Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 48

»In seinem Loch ist jeder Käfer Sultan«

1.2. Nasskalt, ungemütlich. 8.00 Uhr hoch, Dehnübungen. Im Waschraum rasiert. Zimt-Bagels, Glas kalter Maulbeersaft. Am Schreibtisch »eingelocht«. Zwei Seiten geschrieben, aber zweifelhaft. Apfel Mülleimer. Zum Dinner ins Restaurant Diverso, gebratene Bücklinge, Aprikosenauflauf.

Nachmittags BRAINSTORMING. Neue Powerworte (Energy-Words): KNIEHUPE. CHAOSTRAINING. KNOCHENDUSCHE. HEDONISTISCHE EMOTIONSREGULATION. Bei Gelegenheit was draus machen!

Abends TV. Im ZDF die Dramödie »Daddy hoch zehn« mit Helmut Zierl in seiner Paraderolle als sympathischer Volltrottel: Der biedere Familienvater Graham Truemaker (Helmut Zierl) ist gerade am Rasenmähen, als Simone, die neue Au-pair-Kraft, an der Gartenpforte steht. Sie ist aber, wie sich herausstellen wird, nicht »nur« Kindermädchen, sondern das Ergebnis (Endergebnis/Endeffekt) eines von Grahams zahlreichen Seitensprüngen. Nach und nach platzen noch fünf andere (zu den vier ehelichen) Kinder herein und bringen alles durcheinander. Zehnfachvater (»hoch zehn«) Graham raucht der Kopf! Turbulent.

2.2. Zum Thee Fr. Bodenstein. Ihr Sohn hat den Januar in Chile verbracht.

3.2. Nachtrag Dezember. Entdecke eine Notiz mit nur einem einzigen Wort: GLÜHWEINSCHWEINE. Es gab Zeiten, da bin auch ich über den Weihnachtsmarkt »gestromert« und habe an einem der zahlreichen Glühweinstände Quartier bezogen. Ewig her. Kurz vor Weihnachten, nach Erledigung der wenigen Einkäufe, wage ich es mal wieder. Beobachte das triste Treiben eine geschlagene Stunde lang. Gedanke: Aus welchen verstunkenen Dreckslöchern kommen diese Schweine (»GLÜHWEIN IST KULT!«) nur gekrochen, die sich einen Becher nach dem anderen reinschütten, mit grellen schrillen Lagerhallen-/Schreistimmen unsagbar dummes, steinödes Zeug von sich geben, Paul-Panzer- oder Bülent-Ceylan-Witze rausbölken oder sich sonstwie schlecht benehmen? Kreuzfahrt-Party-Musical-Comedy-kultig, lecker, mega, geht’s noch, geil – Glühweinschweine. Richtige Kacki-Menschen. Denen gehört das mit Plörre besudelte Maul gestopft, und zwar für immer. Was soll man nur ausrichten gegen die? Nichts, eben nichts, man muss sich wie immer geschlagen geben und schleichen, in Sicherheit bringen. Bei Gott, das war nun wirklich das letzte Mal.

Abends Schälbraten mit Morchelgemüse und Sauce universelle, Rotwein, später Cognac (Tesseron Lot N°90 X.O Ovation), Lecture: Albert Camus – Tagebücher 1935-1951.

4.2. Auch interessant: Laut »Welt« trinkt Gérard Depardieu morgens erst einmal zwei Liter Durstwein. »Ich kann 12, 13, 14 Flaschen am Tag absorbieren. Dennoch bin ich nie völlig betrunken, nur etwas angeheitert. Alles, was ich brauche, ist ein zehnminütiges Nickerchen und ein Schlückchen Roséwein, und schon fühle ich mich wieder frisch wie ein Gänseblümchen.« Leider das einzig Positive, was sich über Depardieu sagen lässt.

5.2. Nachmitttags ins »cafe 2 talk«, Schlagzeilen mit Schmackes: KULTOMI ZEIGT IHREN RIESENKÜRBIS//SURFER STIRBT AN GEHIRNFRESSER-AMÖBE//NINJA OPA (84) PRÜGELT TASCHENDIEB TOT.

Abends Bratwürste mit Zitronenbrühe und grünem Kohlrabigemüse.

6.2. Gewürze bei Curry me Home auffüllen lassen.

7.2. Der Sonntag ist, wie so oft, ganz der Television gewidmet. Tagsüber irgendwas (gerne sog. »Schmonzetten«), am späten Nachmittag dann Autosendungen, insbesondere »Grip – das Motormagazin« (RTL II) und auf Vox »Auto mobil«. Der Moderator Matthias Sowieso, der aussieht wie eine verkorkste Mischung aus Bachelor und Michel Houllebecq, in betont markigem Tonfall: »Der neue BMW M3 geht derartig ab, dass der Asphalt hochgeht.« Oder: »Wenn man beim SL 300 die Flügeltüren aufmacht, ist es so, als wäre ein Engel gelandet.« Poesie für Fortgeschrittene. Es folgt eine spannende Reportage über einen (deutschen) Safety-Car-Fahrer. In einer Szene herrscht er seine Mechaniker an: »Was ist los mit euch, wieso steht ihr da wie die Wasserpistolen?!« Herrlich. Früh ins Bett. Träumte, dass ich meine Lederhandschuhe suchte.

8.2. SCHATULLENSERVICE. Falls Sie zufällig Lampe heißen und eine Fahrschule betreiben: Fahrschule Lampe – Nach der Führerscheinprüfung erst mal einen auf die Lampe gießen!

9.2. Gleich morgens die Brille ins Klo gefallen. Das gibt den Ton an.

10.2. Senile Ängste, deshalb den Tag im Bette verbracht.

11.2. Abends mal wieder in den Goldenen Handschuh. Komme mit dem ca. fünfundsiebzigjährigen Eddy ins Gespräch, einem alten Seefahrer. »Und, wie lange bist du zur See gefahren?« – »26 Jahre, vier Jahre Marine, die restliche Zeit Handelsschifffahrt. Allein zwei Jahre lang Brasilien, immer Nordbrasilien, Südbrasilien.« – »Auf einem Fluss?« Eddy (empört, beleidigt): »Nein, natürlich auf hoher See!« – »Und auch einmal auf einem Passagierschiff?« Mysteriöse Antwort: »Nein, zu viele Schwule.«

12.2. Einen frechen Radfahrer darauf hingewiesen, dass das Befahren der Gehwege nur Kindern bis zwölf Jahren gestattet ist.

13.2. Unerklärlicher Starkappetit, kann mich nicht beherrschen, ständige Naschereien: Pralinen, Studentenfutter, Eiskonfekt, ein ganzer Aprikosenauflauf. Appetit wie eine schwere, unheilbare Krankheit, schrecklich. Ins Bett geflüchtet, der Tag soll bitte, bitte schnell zu Ende gehen. Von wegen. Trotz Schnaps finde ich keinen Schlaf. Um 2 Uhr noch Google Suchverlauf: Bergdoktor in Zentimetern – Bergdoktor göße – warum laufen Kreditkarte eigentlich ab fragezeichen – rotes hemd rowohlt autor – das ist nicht sexy englisch – comedypreis 2018 – gefährliche hundeattacke während der Mittagspause englisch – der hund bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde – schöne Sprüche Hunde – vorsicht vor dem Hunde sprüche – ich beiße nicht ich schlucke am stück englisch – vorsicht kontaktfreudiger Hund englisch – vorsicht vor dem hunde englisch – hilmar klute

14.2. Alltagsfrage: Wozu braucht man eigentlich ein Steißbein?

»Ton in Ton«: Der Name ist Programm!

15.2. BRAINSTORMING – Gute Titel: 1) Das Geheimnis der Kuttelbeere 2) Bits & Brezeln 3) Frau ohne Ersparnisse. Ein-Euro-Gags. Ganz brauchbar.

16.2. Abends mit Bertram Leyendieker ins Restaurant Diverso (Lendensteak mit Sauce Forestière, Mirabellenkompott). Gespräch über die entblinddarmte Frau Bockwoldt, wie es ihr wohl geht.

17.2. Um zwölf Besuch von Lars Lewerenz, Chef meiner Plattenfirma Audiolith. Im Herbst erscheint mein neues Album »Aufstand der dünnen Hipsterärmchen«. Es gibt also einiges zu besprechen. Was denn eigentlich genau? War gestern nach dem Diverso noch im Casino Esplanade, um kurz vor vier wurde ich stockbesoffen und mit leeren Taschen hinauskomplimentiert, bin also entsprechend hinüber. Hoffentlich dauert das »Meeting« nicht allzulang. Und tatsächlich, wir einigen uns innerhalb von zehn Minuten auf einen VÖ-Termin und vereinbaren eine sog. »Listening-session«. Er fragt, ob ich »zufällig« ein Bier für ihn habe. Logisch. (Halber Liter Pilsener Urquell.) Konnte nicht wiederstehen und habe mir auch eines eingeschenkt. L. verlangt nach einem zweiten, einem dritten. Mir war dann eher nach Cola-Rum (CUATE Ron Carribean, 40 Euro bei Getränke-Wolff, sehr zu empfehlen, bei Rum nicht am falschen Ende sparen!). Prickelnd-spritziges Oldschool-Männergespräch, quatschen uns in Rage. Trinke drei, vier sehr anständige Mischungen, L. nimmt dann auch noch zwei. Gegen 15 Uhr bricht er auf, »ins Büro, Termin mit JKP« (große Booking-Agentur). Wie will er das in seinem Zustand nur bewerkstelligen? Der Junge hat’s richtig drauf. Ich aufs Sofa, Bares für Rares, mehr ist nicht drin, penne ein, als ich gegen 19 Uhr (todesartig fertig) aufwache, finde ich folgende Mail im Postfach: HEY HEINZ. DAMKE DAS WAR WIRKLICH EINE RICHTIGE UNTERHALTTUN HEUTE MIT BIER/SCHNAPS. Phantastisch. Danke für diesen schönen Tag.

18.2. Arbeit in peinlichem Schneckentempo, wie ein Viertklässler. Auf RTL wird das Erfolgs-Format »Ninja warriors« um eine weitere Variante ergänzt: SCHWANGERE NINJA WARRIORS. Die einen finden es witzig, ich nicht. Warum müssen Quotenhits nur immer bis auf den letzten Tropfen ausgequetscht werden?

19.2. Autos, bei denen der Ficksahnetank immer halb voll sein sollte: Honda Spast, Toyota MR2, Nissan Quaddel.

20.2. Leibschneiden beidseitig, deshalb mit Wärmflasche früh zu Bette.

21.2. Karriereschatulle: 1) Wer das macht, was alle machen, wird auch das bekommen, was alle bekommen: nichts. 2) Erst aus den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas bauen. 3) Bist du ein Huhn oder eine Ente? Hast du schon mal ein Hühnerei gegessen? Wahrscheinlich ja. Und ein Entenei? Wahrscheinlich nein. Während die Enten, nachdem sie ein Ei legen, sich ruhig erholen, gackern die Hühner nach jedem Eierlegen. Klappern gehört zum Handwerk. Wie laut klapperst also du?

22.2. Am Schreibtisch »eingelocht«. Am Roman: quälend, unlustig und zerstreut. Mühsam ein paar schwache Sätze rausgewrungen. Konzentrationsschwäche, die unausrottbare Schwäche der Verlorenen. Abbruch.

Mittags Kalbsschlegel in Rahmsauce und Ravigote-Butter, dann Spaziergang um den Pudding (Kreislauf »hochjazzen«). Bringt auch nix.

23.2. IN&OUT-LISTE (aktuell). In: Haare mit Bier waschen, frisches Laub, selbstgemischte Likör-Schnapsdrinks. Out: klumpige Tütensuppen, schwarze Pullover mit Schuppeninseln, Maut-Wahnsinn.

24.2. Abends Canapés à l’Admiral mit Flussgarnelen selbst zubereitet. Zu Besuch Ehepaar Marquart zum TV-Abend. Leichte Kost um 20.15 Uhr in der ARD: »Prall auf Fall«. Peter Moghannan (Helmut Zierl) führt ein geruhsames Leben als Familienvater und Getränkeunternehmer, bis plötzlich sein Bruder Graham, ein Abenteurer und Tunichtgut, auftaucht, und alles gehörig durcheinanderwirbelt. Nicht nur, dass er sein vorzeitiges Erbe verlangt… Ist er am Ende auch noch Vater von Celine, Peters ältester Tochter?

25.2. Gute Fragen: 1) Würden Sie für 80 Euro eine Feier besuchen, auf der Premium-Getränke und Luxus-Delikatessen umsonst wären, es aber keinerlei sanitäre Einrichtungen gäbe? Sie müssten also in Windeln kommen, unauffällig müsste auch das große Geschäft verrichtet werden. 2) Für wie wahrscheinlich halten Sie es, ermordet zu werden? Über oder unter drei Prozent?

26.2. Einen begonnenen Brief an Haneberg aus spezieller Unlust und allgemeiner Trägheit abgebrochen.

27.2. Das erste Mal in diesem Jahr auf eine »schnelle Wurst« zu Willis Schwenk Grill. Herrlich, man fühlt sich gleich wie zu Hause. Willi und seine beiden Mitarbeiter (Hauke und Marc) stehen Sommer wie Winter ihren Mann. Willi hat schon wieder einen neuen »Schnack« auf Lager: »In seinem Loch ist jeder Käfer Sultan.«

28.2. Ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch, aber ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 17.09.:

    In der FAZ berichtet Oliver Maria Schmitt von Klumpenmenschen und Dark Tourism im Weserbergland.

Titanic unterwegs
20.09.2019 Stuttgart, Superjuju Katharina Greve
20.09.2019 Nartum, Haus Kreienhoop Gerhard Henschel
20.09.2019 Heilbronn, BUGA Oliver Maria Schmitt
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«