(Was bisher geschah)

Kurtchen mußte aufstoßen und ließ die Bewegung in einem Kopfnicken aus­laufen. Auch dieses fügte sich; es fügte sich schlicht alles.

"Ich habe neulich einen Film gesehen, in dem eine männliche Figur Stan­dard hieß. Also, mit Vornamen. Mir hat das sofort eingeleuchtet. Standard, das Gegenprogramm zum allgemeinen Distinktions...", er warf die Hand in die Luft, weil er "Gewichse" nicht sagen wollte, ihm etwas anderes aber nicht einfiel. "Geschaufel“, sagte er schließlich. "Wo sie doch heute alle immer gleich nach Gymnasium heißen, die ganzen hochbegabten und in ihrer Kreativentwickung unbehelligten Bürgerkinder, die einem so auf den Senkel gehen. Standard! Damit ist man... damit sind wir auf der si­cheren Seite. Nobelpreisträger wird er damit nicht, aber Bankrotteur auch nicht. Eben Standard. Schön Abitur mit zwofünf, irgendein normaler Beruf, Bauingenieur oder Sozialpädagoge oder Schreiner", bloß nicht Klempner, dachte Kurtchen, "Standard halt, mehr soll man nicht verlangen. Außerdem", Kurtchen merkte, daß Petra nicht wußte, wovon er überhaupt sprach, und eben deshalb konnte er nicht aufhören, "soll er fernsehen. Viel fernsehen. Diese ganzen Spitzenpädagogen, die täglich ihre halbe Stunde Kinderfernsehen abstoppen, damit man sie in der Bio-Kita nicht für Unter­schicht hält. Ich hab; ich hab", abermals drang Luft nach außen, "als Kind im­mer ferngesehen, wie wir alle, und? Hat es mir geschadet?" Ein Blaulicht ohne Martinshorn zog draußen rasch vorbei, am Tresen lachte wer, und Car­pendale hub an zu singen dunkelschön: Ti Amo; und Kurtchen kam es lang­sam spanisch vor. Vielleicht war er längst tot? Und diese Phantasmago­rie hier sein Jenseits, sein Himmel? Wie hieß denn dieser Laden überhaupt?

"Unbedingt", sagte Petra wacklig, näherte sich und verschwand, jedenfalls optisch.

Kurtchen hatte sich, ohne es recht wahrzunehmen, mit dem Abend, wie er war, angefreundet, und es traf ihn so unvorbereitet, daß er erst nichts zu er­widern wußte; und während Petra sich in seinen Mund wühlte und die Arme um ihn schlang, als gelte es einen Abschied für immer und nicht vielleicht das Gegenteil, überraschte ihn der Gedanke, daß er, außer zivilisationskri­tisch daherzuschwätzen, tatsächlich nichts gemacht hatte; und daß sich das, gesetzt den Fall, das alles ginge gut, auf einmal auszahlte.

Wie seltsam alles war.

"Vielleicht doch lieber Rolf", sagte Petra und ließ die Arme, wo sie waren. Sie lächelte und roch nach Schnaps.

"Wenn's nicht eh ein Mädchen wird", sagte Kurtchen; und während er sei­nerseits, halbbewußt und vorsichtig, fortsetzte, freute er sich, daß die Pro­duktionsverhältnisse mit den Produktionsmitteln ausnahmsweise Schritt hielten.

Dann dachte er für eine Weile gar nichts.

(Was bisher geschah

Und holte später noch mal nach; und noch einmal.

Petra sprach zuzeiten zu ihm hoch, er deutete ein Bücken bloß noch an, er verstand, zwischen Andrea Berg (eventuell) und Ballermann-Musik, bloß Fetzen, und es kam ihm vor, als habe er was überstanden, etwas, von dem ihm erst auffiel, daß er es erlebt hatte, um es durchzustehen; und das vage, wahrscheinlich idiotische Lächeln, mit dem er sein kommentierendes Nicken illuminierte, tat nicht mehr weh wie früher am Bahnhof, sondern stimmte rundheraus. Vielleicht, so dachte Kurtchen und sog wonnig am Orangenschnitz, war dies Zen in einer unterhaltsam postmodernen Variante, und kaum hatte er dies zuende gedacht und einen frischen Tequila in sich hineingleiten lassen, brandete Roland Kaiser an seine, Kurtchens, Ganglien, und es war dieses Lokal ja wirklich eine Insel, die aus Träumen geboren war, Santa Maria, und während jetzt Petra, schon leise schwankend, Rich­tung Oma zog, um den Faden nicht reißen zu lassen, nahm Kurtchen den Ge­danken tief in sich hinein, daß Roland Kaiser eigentlich Roland Keiler hieß, und daß er, Kurtchen, neulich einen Kassenzettel gefunden hatte, auf dem stand:

"Es bediente Sie Knüppel Gisela"

und wie schön also alles insgesamt war; selbst das Sodbrennen hielt sich in Grenzen.

Petra kam zurück und händigte ihm den Schnapsdreck aber nicht aus, son­dern warf wortlos den Kopf zur Seite und wackelte davon, wahrscheinlich dem Schlagerinferno jetzt doch ein Schnippchen zu schlagen, und als sie sa­ßen, über Eck, an einem dieser schweren, geduldigen Kneipentische, war es deswegen zwar nicht unbedingt leiser, aber Kurtchen merkte beim Sichsetzen, wie voll und im Grunde bedient er war; er ahnte, daß ihn das Glück bereits verließ.

Als hätte Petra den Gedanken gelesen, rührte sie ihr Glas, das sie eben noch vor Kurtchen hingestellt hatte, nicht an, sondern sah, die Hände, als gehörten sie nicht ihr, neben sich auf die Bank gelegt, ihn von der Seite an und lächel­te wie tapfer, als werbe sie um Einverständnis, wofür auch immer.

"Weißt du eigentlich", fragte Kurtchen, den Schwung von eben noch zu nut­zen, "wie Roland Kaiser richtig heißt?"

"Roland Kaiser", sprach Petra glasig, aber es war keine Antwort, sondern eine Gegenfrage. 

Kurtchen tat, als habe er die Ausgangsfrage nicht gestellt, es war ihm dies zu kompliziert; er fragte, einer frischen Idee folgend, anders weiter:

"Weißt du, wie unser Sohn heißt?" Er tat ein bißchen wankend, die Frage zu entschärfen. 

"Unser Sohn", wiederholte Petra abermals, doch schmunzelnd jetzt.

(wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Genau, dachte Kurtchen: deshalb.

Neue Musik stampfte, Petra stand sorglos halbschräg neben ihm, sah ent­spannt ins Leere und führte in wohlberechneten Abständen die Flasche zum Mund, und zum erstenmal, seit er am Nachmittag in ihrer Nähe gelandet war, hatte er das Gefühl, es sei alles okay; oder es sei alles egal; oder daß das vielleicht dasselbe war. Er drehte sich ein bißchen um die eigene Achse und zu Petra hin, aber bloß, weil ihn achtern ein Wind drückte und es so egal dann doch nicht war; und sie standen abermals wie ein Paar, aber wie eins, das sich gefiel und leichtfüßig aushielt.

Ein Stern, der deinen Namen trägt, hörte Kurtchen aus dem Brei heraus. Ein Stern, der Petra hieß; selbst das ging wohl in Ordnung.

Kurtchen stand mit dem Gesicht zur Tür, und er merkte, wie er hoffte, Hol­ginho werde eintreten, sich umsehen und dann den Tresen ansteuern, sich ebenda mit Grazie hinzuhängen; und Petra rief ihm, Kurtchen, was ins Ohr, er beugte sich, die Bierflasche akkurat vor der Brust, hinunter und ließ sich das, was er nicht verstanden hatte, wiederholen, verstand es im­mer noch nicht und nickte dann einfach, es würde schon passen; und sie verschwand, und als sie wiederkehrte, wunderte er sich, daß es ihm nicht ge­lungen sein sollte, Tequila aus dem Lärm zu filtern. Petra reichte ihm das Glas, es war, überraschend genug, sogar brauner Tequila, und als sie die Hand frei hatte, griff sie in die Hosentasche und kramte ein Streuglas Zimt hervor, und Kurtchen ließ den Gedanken, die Tresenoma habe es to go her­ausgerückt, erst gar nicht zu, warum sollte denn nicht immer alles einfach da sein, nicht wie bei ihm am Frühstückstisch, wo erst die Butter fehlte, dann das Messer für die Butter und dann das Salz zum Ei. Jetzt hatte er rechts das Bier und links das Glas, und er trank das Bier weg und ging in die Knie und stellte es auf den Boden

Irgendwann ist es vorbei
Und im Himmel wird Platz für uns zwei
Doch dein Stern bleibt oben für immer und ewig stehn

und kehrte zurück, und weil das Glas in der Linken stak, hatte er mit rechts leichten Zugriff auf den Orangenschnitz, sogar das paßte ohne weiteres; und Petra hielt sich gar nicht auf, sog und kippte, und er tat es nach, mit links

Und auch noch in 1000 Jahren
Wird er deinen Namen tragen
Und immer noch der schönste von allen sein

und Oma steckte sich eine neue Zigarette an, und Kurtchen nahm Petra das Glas aus der Hand und holte nach. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Zwei Stationen weiter zog Petra Kurtchen aus dem Waggon, der Teil der jungen Krachmacher, der das klassische Vergnügen aus Alkohol und Tre­senrandale den Großdiskotheken vorzog, tat es ihnen gleich, und im Strom der aufgepeitschten Aspiranten liefen sie um Ecken, die Kurtchen zwar kannte, bei Nacht aber nie angesteuert hätte; dabei wohnte er doch hier. Vielleicht war das der Grund.

Dankbar, neugierig und ein bißchen ängstlich lief Kurtchen hinter Petra her, bemüht um das Air eines Mannes, der sich nicht treiben läßt, sondern im Ge­gensatz zu allen anderen genau weiß, wo das zu finden ist, was juvenile Rei­seführer Insidertips nennen; und verschwand so schnell mit ihr in einem Hauseingang, daß er nicht einmal wußte, wo er sich befand, als er vor einem resopalbewehrten Tresen, der in einem überaus blauen Licht badete, zu ste­hen kam und Petra dabei zusah, wie sie bei einer wasserstoffbombenblon­den, möglicherweise bereits im Rentenalter befindlichen Servierkraft mut­maßlich Getränke orderte.

Kurtchen ließ die Hände in den Taschen und fürchtete gewohnheitsmäßig, man sehe es ihm an, wie wenig er den Eindruck hatte, hier am Platze zu sein; aber das war Unsinn. Kein Mensch interessierte sich für ihn, es war auch viel zu dunkel; Menschen unbestimmbaren Alters standen oder taumelten in den Ecken herum, die Tische – altes, schweres Kneipenmobiliar – waren leer, weil es entweder immer noch zu früh war oder die Tische nur pro forma standen, um gutbürgerliche Gastlichkeit zu simulieren, wo es doch darum ging, die verlorene oder soeben verschwindende Bürgerlichkeit vergessen zu machen. Musik stampfte, ein simpler deutscher Text, und wieder überfiel Kurtchen eine Erinnerung; er lächelte. Es fiel ihm erst gar nicht auf. 

Er tat ein paar plänkelnde Schritte Richtung Tresen, Petra kam ihm, zwei Bierflaschen in der Hand, entgegen, sie stießen wortlos an.

"Ich weiß gar nicht, wann ich hier zum letztenmal war", sagte sie fröhlich und sah sich um, als erwarte sie, alte Bekannte zu treffen. Kurtchen wunderte sich gar nicht, er verstand sehr gut, was einen in diese Art Kneipe zog: Sie war ironisch, weil sie nicht ironisch war, wo doch alles immer bloß iro­nisch war. Wer hier trank, der trank, nichts weiter. Diese freundliche, gera­dezu wohltuende Achtlosigkeit: was unbedingt zu einer Kneipe gehörte, war drin, sonst nichts; eine Schwundstufe von vornherein; verdämmern­des, nacktes Leben, das sich selbst genügte, weil es keine Wahl hatte. Es war nur folgerichtig, daß man sich hier betrinken wollte, und was immer die Fra­ge gewesen sein mochte, die Antwort stand alt, geschminkt und rauchend hinter dem Tresen und lautete: deshalb. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Am Hansi-Hinterseer-Platz, dachte Kurtchen, nannte aber doch seine Heimatstation.

Er schwieg und wartete, denn es war, wie er nicht ohne Erleichterung merkte, jetzt nicht an ihm, noch eine Schippe draufzulegen, jedenfalls dann nicht, wenn man, wie er, ein Ende des Abends zum jetzigen Zeitpunkt für akzeptabel hielt. Das hieß nicht automatisch, daß man ein solches Ende ausdrücklich begrüßte; und tatsächlich beruhte die Akzeptanz eines solchen Endes unter anderem auf dem Gefühl der sachten Enttäu­schung, das ja durchaus eines sein kann, mit dem sich ganze Nächte bestreiten lassen; und er konnte dann allenfalls über den Gedanken straucheln, was diese Akzeptanz für sein Leben im ganzen bedeutete und würde dann klären müssen, ob er, endlich und schließlich, in die kristallfrischen Höhen der Altersweisheit aufgestiegen war, wo alles kam, wie es eben kam, und keine Frage, die das Leben aufwarf, unbeantwortet blieb, eben deshalb, weil man sie beantworten konnte, wie man wollte, und immer war es prima; oder ob er, aus Feigheit oder Bequemlichkeit, bloß keine Lust hatte herauszufinden, wie sich die Probleme, die er hatte, zu denen verhielten, die er vielleicht bekäme, wenn er, statt beim Wichsen einzuschlafen, morgen nicht alleine aufwachte.

Petra schwieg immer noch, als wolle sie Kurtchen und sein neues Konzept des Whatever auf Belastbarkeit prüfen, und Kurtchen überlegte, wo Petra eigentlich wohnte und ob die Tatsache, daß sie immer noch neben ihm saß, schon den Entschluß bedeutete, die lahme Figur, die sie aus dem trüben Trinkerkreis zwecks weiterer Verwendung losgeeist hatte, zum Jagen zu tragen. Am Ende waren sie Nachbarn, und Kurtchen tadelte sich dafür, wie wenig ihm dieser Gedanke gefiel.

Sie waren bereits in der Stadt, noch mehr Jungerwachsene, die zu den Diskotheken im Osten wollten, waren zugestiegen, und Kurtchen genoß jetzt seine Erleichterung: Ihr müßt Spaß haben, ich darf ins Bett, in welches immer; und eh er sich's recht versah, riß er das Ruder doch wieder an sich, weil es ihm allzu armselig vorkam, Petra allein vor dieser Amüsierhorde zurückzulassen oder, wahrscheinlicher, von ihr davor zurückgelassen zu werden. Auch die Entscheidung, keine Entscheidung zu fällen, war halt eine; es half da alles nichts.

"Ich müßte die übernächste raus", sagte er. "Sollen wir noch...?" Er hob die Hände, Handflächen nach oben. Whatever.

"Und wohin? Noch mal zu Henner?" Es war ihr nicht anzumerken, ob sie überrascht war oder nicht.

"Da hätten wir eben aussteigen müssen", wandte Kurtchen ein, der auf die Öffentlichkeit der Extra Bar aber auch keine Lust hatte, sie geradezu fürchtete.

"Ich weiß was", sagte Petra. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

Er war sich sicher, daß seine zweite geschiedene Frau nicht seinetwegen die S-Bahn genommen hatte (und zwar zwischen zwei Bahnhöfen; Kurtchen ak­zeptierte seinen schalen Zynismus, es wußte ja keiner); schließlich war sie es gewesen, die für die Scheidung gewesen war. Nein – und er blickte ins Fens­ter, wo er als graublauer Fleck auf hellem, irrealem Hintergrund ein phantastisches Doppelleben führte –: sie waren übereingekommen, die Sache zu beenden, am Ende eines Abends, als sie noch einmal versucht hat­ten, ihren ehelichen Pflichten auf eine Weise nachzukommen, die keine Par­tei gedemütigt und ratlos zurückließ; und wie gerade die unwillkommenen Gedanken sich um den Türsteher nicht scheren, sah er sich, kurioserweise von oben, mit nacktem, sich leicht und regelmäßig nordwärts verschieben­dem Rücken arbeiten und war wieder der, der sicher wußte, daß das nichts mehr werden würde, wie lang er auch weiterpumpte; und der aber weiterge­macht hatte, weil er Zeit für die Überlegung brauchte, ob es nicht allzu ent­setzlich sei, diese Ehe mit einem vorgetäuschten Orgasmus zu beenden; zu­mal seinem ersten. Wie Ulrike sich verhalten hatte, ob sie Geräusche ge­macht oder gelangweilt an die Decke geschaut hatte, er wußte es nicht mehr; wenn er es je gewußt hatte.

Petra schwieg auf eine Weise, die Kurtchen abweisend vorkam, aber er beru­higte sich damit, daß man einen Selbstmord, selbst einen fremden, nicht übergeht wie ein verlorenes Fußballspiel oder die Erinnerung an ein geschei­tertes Familienweihnachten; und sah wieder nach links, verlegen, aber auch ein bißchen stolz auf seine gebrochene Beziehungsbiographie. Er kam sich sehr erwachsen vor, aber auch literarisch, irgendwie.

Petra sah in den Waggon hinein, durch die juvenilen Party- und Krachma­cher hindurch, geradezu verbissen, als wären sie ein Paar und hätten sich ge­stritten; und der Gedanke machte Kurtchen melancholisch, einerseits. Aber er prüfte auch die Möglichkeit, ob das nicht der plausibelste Abschluß des Abends wäre: Was immer sie in ihm gesehen hatte, sie hatte sich getäuscht, und sie dachte nicht mehr daran, die Nachfolgerin einer Frau zu werden, die aus der Verbindung mit ihm, Kurtchen, ihre ganz eigenen Konsequenzen ge­zogen hatte. Und er bliebe allein mit sich und seinem Leben, wie es nun ein­mal war, und er würde klempnern und Bier trinken und abends Hansi Hinter­seer gucken, den er heimlich bewunderte dafür, daß er tatsächlich immer der war, als der er wahrgenommen wurde. Hansi Hinterseer war immer derselbe, ein völlig kongruenter Mensch, er mußte glücklich sein und sah auch so aus. Fabelhaft.

"Wo steigst du aus?" fragte Petra. (wird fortgesetzt)

(Was bisher geschah)

"Eher Doofheit", sagte Kurtchen. "Ich dachte, wenn man so gut wie keine gemeinsamen Interessen hat, einen völlig anderen Musikgeschmack und auch politisch völlig über Kreuz liegt, setzt man sich nicht der Gefahr aus, als Adler zu starten und als Ente zu landen. Dann hat man die Ansprüche erst gar nicht, über deren Nichterfüllung man sich dann jahrelang beschweren kann."

"Als was bist du denn gelandet?"
"Als Suppenhuhn. Ich sagte ja, war ein dummer Gedanke."

"Und beim zweitenmal?"

"Dasselbe noch mal. Ich wollte sichergehen, daß nicht vielleicht der Gedanke gut war, aber die Frau nicht dazu paßte."

Petra sah nicht ohne Zweifel drein, was Kurtchen verstand, er konnte es ja selbst kaum glauben.

"Und nun? Versuchst du's zur Abwechslung mal mit Anspruch?" Das klang schon wieder kokett, aber Kurtchen hatte die Lust verloren, deswegen Manschetten zu kriegen, was sollte das denn immer.

"Eher mit Abstinenz." Schwer zu entscheiden, ob das entweder eine besonders ausgefuchste oder unerhört idiotische Antwort war; Kurtchen versuchte es erst gar nicht.

"Mit Abstinenz." Petra schien genauso ratlos.

Kurtchen machte eine nonchalante Geste; die evidente Halb- und Unbestimmtheit ihres Miteinanders begann ihm Spaß zu machen, er durfte es bloß nicht übertreiben. Er hatte keine Schwierigkeiten damit, nachher allein ins Bett zu gehen, der Tag war schließlich aufregend genug gewesen; aber er wollte es mit einer Perspektive tun und nicht mit dem Gefühl, etwas vergeigt zu haben.

"Na ja. Sagen wir: Mit Abstinenz von der Ehe. Maximal einmal noch, aber erst nach langer Prüfung."

Petra lächelte, und Kurtchen bildete sich ein: erleichtert.

"Dreimal verheiratet", sagte sie, zog die Beine ein und setzte sich aufrecht, wiederum auf die Hände, "das ginge ja auch eben noch. Vier- oder fünfmal, das ist peinlich. Bei dreimal kann man denken, okay, einmal vertan, und die zweite ist gestorben ..."

"Ist sie auch."

"Na guck." Petra brauchte einen Moment. "Nee. Ist sie wirklich...?"

"Selbstmord", sagte Kurtchen, dem bewußt war, daß er in einer etwas weniger aufgeladenen Situation zu klären gehabt hätte, ob das nun als Akkuratesse durchging oder als Wichtigtuerei zum Schämen war. "Und nein", dieselbe Frage, dieselbe Entschuldigung, "nicht meinetwegen. Jedenfalls weiß ich nichts davon. Oder verdränge es. Können wir das überspringen?"

"Klar", sagte Petra, und sie sagte es so lieb, daß Kurtchen sich dafür schämte, Ulrike, deren Abwesenheit er durchaus nicht bedauerte, eingespannt zu haben. (wird fortgesetzt)

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St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen
  • 16.08.:

    Der "Nordbayerische Kurier" bringt eine Neuauflage des TITANIC-Festivalberichts zu den Richard-Wagner-Festspielen Bayreuth 2017.

  • 11.08.:

    Auch "Spon", Taz und der "Standart" berichten über den "Zeit Magazin"-Leo-Fischer-Skandal.

  • 10.08.:

    Meedia berichtet, mit welchen Methoden das "Zeit Magazin" gegen Leo Fischer vorgeht.

  • 05.08.:

    Mark-Stefan Tietze interviewt in der Taz Kanzlerinnengatten Joachim Sauer.

  • 01.08.:

    TITANIC-Mitbegründer Bernd Eilert erklärt für den "Spiegel" im Video peinliche Persönlichkeiten.

Titanic unterwegs
24.08.2017 Berlin, SO36
  Martin Sonneborn
25.08.2017 Frankfurt, Festival der Komik
  Thomas Gsella, Pit Knorr, Hans Zippert
26.08.2017 Frankfurt, Festival der Komik
  Martin Sonneborn
27.08.2017 Frankfurt, Festival der Komik
  Torsten Gaitzsch, Moritz Hürtgen, Tim Wolff

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Briefe an die Leser

 Thilo Sarrazin!

Sie behaupteten anläßlich einer Buchpräsentation, Angela Merkels Ziel sei »die Verbesserung der Welt, notfalls auch auf Kosten des deutschen Volkes«. Das wäre löblich.

Nun weiß man aber, daß die Faktenlage, auf der Ihre Aussagen basieren, meist recht dünn ist. Fällt deshalb nicht auf Ihre plumpe Wahlwerbung für Merkel rein: Titanic

 Advantage Federer!

Bevor Sie, lieber Roger, im Tennisgreisenalter von 35 erneut in Wimbledon den Schläger schwangen, gaben Sie den Balljungen vom »Stern« darüber Auskunft, wie Sie mit so vielen Lenzen noch in Topform bleiben. Wir lasen also, wie wichtig es ist, daß Sie sich in »einem guten Rhythmus« befinden, und auch »die Organisation ist essentiell«. Doch, »ganz klar«, es braucht nicht nur Professionalität, damit man »extrem viel erreichen kann«: Man muß »mental am Boden bleiben« und dabei alles »extrem genießen«, ja manchmal gar sorgenfrei »volle Pulle gehen«, selbst wenn der »Druck spürbar ist«.

Respekt, Sie sind ja tatsächlich noch voll »da«. Denn so viele unsinnig-depperte Sportlerphrasen kriegt ja nicht mal die deutsche Fußballnationalmannschaft in einem Jahr zusammen! Und Sie packen das auf nur wenigen Seiten »Stern«.

Jetzt auch irrsinnig und extrem motiviert: Ihre alternden Satire-Asse von Titanic

 Gerhard Ludwig Müller!

Nach fünf Jahren als Großinquisi- pardon: Präfekt der Glaubenskongregation in Rom teilte Ihnen der Hl. Vater unverhofft mit, daß Ihr Vertrag leider nicht verlängert wird. Der »Passauer Neuen Presse« erzählten Sie daraufhin von Personen aus Ihren Kreisen, »die schon immer gegen mich waren«. Und was machen die so? »Die zeigen dann ihre schlechten Charaktereigenschaften und reagieren mit Häme, Bosheit und Haß. Die haben sich nicht im Griff.«

Echt jetzt? Derartige Niedertracht unter Christenmenschen? Das können wir uns gar nicht vorstellen! Selbst wir, die wir Ihnen von Anfang an, zugegeben, sehr kritisch gegenüberstanden, haben uns selbstverständlich voll unter Kontrolle, halten Häme, Bosheit und Haß strikt zurück. Nur weil Sie sich schon als Bischof von Regensburg zehn Jahre lang hervorgetan haben als superarroganter Purpurspargel, der sich einen Spaß draus macht, von Priesterhand geschändete Domspatzen auch ein halbes Jahrhundert post coitum noch zu verhöhnen (»… können wir Ihre Schilderung nicht nachvollziehen«), und weil Sie die Medien, die diesbezüglich nachfragten, gleich als Knechte einer goebbelsgleichen antiklerikalen Hetzkampagne hinzustellen beliebten! Also, um aus unserem Herzen keine Mördergrube zu machen, was ja auch nicht christlich wäre: Nun gut, sozusagen als Ouvertüre zu Ihrer früher oder später unweigerlich anstehenden rauschenden Höllenfahrt fanden wir die Ihnen vom Papst so richtig schön süffisant und termingerecht hingerotzte Demission schon einfach spitzenmäßig superklasse, um nicht zu sagen: derart himmlisch-halleluja- und herrgottsakramentmäßig zum Niederknien – daß wir für eine Hundertstelsekunde fast daran gedacht hätten, bei Euch einzutreten!

Konnte sich gerade noch beherrschen: Titanic

 Wie, Martin Chulz,

Wie, Martin Chulz,

fühlt man sich eigentlich, wenn man wie Sie vor kurzem die Kanzlerin verbal attackiert und als einzige Reaktion in der Zeitung liest: »Bundeskanzlerin ist Chulz nicht böse«? Wie ein ungezogener Bengel vermutlich, der verbotenerweise von der Kuchenglasur genascht oder Nachbars Katze am Schwanz gezogen hat. Als hätte Frau Merkel Ihr Wahlkampfgetöse als das enttarnt, was es ist: nicht mehr als ein harmloser Lausbubenstreich. Doch keine Sorge: Spätestens im Herbst ist das ganze Theater vorbei. Und dann steht sicher schon die tröstende Kartoffelsuppe auf dem Herd.

Immer brav aufessen!

Mahnt: Titanic

 Zeitschrift »Ma vie«!

Du bist, nach eigener Einschätzung, das neue Magazin für Frauen, »die eine gute Balance in ihrem Alltag finden möchten – zwischen Apple, Amazon & Achtsamkeit!«

Aber ach, »Ma vie«, aber ach: Auch auf Ablenkung abzielende Alliterationen abwegiger Art können nicht darüber hinwegtäuschen, daß Frauen in Wahrheit eine noch bessere Balance finden möchten – zwischen Twitter, Tinder und Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zweitkassenblick, der

Der Zweitkassenblick bezeichnet den empörten, selbstgefälligen, von der eigenen Wichtigkeit entzückten, zugleich aber auch von diskreter Unsicherheit überschatteten und gerade deswegen mit trotziger Aggression gewürzten Blick, den Menschen aufsetzen, wenn sie im Supermarkt »Zweite Kasse bitte!« in den Verkaufsraum blöken.

Robert von Cube

 Leider wahr

Beim Durchblättern volkswirtschaftlicher Lehrbücher ist mir aufgefallen, daß mein Gewicht sich genauso verhält wie der Wert des Euros: Der Kurs schwankt zwar nach oben und unten, zwei Prozent Inflation gibt es jedoch fast immer.

Karl Franz

 Blühe, deutsches Angelland!

Vor kurzem auf dem Amt kam mir ein sehr aufgebrachter türkischer Herr entgegen. Auf die Frage, warum er so erzürnt sei, wedelte er mit dem Arm in Richtung der Abteilung für Forsten, Jagd und Fischerei und rief: »Deutschland! Ich brauche einen Führerschein für meine Angel!«

Emil Fadel

 Etikette

Neulich setzte sich im Zug ein etwas grob wirkender Mann mittleren Alters neben mich. Er nickte mir mit ausdruckslosem Gesicht zu, dann zog er ein Glas aus seinem Rucksack, in dem fünf Bockwürste (»Döbelner Bockwürste im Naturdarm«) in trüber Brühe trieben. Mit kräftigen Fingern schraubte er den Deckel des Glases auf und fingerte die in Darm gehüllten Stäbe aus Schweineschlacke einen nach dem anderen aus dem bräunlichen Wasser – Eiweißflocken trieben darin wie in einer Schneekugel – und aß sie mit wenigen wölfischen Bissen. Zum Abschluß nahm er einen damenhaft kleinen Schluck Wurstwasser. Manche Menschen haben wirklich kein Benehmen. Er hätte mich doch mal abbeißen lassen können.

Anselm Neft

 Mal abschalten

Entspannung für Internet-Junkies: »Silent-Meditation-Retweet«.

Wanja Lindenthal