[08.02.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Rosenmontag in Köln – Der Liveticker

+++ 7:30 Uhr: Augenzeugen berichten von grobschlächtigen Männern mit Zwirbelbärten, die Faßbomben mit einem hochtoxischen Gemisch namens "Kölsch" in die Keller der Altstadt rollen. Kurz darauf werden andere Männer mit Kränzen (Sprengstoffgürtel?) gesichtet, die das Zeug in kleinen Portionen unters Volk bringen. Sie nennen sich "Köbestien". +++

+++ 9:00 Uhr: Die Polizeiwache Kalk meldet zum jetzigen Zeitpunkt drei Dutzend Diebstähle, 14 Fälle von Körperverletzungen sowie elf Sexualdelikte. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigt daraufhin eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse auf der internen Karnevalsfeier der Wache Kalk an. Oberbürgermeisterin Henriette Reker läßt Polizeipräsident Jürgen Mathis antanzen und geht unverzüglich auf eine Armlänge Abstand zu ihm. +++

+++ 9:30 Uhr: Unschöne Szenen im Altstadtviertel. Eine Kölner Bürgerwehr, bestehend aus mehreren Clowns, drei Cowboys und Lukas Podolski, provoziert mit ausländerfeindlichen Parolen ("Heute fährt die 18 bis nach Istanbul"). +++

+++ 11:11 Uhr: Der Rosenmontagszug steht am Rande der Absage. Durch gleichzeitiges Anwerfen der Motoren der Umzugswagen am Morgen sprengt die Feinstaubbelastung in der Kölner Innenstadt jetzt selbst Pekinger Grenzwerte. +++

+++ 11:15 Uhr: Großes Glück! Das vorhergesagte Sturmtief "Ruzica" kommt auf und nimmt sowohl den Smog als auch einige der Aufbauten der Wagen mit. Nur der eine ganz lustige, der irgend etwas mit Merkel zeigt, trotzt der Witterung vollständig. Die Einsatzleitung ordnet gleichzeitig Helmpflicht für Jecken an, denn Kamellen können ab 120 km/h zu tödlichen Geschossen werden. +++

+++ 12:50 Uhr: Ein als Geißbock Hennes VIII. verkleideter "Jeck", der – offensichtlich schwer angetrunken und auf allen Vieren sich fortbewegend – einem Funkenmariechen dreist unters Röckchen geschaut haben soll, wird von der Sonderkommission "Straftäter in Tierkostümen" aufgegriffen, abgeführt und ohne Ansehen von Herkunft, Nationalität oder Religion in die Ausnüchterungszelle gebracht. Bei der routinemäßigen Leibesvisitation stellt sich jedoch nach ca. zwei Stunden heraus, daß es sich um den real existierenden Geißbock Hennes VIII. handelt, nicht um einen karnevalistisch legitimierten Doppelgänger. Der zu Unrecht Festgenommene meckert noch lautstark, trabt dann aber fröhlich ins gegenüberliegende Brauhaus "Klüngelpütz". Sein Arbeitgeber sieht die Angelegenheit augenzwinkernd: "Der Junge muß ja am Wochenende nicht spielen. Da darf er an den tollwütigen Tagen schon mal den Bock rauslassen", schmunzelt FC-Präsident Spinner angetrunken. Weniger Verständnis hat er für die beteiligten Polizisten: "Lebenslanges Stadionverbot, mindestens!" +++

+++ 13:35 Uhr: Eine Gruppe minderjähriger syrischer Chirurgen gerät auf dem Weg zu einer "Operation" plötzlich mitten ins enthemmte Treiben. Ein solches Ausmaß an Trostlosigkeit, Gemeinheit und Niedertracht kennen sie aus Aleppo natürlich nicht. Schwer traumatisiert entschließen sie sich zur Flucht, werden aber von mehreren Seeräubern, einem inkontinenten Krokodil und einem torkelnden Mann, der eine Baschar-al-Assad-Maske trägt, in ein Gespräch über das Silvesterfest und den Kölner Hauptbahnhof verwickelt. Als auch noch mehrere Salven klebriger Hartzuckergeschosse auf sie niedergehen und ohrenbetäubende Marschmusik einsetzt, resignieren die nordostarabisch aussehenden Jungmänner, verkleiden sich als irakische Gynäkologen und untersuchen ein paar fesche Jungfrauen, die sich leider rasch als Kfz-Mechaniker aus Siegburg entpuppen. +++

+++ 16:00 Uhr: Landgericht Köln: In einem Schnellverfahren werden eine Handvoll Personen, die irgendwie nordafrikanisch aussehen, wegen eben jenes Tatbestandes hilfsweise zu je 20 Stunden Sozialarbeit verurteilt. Die Strafe ist sofort in der Kölner Innenstadt abzuleisten. Diese Wendung im Prozeß war ebensowenig vorauszusehen wie der Umstand, daß Besen und Schaufel schon im Gerichtssaal bereitstanden. +++




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Das schreiben die anderen
  • 18.09.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über den Niedergang der deutschen Plastiktüten-Manufakturen.

  • 15.09.:

    PARTEI-Führer Martin Sonneborn hält im Europaparlament eine gefeierte Rede zum "State of da Union".

  • 14.09.:

    Die Frankfurter Neue Presse gratuliert Eckhard Henscheid zum 75. TITANIC schließt sich an.

  • 14.09.:

    Oliver Maria Schmitt in der FAS über Liebesschrott an Brücken.

  • 07.09.:

    Der RBB huldigt den Spitzenkandidaten der PARTEI Berlin: Nico und Maxim von K.I.Z.

Titanic unterwegs
28.09.2016 Hanau, Café des Vereins Lebensgestaltung
  Thomas Gsella
28.09.2016 Wiesbaden, Gemeindezentrum
  Gerhard Henschel
29.09.2016 Sassnitz, Grundtvighaus
  Max Goldt
29.09.2016 Madrid, Cafeteria der Deutschen Schule
  Thomas Gsella

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Briefe an die Leser

 Unser Zuhause, Linda-Luise Bickenbach und Bente Schipp,

ist der wichtigste Ort in unserem Leben. Deshalb stimmen wir dem Atlantik-Verlag zu, der in seiner Vorschau die Bewerbung Eures Buches »Sachen richtig machen« mit den richtig gemachten Worten »Unser Zuhause ist der wichtigste Ort in unserem Leben« einleitet. Man denke aber nicht, daß man an ebenjenem Ort sorglos vor sich hinleben und sich wie zu Hause fühlen kann! Vielmehr hat man Sorgen, denn »ständig tauchen neue Fragen auf«, z.B.: »Wie pflege ich meine Handtaschen und Designermöbel? Was ist ein gut sortierter Kleiderschrank?« und die allerwichtigste: »Welche Drinks sollte man unbedingt mixen können?«

Zu fragen, ob sich mit Eurem »lässigen Buch für ein lässigeres Leben« ein breites Publikum erreichen läßt, unterläßt: Titanic

 Und Du, Bäckerei Bosselmann,

forderst uns mittels Deiner Brötchentüten dazu auf, nicht etwa Deine Backwaren, sondern Deine Mitarbeiterinnen zu bewerten. So kann man auf den Tüten wahlweise ankreuzen:

☐ freundlich
☐ normal/nichts besonderes
☐ unfreundlich

Außerdem ist dort noch Platz für »Mein Lob / Meine Reklamation«.

Wirklich schauerlich, sich vorzustellen, wie Leute ihre Brötchentüten zücken, sie mit Kreuzchen und Denunziationen versehen und dann Deiner Marketingabteilung zuschicken, dabei gleich noch schamlos ihre Adreßdaten preisgeben (denn Du willst Dich ja für das kooperative Verhalten »bedanken können«) und denken, sie hätten nun alles richtig gemacht.

Weißt Du, wie wir das finden, Bäckerei Bosselmann? Such’s Dir aus:

☐ unappetitlich
☐ unfein
☐ zum Kotzen Titanic

 Amazon-Boss Jeff Bezos!

Amazon-Boss Jeff Bezos!

Unter der vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage doch seltsam euphorisch klingenden Überschrift »Auf unsere Zukunft« kündigte uns die Welt auf der Titelseite ein ausführliches Interview mit Ihnen an: »Amazon-Gründer Jeff Bezos ist beeindruckend optimistisch. Erfindungen und Innovationen sind seine Leidenschaft. Der Unternehmer hat trotz der schwierigen Zeiten enormes Vertrauen in die Zukunft.« Und weiter: »Die derzeitigen Probleme sind erheblich, sagt er, aber unsere Fähigkeiten sie zu lösen, sind noch viel größer.« Die Menschheit stehe am Anfang einer goldenen Epoche! Damit meinen Sie, Bezos, wohl vor allem die in der Summe gigantischen Fähigkeiten der für Sie rund um die Uhr schuftenden Billigarbeiter, dank deren unermüdlichem Einsatz Sie ja schon einmal die schwer verdiente goldene Nase in ebenjenes glorreiche Zeitalter hineinstecken konnten, gell? Darum vergeben wir drei goldene Sterne für Sie und Ihre Träume von neuen Absatzmärkten – im Weltraum. Titanic

 Immer verehrtere »SZ«!

»Ausgerechnet im unbezahlbaren München entstehen immer mehr Wohngenossenschaften« – statt nämlich, wie man erwarten könnte, im ohne weiteres bezahlbaren Guben.

Achach. So schwer mit dem Denkdenk? Oder fehlt’s halt sonst an Sensation?

Ausgerechnet Deine Titanic

 Tübinger Querdenker Boris Palmer!

Mit Aussagen wie »Wenn sich jemand nicht an elementare Regeln hält, sind wir berechtigt zu sagen, für euch greift das Asylrecht nicht mehr« und Forderungen, auch nach Syrien abzuschieben, haben Sie sich in die Herzen grüner bis brauner Protofaschisten getönt. Doch ist Ihnen das provinzschwäbische Heldentum im Kampf gegen Hilfesuchende nicht genug, wie Sie dem Schwäbischen Tagblatt verrieten: »Reizvoller als andere politische Ämter fände ich die Herausforderung, in der Wirtschaft etwas zu bewegen.«

Aber das ist doch keine Herausforderung für Sie! Wir haben es praktisch schon vor Augen: Als grünes Haupt der Bewegung werden Sie Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann, Heckler & Koch und den großen Nummern des Frachttransportwesens und der Bestattungsindustrie ganz lässig den dringend benötigten Öko-Anstrich geben, keine Sorge.

Weiterhin viel Spaß auf dem Weg von rechts unten nach rechts oben wünscht Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch

 Beim Beobachten der Jugend

Ich bin nicht überrascht, als ein junger Mann im Rewe eine Getränkedose aus der Palette nimmt und in zwei Zügen austrinkt. Schließlich sieht man ja immer öfter angebrochene Tafeln Schokolade, Kekspackungen oder Weinflaschen in Supermärkten. Gestaunt habe ich aber, als er dann ganz selbstverständlich die leere Dose in den Rücknahmeautomaten gesteckt und anschließend den erhaltenen Bon an der Kasse eingelöst hat.

Wolfgang Beck

 Erfassung

Jetzt mal bitte alle die Hände hoch, die nicht gerne an Umfragen teilnehmen.

Ernst Jordan

 Fahrradverleih

Ein Ehepaar kommt zurück mit den eben schon einmal reklamierten Rädern. Der Mann: »Also technisch ist jetzt alles in Ordnung, aber meine Frau ist immer noch unzufrieden!«

Miriam Wurster