BERLIN/KIEW Die Bundesregierung beschließt, die ukrainische Opposition auch materiell zu unterstützen. Die ersten Altreifen zum Barrikadenbau werden bereits verladen.

GENF Auf der Syrienkonferenz einigen sich Regierung und Opposition auf anteilige Übernahme der nach dem Treffen notwendigen Arztkosten.

TEHERAN/WIEN Die IAEO gibt Entwarnung. Die Uranzentrifugen in Irans Atomprogramm sind deutlich weniger leistungsstark als vom Westen befürchtet.

DOHA Das Emirat Katar sichert nach weiterer Kritik den Opfern der WM-Baustellen immerhin eine angemessene Bestattung zu.

BANGKOK In Thailand verständigen sich die Konfliktparteien darauf, sich wieder auf das Kerngeschäft des Landes zu konzentrieren. Das Demokratiegeplänkel kann noch ein paar Nummern warten.

MÜNCHEN Entspannung beim ADAC: Der Silikonbusen-TÜV Rheinland bestätigt dem Automobilclub eine einwandfreie Durchführung seiner Crashtests.

Versteckter Text 

Mola Adebisi

Oliver Pocher

Heike Makatsch

Gülcan Kamps

Stefan Raab

Versteckter Text 

Das sagt der Gabriel: "Lassen Sie uns diesen Quatschsender beenden, Frau Kuttner! Sie waren doch noch nie besonders SPD-freundlich, selbst als ich noch Popminister war."

Er weiß, wie man mit viel Geld umgeht. Und Hoeneß stellt sich auch mal selbstbewußt gegen Regierungspositionen bzw. Gesetze. Ein unabhängiger Kopf, von der Fachwelt anerkannt und im Rücktrittsverweigern geübt.

Kulturelle Kompetenz gibt es nur noch wenig in Deutschland – Gurlitt hat sie. Der Kunstsammler ist zwar etwas in Verruf geraten, hat sich aber mit einer konsequenten Haltung bei vielen Deutschen große Glaubwürdigkeit bewahrt.

Ohne selbst je richtig gearbeitet zu haben, bringt sie andere zu Fron und (Krümel) Brot. Wer verkörpert das arbeitsmarktpolitische Konzept "Fördern und Fordern" formschöner als die heiße, professionelle Mädchenversklaverin Klum?

Bodenständigkeit, klare Positionen, ein traditionell geprägtes Familienbild: Der erfolgreiche Geschäftsmann, Vater und Schwuchtelkritiker Bushido hat alles, was man benötigt. Und er ist geübt im Umgang mit den Eliten von Kultur und Politik.

Superminister Markus Lanz? Aber sicher! Der Mann macht einfach alles, egal ob es gut ist oder nicht, ob es den Leuten gefällt oder nicht – so einer ist doch wie geschaffen für die Politik!

Versteckter Text 

Falls sich Union und SPD auf eine Koalition einigen, werden Seiteneinsteiger kaum Chancen auf Ministerposten haben. Das ist total unfair bzw. doof bzw. bähkackamist! TITANIC zeigt, wer gut in die Ministerriege passen würde, wenn es allein nach Kompetenz ginge bzw. wenn von den Koalitionsverhandlungen gelangweilte Pressetrottel bestimmen dürften.

Montag: Kraftakt bei den Koalitionsgesprächen

Dienstag: Kehrtwende in Richtung Linkspartei

Mittwoch: Leichter Durchhänger

Donnerstag: Knapp zehn Punkte schlechter bei Wiederwahl

Freitag: Analyse zur Lage der SPD

Wochenende: Freizeit (= Nahrungssuche) mit neuen Freunden

Der tollwütig schäumende Barlach baut sich mit einem bunten TITANIC-Trupp vor dem Suhrkamp-Stand auf. Der scheidende Chefredakteur Fischer kündigt in bester Kirmes-Manier die im Ring lauernde Kampfbestie an.

Die Suhrkamp-Vertreter um Cheflektor Raimund Fellinger sind eingeschüchtert, haben Angst vor Brutalunternehmer Barlach, bitten uns – "Drei Minuten sind vorbei" – ihn wieder an die Leine zu nehmen und abzuführen.

Suhrkamp kneift. Und gerade als sich Barlach grunzend zum Sieger erklären läßt...

... geht Prof. Axel Venn aus Berlin dazwischen. Er rügt zuerst die Feigheit der Suhrkamp-Vertreter, springt dann in den Ring, überrascht Barlach und zwingt ihn in Sekundenschnelle nieder. Glückwunsch: 20% an Suhrkamp und ein T-Shirt.

Doch ganz ist "Schwitzkasten-Barlach" noch nicht besiegt. Er fordert weitere Gegner. Während die Suhrkamp-Mitarbeiter ängstlich hinter ihren Bücherstapeln kauern, wirft sich Dr. Eva Schweitzer in den Kampf und packt Barlach hart an.

Nach kurzem, intensivem Gerangel geht Barlach erneut zu Boden. Mit einem beeindruckenden Finishing-Move befördert Schweitzer den Unternehmer ins Jenseits und sichert sich die verbleibenden 19 Prozent. Was für ein Tag!

Versteckter Text 

Donnerstag, 10. Oktober 2013. "Kracksklirrpeng!" Hans Barlach tritt die Tür zur TITANIC-Redaktion ein. Der mit 39 Prozent am Suhrkamp-Verlag beteiligte Unternehmer kommt jedoch nicht, um uns aufzukaufen und zu ruinieren, sondern weil er ein ganz besonderes Event plant: Kokainopfer Barlach will sich auf der Frankfurter Buchmesse Suhrkamp-Vertretern im Ringkampf stellen; wer ihn besiegt, gewinnt Barlachs Anteile am Verlag.

 

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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
20.08.2014 Prerow, Kulturkaten "Kiek In"
  Martin Sonneborn
22.08.2014 München, Galerie Bezirk Oberbayern
  Rudi Hurzlmeier: »THE HU SHOW«
28.08.2014 Prerow, Kulturkaten "Kiek In"
  Hauck&Bauer
30.08.2014 Frankfurt, Caricatura Museum
  Thomas Gsella
Briefe an die Leser

 Darüber hinaus, Grass,

ließen Sie uns im Focus-Interview wissen, keine Angst vor dem Tod zu haben. Schrecklich fänden Sie aber, dement zu werden und für Ihre Familie nur noch eine Belastung zu sein. Und: »Noch entsetzlicher wäre die Vorstellung, in dementem Zustand auch noch der Öffentlichkeit quasi vorgeführt zu werden – so wie es Walter Jens geschehen ist. Einer der peinlichsten Vorgänge, die ich je erlebt habe.« Nun, Grass, zumindest diese Sorge können wir Ihnen nehmen, denn das erledigen Sie ja regelmäßig höchstselbst.

Peinlich berührt: Titanic

 Und Ihr, Inder,

gebt der FAS zufolge also durchschnittlich rund ein Drittel Eures Einkommens für Bestechung aus. Das klingt natürlich zunächst nach sehr viel, aber, liebe Inder, verzweifelt nicht! Tröstet Euch mit dem Gedanken, daß Euer durchschnittliches Einkommen ohne Bestechung eben auch glatt ein Drittel niedriger wäre.

Nichts zu danken: Titanic

 Fast-Witwen Kohl-Richter/ Scheel!

WM, ISIS, BND, NSA, der Nahostkonflikt, all das prasselte in den letzten Wochen pausenlos auf uns ein. Und dann noch das Wetter, uff! Da kann man schon mal den Überblick an einer Nebenfront verlieren. Weshalb wir in Euer beider Fälle nicht mehr recht auf dem laufenden sind: Welche ist denn nun die Bösere? Welches Satansweib liegt aktuell vorne im von der Presse ausgerufenen Lady-Macbeth-Ähnlichkeitswettbewerb? Die eine, die ihren dementen Gatten angeblich im Altersheim verrotten läßt, ihm nicht einmal die Geburtstagssause zum Fünfundneunzigsten gönnt, sich statt dessen seinen Dienstwagen krallt und damit unbefugt durch die Republik braust? Jedenfalls dann, wenn sie nicht grade rassistisch über die Pflege-Neger des Altersheims ablästert? Oder doch die andere von Euch, die das fanatisch verehrte Eheopfer im Oggersheimer Bungalow einsperrt, stiefmütterlich dessen Söhne verstößt, sämtliche Kontakte zur Außenwelt kappt und sich jetzt auch noch zur Herrin über den Nachlaß aufschwingt? Die den alten Mann – jüngsten Fotos zufolge – nicht einmal mehr ordentlich füttert? So daß selbst die zurückhaltende Zeit juxt, der arme Greis »befindet sich nun schon seit mehreren tausend Tagen in der Gewalt« der Horrorbraut?

Jedenfalls: Das Rennen zwischen Euch beiden Top-Hexen scheint echt knapp zu sein. Drum bitten wir höflichst: Führt endlich mal eine Entscheidung herbei! Unsretwegen gern auch per vergiftetem Apfel oder tödlicher Spindel.

Es wär’ ja auch für die beiden Ehemänner das Gnädigste!

Fordert pietätvoll: Titanic

 Sexy, Sebastian Turner!

Werbepapst (Scholz & Friends) und erfolgloser Bürgermeisterkandidat in Stuttgart gewesen zu sein reichte Ihnen nicht. Deshalb haben Sie zu Jahresbeginn 20 Prozent des Berliner Tagesspiegel gekauft, um als Ko-Herausgeber jetzt mal so richtig Zeitung zu machen. Dann war es kurz still, aber jetzt haben Sie da was aus dem Sack gelassen … Ganz schön keck von Ihnen, den in Ehren ergrauten Lesern des biederen Hauptstadtblatts täglich eine schöne, stramme »Morgenlatte« zu verschreiben mit Mails, die man sich ab fünf Uhr früh auf sein Smartphone runterholen kann!

Huch, Moment, falsch gelesen: »Morgenlage« nennen Sie Ihren neuen Frühaufsteher-Newsletter und wollen damit doch nur wieder »Premium-Entscheider« befriedigen statt die Masse der altliberalen Pornographiekonsumenten. Schade; für einen Moment dachten wir, Sie hätten das Mittel gegen die Zeitungskrise gefunden.

Aber munter weiterforschen, empfiehlt Titanic

 Namaste, Narendra Modi!

Als frisch gewählter Staatschef Indiens verkündeten Sie laut FAS Ihre Vision für einen raschen Aufschwung Indiens: »Ich bin ein gläubiger Hindu. Eigentlich dürfte ich so etwas nicht sagen, aber ich wage es gleichwohl: Pehle schauchalaya, phir devalaya – laßt uns zuerst Toiletten bauen, dann die Tempel!« Sensationell gut gedacht, Modi! Denn wenn Sie dann später in Ihrer Amtszeit Scheiße bauen, wissen Sie wenigstens gleich, wie Sie diese fachgerecht entsorgen, ohne daß es der Wirtschaft schadet!

Glückwunsch aus der Behindutoilette: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Technischer Rückschritt

Manchmal, an so Tagen, da habe ich das dumpfe Gefühl, irgendwo in meiner Nähe, vielleicht in meiner unmittelbaren Nähe, womöglich sogar in mir selbst werde eine besondere Art von Maschinerie in Gang gesetzt, gar nicht einmal raffiniert, sondern plump und schwerfällig, von unklarer Funktionsweise und unbestimmtem Zweck, mit Rädern, deren Unwucht das Gebilde erzittern läßt, und Kolben, die klagend durch Batzen längst eingedickten Schmierfetts walken, und rostigen Ventilen, die modrige Seufzer aushauchen. Eine Dumpfmaschine, die mich langsam aufzehrt. Wo ist der TÜV, wenn man ihn braucht?

Tibor Rácskai

 Gentleman durch und durch

Clubtoiletten sind Orte absurder Geschehnisse. In Ermangelung freier Pissoirs entschied sich ein junger wohlgekleideter Mann, sein Geschäft ins Porzellan des Waschbeckens zu verrichten. Ob es nun auf gute oder auf eben gar keine Erziehung schließen läßt, daß er sich gleichzeitig die Hände wusch?

Frederik Skorzinski

 Der Schatten des Kindes

Bei seinen Streifzügen auf allen Vieren in die geheimnisvollsten Ecken und Winkel seines Elternhauses hat unser Sohn (neun Monate) jetzt den Friedhof der vergessenen Bücher entdeckt und zielsicher das für ihn bestimmte Buch aus dem Regal gezogen. Dem elterlicher Fürsorge geschuldeten ersten Schrecken, daß es sich dabei um »Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« handelte, folgte schnell eine nüchterne Abwägung seiner Wahl. Vorteil: Das bereits angesparte Geld zur Finanzierung seines Studiums können wir nun selbst verprassen. Nachteil: David Bowie.

Carlos Ruiz Sibbe

 Danke nachträglich

Tagsüber hetzt man von Verpflichtung zu Verpflichtung, darum nehme ich mir für meine morgendliche Verrichtung umso mehr Zeit: Während ich auf dem Klo sitze, lese ich ganz entspannt die Zeitung, gönne mir manchmal sogar einen Kaffee und lasse mich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen. Dies zur Erklärung und mit nachträglichem Dank für Ihr Verständnis, verehrte Mitreisende des Frühfluges Hamburg-Wien von Mitte Juni.

Thorsten Mausehund

 Produktempfehlung (6)

Dafür, daß Pennys »Eldorado Pizza Tex-Mex feurig-pikant« das Produkt einer völlig verkommenen Lebensmittelindustrie ist, fabriziert unter dem Diktat des niedrigsten Preises in erbarmungsloser Weltmarktkonkurrenz ohne wirksame Kontrolle des Staates, hergestellt aus minderwertigen Rohstoffen von Menschen, die ihre Arbeit hassen und auch allen Grund dazu haben, dafür also schmeckt sie eigentlich ganz gut!

Mark-Stefan Tietze