Das endgültige Anschlußmagazin

Pflichtblatt für Matthias Platzeck


Newsticker
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  [27.08.2010]  
 
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Es ist der Sommerzeitvertreib deutscher Journalisten: auf Internet und Handy zu verzichten, um total kontroverse Artikel und Bücher veröffentlichen zu können. So etwas würden TITANIC-Redakteure niemals tun. Sie übten lieber den Verzicht anderer Medien. Was sie dabei empfanden, können Sie hier nachlesen.

 
  [27.08.2010]  
 
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Es steckt voller Wunder der Natur: Talibanosaurier, Datenkraken, lebendigen Schokolinsen, den Kindern der Patchwork-Wulffs und Porno-Mietnomaden. Erstehen Sie ein Exemplar noch heute an einem Kiosk Ihrer Wahl. Oder machen Sie es sich bequem: mit einem wundervollen Abonnement!

 
  [26.08.2010]  
 
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Um den Schlaf gebracht

 

Es donnert um halb zehn bereits

Der Müllmann vor der Tür

Da frag ich voller Ingrimm mich:

Wo zahl’ ich Steuern für?

 

Für Krach und Lärm und Aufweck-Quatsch?

Für Schlafberaubungsdreck?

Für Leute, denen’s Ruhestör’n

Ist einz’ger Lebenszweck?

 

Und morgen kommt der Gasableser

Sogar schon früh um ACHT.

Da bleibt mir Sprach’ und Spucke weg.

Ja, Deutschland – "gute" Nacht!

 
  [26.08.2010]  
 
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Der neue Personalausweis offenbart eklatante Sicherheitsmängel: Mit einem handelsüblichen Lesegerät (Auge) und einem Gehirn, welches das lateinische Alphabet und die arabischen Zahlen beherrscht, lassen sich ganz einfach alle Daten vom Ausweis ablesen. So können sie dies verhindern:

  • Sensible Daten wie Name, Gewicht oder Personalausweisnummer einfach mit einem Edding schwärzen 
  • Einen Mindestabstand von 10 Meter zu der Person halten, die den Ausweis sehen möchte
  • Den Ausweis auf dem Kopf gedreht vorhalten
  • Sich beim Vorzeigen wild umherbewegen
  • Den Ausweis nur Analphabeten oder Blinden zeigen

 
  [25.08.2010]  
 
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Der umstrittene Ego-Shooter "Medal of Honor" stößt aufgrund der Möglichkeit, als Spieler auf der Seite der Taliban gegen die Alliierten zu kämpfen, nun auch in der Bundesrepublik auf Kritik. So nannte der Sprecher des Bundeswehrverbandes Wilfried Stolze es "widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben". Auch andere Spiele sind ihm ein Dorn im Auge: "Wie kann man 'Minesweeper' spielen, während in Afghanistan täglich Kinder Beine verlieren – oder 'Guitar Hero', solange die Taliban Musik verbieten?"

Empfehlen könne er aber mit "Panzer General" ein klassisches Spiel, bei dem man harmlosen Spaß haben und sich problemlos mit beiden Parteien identifizieren könne.

 
  [25.08.2010]  
 
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Am 21. August war "Welterschöpfungstag"; seither lebt die Menschheit, was den Verbrauch an ökologischen Ressourcen im Jahr 2010 angeht, über ihre Verhältnisse. Fünf schnelle Tips, die dem Planeten helfen, sich zu regenerieren:

  • Nicht aufgegessene Pilzreste einfach wieder in den Wald bringen
  • Spülwasser nach Gebrauch vorsichtig vom Balkon in die Wiese kippen 
  • Zur Schnitzelgewinnung kein ganzes Schwein verbrauchen – oft reicht eine vorsichtig ausgeführte Amputation
  • Batterien, Blechdosen und Altöl sorgfältig sammeln und dem Planeten zurückgeben
  • Mutter Erde einen Sack Gartenerde aus dem Baumarkt spendieren

 
  [24.08.2010]  
 
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"China gegen Deutschland" heißt das Spiegel-Thema der Woche. TITANIC hat die wichtigsten Punkte des hammerbrisanten elfseitigen Berichts zusammengefaßt: 

  • Der Wirtschaftsrechtsfaktor: China hat die Todesstrafe für schwere Wirtschaftsstraftaten abgeschafft. Deutschland läßt demnächst 100 in Finanzdingen völlig unbedarfte Schwerverbrecher auf den freien Markt los. Punkt für China.
  • Der Kuscheltierfaktor: Der Pandabär ist das süßeste Tier der Welt, die Pekingente das süß-sauerste. Deutschland hat lediglich Ronald Pofalla. Punkt für China
  • Der Bevölkerungsfaktor: Wenn alle Chinesen gleichzeitig vom Stuhl springen, wird die Erde aus dem Orbit geworfen. Wenn alle Deutschen gleichzeitig vom Stuhl springen, wird daraus ein fünfstündiges TV-Event auf Pro7. Punkt für China
  • Der Diktatorenfaktor: Mao hat während seiner Herrschaft das Glaubenssystem, die Kultur und sogar unsere Sprache revolutioniert ("roflmao"). Die letzten großen Despoten in Deutschland waren nicht einmal deutsch (Hitler), despotisch (Schröder) oder Männer (Merkel). Punkt für China.

Endergebnis: 4:0

 
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Titanic unterwegs
02.09.2010 CH-Basel, Cartoonmuseum
  Rudi Hurzlmeier und Oliver Maria Schmitt
03.09.2010 Berlin, Z-Bar
  Hauck&Bauer
03.09.2010 Frankfurt, Romanfabrik
  Anna Poth, Fischer, Gsella und Zippert
07.09.2010 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Peak-Preview

 Hans-Werner Sinn!

Als prominenter Gesichtspulloverträger und Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitutes erklärten Sie uns im Hörfunk-Interview ein weiteres Mal die unberechenbaren Kapriolen des Kapitals: »Das Kapital hat mittlerweile Angst, in Länder wie Portugal, Spanien, Irland zu gehen und dort zu investieren. Gut daran ist für uns, daß das Kapital bei uns bleibt. Statt daß wir Geld exportieren, damit andere unsere Autos und Maschinen kaufen, können wir jetzt selbst unsere Autos – äh, Autos haben wir schon genug – und Maschinen kaufen.«
Sinn, das ergibt aber nur dann einen solchen, wenn wir nicht auch schon genug Maschinen haben, oder?
Kleiner Hinweis: An Sprechmaschinen wie Ihnen mangelt’s uns keinesfalls.

Titanic

 Durs Grünbein!

Ihr jüngstes Werk (»Aroma. Ein römisches Zeichenbuch«) scheint es in sich zu haben, wenn man der Ankündigung des Verlagshauses Suhrkamp glauben darf: »Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.« Und zwar so: »Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen / dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war, / Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen« usw. usf.; Sie wissen ja selbst am besten, was Ihnen da wieder einmal von irgendwoher in die Feder geflossen ist. Bei aller Bewunderung für die Kühnheit, mit der Sie den zwar nicht wohlklingenden, aber doch »wohligen Phototropismus« in die deutsche Dichtkunst einführen, und bei allem Respekt vor der sportlichen Leistung, sich in Vers und Prosa einer Ewigen Stadt zu stellen, an der sich schon viele Eroberer von ganz anderem Format die Zähne ausgebissen haben – kurzum: Bei aller geheuchelten Hochachtung vor Ihrer lachhaften Großmannssucht läßt uns die Frage nicht los, was Sie als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart wohl täten, wenn es keine Ewigen Städte zu bedichten gäbe, sondern nur, sagen wir mal: Pritzwalk. Oder Neu-Isenburg. Oder Hamm in Westfalen.
Städten dieses Kleinkalibers – es tut uns leid, Ihnen das so deutlich sagen zu müssen – wären Sie als Dichter nicht gewachsen. Aber dafür – kleiner Trost – können Sie immerhin so possierlich mit Riesengewichten aus Pappmaché jonglieren, daß es für Ihren Lebensunterhalt reicht. Und das ist ja auch was wert.
Weiterhin einen wohligen Phototropismus wünscht

Titanic

 Verehrte Nachrichtenagentur AP!

In der Bewertung von Sachverhalten müssen wir ja nicht immer übereinstimmen. Aber semantisch in Ordnung sollten Deine Meldungen doch sein. Bei Meinungsverschiedenheiten auf der Hamburger Schanze schriebst Du kürzlich: »Bei den Krawallen wurden zwölf Beamte von Flaschen getroffen und verletzt.« Das kann schon mal gar nicht stimmen, denn wenn die Demonstranten getroffen haben, dann können sie keine Flaschen sein.
Außerdem wäre ja mal interessant gewesen: Womit haben die eigentlich geworfen?
Immer genug Zielwasser an Bord:

Titanic

 Jungministerin Schröder!

Nun durften Sie also den berühmten Focus-Fragebogen ausfüllen und dort erklären, man könne Sie »so schnell in keine Schublade stecken« – was Ihre erstaunlich ausgefallenen Antworten auch beweisen: Sie werden angetrieben von der »Freude, etwas zu gestalten«, sehen gern die »Lindenstraße«, zappen weg bei »langweiligen politischen Talkshows«, und Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte ist »Sophie Scholl«. Sie haben recht, Frau Schröder, solche Antworten liegen nicht in irgendeiner Schublade – die bekommt man direkt von der Stange. Aber dann, auf die Frage »Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?«, sagen Sie doch etwas Interessantes: »Mit Frau Reich-Ranicki, damit ich mich mal richtig mit ihrem Mann unterhalten kann.« Und wissen Sie was, Kristina Schröder? Genau diesen alten Chauvi und cholerischen Mundverbieter wünschen wir uns manchmal ebenfalls herbei, wenn Sie das Wort ergreifen!
Grüße aus der unteren Schublade:

Titanic

 Huhu, Julia Roberts!

Allenfalls mäßig originell ist es, daß Sie sich nicht wie andere Prominente mit Kabbala, Pilates oder Scientology beschäftigen, sondern sich laut der amerikanischen Elle »dem hinduistischen Glauben angeschlossen« haben.
»Regelmäßig«, so erfahren wir dort, bewegen Sie also Ihre fünfköpfige Familie zum Singen und Beten zu einem hinduistischen Tempel, um im nächsten Leben »als ein ruhigeres und leiseres Wesen wiedergeboren zu werden«. Das ist zweifelsohne ehrenwert – aber warum warten und nicht einfach gleich zu Hause bleiben und die Schnüß halten?
Simplify your life c/o

Titanic

 Last man standing

Wenn ich wieder einmal meinen Schlüssel in der Wohnung vergessen habe, die Liebste in ebendieser Wohnung wieder einmal so tief schläft, daß sie mein Sturmläuten nicht hört, und ich, um das Unglück zu komplettieren, keine Übernachtungsalternative aufstellen kann, weshalb ich mir eine Nacht lang vor der Haustür die Beine in den Bauch stehe, dann ist das meine höchstpersönliche Art eines One-Night-Stands. Ist aber weniger aufregend, als es sich anhört.

Sebastian Klug

 My generation

»Hast du mal Ibsen gelesen?« – »Nö, dieses Känguruh fand ich total bescheuert. Und die Gimmicks waren eh nur was für Jungs.«

Tibor Rácskai

 Produktidentifikation

Nicht ungern schaue ich fremden Menschen in den Einkaufswagen und bilde mir Vorurteile über Wesen und Lebensweise dieser Menschen. Manchmal schweifen meine Gedanken beim Anblick des Kaufguts ins Philosophische. So wurde die alte Frage in mir wach, ob nun das Sein das Bewußtsein bestimme oder andersrum, als eine deutlich adipöse Frau neben zwei 1,5-Liter-Sixpacks Cola auch Küchenrollen der Marke »Dick&Durstig« dabeihatte.

Karsten Stölzgen

 Im Sportfernsehen

Freund zappt sich durch das nächtliche Programm, landet bei den »Sexy Sport Clips« auf DSF. Freundin neben ihm wird wach, im TV räkelt sich gerade eine halbnackte Blondine in einer Turnhalle unter einem Tennisnetz. Freundin: »Oh, sind schon wieder Paralympics?«

Ina Zone

 Meine Aura

Über diese modischen Yogi Tees mit ihren raunenden Klappentexten und fehlenden Bindestrichen schmunzle ich, aber sie schmecken gut. Neulich probierte ich den Aura Tee. Schon am der Tasse folgenden Tag trat eine Frau mit Esoterik-Hintergrund auf mich zu und teilte mir mit, sie betrachte gerade meine klar umrissene Aura – die im übrigen ziemlich gut aussähe. Jetzt denke ich darüber nach, doch auch mal den Frauen Fitness Tee zu probieren.

Tina Manske