[16.02.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen TITANIC Plattenkritik: Kanye West – The Life of Pablo (Teil 2)

10. Waves (feat. Chris Brown)
Dieses Stück hat alles, was ein guter Rap-Song braucht: einen guten Rapper (K. West). Der Rest nervt ja eher, vor allem Chris Brown, dieser Rüpel. Frauen zu schlagen, dazu noch mit der Faust statt mit der flachen Hand, zeugt von keiner guten Kinderstube. Traurig, daß West mit so jemandem "abhängt", er findet das wohl "cool". Außerdem kann Brown nicht gut singen, jedenfalls im Vergleich zu Udo Jürgens oder Beyoncé. Wenn er denn wenigstens passabel sänge! Dann dürfte er von mir aus auch mal jemanden verhauen (wenn es sein MUSS). Das würde sich ja mit dem Sangestalent dann einigermaßen die Waage halten. Würde! Er kann’s ja nicht! Top-Song.

11. FML (feat. The Weeknd)
Hier zeigt sich Kanye West ungewohnt sensibel, verletzlich, introspektiv – voll peinlich! So larmoyant wie Gauck, und das als Rapper, geht’s noch??? Dafür ist die Musik auf höchstem Niveau, das haut’s dann wieder raus. Eine raffinierte Melange aus Echo & the Bunnymen, Beckmann & Band und The Jesus & Mary Chain, obwohl – oder gerade weil? – letztere das Kaufmanns-Und ja stets abgelehnt haben. Wieso eigentlich? Fazit: mittelprächtig.

12. Real Friends (feat.Ty Dolla $ign)
"Die Hi-Hat hallt im Hintergrund mächtig-metallisch", schreibt die Süddeutsche. Naja, das wollen wir ihr mal glauben, nachzuprüfen ist das sowieso nicht, jedenfalls ohne Account beim Streaming-Dienst Tidal, der Wests Album exklusiv vorabpräsentiert oder so. Wissen Sie, was so ein Account oder womöglich Premium-Account kostet? Bestimmt nicht viel, aber trotzdem… Man kann sich doch denken, wie so eine Hi-Hat klingt. "Mächtig-metallisch", hm, ja, das könnte hinkommen. Glauben wir ausnahmsweise mal der SZ, immerhin geht’s nicht um Israel. Toller Song über die Freundschaft, besonders der Mittelteil zeigt die ganze Klasse des Ka. West.

13. Wolves (feat. Frank Ocean & Caroline Shaw)
Wests Hommage an den VfL Wolfsburg weckt Zweifel an der künstlerischen Integrität des US-amerikanischen Ausnahmetalents. Ist er nicht in Chicago, Illinois aufgewachsen, müßte folglich ein eingefleischter Fan der dort ansässigen „Bulls“ (NBA) sein? Aber nein, Ka. We. besingt lieber die "Wolves" und "Mr. Hecking, ma Man", gar "the incredible atmosphere in the Volkswagen Arena". Gibt es einen Zusammenhang mit der kostenlosen Lieferung von 100 fabrikneuen Porsche (immerhin eine VW-Tochter) an die Privatadresse des bekennenden Autonarrs West? Will der niedersächsische Autobauer sein insbesondere in den USA schwer ramponiertes Image aufbessern durch die Collabo mit dem Superstar und "überragenden Jungen" (Schürrle) Kanye West. Dieser dementiert ebenso vehement wie VW-Boss Müller, allein: die Zweifel bleiben. Unabhängig vom Text ist der Song echt prima geworden: Episch-hypnotische Soundcollagen, rhythmische Salsa- und Rumba-Klänge und herrlich unbeschwerter 90er-Skatepunk geben sich die Türklinke in die Hand, hier ist für jeden was dabei. Vorsprung durch Technik, you know!

14./15. Silver Surfer Intermission/30 Hours (feat. La View)
Die bisher fruchtbarste Zusammenarbeit zwischen West und dem umtriebigen Berliner Musiker und Produzenten La View. Kanyes Halbbruder Dee-jay West-Bam hat die beiden Enfant terribles einst zusammengebracht, heute ist West Taufpate von La Views kleiner Tochter Inter, während La View Kanye in Glaubensfragen berät (Scientology). Der Song ist so brillant, so sophisticated, so mind-boggling, daß ich mir wünsche, ich hätte bereits die Gelegenheit gehabt, ihn mir anzuhören. Die SZ berichtet jedenfalls von einem "Autofahrsong", einer "tight groovenden Reise von Happach über Chicago bis nach L.A. (West(!)küste)", einem "unfaßbar entspannten Roadtrip für Personen von 6 bis 99 Jahren". Gut, daß Ernst Jünger das nicht mehr lesen muß; Gadamer hat ja eher Klassik gehört.

16. No More Parties in LA (feat. Kendrick Lamar)
Ein Gipfeltreffen, ohne Frage. Doch Lamar ist zu Fuß gekommen, während West mit dem Sportwagen den 8000er hochgefahren ist, die Sherpas ungerührt über den Haufen fahrend. So ist der echt drauf, "positiv verrückt" nennt man das heutzutage wohl. Ich will darüber nicht urteilen, dafür gibt es Juristen. Zur Musik: Die Instrumentierung arrangiert West in den vokalischen Passagen beinahe erzählerisch, schwelgerisch, nicht ohne im Allegro wieder bestimmter und kristalliner zu werden, den feinziselierten G-Funk-Beat als Klangteppich, nein eher als Rolltreppe installierend, auf der Kenny Lamars Übermensch-Reime gleichsam zum Himmel fahren.

17. Facts (Charlie Heat Version)
Puh, ganz schön viele Songs auf dem Album. Dieser hier, nun, was ist darüber zu sagen? Ein schöner Song, ohne Zweifel, gleichzeitig tieftraurig. Ein schrecklich-schauriges Stück US-Gegenwart, eine optimistisch-pessimistische Reflexion über Gut und Böse, über Krieg und Frieden, über Land und Leute, ein präzises Sittenbild der amerikanischen Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Silicon Valley, der Wall Street, dem Klima, dem Chinesen, dem Dänen, der Raumfahrt, der Hirnforschung, der Krankenversicherungssituation, Donald Trump, den Mormonen, dem Super Bowl, der Oscar-Verleihung, dem Islam, Netflix, der Ölkrise, der Psychoanalyse, dem Geschlechterkampf, der Situation im Bereich der Automobilzulieferbetriebe, der demographischen Katastrophe, der Glücksspielgefahr, der drohenden Malaria-Epidemie in den New-England-Staaten, dem Embargo gegen die Seychellen, der sinkenden Qualität von Trinkwasser, Hartplastik, Humankapital, Tierfutter, Antidepressiva, Radieschen, Reizwäsche, Suppengrün, Brillen, Zuckerersatzstoffen, Zahnseide, Rattengift und – berücksichtigt man die aktuelle Berichterstattung – insbesondere Kühlkettensystemen, Waffeleisen und Dillspitzen. Der Mann ist sehr ehrgeizig, das war bekannt. 

18. Fade (feat. Ty Dolla $ign & Post Malone)
Gerade angehört, sofort wieder vergessen. Ein unterschätztes Merkmal großer Kunst übrigens: daß sie einen nicht weiter beschäftigt, behelligt. Im Gedächtnis bleiben dagegen nur die trivialsten, ärgerlichsten Hervorbringungen allergrößter Banalität, Stumpf- und Dummheit: Ich muß z.B. jetzt gerade unvermittelt an das Gesamtwerk Herbert Grönemeyers denken. Fazit: Ein toller, ein großer Song. State of the art, wie man im Commonwealth sagt.




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Dominik Bauer (Hrsg.): "Trump Countdown-Kalender Teil 1"
Nur noch 1361 Tage bis zum Ende seiner Amtszeit. Am 29. April 2017 ist Donald Trump 100 Tage im Amt - somit endet seine Schonfrist und der Präsidentschafts-Countdown kann offiziell beginnen.
Herausgeber Dominik Bauer hat diesen einzigartigen Wochenkalender zusammengestellt, mit vortrefflichen Beiträgen von BECK, Uwe Becker, Jan Böhmermann, Gideon Böss, Tim Feicke, Leo Fischer Burkhard Fritsche, Torsten Gaitzsch, Greser & Lenz, Katharina Greve, Severin Groebner Thomas Gsella, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Michael Holtschulte, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Oli Hilbring, Moritz Hürtgen, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Til Mette, Denis Metz, OL, Martin Perscheid, Ari Plikat, Rattelschneck, Hannes Richert, Leo Riegel, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Schilling & Blum, Roland Scholle, David Schuh, Martin Sonneborn, Mark-Stefan Tietze, Friedemann Weise, Ella Carina Werner, Heiko Werning, Ruedi Widmer, Valentin Witt, Tim Wolff, Miriam WursterHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
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Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
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Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
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Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 27.06.:

    "Spon" über den Maler Wolfgang Herrndorf und eine neue Ausstellung in Stade.

Titanic unterwegs
30.06.2017 Neapel, Goethe-Institut
  Katharina Greve: »Komische Kunst«
17.07.2017 Lunzenau, Eisenbahnmuseum Zum Prellbock
  Hauck & Bauer: »Man kann einfach nicht Wein sagen«
23.07.2017 Frankfurt, Museum für Komische Kunst
  Ari Plikat
13.08.2017 Wuppertal, Café du Congo
  Thomas Gsella: Gute Gedichte auf schönem Papier.

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Briefe an die Leser

 Liedermacher Reinhard Mey (74)!

Liedermacher Reinhard Mey (74)!

Angesichts Ihrer anstehenden Tournee räumten Sie ein, von Vergeßlichkeit geplagt zu sein und sich Ihre eigenen Songs nicht merken zu können: »Wenn ich ein Lied geschrieben habe, weiß ich nach zwei Tagen nicht mehr, wie der Text genau lautet, in einer Woche weiß ich nicht mehr, wovon es handelte. Und nach einem Monat weiß ich nicht mehr, daß ich es geschrieben habe.« Da es bis zu Ihren Konzerten im Herbst noch etwas hin ist, fragen wir uns, welche Hits das Publikum dann laut Bühnensetlist (DIN A4-Blatt, weiß, unbeschrieben) nicht zu hören bekommen wird: »Don’t Speak«, »Hush«, »The Sound of Silence« oder »Stille Nacht«? Wie, die sind alle gar nicht von Ihnen? Wissen Sie’s?

Stummer Gruß von Dings

 Als wir, »Zeit online«,

neulich abgehetzt ins Büro kamen und nur kurz sehen wollten, was auf Facebook los ist, poppte eine Mitteilung von Dir auf. »Was ist Streß?« stand dort, und darüber: »›Zeit online‹ ist jetzt live«. Um Deine Frage zu beantworten: Genau das ist Streß!

Schon längst ganz woanders: Titanic

 Klaus Gehrig, Chef von Lidl und Kaufland!

Vom »Spiegel« gefragt, ob nach dem für alle Mitarbeiter der Schwarz-Gruppe im letzten Jahr eingeführten Duzen nun auch Lidl-Gründer Dieter Schwarz von allen geduzt werde, antworteten Sie: »Nein, nur von uns«, und als das Magazin nachhakte: »Also vom Vorstand?«, stellten Sie klar: »Nein, von mir und meiner Frau. Er hat uns vor etwa einem halben Jahr das Du angeboten, kurz nach meinem 40. Dienstjubiläum.«

Donnerwetter, Gehrig, nach so langer Zeit und exklusiv für Sie und Ihre Gattin! Na, dann war es ja wohl, diesen naheliegenden Scherz mögen Sie uns zubilligen, ein Sonderangebot, was?

Buckeln lohnt sich, meint Titanic

 Du, Zweirad Feld,

erleichterst potentiellen Kunden in einer Werbeanzeige die Qual der Wahl: »Welches Fahrrad paßt zu mir? Entscheidend ist, wo und wie der Käufer ein Rad nutzen möchte. Hieraus ergibt sich, ob es am Ende ein Trekkingbike, Cityrad oder Mountainbike wird.«

Toll! Wunderbar! Nachahmenswert! Und so warten wir bereits gespannt auf Werbetexte à la »Welches Paar Schuhe paßt zu mir? Entscheidend ist, wo und wie der Käufer ein Paar Schuhe nutzen möchte. Hieraus ergibt sich, ob es am Ende Lederslipper, Springerstiefel oder Ballerinas werden.«

Paßt schon: Titanic

 Bild.de-Kommentatorin Christiane Hoffmann!

»Laßt Sarah Lombardi endlich in Ruhe!« forderten Sie am 27.4., nachdem ein Tag zuvor die Noch-Ehefrau des Ex-DSDS-Siegers Pietro Lombardi ein gemeinsames Foto mit ihrem neuen Freund veröffentlicht hatte, und empörten sich: »Ich habe gerade eine gute Stunde verbracht mit dem Lesen von Kommentaren, die nicht mich betreffen, sondern das TV-Sternchen Sarah Lombardi (24). Ich verspüre Übelkeit, Wut und Unverständnis. Was läuft in den Hirnen der Hater falsch? Warum kümmern sie sich nicht um ihren eigenen Mist, sondern bewerfen Menschen, die sie nicht kennen mit Schimpf und Scheiße?«

Bravo, Frau Hoffmann, für dieses längst überfällige Statement! Denn treffender läßt sich nach den ungezählten Bild.de-Schlagzeilen der letzten Monate wie »Betrügt Sarah Lombardi ihren Pietro?«, »Die pikanten Fotos von Sarah Lombardi«, »Belegen SMS-Protokolle Sarahs Seitensprung?«, »Böser Streit von Sarah & Pietro – DAS VIDEO!«, »Hat Sarah Pietro eiskalt reingelegt?« oder »Stimmt der Spruch: Einmal Betrüger, immer Betrüger?« die immanente Bigotterie Ihres mit Schimpf und Scheiße nur so um sich werfenden Haßblattes nicht in Worte kleiden.

Verspürt Übelkeit, Wut und Unverständnis: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ersatzdroge

Da ich mit zunehmendem Alter immer weniger Alkohol vertrage, dafür aber immer klüger werde, mache ich mir einen Spaß daraus, die Leute unter den Tisch zu denken.

Tibor Rácskai

 Blick voraus

Etwas Poetisches hatte ich im Sinn, aber ein noch nicht komplett abgetöteter Instinkt hielt mich im letzten Moment davon ab. »Jedem Anfang wohnt ein Ende inne«, hatte ich nämlich schreiben wollen, auf die Glückwunschkarte für den Kollegen, zur Geburt seines ersten Kindes.

Theobald Fuchs

 Der Morgen danach

Nachdem ich letzte Nacht mal wieder eine Niederlage im Kampf mit meiner Diplomarbeit um deren bestmöglichen Aufbau einstecken mußte, spüre ich noch heute den Schmerz in allen Gliederungen.

Matthias Stangel

 Gegen Windmühlen

Es gibt mir das Gefühl, einen Teilsieg erstritten zu haben, wenn ich die eingegangenen Spams von dubiosen Geschäftemachern nicht gleich lösche, sondern auf »E-Mail ablehnen« klicke. Die meisten kommen dann zwar als unzustellbar zurück und ich muß sie trotzdem löschen, aber den kleinen Mehraufwand leiste ich mir.

Miriam Wurster

 Schüchtern

Selbstgespräche führe ich nur, wenn ich betrunken bin. Denn unter normalen Umständen traue ich mich einfach nicht, eine schöne Frau anzusprechen.

Mira Sand