Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 15

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Brüssel, Büro

Ein Anruf aus der Geschäftsstelle der PARTEI in Berlin, wir haben Post von Schäuble: Obwohl Die PARTEI den existenzbedrohenden Prozeß gegen die Bundestagsverwaltung eindeutig gewonnen hat (Vgl. TITANIC 11/2017), geht der Bundestag in die Berufung.

→ Sachdienlicher Hinweis der »Frankfurter Rundschau«
So hat ein beschämendes Verhalten vor Gericht und vom Gericht die richtige Antwort bekommen. Hoffentlich lernt sie etwas daraus, die Bundestagsverwaltung. Es wäre unserem Parlament zu wünschen.

Es war ein frommer, aber auch vergeblicher Wunsch von FR-Chefredakteur Festerling. Juristisch gesehen ergibt das Vorgehen der Verwaltung nicht viel Sinn; auch wenn die Begründung einer sehr, sehr teuren Kanzlei diesmal engagierter geschrieben ist, neue Argumente gibt es nicht. Aus dem Büro des Bundestagspräsidenten ist dann auch zu hören, daß der Gang in die Berufung eine der ersten Amtshandlungen Schäubles war und lediglich ein Spiel auf Zeit bedeutet: Bei der derzeitigen Überlastung der Gerichte ist mit einer Verhandlung frühestens 2019 zu rechnen, und so lange muß der Bundestag die strittigen 70 000 Euro nicht ausbezahlen. Mit Anwalts- und Gerichtskosten sind für die PARTEI insgesamt rund 140 000 Euro blockiert. Gut, wir haben jahrelang auch ohne das Geld aus der unseriösen Parteienfinanzierung gearbeitet. Aber der Gedanke ist ärgerlich, daß alles, was von den 160 Millionen jährlich nicht an uns überwiesen wird, an CDU und SPD geht… Und gerade die CDU hat doch schon so viel Geld; man erinnere sich bloß an die 100 000 D-Mark, die Wolfgang Schäuble 1994 vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber entgegengenommen hat und die bis heute nicht ordentlich im CDU-Rechenschaftsbericht verbucht wurden. Zwinker­smiley!

Wenn Sie sich für das – z.T. lustig geratene – Schreiben interessieren: Klicken Sie drauf.

Und damit Schäuble selbst auch nicht langweilig wird, kriegt er noch anderweitig Post von uns. Wir fechten seine Bundestagswahl an. Einfach weil wir es können. Und weil ohne die demokratietheoretisch umstrit­tene Fünfprozenthürde jetzt sieben Abgeord­nete der PARTEI im Bundestag sitzen würden und eine stabile Minderheitsregierung stellen ­könnten.

Brüssel, Café Karsmakers

Entspannung an einer anderen Front: Schon zwei Monate, nachdem sich der EVP-Vorsitzende Manne Streber (CSU) beim Präsidium über meine Rede zum »State of the Union« beschwert hatte (Vgl. TITANIC 11/2017), liegt zwischen unseren Kaffeetassen ein Schreiben von Parlamentspräsident Antonio Tajani. Der windige Italiener schreibt: »Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, daß Sie im Verlauf der Aussprache über die Lage der Union in Ihrem Redebeitrag mehrere Bemerkungen machten, die Ihre Kollegen als würdelos und inakzeptabel betrachteten … Wie ich schon mehrfach zum Ausdruck gebracht habe, haben die Abgeordneten im EU-Parlament jedes Recht, sich kritisch zu äußern, sind aber nicht berechtigt, sich einer abfälligen Ausdrucksweise zu bedienen, die die Würde und den Ruf des Europäischen Parlaments beschädigt. Ich vertraue darauf, daß Sie auch künftig die Geschäftsordnung des Parlaments einhalten werden.«

Auch künftig? Ein astreiner Freispruch. Und das, obwohl sich Manfred Streber ja mit inakzeptablen Formulierungen eigentlich recht gut auskennt. Smiley.

Sachdienlicher Hinweis »Die Presse«
CSU-Vize bedauert Aussage: Manfred Weber erntete für seine Wortwahl empörte Reaktionen. Er hatte sich für eine »finale Lösung der Flüchtlingsfrage« ausgesprochen.

Brüssel, Büro

Eine Anfrage kommt aus dem Büro von Jan Philipp Albrecht (Grüne). Im LIBE-Ausschuß (Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres) stehe in zwei Tagen eine wichtige Abstimmung zum Datenschutz in Europa an; die sogenannte ePrivacy-Verordnung sei jedoch so stark umkämpft, daß eine einzige zusätzliche Stimme vermutlich den Ausschlag geben würde – ob wir irgendwie helfen könnten?

Sachdienlicher Hinweis von Netzpolitik.org
Von einer größeren Öffentlichkeit unbemerkt versucht eine bemerkenswerte Allianz aus Datenfirmen wie Google und Facebook, Telekommunikationsanbietern wie der Telekom und Vodafone, Tech-Riesen wie Microsoft und Apple, Presseverlagen und dem Rest der Online-Werbeindustrie eine stärkere Regulierung mit allen Mitteln zu verhindern.

Sachdienlicher Hinweis
Die ePrivacy-Verordnung soll vor allem die Vertraulichkeit elektronischer Kommunikation schützen. Die Analyse von Inhalten (!) und Meta-Daten aus Kommunikation z.B. via Whatsapp, SMS, Messenger oder Telefonie darf nur mit Zustimmung der Nutzer erfolgen. Das gleiche gilt für Tracking (inklusive Offline-Tracking) und das komplette Auslesen von Geräten. Online-Dienste wie Google dürfen auch dann genutzt werden, wenn der Nutzer Cookies ablehnt.

Sachdienlicher Hinweis von cookiepedia.co.uk
Spiegel Online setzt derzeit bei einem Besuch 774 Cookies, T-online 1323; die Homepage von TITANIC einen (in Zahlen: 1) einzigen.

Eleftherios Synadinos

Eine interessante Auseinandersetzung, fraglos, und irritierend, daß sich im EU-Parlament die Vertreter fundamentaler Bürgerrechte offenbar nicht gegen Repräsentanten rein wirtschaftlicher Interessen durchsetzen können – aber ich bin gar nicht Mitglied im ­LIBE-Ausschuß. Für die fraktionslosen Abgeordneten sitzt dort Udo Voigt (NPD), zusammen mit Eleftherios Synadinos, meinem unsympathischen griechischen Sitznachbarn im Plenum, einem ehemaligen General mit immer noch sorgfältig gezwirbeltem grauen Schnauz.

Dieser Abgeordnete der Goldenen Morgenröte – einer Nazi-Partei, die ihren Hitler-Gruß »klassisch-dorisch« nennt, Alfred Rosenberg liest und vorschlägt, das Problem der illegalen Einwanderung mit Tretminen an den Grenzen zu bekämpfen – war seinerzeit schon einmal von Chulz, dem alten Chef, gemaßregelt worden.

Sachdienlicher Hinweis der FAZ
EU-Parlamentspräsident Schulz verwies Synadinos am Mittwoch aus dem Saal des Straßburger Parlamentsgebäudes, nachdem dieser von Türken als »geistigen Barbaren« gesprochen und sie als »schmutzig« bezeichnet hatte. Synadinos ging erst nach fast tumultartigen Szenen, als Schulz die Saaldiener gebeten hatte, ihn hinauszuführen.

Einen Tag lang recherchieren Büroleiter Hoffmann und unsere bestens vernetzte belgische Assistentin Sarah, deren Mutter bereits seit über 30 Jahren in der Administration arbeitet, dann kommt die überraschende Nachricht: Wenn das fraktionslose Vollmitglied im LIBE-Ausschuß Udo Voigt nicht abstimmen sollte und auch das fraktionslose stellvertretende Mitglied Synadinos z.B. wegen Abwesenheit nicht einspringen würde, dann könnte theoretisch jeder fraktionslose Abgeordnete das Stimmrecht vertretend ausüben. Diese Regelung wird praktisch nie angewandt, aber wenn das Generalsekretariat der Fraktionslosen uns eine entsprechende Bescheinigung ausstellt, könnten wir sie nutzen.

Udo Voigt ist, das ergibt eine schnelle Recherche in seinem Umfeld, in dieser Woche gar nicht in Brüssel, und Synadinos gilt im Ausschuß als faul. Die Wahrscheinlichkeit, daß er zur Abstimmung erscheint, wird auf höchstens 50 Prozent beziffert. Hoffmann spricht mit dem Büroleiter von Jan Philipp Albrecht über diese Neuigkeiten und erfährt seinerseits, daß der Druck der Datenindustrie noch einmal verstärkt und der Ton verschärft wurde.

Sachdienliche Hinweise von Netzpolitik.org
Dabei sei es von Beginn an ein zentrales Anliegen gewesen, die Debatte um die Verordnung so zu verschieben, daß es nicht mehr um Privatsphäre geht, sondern um Medienvielfalt, Fake News oder gar die Zukunft des Internets. Eine tragende Rolle spielten die Versuche von Presseverlagen, einen möglichen Gewinn an informationeller Selbstbestimmung für ihre Leser als Bedrohung für die finanzielle Stabilität ihrer Branche und damit für die Demokratie zu framen. Allen voran der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, die die Regulierungsbestrebungen ernsthaft als »Angriff auf den freien Journalismus« geißelten. In den Online-Ausgaben bundesweiter Nachrichtenmedien, deren Verlage massiv gegen eine starke ePrivacy-Verordnung lobbyieren, fand das Thema gar nicht statt. Die FAZ ließ in ihrer Printausgabe lediglich ePrivacy-Gegner Axel Voss einen Meinungsbeitrag gegen die Verordnung publizieren.
Auch in den öffentlich-rechtlichen Medien taucht das Thema quasi nicht auf.

Die »womöglich zweitgrößte Lobby-Schlacht der EU« (Netzpolitik.org) eskaliert, hinter verschlossenen Türen sollen Lobbyisten gegenüber Mitgliedern des LIBE-Ausschusses zunehmend aggressiver auftreten. Nachdem der CDU-Abgeordnete Axel Voss* die Datenschützer unter seinen Parlamentskollegen mit »iranischen Religionswächtern« verglichen hat, brechen die Konservativen die Verhandlungen auf Anweisung von Manfred Streber einseitig ab. Der CSU-Mann ist sich seiner Mehrheit gewiß und will jetzt keine Kompromisse mehr eingehen. In der Abstimmung am nächsten Tag werden Sozialdemokraten, Grüne, Linke und ein paar Liberale aus ganz Europa auf der einen Seite stehen, die Europäische Volkspartei unter Führung von CDU/CSU, Rechtsradikale und ­Eu­ropa-Skeptiker auf der anderen.

Brüssel, Sitzungssaal

Ich stelle mir den Wecker und bin pünktlich morgens um 9 Uhr am ausgewiesenen großen Sitzungsraum. Dustin Hoffmann kommt mit der Stimmliste, und sofort beglückwünsche ich mich, daß ich normalerweise abwechselnd mit JA und NEIN stimmen darf: sie ist knapp zwei Kilo schwer. »Ich kenne jetzt ein neues Zeichen an unserem Büro-Drucker,« grinst mein Büroleiter, »es bedeutet: Ausgabefach voll. Das hatten wir noch nie!« Dann zeigt er mir ein Legitimationsschreiben unseres Generalsekretärs. »Ich glaube nicht, daß irgendjemand verstanden hat, was das bedeutet.«

Etwa 100 Leute sitzen im Saal, vielleicht 60 Abgeordnete, ein paar Praktikanten, Assistenten, interessierte Beobachter der Kommission und des Rates. Udo Voigt ist nicht zu ­sehen, und niemand hebt den rechten Arm zum klassisch-dorischen Gruß; im Moment bin ich wohl stimmberechtigt.

Hoffmann übergibt das Schreiben an den Ausschußvorsitzenden, dann suchen wir uns zwei Sitzplätze in der Mitte. Wenig später kommt ein Saaldiener und stellt ein Namensschild vor mich hin. Das Spiel kann beginnen!

Vorne auf dem Podium eröffnet LIBE-Vorsitzender Claude Moraes, ein kleiner britischer Labour-Mann, pünktlich die Sitzung. Besorgt fragt er, ob jeder seine Stimmkarte mithabe, in Anbetracht der zu erwartenden knappen Ergebnisse wird heute fast ausschließlich elektronisch abgestimmt.

Bei ein paar unwichtigeren Themen – digitaler Handel, Drogenpolitik, Schutz von Staatenlosen etc. – stimme ich mich warm, dann kommt die ePrivacy-Verordnung. Viel Hoffnung für den Datenschutz in Europa habe ich eigentlich nicht. Im vergangenen Jahr war ich schon einmal zu nachtschlafender Zeit im Kulturausschuß aufgelaufen, weil es bei einer Abstimmung um eine entscheidende Stimme gehen sollte. Damals hatte der Assistent einer SPD-Abgeordneten angerufen; man habe das Abstimmverhalten sämtlicher Ausschußmitglieder auf einer Tafel prognostiziert, es seien zwei gleich lange Listen herausgekommen, und darunter habe in der Mitte mein Name gestanden. Nachdem ein Brite erklärt hatte: »That’s the German comedian, but he never shows up«, war von beiden Seiten mehrmals in meinem Büro angerufen worden, ob ich die Absicht hätte, am kommenden Dienstag in die Sitzung des Kulturausschusses zu kommen – und wie ich denn möglicherweise stimmen würde. Ich ging hin, stimmte für den etwas weniger sinnlosen SPD-Ansatz, und sämtliche Abstimmungen gingen mit 15 zu 15 aus. Der Gleichstand reichte den Konservativen, die wie üblich ihre Reihen fest geschlossen hatten, im Gegensatz zum progressiven Lager – eine italienische Sozialdemokratin stimmte aus nationalen Erwägungen gegen den eigenen Entwurf.

Fun-Fact
Trotzdem hätte die Abstimmung anders ausgehen können, einer der konservativen Abgeordneten aus Osteuropa wäre von seiner politischen Position her eigentlich für den Bericht gewesen, aber leider, so klagte ein Linker, sei man nicht an dessen Assistenten vorbeigekommen. Und die Assistenten erstellen die Abstimmungslisten.

»Haben alle abgestimmt? Bitte geben Sie Ihre Stimme ab!« Leichte Unruhe ist im gesamten Raum zu spüren, dann schließt Moraes die letzte, entscheidende Abstimmung und gibt das Ergebnis bekannt: Die ePrivacy-Verordnung wurde angenommen, mit 31 zu 24 Stimmen. Ein solides Ergebnis, denke ich mir, bei sieben Stimmen Unterschied hätte ich morgens auch liegenbleiben können, und wundere mich über den völlig parlamentsuntypischen Jubel, der auf der rechten Seite des Saales ausbricht. Als wir den Saal verlassen – der Rest der Abstimmungen ist nicht sooo spannend –, passieren wir die Sitzplätze von Axel Voss und Monika Hohlmeier. Hier herrscht sichtliche Verwirrung, die konsternierten EVPler wissen offensichtlich nicht, was passiert ist und warum die Abstimmung gerade schiefging.

Konsterniert: Axel Voss und …
… Monika Hoooohlmeier

Als die Strauß-Tochter mich sieht, macht sie ihrem Namen alle Ehre und fragt mit großen Augen: »Ja, was ist denn das? Der Herr Sonneborn ist erstmals hier im Ausschuß? Und die Abstimmung geht gleich anders aus? Das… also… darüber sollt’ man mal… eine Glosse schreiben…«

Am Ausgang holt uns der Assistent von Jan Philipp Albrecht ein, bedankt sich für die Stimme: »Heute haben Sie wirklich etwas für den Datenschutz in Europa getan!« – »Halb so wild«, korrigiere ich, »ob nun mit sechs oder sieben Stimmen Unterschied…« – »Nein, es ging tatsächlich um die eine Stimme! Der Bericht braucht eine absolute Mehrheit im Ausschuß, damit das Parlament den Auftrag erhält, mit ePrivacy in den Trilog** einzusteigen. Und bei 60 Mitgliedern liegt die bei 30 plus 1, die einunddreißigste Stimme gab den Ausschlag …«

1:0 für die Bürger – 184 709 PARTEI-Wähler haben den Datenschutz in Europa gerettet.

Brüssel, MEP-Bar

Screenshot von meedia.de

Büroleiter Hoffmann erhält einen Anruf aus dem Handelsausschuß. »Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Coup…« – »Vielen Dank, aber jetzt hassen uns alle Konservativen!« – »Nicht nur die Konservativen, die gesamte deutsche Wirtschaft…«

Straßburg, Plenum

Als ich meinen Platz ansteuere, winkt mir Udo Voigt zu: »Danke, daß Sie für mich abgestimmt haben.« – »Ich hoffe, es war in Ihrem Sinne«, entgegne ich, obwohl ich weiß, daß die rechtsradikalen EU-Kritiker natürlich aus Prinzip nicht für europaweite Gesetze stimmen. »Ja, ja, das war ganz in unserm Sinn! Sie werd’n ja noch’n ganz brauchbarer Nationaldemokrat!«

Drei Wochen später wird mir ein DPA-Mann erzählen, daß er Voigt interviewt habe, und versichern, daß der »absolut keine Ahnung hatte«, worum es bei ePrivacy überhaupt geht.

Brüssel, Cafe Karsmakers

Ein junger Österreicher tritt an meinen Tisch, stellt sich vor, erklärt, daß er für eine große europäische Umweltorganisation arbeite. »Im ITRE-Ausschuß*** gibt es am Dienstag eine wichtige Abstimmung zur Energie-Politik, bei der eine einzelne Stimme den Ausschlag geben könnte. Sie sind zwar nicht im ITRE, aber der fraktionslose Ungar Béla Kovács wird nicht dasein, glauben Sie, Sie könnten den vielleicht vertreten…?«

Putin zweitbester Mann: Béla Kovács

Nein, glaube ich eigentlich nicht. Ist mir viel zu gefährlich. Kovács trägt den Spitznamen ­KGBéla und muß sich seit Mitte Januar vor ­Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Parla­ment für Moskau spioniert zu haben. ­Seine Frau ist ebenfalls angeklagt, für den russischen Geheimdienst zu arbeiten; sie soll zeitweise a­ußer mit Kovács gleichzeitig auch noch mit einem hervorragenden Vertreter der organisierten Kriminalität in Österreich verheiratet gewesen sein und mit einem japanischen Atomwissenschaftler.

Brüssel, Büro

In einer länger nicht mehr geöffneten Schublade finden sich drei Sonnenbrillen, produziert aus Mitteln der EU.

Jemand Interesse? Mail an martin.sonneborn@ep.europa.eu genügt; die drei Einsender mit den unoriginellsten Begründungen, warum ausgerechnet sie diese Brille brauchen, erhalten eine zugeschickt. Betreff: »Smiley«.

 


* Axel Voss, bekannt aus TITANIC 7/2016, hatte vor einer seiner Besuchergruppen ebenso überraschend wie unmotiviert mal die Hälfte seiner Redezeit damit verbracht, über die »Faulheit des Abgeordneten Sonneborn« zu schimpfen.

** Der Trilog ist die anschließende Verhandlung des EU-Parlaments mit EU-Kommission und Rat.

*** Ausschuß für Industrie, Forschung und Energie

 


Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Schnurrbartträger Hannes Schrader!

Sie sind Redakteur für »Zeit Campus online«, das junge, hippe, aber nicht zu junge und zu hippe Junge-Leute-Ressort von »Zeit online«, zu dessen Anforderungsprofil Sie gerade so schicksalhaft passen wie Ihr Gesicht in Ihr Gesicht.

Neulich schimpften Sie Ihre Altersgenossen einmal kräftig, aber nicht zu kräftig, weil sie es nämlich verdienen. »Die Kürbissuppe ist das suppengewordene Ikea-Wandbild«, schrieben Sie. Ein mutiger, aber nicht zu mutiger Vergleich. Liegt Ihnen! »Sie ist die Times New Roman der Amateurküche«, aha, auch nicht schlecht, »eine Ausrede in Form eines Abendessens.« Lecker! Geht da noch was? »Sie ist das Bananenbrot der Hauptgerichte.« Donnerwetter! »Denn durch die AfD mag in Deutschland der Diskurs verrohen – aber durch Kürbissuppe verroht die deutsche Esskultur.«

Und so etwas lernt man auf einer Journalistenschule, ja? Oder im Debattierclub? An der Supermarktkasse? Schrader, Sie Musterstück eines wandelnden Generationenportraits!

Und natürlich tragen Sie in Ihrem ausgehöhlten Inneren auch eine große »Portion« Melancholie mit sich herum und räumen daher ein: »Zugegeben, auch ich habe Kürbissuppe schon unwidersprochen gegessen. Einmal hätte ich sie sogar fast selbst zubereitet, die Zeit war knapp und der große Suppentopf sauber.« Ist ja nicht wahr! Aber dann? »Doch ich besann mich, schnitt«, wenn schon nichts Lebenswichtiges auf, so immerhin »den Hokkaido in Scheiben, benetzte ihn mit Olivenöl, Zimt, Salz und Pfeffer und schob ihn in den Ofen. Er schmeckte wunderbar, beträufelt mit kühlem Joghurt und ein wenig scharfer Sauce. Leider bin ich die Ausnahme.« Glauben Sie uns: Leider sind Sie gerade das am wenigsten.

Und wir meinen damit nicht den Kürbis. Titanic

 Sorry, Librero Verlag,

aber Deine Bände »Mathematik«/»Kunst«/»Wirtschaft in 30 Sekunden« haben wir im Laden statt zu kaufen einfach schnell weggelesen!

Arbeitet jetzt an einem Geschenkbuch »Sparen in 30 Sekunden«: Titanic

 Nachdem Du, Weltgeist,

es uns schon im Sommer gehörig besorgt hast (vgl. TITANIC 7/18, 8/18), gibst Du Dir zum Jahresende noch einmal richtig Mühe und stupst unsere Nasen sowohl auf den Göttinger Augenarzt Prof. Hoerauf als auch die Lübecker Zahnärztin Dr. Stein-Ziehfreund! Und dass wir in einem Artikel auf Sueddeutsche.de meinten gelesen zu haben, Amazon sei »inzwischen der größte Sklaventreiber der Welt«, wo tatsächlich nur vom größten »Serverbetreiber« die Rede war: das ging doch auf Dein Konto, oder?

Dafür danke und auf ein fruchtbares 2019: Titanic

 Sie, Oliver Bäte,

Ihres Zeichens Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, erklärten im »Zeit«-Interview: »Für mich ist Gerechtigkeit ein marxistischer Begriff. Ich weiß nicht, was das ist.«

Und das, Bäte, ist eben die Crux mit dem Marxismus. Was Gerechtigkeit ist, erfahren Sie und Ihre Millionärsfreunde immer erst nach der Revolution. Dann aber sehr gut verständlich und gewissermaßen am eigenen Leib.

Kann es kaum erwarten: Titanic

 Klopf-klopf, Sting!

Klopf-klopf, Sting!

Wie wir aus dem »Spiegel« erfahren durften, sind Ihnen die Ideen zu Ihren bekanntesten Songs im Hotelzimmer gekommen. In der Langeweile einer Münchner Absteige entstand etwa »Walking Round the Room«, aus dem sich später das Lied »Walking on the Moon« entwickelte. Und ein anderes Mal pfiff Ihnen ein Fensterputzer die Melodie zu »Roxanne« direkt in die Herberge. Die Entstehungsgeschichten Ihrer übrigen Hits kennen wir zwar nicht, aber bei genauerem Blick scheinen die ebenfalls im Hotel entstanden zu sein: Die Idee zu »Don’t Stand so Close to Me« ist doch sicherlich am Frühstücksbuffet oder Pissoir gediehen. Und hier: »Message in a Bottle«, »Six Pack« und »De Do Do Do, De Da Da Da« beschreiben ja eindrücklich die drei Stufen vom Öffnen der Minibar über das Nachschubholen bis hin zum wohlverdienten Delirium.

Auch bei den drei Songs »So Lonely«, »Secret Journey« und »Every Little Thing She Does Is Magic« lässt sich ein kausaler Zusammenhang erkennen, aber diese Zimmertür lassen wir dann doch lieber geschlossen!

Weiterhin gute Reise Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 In unserer hektischen Zeit …

ist es wirklich gut, einfach mal anzuhalten, stehenzubleiben, die Welt Welt sein zu lassen, achtsam in sich hineinzuhorchen und ein paar köstliche Sekunden nur mit sich allein zu genießen – ABER NICHT GENAU IN DER SUPERMARKTTÜR, DU BLÖDE DUMPFKUH!!!

Katharina Greve

 Stimmt!

Ich kann mich noch gut an den Satz aus meiner Jugend erinnern: »Du wirst noch mal an die Worte deiner Mutter denken.« Nur worum es ging, weiß ich leider nicht mehr.

Markus Berger

 Neuland betreten

Ich fahre zum Shoppen jetzt immer nach Berlin. Dort ist das Internet einfach besser.

Dominik Wachsmann

 Neues »Häkchen« auf WhatsApp

»Hat deine Nachricht bereits gelesen, will aber noch nicht, dass du es weißt.«

Teja Fischer

 Jauch

Günther Jauch ist noch nie mit dem Regionalexpress gefahren, aber er wüsste, wie es geht, und das ist für mich der Zauber, der diesen Mann so besonders macht.

Johannes Floehr

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
19.01.2019 Leverkusen, Scala Max Goldt
22.01.2019 Leipzig, Schaubühne Lindenfels Max Goldt
22.01.2019 Mainz, Frankfurter Hof Martin Sonneborn
23.01.2019 Dresden, Staatsschauspiel Max Goldt