"Der Alkohol hat auf ihn sehr gewirkt..." Marcel Reich-Ranicki im TITANIC-Gespräch über Bier und Rotwein, Martin Walser und
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Schröder (sinnlos) Ja, man muß schon wissen, wo der Bartel den Most holt, nicht? Reich-Ranicki So ungefähr. Also, wie stellen Sie sich das nun vor mit diesem Bündnis für Kultur. Soll das bald auf die Beine gestellt werden? Schröder Ja, ich denke mal, so in ein, zwei Monaten, nich? Reich-Ranicki Im August, jetzt haben wir Juni… Schröder Da muß man natürlich erst mal kucken, daß man sich vielleicht mal zusammensetzt, ein bißchen redet, einen Cognac trinkt. (träumerisch) Ich kann mir auch so was wie einen literarischen Zirkel ganz gut vorstellen, wo man mal wieder zu der Tradition zurückkehrt, sich gegenseitig Bücher vorzulesen. Reich-Ranicki Jaja, dafür bin ich ganz und gar zu haben. Schröder Nicht? Über Walser herziehen, hahaha. Reich-Ranicki Ach, man muß gar nicht viel herziehen. Es ist eher nötig, das Gute hervorzuheben im Augenblick. (reserviert) Ich hab gar keine Lust, dem Walser zu antworten. Das Buch ist ja so schändlich! Wenn es nur diese antisemitischen Akzente hätte, aber es ist auch miserabel geschrieben. Schröder Kann das vielleicht sein, daß der vielleicht jetzt so langsam geistig umnachtet? Reich-Ranicki Nein, geistig umnachtet ist nicht das richtige Wort. Es ist was ganz anderes.
Schröder Verrückt? Reich-Ranicki (sehr vorwurfsvoll) Er trinkt! Er trinkt wahnsinnig viel. Und das ist allgemein bekannt, denn er kann keine Veranstaltung, keine Lesung machen, ohne dabei zu trinken, und - das Wichtigste - er macht ab und zu, wie wir alle, Lesungen um 11 Uhr vormittags, und schon da hat er eine Pulle Rotwein auf dem Tisch stehen. Um 11 Uhr vormittags, bitte! Der Alkohol hat auf ihn sehr gewirkt, das ist gar keine Frage. Schröder Naja, ich trink auch gern mal so um 11 Uhr was, nich? Reich-Ranicki (entsetzt) Vormittags um 11? Das ist zu früh! Schröder Aber, ich hab die Fahne bei der Diskussion auch gerochen. Das ist eine Geißel, die wird die Menschheit niemals loswerden, nich, der Alkohol.
Daß Mannschaften bei einer Weltmeisterschaft ausscheiden, liegt in der Natur der Sache, daß es die deutsche traf, war auch nicht richtig überraschend. Überraschend eigentlich nur das Echo im Blätterwald: »Aus der Traum!« (Bild), »Aus der Traum!« (Berliner Kurier), »Aus den Träumen geballert« (B.Z.), »Aus der Traum« (Welt kompakt), »Aus der Traum« (Financial Times Deutschland), »Der Traum ist aus« (Berliner Zeitung), »Aus! Aus! Der Traum ist aus!« (Spiegel online) – was eigentlich nur wieder belegt: Wer so viel träumt, hat zumindest gut gepennt. Träumt manchmal von Medienvielfalt:
Titanic
Zu guter Letzt, Punks!
Wenn Ihr, wie kürzlich beim »Ruhrpott-Rodeo«, mal wieder Schwarz-Rot-Gold abfackeln wollt: Stoff- statt Plastikfahne und Brandbeschleuniger benutzen! Sonst gibt’s nur Geschmore und üblen Gestank, und davon habt Ihr ja eigentlich auch so schon genug. Ansonsten mit Euch aber ganz zufrieden:
Titanic
Und kaum, »Associated Press«,
hatten wir uns am 19. Mai bei Deiner Meldung unter dem Titel »Gegenwind für Koch jetzt aus zwei Richtungen« gefragt, wohin es den hessischen Ministerpräsidenten bei derart ungewöhnlichen Wetterverhältnissen wohl pusten wird, als Roland Koch diese Frage auch schon selbst beantwortete: raus aus dem Amtssessel, stracks in die Wirtschaft. Stürmischer Beifall von
Titanic
Aigner, Ilse!
Wir wissen selbstverständlich, wie schwer es für Sie als u.a. Verbraucherministerin ist, glaubwürdig Datenschutz zu fordern, kamen Sie doch in einer Regierung ins Amt, welche die zentrale Vorratsdatenspeicherung eingeführt hat. Sie fordern trotzdem ständig – unter anderem mehr Datensicherheit bei Facebook. Leider vergeblich! Weshalb Sie Ihre eigene Seite in dem sozialen Netzwerk jüngst gelöscht haben. Dessen ungeachtet greifen Sie sich nun im Focus unverdrossen die ganz Großen: »Wenn das Vertrauen der Nutzer schwindet, riskieren die Firmen ihr Geschäftsmodell, deshalb mußten sie jetzt reagieren und zurückrudern. Mittlerweile haben auch Unternehmen wie Apple und Microsoft bei mir im Verbraucherministerium um Gesprächstermine nachgefragt – quasi präventiv.« Denn bekanntlich läuft’s ja so: Bevor Weltkonzerne ihre Strategie planen, fragen sie Aigners Ilse. Aber was machen Sie eigentlich, wenn die Gespräche mit Apple und Microsoft ähnlich erfolgreich verlaufen wie die mit Facebook? Werfen Sie in Ihrem Ministerium alle Computer aus dem Fenster? Erklären Sie den digitalen Kampf für siegreich beendet und kehren zu Schiefertafel und Abakus zurück? In Ihren, hihi, aigenen Worten: »Die Menschen haben ein Gespür dafür, wenn sie ausgenutzt werden.« Aber auch, wenn ihnen die Zeit mit unbeholfener Selbstdarstellung gestohlen wird! Stets nutzerfreundlich:
Titanic
Und wenn, Patricia Dellen
aus Geldern-Lüllingen (NRW), er auch nur für die Leserseite der Zeit war – ein bißchen mehr hätten Sie Ihren Haiku »WM« doch durchdenken sollen: »Nun bricht sie bald los / Die Welle aus Schwarz-Rot-Gold / Sie ist gutartig« – ja, ist da nun die Rede vom Meer oder vom Krebs? Wenn man sich die an Balkonen, Fenstern und Autos explosionsartig metastasierenden Deutschlandfahnen ansieht – und wie sollte man sie übersehen? –, dann ist letzteres wohl passender, mit allerdings deutlich schlechterer Diagnose. Brechen auch bald los: die National-Onkologen von der
Wie angenehm wäre das, wenn man nicht nur das finanzielle Erbe der Eltern, sondern auch das genetische erst nach ihrem Tode antreten müßte. In fortgeschrittenem Alter wäre man endlich reif genug, die peinliche Brustbehaarung und die große Nase, die es väterlicherseits zu erben gibt, klaglos hinzunehmen.
Tibor Rácskai
Big Bang
Zwei Zwölfjährige haben in der Wuppertaler Schwebebahn ein kleines Konzert gegeben. Dabei wiederholten sie eine bestimmte Zeile auffällig oft: »Du bist der Gangbanger«. Den älteren Mitreisenden sah man deutlich an, daß sie mit diesem Begriff nichts anzufangen wußten. Die Jüngeren schmunzelten, die Mittelalten schüttelten bloß den Kopf. Ob die Zwölfjährigen selbst schon Erfahrungen mit dieser speziellen sexuellen Spielart haben, ist nicht bekannt. Hinweise hierzu nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.
Dirk Domin
Glückwunsch
Warum wird einem bei Gewinnspielen immer »Viel Glück!« gewünscht, obwohl man doch eigentlich schon »mit ein wenig Glück gewinnen« kann?
Richard Herrmann
Gleichstellung ade
In den meisten Fällen wird leider immer noch den Müttern das Säugerecht zugesprochen.