Inhalt der Printausgabe

Thomas Gsella

Äußerlich unterscheidet sich Google Glass kaum von Offline-Brillen, kann aber siebenmal mehr:<br />1 Zur Orientierungshilfe beamt sie immer zwei Gehwege ins rechte Gesichtsfeld: den kürzesten und den längsten <br />2 Telefon<br />3 UKW-Antenne<br />4 Werkzeugkasten<br />5 Masse<br />6 In-Ear-Hörer mit integriertem Q-Tip<br />7 Flach-Mikro

Wie immer superschnelle Lieferung durch Amazon, angenehme Haptik des Päckchens und frustfreie Verpackung mit lustigen Blutspritzern der Lagerarbeiter. Dann die Enttäuschung: Statt der heiß erträumten Google-Brille war’s ein kalt glänzender Läusekamm für mich Glatzkopf und meine sechs weiblichen und überaus langhaarigen Kommunarden oder besser Liebsten, wenn Sie verstehen, auf welche hygienisch-moralischen Verhältnisse ich hier in aller Deutlichkeit anspielen könnte; aber dazu besser später noch so allerlei…

Das Ding kam dann zur Dämmerung und mehr aus Versehen. Ich faulenzte im Hinterhof bei den Restmülltonnen, als eine unbemannte Google-Drohne auf mich zugeflogen kam und brüllte: »Sie sind der FAZ-Feuilletonboß Frank Schirrmacher und müssen unseren neuen Scheiß testen, haha! Viel Spaß!« Dabei hielt sie mir ein buchgroßes Päckchen hin. Zuerst wollte ich zurückbrüllen, daß alles ein grober Irrtum und der Erwähnte erstens viel fetter und bekloppter sei als ich und kein zweitens und Schluß, aber dann sah ich die vier entsicherten Atombomben links und rechts unterm Cockpit und überlegte es mir anders. Außerdem war die Drohne doch nicht unbemannt. Ein koboldhafter Nerd saß drin, vier, fünf Jahre alt vielleicht, fixierte mich schwitzend und kaute sich die Fingerküppchen ab.

So kam ich an die Brille.

 


 

TTANIC wird auch auf Ü30-Partys gelesen, daher flott ein paar basic Must-knows & Behind-reasons. Google ist eine verdammte Größe unter den Versandhäusern, und die neueste Erfindung ist der oder die: Google Glass. Damit kannst du Google-Sachen am Computer noch gebannter angucken und lesen, indem alles total unscharf dargestellt wird und du quasi automatisch genauer hinguckst; so dachte ich jedenfalls zuerst. Aber nach vier Stunden zog ich meine retro Offline-Brille wieder auf, sah alles wieder schön scharf – und guckte aber mindestens genauso gebannt auf die neuesten Starposter von Eintracht Braunschweig und wo man die am billigsten kriegt usw.! Nach einer Woche holte ich meine geschliffene Google-Brille dann beim Optiker ab, mit Gleitsicht und elektronischer Sonnentönung, und es konnte losgehen. Raus aus dem Brillengeschäft, rein in die brodelnde Lava der augmented City of Aschaffenburg!

Als erstes lief ich gegen eine Laterne, weil die Brille rechts oben auch irgendwie augmented ist und du ein völlig neuartiges Gesichtsfeld bekommst, das du ganz einfach mit anderen teilen kannst, indem du »aua« schreist. Danach hatte ich voll die Hallus. Erst sah ich eine durchsichtige Quatschtafel zu »aua«, Schreibweise, Trennung, Synonyme, Zitate mit aua, dreitausend Angebote für »aua-Schnäppchen« und »aua bis zu 95% reduziert«, aua auf englisch und balisch, danach kamen super Schmerzbilder von Opfern mit offenen Zahnwurzeln, abplatzenden Raucherfüßen und Bauchspeichelkoliken und so was. Dabei war mir der Laternencrash gar nicht so heavy vorgekommen.

Meine dritte Hallu war dann ein Werbevideo für Heftpflaster, obwohl die bei Beule gar nicht helfen. Um die Schwellung tröstend betasten zu können, nahm ich die Brille ab – das Video verschwand! Brille wieder auf – Video wieder da! Wieder ab: wieder weg. Wieder drauf: wieder da. Da wußte ich: Ich lag in meinem Bett und träumte Mist. Um aufzuwachen, stampfte ich mir mit aller Kraft auf den Fuß, was echt sauweh tat, aber der Traum – war stärker! Stärker war dann auch ein Passant, dem ich, um nun aber wirklich aufzuwachen, mit Karacho ein paar runterhaute, denn im Traum kann man ja alles machen. Leider können die Geträumten auch alles machen, und so schrie ich kurz darauf noch vielviel lauter »aua«, und der Alp ging potenziert von vorne los.

 


»Kamera: stylisches Selbstporträt!« Zum Trost kannst du aus über dreitausend »Klick«-Tönen wählen

Jaja. Okay. Hätte ich auch früher draufkommen können. Aber wer liest schon Gebrauchsanweisungen? Die Hallus kamen also von der Brille, die im subbosonalen Internetschaum andockt und deine geheimsten Websites und Gedanken in dein peripheres Sichtfeld reinholographiert, bevor du Null sie posten kannst. Deswegen fährt sie auch echt superschnell hoch. Wenn du sie aufsetzt, kannst du noch bis 1,7 zählen, dann mußt du blitzschnell deinen Standort aufsagen, dann heißt es: gleichzeitig anrufen, fotografieren, Konzertkarten bestellen, angerufen werden, Facebook, Konzertkarten zurückschicken, Musik hören, Filme gucken, teilen, Youtube, herrschen, Dateien verschieben, Autos verschieben, Autos verscherbeln, Kalender vollmachen, schwule Kinder adoptieren, mailen, unterschreiben bei Campact und Spielcasino, Wege erfragen, ablatschen und bewerten und zwischendurch natürlich skypen, chatten, daten, ficken und dies ganze Zeug.

Nicht weniger erfreulich: Brillentücher brauchst du keins. Die Gläser werden online geputzt, auch Rahmenbrüche reparieren sich selbst und so schnell, daß du gar nicht weißt, ob die Ware nun tatsächlich hingefallen ist. Die als Zweitkamera getarnte Fun-Wasserpistole ist leider nur optional – angesichts des »hohen« Preises mehr als unverständlich »:)))«.

Soweit zur Theorie. Doch auch in der Praxis ist die Google Glass teilweise moderner als analoge Brillen und Kontaktlinsen. Hier die schlagendsten PROs im Überblick:

  • Mach ein Foto von der Augustmittagssonne und schick es deinem besten Feind direkt in die Brille. Er erblindet schneller, als er den Absender entziffern kann
  • Du kannst die Brille nicht verlegen, weil sie immer weiß, wo sie ist, und es dir sagt, sobald du sie findest
  • Tolles Gadget für Mädchen: Lidschatten und Wimperntusche könnt ihr auf die Brille laden, das erspart Geld, Zeit und Abschminken
  • Du kannst auf die Brille nicht drauftreten, weil sie bei Lebensgefahr blitzschnell ein Foto von deiner Fußsohle macht und es dir mailt, während du umfällst
  • Tolles Gadget für Spione: Google-Glass-Nachtsicht. Damit kannst du auch die gegnerischen Clubs und Discos super kennenlernen und verraten
  • Die Sprachsteuerung funktioniert und ist lernfähig. Wenn dich Google nach links schickt und du rechts abbiegst, kostet es die ersten zehn Mal nur fünf Dollar, ab dem elften Mal nur noch drei. Geheimtip: Rechts abbiegen, aber rückwärts gehen, dann sehen weder du noch die Kamera, wo ihr hinlauft
  • Tolles Gadget für Arme: die Südseepiratenschatz-Suchfunktion. Damit findest du jede Schatzkiste, und wenn du ein Foto von ihr machst, sagt dir die Brille, was drin war
  • Mit Google-Glass kannst du stundenlang unter Wasser bleiben, ohne Atem zu holen. Die Bergung übernimmt Mutti
  • Deine Freundin lotst dich auf ein Bier in den »Goldenen Ochsen«, du gehst rein, scannst das 0,5l Weißbier und siehst sofort, daß es im Motocross-Vereinsheim nebenan zwar pissewarm, aber fünf Cent billiger ist. Du kannst bei zehn Weißbier einen halben Euro sparen, und die blöde Kuh kann sehen, wo sie bleibt
  • Tolles Gadget für Schizos: mit sich selber videotelefonieren, grundverschiedener Meinung sein und sich in aller Öffentlichkeit anschnauzen

Zehn gute Gründe also für den Google Glass, aber das Schönste: Es gibt noch mehr. Die fallen dir aber erst auf, wenn du die Ware mal ein paar Stunden trägst…

 


Info aus erster Hand: Scanner auf den Barcode, und schon ermittelt Google, daß die Flasche leer ist

Nicht daß wir immer noch die Sexmaniacs von früher wären, meine Liebste und ich, aber so durchschnittlich zweimal, ab und zu auch drei- oder zwölfmal brauchen wir es täglich schon, und darum konnten wir auch an diesem Morgen kaum erwarten, daß die Kinder und Enkel aus dem Haus und in die Schule hüpften, die größte ist ja mittlerweile siebzehn, der kleinste sechs, wenn Sie verstehen, auf welche hygienisch-moralischen Verhältnisse ich hier erneut in aller Deutlichkeit anspielen könnte, aber zurück zur Brille:

Wir beide hatten also außer ihr nichts an und tobten wie üblich durch die Etagen. Meine Liebste hatte sich den frühen John Travolta auf den Schirm geholt, ich den späten Dirk Niebel, wir führen eine offene Beziehung, da sind Freiräume kein Fremdwort, und so war alles schön und wurde immer schöner, als meiner Liebsten plötzlich einfiel und sie’s auch lauthals in mein Schmalzohr rein verkündete: daß sie wg. Geburstag heute noch »mit Mutter skypen!« müsse. Natürlich flüsterte ich sofort »Vorsicht! Sprachsteuerung!«, doch zu spät: Mein Stoiber wurde kleiner, verdrückte sich in die rechte obere Ecke, und wer mich in der nächsten Sekunde anstarrte wie ein stocksaurer Tyrannosaurus Rex mit Sodbrennen, muß ich wohl kaum noch betonen!

»Was macht ihr denn da für eine Schweinerei?« brüllte Mutter (97), und auch sie hatte diese verdammte Brille auf.

»Gespräch stop!« rief ich.

»Gespräch überhaupt nicht stop«, keifte sie blitzschnell und derart laut, daß meine blöde Brille dachte, sie gehöre ihr.

»Ich seh euch alle vier, ihr Kommunistenlutscher! Na warte. Komm du mir zu Weihnachten nach Hause. – Gespräch stop.«

Weg war sie; und die Luft raus. Wir frühstückten, und als ich unsere gute fette Stückchenleberwurst im Kühlschrankdurcheinander irgendwie nicht finden konnte, stellte ich die Brille auf Zoom – da war sie ja! »Haltbar bis 7/1993« las ich in riesiger Schrift, und während ich meiner Liebsten die Brote schmierte, erklärte ich ihr den Januskopf der arabischen Revolution. Wortlos pflichtete sie mir in allem bei, zuzeiten nickte sie sogar, dann sah sie mich voll zärtlich an und sagte: »John Travolta Pause. Wer ist der Quatschkopf mir gegenüber? – Wie bitte?! – Okay. – Ich liebe dich.«

Ich lächelte stolz, und weil ich wissen wollte, wie ich dabei ausseh, sagte ich: »Kamera: Selbstporträt.« Blitzschnell drehte die Brille meinen Kopf nach hinten und wieder vor, und ich kriegte dreifache Kopfschmerzen, weil erstens auch das Blitzlicht an gewesen war und ich zweitens den Kalender schon bis 1.1.2050 gefüttert hatte und der Tag noch eingestellt war, jedenfalls sah ich weniger stolz aus als total gebrechlich, und unsere mondäne Altbauküche war ein billiges Altersheim voller ungarischer Fascho-Pflegerinnen.

Dank Google Glass kannst du deine geheimsten Sexphantasien mit anderen teilen. Von rechts nach links: du, geheime Sexphantasie, Nebenbuhler

Leider mußte meine Liebste das Foto irgendwie mitansehen und wollte wegen Antiaging sofort zum Joggen in die Muckibude. Der in der Brille eingebaute Tempomat zeigte dann bei ihr 10 km/h, bei mir gute 2, doch anscheinend weiß die Brille nicht, wie Laufband geht. Dauernd schlug sie irgendwelche Wege vor, aber wir kamen halt echt nicht vorwärts, und irgendwann war sie dann beleidigt und mailte uns »Arschlecken«. Trotzdem cool: Wenn du die Brille beim Duschen aufläßt, siehst du dank der Kamera alle Tropfen doppelt und drehst das Wasser um die Hälfte runter, das ist gut für die Umwelt und für die Kamera.

Danach kam Einkaufen fürs Mittagessen. Meine Frau sagte »Vollwertkost, sechs Personen, 5 Euro«, die Brille empfahl vier Erasco-Grüne-Bohnen-Eintopf von Aldi, was sich gut traf, weil laut Brille unser immer gutgelaunter Nachbar Bernd gleichfalls da war, und es stimmte. Meine Frau und ich sagten: »Hallo, du hier«, er sagte auch: »Hallo, ihr hier« – und grinste uns aber derart komisch an, daß ich einen Verdacht bekam, mir seine Brille aufsetzte, und wahrhaftig: Bernd hatte auf Partyröntgenblick gestellt und es blitzschnell gepostet, was ich meiner Frau natürlich unmöglich verraten konnte, weil sie’s eh grad schon sah.

So hätte es ein schöner Tag werden können. Aber auf dem Weg zum Auto spielten wir unser Lieblingsvorspiel, was so geht: Wir gehen in einen Chatroom und lernen uns völlig neu kennen, also wirklich ganz von vorn mit Name, Geschlecht, Aussehen, Alter, Beruf, Hobbys, Schulden, Psychoschäden usw., doch als wir gerade stark neu verliebt und abgelenkt waren, wurden wir von einem warenanliefernden Zweihunderttonner plattgewalzt, zum Glück beide nur vom Hals abwärts. So blieben unsere Brillen ganz, und unser Leben lief dank Facebook-Chronik noch mal wie ein Film vorüber, aber nicht vor unseren langweiligen inneren, sondern so richtig anschaulich vor unseren äußeren Augen! So daß ich hier abschließend eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen kann oder jedenfalls gekonnt hätte.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:&nbsp; "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 17.09.:

    In der FAZ berichtet Oliver Maria Schmitt von Klumpenmenschen und Dark Tourism im Weserbergland.

Titanic unterwegs
19.09.2019 Berlin, Hausbrauerei Eschenbräu Katharina Greve
19.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hans Traxler
20.09.2019 Stuttgart, Superjuju Katharina Greve
20.09.2019 Nartum, Haus Kreienhoop Gerhard Henschel