[07.04.2015]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen TITANIC-Forencheck

Es ist wieder soweit! Ausgelöst vom Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz, Ostdeutschland, findet in den Kommentarbereichen der deutschen Online-Medien das Wettsingen der Nerdnazis und Faschotrolle statt. Die besten und originellsten "Rechtsrants" im TITANIC-Ranking:

Platz 5: "Christian Wolff" von faz.net
woher wissen Sie, dass das ein Rechtsradikaler war ? Es kann auch sein, dass man jemandem etwas in die Schuhe schieben will, der gar nicht rechtsradikal ist, aber so dargestellt werden soll. Reichtstagsbrand-Prinzip.

Prinzip Reichstagsbrand – nur andersherum, den Nazis den Brand in die Schuhe geschoben und dort von Gutmenschen entfacht. Logik, die besticht, aber trotzdem nur für Platz 5 reicht, da es FAZ-Redakteur Jasper von Altenbockum im Artikel über den Kommentaren eleganter formuliert: "Nicht nur vermeintliche und tatsächliche Ausländerfeinde" hätten nämlich an solchen Vorkommnissen ihren Anteil, "sondern auch die politischen Kräfte, die sich jahrelang dagegen gewehrt hatten, multikulturelle Naivität gegen handlungsfähigen Realismus einzutauschen."

Platz 4: "Scholomoschorsch" von zeit.de
Es ist eine legitime Ansicht, dass man irgendwann genug hat von den Flüchtlingsmassen. Traurig ist nur, dass die Menschen keine andere Möglichkeit mehr sehen außer solchen kriminellen Taten, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Ein Beitrag, der über den Tellerrand hüpft: Was bietet uns die Politik schon an legalen Möglichkeiten, den legitimen Unmut über das illegale Ausländerpack abzulassen? Dennoch nur Platz 4, weil ein Lösungsvorschlag fehlt. Wie wäre es z.B. mit der Gründung nationaler Fußball-Bundesligen mit wöchentlichen Spieltagen und der Förderung von "Fankultur"? Der Sport als Ventil!
"Spiegel online" hat aus unerfindlichen Gründen für keinen Beitrag über die Tröglitzer Brandstiftung den Kommentarbereich freigeschaltet. Zensur und Wettbewerbsverzerrung! Auf der "Spon"-Facebook-Seite entschädigt jedoch diese Perle:

Platz 3: "Thomas Hofmann" von spiegel.de
Die reichsten Ölstaaten der Erde, nehmen keine Flüchtlinge/Asylbewerber auf, zur Vermeidung von Destabilisation! Und Deutschland/Europa - soll Alles aufnehmen - was aufrecht nach Europa läuft! Das kann nicht gut gehen....das wird nicht gut gehen! Aber - das ist der Plan....

Die reichsten Ölstaaten der Erde tanzen uns auf der Nase herum! Endlich schreibt es einer auf! Doch unterläuft dem jungen Kommentierer ein Fehler in der Argumentation. Jeder gestandene Rassist weiß nämlich, daß Deutschland nicht nur alles aufnimmt, "was aufrecht nach Europa läuft", sondern auch die stets gebückten Buschneger, die sich an Lianen aus Afrika herüberschwingen. Nur Platz 3!

Platz 2: "Ullrich Mühe" von focus.de
Weil wir nicht wollen, das solche Ghettos wie in Krankfurt, Dortmund oder Neuköln hier erst entstehen. "..die Morde der NSU..."??? Bisher ist doch noch nichts bewiesen, der Prozess nicht beendet und kein Schuldiger der Tat überführt. Oder besitzen Sie Insiderwissen? Dann legen Sie doch mal einen Beweis vor.

Uff: Die NSU-Morde! Wer hat eigentlich Insiderwissen? Nur Beate Zschäpe! Aber existiert Zschäpe überhaupt in Wirklichkeit? Oder ist sie in Wahrheit ein Echsenmensch aus Argentinien? Die Forencheck-Jury ist verwirrt, entscheidet auf Platz 2. Der Gewinner nämlich ist

Platz 1: "Stephan" von welt.de

Dieses Jahr sollen 500.000 neue Asylanten kommen und nächstes Jahr dann wahrscheinlich schon 1.000.000 von denen laut Statistik 70% nicht asylberechtigt sind. (...) Überall nur noch junge Männer ohne Frau und Kind die hier Millionenfach herkommen und ein Ende ist nicht in Sicht. Diese Zuströmung von ausschließlich männlichen Asylanten führt zu einem enormen Männerüberschuss in Deutschland und man sieht in Indien gerade wohin das führt, wenn Millionen Männer keine Frau finden, weil diese nur noch eine Minderheit sind. Selbst abgelehnte Illegale werden dann nicht abgeschoben sondern bleiben bis zum Sankt Nimmerleinstag hier. Unsere Politiker handeln einfach nur fahrlässig und kopflos ohne Sinn und Verstand.

Amen. Natürlich handeln unsere Politiker kopflos, sie denken schließlich, wie der männliche Asylant, nur mit dem Schwanz. Unsere armen Frauen, oje! Platz 1 an den "Femi-Nazi" von welt.de




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Das schreiben die anderen
  • 18.09.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über den Niedergang der deutschen Plastiktüten-Manufakturen.

  • 15.09.:

    PARTEI-Führer Martin Sonneborn hält im Europaparlament eine gefeierte Rede zum "State of da Union".

  • 14.09.:

    Die Frankfurter Neue Presse gratuliert Eckhard Henscheid zum 75. TITANIC schließt sich an.

  • 14.09.:

    Oliver Maria Schmitt in der FAS über Liebesschrott an Brücken.

  • 07.09.:

    Der RBB huldigt den Spitzenkandidaten der PARTEI Berlin: Nico und Maxim von K.I.Z.

Titanic unterwegs
25.09.2016 Rennerod, Stadthalle
  Thomas Gsella
25.09.2016 Köln, Klüngelpütz
  Hauck & Bauer
28.09.2016 Hanau, Café des Vereins Lebensgestaltung
  Thomas Gsella
28.09.2016 Wiesbaden, Gemeindezentrum
  Gerhard Henschel

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Briefe an die Leser

 Unser Zuhause, Linda-Luise Bickenbach und Bente Schipp,

ist der wichtigste Ort in unserem Leben. Deshalb stimmen wir dem Atlantik-Verlag zu, der in seiner Vorschau die Bewerbung Eures Buches »Sachen richtig machen« mit den richtig gemachten Worten »Unser Zuhause ist der wichtigste Ort in unserem Leben« einleitet. Man denke aber nicht, daß man an ebenjenem Ort sorglos vor sich hinleben und sich wie zu Hause fühlen kann! Vielmehr hat man Sorgen, denn »ständig tauchen neue Fragen auf«, z.B.: »Wie pflege ich meine Handtaschen und Designermöbel? Was ist ein gut sortierter Kleiderschrank?« und die allerwichtigste: »Welche Drinks sollte man unbedingt mixen können?«

Zu fragen, ob sich mit Eurem »lässigen Buch für ein lässigeres Leben« ein breites Publikum erreichen läßt, unterläßt: Titanic

 Und Du, Bäckerei Bosselmann,

forderst uns mittels Deiner Brötchentüten dazu auf, nicht etwa Deine Backwaren, sondern Deine Mitarbeiterinnen zu bewerten. So kann man auf den Tüten wahlweise ankreuzen:

☐ freundlich
☐ normal/nichts besonderes
☐ unfreundlich

Außerdem ist dort noch Platz für »Mein Lob / Meine Reklamation«.

Wirklich schauerlich, sich vorzustellen, wie Leute ihre Brötchentüten zücken, sie mit Kreuzchen und Denunziationen versehen und dann Deiner Marketingabteilung zuschicken, dabei gleich noch schamlos ihre Adreßdaten preisgeben (denn Du willst Dich ja für das kooperative Verhalten »bedanken können«) und denken, sie hätten nun alles richtig gemacht.

Weißt Du, wie wir das finden, Bäckerei Bosselmann? Such’s Dir aus:

☐ unappetitlich
☐ unfein
☐ zum Kotzen Titanic

 Amazon-Boss Jeff Bezos!

Amazon-Boss Jeff Bezos!

Unter der vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage doch seltsam euphorisch klingenden Überschrift »Auf unsere Zukunft« kündigte uns die Welt auf der Titelseite ein ausführliches Interview mit Ihnen an: »Amazon-Gründer Jeff Bezos ist beeindruckend optimistisch. Erfindungen und Innovationen sind seine Leidenschaft. Der Unternehmer hat trotz der schwierigen Zeiten enormes Vertrauen in die Zukunft.« Und weiter: »Die derzeitigen Probleme sind erheblich, sagt er, aber unsere Fähigkeiten sie zu lösen, sind noch viel größer.« Die Menschheit stehe am Anfang einer goldenen Epoche! Damit meinen Sie, Bezos, wohl vor allem die in der Summe gigantischen Fähigkeiten der für Sie rund um die Uhr schuftenden Billigarbeiter, dank deren unermüdlichem Einsatz Sie ja schon einmal die schwer verdiente goldene Nase in ebenjenes glorreiche Zeitalter hineinstecken konnten, gell? Darum vergeben wir drei goldene Sterne für Sie und Ihre Träume von neuen Absatzmärkten – im Weltraum. Titanic

 Immer verehrtere »SZ«!

»Ausgerechnet im unbezahlbaren München entstehen immer mehr Wohngenossenschaften« – statt nämlich, wie man erwarten könnte, im ohne weiteres bezahlbaren Guben.

Achach. So schwer mit dem Denkdenk? Oder fehlt’s halt sonst an Sensation?

Ausgerechnet Deine Titanic

 Tübinger Querdenker Boris Palmer!

Mit Aussagen wie »Wenn sich jemand nicht an elementare Regeln hält, sind wir berechtigt zu sagen, für euch greift das Asylrecht nicht mehr« und Forderungen, auch nach Syrien abzuschieben, haben Sie sich in die Herzen grüner bis brauner Protofaschisten getönt. Doch ist Ihnen das provinzschwäbische Heldentum im Kampf gegen Hilfesuchende nicht genug, wie Sie dem Schwäbischen Tagblatt verrieten: »Reizvoller als andere politische Ämter fände ich die Herausforderung, in der Wirtschaft etwas zu bewegen.«

Aber das ist doch keine Herausforderung für Sie! Wir haben es praktisch schon vor Augen: Als grünes Haupt der Bewegung werden Sie Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann, Heckler & Koch und den großen Nummern des Frachttransportwesens und der Bestattungsindustrie ganz lässig den dringend benötigten Öko-Anstrich geben, keine Sorge.

Weiterhin viel Spaß auf dem Weg von rechts unten nach rechts oben wünscht Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch

 Beim Beobachten der Jugend

Ich bin nicht überrascht, als ein junger Mann im Rewe eine Getränkedose aus der Palette nimmt und in zwei Zügen austrinkt. Schließlich sieht man ja immer öfter angebrochene Tafeln Schokolade, Kekspackungen oder Weinflaschen in Supermärkten. Gestaunt habe ich aber, als er dann ganz selbstverständlich die leere Dose in den Rücknahmeautomaten gesteckt und anschließend den erhaltenen Bon an der Kasse eingelöst hat.

Wolfgang Beck

 Erfassung

Jetzt mal bitte alle die Hände hoch, die nicht gerne an Umfragen teilnehmen.

Ernst Jordan

 Fahrradverleih

Ein Ehepaar kommt zurück mit den eben schon einmal reklamierten Rädern. Der Mann: »Also technisch ist jetzt alles in Ordnung, aber meine Frau ist immer noch unzufrieden!«

Miriam Wurster