Die Sex-Akte Diekmann
Olàlà: der Bild-Chef ganz intim!
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Lehrreich wäre es für diesen größten Fickgeschichtenerzähler, den die europäische Literaturgeschichte verzeichnet, wenn er wieder einmal selbst in die Schlagzeilen geriete und endlich alles ins Gesicht zurückgespritzt kriegte, was er den Opfern seines beruflichen Werdegangs mit der brutalen Zurschaustellung und dem publizistischen Ausschlecken ihres Genitalbereichs und ihrer Bettwäsche angetan hat. Wie ist Kai Diekmann im Bett? Hat er jemals Sex mit flüchtigen Bekannten gehabt? Oder immer nur in die Röhre gekuckt, wenn seine Kumpels sich mit ihren Bumskontakten brüsteten? Geht ihm einer ab, wenn er daran denkt, wie er die Vergangenheit der Katharina B. durch den Schmodder seiner Profession gezerrt hat? Was macht Kai Diekmann scharf? Hat er am Ende eines Tages ohne neue Sex-Enthüllungen Orgasmusschwierigkeiten? Was empfindet er beim Anblick der Latex-Luder im Inseratenteil seiner Zeitung? Ist es wahr, daß er sich schon wenige Tage nach seiner Ernennung zum Chefredakteur keinen runtergeholt hat? Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Und das interessiert einen doch, bei einem Mann, dessen journalistische Spürnase nun schon so oft in Dieter Bohlens Unterhose etwas gewittert hat. Stimmt es, daß Kai Diekmann heterosexuell ist und drei Arschbacken besitzt? Die Öffentlichkeit will es jetzt endlich wissen. Hosen runter! Heraus mit der Sex-Akte Diekmann!
Im Auftrag von TITANIC haben führende Privatdetekteien weltweit 2,3 Milliarden geschlechtsreifen Frauen ein Foto von Kai Diekmann vorgelegt und sie gefragt, ob sie mit diesem Mann schon einmal einen Bumskontakt gepflogen hätten, und wenn ja, ob Kai Diekmann für sie nur ein Sex-Spielzeug gewesen sei. Das Ergebnis der Umfrage ist niederschmetternd: 2, 299 999 999 Milliarden Frauen haben ihre Unschuld beteuert, und nur eine einzige alte, -kurzsichtige thailändische Reisbäuerin räumte ein, daß sie sich ihrer Sache da nicht ganz so sicher sei.

***


So und nicht anders wird das Proletariat dereinst seinen
Sieg über den Kapitalismus und die Penis-Presse feiern,
während das im Kerker schmachtende Paparazzigeschmeiß
um Gnade winselt.
Wär’s möglich, daß Kai Diek mann als oberster Ausposauner privater Bumskontakte seinerseits noch eine Jungfrau ist und diesen Umstand schamlos vor aller Welt ver heimlicht? Es wird immer schmutziger, verworrener. Wir haben Herrn Dr. med. Eduard Hofspaten gefragt, einen Sexualwissenschaftler, der in seiner Privatklinik in Linz Geisteskranke zu therapieren versucht, die sich zwanghaft in das Geschlechtsleben ihrer Mitbürger einmischen.
TITANIC: Herr Dr. Hofspaten, bei uns in Deutschland gibt es eine Tageszeitung, die…
Hofspaten: Schon klar.
TITANIC: Und an deren Spitze steht ein Mann, der…
Hofspaten: Ja, der Kai Diekmann, auf den wart ich noch. Wissen S’, ich praktizier hier jetzt seit 1953, seit ich die Klinik von meinem Vater übernommen hab, und der hat hier schon ausgeschiedenes Personal der Stunde und des Stürmers behandelt, und da werd ich auch den Diekmann noch verkraften.
TITANIC: Halten Sie Kai Diekmann für therapierbar?
Hofspaten: Das hängt allein vom Eisengehalt seines Willens ab. Schaun S’, der Mann ist ja nicht verrückt, der verdient sich doch doof und dämlich, solang er in anderer Leut’ Schamregion Schlitten fährt. Zu mir kommen nur die alten Huren des Betriebs, die auf ihre alten Tage Betschwestern werden wollen, und denen stell ich dann ihr Zertifikat aus, daß sie ab sofort auch in der Meinungsspalte herumhuren dürfen. Menschenskinder, dafür krieg ich doch mein Geld, daß ich das möglich mache!
TITANIC: Ach? Und von wem?
Hofspaten: Das geht Sie gar nichts an.
TITANIC: Aber Sie haben doch eben gesagt…
Hofspaten: Ich sag jetzt überhaupt nichts mehr.

Aha, aha, aha! Hat der BND seine Finger im Spiel? In welchen Kanälen ist die Sex-Akte Diekmann ver schwunden? Was verschweigt Friede Springer? Ist sie mehr als ein Sex-Spielzeug? Hat sie jemals Sex mit flüchtigen Bekannten gehabt? Und was würde ein privater Schwanzvergleich zwischen Kai Diek-mann und Mathias Döpfner ergeben, den obersten Herren der Berichterstattung über das Geschlechtsleben einer möglicherweise vergewaltigten Frau, die sie von Kiel bis Dresden an ihren Schamhaaren durch die Gosse gezerrt haben?

Zwei Zentimeter mehr da rüber im nächsten Heft.


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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
16.05.2012 München, Vereinsheim
  Stefan Gärtner: »Deutschlandmeise« (fällt aus!)
19.05.2012 Frankfurt, Zoom (vorm. Sinkkasten)
  Thomas Gsella
22.05.2012 Koblenz, Buchhandlung Heimes
  Thomas Gsella
23.05.2012 A-Linz, Posthof
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Zuverlässiger Kumpel Weltgeist!

Den Psychologen mit Namen Steven Feelgood hast Du schon ziemlich gut hinbekommen. Daß dieser Mann aus Australien sich aber sozialtherapeutisch just in Brandenburg, in einem Gefängnis, obendrein um die ganz schlimmen Gewalt- und Sexualstraftäter kümmert, ist das nun Plan-Übererfüllung oder purer Rock ’n’ Roll?

Fragt Deine

Titanic

 »Autor« und »Frontmann« Sven Regener!

Mit Ihrer Wutrede gegen diese Runterlader mit ihrer gemeinen Umsonst-Mentalität haben Sie mächtig Wirbel erzeugt. Wir wollten aber zur Sicherheit noch mal nachfragen: Der Name der Band, der Sie seit Ewigkeiten vorstehen, lautete der nicht irgendwie so linksautonom und voll evil »Element of Crime«?

ROFL

Titanic

 Hallo Lidl!

Du botst neulich in Deinem Prospekt unter der Überschrift »Lernen, Spielen, Spaß haben!« einen »Mitwachsenden Drehstuhl« für eine »Körpergröße von 1,19 bis 1,59 m«, also die heranreifende Jugend an. Aber, Lidl, wäre für diese Zielgruppe ein mitwichsender Drehstuhl nicht irgendwie attraktiver gewesen?

Lernen, rumspielen, Spaß haben:

Titanic

 Sehr geehrte Sophia Thomalla, c/o »Playboy«!

»Ich mag es rough«, gestanden Sie (22) der Bild anläßlich Ihrer Nacktfotostrecke im Folterkeller eines österreichischen Schlosses: »Da wird der eine oder andere auch mal schlucken, aber wir fanden es geil.« Sehr schön. Und sonst? »Da muß man schon mal schlucken, wenn man in eine Folterkammer kommt.« Wieso, was denkt man denn da? »Da denkt man schon, das ist ein bißchen rough, aber das wollten wir ja.« Schluck. War denn der Zeitpunkt fürs Fotografieren der richtige?  »Einen besseren Körper kriege ich nicht. Der wird über die Jahre nicht besser.« Rough! Und apropos Körper: Auch das Oberstübchen wird über die Jahre nicht besser, machen Sie sich also lieber auf weitere roughe Wortwiederholungsschleifen gefaßt und auf noch mehr Schluckauf bei der Synonymfindung.

Wird aber auch nicht besser:

Titanic

 Andreas Maier, Schriftsteller!

Ihren vorletzten Roman nannten Sie »Das Zimmer«, Ihr letzter heißt einfach »Das Haus«, und nach allem, was man so hört, arbeiten Sie derzeit eifrig an »Die Straße«. Doch fehlt da nicht noch allerhand Entscheidendes? Wir warten jedenfalls sehnsüchtig auf das Erscheinen von »Die Diele«, »Das großzügige Bad mit Dusche und WC«, »Der größere der beiden Gemeinschaftsräume, der auch zum Trocknen genutzt werden kann« sowie natürlich auf »Der gepflasterte kleine Weg, der vom Hauseingang direkt zum Garagentor führt«.

Winkt mit dem Zaunpfahl neben dem Komposthaufen:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

 Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger

 Oft mißverstanden

Schaltjahre sind keine Herrenjahre.

Zülfükar Tosun

 Kontaktleiche

Ich nehme mir regelmäßig vor, mein Telefonbuch von den Nummern derjenigen unzähligen Personen zu säubern, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu schaffen habe. Und dann überkommt mich jedes Mal eine Art von schlechtem Gewissen: Was, wenn es wider Erwarten zu einer erneuten Kontaktaufnahme kommen, wenn er oder sie sich doch wieder einmal melden sollte? Da wäre es doch gut zu wissen, wer anklingelt, damit ich dann nicht versehentlich abhebe.

Sebastian Klug

 Geschmacksfrage

Kein geistig gesunder Mensch käme heute auf die Idee, sich dauerhaft ein Hitlerbärtchen stehenzulassen. Eigentlich schade, daß sich der Führer damals keine Ed-Hardy-Kappe auf die gegelten Haare gelegt hat.

Christian Martin