Die Sex-Akte Diekmann
Olàlà: der Bild-Chef ganz intim!
(Seite 3 von 3)
Lehrreich wäre es für diesen größten Fickgeschichtenerzähler, den die europäische Literaturgeschichte verzeichnet, wenn er wieder einmal
selbst in die Schlagzeilen geriete und endlich alles ins Gesicht zurückgespritzt kriegte, was er den Opfern seines beruflichen Werdegangs mit der brutalen
Zurschaustellung und dem publizistischen Ausschlecken ihres Genitalbereichs und ihrer Bettwäsche angetan hat. Wie ist Kai Diekmann im Bett? Hat er jemals Sex mit
flüchtigen Bekannten gehabt? Oder immer nur in die Röhre gekuckt, wenn seine Kumpels sich mit ihren Bumskontakten brüsteten? Geht ihm einer ab, wenn er
daran denkt, wie er die Vergangenheit der Katharina B. durch den Schmodder seiner Profession gezerrt hat? Was macht Kai Diekmann scharf? Hat er am Ende eines Tages ohne
neue Sex-Enthüllungen Orgasmusschwierigkeiten? Was empfindet er beim Anblick der Latex-Luder im Inseratenteil seiner Zeitung? Ist es wahr, daß er sich schon
wenige Tage nach seiner Ernennung zum Chefredakteur keinen runtergeholt hat? Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Und das interessiert einen doch, bei einem Mann,
dessen journalistische Spürnase nun schon so oft in Dieter Bohlens Unterhose etwas gewittert hat. Stimmt es, daß Kai Diekmann heterosexuell ist und drei
Arschbacken besitzt? Die Öffentlichkeit will es jetzt endlich wissen. Hosen runter! Heraus mit der Sex-Akte Diekmann!
Im Auftrag von TITANIC haben führende Privatdetekteien weltweit 2,3 Milliarden geschlechtsreifen Frauen ein Foto von Kai Diekmann vorgelegt und sie gefragt,
ob sie mit diesem Mann schon einmal einen Bumskontakt gepflogen hätten, und wenn ja, ob Kai Diekmann für sie nur ein Sex-Spielzeug gewesen sei. Das Ergebnis
der Umfrage ist niederschmetternd: 2, 299 999 999 Milliarden Frauen haben ihre Unschuld beteuert, und nur eine einzige alte, -kurzsichtige thailändische
Reisbäuerin räumte ein, daß sie sich ihrer Sache da nicht ganz so sicher sei.
***
So und nicht anders wird das Proletariat dereinst seinen
Sieg über den Kapitalismus und die Penis-Presse
feiern,
während das im Kerker schmachtende Paparazzigeschmeiß
um Gnade winselt.
Wär’s möglich, daß Kai Diek mann als oberster Ausposauner privater Bumskontakte seinerseits noch eine Jungfrau ist und diesen Umstand schamlos vor aller Welt ver heimlicht? Es wird immer schmutziger, verworrener. Wir haben Herrn Dr. med. Eduard Hofspaten gefragt, einen Sexualwissenschaftler, der in seiner Privatklinik in Linz Geisteskranke zu therapieren versucht, die sich zwanghaft in das Geschlechtsleben ihrer Mitbürger einmischen. TITANIC: Herr Dr. Hofspaten, bei uns in Deutschland gibt es eine Tageszeitung, die… Hofspaten: Schon klar. TITANIC: Und an deren Spitze steht ein Mann, der… Hofspaten: Ja, der Kai Diekmann, auf den wart ich noch. Wissen S’, ich praktizier hier jetzt seit 1953, seit ich die Klinik von meinem Vater übernommen hab, und der hat hier schon ausgeschiedenes Personal der Stunde und des Stürmers behandelt, und da werd ich auch den Diekmann noch verkraften. TITANIC: Halten Sie Kai Diekmann für therapierbar? Hofspaten: Das hängt allein vom Eisengehalt seines Willens ab. Schaun S’, der Mann ist ja nicht verrückt, der verdient sich doch doof und dämlich, solang er in anderer Leut’ Schamregion Schlitten fährt. Zu mir kommen nur die alten Huren des Betriebs, die auf ihre alten Tage Betschwestern werden wollen, und denen stell ich dann ihr Zertifikat aus, daß sie ab sofort auch in der Meinungsspalte herumhuren dürfen. Menschenskinder, dafür krieg ich doch mein Geld, daß ich das möglich mache! TITANIC: Ach? Und von wem? Hofspaten: Das geht Sie gar nichts an. TITANIC: Aber Sie haben doch eben gesagt… Hofspaten: Ich sag jetzt überhaupt nichts mehr.
Aha, aha, aha! Hat der BND seine Finger im Spiel? In welchen Kanälen ist die Sex-Akte Diekmann ver schwunden? Was verschweigt Friede Springer? Ist sie mehr als ein Sex-Spielzeug? Hat sie jemals Sex mit flüchtigen Bekannten gehabt? Und was würde ein privater Schwanzvergleich zwischen Kai Diek-mann und Mathias Döpfner ergeben, den obersten Herren der Berichterstattung über das Geschlechtsleben einer möglicherweise vergewaltigten Frau, die sie von Kiel bis Dresden an ihren Schamhaaren durch die Gosse gezerrt haben?
Als prominenter Gesichtspulloverträger und Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitutes erklärten Sie uns im Hörfunk-Interview ein weiteres Mal die unberechenbaren Kapriolen des Kapitals: »Das Kapital hat mittlerweile Angst, in Länder wie Portugal, Spanien, Irland zu gehen und dort zu investieren. Gut daran ist für uns, daß das Kapital bei uns bleibt. Statt daß wir Geld exportieren, damit andere unsere Autos und Maschinen kaufen, können wir jetzt selbst unsere Autos – äh, Autos haben wir schon genug – und Maschinen kaufen.« Sinn, das ergibt aber nur dann einen solchen, wenn wir nicht auch schon genug Maschinen haben, oder? Kleiner Hinweis: An Sprechmaschinen wie Ihnen mangelt’s uns keinesfalls.
Titanic
Durs Grünbein!
Ihr jüngstes Werk (»Aroma. Ein römisches Zeichenbuch«) scheint es in sich zu haben, wenn man der Ankündigung des Verlagshauses Suhrkamp glauben darf: »Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.« Und zwar so: »Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen / dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war, / Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen« usw. usf.; Sie wissen ja selbst am besten, was Ihnen da wieder einmal von irgendwoher in die Feder geflossen ist. Bei aller Bewunderung für die Kühnheit, mit der Sie den zwar nicht wohlklingenden, aber doch »wohligen Phototropismus« in die deutsche Dichtkunst einführen, und bei allem Respekt vor der sportlichen Leistung, sich in Vers und Prosa einer Ewigen Stadt zu stellen, an der sich schon viele Eroberer von ganz anderem Format die Zähne ausgebissen haben – kurzum: Bei aller geheuchelten Hochachtung vor Ihrer lachhaften Großmannssucht läßt uns die Frage nicht los, was Sie als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart wohl täten, wenn es keine Ewigen Städte zu bedichten gäbe, sondern nur, sagen wir mal: Pritzwalk. Oder Neu-Isenburg. Oder Hamm in Westfalen. Städten dieses Kleinkalibers – es tut uns leid, Ihnen das so deutlich sagen zu müssen – wären Sie als Dichter nicht gewachsen. Aber dafür – kleiner Trost – können Sie immerhin so possierlich mit Riesengewichten aus Pappmaché jonglieren, daß es für Ihren Lebensunterhalt reicht. Und das ist ja auch was wert. Weiterhin einen wohligen Phototropismus wünscht
Titanic
Verehrte Nachrichtenagentur AP!
In der Bewertung von Sachverhalten müssen wir ja nicht immer übereinstimmen. Aber semantisch in Ordnung sollten Deine Meldungen doch sein. Bei Meinungsverschiedenheiten auf der Hamburger Schanze schriebst Du kürzlich: »Bei den Krawallen wurden zwölf Beamte von Flaschen getroffen und verletzt.« Das kann schon mal gar nicht stimmen, denn wenn die Demonstranten getroffen haben, dann können sie keine Flaschen sein. Außerdem wäre ja mal interessant gewesen: Womit haben die eigentlich geworfen? Immer genug Zielwasser an Bord:
Titanic
Jungministerin Schröder!
Nun durften Sie also den berühmten Focus-Fragebogen ausfüllen und dort erklären, man könne Sie »so schnell in keine Schublade stecken« – was Ihre erstaunlich ausgefallenen Antworten auch beweisen: Sie werden angetrieben von der »Freude, etwas zu gestalten«, sehen gern die »Lindenstraße«, zappen weg bei »langweiligen politischen Talkshows«, und Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte ist »Sophie Scholl«. Sie haben recht, Frau Schröder, solche Antworten liegen nicht in irgendeiner Schublade – die bekommt man direkt von der Stange. Aber dann, auf die Frage »Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?«, sagen Sie doch etwas Interessantes: »Mit Frau Reich-Ranicki, damit ich mich mal richtig mit ihrem Mann unterhalten kann.« Und wissen Sie was, Kristina Schröder? Genau diesen alten Chauvi und cholerischen Mundverbieter wünschen wir uns manchmal ebenfalls herbei, wenn Sie das Wort ergreifen! Grüße aus der unteren Schublade:
Titanic
Huhu, Julia Roberts!
Allenfalls mäßig originell ist es, daß Sie sich nicht wie andere Prominente mit Kabbala, Pilates oder Scientology beschäftigen, sondern sich laut der amerikanischen Elle »dem hinduistischen Glauben angeschlossen« haben. »Regelmäßig«, so erfahren wir dort, bewegen Sie also Ihre fünfköpfige Familie zum Singen und Beten zu einem hinduistischen Tempel, um im nächsten Leben »als ein ruhigeres und leiseres Wesen wiedergeboren zu werden«. Das ist zweifelsohne ehrenwert – aber warum warten und nicht einfach gleich zu Hause bleiben und die Schnüß halten? Simplify your life c/o
Wenn ich wieder einmal meinen Schlüssel in der Wohnung vergessen habe, die Liebste in ebendieser Wohnung wieder einmal so tief schläft, daß sie mein Sturmläuten nicht hört, und ich, um das Unglück zu komplettieren, keine Übernachtungsalternative aufstellen kann, weshalb ich mir eine Nacht lang vor der Haustür die Beine in den Bauch stehe, dann ist das meine höchstpersönliche Art eines One-Night-Stands. Ist aber weniger aufregend, als es sich anhört.
Sebastian Klug
My generation
»Hast du mal Ibsen gelesen?« – »Nö, dieses Känguruh fand ich total bescheuert. Und die Gimmicks waren eh nur was für Jungs.«
Tibor Rácskai
Produktidentifikation
Nicht ungern schaue ich fremden Menschen in den Einkaufswagen und bilde mir Vorurteile über Wesen und Lebensweise dieser Menschen. Manchmal schweifen meine Gedanken beim Anblick des Kaufguts ins Philosophische. So wurde die alte Frage in mir wach, ob nun das Sein das Bewußtsein bestimme oder andersrum, als eine deutlich adipöse Frau neben zwei 1,5-Liter-Sixpacks Cola auch Küchenrollen der Marke »Dick&Durstig« dabeihatte.
Karsten Stölzgen
Im Sportfernsehen
Freund zappt sich durch das nächtliche Programm, landet bei den »Sexy Sport Clips« auf DSF. Freundin neben ihm wird wach, im TV räkelt sich gerade eine halbnackte Blondine in einer Turnhalle unter einem Tennisnetz. Freundin: »Oh, sind schon wieder Paralympics?«
Ina Zone
Meine Aura
Über diese modischen Yogi Tees mit ihren raunenden Klappentexten und fehlenden Bindestrichen schmunzle ich, aber sie schmecken gut. Neulich probierte ich den Aura Tee. Schon am der Tasse folgenden Tag trat eine Frau mit Esoterik-Hintergrund auf mich zu und teilte mir mit, sie betrachte gerade meine klar umrissene Aura – die im übrigen ziemlich gut aussähe. Jetzt denke ich darüber nach, doch auch mal den Frauen Fitness Tee zu probieren.