Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 45

»Angriff des achtbeinigen Rentners«

1.11. Sehr sonnig, kalt. Bereits herrlich früh dunkel. »Abend vorm Kamin«. Rumtopf, Rotwein, im ZDF ein netter Krimi: »Stern des Mordens«. Gedanke: Schön wäre es, wenn dereinst ein Flughafen nach mir benannt würde.

2.11. Einen Überholvorgang abgebrochen.

3.11. Die meisten Menschen würden unter der Zumutung, sich interessant zu finden, zusammenbrechen. Der größte Teil der sog. Kultur, die Religionen inbegriffen, widmet sich seit jeher der Aufgabe, die zahllosen Einzelnen vor dem Interesse an sich selbst zu schützen.

4.11. 1) 2018er Dschungel-Kandidat Ansgar Sowieso: »Frauen sind mit das Coolste, was diese Welt hat.« 2) Gute Songidee (Blödelsong): »Ich hätte gern ein Laugeneck«.

5.11. Google Suchverlauf: Einwohnermeldeamt altona öffnungszeiten – Terezia mora – Er steht im tor – Leo fischer die Herrschenden – Schöpfungshöhe – Mittwochslotto – Timmendorfer strand zob – Timmendorfer strand spielbank – Niendorf lübeck busverbindung – Fette frauen daten sex – Lantenhammer schnaps kaufen – Niendorf ostsee einwohnerzahl – Spielbank lübeck – Luv niendorf restaurant – Sigrid – Waldi harmann gewicht

6.11. Schrecklicher Tag. Die Wohnung nicht verlassen. Schlimm, was Nervosität und Alkohol mit einem anstellen. Abends in den Psalmen gelesen.

7.11. Gewisse Genugtuung über meine Ernennung zum Ehrenpräsidenten des Bundesjugendorchesters. Nachmittags Arbeit am Roman. Alles um mich herum, so kommt es mir vor, ist lautlos in Bewegung. So muss man arbeiten, denke ich, ohne einen Laut, wie die Muttererde.

8.11. 1) Keine philosophische Idee ist so tief und scharfsinnig, dass sie nicht in Alltagssprache ausgedrückt werden könnte. 2) Die Zahl der auf dem Schachbrett möglichen Züge beträgt 10 hoch 30, was mehr ist als die Gesamtmenge aller im Universum vorhandenen Atome. Muss man sich mal vorstellen. Bekomme eine »innere Gänsehaut«.

9.10. Nach dem riesigen Erfolg der italienischen, der griechischen und der asiatischen musikalischen Speisekarte hier nun die indische musikalische Speisekarte:
Strophe 1: Vorweg Malai Kofta, sind kleins Gemüsebällchen, schmackhaft und bekömmlich, Kofta wunderbar.
Strophe 2: Gefolgt von Aloo Gobi, Kartöffel und de Blumkohl, dazu Biryani Reis, Gobi wunderbar.
Strophe 3: Wie wär’s jetzt mit ein Dosas, ist indisch Pfannekuchen, schöne dicke Dosas, Dosas wunderbar.
Strophe 4: Zwischendurch Raita, ist Dip auf Joghurtbasis, kannst ein Löffel naschen, Raita wunderbar.
Strophe 5: Dann Tandoori Chicken mit Cashewnuss und Sahne, ist ein Leckerbissen / schmeckt am besten lauwarm, Tandoori wunderbar.
Strophe 6: Danach Palak Paneer, ist ein weicher Käse, zerschmilzt auf deiner Zunge, Palak wunderbar.
Strophe 7: Rotis und Chapatis sind Brotspezialitäten, tunkst in lecker Sauce, munden wunderbar.
Strophe 8:
Couscous mit Hühnercurry ist ein lecker Hauptgang, wirste sicher satt von, Couscous wunderbar.
Strophe 9:
Dazu ein frisches Naan-Brot – sind knusprig dünne Fladen aus dem Sauerteige, Naan-Brot wunderbar.
Strophe 10: Zum Nachtisch Gulab Jamun, sind schön fritierte Bällchen mit Milch und Zuckersirup, Gulab wunderbar.
Strophe 11: Auch gut Bananenlassi, schmeckt ganz frisch und cremig, mit Kardamom und Nelken, Lassi wunderbar.
Refrain: Indien, o Indien, ein großes Land auf meiner Zung, Indien, o Indien, mild oder scharf, da geh ich hin.

10.11. Zeitgemäße Doppelnamen (bitte zugreifen): Leonie-Julie, Marlon-Noel, Noah-Elias, Mia-Joline, Silja-Malin, Soraya-Diana, Tessa-Mareen, Shakira-Joline.

10.11. Slogans zur freien Verfügung. Wenn Sie zufällig Hase heißen und eine Fleischerei betreiben: Fleischerei Hase – Fleisch von Meisterhand, so zart wie ein Hase.

11.11. Kurze Begegnung mit Volker Malowski. Eine plumpe ostdeutsche Figur, provinziell, unbedeutend und hinterhältig. Abschließend: Wovon träumt einer mit hellgrüner Bundfaltenhose und Schnauzbart?

12.11. Was Computern abgeht: Zögern. Entscheidungen überdenken. Eine andere Lösung finden. Alles muss immer schnell gehen. Abends mit Bertram Leyendiecker ins Restaurant Brimborium. Bestellt gleich zwei Wiener Schnitzel. Ein träger Genüssling.

13.11. Witzig: Entschwuligung!

14.11. Schlagzeilen mit dem gewissen Etwas: 1) MUTTER WARTETE 239 TAGE AUF DIE TELEKOM 2) RAKETEN-BIKER STIRBT AUF WASSERDAMPFDREIRAD 3) ÜBERGEWICHTIGE STÜRZT AUF REHBOCK UND BRICHT IHM DAS GENICK

Evangelische Buchhandlungen sind so etwas wie die Autobahnkirchen des Alltags.

15.11. Wirklich ekelhaftes Wort: ANALTUNKE. Ist mir, wie vieles, »einfach so« eingefallen, Stichwort Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. Analtunke, Analtunke, Analtunke, mal »auf der Zunge zergehen lassen«. Vielleicht das ekelhafteste Wort der Welt.

16.11. »Mir persönlich ist das Schicksal irgendwelcher wilden Tiere völlig egal.« Weiß nicht mehr, von wem das stammt (im Zweifelsfall Karl Lagerfeld), ist aber hängengeblieben. Hamburger Thema, solange ich denken kann: Elbvertiefung. Naturschützer gehen auf die Barrikaden: Da würde doch das seltene Insekt A vertrieben oder der noch seltenere Vogel B aussterben. Frosch C umzutopfen, würde 100 Millionen kosten. Tja, dann ist das wohl so. Selbst schuld. Tiere sterben nun mal aus, die Menschen wird es auch irgendwann nicht mehr geben. Die Erde auch nicht. Milchstraße, ganze Sonnensysteme, usw. Die Elbvertiefung ist mir natürlich vollkommen egal.

17.11. Alltagsfrage: Warum sind manche Einzelteile eigentlich oft nur teilweise reduziert?

18.11. Tagsüber nichts, abends TV, auf Kabel 1 90er Actionkracher: ANGRIFF DES ACHTBEINIGEN RENTNERS. Schlimmes Ohr. Mir fällt auf, dass das linke mehr von dem ekligen, stinkenden, gelben Schmalz produziert als das rechte.

19.11. Widerliche Vokabel: schockverliebt. Aber auch daraus könnte ein toller Song entstehen: »Ich bin schockverliebt – los, melk mich ab«. Oder so.

20.11. Karriereschatulle: 1) Ein Mensch ohne Ziele arbeitet automatisch für die Ziele anderer. 2) Tränen und Schweiß haben die gleiche Konsistenz, aber nur Schweiß bringt dich weiter. 3) Warum-Fragen bringen Entschuldigungen, Wie-Fragen bringen Lösungen.

21.11. Ehepaar Mehlau zum Dinner. Dr. Mehlau ist mit seinen 68 Jahren noch recht temperamentvoll. Beide Mehlaus rannten wie alte Hühnerhunde im Wohnzimmer umher und betrachteten meine Bilder.

22.11. Verbitterung darüber, dass total bescheuerte, dumme, humorlose Idioten oft viel besser in Mathematik (oder Naturwissenschaften) sind als ich.

23.11. Ich bin schon immer ungern »ausgegangen«. Mittlerweile eine fast krankhafte Aversion gegen Ausgehen, Amüsieren und Feiern entwickelt, bereits der Besuch eines fußläufig entfernten Restaurants nötigt mir das Äußerste ab. »Bitte, bitte, lass mich zu Hause hocken bleiben!« Früher musste man sich ab und an blicken lassen, um 1) nicht komplett zu vereinsamen und 2) so etwas wie Networking (damals nannte man das allerdings noch nicht so) zu betreiben. Brauche ich beides nicht mehr. Großer Vorteil regelmäßiger medialer Präsenz: Man braucht überhaupt nicht mehr vor die Tür zu gehen.

24.11. Unfahrbare Pissschüsseln, aus denen die Ficksahne nur so heraussuppscht: Opel Anus, Toyota Votz, BMW Knatterta.

25.11. Wie ließe sich eine schwache Person gut charakterisieren? Sowohl Angst, zu lange zu leben, als auch Angst, zu bald zu sterben.

26.11. Um die Mittagszeit im Lidl-Supermarkt beim Einkaufen ein irrer Zufall: Zwei unter starker Skoliose leidende, sehr kleine Männer um die sechzig. Der eine (Gnom 1) steht noch in der Schlange, der andere (Gnom 2), völlig erschöpft von Tagesaufgabe Einkauf, packt seine Sachen vom Einkaufswagen in die mitgebrachten Beutel um. Dabei steht er ein bisschen im Weg. Kein Drama, man muss nur einen kleinen Bogen um den kleinen Mann machen, was auch alle Kunden rücksichtsvoll tun. Gnom 1, noch in der Schlange stehend, fixiert seinen Leidensgenossen hasserfüllt. Grimmige, stechende Augen, schmaler, harter Mund, nur noch wenige Zähne, zwei oben links und rechts von der Mitte wie die Zähne einer Giftschlange. Das sieht vielleicht aus. Wütend umklammert er den Griff des Einkaufswagens, bis das Weiße aus den Knöcheln tritt, dass man befürchten muss, seine Finger zerbrechen wie Brezeln. Er kann gar nicht abwarten, bis er endlich dran ist. Die roten Nasenlöcher zittern vor Erregung. Ich ahne schon, was gleich passiert. Und tatsächlich, Gnom 2 verstaut noch umständlich seine Geldbörse, gleich wird er das Feld räumen, da erschreckt ihn Gnom 1 mit »HALLOOOOO, KÖNNEN SIE MAL DEN WEG FREI MACHEN« zu Tode. Seine Stimme klingt seltsam schrill und metallisch, wie aus einem Sprechfunkgerät.

Gnom 2 ist so perplex, dass er wie angewurzelt stehenbleibt. In seiner viel zu großen Jacke (wahrscheinlich aus einer Zeit, in der er noch normal groß war) wirkt er wie ein Rabe. Ungläubig schaut er aus der Wäsche, die dichten, grauen, dünnen Haare sehen aus wie frisch geschlagenes Eiweiß. Gnom 1 dauert das alles entschieden zu lange, er stößt wütend seinen Einkaufswagen gegen den von Gnom 2, der verängstigt zurückweicht. Viel fehlt nicht, und Gnom 1, jetzt vollkommen außer Rand und Band, haut ihm eine. Sein Leidensglück ist der Hass, alter, verbrauchter Hass, den er bei Gelegenheit mal austauschen müsste, so wie Ölwechsel. Es ist also das ganze Gegenteil von Solidarität zwischen zwei Leidensgenossen: Wenn einer einem Gnom an den Karren fahren darf, dann nur ein anderer Gnom. Ich sehe sie schon den Einkaufswagen erklimmen, wo sie dann, wie in einem Boxring, einen Kampf auf Leben und Tod austragen. Kunden, Kassierer, der Marktleiter kämen herbeigeeilt, um auf den Ausgang Wetten abzuschließen.

27.11. Tag des Kältetechnikers.

28.11. 1) Kam mir in den Sinn: »Weg mit der Strahlung, her mit der Zärtlichkeit: mein Plädoyer gegen Handys« 2) Er zog sich an, damit ihn eine furchtbare Nachricht wenigstens angezogen erreichte.

So muss sich Jesus gefühlt haben.

29.11. Geile Textidee für Ballermannhit: »Breit in hundert Sekunden, in alle Löcher lass ich es laufen, und danach breit für einhundert Stunden, immer nur saufen, saufen, saufen – Ich will dich kotzen sehen, kotzen sehen, aus allen Löchern soll es laufen. Ich will dich kotzen sehen, so richtig kotzen sehen und dann immer weitersaufen.«

30.11. Der Grund, warum Dummköpfe so eigensinnig sind: Sie geben nicht gerne irgendeine ihrer Ideen auf, weil es ihnen solche Mühe gemacht hat, überhaupt eine zu haben.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Winkwink, Christoph Hein!

Für Faz.net berichteten Sie über den Absturz zweier Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 und fragten besorgt: »Hängen die Fälle zusammen? Für Boeing wackeln die wichtigsten Kunden.«

Das ist ja ein Ding! Aber wie denn überhaupt, am Boden oder in der Luft? Vor und zurück oder mehr seitwärts? Und warum? Verkauft Boeing an Wackeldackel, oder ist das Flugzeug so schlecht verschraubt, dass es sich ständig in Turbulenzen befindet?

Tippt auf eine Portion Wackelpudding beim Schreiben: Titanic

 Preisverdächtig, ZDF-Mediathek,

wie Du auf Deiner Startseite nacheinander folgende Sendungen anpreist: »Aufbruch in die Freiheit. Preisgekrönter Fernsehfilm über den Kampf der Frauenbewegung«, »Bad Banks. Preisgekrönte Drama-Serie über eine erfolgreiche Jungbankerin«, »Die Reise der Menschheit. Preisgekrönte dreiteilige Dokumentation« sowie »Bares für Rares. In Horst Lichters preisgekrönter Trödel-Show kann jeder seltene Fundstücke … schätzen lassen.«

Wer auch immer diese äußerst kreativen Ankündigungstexte für Dich verfertigt: Wir hoffen, sie/er ist sehr, sehr preiswert, damit auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt!

(Aus)gezeichnet: Titanic

 Prost Mahlzeit, Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU)!

»Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und soziale Teilhabe – das sind wesentliche Bausteine für ein gutes und gesundes Leben, gerade im Alter«, würgten Sie bei der Fachtagung »Im Alter in Form« der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen in Bonn Altbekanntes hervor. Deshalb soll die »Ernährungskompetenz« von Älteren verbessert und sollen Qualitätsstandards flächendeckend umgesetzt werden.

Im christdemokratischen Klartext also: Mehr wohnortnahe, per Gehhilfe erreichbare Tafeln mit einem ausgewogenen Restangebot an fast frischem Obst und Gemüse für Menschen, deren MHD bereits überschritten ist.

Kriegt jetzt schon das Kotzen: Titanic

 Resonanzkörper Else Buschheuer!

Resonanzkörper Else Buschheuer!

Sie haben bei sich selbst ein Helfersyndrom diagnostiziert und darüber ein Buch geschrieben, aus welchem Sie Auszüge ins »SZ-Magazin« – schließlich Heimat der »Guten Frage«, vormals »Die Gewissensfrage« – klatschen durften. Sie erzählen von einem Bettler, den Sie eine Zeit lang mit einem Almosen bedachten (»Geld, das ich auf der einen Seite verdienen und versteuern muss und das ihn auf der anderen Seite vielleicht davon abhält, sein Leben in die Hand zu nehmen«), welches Sie dann leider immer weiter zu schrumpfen gezwungen waren (»Ich hatte mittlerweile zwei Geflüchtete zu Hause, die es durchzufüttern galt«), bis er eines Tages verschwunden war: »Eine Frau hatte seinen Platz eingenommen … Wochen vergingen, dann war er zurück. Warum? Was war geschehen? War sie seine Urlaubsvertretung, war er krank gewesen? … War dem Kassenwart in der Zentrale des organisierten Verbrechens aufgefallen, dass ein gewisser täglicher Betrag, mein Betrag, nun ersatzlos weggefallen war?«

Über die sich entspinnende pekuniäre On-off-Beziehung reflektieren Sie am Ende so: »Der kleine, zufällig vor meinem Supermarkt vorhandene Mann wird zum Resonanzkörper meines Gutseinwollens und gleichzeitig zum Dorn in meinem Fleisch, das muss man sich mal vorstellen. Der steht ja nur da und bietet eine Zeitung feil, während in mir Deutungskollisionen toben. Er hat mir nichts getan, dennoch löst sein Anblick in mir Emotionen und Gedanken aus.«

Und so ähnlich geht’s uns mit Ihnen: Sie haben uns nichts getan, dennoch lösen Sie in uns Emotionen und Gedanken aus, teils justitiable. Sie stehen ja nur da und bieten ein Buch feil, während in uns Deutungskollisionen toben: Gehört das in die Altpapiertonne oder in den Sondermüll?

Will Sie nicht davon abhalten, Ihr Leben in die Hand zu nehmen: Titanic

 Sagen Sie, Versicherungsmakler Frank Stümpert (Hann. Münden),

könnte ebendieses nicht vielleicht genau das Problem sein? Nein? Und wann hören Sie dann endlich damit auf?

Zum Glück arroganz-versichert: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Wenn Männer Bahn fahren

»Könnten Sie bitte die Beine wegtun, damit ich mich auch noch setzen kann?«

»Ha! Sie denken jetzt sicher, ich mache Mansplaining. Tu ich aber nicht! Das heißt ManSPREADING! … Das jetzt war Mansplaining.«

Felix Scharlau

 Top kek

Egal wie sehr ich versuche, der Jugendsprache zu entkommen, ich komme einfach nicht vom fleek.

Karl Franz

 Kranke Medizin

Anhänger der Homöopathie sind überzeugt davon, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden kann. Aber gilt das nicht auch für Notfallchirurgen, die bei schweren Stichverletzungen zum OP-Messer greifen?

Maja Kaiser

 Kriminalistisches Knoff-Hoff

Wie schafft es eigentlich das Verbrechen, niemals zu schlafen? Böse Augen haben keine Lider.

Elias Hauck

 A bisserl was geht immer

Mein Tischnachbar in der Bäckerei antwortet jedesmal »Tschüss, Tschüss!«, wenn sich eine der Kundinnen nach dem Brotkauf von der Verkäuferin verabschiedet. Um die Poesie dieses Moments angemessen würdigen zu können, ist es hilfreich zu wissen, dass unser Tisch etwa acht Meter vom Verkaufstresen entfernt steht, in einer dunklen Ecke, von allen unbemerkt, und dass mein Nachbar ansonsten nichts weiter sagt oder tut, außer ganz leicht aus dem linken Auge zu tränen, während er seine Zigarettenschachtel auf- und zuklappt.

Peter P. Neuhaus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 24.04.:

    Mit der "Stuttgarter Zeitung" unterhielt sich Oliver Maria Schmitt über Witze, Humor und Tabus.

  • 24.04.:

    Tim Wolff sagt in der Taz die Wahrheit über Feuerwehrmänner.

  • 23.04.:

    Die "Neue Westfälische" porträtiert TITANIC-Redakteurin Ella Carina Werner.

Titanic unterwegs
25.04.2019 Hamburg, Altonaer Museum Gerhard Henschel
25.04.2019 Nürnberg, Musikverein Paula Irmschler mit Linus Volkmann
29.04.2019 Frankfurt, Henscheid Martin Betz
30.04.2019 Potsdam, Thalia Martin Sonneborn