[13.03.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Alle an die Wand: Neues vom Trickser

Als Terminarbeiter, zumal im kritischen Geschäft, ist es unabdingbar, sich auf seine Pappenheimer verlassen zu können; denn was machen, wenn es keine frischen Skandale gibt und die Landtagswahlen erst heute stattfinden (und, Stichwort AfD bzw. Projekt 18, auch keine Überraschungen bringen werden)? Dann kann – und muß, um nicht zu sagen: darf – ich auf von Altenbockums Jasper zählen, dem pünktlich zum fünften Jahrestag des Unglücks von Fukushima (und dem drohenden Sieg der Grünen in Baden-Württemberg) das „Fukushima-Bürgertum“ eingefallen ist, das so exklusiv von der Energiewende profitiere, „und die Verlierer bleiben Verlierer“. Und das im Verlierer-Organ Frankfurter Allgemeine Zeitung! „Die Energiewende hat zu einer schleichenden Spaltung der deutschen Gesellschaft geführt“, in nämlich oben und unten, und was BDI, CDU und die Marxschen Akkumulationsgesetze nicht geschafft haben, die Energiewende macht’s möglich.

Die nämlich die Interessen der kleinen Leute außer acht läßt, „ausgenommen vielleicht an den Tagen, an denen festgestellt wird, daß das Überangebot an regenerativem Strom, das sich im niedrigen Börsenpreis niederschlägt, nicht beim kleinen Mann in der Stromrechnung ankommt. Gewinner sind vielmehr diejenigen, die in das neue grüne Zeitalter investieren können und eine üppige Rendite einstreichen.“ Rendite, zumal die üppige, ist in der FAZ nicht unbedingt ein Schimpfwort; aber wenn es wer derart unfair treibt wie unser „Energiebürgertum“! Das sich nämlich mit der neuen Energiewirtschaft nur deshalb „identifiziert“, wie Jasper es hohnvoll nennt, „weil ihm die grüne Barmherzigkeit genossenschaftliches Eigentum verschafft, mit dem sich gut und noch besser leben läßt“, während es sich mit Anteilsscheinen der Atomkonzerne jahrzehntelang eher schlecht als recht leben ließ. Das sog. Energiebürgertum „ist deshalb nicht weit vom Einwanderungsbürgertum entfernt, das sich gern mit der Migration identifiziert, weil die nicht gefährdet und in Frage stellt, was bislang seinen Wohlstand und seine Anerkennung sicherte. Die Grünen haben das seit langem als Erfolgsrezept erkannt, haben sich dadurch aber selbst in die Rolle des Sprachrohrs eines, sieht man von diversen Apokalypsen ab, sorgenfreien Mittelstands gedrängt.“

„Neues vom Trickser / Der einen Topjob macht / Als ein Übersetzer / Zwischen Tag und Nacht / Als eine Art Verführer / Im Dazwischensein / Mit Worten wie diesen / Die gemacht sind für uns zwei“ Tocotronic, 2002

Daß ich hier nicht den sorgenfreien grünen Mittelstand verteidigen will, von dem man ja, zwischen Wochenmarkt und Kindergarten, so unbedingt umgeben ist, wird das Publikum sich denken; aber daß Wohlstand gerade dann böse wird, wenn er, wie ausnahmsweise immer, zu Fremdenfreundlichkeit und Atomfeindschaft führt, ist eine dieser rechtsdialektischen Meisterleistungen, für die v. Altenbockum hoffentlich gut und besser bezahlt wird.

„Der Humanismus, auf den sich ein so wieder politisiertes, gutsituiertes Bürgertum beruft, unterscheidet sich in einem signifikanten Punkt von dem des sprichwörtlichen einfachen Mannes. Der trauert am Fukushima-Tag um die vielen Toten einer Naturkatastrophe. Die Ideologisierten trauern dagegen um die Toten einer von ihnen instrumentalisierten technischen Katastrophe, um Tote, die es gar nicht gibt.“ Weil sie halt so narrensicher ist, die Kernenergie, daß die bislang 700 000 Tonnen verstrahltes Wasser doch einfach in Altenbockums Keller gepumpt werden können, und sei’s bloß als Dank für den Beweis, daß auch FAZ-Redakteure und zutiefst homophobe „Sexualschaffner“ (Leo Fischer) ihre Liebe zum einfachen Mann entdecken können.

Und mir damit eine Kolumne aus dem Handgelenk ermöglichen.




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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier
03.07.2016 Aschaffenburg, Stadttheater
  Greser & Lenz und Hauck & Bauer
05.07.2016 Hamburg, Grüner Jäger
  Seddig, Werner, Masztaler, Neft + Stargast Tietze
22.07.2016 Bielefeld, Kulturzentrum Nummer zu Platz
  Stefan Gärtner

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Briefe an die Leser

 Huhu, Verlag Matthes & Seitz!

»Von der Suche nach dem Glück erzählt die Österreicherin Anna Weidenholzer in ihrem neuen Roman ›Weshalb die Herren Seesterne tragen‹. Céline Minard legt mit ›So long, Luise‹ ein zwischen Realität und Fiktion changierendes literarisches Testament vor, und der satirische Polit-Thriller ›2017‹ der Russin Olga Slawnikowa entlarvt eine Welt von Korruption, unermeßlichem Reichtum und politischer Unterdrückung im Rußland der Gegenwart und nahen Zukunft.«

Die Suche nach dem Glück, ein literarisches Testament zwischen Realität und Fiktion, eine Politthrillersatire übers korrupte Rußland: könnte man, Verlag Matthes & Seitz, sagen, daß Du der Verlag der wirklich heißen Eisen bist?

Coole Grüße von Titanic

 Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Zum Clinch zwischen Ihrer Partei und ihrer unansehnlichen Schwester aus Bayern schwafelten Sie im Tagesspiegel: »Wir können Vertrauen nur zurückgewinnen, wenn CDU und CSU gemeinsam nach vorne diskutieren und Lösungen für konkrete Probleme finden.«
Einmal angenommen, Sie finden in der CSU tatsächlich jemanden, der bereit ist, sich mit Ihnen zu treffen, vielleicht sogar jemanden mit einer ähnlich bizarren Brille wie der Ihren, und Sie beide stellen sich dann so hin, daß Sie nach vorne diskutieren, nämlich nebeneinander: Reden Sie dann nicht eigentlich aneinander vorbei? Ja? Auch egal. Titanic

 Sie, Larry Kasanoff,

haben sich unter anderem mit der Verfilmung des Videospiels »Mortal Kombat« einen Namen gemacht und sind damit zweifellos der richtige Produzent für die geplante Leinwandtrilogie »Tetris – the Movie«. Seit dieser Ankündigung bewegen uns allerdings einige Fragen, wie etwa: Warum keine Tetralogie? Werden das Quadrat und das L-förmige Teil jemals zueinanderfinden? Wird der Soundtrack mit fortschreitender Filmdauer immer schneller?

Völlig sicher ist sich allerdings, daß der Streifen ein echter Blockbuster wird: Titanic

 Übrigens, Markus Söder!

Nach Ihren Verkleidungen 2012ff. als – Wikipedia listet es akribisch auf – Punk, Drag Queen, Shrek, Mahatma Gandhi und Edmund Stoiber freut sich schon darauf, Sie fluterprobten bayerischen Heimatminister bei der nächsten Fastnacht als wahlweise Franziska van Almsick oder Clownfisch Nemo zu sehen: Titanic

 Himmel, Franz Josef Wagner!

Ja, man wird und wird nicht jünger, wähnt sich manchmal sogar schon nah und näher beim himmlischen Vater – und trotzdem muß ein alter Bild-Bock wie Sie sich so kurz vor dem gemeinsamen Treffen noch mit dem Allerhöchsten anlegen. Und etwa am 30. Mai angesichts quasibiblischer Regenfälle und Sintfluten die dürre Schmierenschreiberfaust drohend gen Himmel schütteln, daß der Morgenschnaps aus dem Glas spritzt, und fragen: »Was alles erlaubt Gott?«

Wir verraten’s Ihnen: alles. Gott erlaubt sogar solche Gestalten wie Sie.

Herzlichst Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Im Jetzt leben

Wenn Du die Zeit spüren willst, sei ungeduldig.

Michael Höfler

 Gesundheit

Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben, heißt es. Bei der Thrombose meines Patenonkels hat sich das auf traurige Weise bewahrheitet.

Ernst Jordan

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz