Die Allerunausstehlichste
Ein unerledigter Fall in gebotener Kürze
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     Juli Zeh
Juli Zeh
1999 erhält die Juristin und Studentin am Leipziger Literaturinstitut Juli Zeh (*1974) den Preis für Essayistik der Humboldt-Universität Berlin, ein Jahr später den Förderpreis zum Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik, und zwar für einen Aufsatz titels »Justitia in Schlaghosen«, der Esprit und Eleganz ganz vorbildlich vereint: »Ein solches Procedere ist einerseits in hohem Maße durchlässig für gesellschaftliche Entwicklungen und die sich daraus ergebenden Interessen. Andererseits ist es behäbig in seiner Arbeitsweise und hat retardierenden Effekt. Damit ist das zentrale Paradoxon benannt, das die Rechtserschaffung im modernen demokratischen Staat beherrscht. Eine komplexe, von ansteigendem Wandlungstempo bestimmte Gesellschaft verlangt nach einem Recht, das einerseits dynamische Impulse in sich aufnimmt und in entwicklungsfördernder Geschwindigkeit umsetzt, andererseits aber die demokratische Interessenabwägung abbildet.«
2002 erhält Juli Zeh, nach einer Gastdozentur am Leipziger Literaturinstitut, den Bremer Literaturpreis (Förderpreis), den Rauriser Literaturpreis sowie den Deutschen Bücherpreis, 2003 den Hölderlin-Förderpreis und den Ernst-Toller-Preis für ihren in 27 Sprachen übersetzten Roman »Adler und Engel«, der sich durch seine subtil-gewagte, in jedem Fall nahezu perfekte und mitunter hölderlinsche Sprache auszeichnet: »Mir wurde schlagartig klar, daß ich mich auf fatale Weise geirrt hatte … Manchmal, wenn ich in die Luft starrte, anstatt zu arbeiten, stellte ich mir zum Spaß vor, ihr perfekt rosafarbener Mund würde sich plötzlich verspannen und durch die aufeinandergepreßten Lippen würde sich aus ihrem Gesicht heraus eine dicke braune Wurst Scheiße schieben.«
Im Jahr 2005 nimmt Juli Zeh (Schöffling-Verlag), »eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Generation« (Schöffling-Verlag), den Literaturpreis der Bonner LESE entgegen, nachdem sie im Jahr zuvor mit dem Roman »Spieltrieb« eine apart artistische Mischung aus Nabokov und Musil abgeliefert hat: »Sie sah aus wie eine weißhäutige Carmen und führte heißes Blut in den Adern … Plötzlich klatschten seine Hände hart gegen ihre Stirn, er schob sie von sich und zog sich zurück, und als er seinen Schwanz gerade aus ihrem Gesicht herausgebracht hatte, spritzte er ab und traf sie mitten ins Gesicht.«

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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
22.05.2012 Koblenz, Buchhandlung Heimes
  Thomas Gsella
23.05.2012 A-Linz, Posthof
  Max Goldt
24.05.2012 München, Volkstheater
  Max Goldt
26.05.2012 Rheine, Festival Jazz&Lyrik
  Thomas Gsella
Briefe an die Leser

 Und Sie, Inga Griese c/o »Welt«,

haben sich gleich nach der Inthronisation von Pfarrer Gauck unerbittlich den entscheidenden Fragen zugewandt: »Daniela Schadt – wieviel Styling verträgt ein Land?« Um nach einer ausführlichen Würdigung der Damen Obama und Cameron (»Beide sahen großartig aus, sehr chic und attraktiv. Auch von hinten!«) den Vergleich zur neuen deutschen First Lady zu wagen. Ihr Resümee: Letztlich habe Frau Schadt eine prima Figur und im wesentlichen alles richtig gemacht: »Gut, man könnte darüber sprechen, daß die schwarze Tasche beim Amtsantrittsfoto die falsche war, zu groß.« Schwamm drüber, denn: »Es ist eher so, daß man sich wohl ein bißchen doof vorkäme, zumindest wenn man sie offiziell darauf anspräche.« Jetzt aber mal keine halben Sachen: Sprechen Sie sie drauf an! Ihrer, Inga Griese, Selbsterkenntnis kann das nur förderlich sein.

Will Sie nicht mal von hinten sehen:

Titanic

 Sie wiederum, Jean-Paul Guerlain, Parfumeur,

hätten »gerackert wie ein Neger« um Ihr neues Düftchen zu kreieren, und ergänzten: »Wobei ich nicht weiß, ob Neger jemals so hart geschuftet haben.« Anschließend verteidigten Sie Ihre Aussage mit den Worten: »Ich bin alles, aber kein Rassist.«

Nun, Guerlain, Sie sind ja vor allem erst einmal eines: ein verhärmter, schwuler Stinkwassermischer, der offensichtlich noch weniger arbeitet als die nackten Neger, von denen er den lieben langen Tag träumt.

Weiß es wie immer besser:

Titanic

 Namensexotin Gundis Zámbó!

Sie befinden sich nach einem Haushaltsunfall derzeit im Krankenhaus. Für die Bunte konnten Sie das Unglück rekonstruieren: »Über einen Hocker bin ich auf die Arbeitsplatte gestiegen und habe mir die Vase geschnappt. Als ich wieder runter wollte, verfehlte ich den Hocker und befand mich im freien Fall.« Und ganz ehrlich, liebe Frau Zámbó, ein treffenderes Sinnbild Ihrer Karriere hätten auch wir nicht finden können.

Ihre Profi-Metaphoriker von der

 

Titanic

 Grüß Gott, Chaleo Yoovidhya!

Sie haben einst den thailändischen Energydrink »Krating Daeng« erfunden, der Sie später unter dem internationalen Namen »Red Bull« zum Multimilliardär machte, und sind neulich gestorben. Wir hätten da noch eine Frage: Verleiht Red Bull wirklich jedem Flügel? Oder gibt es für die Urheber von widerlichen, überzuckerten, wodkaverunreinigenden, penetrant beworbenen und von für Ecstasy zu geizigen Techno-Douchebags vergötterten Ochsengallenlimonaden – gibt es für so jemanden einen ganz speziellen Platz in der Hölle?

Verleiht prinzipiell nichts:

Titanic

 Was hören wir da, Piratenpartei,

Du hast eine Jugendorganisation? Wie alt sind denn deren Mitglieder: so 9 bis 13?

Deine neugierigen Erziehungsberechtigten von der

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Übertrieben freundlich

Diese spießig-zurückhaltende Grüßerei zwischen aneinander vorbeirasenden Motorradfahrern geht mir schon seit Jahren auf die Nerven. Cool wird da die Hand gehoben, werden zwei Finger an den Helm gelegt. Leider wird mein viel herzlicheres Grüßprojekt »Give me five« (mit Abklatschen) ab ca. 95 km/h nicht so gut angenommen.

Ulf Wentzien

 Verhandlungsgeschick

In jedem Vorstellungsgespräch, das einigermaßen gut läuft, kommt irgendwann der heikle Punkt, an dem der Bewerber gebeten wird, eine Zahl zu nennen. Als es bei mir mal wieder soweit war, versuchte ich es spontan mit Pi. Aber wie mir der irritierte Gesichtsausdruck meines Gegenübers zeigte, hatte ich wohl etwas falsch verstanden. Beim nächsten Mal versuche ich es eventuell mit der Eulerschen Zahl.

Peter Schumm

 Goodbye Deutschland

Eigentlich will ich nur auswandern, damit ich auf meine Internetseite »lebt in Paris, weil Til Schweiger in Deutschland wohnt« schreiben kann.

André Herrmann

 Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

 Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger