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Aus Eugen Egners Püppchenstudio

"Wohnzimmer" (2018, Farbe auf Untergrund, 12 x 4 Meter)


 

Meine Biographie (1. Teil)

Eines Vormittags, als meine Mutter und ich gerade beginnen, das Leergut zu sortieren, kommt eine Nachricht für mich. Ich solle jetzt kein Leergut sortieren, heißt es darin, sondern sofort zur Handelsschule fahren und eine Frau treffen, die beabsichtige, meine Biographie zu schreiben. Eile ist geboten.

Ich laufe also zum Busbahnhof und erfahre zu meiner Überraschung: Der Busbahnhof ist heute woanders. Da, wo er sonst immer zu sein pflegte, sind jetzt überraschenderweise gigantische Baumaßnahmen im Gange, die, wie man hört, mindestens zehn Jahre dauern sollen. Anwohner und Passanten zeigen sich verärgert. Konnte das nicht vorher angekündigt werden? fragt eine Dame. Die Bauarbeiter behaupten, sie seien selbst von der Aktion überrascht worden. Man habe sie in der Nacht geweckt und, notdürftig instruiert, zu ihrem neuen Einsatzort gebracht. Inzwischen haben sie ein enormes Loch ausgehoben. Der Zweck ist ihnen unbekannt.

Irgendwie erreiche ich trotzdem die Handelsschule. An der Bar frage ich nach der Frau, die ich hier treffen soll. Der Wirt weiß Bescheid und schickt mich ins oberste Stockwerk, wo sie mich schon erwartet. Ohne Ansehen der Person erkläre ich ihr, daß ich nicht viel Zeit habe: In einer halben Stunde werde ich daheim vom Pfarrer abgeholt. Da er mich für ein begabtes Kind hält, will er mit mir in die Stadt fahren und mir einen Wasserfarben-Malkasten kaufen. Außerdem soll ich am Abend während einer öffentlichen Veranstaltung im Rathaus das Förderetikett mit Hormon erhalten.  

 


 

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Im Haushalt


 

Man drohte mit dem Geschäftsleib.

 


 

Aus dem Polizeibericht

Die betreffende Person ist entweder tot oder hat tot überlebt.

 


 

Aus der Lokalpresse

„Obduktion ergab Tod“

 


 

Jetzt neu aus Übersee:

Großer strenger Wellensittich mit schweren Knochen und Optikerauftrag*

*: Optional mit Tarnanspruch

 

 

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Das neue Haustier

In der Zoohandlung fiel mir ein fremdartiger amselgroßer Vogel auf. Weit davon entfernt, ein Ornithologe zu sein und die Zulassungsnummern der heimischen Vögel in meinem Garten zu kennen, wußte ich doch ungefähr, welche Vogelarten es gab, und so etwas wie diesen hatte ich nie zuvor gesehen. Keinerlei exotische Prächtigkeit zeichnete ihn aus, sein Gefieder war vielmehr schlicht schrankfarben, die Hälfte der Federn bestenfalls Zweite Wahl, auch der Schnabel bot nichts Spektakuläres. Daß mir der Vogel so besonders und fremdartig erschien, lag vermutlich daran, daß er an zusammengeknülltes Papier oder, im Profil, an einen (toten) Zustarbes erinnerte. Ich fragte den Verkäufer und erfuhr, dies sei ein „Formalhuhn“. „Sieht aber überhaupt nicht aus wie ein Huhn“, staunte ich. Der Verkäufer meinte: „Sie haben doch auch einen Namen, oder?“ Dagegen konnte ich schwerlich etwas vorbringen. Stattdessen bat ich um weitere Informationen und erfuhr: „Dem Formalhuhn werden geradezu übernatürliche Fähigkeiten nachgesagt.“ Eigentlich suchte ich nur ein pflegeresistentes, dankbares Haustier, damit ich mich in meiner Wohnung weniger allein fühlte.
„Da sind Sie mit diesem Modell bestens bedient“, entschied der Verkäufer, und ich kaufte das Formalhuhn samt Käfig.
Zu Hause versuchte ich, mit meinem neuen Hausgenossen zu kommunizieren, bekam aber nur monotone Geräusche zur Antwort. Mir kam der Verdacht, einen Fehler gemacht zu haben. Ich beschloß, den Kauf am nächsten Tag rückgängig zu machen, bedeckte den Käfig mit einem Tuch und ging schlafen. Mitten in der Nacht weckte mich eine Stimme – jemand sprach in meiner Wohnung! Verunsichert stand ich auf, um der Sache nachzugehen. Bald war mir klar, daß es der Vogel unter dem Tuch war, der einen Vortrag über das Thema Der Füllhahn bei der Formalbekehrung des Huhns hielt. Ich hob die Decke an und sagte zu dem Vogel: „Entschuldigen Sie bitte, aber ich möchte jetzt schlafen.“
„Dann zeigen Sie mir doch mal Ihren Schlafbedarfsausweis!“ erwiderte er in Polizistenmanier.

 


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Der Reiseschriftsteller Kniefraß (nach RME Streuf)


 

Eine Jagdhieb-Landschaftsgeschichte

In der Landschaft draußen müssen wir gegebenenfalls den Jagdhieb einsetzen. Wir finden ihn bei Karl May ausgiebig und unaufhörlich beschrieben, daher muß er hier nicht eigens dargestellt werden. Stattdessen gehen wir tiefer in die Landschaft hinein, was entsprechende Geräusche verursacht. Ein Zoologe ist bei uns, Dr. Bartok von der Forschungsstation. Er kennt auch die Ordnung der Papageien, doch davon wollen wir jetzt nichts hören. Dr. Frankfurter kommt keuchend über das Hochplateau gelaufen und ruft schon von weitem etwas, das wie „Ein Eklat des Vertrauens“ klingt. Was kann er damit meinen? Er ist, als er uns endlich erreicht hat, so völlig außer Atem, daß er bis zum Ende dieses Textes kein Wort herauszubringen imstande ist. Wir schleifen ihn mit, immerhin ist er Dr. Frankfurter, und vielleicht können wir ihn noch einmal gebrauchen. Im Weitergehen betrachten wir die ausgezeichnete Wirkung der Anpassung von Gelände und Hintergrund. Was uns nicht gefällt, ist der Staub, der sich mit der Zeit auf Bäumen, Sträuchern und anderen Geländeteilen ansammelt. Dieser Staub stellt uns jedes Mal, wenn wir mit ihm konfrontiert werden, selbst auf allerkleinstem Raum, vor neue Probleme. Gerade hier, in der Landschaft, können wir ihn am wenigsten gebrauchen. Er bedeutet eine Geländestörung. Abfälle kann man immer und überall nutzbringend verwenden, Staub aber nicht. Der schnaufende, nach Luft ringende Dr. Frankfurter ist nach kurzer Zeit über und über davon bedeckt.
Doch es gibt noch anderes. Es nähern sich Geräusche in der Höhe, ein hohes Sausen und Pfeifen. Instinktiv nehmen alle die Stellung für den Jagdhieb ein. Dr. Bartok klärt uns auf: „Das sind nur kleine fliegende Teufel. Ganz harmlos. Sehen Sie!“ Wir lassen die Arme sinken und blicken nach oben. Der Schwarm fliegt über uns hinweg, zu erkennen ist nicht viel. Aber wir spüren die elektrischen Schwingungen, die die fliegenden kleinen Teufel erzeugen. Unter der Einwirkung gleichmäßiger mechanischer Quarzschwingungen werden mechanische Deformationen in stabilisierte Hochfrequenzschwingungen umgewandelt. Dadurch setzt sehr schnell die Dämmerung ein. Wir müssen uns um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern. Das ist in der Landschaft allerdings nicht so leicht wie in der Stadt. „Am Bahnhofsplatz gibt es fast immer einige Hotels, wenigstens doch eines“, schwärmt Frau Dr. Brandenburg, eine starke Raucherin. Ja, am Bahnhofsplatz könnten wir im Licht energiesparender Leuchten mühelos einen modernen Hotelbau finden. Doch davon haben wir jetzt nichts. Der Wind trägt Krähengeschrei heran, ein Hund bellt in der Ferne, eine Kirchenglocke schlägt in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Ein paar Schüsse fallen, die Kugeln pfeifen an uns vorbei. Strömender Regen setzt ein, die Zigarette von Dr. Brandenburg verlischt, unsere Stimmen klingen gurgelnd. Dr. Frankfurter droht nun auch noch zu ertrinken. Es geht beim besten Willen nicht anders, wir müssen den Jagdhieb einsetzen, um die Landschaft zu erledigen.

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Eine fremde Frau im Ort

Seit vierzehn Tagen hielt sich in unserem Ort eine fremde Person auf, eine etwa dreißigjährige Frau. Zuerst war sie von niemandem bemerkt worden, denn damals besuchten viele Auswärtige unseren Ort, um sich im Kunstmuseum das verschwundene Bild anzusehen. Erst allmählich erkannten wir in jener Frau einen Dauergast. Es wurde Zeit, sie zur Rede zu stellen. Die Aufgabe fiel mir zu, und eines Dienstagnachmittags plazierte ich meinen Waldhaushalt so, daß die Fremde auf ihrem Weg unweigerlich daran vorbeikommen, wenn nicht sogar hindurchgehen mußte.
In unmittelbarer Nähe verlief der Fluß. Die Fische saßen am Ufer und warfen Dreck ins Wasser. „Seht euch diesen Mist an“, sagte einer von ihnen. Die Fische machten Probleme. Bei uns war das Wasser genormt (Normwasser), und wir wollten, daß es so bliebe. Doch obwohl wir es ihnen streng verboten hatten, warfen die Fische dauernd Dreck hinein, worunter die Norm litt. An besagtem Dienstagnachmittag warfen sie sogar Dreck nach der Frau, als sie sich meinem Waldhaushalt näherte. Ich bot ihr an, bei mir in Sicherheit abzuwarten, bis die Fische weiterschwammen. Notgedrungen kam sie herein.
„Herrje, die vielen Bahn-Bilder an den Wänden!“ rief sie aus. Ich erklärte ihr: „Als Kind wollte ich zur Bahn, doch meine Eltern waren dagegen und sagten: ‚Du kannst dir Bilder von der Bahn ansehen. Das reicht.‘ Und so ist es bis heute geblieben.“
Bevor ich die Frau fragen konnte, was sie in unserem Ort zu suchen hatte, fing sie von allein an zu berichten: „Ich bin zur Beerdigung meines Onkels hergekommen. Das war vor vierzehn Tagen, und jetzt bin ich noch immer hier. Ist es denn richtig, daß mein Onkel täglich wieder beerdigt wird?“ Woher sollte ich das wissen? Zufällig hatte ich den Verstorbenen zur Hand, sogar lebend. In einer Kommodenschublade bewahrte ich ihn (etwa um zwei Drittel verkleinert) zwischen allerhand Tüchern auf, so daß er es behaglich hatte. Infolgedessen wirkte er immer etwas verschlafen, doch keinesfalls unzufrieden. Ich zeigte ihn meiner Besucherin, und die beiden begrüßten einander wie alte Bekannte, während der Dreck von draußen an die Fensterscheibe klatschte. „Mir geht es gut“, sagte der Onkel zu seiner Nichte, „fahr ruhig nach Hause. Die Menschen suchen nur etwas Zerstreuung, deshalb bestatten sie mich so gern.“
Ich merkte altklug an: „Zerstreuung ist gut, sollte jedoch nicht bis zur Pulverisierung gehen.“
Die Frau fragte ihren Onkel, ob er ein Beruhigungs- oder Schlafmittel benötige, er aber erwiderte, er könne auswendig schlafen. Nach einem formlosen Abschied wurde die Schublade wieder in die Kommode zurückgeschoben.
„Gut, daß das nun zuende ist“, sagte die Frau. Mir fiel weiter nichts mehr ein. „Die Fische sind fort“, stellte ich anläßlich eines Blicks aus dem Fenster fest. In der nächsten Sekunde war auch die fremde Frau fort.
Erschöpft sank ich auf meinen Ruhesessel nieder. „Ich werde jetzt ein Stück Schokolade essen“, sprach ich zu mir selbst, „das Leben muß weitergehen.“

 


Wurzel aus Bergmann

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Die Landschafter (nach Marie Curie)


 

Ich lief in der Stadt umher und begann aus Geltungsbedürfnis eine Affäre mit einer mir unbekömmlichen Person, die meine Gegenwart nur widerwillig ertrug. Ein plötzlicher Wintereinbruch überraschte mich in Sommerkleidung (Anmerkung: Ich trug Sommerkleidung, nicht der Wintereinbruch). Um in der schrecklichen Wohnung der unbekömmlichen Person nicht zu erfrieren, verheizten wir Möbel, die dem Vermieter gehörten. Die Witterungsverhältnisse lieferten mir eine willkommene Ausrede, dem Dienst fernzubleiben. In diesem Winter – ich bedaure, dies sagen zu müssen – in diesem Winter ließ ich mich gehen. Unweigerlich geriet ich in Schwierigkeiten mit meinem Arbeitgeber. Ich nahm Zuflucht zu dreisten Ausflüchten, etwa indem ich, das Winterwetter für meine Zwecke instrumentalisierend, behauptete, gegenwärtig habe der Kampf gegen die Kälte Vorrang, weshalb ich mit der Komposition einer Sinfonie zu Ehren der Zentralheizung voll ausgelastet sei.

 


 

Jetzt noch ein holzarmes Getränk!

 

 

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Indianer beim Schattenwerfen


 

Der Füllhahn bei der Formalhantierung der Braut
Der Füllhahn und die Braut gehörten von vornherein nicht derselben Spezies an. Trotzdem und obwohl man nicht wissen konnte, welche Widersacher dies auf den Plan rufen würde, war man entschlossen, die Sache durchzuführen. Anhand erstaunlich einfühlsamer Konstruktionszeichnungen konnte von deutschen Ingenieuren dargelegt werden, wie fortan die Formalhantierung bei der Braut bemessen werden sollte. Beim praktischen Vollzug erwies sich die Hantierung der Braut (ob formal oder nicht) als unzutreffende Formulierung, denn realiter hantierte ja die Braut den Füllhahn, der selbst jenseits allen Füllens, bis auf unwillkürliche Reflexe, unbeteiligt blieb. Oder war es doch so gemeint, daß an der Braut eine Hantierung vorgenommen wurde? Man war unsicher und versuchte es mit der veränderten Formulierung "Der Formalhahn bei der Füllhantierung der Braut". Doch war dies keine zufriedenstellende Lösung. Das Vertauschen von Wörtern reichte offensichtlich nicht einmal für deutsche Verhältnisse. Also wechselte man lieber alles aus und fügte das unverzichtbare religiöse Element hinzu. Ab sofort ging es um das Thema Formalhuhn-Bekehrung in Deutschland.
Die Meinungen über die Formalhuhn-Bekehrung gingen weit auseinander. Führende Experten dieser Fakultät verstanden unter der Bekehrung des Huhns ausschließlich dessen Tötung. Andere Fachleute traten, bei allem schuldigen Respekt, für die Bekehrung durch Milch ein.

 


Feinzweck-Vorrichtung

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wunderbar hingegen, Universität Innsbruck,

ist, dass an Deinem Institut für Systematische Theologie ein Professor Palaver lehrt.

Lol in Tirol: Titanic

 Noch was, Kretschmer!

»Es ist widerlich, wie Rechtsextreme im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen. Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird«, twitterten Sie, nachdem der Nazimob durch Chemnitz gefegt war. Machen Sie sich da mal keine Sorgen: Das Bild, das wir von dem Land haben, für das Chaoten wie Sie verantwortlich zeichnen, kann gar nicht mehr beschädigt werden.

Ihre Sachsen-Basher von der Titanic

 Isabel Vollmer (Schauspiel)!

Im neuen Til-Schweiger-Film »Klassentreffen 1.0« lutschen Sie drehbuchbedingt an des Meisters Fingern und berichteten hinterher über den Dreh: »Es war lustig, denn später steckte ich auch meinen Finger in Til Schweigers Mund. Er konnte seine Regieanweisungen dann nur nuschelnd geben.«

Ach, interessant, das erklärt einiges. Nur nicht: Steckt Ihr Finger wirklich erst seit diesem Dreh da drin? Und wann nehmen Sie ihn endlich mal heraus?

Würdeingserträglchrmachnfür: Titanic

 Respekt, Julia Klöckner (CDU),

Respekt, Julia Klöckner (CDU),

wie Ihnen der Job als Landwirtschaftsministerin bereits nach wenigen Monaten in Mark und Bein übergegangen ist! Ja, man kann sagen, Sie haben schon ordentlich Stallgeruch. Der »Stern« konfrontierte Sie mit der rustikal formulierten Frage, »was Sie fühlen, wenn Sie in einen Schweinestall kommen, in dem die Tiere auf 0,75 Quadratmeter stehen und in der eigenen Scheiße liegen«. Bauernschlau konterten Sie: »Es gibt sehr unterschiedliche Ställe. Ich betrachte die Landwirtschaft differenziert ... Groß ist nicht gleich böse. Es gibt ganz kleine Betriebe, die ihre Tiere nicht artgerecht halten. Oder große, die sehr viel fürs Tierwohl tun ... Dort laufen Kühe frei herum, gehen selbstständig zum Melkroboter, ihr Gesundheitszustand wird ständig durch digitale Halsbänder überwacht.«

Und ist das nicht das perfekte Sinnbild für den Zustand aller Regierungsparteien? Die großen sind nicht zwangsläufig böse, stinken kann es überall, ehemalige Volksparteien dümpeln im Kot, Wähler werden nicht artgerecht zur Schlachtbank geführt – ach, sagen Sie: Was vermeldet Annegret Kramp-Karrenbauers Digitalhalsband gerade? Und schafft es Jens Spahn schon ganz allein zur Melkmaschine?

Muh! Titanic

 Originell, Dieter Janecek (Grüne),

war Ihre Anfrage an die Bundesregierung, wie diese auf einen Erstkontakt mit Außerirdischen vorbereitet sei, natürlich nicht. Wie jeder Mensch weiß, landen Aliens bevorzugt in den USA, weil sie dort fetziger in den Medien abgefeiert werden. Für Deutschland bleiben dann nur die Extraterrestrischen übrig, die problemlos eine Partei wie die Grünen bevölkern können.

Den Erstkontakt gab es also längst, und sich auf grüne Männchen wie Sie, Janecek, vorzubereiten, ist so öde, dass man es nicht mal der Bundesregierung wünscht. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Tragik

Seit ich meine Therapeutin geghostet habe, fürchte ich, ihr irgendwann einmal über den Weg zu laufen und mich dann erklären zu müssen. Diese Angst ist inzwischen so groß, dass ich mich kaum mehr auf die Straße traue, Menschen meide, eine regelrechte Sozialphobie entwickelt habe. Nun bräuchte ich eine neue Therapie – aber woher weiß ich, dass ein anderer Psychologe mich nicht verpetzen würde? Die stecken doch alle unter einer Decke!

Valentin Witt

 Comicidee

Das Ermittlerduo »Die Algorith-Men« ist immer da, wo am wahrscheinlichsten was passiert.

Johannes Floehr

 Verlorene Generation

Kürzlich habe ich mit unserer neunzehnjährigen Praktikantin über Musik diskutiert. Als alter Grunge-Liebhaber fragte ich natürlich, ob sie Soundgarden kenne. Sie meinte nur, sie sei mit Spotify total zufrieden.

Ringo Trutschke

 Ein Gutes

hat die Zerstörung der Umwelt ja auch: Sie beschenkt die Poesie mit neuen Bildern. Zum Beispiel: »Die Latte Macchiato hatte den zarten Braunton eines komplett verbrannten Rasens.« Oder: »Der Boden vibrierte wie hundert SUVs morgens um halb acht vor der Grundschule.« Oder auch: »Der Ozean strich sanft über den Sandstrand wie mit Plastikhandschuhen.«

Theobald Fuchs

 Perspektivwechsel

»Du machst ’ne Kur«, ruft mir mein Nachbar zu, als er mich, gerade vom Einkaufen zurückkommend, vor meiner Wohnung antrifft. »Nein«, sage ich, »ich schließe die Tür auf.« »Also gut«, korrigiert er sich: »Du gehst in Kur.« Woraufhin ich – wahrheitsgemäß – antworte: »Nein, ich fahre mit dem Zug.« Daraufhin er: »Du bist echt anstrengend.« Aus dieser Perspektive hatte ich das noch gar nicht betrachtet: dass man Leute zur Kur schickt, damit sie ihren Mitmenschen mal eine Zeitlang nicht auf den Keks gehen.

Burkhard Niehues

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.10.:

    Die "Morgenpost" rezensiert Christian Y. Schmidts Erinnerungsroman "Der letzte Huelsenbeck".

Titanic unterwegs
22.10.2018 Karlsruhe, Hochschule für Gestaltung Christian Y. Schmidt
23.10.2018 Suhl, CCS Kulturkeller Vampir Max Goldt
24.10.2018 Jena, Volksbad Max Goldt
25.10.2018 Berlin, Raumerweiterungshalle Christian Y. Schmidt