Inhalt der Printausgabe

Deutschland & »Die Welt«

Poschardts Kinder

Von Oliver Maria Schmitt

Hergeschaut, Schwilli und He-Hü, Stucki und Ronja! So macht man das mit diesen Narzißtenschweinen! Ulf Poschardt straffte den flottgesäßigen Körper, zog den Automatikhebel auf »Speed«, gab ordentlich Gummi und ließ den Daimler neben ihm sehr, sehr alt aussehen. Kraß, wie dieser VW Polo abging! Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe machte den spritzigen Flitzer tatsächlich zum idealen Stadtfahrzeug, auch dieses Ampelduell ging klar an ihn, Poschardt, Ulf, Doktor der Philosophie, stellvertretender Chefredakteur der Welt am Sonntag – und natürlich coolster Autofachmann der Nation. Das hatten diese selbstverliebten Arschgeigen jetzt davon! Von denen ließ er sich die Ampelphase nicht kaputtmachen, niemals!

Gerade hatte er in einem gepfefferten Blogbeitrag auf seiner Spielwiese ps.welt.de mit dem Phänotyp des »Narzißten in der automobilen Welt« abgerechnet. War auch allerhöchste Zeit! »Er verstopft die Straßen mit seiner lahmgesäßigen Selbstverliebtheit, die dazu führt, daß er in der Regel ganz in sein Rück- oder Seitenspiegelbild versunken ist, so daß er auf den Verkehr weder achten kann noch will.« Sauber hatte er das ausformuliert. Das hatte er jetzt davon, der saublöde Narzißt. Davon würde er sich nicht mehr so schnell erholen. Jaja, um die richtig wichtigen Themen mußte er sich halt immer noch selbst kümmern, so was war für Schwilli, He-Hü, Stucki und Ronja von Rönne, die er lustigerweise nur Ronja von der Lippe nannte – das war für die ’ne Nummer zu groß. Zu komplex. Da mußte halt der Chef ran und diese »Auto-Narzißten«, wie er sie so treffend genannt hatte, elegant deklassieren. Beim Ampelduell wie auf dem Papier.

Warum? Weil er auf der Gewinnerstraße unterwegs war, ganz klar. Gut, die Vanity Fair hatte er damals an die Wand gefahren, aber hier, bei Springers, da gab er einfach nur noch Gas. Aber so was von. Sein Baby, die WamS, lag uneinholbar vorn, die machte das schrillste Feuilleton der Republik. Dafür hatte er den journalistischen Transfermarkt praktisch leergekauft.

Der Taz hatte er diesen Quotentürken abgeluchst, diesen Dücel Yeniz oder wie der hieß. Einfach nur, um die zu ärgern, haha. Springer kriegt euch, paßt bloß auf! Gut, der dicke Matussek vom Spiegel, der war im Prinzip ein Fehlkauf. Aber gut, manchmal mußte man halt Zeichen setzen. Dabei war der Mann letztlich auch nur so ein lahmgesäßiger Narzißt. Und komplett verrückt dazu! Jetzt schrieb er tatsächlich Hausfrauenartikel übers Abnehmen: »Fasten entschlackt Körper und Seele, ist ein religiöser Akt.« Haha, als nächstes faxt er Rezepte. Und seine Hirnschlacke, die durften wir jetzt drucken, dachte amüsiert Poschardt und bog in die Schönhauser ein, da waren auch jede Menge Ampeln.

Nee, da lobte er sich doch den Schümer, der von der FAZ zu Springer gewechselt war, um seine Wohnung in Venedig weiter vom Verlag bezahlt zu kriegen. Wirtschaftsflüchtling, ganz klar. Aber egal, der schrieb wenigstens, als würde er dafür bezahlt werden, haha. Stuckrad-Barre hingegen, die alte Koksnase, die war ja im Prinzip durch. Brachte nix mehr. Seit Stucki sich für die Axel Springer AG zum 100. Geburtstag von Axel Springer ein Jubiläumstheaterstück über die Liebesgeschichte zwischen Axel Springer und seiner künftigen Witwe abverlangt hatte, war er irgendwie ausgebrannt. Kaputtgespringert, haha. Konnte einem im Prinzip leidtun, der Mann. So was hätte er, Poschardt, natürlich nie gemacht. Jedenfalls nicht für so wenig Geld.

Die Ampel war rot, Dr. Ulf schaute nach rechts. Da saß wieder so einer. Einer von diesen »Testosteron durchpulsten Geschlechtsgenossen«, wie er das so supercool formuliert hatte. »Schnell versinken sie wieder in sich selbst und die dunklen Ledersitze.« Da träumt die Lippe doch von! Ja, die Rönne, das war eigentlich ein Supercoup. Direkt von der Schreibschule abgegriffen, das Luder, für praktisch kein Geld! Und jetzt verdrehte sie den alten Nerdbrillen-Herren in Berlin-Mitte die Köpfe mit ihren dahergeplapperten Ergüssen und ihrem immer halboffenen Fick-mich-Mund. Der Diez war voll drauf reingefallen und hatte im Spiegel eine ganze Sommerloch-Doppelseite mit der Tatsache tapeziert, daß es eigentlich gar nichts zu berichten gab: »Die Journalistin und Schriftstellerin Ronja von Rönne ist erst 23 Jahre alt, aber macht jetzt schon ganz Berlin-Mitte verrückt.« Haha, das lief wie geschmiert.

Machte sie ja auch gut, die von der Lippe. Gleich in einem ihrer ersten Texte hatte sie geschrieben: »Ich laufe also mit meiner Begleitung durch den Saal, wir spielen etwas lustlos ›Nutte oder erfolglose Schauspielerin‹.« Voll geil, in Berlin ging so was noch. Und dann diese Feminismus-Quatschnummer, das hatte auch prima hingehauen. Sie »ekle« sich vor dem Feminismus, hatte sie geschrieben, bei Facebook hatte es Likes und Hates gehagelt, die Junge Freiheit und der Ring Nationaler Frauen hatten das Geschreibsel hart gefeiert, ja sogar der Martenstein hatte sich dazu geäußert, hehe. Sagenhaft, wie dämlich der war, dachte es aus Poschardt, während er den schnittigen Polo abbremste, um anderen Verkehrsteilnehmern das Einfädeln zu erleichtern. Er war schließlich kein Narzißt!

Und er sah nicht so schlimm aus wie der Schwilden! Haha, Frédéric Schwilden, diese kuriose Schwuchtel! Taumelte als Hitler in hip durch die Berliner Trendbezirke und brachte von dort die dümmsten Sätze mit: »Zuerst trinken wir Crémant, während wir ganz viel süßen Quatsch reden. Mit Antonia Baum kann man den ganzen Abend über Quatsch reden«, war seine Bilanz eines Spesenessens mit dem Fräuleinwunder der FAS, und dann hat er diesen Quatsch original in die Zeitung reingeschrieben. Echt spitze, dieser Mann, eine perfekte Witzfigur. Hatte er von der Berliner Morgenpost geholt. Echter Trash und voll billig einjekooft, haha, lachte es in ihm, Poschardt im Polo. Wie hatte der irre Niggemeier geschrieben? »Frédéric Schwilden sieht nicht nur aus wie Hitler, sondern erfüllt auch eigenhändig mit nur einem Artikel das Jahresbeklopptheitspensum der Welt« – hahaha, spitzenklasse, genau so mußte das laufen.

Der Schwilden schreibt einfach alles weg, der schreibt über Nacktputzer, über Sommerhits, über das Foto von Markus Söder mit seinem Posterboy Franz Josef Strauß – und verbittet sich abfällige Kommentare, »wenn ein Mann einen anderen Mann verehrt und sich dazu bekennt«. Wie blöd konnte man eigentlich sein? Sagenhaft, bilanzierte Poschardt und bremste elegant eine Narzißtin im X5 aus. Typische SUV-Schlampe mit Sonnenbrille auf dem Kopf und Syltaufkleber am Heck.

Nicht ungeschickt war auch diese Andrea Hünniger. Trieb sich als It-Girl der Mitte-Medien auf allen Partys rum, hatte die olle Hegemann als trophy wife abgegriffen, schrieb darüber klebrige Lesbengeschichten und ließ sich für uns als Softpornomodel ablichten. He-Hü, das Powerpärchen, hehe. Gepflegte Lesbo-Sexphantasien für die Springerpresse, voll geil. Problem war da nur die Halbwertszeit. Diese Büchsen hielten sich ja alle nicht lange. Die Hegemann war schon lange durch und die Hünniger schon wieder abgemeldet, weil ja jetzt Rönne von der Lippe da rumzickte. Überhaupt, diese jungen Menschen. Die fanden »Facebook spannender als Drehmoment, Twitter wichtiger als Traktion«. Mit anderen Worten: »Schlimme Nervensägen, die stets zu langsam fahren, garantiert jede Ampelphase zerstören und brandgefährlich sind.« Auf so einen Text kämen diese Girlies gar nicht, ja nicht mal der Schwilden.

Hmm, irgendwie müßte jetzt mal eine neue Skandalnummer her fürs Blatt, rumorte es in Poschardt, als er seinen Boliden im fliegenden Start an zwei Narzißten vorbeijagte. Was tun? He-Hü, Schwilli und Stucki gegeneinander ausspielen und eine Reportage über Stucki schreiben lassen? Oder Stucki über Berliner It-Girls? Nee, zu selbstbezüglich, verwarf der promovierte Polofahrer diesen quasi Blochschen Vorschein eines Gedankens. Fleischhauer, Broder? Quatsch. Im Prinzip müßte der Pirinçci her, dieser paranoide Kümmeltürke mit seinem rotgrünversifften Scheißkackwahn. Aber das, so brütete Poschardt, gäbe dann nur wieder Leserbriefe und Kündigungen.

Scheiße – was tun? Was hatte er denn noch auf der Agenda? Dagobert, diesen Schmalzschlagertrottel, den müßte man mal pushen. Der könnte ja mal eins von diesen Pedelecs für uns testen, diese elektrischen Rentnerhobel. Genau, zusammen mit dem Schwille! Und Hü-He auf dem Gepäckträger, haha! Ich laß die irgendwo durchs Oderbruch gurken oder zum Nacktputzkongreß, scheißegal, und laß den Schwilden darüber halluzinieren. Oder lieber die Rönne? Hätte vielleicht mehr Sexyness.

»Springerjugend« nannte die linke Lügenpresse seine Boys und Girls. »Hitlers Kinder«, so sann es in Poschardts Polo, so nannte man doch früher mal sozusagen metaphorisch die Deppen von der RAF. Kohls Kind, das war er im Prinzip selbst. Und Merkels Kinder, die schrieben ihm jetzt das Feuilleton voll. Die ehemals von den Linken monopolisierte Protest- und Randaliergeste war nun im rechten Mainstream angekommen, analysierte der Dr. die Gesamtlage auf den Straßen von Großberlin. Und recht eigentlich waren es doch seine Kinder. Ja, das war die Poschardtjugend, haha! Flink wie Schoßhunde, zäh wie Nappaleder und hart wie die Kronkorken von Club-Mate.

Aber hey, der Wowereit! Der Wowi, genau! Jetzt hatte er, Poschardt, es. Der Wowereit, der hatte doch Zeit – der müßte mal für uns fahren! Am besten in so ’ner Freizeitkutsche, in so ’nem Campermobil! Da drin wird man automatisch zum Spießer, zum Vati, der die Family fährt. Und ha – jetzt, als die Ampel am Strausberger Platz auf Grün sprang, da kam ihm die Erleuchtung! –, dem Schwulibert würde er die Crème de la crème seines journalistischen Kindergartens mitgeben, alles, was die Springerjugend zu bieten hatte: den Schwilden, die Rönne, die beiden Hü und He, Stucki natürlich auch noch, damit es richtig crazy wird. Und zur Krönung noch den Pirinçci, aaah-haha! Hinten auf die Wohnmobilbank, hahahaha! Dann rumpelt’s aber im Busch. Fast verfuhr sich Poschardt peinlich, so mußte er über seinen Einfall lachen.

Zu siebt im Hymermobil nach… nach… Worpswede, genau! In diese miefige Künstlerkolonie, in diesen richtig bürgerlichen Quatsch. Da können sich die Kids mal so richtig auskotzen: über Feminismus, Lesben, schwule Künstler, Bio, Lifestyle, untermotorisierte, frontgetriebene Freizeitfahrzeuge mit Aufbauten, Monarchie & Alltag, Homopolitik, alles. Das würde ’ne richtig krasse Kiste geben, wahrscheinlich eine ganze Beilage! Mit Softpornofotos von allen und Koks in der Plastiknaßzelle, hihi. Da soll der Schwilden mal den Wowereit das Wort »Torsionssteifigkeit« buchstabieren lassen, höhöhahahehehe.

Diese Geschichte, antizipierte der Polofahrer, die war leider endlos geil, auf so was würden diese lahmgesäßigen Ampelphasenzerstörer doch nie kommen! Jaaa, die Headline sah er schon vor sich: »Wowi mit Wohni in Worpsi«! Hahaha, und hintendrin, im Hymermobil, die Poschardtjugend am totalen Abkotzen! Dafür würden sie ihn endlasermäßig hart feiern in Berlin, dafür würden sie sogar noch das »Borchardt« in »Poschardt« umbenennen. Mannomann – wär das nicht geil?

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ahoi, Jörg Thadeusz!

Gewohnt inhaltslos polternd beklagen Sie in der »Berliner Morgenpost« die moralische Hybris Deutschlands am Beispiel der Seenotretterin Carola Rackete: »Recht gilt nur so lange, bis ein deutscher TV-Fritze wie Jan Böhmermann, eine deutsche Nicht-Regierungsorganisation oder die gesamte deutsche Öffentlichkeit eine höher stehende Moral definieren.« So kommen Sie nebst originellen Bemerkungen über Quinoa essende »Szene-Berliner« schließlich zum Fazit: »Denn was moralisch geboten ist und was nicht, bestimmen nun mal die Deutschen.«

Da haben Sie aber etwas missverstanden: Die Königsdisziplin deutscher Hybris ist längst das moralische Gejammer über die Moral der anderen, aus dem vulgärdialektischen Irrglauben heraus, sich so in argumentative Höhen zu poltern. Objektiv gesehen, Herr Thadeusz, befinden Sie sich nämlich geistig längst selbst unter dem Meeresspiegel.

Fern jeder Hybris:

Ihre Seenotretter von Titanic

 Charlotte Roche!

Charlotte Roche!

In »Spiegel« und SZ, »Zeit« und Ihrem eigenen Podcast haben wir nun lang und breit zu lesen bzw. hören bekommen, dass Ihre Ehe nicht perfekt, sondern »ganz normal« sei. So normal kann sie aber doch nicht sein, schließlich haben »normale« Paare weder einen eigenen Ehepodcast noch Zeitungs- und landesweite Berichterstattung über ihr Privatleben, meinen Sie nicht?

Na ja, was Sie sonst so alles Normales tun, werden wir mangels Interesse wohl nie erfahren. Unser Leben geht trotzdem ganz normal weiter. Titanic

 Wenn ausgerechnet Sie, Kölner Weihbischof Ansgar Puff,

im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur dazu aufrufen, sich durch das eigene Verhalten stärker gegen Menschenhandel zu organisieren, und predigen »Fangen wir bei der Prostitution an: Einfach nicht ins Bordell gehen. Punkt« – ist Ihre Aussage dann letztlich nicht auch ein Sinnbild der bigotten Sexualmoral Ihrer Kirche? Nomen est schließlich omen. Titanic

 Huhu, Pia Ratzesberger (SZ)!

»Im Kampf gegen den Klimawandel bleibt das Ozonloch eher eine abstrakte Vorstellung, während man irgendeine Plastikfolie jeden Tag aufreißt.«

Genau; bzw. apropos Loch: Regnet’s rein? Aber schön warm, wegen Ozonwandel?

Puh!

Löchrig grüßt Titanic

 Hey na, AKK?

Der Hype um Ihre Initialien will wohl einfach nicht abflauen. So lesen wir etwa auf »Spiegel online«, dass die Menüfolge des »Düsseldorfer Ständetreffs« ganz auf Ihre Initialen abgestimmt gewesen sei – »von der Vorspeise (Avocado, Kastenbrot, Krabben) über den Hauptgang (Apfel, Karotte, Kalbstafelspitz) bis zum Dessert (Ananas, Kokos, Kalamansi). Die Tischdekoration ebenfalls – Pflanzen in ihren Buchstaben, der Kaktus als Krönung.«

Leider im Bericht unerwähnt bleiben Spirituosen (Apfelkorn, Kabänes, Korianderlikör), Besetzung der Band (Alphorn, Kornett, Kwetschkommode) und Gäste (Arschlöcher, Kleingeister, Knalltüten) wie zum Beispiel Ihr ebenfalls anwesender Ex-Rivale Friedrich Merz (Aktienhandel, KumEx-Geschäfte, Karibikkonten). Der bekam laut »Spiegel« vom Publikum sogar mehr Beifall (Applaus, Klatschen, Kundgabe [von Zustimmung]) als Sie. Dabei sollte man doch meinen, dass Sie jemanden, der menü- und initialienmäßig zuerst an Froschhirne, Miesmuscheln und Fermentierte Magermilch denken lässt, mit links in die Tasche (Akten-, Korb-, Kosmetik-) stecken. Sind da womöglich wieder mal Aufstand, Kritik und Krawall im Anmarsch (im Kommen, am Kenntlichwerden)?

Okay, reicht. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 LinkedIn oder Tod

Nach langer Funkstille habe ich mich dazu entschlossen, meine Ex-Freundin und ehemalige Kollegin bei Xing zu adden, um ihr zu zeigen, dass sie mir auch beruflich absolut nichts mehr bedeutet.

Karl Franz

 Neues aus Brüssel

Laut eines Urteils des EuGH können alle Termine, die Sie bereits beim Dermatologen ausgemacht haben, ab sofort auch von etwaigen Nachfahren genutzt werden. Diese müssen explizit auch noch nicht geboren sein.

Felix Scharlau

 Remake

des Filmklassikers mit Demi Moore und Patrick Swayze: »Ghosting – keine Nachricht von Sam«.

Elias Hauck

 Überlegung

»Falls ich diesen Abend nicht überleben sollte, möchte ich wenigstens so viele Delphine wie möglich mit in den Tod genommen haben« sprach er. Und bestellte nach acht Maß Bier und drei Schnaps eine Pizza Thunfisch ohne Käse.

Theobald Fuchs

 Sommerabend-Komplex

Auch wir ließen die Gardinen offen bei unserem Hollandurlaub, wir wollten teil sein dieser freundlichen Gesellschaft, die nichts zu verbergen hat. Doch schnell wurde ein gewisser Zugzwang merkbar - ist es aufgeräumt genug für die Betrachter? Bin ich zu nachlässig gekleidet? Hinter all den hübschen Präsentierzimmern gibt es vermutlich neonbeleuchtete Räume mit Resopalmöbeln, dort sitzt man Krumm und mit strähnigen Haaren in ausgebeutelten Jogginghosen, blafft herum, isst kalte Pizza vor dem Fernseher.

Miriam Wurst

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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    Christian Y. Schmidt schreibt im "Neuen Deutschland" über die Ausstellung "Summer of China" in Berlin.

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    Die "Neue Westfälische" über das legendäre Bielefelder Satiremagazin "Dreck".

Titanic unterwegs
27.08.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner mit A. Neft, B. Maak u.a.
28.08.2019 Berlin, Theater im Pfefferberg Max Goldt
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22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«