[01.03.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Eine Grußbotschaft von Bundespräsident a.D. Walter Scheel

Hallo, liebe Wählerinnen und Wähler in Deutschland!

Nicht weniger als drei Landtagswahlen stehen uns dieses Jahr ins Haus: Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Württemberg-Hohenzollern. Das ist erst mal eine Menge Politik auf einen Haufen, aber genau das macht eine lebendige Demokratie aus! Ich bitte Sie inständig, wirklich an allen drei Wahlen teilzunehmen, denn wie lautet eine alte Weisheit? Wer nicht wählt, wählt Wirt. Und der macht die Rechnung ohne den mündigen Plebs auf der Straße, der installiert nämlich über Nacht klammheimlich eine Diktatur. Wenn Sie jetzt sagen: "Aber Herr Scheel, mir fehlt es an Zeit, Lust und Geld, in drei verschiedene Bundesländer zu fahren, nur um dort einen Papierzettel auszufüllen!", dann antworte ich mit einem einzelnen Zauberwort. Briefwahl! Einfach mal im Internet informieren. Mildred und ich haben unsere Kreuze jedenfalls schon gemacht. "Tut nicht weh: FDP." Mit dieser Parole bin ich in den 1970er Jahren auf Wahlkampf gegangen. Nun gut, der Bundespräsident wird nicht direkt gewählt – das kann man dem dummen Volk nicht zumuten –; geschadet hat’s trotzdem nicht. Wir hatten damals so Propellerrucksäcke auf, mit denen wir durch die Fußgängerzonen geflogen sind, und mit Bratwurstzangen haben wir Flugblätter verteilt. Für die kleinen Wähler hatte ich immer ein paar Lutschbonbons der Marke Wehner’s Echte in der Bauchtasche. "Danke, Onkel", riefen sie dann brav in die Luft.

Jaja, die Weiber. Helmut Kohl – ein feiner, wenn auch etwas grober Mann! – hatte zeit seines Lebens Pech mit ihnen. Die erste Gemahlin hat nicht gespurt, und die aktuelle … Darüber legen wir besser den Mantel des Schweigens. Nur so viel: Kennen Sie den Film "Misery"? Sei’s drum. Christian Wulff: Huiuiui! Das ist ja so’n "Parfümierter", wie man damals sagte. Aber eine wunderschöne Frau hatte der, mit Tatauierung und Notabitur und allem. Hatte ihm sein damaliger Gagschreiber besorgt. Was hat’s ihm gebracht? Ein Eigenheim, Chauffeur, Buchverträge, Ehrensold, Filzläuse. Da lobe ich mir Mildred, meine treue ausgestopfte Braunbärin. Was fragst du, Mildred? Ob wir den Wahlschein schon abgeschickt haben? Aber sicher. Haha. Was? Klar! Der dicke Postmann auf seinem gelben Wagen hat ihn mitgenommen. Ruhe jetzt!

Abschließend ein Rat an meine jüngeren Landsleute. (Ältere als mich gibt’s ja kaum noch.) Wenn der nächste Valentinstag ansteht: Einfach nicht dran denken!

Herzlich, Ihr


Walter Scheel




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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
28.06.2016 Hamburg, Polittbüro
  Martin Sonneborn
29.06.2016 Hamburg, Polittbüro
  Martin Sonneborn
30.06.2016 Hattingen, Stadtbibliothek
  Thomas Gsella
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier

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Briefe an die Leser

 Himmel, Franz Josef Wagner!

Ja, man wird und wird nicht jünger, wähnt sich manchmal sogar schon nah und näher beim himmlischen Vater – und trotzdem muß ein alter Bild-Bock wie Sie sich so kurz vor dem gemeinsamen Treffen noch mit dem Allerhöchsten anlegen. Und etwa am 30. Mai angesichts quasibiblischer Regenfälle und Sintfluten die dürre Schmierenschreiberfaust drohend gen Himmel schütteln, daß der Morgenschnaps aus dem Glas spritzt, und fragen: »Was alles erlaubt Gott?«

Wir verraten’s Ihnen: alles. Gott erlaubt sogar solche Gestalten wie Sie.

Herzlichst Titanic

 Sicher, Heribert Prantl?

Sah der kürzlich verstorbene Rupert Neudeck, Mitgründer der Hilfsorganisation »Cap Anamur«, wirklich nur aus »wie eine Mischung aus Rübezahl, Marathonläufer, dem heiligen Christophorus und Gottvater«? Nicht auch noch ein bißchen wie Ayatollah Khomeini, Vader Abraham, Papa Schlumpf, der Alm-Öhi, eine Hälfte von ZZ Top und ein Hipster der mittleren 2010er Jahre?

Oder anders gefragt: Hat beim Verfassen Ihres Nachrufs in der SZ vielleicht ein C2H6O-basiertes Getränk eine Rolle gespielt, zu dem in Ihrer Branche durchaus häufiger gegriffen wird?

Für die Feststellung der absoluten Vergleichsuntüchtigkeit bei mehr als 0,0 Promille: Titanic

 Sie, Binali Yıldırım,

erklärten öffentlich, mit der Bundestagsresolution zum Genozid an den Armeniern habe Deutschland einen »historischen Fehler« begangen.

Tja, was sollen wir sagen? Irgendwann ist halt immer das erste Mal.

Mit besten Empfehlungen Titanic

 Geht’s noch, ZDF?!

Wir kommen eines durchschnittlichen Sonntagmorgens angeheitert gegen 6 Uhr nach Hause und frohlocken, weil der Ü16-Klassiker »Halloween – Die Nacht des Grauens« über den Bildschirm flimmert, da brichst Du nach einer halben Stunde einfach ab und sendest diese völlig kranke Freakscheiße um einen nervigen Primaten namens »Coco – der neugierige Affe«. Weißt Du eigentlich, wer um diese Uhrzeit zuschaut?

Hat immer noch den Kater des Grauens: Titanic

 Huhu, Schwimmweltmeister Marco Koch!

Laut Süddeutscher Zeitung ernähren Sie sich »nach dem Konzept ›Vegan mit Fleisch‹« – das ist lustig, basieren unsere Trinkgewohnheiten doch auf dem verwandten Ansatz »Abstinent mit Doppelbock«!

Die »Milch« macht’s! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesundheit

Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben, heißt es. Bei der Thrombose meines Patenonkels hat sich das auf traurige Weise bewahrheitet.

Ernst Jordan

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz

 Verkettung glücklicher Umstände

Die Katze hat letzte Nacht mit viel Radau eine prall gefüllte Blumenvase umgeworfen. Gleichzeitig ist aber auch die Rolle Küchenpapier vom Tisch gefallen und hat die Wasserlache, getreu ihrer Bestimmung, schweigend aufgesaugt.

Dorthe Landschulz