Wuppertaler Irritationen

Damals ist jeder nach Wuppertal gezogen, weil dort das globale Zentrum des Free Jazz war. In dieser Stadt hat der Free Jazz viele bis zum heutigen Tage bestehende Arbeitsplätze geschaffen, und einen davon bekam ich.
„Wo Free Jazz ist, da ist auch massenhaft Geld“, hieß es immer, was, wovon ich mich überzeugte, zweifellos den Tatsachen entsprach. Man verdiente ausgesprochen gut in diesem Bereich.
Eines frühen Morgens wollte ich vor dem Verlassen des Hauses noch schnell etwas in den Keller bringen. Wie staunte ich, als ich dort auf zwei Schlafsäcke stieß, in denen ebenso viele Personen steckten, eine davon der Mensch aus meiner Wohnung. Die beiden schliefen fest, und ich gab mir Mühe, sie nicht zu wecken. Später sah ich den zweiten Schläfer wieder, er begegnete einem hin und wieder im Stadtbild, unverwechselbar wegen seines umgeschnallten Patronengürtels, an dem ein Pistolenhalfter mit Spielzeugcolt hing. Jedenfalls nahm ich eine Zeitlang an, es handle sich um eine Spielzeugwaffe.
Eines Besseren belehrt wurde ich dann im örtlichen Jazzclub, wo ich oft in Gesellschaft einiger Arbeitskollegen die seinerzeit ganz neue Extremhüftemusik hörte. An einem dieser Abende tauchte der Revolverheld an der Bar auf, zog seine Waffe und begann ohne Warnung, wie verrückt auf die Toilettentür zu schießen, bis dieselbe völlig durchlöchert und zerfasert war. Zum Glück hatte sich drinnen niemand aufgehalten. Der Schütze wurde anschließend vom Wirt hinausgetragen. So war das damals in Wuppertal, der Welthauptstadt des Free Jazz.

 



 

Architektur und Bauen

Im Architekturstudium lernt man zuerst, wie blöd es zum Beispiel ist, ein Haus gegen einen Kugelschreiber zu tauschen. „So etwas macht man nicht“, lautet die offizielle Lehrmeinung.
„Nun gut“, sagen wir Laien, „das können wir verstehen, das klingt selbst für uns plausibel. Wie aber entsteht so ein, wie sagt man, Bauwerk?“
Bauwerk - das klingt für ungeübte Ohren ähnlich wie ‚Bahnhof‘, und tatsächlich sind, wie wir uns sagen lassen müssen, Bahnhöfe auch Bauwerke. In letzter Zeit hat man viel von Schwierigkeiten mit Bahnhofsneubauten gehört, bleiben wir also bei diesem Beispiel. Da beim Bau von Stadthäusern immer wieder kleine Teile übrigbleiben (vor allem, wenn die Architekten und Bauherren eigene Gedanken in die Bauten ‚hineinarbeiten‘), hat sich eines Tages genügend Material angesammelt, um etwa einen Bahnhof mit Schornstein zu errichten. Ebenso kann man das betreffende Bauwerk natürlich auch als Klinik, Botschaftsgebäude, ja, sogar als Museum oder Konzerthaus verwenden. Der Schornstein muß allerdings an der Innenseite schwarz gefärbt werden.
Bei den Ausschachtungsarbeiten findet sich meist im Erdreich das gesamte notwendige Baumaterial. Nach sorgfältiger Reinigung wird alles nach einem Bauplan zusammengefügt, und binnen einiger Jahre entsteht, was man dann z.B. „Südbahnhof“ nennt.

 


Aus der Mythologie (als es noch keine richtige Zeit gab)


 

Indem sie versuchte, nicht vorwurfsvoll zu klingen, sagte die Ärztin zu ihrem Patienten: „Sie haben sich schon wieder verdoppelt!“

 


 

Allwöchentlich kam ein handgeschriebener Brief. Ich konnte nie auch nur ein einziges Wort entziffern.

 


 

Ein unangenehmes Gefühl im Mund entstand mit der Zeit. Schließlich entdeckte der Betroffene, daß dünne, kunststoffummantelte Kabel die Ursache waren. Eines davon, ein schwarzes, kam irgendwann zwischen seinen Lippen hervor. Es hing ihm in einer Schleife von etwa zehn Zentimetern Länge vor dem Kinn.

 



 

Mann mit Geschäftsleib geht stark einkaufen

Ein Mann mit Geschäftsleib beschloß, so stark einzukaufen, daß sich das Universum wundern sollte. Allein diesem Vorsatz verdankte er die Kraft, die nötig war, sich der verheerenden Wirkung der Realitätsstrahlen auszusetzen. Der Weg setzte sich von allein fort, bald würde die Stadt entstehen, die so vielfältige gut vorbereitete Gefahren bereithielt. Eines Tages erreichte der Mann mit Geschäftsleib das Stadtzentrum.

Indem er alle Vorbehalte gegen das Einkaufenmüssen aufgab, rief er: „Nun bin ich hier, nun werde ich stark einkaufen!“

Die meisten Geschäftslokale standen leer. Der Mann mit Geschäftsleib inspizierte die Auslagen des Feinkostgeschäfts: Obst in verlockenden Grautönen (man konnte, wenn man ganz genau hinsah, stellenweise schon etwas erkennen, das später als „grüne Farbe“ weltberühmt werden sollte), zerstörte Meeresfrüchte, lockende Tabulatoren, Rehe und Eßpapageien, die in relativ rascher Generationsfolge und großer Ordnung ein erfülltes Leben führten.

Der Inhaber des Geschäfts, dessen alte Mutter hinter der Käsetheke senil vor sich hinsang, kam händereibend heraus und fragte den Mann mit Schäftsleib: „Sind Sie der Geistliche, der das Gemüse segnen soll?“ Es war doch wirklich nicht zu glauben! Was für eine Welt!

 



 

Eine Schlafgeschichte

In unseren Schlafschürzen stehen wir auf dem Fenstersims.
„Mehr Schlaf!“ ruft die Aufsicht hinter uns. „Ihr braucht mehr Schlaf!“
Sie zerrt uns ins Zimmer zurück.
„Was habt ihr wieder alles aus dem Fenster geworfen!“ schreit sie ungehalten. Wir können es nicht leugnen, zahlreiche Wurfspuren in der Luft, wie Schnüre anzusehen, verraten uns. Im nächsten Augenblick hat uns die Aufsicht mit den Wurfspur-Schnüren an unseren Betten festgebunden. Oder so ähnlich, ist auch egal.

 


Kolossaler Witz aus der Kreidezeit


 

Ich weiß es noch: Wir lachten in unserer Kleidung. Zu ebener Erde standen wir im Freien vor dem Louvre. Soeben hatten wir eine namhafte Holzspende abgegeben und lachten befreit. Wir lachten gewissermaßen aus unserer Kleidung heraus, die uns fast ganz umhüllte, um uns eine Heimstätte zu gewähren in der Welt.
„Es ist gut zu lachen“, sprach ich, „doch es ist auch gut, Holz gespendet zu haben.“

 


 


 

Der transsylvanische Kiefer

Der Fall des transsylvanischen Kiefers würde nie geklärt werden, so viel stand fest. Kommissar Kleb und ich beschlossen, unseren Erfolg angemessen zu feiern. Wir kannten einander ursprünglich vom Nordpol her, genauer: vom Vergolden des Nordpols, und wir hatten schon einiges gemeinsam gefeiert. Es war Hochsommer, der Himmel grüßte am Firmament. Wir hätten in die Berge fahren können, aber man konnte leider nicht mehr in die Berge fahren, weil keine mehr übrig waren. Nachdem ein Bekannter von mir (versehentlich, wie er noch heute betont) auch den Großglockner ruiniert hatte, galten Berge offiziell als ausgestorben. In freier Natur kamen sie nicht mehr vor, es gab lediglich eine kommerziell geführte Wanderbergschau, die das Land bereiste und die letzten überlebenden Exemplare vorführte. Diese Schau besuchten wir, um zu feiern. Ich räume bereitwillig ein, daß „feiern“ wohl ein zu starker Begriff für das ist, was wir taten. Eigentlich tranken wir pro Person nur ein irrsinnig teures Glas Wein und schlichen verdrossen zwischen den ausgestellten Bergen herum. Der Bergführer rief: „Meine Damen und Herren, hier sehen Sie den Himalaya (Dritter von links) mit seinem gallertartigen Gipfel.“

Ohne hinzusehen, gingen wir weiter. Es schien geradezu unvermeidlich, daß die ausgestellten Berge uns an das (seinerzeit noch gebirgige) Transsylvanien erinnerten. Zwangsläufig kamen wir auf unseren dortigen Aufenthalt und damit auch auf den Fall des transsylvanischen Kiefers zu sprechen. Etwas Neues fiel uns zu dem Thema nicht ein, also wiederholten wir mehrmals alles, was wir zu dem Thema schon gesagt hatten. So verging die Zeit.

„Wir hatten eine gute Zeit in Transsylvanien“, stellte der zu nachträglicher Verklärung neigende Kleb fest. Ich war nicht geneigt, irgendetwas zu beschönigen, und gab zu bedenken: „Aber die Sprache! Das einzige, was ich verstand, war ‚Tu schnoist‘!“

„Nicht ausgeschlossen, daß das Sprachproblem für unser Scheitern verantwortlich war“, meinte Kleb. Da entdeckte ich ein Zelt, in dem, wie ein Transparent verhieß, „Wunderbare Erscheinungen in der Natur“ gezeigt wurden. Wir waren uns darin einig, daß die Formulierung ein Unsinn war: „Entweder ist etwas ein Wunder oder eine natürliche Erscheinung.“ Aus purer Neugier betraten wir das Zelt. Das erste Exponat war eine Tafel, auf der in großen Lettern geschrieben stand: „Wunderbare Erscheinungen in der Natur sind entweder große Löcher im Boden oder herumliegende Riesenklumpen (nicht selten vom Himmel gefallen).“ Mit ernsten Mieten schritten wir weiter, um auf der zweiten Tafel zu lesen: „Die Ameisen wissen nichts von der christlichen Heilslehre.“ Ein weiteres „Naturwunder“ hieß „Plattenspieler mit integriertem Plattenspieler (hochfertig)“. Wir wurden immer nachdenklicher.

„Was aber, wenn der Mensch eine Scheibe wäre?“ sinnierte ich, als Kommissar Kleb unvermittelt aufschrie. Er hatte ein Exponat entdeckt, das, wie ich – nun ebenfalls aufschreiend – sah, als „Transsylvanischer Kiefer“ ausgewiesen wurde. Mit so etwas hatte niemand rechnen können. Vielleicht, dachte ich, war es ein Hinweis des Schicksals darauf, daß dieser Fall nun doch noch gelöst werden konnte? Kleb riß die Dienstmarke aus der Tasche und rannte los. Wohin, das weiß ich heute noch nicht. Inzwischen bin ich längst in einem ganz anderen Bereich tätig und arbeite an einem realistischen Gegenentwurf zur Finanzkrise für Mädchen und Jungen gleichermaßen.

»

bezahlte Anzeige

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 27.11.:

    Die "Märkische Allgemeine" hat einen TITANIC-Brief an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gelesen.

  • 26.11.:

    Die LVZ spricht mit Martin Sonneborn über Dumme in Sachsen.

  • 22.11.:

    Vice sprach mit PARTEI-Chef Sonneborn über Neuwahlen, Fünfprozenthürden und Geldverkäufe.

  • 21.11.:

    Das österreichische Radio FM4 empfiehlt die neue Jahrhundertchronik aus dem Hause TITANIC.

  • 21.11.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über arabische Clans, die Polizei und Gesellschaft unterwandern.

Titanic unterwegs
16.12.2017 Offenbach, Wiener Hof
  Pit Knorr & die eiligen drei Könige
17.12.2017 Frankfurt, Stalburg-Theater
  Thomas Gsella
18.12.2017 Frankfurt, Mousonturm
  Max Goldt
18.12.2017 Dortmund, Subrosa
  Daniel Sibbe u.a.

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Huhu, Krauss-Maffei Group!

Du hast Dich im November im Kulturzentrum der Stadt München auf der »JobGate 2017« präsentiert, um Jugendlichen eine Ausbildung bei Dir schmackhaft zu machen. Deinem Anwerbematerial zufolge zählst Du »zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi«.

Das war schlau, denn Gummi ist ja gerade für die Zielgruppe der jungen Männer ein sehr wichtiger Rohstoff. Was wir vermißt haben, war ein Hinweis auf Dein Schwesterunternehmen Krauss-Maffei Wegmann, Marktführer im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge wie dem Dingo, dem Mungo, dem Boxer, dem Leopard und dem Schützenpanzer Puma, dem Flugabwehrkanonenpanzer Gepard, dem Bergepanzer Büffel oder auch dem Minenwerfer Skorpion. Ein feiner kleiner Zoo. Darum wundert uns, daß Du diesen Umstand verschweigst, denn so könntest Du auch gleich die bekanntlich tierlieben jungen Mädchen anwerben. Aber wir verstehen schon: Ihr Kerle wollt lieber unter Euch bleiben.

Warme Grüße von den Flintenweibern auf der Titanic

 Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

ist eigentlich bei Ihnen in der Redaktion los? In einem Kommentar zu Sexismus und #metoo schilderten Sie: Es gebe »Grund genug, sich belästigt zu fühlen«, berichteten Sie und erzählten auch von der Nachwuchsarbeit: »Praktikanten, die bei uns das Handwerk lernen wollen, lernen bei uns noch mehr. Daß es nicht nur alte Männer gibt, die junge Frauen anflirten, sondern auch alte Frauen, die junge Männer anflirten.« Zudem hätten Sie »Kollegen, die einander nur selten beim Namen nennen, weil sie die Anrede ›Zuckerpuppe‹, ›Baby‹ oder ›Liebchen‹ bevorzugen, Frauen genauso wie Männer. Es gibt Kollegen, die sich anschmachten, aufziehen.«

Uff! Nun kritisieren Sie diese Zustände in Ihrem Text aber gar nicht, sondern verteidigen sie und fragen rhetorisch: »Verbieten, was unsere Arbeit, unser Leben bunt macht?« Und da fragten dann wiederum wir uns: »Verbieten, was unser Leben bunt macht« – ist das denn nicht die Maxime von genau jenem im Kern staubgrauen Konservatismus, für den Springer-Schreiber/innen wie Sie seit jeher eintreten, wenn es um Ausländer, Drogen, Politik, kurz: mal nicht ums egomane Befriedigen der grenzenlosen Geilheit von Ihresgleichen geht?

Ihre Schätzelein von Titanic

 Gemeinde Obernfeld (Untereichsfeld)!

In Deinen Mauern beherbergst Du den RV Stahlross, der unlängst bei den Deutschen Meisterschaften im Radball und -polo auf sich aufmerksam machte – einen »gesamten Medaillensatz« nämlich konnte ein »Stahlross-Trio« dabei erringen: »Besonders auf den seit Jahren erhofften nationalen Meistertitel im Radball durch Andrè (sic!) Kopp und Manuel Kopp waren alle Anwesenden stolz. Aber auch die Vize-Meisterschaft im Radpolo durch Sandra Rakebrand und Jennifer Kopp wie auch die Bronzemedaille des zweiten Obernfelder Radballteams Julian Kopp und Raphael Kopp standen der Aufmerksamkeit im Range nicht zurück«, lobt mit Recht im »Göttinger Tageblatt« der berichtende Sportreporter Berthold Kopp.

Auf den ersten Blick scheint es in Dir, Gemeinde Obernfeld, ein bißchen arg kopplastig zuzugehen, aber im Grunde wird wohl alles Inzucht, pardon: in Zucht und Ordnung sein. Und S. Rakebrand ist vermutlich eine geborene Kopp? Oder verkoppelt als eine in spe?

Heute überhaupt nicht verkopft: Titanic

 Übrigens, Trump,

in die Kameras der Welt zu rufen: »Ich bin ein intelligenter Mensch!« – würde so etwas ein wirklich intelligenter Mensch von sich behaupten? Ist das nicht so, als würde ein bescheidener Mann seinem Gegenüber erklären: »Ich bin bescheiden, viel bescheidener als Sie begreifen können«?

Ach, das haben Sie neulich auch schon von sich gegeben? Sie machen es uns langsam echt zu einfach. Titanic

 Grüß Gott auch, »Süddeutsche Zeitung«!

Investigativ und kritisch wie immer hast Du noch vor den Paradise Papers einen weiteren Mißstand aufgedeckt: »Tausende Mieträder verstopfen europäische Großstädte.« Ist ja auch schon schlimm, wenn man vor lauter Fahrrädern seinen SUV nicht mehr auf dem Radweg parken kann. Was allerdings noch fehlt, sind Deine Top-Storys »Fußgänger atmen jährlich Tonnen von Kohlendioxid aus« und »Wie Ampeln den Straßenverkehr behindern«.

Brummbrumm: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Warnung

Glauben Sie ja nicht, daß Ihnen ein It-Girl bei der Lösung Ihres Computer-Problems helfen kann!

Franz Eckert

 Vice Versa

Was ist eigentlich ungesünder: Kaugummizigaretten zu rauchen oder echte zu kauen?

Teja Fischer

 Notwendiger Entschluß

Wenn mir bewiesen würde, daß unser gesamtes Denken und Handeln determiniert ist, würde sich für mich dadurch nichts ändern. Ich würde alles noch einmal ganz genauso machen.

Valentin Witt

 Vom Fenstersims berichtet

Gestern stand erst ein Krankenwagen, dann der Notarzt vor dem Nachbarhaus, abends ein Leichenwagen. Heute fuhr ein Umzugswagen zum Ausräumen vor. Wenn morgen ein weiterer Transporter mitsamt den neuen Bewohnern ankommt, sollte ich schon die Kriminalpolizei informieren, oder?

Tim Wolff

 Feststellung

Es gibt wenige Deutsche, bei denen sich der erste Satz im Wikipedia-Artikel so spannend liest wie bei Horst Mahler.

Konstantin Hitscher