Inhalt der Printausgabe

Was der Frechsüß mümmelt

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt ist eine Kampfmaschine im multistellaren Debattenraum Deutschland; ein Bulle, ein Knochen, ein Tier. Auf Twitter, im Darknet, links und rechts und in Mitte – wo er ist, wird es geil. Und doch ist da eine tiefe Traurig- und Nachdenklichkeit in ihm drin. Ein Hausbesuch

Er hat abgenommen. Ulf Poschardt geht jetzt laufen, und das sieht man ihm auch an: eine Runde durch den Vorgarten, zwei Runden durch den Vorgarten, und zack, da, schon wieder eine. Die Pfunde purzeln, der Pfundskerl schwitzt. Lebt bewußter, schöpft Kraft aus der Natur. Läßt den Porsche auch mal stehen – und kommt trotzdem einfach nicht runter von der Überholspur. "Volle Pauer", hechelt der Franke, er kann halt nicht anders. Erschöpft wringt er das Schweißband über dem Aquarium aus und nuckelt eine Tube Anti-Falten-Creme leer, zur Beruhigung.

Das Leben zerrt an ihm, dem menschliche Gesichtswulst gewordenen Boliden auf zwei Beinen. Eine beschleunigte Existenzform fordert ihren Tribut. Die Generationskohorte bekommt lichte Stellen – und nicht nur die. Vor ein paar Wochen wurde er 51 Jahre alt; aus Insiderkreisen hört man, es seien eigentlich 61, aber "Poschi" habe einfach ein Jahrzehnt in seiner Personalakte unterschlagen. Berliner Schönheitschirurgen lächeln auf Nachfrage vielsagend.

Schönheit: Selbst das Herzensanliegen der Erscheinung Posch, der in seinem Leben schon stolze zwei Printmagazine in den Sand gesetzt hat – es ist nur noch auf Sparflamme zu haben. Stil als Elitenprojekt, das sich gegen den allerorten drohenden Staatssozialismus bewähren muß: Das war einmal.

Über alles in der "Welt"

Einst stach er mit Benjamin von Stuckrad-Barre angespitzte San-Benedetto-Glasflaschen in Betriebsräte; heute sitzt Poschmann verschwitzt auf einer alten Ledercouch, trinkt Einhornwasser und fordert in seinen Texten einen Staatsminister für Schönheit. Denn: Menschen werden nur glücklich und damit auch gut, wenn sie in Nachbarschaften aufwachsen, die inspirieren und Halt geben. Und Tränen sind der Regen der Seele.

Den feschen Schnurrbart der Nullerjahre hat Poschardt abrasiert und als Fleischeinlage einem legendären Eintopf beigegeben, der für mehr als vier Tage gereicht hat – doch anders als Carsten Maschmeyer keine Sat.1-Shows dafür bekommen. Jetzt ist da nur noch ein einzelnes Haar am Körper, auf der Brust überm Herz. Die obsessive Entfernung der Körperbehaarung bei Männern sollte die Verbindung zum Neandertaler kappen. Ob das geklappt hat? Poschel schnibbelt mit einer rostigen Nagelschere an sich herum. "Phantomschmerzen", scherzt er.

Der alte Poschardt, man merkt es, er lauert irgendwo da drin, ist noch nicht ganz abgetötet vom Trott des hippen Alltags, der spaßgesellschaftlichen Selbstbetäubung und den ewigen Widersprüchen eines liberalen Scharfmachers, wie dieses Land so noch keinen gesehen hat. Und doch sitzt er oft stundenlang da und sinniert, grübelt: "Gibt es nun eigentlich einen linken Meinungsmainstream? Oder ist es doch nur die Gesinnungs-diktatur einer kleinen akademisch-verblendeten Kaste, die allen anderen ihre Verbote aufzwingt? Vielleicht gar beides zugleich? Aber wie wäre das möglich? Mögen mich die anderen überhaupt: der schwule Schwildo-Frédéric, die kinkige Kelle, der geile Stinkefonsi? Oder bin ich nur ihr Hampelmann und merke gar nicht, wie sie mir auf der Nase rumtanzen?"

Posch hard, die old

Inzwischen ist es Abend geworden. Traurig lutscht Poschardt an seinem Gebiß.

Sogar die Lebensmetapher aller Schönheitsgelüste des Super-poschlers, der 911er Porsche, dessen elegischer Beweihräucherung er ein ganzes Buch widmete, begeistert ihn nicht mehr, seit den auch Türken fahren dürfen. "Außerdem habe ich mir neulich die Schreibhand am Schaltknüppel gebrochen!" So faselt Poschtschow neuerdings wie von der Öko-RAF hirngewaschen: Jeden Tag fahren zu viele Menschen mit dem Auto in die Stadt oder in der Stadt herum. Sie nehmen Staus ebenso hin wie den entsetzlichen Streß und die Aggression einer dysfunktional gewordenen Mobilitätsidee. Sie halten an der Gewohnheit fest, mit dem Auto vom Wohnort im Speckgürtel ins Büro im Zentrum zu fahren, obwohl die Pendelzeiten von Jahr zu Jahr mehr vom Leben wegfressen.

Geht es hier wirklich nur um innerstädtischen Verkehr und schicke Busse? Wer schreibt da, und was hat er mit Poschi gemacht? In Helsinki kann man mit einer App die ideale Kombination aus U-Bahnen, Leihrädern und Mietautos recherchieren, buchen und bezahlen. "Helsinki heißt auf finnisch Sonnen-untergang", prustet er raus und läßt augenblicklich seine Putzfrau rufen, um sich von ihr zu seiner Sekretärin durchstellen zu lassen. Sie möge das twittern.

Und was soll so etwas bedeuten? In einer modernen Stadt ist für jeden Platz. Für JEDEN? Auch für die Sozialschmarotzer? "Hihi, ja, die können ja S-Bahn-surfen." Denn: Auch die zur Bahn gehörenden S-Bahnen liefern einen nicht zu unterschätzenden Faktor zur Stabilisierung urbaner Mobilitätsmixe

Poschardts Texte lesen sich, spätestens seit er Chefredakteur der "Welt" geworden ist, wie die Reuebekenntnisse eines Erschlafften. Das Land ist dünnhäutig geworden und in Teilen hysterisch. Das Land? Die CDU hat die Lust an sich verloren. Die CDU? Es wird kalt. Und es wird hart. Es? Von Anfang an war das Auto ein Symbol gesellschaftlichen Aufstiegs. Oft sollte es bei den Besitzern kompensieren, was physisch an Kraft, Schönheit oder Größe fehlte. Das ist bis heute aktuell. Oho. Und nun? Die Jungen müssen machtbewußt ihre Ellenbogen ausstellen und feist gewordene Alte schubsen. Aber nicht doch! Der Goodwill der Deutschen ist aufgebraucht. Und warum? Wähler würde das larmoyante Therapiemeeting abschrecken. Alles klar.

Die Poschardin ist einsam, sitzt zwischen den Stühlen. Von den anderen Reichen wird er nicht ernst genommen, geschweige denn von Journalisten oder Springer-Mitarbeitern. "Als ich dreißig war und jung und heiß, da wollten mich alle. Und heute lassen sie mich liegen wie eine faule Auster! Ja, ganz genau, ich meine dich, Babsi! Komm zurück, verflucht noch mal! Zeig mal ein bißchen Goodwill!" Das Ende seiner kurzen, aber innigen Liebesaffaire mit der fünf Jahre älteren Fernsehmoderatorin Barbara Eligmann Mitte der Neunziger setzt dem Mann noch heute zu.

Deshalb schreibt er, also "ich, der Poschelbär, zwinker", täglich fünf Artikel, in denen er sich sehnt: nach jener Art von Zwischenmenschlichkeit, die eher körpersprachlich daherkommt; nach jener Mischung aus Balz, Bordeaux und Petting; nach Mündigkeit des Verkehrsteilnehmers. "Ich sollte mich doch freimachen, nicht?" fragt er lolitahaft, die Mundwinkel der Schwerkraft entgegenarbeiten lassend, so daß man ihn einfach nur liebhaben kann. Ginge es nach den Sozen, gäbe es zum Reichenbalkon eine Wohlhabendenterrasse mit Umverteilungspool und Spa für die Staatsquote – aber noch hat alles seine Ordnung, zumindest in Poschardts neongelber Badewanne. "Da kommt kaltes Wasser raus, da heißes und da Bubbletea", zeigt er stolz und entscheidet sich, natürlich, für Bubbletea. "Ein Steuergeschenk für die Haut!"

Poschardt leckt am Wannenrand herum. Liberalismus ist eine Gelassenheitsmeditation. Noch ist nicht alles verloren, hat eben nun mal auch zwei Seiten, und – obacht! – sie haben auch noch viel miteinander zu tun. Das verhindert, daß das Denken und Dichten unterkomplex wird. Dialektik ist das Qualitätssiegel von Hegel über Marx bis Luhmann. Deshalb putscht er sich auf: mit Eierlikör, "gegen den Durst, hahahe."

Und mit ein paar Mutmachersätzen. Unsere Verfassung ist ein Meisterwerk. Warum auch nicht? 2015 war das beste Jahr in der Geschichte der Menschheit. Außerdem: Scheitern ist keine Option. Sowie: Wir sind in der Gegenwart angekommen, nicht aber in der Zukunft. Und überhaupt: Alles hat seinen Preis. Und das ist gut so.

Außerdem sprudeln da noch würzige Kraftwürfel Volkszorn aus dem Kopftopf heraus. Mit ihnen will der Powerliberale den drohenden Ennui der Mitte und die eigene langsame Selbstkompostierung wenn nicht aufhalten, so doch aufpeppen. "Jedes Mal, wenn ich 'Hegel' schreibe, meine ich eigentlich 'Neger'", gesteht er schelmisch. Auch der Muselmann macht Sorgen, errichtet Abschottung mit arabischen TV-Stationen, ferngesteuerten Moscheen und batteriebetriebenen Kümmelbrotöfen des Terrors.

Ulf = Unnötige Lebensform?

Am schlimmsten sind aber die hysterischen Antifa-Bräute, äh, Diskursbademeister, und, hups, wo ist eigentlich seine Badehose? "Aufgegeffen", mümmelt der Frechsüß. Schließlich lauern die unentwegt, erteilen Planschverbot und wollen ihn, den weißen Hetero-Oschposch, gründlich bestrafen mit ihrer Supersoftness des Konsensualen und Leisetreterischen. Richtig sauer macht ihn so was, den Pumschel. Aber auch geil. Postideologisch, pragmatisch, von sich selbst erregt und berauscht.

Warum sind die denn auch so blind? Warum sieht niemand, was er, der Pommelhase, sieht? Die AfD surft ohne jede Anstrengung. Viele erregte Gegner der oft unangenehmen Partei übertreiben mit ihrem antifaschistischen Pathos und mehren damit deren Ruhm. Dialektische Weisheit: Protest gegen Nazis macht sie erst groß. Und die Juden hätten halt auch nicht so verjudet sein müssen. Der Irrsinn der politisch korrekten Sprachsäuberungen ist für den ekelhaften Anti-PC-Backlash mitverantwortlich. Und die Verdruckstheit im Umgang mit nationaler Identität nach 1945 war ebenso hinderlich für einladende Integrationsbemühungen.

Vor lauter Denken erst mal Luft holen. Poschracke steht auf, schüttelt sich das Wasser vom Leib und brüllt ins Abflußrohr. Dabei war der Suhrkampf-Verlag zum Beispiel in den Sechzigerjahren doch so eine hochenergetische Kochplatte gewesen! Und jetzt? Macht er die Nazis zu Triumphanten der Aufmerksamkeitsökonomie. Moment mal: War das nicht vor allem einer – Ulf Poschardt?

War. Jetzt steht er am Herd, der Po, die hochenergetische Metaphernkochplatte von der Mitte, und erhitzt einen Protein-Shake. Irgendwie findet er sie ja auch eklig, diese Muffbacken von der AfD und den Erfolg ihrer Angstkraftwerke. Und selbstverständlich kann das christlich-jüdische Abendland in seinen religiösen Belangen nur mehr in Kirchen in purer Konsequenz überleben. "Manchmal habe ich wirklich geniale Gedanken, finden Sie nicht?" Finden wir schon.

Aber, bitte, beruhigen Sie sich. Ruhe. Er ist doch schüchtern, der Post-post-Posch, will keinen Boheme-Applaus! Schon eher die Partizipation auch abgehängter Milieus. Denen fehlt schließlich eine Arbeiterliteratur, die erzählt, was Menschen überall in Deutschland weg von Linkspartei und SPD in die Arme der AfD treibt. Poschardt und Arbeiter! "Da muß ich selber ein bißchen lachen", gibt er zu. Leider kann er nicht mehr lachen.

Dabei war er selbst an den Werkstoren! Draußen in der wirklich wirklichen Wirklichkeit, um die Sorgen und Nöte der Beladenen direkt ins Backend seines Denkbeckens zu speisen – Kohletagebau, Silberminen, Schlackefarm, Schraubenknallfabrik, Dachdecker, Fließbänder, Schweißbänder, KRIEG.

Poschardt öffnet die Waschtrommel, wirft sein Schweißband hinein und schnüffelt dann noch etwas an den Wänden. Jede Sorgenfalte ist Patina. Angstkraftwerke allerorten: Mit dem Atomunglück von Japan hat sich im heideggerschen Sinne die Gefahr als Motor der Kehre bewährt. Und, so Heidegger weiter, als "das Rettende".

Poschardt schaut feldherrenhaft zu den Fischen. Es ist ein evolutionsbiologisches Versprechen: Die Angeber werden aussterben, die listig Angepaßten werden sich weiterentwickeln. Fortschritt, historisch notwendig. Unter Tränen nehmen wir Abschied voneinander.

Gleich surft er auf Ihrem Smartphone noch heimlich drei Stunden unter der Bettdecke und schwingt sich ins Twitter, wo er Leute mit Zuneigung terrorisiert. Oder er spielt Spiele auf www.spielaffe.de. Neulich hat er fast etwas gewonnen.

Nur einer kann Deutschland noch retten. Unser Schiff soll schöner werden.

Adrian Schulz

*Alle kursiven Passagen stammen von Ulf Poschardt

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«