POLITIK IM SOMMER
Mensch Angie!
Biographische Schnappschüsse

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Angela Merkel wird, wie es aussieht, die erste Kanzlerin der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik (Deutschland). Jeder kennt sie als disziplinierte, von Machtgelüsten zerfressene Ärmelschonerin und femme banale, aber was ist Angela Merkel privat? Bzw. wer (wie)?


Als Angela Dorothea Merkel am 17. Juni 1954 in Hamburg geboren wird, sieht sie aus wie aus dem Feuerwehrteich gefischt. Die Eltern nehmen es mit Fassung und danken Gott trotzdem. Angelas Vater ist evangelischer Pfarrer, ihre Mutter seine Frau und eine miserable Köchin. "Von meinen Eltern habe ich viel gelernt", wird sich Angela später erinnern. "Das Kochen von meiner Mutter und daß gegessen wird, was auf den Tisch kommt, von meinem Vater." Noch im Jahr von Angelas Geburt zieht die Familie in die Walachei/DDR.

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In der Schule tut sich Angela Kasner, wie sie sich damals nennt, durch gutes Wissen in den Fächern Diverses und Sozialismus hervor, kann aber auch gut mit zwei Fingern gleichzeitig in der Nase bohren, bis es blutet. "Der Konflikt mit der Staatsmacht war hier praktisch schon vorprogrammiert", behauptet die versierte Dialektikerin noch heute (geschwindelt).

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Mit zwölf erfolgt ordnungsgemäß der Eintritt in die Pubertät. Angela verliebt sich unsterblich, weiß aber nicht genau, in wen. Zwei Wochen später ist alles aus und Angelas kleines Herz aus Stein zum ersten Mal gebrochen. Traurig schreibt sie in ihr Tagebuch: "Die Politik hat deshalb die Aufgabe, Rahmenbedingungen und Entscheidungsspielräume zu schaffen, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, ihren persönlichen Lebensentwurf soweit wie möglich Wirklichkeit werden zu lassen."

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In der achten Klasse gewinnt Angela bei der Russisch-Olympiade eine Fahrt mit dem Freundschaftszug nach Nirgendwo (UdSSR). "Dawaisein war alles!" schmunzelt Dr. Merkel viele Jahre später und schwelgt in süßen Erinnerungen an Väterchen Stalin, das berühmte Moskauer Kaufhaus Harrod's und einen überraschenden Orgasmus auf dem Roten Platz. "Es war dann aber doch nur Sodbrennen" - sic transit Gloria Estefan…

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In der neunten Klasse aber: nichts.

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Nach dem hervorragend bestandenen Abitur reist sie mit dem Rucksack zur nächsten Konsum-Filiale: "Haben Sie keine Karena-Limonade?" - "Keine Karena-Limonade gibt's nebenan, wir haben kein Tüff-Rasierwasser!" Enttäuscht kauft sie keinen Fetzer-Schokoriegel. Weite Welt sieht anders aus…

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Ihren achtzehnmonatigen Ehrendienst an der Waffe leistet sie dann ohne Murren, obwohl sie gegen den Imperialismus eigentlich gar nichts einzuwenden hat. Als Flurfunkerin zeichnet sie sich durch hohe Einsatzbereitschaft und guten Gehorsam aus: "Der Genosse Erwin hat heute schon dreimal gewichst! Aber die Stiefel sind immer noch nicht blank!" Nach Ende ihrer Dienstzeit möchte sie gerne an die Ostfront, da stellt sich bei einer Routineuntersuchung heraus: Sie ist ein Mädchen! Ein Schock, zuerst, doch auch Erleichterung: Nie wieder muß sie sich wegen ihres extrem kleinen Kanonenröhrchens hänseln lassen.


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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
16.05.2012 München, Vereinsheim
  Stefan Gärtner: »Deutschlandmeise« (fällt aus!)
19.05.2012 Frankfurt, Zoom (vorm. Sinkkasten)
  Thomas Gsella
22.05.2012 Koblenz, Buchhandlung Heimes
  Thomas Gsella
23.05.2012 A-Linz, Posthof
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Zuverlässiger Kumpel Weltgeist!

Den Psychologen mit Namen Steven Feelgood hast Du schon ziemlich gut hinbekommen. Daß dieser Mann aus Australien sich aber sozialtherapeutisch just in Brandenburg, in einem Gefängnis, obendrein um die ganz schlimmen Gewalt- und Sexualstraftäter kümmert, ist das nun Plan-Übererfüllung oder purer Rock ’n’ Roll?

Fragt Deine

Titanic

 »Autor« und »Frontmann« Sven Regener!

Mit Ihrer Wutrede gegen diese Runterlader mit ihrer gemeinen Umsonst-Mentalität haben Sie mächtig Wirbel erzeugt. Wir wollten aber zur Sicherheit noch mal nachfragen: Der Name der Band, der Sie seit Ewigkeiten vorstehen, lautete der nicht irgendwie so linksautonom und voll evil »Element of Crime«?

ROFL

Titanic

 Hallo Lidl!

Du botst neulich in Deinem Prospekt unter der Überschrift »Lernen, Spielen, Spaß haben!« einen »Mitwachsenden Drehstuhl« für eine »Körpergröße von 1,19 bis 1,59 m«, also die heranreifende Jugend an. Aber, Lidl, wäre für diese Zielgruppe ein mitwichsender Drehstuhl nicht irgendwie attraktiver gewesen?

Lernen, rumspielen, Spaß haben:

Titanic

 Sehr geehrte Sophia Thomalla, c/o »Playboy«!

»Ich mag es rough«, gestanden Sie (22) der Bild anläßlich Ihrer Nacktfotostrecke im Folterkeller eines österreichischen Schlosses: »Da wird der eine oder andere auch mal schlucken, aber wir fanden es geil.« Sehr schön. Und sonst? »Da muß man schon mal schlucken, wenn man in eine Folterkammer kommt.« Wieso, was denkt man denn da? »Da denkt man schon, das ist ein bißchen rough, aber das wollten wir ja.« Schluck. War denn der Zeitpunkt fürs Fotografieren der richtige?  »Einen besseren Körper kriege ich nicht. Der wird über die Jahre nicht besser.« Rough! Und apropos Körper: Auch das Oberstübchen wird über die Jahre nicht besser, machen Sie sich also lieber auf weitere roughe Wortwiederholungsschleifen gefaßt und auf noch mehr Schluckauf bei der Synonymfindung.

Wird aber auch nicht besser:

Titanic

 Andreas Maier, Schriftsteller!

Ihren vorletzten Roman nannten Sie »Das Zimmer«, Ihr letzter heißt einfach »Das Haus«, und nach allem, was man so hört, arbeiten Sie derzeit eifrig an »Die Straße«. Doch fehlt da nicht noch allerhand Entscheidendes? Wir warten jedenfalls sehnsüchtig auf das Erscheinen von »Die Diele«, »Das großzügige Bad mit Dusche und WC«, »Der größere der beiden Gemeinschaftsräume, der auch zum Trocknen genutzt werden kann« sowie natürlich auf »Der gepflasterte kleine Weg, der vom Hauseingang direkt zum Garagentor führt«.

Winkt mit dem Zaunpfahl neben dem Komposthaufen:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

 Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger

 Oft mißverstanden

Schaltjahre sind keine Herrenjahre.

Zülfükar Tosun

 Kontaktleiche

Ich nehme mir regelmäßig vor, mein Telefonbuch von den Nummern derjenigen unzähligen Personen zu säubern, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu schaffen habe. Und dann überkommt mich jedes Mal eine Art von schlechtem Gewissen: Was, wenn es wider Erwarten zu einer erneuten Kontaktaufnahme kommen, wenn er oder sie sich doch wieder einmal melden sollte? Da wäre es doch gut zu wissen, wer anklingelt, damit ich dann nicht versehentlich abhebe.

Sebastian Klug

 Geschmacksfrage

Kein geistig gesunder Mensch käme heute auf die Idee, sich dauerhaft ein Hitlerbärtchen stehenzulassen. Eigentlich schade, daß sich der Führer damals keine Ed-Hardy-Kappe auf die gegelten Haare gelegt hat.

Christian Martin