[16.01.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Pro & Kontra Krawatte

Pro:
Ob gepunktet, gestreift, klassisch dunkelblau oder knallbunt: Die Blutergüsse auf der Wange meines Sohnes sehen jedes Mal anders aus, wenn ich ihm eine knallen mußte, weil er mir mal wieder ohne Krawatte unter die Augen getreten ist. Da bin ich konsequent. Wenn es um das menschliche Miteinander geht, bestehe ich auf klassische Höflichkeitsformen, die einen angenehmen Umgang garantieren. Dazu gehört eben auch auch ein um den Hals gewickelter länglicher Lappen, mit anderen Worten: der Schlips. Nennen Sie mich ruhig altmodisch, weil ich meine Schreibmaschine noch mit echtem Walrat schmiere, aber in puncto Kleidung bin ich seit jeher auf der Höhe der Zeitlosigkeit. Nur weil gerade ein paar aufgemotzte Homogockel in Bluejeans Erfolge mit elektrischen Überraschungseiern feiern, heißt das noch lange nicht, daß die Krawatte als Erkennungszeichen seriöser Unternehmer ausgedient hätte. Und der Erfolg gibt ihnen recht – ich selbst habe es ausprobiert. Wenn ich bei einem Geschäftstermin in voller Kultiviertmontur erscheine und der Dame des Hauses unsere exclusive Kollektion an Feinstrumpfhosen aus dem Firmenkoffer präsentiere, verkaufe ich im Schnitt sieben Prozent mehr als ohne Schlips und bekomme dazu auch noch einen Cognac ausgeschenkt! Für mich ist die Anschaffung hochwertiger Seidenkrawatten aus deutscher Produktion deshalb eine Investition in die Zukunft, und mein Sohn wird das auch noch lernen. Prost!
Valentin Witt, 19, Ghostwriter

Kontra:
Krawatte? Lol! Seien wir mal ehrlich: Krawatten, Fliegen, Hosen – das sind doch alles Reliquien aus einer anderen Zeit. Dafür habe ich nicht zwei Semester studiert. Kennen Sie „Mad Men“? Eine scheiß Serie! Cognac? Verstehen Sie mich nicht falsch! Nicht, daß ich keinen Respekt vor der welken erfahreneren Riege im Betrieb habe, aber ich verkörpere da einfach eine neue Generation. Jung, frisch und... ähm, jung. Will heißen: Ich bringe neuen Wind in diesen Laden! Ich trage Flip-Flops im Meeting, leite meine Abteilung polyamorös und mein Koks ist Bio! Da achte ich schon drauf. Und ganz ehrlich: Permanent so’n Bändel am Hals dran zu haben, ist für uns junge Borderline-Karrieristen auch schlicht zu riskant: Stichwort Kurzschlußreaktion – Sie verstehen... HAHA! Ich habe auf dem Weg nach oben schon viele gute Männer von der Decke baumeln sehen. Aber sicher! Gut, die meisten habe ich auch selbst da aufgehängt, aber schreiben Sie das bitte nicht. Pardon – ACH VERDAMMT! Meine Nase blutet – das ist dieser Toner, der hier rumschwirrt, das legt sich gleich... Wo waren wir? Ach ja, Sie wollten über Krawatten sprechen. Ätzende Dinger, total. War es das jetzt? Danke!
Fabian Lichter, 22, Jungunternehmer




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29.06.2016 Hamburg, Polittbüro
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Briefe an die Leser

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Wir kommen eines durchschnittlichen Sonntagmorgens angeheitert gegen 6 Uhr nach Hause und frohlocken, weil der Ü16-Klassiker »Halloween – Die Nacht des Grauens« über den Bildschirm flimmert, da brichst Du nach einer halben Stunde einfach ab und sendest diese völlig kranke Freakscheiße um einen nervigen Primaten namens »Coco – der neugierige Affe«. Weißt Du eigentlich, wer um diese Uhrzeit zuschaut?

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»Komischerweise tritt doch häufiger als gedacht genau das Szenario ein, das zuvor alle Bescheidwisser ausgeschlossen haben (den Autor dieser Zeilen inklusive)«, stellten Sie in einem Kommentar zur möglichen Präsidentschaft Donald Trumps fest. Das bestätigt, was man schon immer ahnte. Ob Redaktionsteam, Geburtstagsgesellschaft oder Freundeskreis: wer Bescheid weiß, schließt Sie aus.

Exklusiv: Titanic

 US-Sängerin Taylor Swift!

US-Sängerin Taylor Swift!

Wie Sie der Vogue verrieten, hatten Sie als Kind den Wunsch, in die beruflichen Fußstapfen Ihres Vaters, Vermögensberater bei einer Tochterfirma der Bank of America, zu treten: »Als ich fünf Jahre alt war, wußte ich, daß mein Vater Börsenmakler ist, aber nicht, was das ist. Trotzdem bin ich zu den Leuten gegangen und habe erzählt, daß ich als Erwachsene Börsenmaklerin werde.« Angesichts des inflationären Gedudels Ihrer Hits im Radio und auf allen Musikkanälen im TV sowie der Geschäftsstrategie, sich die Markenrechte sogar für einzelne Textzeilen Ihrer Lieder sichern zu lassen und von jedem finanziell zu profitieren, der diese zu kommerziellen Zwecken nutzt, seien Sie versichert: Zumindest die Mentalität Ihres kindlichen Traumberufes haben Sie sich auch als Künstlerin zu eigen gemacht.

Ihre Bären und Bullen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

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Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

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Dorthe Landschulz

 Geständnis

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