[19.03.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Der letzte Dampfer – Nachruf auf Guido Westerwelle

Zuletzt waren seine Kritiker verstummt. Sie, die über Jahre hinweg keine Gelegenheit versäumten, die schrillen Auftritte der politischen Sonderbegabung Guido Westerwelle mit Häme zu überziehen. Die ihn wie keinen zweiten Hitzkopf auf dem Kieker hatten. Ihn, den Herzliberalen und FDPler aus Überzeugung, der jahrelang das von hartem Gegenwind und Problemhaut in Form geschnitzte Gesicht seiner Partei war. Was seinen Feinden auf die lauteste Weise nicht gelang, erledigte nun still und leise der Krebs. Und plötzlich wollen seine ehemaligen Gegner nichts mehr von ihren Attacken auf die parlamentarische Krawallmaschine Westerwelle wissen. Vergießen Tränen um den einst wegen seiner öffentlichen Präsenz so verspotteten und wegen seiner Ansichten so gehaßten Extrempolitiker. Nun hat er sie alle Lügen gestraft. Hat ihnen gezeigt, daß er die Aufmerksamkeit der Medien nicht braucht, um dem gesellschaftlichen Treiben aus der Ferne zuzusehen. Er, der mit seinen Kampagnen oft auch die Grenze des Peinlichen überschritt. Der auch nerven konnte. Hart. Der sich durch seine schwere Krankheit im Bewußtsein der Öffentlichkeit von einem keifenden Reptil zu einem richtigen Menschen wandelte. Einem, der sogar die Reste der Butter- und Marmeladenportiönchen seines Klinikfrühstücks an die Tafel spenden würde, ohne gleich eine Quittung für die Steuer zu fordern. Vergessen sind nun seine strammen Sprüche – von der "spätrömischen Demenz" über die Ansage "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt’s einen, der das Dampfen regelt, und das bin ich" bis zum legendären Slogan: "Welli wählen!" Ob Big-Brother-Container oder Außenministerium, seine Fehltritte sind verziehen, seine Schwächen werden in mildem Licht gesehen. Vielmehr dürfen nun seine Stärken gerühmt werden. Jetzt, da er dessen nicht mehr gewahr werden kann. Z.B. sein geschicktes Vexierspiel mit den Medien. Oder wie er praktisch im Alleingang die FDP zugrunde gerichtet hat. Oder daß er hinsichtlich neuer Generationen von Politikern beinahe vernünftig wirkte. Doch so sehr seine Kritiker sich nun auch in ihren Respektbekundungen überbieten, den Didi Hallervorden der Politik bringt ihnen niemand mehr zurück. Darauf eine Flasche Pommes!




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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
28.06.2016 Hamburg, Polittbüro
  Martin Sonneborn
29.06.2016 Hamburg, Polittbüro
  Martin Sonneborn
30.06.2016 Hattingen, Stadtbibliothek
  Thomas Gsella
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier

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Briefe an die Leser

 Geht’s noch, ZDF?!

Wir kommen eines durchschnittlichen Sonntagmorgens angeheitert gegen 6 Uhr nach Hause und frohlocken, weil der Ü16-Klassiker »Halloween – Die Nacht des Grauens« über den Bildschirm flimmert, da brichst Du nach einer halben Stunde einfach ab und sendest diese völlig kranke Freakscheiße um einen nervigen Primaten namens »Coco – der neugierige Affe«. Weißt Du eigentlich, wer um diese Uhrzeit zuschaut?

Hat immer noch den Kater des Grauens: Titanic

 Huhu, Schwimmweltmeister Marco Koch!

Laut Süddeutscher Zeitung ernähren Sie sich »nach dem Konzept ›Vegan mit Fleisch‹« – das ist lustig, basieren unsere Trinkgewohnheiten doch auf dem verwandten Ansatz »Abstinent mit Doppelbock«!

Die »Milch« macht’s! Titanic

 Roland Nelles @spiegel.de!

»Komischerweise tritt doch häufiger als gedacht genau das Szenario ein, das zuvor alle Bescheidwisser ausgeschlossen haben (den Autor dieser Zeilen inklusive)«, stellten Sie in einem Kommentar zur möglichen Präsidentschaft Donald Trumps fest. Das bestätigt, was man schon immer ahnte. Ob Redaktionsteam, Geburtstagsgesellschaft oder Freundeskreis: wer Bescheid weiß, schließt Sie aus.

Exklusiv: Titanic

 US-Sängerin Taylor Swift!

US-Sängerin Taylor Swift!

Wie Sie der Vogue verrieten, hatten Sie als Kind den Wunsch, in die beruflichen Fußstapfen Ihres Vaters, Vermögensberater bei einer Tochterfirma der Bank of America, zu treten: »Als ich fünf Jahre alt war, wußte ich, daß mein Vater Börsenmakler ist, aber nicht, was das ist. Trotzdem bin ich zu den Leuten gegangen und habe erzählt, daß ich als Erwachsene Börsenmaklerin werde.« Angesichts des inflationären Gedudels Ihrer Hits im Radio und auf allen Musikkanälen im TV sowie der Geschäftsstrategie, sich die Markenrechte sogar für einzelne Textzeilen Ihrer Lieder sichern zu lassen und von jedem finanziell zu profitieren, der diese zu kommerziellen Zwecken nutzt, seien Sie versichert: Zumindest die Mentalität Ihres kindlichen Traumberufes haben Sie sich auch als Künstlerin zu eigen gemacht.

Ihre Bären und Bullen von Titanic

 Gesetzliche Krankenkasse DAK!

Einerseits ist es lobenswert, daß Du bereits Deine jüngsten Mitglieder zur Gesundheitsfürsorge ermutigst und mit einem Schreiben deren Eltern an die kostenlose Vorsorgeuntersuchung U7a zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat erinnerst. Andererseits mußt Du nicht über steigende Krankenkosten, leere Kassen und aufgebrauchte Reserven jammern, wenn Du dem Schrieb als Give-away eine Packung Malstifte mit dem Warnhinweis »Nicht geeignet für Kinder unter 36 Monaten aufgrund verschluckbarer Kleinteile« beilegst und damit Notfallambulanzen und chirurgischen Praxen volle Wartezimmer bescherst!

Auch für Kleinkinder geeignet: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz

 Verkettung glücklicher Umstände

Die Katze hat letzte Nacht mit viel Radau eine prall gefüllte Blumenvase umgeworfen. Gleichzeitig ist aber auch die Rolle Küchenpapier vom Tisch gefallen und hat die Wasserlache, getreu ihrer Bestimmung, schweigend aufgesaugt.

Dorthe Landschulz

 Geständnis

Ich bin meist überfordert, wenn ich mehr als gar keine Sache auf einmal machen soll.

Theodor Treidler