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Aus Eugen Egners Püppchenstudio

Die Cover-Vorderseite des nie veröffentlichten legendären Mensch Oyler-Albums (1988)


 

Ein erfülltes Berufsleben (1. Folge)

Die wenigsten wissen, daß ich in meiner Jugend über den Nominativ in der Musik promoviert und meinen Klavierschein bei Calvin Klostergott gemacht habe. Der Umgang mit dem mir daraufhin vom Kulturamt zugeteilten Tasteninstrument machte mich aber, wie ich im Laufe der Zeit erkennen mußte, ganz und gar nicht froh. Jeden Morgen mußte ich erneut die Kontrapunktprüfung des Stützvirginals ausschalten, den Notensammler leeren und die Fingersatzvorschlagsfunktion deaktivieren. Auf Dauer war ich keinesfalls bereit, dergleichen mitzumachen, und setzte konsequent den Konzertflügel mit zwei Tasten durch (A und B). Der Fachpresse entnahm ich später, man habe mir dafür lediglich fünf Kopeken gezahlt. Weil ich es nicht glauben wollte, widersprach ich: "Ich habe meine Momente, aber ich habe mich nicht für fünf Kopeken weggeworfen!"

Vorsichtshalber überprüfte ich trotzdem mein Guthaben am Klavier und mußte zu meinem Mißvergnügen feststellen, daß bis zu diesem Augenblick keinerlei Zahlungseingang erfolgt war. Das hatte eine alarmierende Wirkung auf mich, denn schon in jenen Tagen war ein Leben ohne die notwendigen finanziellen Mittel einigermaßen unerfreulich. 

 


Nützlicher Tip: Schon jetzt an Weihnachten denken!

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Dieser Witz wird ab sofort wöchentlich veröffentlicht

 


 

Staubsammlung (Anfang und Ende)

Manche meinen, wir seien gar nicht auf irgendeinem fernen Gestirn, sondern bloß - stark verkleinert - auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer. Für unsere starke Verkleinerung können sie allerdings keine plausible Erklärung anbieten. Wie auch immer, wenn man uns aus der Höhe betrachtet, sehen wir aus wie fremdartige Wesen auf einer Schutthalde. Dieser Eindruck verdankt sich dem vielen Staub, aus dem wir mittels eines Veredelungsverfahrens Zierstaub für Kleinhaushalte bereiten. Es ist einsam hier oben, die Arbeit hart. Niemand ist freiwillig an diesem Ort.

„Was verschlägt Sie denn hierher?“ werde ich gefragt.

„Das war so: ich hatte eine Idee, die sich dann leider als mißgebildet erwies“, beginne ich, doch man unterbricht mich. Infolge der Unterbrechung vergesse ich, wie es weitergeht. Aber eigentlich kann man es sich doch denken.

 


 

Nationaldelirium 

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Der Geldbriefträger ist da. 

 


 

Unvollendete Geschichte von einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit

 

Bevor ich zu einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit wurde, lehrte ich an an geheimer Stelle Kirchenspaltung und Kolbenhub für Kenner. Nach ein paar Wochen schickte man mich in den vorgezogenen Ruhestand. Da eine Rentenerhöhung durch Heiligsprechung für mich leider nicht in Frage kommt, versuche ich seither, meine Rente mit spontanen Vorträgen über weniger populäre Themen wie zum Beispiel den Kranzvorfall-Schadensplan aufzubessern. 

Wenn ich, was gelegentlich vorkommt, größere Mengen Geldes zum Leben brauche, lasse ich mich engagieren, um vor zahlreichem Publikum Gartenschläuche oder lange Elektrokabel mit bloßen Händen aufzurollen. Das ist für die Menschen immer wieder ein Erlebnis ganz besonderer Art. Sie können nicht genug davon bekommen. Parallel dazu wirkt der Kosmos auf mich ein, wahlweise auch das Universum. Meine Gastspiele führen mich in alle Landesteile, auch in die abgelegenen, manchmal sogar ins Ausland.

Auf diese Weise gelangte ich einmal an den Wohnort einer alten Dame, die ich aus unbekannten Gründen für meine Tante hielt. Ich verband meine Aufwickelnummer diesmal mit einem Vortrag, so daß ein Erweckungsabend daraus wurde. Das Element der Erweckung war dringend notwendig, denn ich schlafe bei meinen Darbietungen leicht ein. Dann dauert es meist nicht lange, bis das Publikum gleichfalls schläft. Wenn man bedenkt, daß bis heute nicht herausgefunden werden konnte, was Schlaf eigentlich ist und zu welchem Zweck es ihn gibt, wundert es kaum, daß damals erst recht niemand eine Erklärung dafür hatte. Doch zurück zu meiner Tante. Nach meinem Auftritt wollte sie mir zeigen, wo und wie sie wohnte, und ich brachte sie in einem von mir gebauten Bus nach Hause. Nein, Entschuldigung, nicht in einem von mir gebauten, sondern in einem Bus der lokalen Verkehrsbetriebe. Es bestand nur eine leichte Ähnlichkeit zwischen dem zuständigen Fahrzeugbauingenieur und mir, vielleicht auch zwischen dem Fahrer und mir, weshalb ich einen Moment lang irrtümlich annahm, ich hätte den Bus gebaut. Doch so etwas könnte ich ja überhaupt nicht. Schon als Kind war ich nie imstande gewesen, Modellbausätze von Schiffen, Flugzeugen oder Automobilen ordentlich zusammenzukleben und anzustreichen. Diese meiner Unfähigkeit war sowohl für mich als auch für meine Eltern bitter gewesen, denn sämtliche Mitglieder unserer zahlreichen Verwandtschaft bewiesen auf dem Gebiet des Modell-, Haus-, Instrumenten- und Fahrzeugbaus von jeher Talent. Den Bus, in welchem ich meine Tante nach dem erwähnten Erweckungsabend heimbrachte, hatte eine Cousine von mir konzipiert und gebaut. Das entnahm ich beschämt einer Inschrift im Fahrgastbereich.

Jetzt habe ich keine Lust mehr zu dieser Geschichte. Das Schreiben von Geschichten ist auf Dauer nichts für mich. Als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit habe ich es außerdem nicht nötig. 

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Was bisher geschehen ist (Zusammenfassung)


 

Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

3. Teil

„Eine Taube zu besitzen“, sprach der Mann, „bedeutet, dreimal am Tag Unglück zu haben.“ Eine Begründung dieser Aussage blieb er schuldig. Sein negatives Urteil über Tauben hinderte ihn indes nicht, mich zu tadeln, als ich eine verscheuchte, die, anscheinend von nirgendwo herkommend, sich dreist auf dem Schreibtisch niederließ. Unter solchen Umständen fand ich es nicht passend, die Zettel zu erwähnen. Daher stand ich leise auf und wandte mich den sich auf einem Beistelltisch türmenden Photoalben, Mappen und Aktenordnern zu. „Das ist der Milchstein-Nachlaß!“ rief mir der ältere Herr von seinem Platz aus zu, „den müssen Sie sich ansehen!“ Milchstein! Nun zweifelte ich nicht mehr daran, daß mein Mitbewohner die Zettel bei mir aufgehängt hatte. Trotzdem sagte ich auch jetzt nichts. Es war ein großer Nachlaß, den ich nun zu sichten begann. Er bestand aus Korrespondenzen, Photographien, Rechnungen und Kontoauszügen – sehr imposant. Beim Durchblättern der Photoalben gewann ich den Eindruck, eine auf zahlreichen Bildern zu sehende Frau müsse eine wichtige Rolle im Leben des Herrn Milchstein gespielt haben. Nur zu gern hätte ich Näheres über die Frau erfahren, doch gerade als ich es wagte, den Mann am Schreibtisch nach ihr zu fragen, kam die Nachricht, im Louvre sei eine Großspende aus Holz für mich eingetroffen.

 


 

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Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

2. Teil

Gemäß meiner Profession saß ich meist am Klavier und komponierte unter Verwendung von Tonleitern mit mehreren Unbekannten. Immer wieder riß die hohe E-Saite. Fast täglich mußte ich mit dem Lötkolben Abhilfe schaffen. Mir kam der Verdacht, die Wohnung könnte dieses Übel verursachen. Doch das war nicht das einzige, was mich irritierte. Ebenso oft wie die Saite zersprang, hingen morgens Zettel in meinem Wohnbereich, auf denen rätselhafte Mitteilungen standen wie „Die Behauptungen über Milchstein müssen aufhören.“ Wenn der Gedanke auch nur abwegig genannt werden konnte, bestand gleichwohl die theoretische Möglichkeit, daß der ältere Herr am entgegengesetzten Ende der Riesenwohnung heimlich herüberkam, wenn ich schlief, und die Zettel aufhängte. Um Klarheit zu schaffen, wollte ich ihn darauf ansprechen. Eine vorherige Terminabsprache hielt ich für Zeitverschwendung, deshalb mußte ich in Kauf nehmen, eventuell zur Unzeit bei ihm zu erscheinen. Um dieses Risiko zu verringern, wählte ich eine möglichst unverfängliche Uhrzeit für meinen Besuch. Der Weg war weit, die Gefahr, mich zu verirren und nicht mehr zurückzufinden, beträchtlich.
Schließlich erreichte ich mein Ziel. Ich traf den etwa siebzigjährigen Mann hinter seinem Schreibtisch sitzend an. Er hieß mich Platz nehmen und erzählte mir unaufgefordert, er züchte Tauben in der Wohnung. Das erstaunte mich, denn es war doch zu erwarten, daß die Vögel dann auch zu mir hinüberfliegen würden. Ich hatte jedoch niemals das geringste davon mitbekommen.

 


 

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Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

1. Teil

Das Haus war nur eine Bleistiftskizze auf holzhaltigem Papier, dementsprechend günstig fiel die Wohnungsmiete aus. Zudem lockte ein Schild im Vorgarten mit dem Versprechen: „Geräumiger Wein mit Heimvorteil, wann immer Sie wollen.“
Ich konnte nicht widerstehen und klingelte bei der Vermieterin. „Gott sei Dank, Sie leben!“ rief sie aus, als sie die Tür öffnete. Sie freue sich immer darüber, wenn jemand lebe, erklärte die Frau, denn tote Menschen seien ihr weniger lieb. Wir einigten uns. Eine halbe Stunde später zog ich ein. Die weitläufige Wohnung bestand aus unterschiedlich großen Archivräumen. ‚Schade, daß ich meine frühen Sinfonien vernichtet habe’, dachte ich, ‚die Partituren könnte ich hier gut aufbewahren.’
Außer mir gab es noch einen zweiten Mieter der Wohnung, einen älteren Herrn, den ich nie zu Gesicht bekam. Die große Distanz zwischen unseren Wohnbereichen verhinderte auch, daß ich ihn je hörte. Genau genommen lag das nicht allein an der Entfernung, zusätzlich wirkten die zahllosen Schränke, Regale, Kommoden und Wandstücke, die ein labyrinthartiges Gefüge aus Zimmern und Gängen entstehen ließen, enorm schallabsorbierend. Eigentümlich war der Umstand, daß nicht die vorgenannten Aufbewahrungsmöbel an vorhandene Wände gestellt, sondern daß offensichtlich Wandabschnitte hinter die Möbel gemauert worden waren. Für mich sah es nicht so aus, als ob dabei ein Plan zugrundegelegen hätte, doch ich war nie ein guter Beobachter.

 


 

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Die Unhörbarkeit der Formalhantierung

Mein Leben lang hatte ich gedacht, ich sei taub, bis sich dann herausstellte, daß lediglich der rechte Lautsprecher meiner alten Stereoanlage defekt war.
Selbstverständlich war mein Leben danach völlig verändert. Nichts war mehr wie vorher. Zu jener Zeit betrachtete ich es als eine günstige Koinzidenz, daß ich ein Paar neuwertiger Lautsprecher erbte. Ich schloß sie an die alte Stereoanlage an, und nun konnte ich sogar Musik hören! Der erste musikalische Eindruck, den ich auf diese Weise empfing, war eine Rundfunkübertragung der Oper "Die Robbe des Winzers". Als ich später zu einem Freund davon sprach, erinnerte er sich: "Bei dieser Musik habe ich mir einmal unheimlich die Nase geputzt!"
Deshalb und weil "diese Musik" das erste war, das ich jemals hörte, möchte ich mir an dieser Stelle die Arbeit machen, ein paar Bemerkungen zur Oper "Die Robbe des Winzers" anzufügen. Zunächst: Von wem ist die Komposition? Wer schrieb das Libretto? Ich will nur so viel verraten, daß die Urheberschaft umstritten ist, zumindest spricht einiges dafür, daß ich mir das Ganze lediglich einbilde (kreislaufbedingte Einbildung). Die Handlung ist opernunspezifisch komplex und kreist im wesentlichen um die Themenfelder "Füllhahn" und "Formalhantierung der Braut" - das eine so heikel wie das andere. Allein der Umstand, daß sich ein Komponist an so einen dicken Brocken gewagt hat, ist schon sensationell. Um die aus diesem unerhörten Themenkomplex erwachsende Problematik wenigstens in ihren Grundzügen ermessen zu können, muß man wissen: Füllhahn und Braut gehören von vornherein nicht derselben Spezies an. Trotzdem war der unbekannte Komponist entschlossen gewesen, diese Oper zu komponieren. Durch den Gebrauch ungedeckter Akkorde und Neunernoten ließ er keinen Zweifel daran, wie die Formalhantierung bei der Braut klingen sollte, einer Inszenierung jedoch standen große Hindernisse im Weg. Während der ersten Stellprobe erwies sich der praktische Vollzug einer Hantierung der Braut (ob formal, passiv oder aktiv) wegen der Unverständlichkeit des Begriffs so lange als nicht darstellbar, bis geklärt war, ob nun am Füllhahn (durch die Braut) oder an der Braut (durch wen auch immer) eine Hantierung vorgenommen werden sollte. Es wurde auch überlegt, ob dann nicht schicklichkeitshalber der Vorhang geschlossen werden mußte. All das scheint heute für Außenstehende vielleicht schwer verständlich, war tatsächlich aber für die Betroffenen völlig unbegreiflich. Die Unbegreiflichkeit stellte für die Dramaturgen ein echtes Hindernis dar. Weil der Komponist nicht um Rat gebeten werden konnte, probierte man experimentelle Ansätze aus, etwa eine veränderte Formulierung wie "Der Formalhahn bei der Füllhantierung der Braut", doch führte dies ebenfalls zu keiner zufriedenstellenden Lösung. Zuletzt entschied die Regierung rechtskräftig, daß die Oper ausschließlich konzertant aufgeführt werden sollte. Damit war es vollkommen egal, wer wen hantierte.
Zuletzt vielleicht eine kurze Zusammenfassung der Handlung: Der Winzer macht die Robbe formal zur Schönheitskönigin, nach der Pause dann sogar zur Bezirksvertretungsgöttin des Weinbauern-Verbands.

 

 

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Sie kritisieren, dass heutiger Musik der Tiefgang fehle: »Das geht rein und wieder raus. Man hört was, und dann ist es wieder weg.«

Ja, und? Ist doch prima! Wir alten Hitparadenhasen würden uns ein Ohr ausreißen, wenn wir damit Ihre tiefgründigen Kompositionen endlich mal aus dem Kopf bekommen würden!

Always hardcore: Titanic

 Was genau hast Du vor, Fuzetea,

wenn Du uns per Werbung anbietest: »Eistee, wie Du ihn noch nie probiert hast«? Wir jedenfalls bestehen darauf, falls die zuckerklebrige Plörre schon in uns hinein muss, sie wie eh und je oral zu probieren.

Die anderen Methoden überlassen wir den Perversen Deiner Werbeabteilung. Titanic

 Sehr geehrte Anja Delastik!

Sie haben für das Leitmedium Gmx.de eine Kolumne verfasst, und zwar zu dem Thema: »Warum man nicht zu allem eine Meinung haben muss.« Womit Sie sich eine Aufnahme in die Hall of Fame der Meta-Ironie mehr als verdient haben.

Meint: Titanic

 Guten Appetit, Christian Lindner!

Sie wurden von den deutschen Innungsbäckern zum »Brotbotschafter 2019« gewählt – völlig zu Recht! Schließlich setzen Sie sich innig dafür ein, dass Menschen am besten gleich mehrere Brotjobs verrichten, um ihr täglich Brot zu verdienen.

Freut sich schon auf die Sorte »Lindner-Knusperle, ultrahart«: Titanic

 Sie, Bernd Irrgang (73),

sind nicht nur Vorsitzender des Bundes der Fußgänger (!), sondern laut »Welt« auch verärgert. Nun sind wir es gewohnt, dass Menschen Ihrer Alterskohorte im Prinzip ständig verärgert sind, schließlich haben sie ja sonst nichts mehr zu tun. Konkret machen Sie »sich Sorgen um die Zukunft des Gehwegs«.

Das ist ja allerhand! Wer, wenn schon nicht der Russe, ist aber der böse Feind, der dem Gehweg an den Kragen und Sie und Ihresgleichen daran hindern will, quer gegen jegliche Richtung vom Orthopädie-Fachgeschäft zum auf dem Radweg parkenden SUV zu torkeln?

Genau: Die Radfahrer sind’s, die, so haben Sie sorgfältig nachgerechnet, »90 Prozent der Regeln ignorieren«.

Nun, solange sie die eine Regel (von den vielen hundert oder tausend) befolgen, nämlich niemals rückwärts einparkend einen spielenden Greis zu Tode zu erschrecken – solange ist die friedliche Koexistenz im Biotop öffentlicher Fortbewegungsraum doch gesichert, oder?

Geht selten irre: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Also wirklich

Man kann sich als Diktator für sein grausames Regime doch nicht mit den Regisseuren entschuldigen, die tolle Dokus darüber machen.

Teja Fischer

 Anrüchig

Ob es wirklich etwas nützte, als neulich die notleidenden deutschen Käsereien an die Bundesregierung einen offenen Brie schickten?

Theobald Fuchs

 Die Not des Genies

Manche Menschen sind mit so vielen Talenten gesegnet, sie bräuchten eigentlich zwei, drei oder mehr Leben, um genügend Zeit für die Ausgestaltung all ihrer Ideen zu haben. Die Fülle meiner Veranlagungen ist sogar derart üppig – nicht einmal die hundertfache Lebensdauer würde mir genügen! So betrachte ich mich nicht nur als leidlich begnadeten Maler, Dichter und Quatschkopf, vor allem glänze ich im Nichtstun, Prokrastinieren, Abbrechen, Vertrösten, Zeitvergeuden, Faulenzen, Durchlavieren, Verkalkulieren, Neubeginnen, Hinhalten, Ablenkenlassen, Verzögern … Bedauerlich an dieser Multibegabung ist – wie bei Leonardo da Vinci oder Robert Gernhardt, so auch bei mir –, dass keine der zahlreichen Fähigkeiten zu voller Blüte gelangt, auf keinem Gebiet Spitzenleistungen erzielt werden, das Werk insgesamt fragmentarisch bleibt. Und zu allem Übel stehen verschiedene Aufgaben sich gegenseitig im Weg. Heute z.B. weiß ich schon wieder nicht, was ich zuerst vor mir herschieben soll, und schreibe zur Entschlussvermeidung diesen Text. Auf diese Weise schaffe ich wieder mal nicht gar nichts!

Valentin Witt

 Mützenwetter

Die kompetente, sonst sehr nette und gesprächige Friseurin, die mir meine Haare schneidet, schlug mir heute einen neuen Schnitt vor. Ich antwortete scherzeshalber: »Ja okay, im Moment ist ja eh Mützenwetter.« Darauf schwiegen wir uns 15 lange Minuten an, während sie mir böse dreinschauend die Haare schnitt.

Till Dejon

 Auge um Auge

Jahrelang habe ich online Ballerspiele gezockt. Dabei gab es nicht Besseres, als aus einem Feuergefecht knapp als Sieger hervorzugehen. Nach etlichen Stunden des Zockens langweilen mich Ballerspiele mittlerweile. Um weiterhin den Kick zu bekommen, habe ich stattdessen angefangen, Gesellschaftsspiele zu spielen. Das Leid in den Augen des Gegenübers zu sehen, während man ihm alles nimmt, das können Computerspiele einfach nicht bieten.

Karl Franz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 19.06.:

    Die FAZ gratuliert Bernd Eilert zum 70. Geburtstag.

  • 12.06.:

    Das "Kaput"-Magazin hat Tim Wolff interviewt.

  • 11.06.:

    Christian Y. Schmidt im WDR über die wirtschaftliche Entwicklung in China.

  • 04.06.:

    In der Taz schreibt Fabian Lichter über krumme Kinder und fragwürdige Erziehungsratschläge.

  • 29.05.:

    SZ, BR24.de und die "Frankenpost" berichten über eine Sonderausstellung mit TITANIC-Zeichnungen im Münchner Valentin-Musäum.

Titanic unterwegs
27.06.2019 Kassel, CARICATURA-Bar Moritz Hürtgen und Leo Riegel
28.06.2019 Chemnitz, Tietz Max Goldt
29.06.2019 Bochum, Schauspielhaus Martin Sonneborn
05.07.2019 München, Galerie Richter »Meister der komischen Kunst«