[10.07.2012]
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Papst verklagt TITANIC

Benedikt XVI. fühlt sich durch das aktuelle Titelbild in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt

Papst Benedikt XVI. hat das Satiremagazin TITANIC zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Anlaß ist das aktuelle Titelbild: "Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!" Wegen "Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte" hat Erzbischof Angelo Becciu im Namen von Benedikt XVI. die Bonner Kanzlei Redeker/Sellner/Dahs mit der Durchsetzung der Unterlassung beauftragt. Gegenüber TITANIC bestätigte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, den Vorgang; man werde sich "intensiv mit der Angelegenheit beschäftigen".

In einer ersten Stellungnahme weist die Redaktion der TITANIC die Vorwürfe zurück. "Benedikt muß uns mißverstanden haben", erklärte Chefredakteur Leo Fischer. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre ("Vatileaks") feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: "Es ist allgemein bekannt, daß der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks 'Fanta' ist." Man hoffe nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Heiligen Vater, um das Mißverständnis auszuräumen. Die Unterlassungserklärung werde man einstweilen nicht unterzeichnen.

Es ist das erste Mal, daß ein Papst zivilrechtlich gegen TITANIC vorgeht.




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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
28.05.2015 Passau, Universität
  Stefan Gärtner
28.05.2015 Schorndorf, Manufaktur
  Oliver Maria Schmitt
29.05.2015 Dessau, Altes Theater
  Max Goldt
30.05.2015 Cottbus, Theaterscheune Ströbitz
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Hütchenträger Roger Cicero!

Hütchenträger Roger Cicero!

Bei der »Echo«-Verleihung, zu der alle Stars nach der Flugzeugkatastrophe pflichtbedrückt anreisten, schwafelten Sie an der Teppichkante folgendes windelweiches Statement in die Mikrofone: »Ich habe nicht daran gedacht, heute hier nicht aufzutauchen, damit ist niemandem geholfen, aber natürlich ist die Stimmung gedrückt, und es führt einem auch wieder vor Augen, wie schnell es vorbei sein kann. Man kann auch mal an so einem Abend über das ein oder das andere nachdenken. So was muß drin sein.«

Und dann dachten wir doch tatsächlich über das eine und dann auch über das andere nach, aber vor allen Dingen darüber, ob es dann wohl auch mit Ihnen und Ihrer noch windelweicheren Musik wieder möglichst schnell vorbei sein könnte.

Auch so was muß drin sein. Titanic

 Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz!

Zur Abstufung der Kreditwürdigkeit Rußlands durch die Ratingagentur Moody’s schrieben Sie auf Welt.de einen Artikel mit der Überschrift »Für Putin kommt der Ramsch-Status zur Unzeit«, in dem Sie darlegten, weshalb Rußland die Anlegerwarnung gerade jetzt besonders kalt erwische. Es ist aber auch ein Kreuz mit den Ramschbewertungen, Sommerfeldt und Zschäpitz. Nie erhält man sie, wenn man sie brauchen kann!

Auf Eure Großreportage über die merkwürdig starke Korrelation von Pech und Unglück freut sich jetzt schon wie ein Hellseher: Titanic

 Moin, Spiekeroog!

Als wir uns unlängst im Fährhafen von Neuharlingersiel aufhielten, fielen uns Lkw auf, die mit der Beschriftung »SPIEKEROOG FRACHT« versehen waren. Unwillkürlich fragten wir uns, was das bedeutet, »fracht«. Zweifellos ein Verb, Infinitiv frachen. Ich frache, er/sie/es fracht und so weiter. So wie in »Spiekeroog, wie es singt und fracht«. Aber was ist das, »frachen«? So was wie fracken? Oder haben wir es einfach nur mit einem Phänomen zu tun, wie es zum Beispiel in jener Metzgerei anzutreffen ist, die als besonderen Service »Schlachte Platte« anbietet, ganz zu schweigen von einem ominösen »Haus gebackener Kuchen«, an dem wir vorbei flanierten? »Getrennt marschieren – zusammen schreiben«, das wußte ja schon Moltke. Oder doch lieber zusammenschreiben, wie es der Duden immer noch weiß?

Fracht rhetorisch: Titanic

 Zahlen, Iris Gleicke,

sind das eine, ihre Deutung das andere. Wenn also die von Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer vorgestellte Studie »Sind wir ein Volk? 25 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit« unter anderem ergeben hat: »Die partiell wohlmeinende Einschätzung der DDR ist vorrangig die Sicht älterer Befragter. Wenn jüngere Ostdeutsche unter 35 Jahren beide Systeme vergleichen, neigt sich die Waagschale eindeutiger zugunsten des wiedervereinigten Deutschlands« – warum ist das dann wohl so?

Ist doch klar: Weil die jetzt Unter-35jährigen im wiedervereinigten Deutschland länger aufbleiben durften. Was ihnen selbstverständlich in der DDR, wenn sie lange genug existiert hätte, auch erlaubt worden wäre.

Heute ohne Fernsehen ins Bett! Titanic

 Ei, Ferrero!

Da bietest Du ganz sortimentbewußt ein Überraschungsei für Mädchen an, und wir, leichtgläubige Opfer des Marktes, greifen zu. Was mag wohl drin sein? Schnell die zartrosa Folie entfernt, doch ach, große Enttäuschung! Dieselbe braunbeigefarbene Kakaozuckerverschalung wie eh und je. Und innen? Dasselbe langweilige Hartplastiktier, nur halt in rosa. Ferrero! So nicht! Wir fordern weiße Schokolade mit einem Hauch von Erdbeer. Und als Überraschung: Haarschleifen, Nagelfeilen, Tampons!

Aber pronto! Deine Trullas auf der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Knappheit

Amüsiert war ich schon sehr, als ein Kumpel, mit dem ich die Ausstellung »Folter in Nordkorea« besuchte, angesichts der Fotos von Hautverbrennungen durch Hochspannungszäune nüchtern feststellte: »Dafür haben sie Strom.«

Markus Riexinger

 Mein lieber Collie

Der Collie meiner Nachbarin darf alles, sie verbietet ihm nichts, läßt alles durchgehen und erhebt niemals Frauchens Stimme, um ihn zur Ordnung zu rufen. Entsprechend verzogen ist der Hund und tanzt ihr auf der Nase herum. Sie nimmt es locker, nennt es scherzhaft antiautoritäre Erziehung – ich hingegen bevorzuge den Begriff Lassie faire.

Thorsten Mausehund

 Meinen Zöglingen zugedacht

Es gibt nicht viel, was man über den Stuttgarter Werbetexter Andreas Maier und den Osnabrücker Pädagogen Daniel Sibbe wissen muß. Der eine ist sich für nichts zu schade, Maier hingegen verlangt hohe Preise für seine immerhin ethisch stets saubere Arbeit. Seit einer geraumen Weile nun machen die beiden sich einen Spaß daraus, mich mit unbeholfenen Invektiven zu necken, gerade so wie Kinder ihren lieben Onkel zwicken, der beim Zeitunglesen auf dem Kanapee eingenickt ist; nicht eigentlich, um ihn zu ärgern, sondern weil sie aus naiver Bewunderung heraus seine Aufmerksamkeit wünschen. Und ich kann’s den Rackern kaum verdenken, wer würde nicht handeln wie die beiden Witt-Fans! Übrigens finden Sie mich auf Facebook, Twitter und neuerdings auch auf meinem Blog. Liken und Folgen nicht vergessen! Danke, macht 1000 Euro.

Valentin Witt

 Die Rache des Professor Rakushi

Als er während seiner Flegeljahre gerade ein Provisorium für einen defekten Simmerring an seinem Mofa benötigte, entsann sich ein Freund seiner seit Jahren verhaßten Zahnspange, die ihm dereinst der Kieferorthopäde Professor Rakushi an der Freiburger Uniklinik angepaßt hatte. Der Freund sägte und hämmerte, doch der widerborstige Materialmix aus Plastik und medizinischem Stahl widersetzte sich hartnäckig. Schließlich zersprang das Ding in tausend Stücke, von denen eines dem Freund eine Wunde in die Stirn riß. Gleich einer Granatenverletzung steckte fortan ein Metallsplitter in seinem Kopf, den selbst der Hausarzt nicht entfernen konnte. Erst nach Jahren trat das Zahnspangenfragment freiwillig zutage, für das die Familie des Freundes bereits ein Synonym gefunden hatte: Als »die Rache des Professor Rakushi« erheiterte es so manche Familienfeier.

Florian Haymann

 Cemeteryview

Zugegeben, es mag wohl etwas pietätlos, wenn nicht sonderbar gewirkt haben, als ich während einer Beerdigung mit Smartphone, Zettel und Stift auf dem Friedhof die Grabreihen ablief. Dabei wollte ich doch nur wissen, wie alt die Aufnahme meines Heimatortes bei Google Earth ist.

Luise Braun