht irgendwie doch ganz okay. Laß uns aber erst mal frühstücken. Bis gleich."

"Bis gleich, irgendwie", scherzte Kurtchen lahm.

"Nix irgendwie, ich hab Hunger, mach hin!" rief der Freund und ließ aber­mals den Hörer fallen, diesmal aber auf die Gabel und sowieso nur metapho­risch.

Hätte Kurtchen es nicht besser gewußt, er wäre sicher gewesen, Gernolf habe gute Laune. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Kurtchen sah Gernolfs Nummer im Display und war sofort erleichtert, denn der Anruf des Freundes entband ihn, Kurtchen, von weiteren Grübeleien, wie mit Gernolf und dem "Ausflug", der ihm schon jetzt viel zu kompliziert vorkam, als daß er nicht darüber nachgedacht hätte, seine Zusage wieder rückgängig zu machen, zu verfahren sei. Er kam allerdings gar nicht dazu, das Thema zur Sprache zu bringen, Gernolf war viel zu aufgeregt.

"Hast du das gelesen? Hast du das gesehen?" schrie er geradezu, ohne den Umweg über eine wie auch immer freundschaftliche Begrüßung zu nehmen. "Ich muß sterben, paß auf", Kurtchen hörte Zeitungspapier ra­scheln. "Eine ergreifende Familien- und Liebesgeschichte im Deutschland der 50er und 60er Jahre", deklamierte Gernolf, was im Verbund mit dem Rascheln dafür sorgte, daß Kurtchen unterstellte, es müsse sich um ein Zitat handeln. "Die Geschwister Ella und Thomas wachsen im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Sie flüchten sich in eine eigene Welt, doch vor den Zugriffen ihrer Umgebung finden sie keinen Schutz. Kä­the", Gernolfs Stimme gewann Höhe und klang gepreßt, als fehle es da oben an Sauerstoff, "vertritt leidenschaftlich die Ideale eines neuen, bes­seren Deutschland. Den Preis haben ihre Kinder zu zahlen", Gernolf holte Luft, das Gepreßte wich einem Leiern, als schüttele Gernolf beim Reden in verächtlicher Resignation den Kopf, "Als 1961 die Mauer errichtet wird, kann niemand ihre Tragödie aufhalten, die Tragödie der Mauer oder was?", das schien nun wieder Gernolf selbst zu sein, "aaaaah, du, das ist so scheußlich, das ist heute Literatur, ich muß auf der Stelle kotzen", und mit diesem Hinweis ließ Gernolf den Hörer fallen, und dann hörte Kurtchen drei Sekunden nichts, dann klang es, als falle eine Tür ins Schloß.

Kurtchen legte, nachdem die Stille andauerte, auf, weil das die etwas un­durchsichtige, vielleicht auch einfach spastische Szene ins eventuell Filmrei­fe hob wie auch Kurtchen dahingehend salvierte, er lasse sich dann eben doch nicht jeden Blödsinn gefallen.

Allerdings stand er jetzt, immer noch im Pyjama, nicht wenig ziellos herum, weil ja anzunehmen war, daß Gernolf sich seinerseits sein, Kurt­chens, Auflegen nicht gefallen lassen würde und gleich noch einmal anriefe, eventuell dann auch Aufklärung zu leisten, was es jetzt mit Käthe, ihren Kindern und dem besseren Deutschland auf sich hatte. Kurtchen fiel ein, daß er noch immer nicht auf Petras Kurznachricht geantwortet hatte, mußte er denn noch? Oder war das mit Freds Anruf wiederum erledigt? Kurtchen be­gann, herumfliegende Wäsche vom Boden zu klauben, um, solange die Si­tuation so verwirrend blieb, wie sie nun einmal war, wenigstens in dieser Hinsicht wieder Ordnung in die Dinge zu bekommen.

Das Telefon klingelte, Kurtchen hatte jetzt einen halben Haufen Unterwä­sche unterm Arm.

"Aber sonst geht’s dir gut", sagte Gernolf vorwurfsvoll.

"Es geht", versetzte Kurtchen. "Auch dir einen wunderschönen guten Mor­gen."

"Versteht sich", sagte Gernolf. "Entschuldige, aber das war ein Notfall."

"Klar. Mußtest halt kotzen", riet Kurtchen.

"Aber wie", bestätigte Gernolf. (wird fortgesetzt)

 

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Nicolas Mahler: "Die Smalltalkhölle"
Irgendwo zwischen der Wortspielhölle und der Kundenservicehölle liegt die Smalltalk-Hölle: jener unerträgliche Limbus, in dem Phrasen wie "Das ist vielleicht ein Wetter heute" und "Ist das Ihr Hund?" anstelle von Dreizack und Feuereisen als Folterinstrumente eingesetzt werden. Nicolas Mahler hat sich hineingewagt. Österreichs umtriebigster Cartoonistenexport (TITANIC, FAS, NZZ) zeigt uns gräßlich alltägliche Szenen aus Kinos, Bars und Arztpraxen – und reduziert dabei die Sprechblaseninhalte so galant wie die Gesichter seiner unverkennbaren Strichmännchen.Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
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Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels"  (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W.  Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben,  die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das  "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen  Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht  für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Heiko Werning: "Im wilden Wedding"
Das letzte echte Krisengebiet in Deutschland - keiner kennt es so gut wie Heiko Werning, denn er "lebt" seit über zwanzig Jahren ebendort. Was sich Tag für Tag zwischen Privilegierten-Spätshops und Prekariats-Kitas, zwischen Ghettoisierung und Gentrifizierung in Berlins Gruselbezirk Nr. 1 abspielt, hat der Survivalexperte Werning in diesem Geschichtenbüchlein versammelt (Arbeitstitel: "My Big Fat Krieg im Wedding").Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
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Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Elias Hauck & Dominik Bauer: »Hauck & Bauer Cartoons Wochenkalender 2014« und eine von Elias Hauck signierte Ausgabe von »Sonja – Das Frauenmagazin für Witze«
Sie leben am Rande der Gesellschaft, dem Goldrande nämlich: als Cartoonisten der FAZ. Aber zum Glück zeichnen sie auch für vernünftige Publikationen wie Sonja, der einzigen Zeitschrift, die Frauen ernst nimmt. Wer aber lieber einmal die Woche auf die gut hauckbauersche Art lachen will, ohne sich die doofe FAZ kaufen zu müssen, ist mit diesem superhübschen Wochenkalender mehr als gut bedient (supergut).Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Leo-Fischer-Nostalgie-Abo: "Generation Gefällt mir" (handsigniert) und 1 Papst-Poster (gefaltet)
Leo Fischer, heute hauptberuflich Biertrinker, Bahnfahrer und Bahntrinker, war bis vor kurzem der "wichtigste Chefredakteur des Landes" (Zitat Fischer). Tausende Abonnenten beugten sich seiner Macht, kündigten fristlos. Als sein Stern am höchsten stand, verfaßte er mit "Generation Gefällt mir" einen legendären Ladenhüter voll Internetblödsinn, den Sie hier handsigniert erhalten. Außerdem kredenzen wir Ihnen den beliebtesten TITANIC-Titel der Ära Fischer als fertig gefaltetes Poster mit vier rechten Winkeln. Zuschlagen!Björn Högsdal, Johanna Wack (Hrsg.): "Last Exit Babyklappe"
 "Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind." Gut, das mag vielleicht die naive Meinung des warmherzigen Menschenfreunds Arthur Schopenhauer gewesen sein – die Autoren von "Last Exit Babyklappe" wissen es besser. Denn: Sind unsere Jüngsten nicht vielmehr lebendige Foltergeräte? Glatzköpfige, inkontinente, schreiende Schrumpelwesen, und also schon bei der Geburt reif fürs Altersheim? Antwort: ja. Es berichten u.a. die TITANIC-Autoren Anselm Neft, Björn Högsdal, Volker Surmann, Heiko Werning und Torsten Wolff!Stefan Gärtner: "Angéla – Lehrjahre einer Liebeshungrigen: Ein erotisch-historischer Schelminnenroman"
Sie wollten schon immer wissen, wie ein naives Mädchen vom Lande (Transelbanien) es bis ganz nach oben schafft (Sex)? Sie interessieren sich für Politik, Adel, Rokoko und den neuesten Klatsch des 18. Jahrhunderts? Sie wollen Bücher lesen, in denen Frauen Fellatio spenden und dabei Vergleiche mit einem "Tier, das Pflanzensaft aus einem Stengel trinkt", aushalten müssen? Dann greifen Sie zu, Sie historisch interessiertes Ferkel!Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – –und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Das PARTEI-Starter-Kit-Abo
Enthalten im Kit sind
1x Buch: Mein Wahlkampf 1x PARTEI-Film 1x PARTEI PIN 20x PARTEI Aufkleber5x PARTEI Postkarten (Mauer, Darf das Kanzler, Köln + 2x HintnerJugend)2x gefalzte Plakate A2
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Gutschein über 30€ in Katz+Goldts Rumpfkluft-ShopHey, du! Du trägst seit zwanzig Jahren die Kleider deines blöden Vetters auf, weil du zu geizig, schüchtern oder faul bist, eines dieser urbanen "Modegeschäfte" zu betreten? Dann ist dieser 30-€-Gutschein für den Rumpfkluft-Shop genau das Richtige! Wähle aus der aktuellen Kollektion des Comicduos Katz & Goldt dein Wunschmotiv aus und zahle am Ende kaum mehr als 'nen Appel und ein Ei (Gegenwert). Denn: Pilze sind Jazz!Zweijahres-Abo: 86,40 EUR (Ausland: 106,80 EUR)Pit Knorr: "Mallorca: Insel der Inseln" plus TITANIC-FeuerzeugDer TITANIC-Gründer und Wahl-Mallorkese Pit Knorr signiert dir sein Buch »Mallorca: Insel der Inseln« – und spendiert dir noch ein TITANIC-Feuerzeug, damit du’s auch zu Hause mallorquinisch warm hast!Oliver Maria Schmitt: "Anarchoshnitzel schrieen sie"Der Erfolgsautor und Ebenezer Scrooge der Zeitschrift Oliver Maria Schmitt pfeffert dir seinen kaum gealterten Punkroman »Anarchoshnitzel schrieen sie« ins Regal, du Versager!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Ella Carina Werner: "Die mit dem Bauch tanzt"Wenn sie mal  nicht schwanger ist, schreibt sie wie der Teufel: die Hamburger  Satirikerin Ella Carina Werner publizierte in TITANIC über  bulgarische Flüche und das Elend der Kleingartenfavelas. In ihrem  ersten Roman schildert sie den Aufstieg ihrer Mutter von der  braven Hausfrau zur geheimnisvollen Bauchtanz-Exotin "Shazadi",  die ganz Ostwestfalen um den Verstand bringt. Und die Leserschaft  ihrer Tochter gleich mit!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Rudi Hurzlmeier: "Meister der komischen Kunst"Die Damen tragen Unterwäsche aus Brennesseln, der Führer läßt sich von Jesus Christus mit einer Nagelschere beschneiden, die Holztische koten. Rudi Hurzlmeier ist ein begnadeter Zeichner und Maler, dessen barocke Grotesken sich erst auf den zweiten Blick als pralle Bizarrerien entpuppen – und umgekehrt. Das Buch "Meister der Komischen Kunst" bietet einen Überblick über das bisherige Schaffen des bayerischen Malerprinzen. Und zwar stets in "exquisiter handwerklicher Könnerschaft" (PR-Text)!Hans Zippert: "Aus dem Leben eines plötzlichen Herztoten", signiertJahrelang lag TITANIC-Urgestein Hans Zippert in der Sonne herum und ließ Eidechsen auf sich kriechen. Dann wurde er plötzlich Deutschlands umtriebigster Kolumnist. Viele fragen sich: Wie hat er das bloß verkraftet? Die Antwort gibt dieses "Tagebuch eines Tagebuchschreibers": gar nicht. Von Burnout-, Schlaganfall- und Nahtoderfahrungen berichtet Zippert in seinem bislang persönlichsten Werk – mal augenzwinkernd, mal mit einer guten Portion Schalk in den Herzkranzgefäßen. Nie war man als Leser dem Tod so nahe!Moses Wolff: "Der Wildbach Toni"Schnell wie eine Lawine, klar wie ein Sturzbach, sturzbetrunken wie ein bayerischer Viehhirte - so ist der Verstand dieses einzigartigen Bergphilosophen und Naturmenschen. Jahrelang als Après-Ski-Reporter für TITANIC Online tätig, wagt sich der Wildbach-Toni nun mit seinem ersten Roman aufs Feld der Heimatprosa. FAZ-Literaturchefin Felicitas von Lovenberg hat sich hierzu bisher nicht geäußert, ist aber sicher genauso begeistert wie auch sonst immer.Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Michael Ziegelwagner: "Café Anschluß"
Er ist Deutschlands sympathischster Österreich-Import seit Adolf Hitler - nur mag er die Deutschen nicht so sehr: Michael Ziegelwagner. In seinem Erstlingswerk (geschrieben während seiner Gefangenschaft in der TITANIC-Redaktion) klärt er über kleine und große Unterschiede zwischen den wichtigsten deutschsprachigen Reichen auf. Ein Reise-, Entwicklungs-, Bildungs- und Tatsachenbuch für alle, die alte Vorurteile schätzen und neue kennenlernen wollen. Außerdem gefällt Harry Rowohlt das Buch, und da werden Sie ja wohl nicht anderer Meinung sein!Martin Sonneborn, Andreas Coerper: "Heimatkunde — Eine Expedition in die Zone"
Für seinen Film "Heimatkunde" unternahm ZDF-Herausgeber und TITANIC-Reporter Sonneborn eine großangelegte Safari ins Berliner Zonenrandgebiet. Alle Fragen, die schon der Film offen ließ, werden im dazugehörigen Buch ebenfalls nicht beantwortet, dafür aber mit neuen Bildern und einem interessanten Soundtrack unterlegt. Da heißt es zugreifen!Thomas Gsella: "Blau unter Schwarzen - Gsellammelte Prosa I"

Nachdem der TITANIC-Hauslyriker mit seinen Gedichtbänden ein knappes Dutzend Verlage an den Rand des Ruins getrieben hat, wagt sich DuMont nun mit Gsellas prosaischsten Polemiken, Phantasien und Pherkeleien auf den Markt. Unterstützen Sie dieses verlegerische Abenteuer, wählen Sie diese schöne Prämie!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Bild-Leser beschimpfen TITANIC-Redakteure, live am Telefon
Mit einer präzisen Bestechungsaktion ermöglichte TITANIC das Sommermärchen der WM 2006, die Rettung des deutschen Fußballs und der gesamten Nation. Nicht alle waren davon begeistert – wie die auf dieser CD gesammelten schönsten Wortmeldungen engagierter Bild-Leser (»Sie sind ein ganz großes Schwein, die Titanic!«) belegen.
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Das schreiben die anderen
  • 19.09.:

    Mark-Stefan Tietze geißelt in der Taz das eiskalte Geschäftsgebaren der Bahn.

Titanic unterwegs
20.09.2014 Reinheim, Hofgut
  Thomas Gsella
21.09.2014 Zehdenick (OT Bergsdorf), Kurt-Mühlenhaupt-Museum
  Max Goldt
21.09.2014 Berlin, Haus Berlin
  Christian Y. Schmidt
22.09.2014 Magdeburg, Moritzhof
  Martin Sonneborn
Briefe an die Leser

 Lieber Jürgen Müller!

Man weiß ja bei in Selbstverlagen oder irgendwelchen E-Book-Klitschen erscheinenden Büchern nie, ob die wirklich etwas taugen, denn es fehlt jegliche einigermaßen verläßliche Vorauswahl durch Verlagslektoren oder Rezensenten im Feuilleton einer »Qualitätszeitung«.

Wie gut, daß es aber auch Autoren wie Sie gibt, bei denen man gleich weiß, woran man ist. Ihrem Creative-Writing-Ratgeber »So schreiben Sie mühelos ein tolles dickes Buch« haben Sie einen so schön eindeutigen Titel gegeben, daß die weiteren Angaben (43 Seiten, »dritte überarbeitete Ausgabe«) eigentlich gar nicht mehr nötig sind.

Ist hellauf begeistert, Ihr Buch ignorieren zu können, denn so dicke hat es auch nicht: Titanic

 Hahaha, Brillenpinguine,

hehehe, hihihi! Da tut Ihr seit Beginn Eurer Existenz so, als wärt Ihr die Intellektuellen im Tierreich oder mindestens doch die Schlaubi-Schlümpfe unter den Seevögeln, und was müssen wir nun im Online-Wissenschaftsmagazin »PLOS ONE« lesen? Daß Ihr nur vier unterschiedliche Laute äußern könnt: Suchrufe, wenn Ihr allein seid, Schmerzensschreie, wenn es auf die Schnauze gibt, Lockrufe, wenn Ihr als Single geil seid, und schließlich Dirty Talk oder so etwas, nachdem die Lockrufe erfolgreich gewesen sind. Und Eure Kinder haben sogar nur zwei Rufe drauf, beide drehen sich, wen wundert’s, ums Fressen.

Gern würden wir uns jetzt noch bei Euch dafür bedanken, daß Ihr, weil Ihr zudem eine gefährdete Art seid, damit auch noch den alten Spruch »Dumm fickt gut« widerlegt habt, aber leider könnt Ihr ja nicht mal mit Brille lesen.

Nicht immer gut zu Vögeln: Titanic

 Hui, »Bild-Zeitung«!

Mit der Schlagzeile »Bild enthüllt – so läuft die Nackt-Show von RTL 2« hast Du uns voyeuristische Leser zu einem Artikel über die neue Kuppel-Show »Adam sucht Eva« ködern wollen. Aber warum befindet sich das journalistische Werk im kostenpflichtigen Bild-plus-Teil? Mußtest Du verdeckte Ermittler einsetzen?

Verzichtet trotzdem dankend: Titanic

 Christian Lindner, FDP-Vorsitzender, (35)!

Sie und Ihre Partei waren als einzige gegen den Mindestlohn von 8,50 Euro, konnten aber nicht dagegen stimmen, weil Sie im Bundestag nicht mehr vertreten sind. Dafür protestierten Sie später im Interview mit der SZ noch mal: »Vernünftige Wirtschaftspolitik ist sozial verantwortlich. Der Mindestlohn ist dagegen nicht sozial verantwortbar, weil er Menschen aus dem Arbeitsmarkt drängt, statt sie hineinzuführen … Tarifverträge sind der richtige Weg. Es braucht aber keinen Einheitsmindestlohn, um in einzelnen Branchen soziale Verwerfungen zu verhindern.« Lindner, wenn Tarifverträge nicht verhindern, daß Menschen für weniger als 1360 Euro brutto im Monat Vollzeit arbeiten, sind die »sozialen Verwerfungen« längst da. Aber solange Sie und Ihre Klientel zu den Verwerfenden und nicht zu den Verworfenen gehören, haben Sie dagegen gar nichts einzuwenden, was?

Schätzt dann doch Ihre schlichte Berechenbarkeit: Titanic

 Werber! Bzw. Museumskuratoren!

Nur falls Ihr es, nach Fairsicherung, Fairtrauen, Fairprügeln und vielerlei mehr, noch nicht hattet und es also fraglos rausmuß: Senkt den Eintritt um zwei Cent, und fertig ist die große Ausstellung »Jan Fairmeer: Hollands goldene Epoch…« Wie? Nein?

Doch, wohl. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Know your Syntax

Neulich im Supermarkt, die Kassiererin: »So, dann wären’s zwölf Euro siebzig bitte.« Ein Kunde: »Warum ›dann‹? Was habt ihr Kassierer immer mit diesem ›dann‹? Das ergibt überhaupt keinen Sinn und ist ein unbedachtes Füllwort!« – »Das ›dann‹ ist in diesem Fall ein Konjunktionaladverb und schließt an einen Konditionalsatz an, den ich schweigend voraussetze. Er könnte etwa lauten: ›Wenn Sie Hammel Ihren dämlichen Scheiß mit nach Hause nehmen wollen, dann…‹« Kunde: »Ähm, naja, oh. Schönen Tag dann noch!«

Wanja Lindenthal

 Lernerfolg

Einmal besuchte ich einen Kurs für »Gewaltfreie Kommunikation« an der hiesigen Volkshochschule. Leider hatte der Hausmeister vergessen, den Seminarraum aufzusperren, und so standen wir alle dumm herum. Weil er auch nach einer halben Stunde nirgends zu finden war, entschied die Dozentin, man könne genausogut hier auf dem eiskalten Flur beginnen. Als sie gerade den Einfluß von Gandhi auf Rosenbergs Konzept erläuterte, fiel der Hausmeister plötzlich über uns her, was uns denn einfalle, auf dem Boden herumzulungern, das gehe ja gar nicht. Die Dozentin aber blieb ganz ruhig. Zwischen dünnen Lippen zischte sie hervor: »Ich steche dich ab«. Der Mann verstummte sofort. Seitdem mache ich das genauso gewaltfrei, und es funktioniert tatsächlich.

Tibor Rácskai

 Napoleon-Komplex

Von Historikern weitgehend unbeachtet: Zeit seines Lebens versuchte Napoleon seinen Größenwahn durch eine extrem gebückte Körperhaltung zu kompensieren.

Michael Schilling

 Schöner wohnen

Mein Großvater gab mir, als ich im Grundschulalter war, den schönen Ratschlag, ich solle nach dem großen Geschäft einfach mal das Klopapier weglassen, dann könne ich »das Bett stempeln«. Das Ergebnis war tatsächlich ein spektakuläres und die Durchführung spaßig, Opas Zusatz aber – »Das freut die Mama!« – entpuppte sich dann doch recht schnell als Lüge.

Ingo Krämer

 Indianer, nein danke

Schon als Kind mochte ich keine Indianer, was wohl an der verklärenden Art lag, in der sie mir damals präsentiert wurden: ewig diese edlen Rothäute, die stolz durch die Prärie ritten, mit der Natur im Einklang lebten und geschwollene Weisheiten von sich gaben. Beim Cowboy-und- Indianerspielen gab ich deshalb immer den harten, wortkargen Desperado, der seinen Platzpatronencolt sprechen ließ und erbarmungslos nach der Devise verfuhr »Rothaut gehört totg’haut«. Als Winnetou, der Edelste der Edlen, starb, vergoß auch ich Tränen, allerdings vor Freude. Bis heute hat sich jene Antipathie erhalten. Und nachdem wir auf einem guten Weg sind, den letzten Baum zu roden, den letzten Fluß zu vergiften und den letzen Fisch zu fangen, hoffe ich, daß bald endlich Geld erfunden wird, das man essen kann.

Thorsten Mausehund