Europa ist eine verzwickte Angelegenheit. Das Geld, das die Iren einsparen, geben die Spanier aus; was die Italiener verprassen, wird in Griechenland ins Pfandhaus gebracht; und wenn Deutschland das alles bezahlt, führt die Schweiz das Haushaltsbuch. Und darf prächtig mitverdienen!

Was aber ist der Dank der Schweizer? Irrsinige »Kurtaxen« auf Hotelrechnungen, minderwertige Lindt-Schokolade im Rewe, gräßliche Krächzlaute. Und Ausländerfeindlichkeit: Im Mai hetzte die Abgeordnete der rechtspopulistischen SVP Natalie Rickli als Gast der Talkshow »Tele Züri« gegen deutsche Einwanderer. »Zu viele Deutsche« seien im Land, die »die Schweizer von ihren Arbeitsplätzen verdrängen«; die deutschen Gastarbeiter erzeugten einen »Riesendruck auf den Schweizer Arbeitsmarkt, auf die öffentliche Infrastruktur, Straßen und Schulen« – und die haben in der Schweiz bekanntlich Museumsrang.

»Die Rickli ans Strickli!«

Ein helvetophober Mob erhebt sich in der TITANIC-Redaktion. Erst nehmen die Schweizer uns das Geld weg, dann die Krankenschwestern – und nun werden wir von dahergelaufenen Provinztrullas angefeindet! Weil wir zu fleißig sind! In der Schweiz! Ein Boykott muß her. Dieses unappetitliche kleine Hinterwäldlerland soll wieder zu Humanität und Toleranz gezwungen werden, mit sanftem, aber bestimmten Riesendruck. Und mit geschmacklosen historischen Vergleichen.

Schluß mit den unwürdigen Demutsgesten
Jung und alt – vereint im Boykott
Moderner Antirassismus muß aufrütteln

Ahnungslos grinst die Maiensonne über Frankfurt-Sachsenhausen. In den Cafés lassen die FDP-Wähler sich die Epidermis verkokeln, von den Dächern pfeifen die Spatzen Platitüden. Mit mählich wachsendem Interesse mustert eine Bettlerin die drei Braunhemden, die sich am U-Bahn-Eingang »Schweizer Platz« zu schaffen machen. Zwei Tesafilm-Batzen und ein linkisch gedrucktes Plakat, mehr braucht es nicht, um den Kniefall vor dem ungnädigen Käseland rückgängig zu machen – und die Station »Deutscher Platz« zu taufen. Ebenso flott entrollt sind die Plakate mit der ohrengängigen Parole »Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Schweizern!«, ausgegeben von Propagandaredakteur Mark-Stefan Tietze. Eine lebensgroße Allegorie des »Ewigen Schweizers«, die Taschen voll mit Nazigold und Toblerone, sowie ein Schwung ricklifeindlicher Hetzschriften runden das TITANIC-Empörungsspektakel ab. Redakteur Gaitzsch singt sein »Schweizboykott, großer Schweizboykott« in die Gassen.

Die Begeisterung der Sachsenhäuser ist mit Händen zu greifen: »Was ist denn das für ein Scheißdreck?« staunt eine junggebliebene Faltmamsell, ihre Freundin erklärt: »Das sind ja Arme. Das sind ja ganz Arme.« Fraktur, Militäroutfit und einfache Lösungen – eine Ästhetik, an der man nicht vorbeikommt! Leider scheint unsere Botschaft fast unterzugehen, so oft werden wir fotografiert und bewundert. Ein rüstiger Radler will es genau wissen: »Erklärt mir eines: Eure Kluft hier, ist das organisiert oder gibt es da mehrere?« – »Momentan sind wir nur drei.« Die Kluft weiß er allerdings richtig einzuordnen: »Aber eigentlich seid ihr von den Piraten, oder?« – »Gott bewahre, mit Piraten haben wir nichts zu tun!«

Ein eigener Staat für die Schweizer – auf Madagaskar

Während wir ersten Sympathisanten mit Schweizhaß (»denen geht’s doch nur ums Geld«) aus unserer Broschüre vorlesen, knipst uns ein Profifotograf wie wild, gibt gar Regieanweisungen. Er mache gerade »ein Projekt mit jungen Leuten über den Zweiten Weltkrieg und so«. Ganz sicher ist er sich nicht, ob die Zeterweiber hier (»Volksverhetzung, oder was?!«) es überhaupt »wert sind, angesprochen zu werden«, gibt aber zu: »Bekloppte gibt es schließlich überall!« Die drei kostümierten TITANIC-Herren mit dem Hitlerfimmel nicken unbekloppt. Sie wissen: Auch ansprechensunwertes Leben muß über die Schweizer Fremdenfeindlichkeit aufgeklärt werden!

 
Besorgte Rösti-Konsumenten informieren sich
»Die Schweiz schafft sich ab!«

Leider vermögen nicht alle Insassen Sachsenhausens eine antirassistische Initiative zu würdigen, die in SA-Uniformen daherkommt. Ein schwarzgekleideter, adipöser Opa stänkert: »Man sieht euch eure Intelligenz an!« – »Danke!« – »80 bis 100, mehr paßt da nicht rein.« – »Das reicht doch.« – »Ihr seid doch bekloppt!« – »Ich glaube, Sie mißverstehen unsere Absichten.« – »Mir geht es um euer Auftreten. Wir hatten hier schon mal einen Anstreicher!« – »Aber der war sehr erfolgreich!«

Eine Frau, die bisher an Ihrem Smoothie-Halm nagte, stürmt auf uns zu: »Diese Schrift, das ist doch eine Nazischrift! Das macht doch nicht mal mehr die FAZ!« Rädelsführer Rürup deeskaliert geschwind: »Keine Angst, mit der FAZ haben wir nichts zu tun. Wir protestieren gegen Rassismus! Gegen Rassismus in der Schweiz.« – »Aber warum nehmen Sie denn diese Runen? Sie machen mir Angst damit!« – »Aber anders hätten wir doch nie Ihre Aufmerksamkeit gewonnen!« Nach und nach sickert ihr die Schamesröte in die Krähenfüße: »Ach Gott, jetzt verstehe ich. Ich dachte, hier sind die Rechten am Start.« – »Nein, es geht gegen die Schweizer und deren Ausländerfeindlichkeit. Wehret den Anfängen!« – »Da bin ich beruhigt. Ach, ich habe immer noch so eine Wut im Bauch, mir ist noch ganz schlecht.« – »Dann nehmen Sie diese Wut und richten Sie sie gegen die Schweiz!« Erleichtert verläßt sie den Platz Richtung »Deutsche Straße«. Unsere Rechnung geht auf: Sobald sie merken, daß sich unsere Aktion nicht gegen Ausländer, sondern nur gegen Schweizer richtet, sind die Leute ganz bei uns.

»Die Berge sind hohl, Leute!«

Drei migrationshintergründig lächelnde Jugendliche motzen: »Whooo! Was habt ihr gegen die Schweiz? Ist doch cool. Da gibt’s gute Schokolade!« Abgeklärt gibt Ihnen Cis-Alpinist Fischer Rührseliges zum Besten – von seinen in der Schweiz lebenden Angehörigen: »Sie dürfen keine Schweizer heiraten, sie dürfen keine Minarette bauen, auch als Christen nicht, und wenn die nur irgendeinen Strafzettel bekommen, dann sind sie dran, dann müssen die zahlen!« Eine Großmutter pflichtet en passant bei: »Ein Wunder, daß die da überhaupt noch wen reinlassen!« Schließlich schaltet sich auch noch die Verkäuferin der Damenschuhboutique »Galosche« ein: »Ich habe da gestern was im Fernsehen gesehen. Die Gesetze da drüben müssen anders werden. Was meinste, warum die Schweiz so teuer ist?«

Schweizer Uhren – teuer und häßlich. Schluß damit!
»Ein Pogrom bitte zwei Wochen vorher anmelden.«
»Heidi am Galgen – eine gute Idee!«

Immer heller flackert der Fackelschein der Lynchjustiz über den Platz. Doch bevor erste Exilschweizer an den Laternen baumeln, trifft gerade noch rechtzeitig die Polizei ein. »Ist das hier eine politische Veranstaltung?« – »Ja.« – »Sie wissen, daß es Uniformverbot gibt bei Demonstrationen?« – »Nein.« – »Sie wissen, daß Sie nichts bekleben dürfen?« – »Nein.« – »Wollen Sie denn noch irgendwo anders hin?« – »Ja, in die Innenstadt, wir wollen dort Schweizer Geschäfte besuchen.« – »Gut, das dürfen Sie. Das nächste Mal aber bitte vorher anmelden!« Gott sei Dank! Die Staatsmacht ist auf unserer Seite! Auch sie hat die endlosen Provokationen des raffenden und schachernden Schweizer Rassistenvolks gründlich satt.

Hier fliegen gleich die Löcher in den Käse

Mit polizeilichem Segen fahren wir zum »Swatch Store« im Steinweg. Kaum haben wir unsere mobile Mahnwache vor dem Plastikhökerer positioniert, kommt ein kleines blasses Schweizerliebchen herausgerannt. Ist sie im Ort das größte Schwein, läßt sie sich nur mit Schweizern ein? Sie möchte verbieten, daß das Geschäft abgelichtet wird, was so ziemlich jedem deutschen Gesetz widerspricht, das wir kennen. Glaubt sie, daß sie die groteske Willkürjustiz ihrer feinen Schweizer Freunde hier durchsetzen kann? Ihr Protest verklingt im Sog der internationalen Unterstützung: Eine Spanierin bittet um ein Foto mit der Gruppe, schmiegt sich an braunes Leinen, ruft ihrer Freundin Launiges zu. Ein älterer Geschäftsmann mit Glatze und auch sonst »gesunder nationalistischer Einstellung« holt ganz weit aus: »Es ist eine Frechheit, daß die Schweizer bei uns so günstig einkaufen können.« Ein anderer Tagedieb jubelt ihm zu: »Die Kavallerie in die Schweiz! Demokratie ist ein zweischneidiges Schwert.« Genau darauf wollen wir hinaus: Kaum gibt man den Schweizern die Basisdemokratie, schaffen sie das Frauenwahlrecht ab, kürzen Muslimen die Bärte und den Deutschen die Löhne.

»Ich habe Angst!«

Nun bittet Rürup das stetig wachsende Publikum, ein Heidi-Bilderbuch symbolisch zu zersägen. Zwei Freiwillige sind schnell gefunden, und ein Tattoo-Hengst mit Zwillingen sekundiert: »Gut so! Wir dürfen da drüben ja auch keine Kirchen bauen!« – »Doch schon, nur dann werden sie angezündet.« – »Ja, eben!« Sogar ein Schweizer greift zur Säge: »Etwas zu zersägen ist auch ein Stück Leben«, brodelt eine Bergweisheit aus ihm heraus, und  er klärt auch gleich noch ein wenig über Frau Rickli auf: »Das ist eine sehr seltsame Person. Sehr schüchtern und zurückhaltend eigentlich.« Ein anderer Säger weist auf Erfahrungen mit seiner Schweizer Mitbewohnerin hin: »Immer zurückhaltend und ein bißchen arrogant – deswegen mag man die Schweizer nicht.« Die Zivilstreife, die von der Trine aus dem Swatch-Shop herbeitelefoniert wurde, sieht das ähnlich. Nach kurzer Ausweiskontrolle und im Austausch gegen zwei Anti-Rickli-Broschüren (»als Souvenir«) dürfen wir weiterziehen. Wir wissen: Bald wird es die Polizei sein, die Schweizer Geschäfte zunagelt. So lange können wir warten.

»Wenn wir nicht aufpassen, ist Europa bald voll mit Populisten!«
»Schokochätzli? Lecker!«
 
»Steuerflüchtlinge jagen – ist doch gut!« Manche sind einfach unbelehrbar
Die Volkswut bricht sich Bahn

Fischer, Jožvaj / Ziegelwagner, Hintner / Rürup

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Dominik Bauer (Hrsg.): "Trump Countdown-Kalender Teil 1"
Nur noch 1361 Tage bis zum Ende seiner Amtszeit. Am 29. April 2017 ist Donald Trump 100 Tage im Amt - somit endet seine Schonfrist und der Präsidentschafts-Countdown kann offiziell beginnen.
Herausgeber Dominik Bauer hat diesen einzigartigen Wochenkalender zusammengestellt, mit vortrefflichen Beiträgen von BECK, Uwe Becker, Jan Böhmermann, Gideon Böss, Tim Feicke, Leo Fischer Burkhard Fritsche, Torsten Gaitzsch, Greser & Lenz, Katharina Greve, Severin Groebner Thomas Gsella, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Michael Holtschulte, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Oli Hilbring, Moritz Hürtgen, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Til Mette, Denis Metz, OL, Martin Perscheid, Ari Plikat, Rattelschneck, Hannes Richert, Leo Riegel, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Schilling & Blum, Roland Scholle, David Schuh, Martin Sonneborn, Mark-Stefan Tietze, Friedemann Weise, Ella Carina Werner, Heiko Werning, Ruedi Widmer, Valentin Witt, Tim Wolff, Miriam WursterHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
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Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
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Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 16.08.:

    Der "Nordbayerische Kurier" bringt eine Neuauflage des TITANIC-Festivalberichts zu den Richard-Wagner-Festspielen Bayreuth 2017.

  • 11.08.:

    Auch "Spon", Taz und der "Standart" berichten über den "Zeit Magazin"-Leo-Fischer-Skandal.

  • 10.08.:

    Meedia berichtet, mit welchen Methoden das "Zeit Magazin" gegen Leo Fischer vorgeht.

  • 05.08.:

    Mark-Stefan Tietze interviewt in der Taz Kanzlerinnengatten Joachim Sauer.

  • 01.08.:

    TITANIC-Mitbegründer Bernd Eilert erklärt für den "Spiegel" im Video peinliche Persönlichkeiten.

Titanic unterwegs
23.08.2017 Potsdam, Thalia
  Martin Sonneborn
24.08.2017 Berlin, SO36
  Martin Sonneborn
25.08.2017 Frankfurt, Festival der Komik
  Thomas Gsella, Pit Knorr, Hans Zippert
26.08.2017 Frankfurt, Festival der Komik
  Martin Sonneborn

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Briefe an die Leser

 Wie, Martin Chulz,

Wie, Martin Chulz,

fühlt man sich eigentlich, wenn man wie Sie vor kurzem die Kanzlerin verbal attackiert und als einzige Reaktion in der Zeitung liest: »Bundeskanzlerin ist Chulz nicht böse«? Wie ein ungezogener Bengel vermutlich, der verbotenerweise von der Kuchenglasur genascht oder Nachbars Katze am Schwanz gezogen hat. Als hätte Frau Merkel Ihr Wahlkampfgetöse als das enttarnt, was es ist: nicht mehr als ein harmloser Lausbubenstreich. Doch keine Sorge: Spätestens im Herbst ist das ganze Theater vorbei. Und dann steht sicher schon die tröstende Kartoffelsuppe auf dem Herd.

Immer brav aufessen!

Mahnt: Titanic

 Zeitschrift »Ma vie«!

Du bist, nach eigener Einschätzung, das neue Magazin für Frauen, »die eine gute Balance in ihrem Alltag finden möchten – zwischen Apple, Amazon & Achtsamkeit!«

Aber ach, »Ma vie«, aber ach: Auch auf Ablenkung abzielende Alliterationen abwegiger Art können nicht darüber hinwegtäuschen, daß Frauen in Wahrheit eine noch bessere Balance finden möchten – zwischen Twitter, Tinder und Titanic

 Respekt, Herbert Reul (CDU),

dafür, wie Sie – jüngst zum Innenminister NRWs berufen – gekonnt jegliche Zweifel an Ihrer Kompetenz für das Amt ausräumten. So erklärten Sie gegenüber dem »Kölner Stadt-Anzeiger«, das Angebot habe Sie zwar überrascht, »aber ich werde mich jetzt schnell einarbeiten«. Eben mal so Landesinnenminister? Für Sie kein Problem. Denn schließlich hätten Sie als Abgeordneter in Brüssel »oft Kontakt zu Bundesinnenminister Thomas de Maizière« gehabt.

Wissen Sie, Herbert Reul, für den Humoristen eröffnen sich nun zwei Wege zur Pointe: Entweder er bringt einen Spruch à la »Lassen Sie mich durch, ich kenne einen Arzt!« Oder aber er weist darauf hin, daß Sie in Brüssel nicht nur Kontakt zum Herrn Bundesinnenminister pflegten, sondern als Vorsitzender einer Delegation des Europäischen Parlaments auch zum nordkoreanischen Regime. Woraufhin man fragen könnte, was dies denn über Ihre Qualitäten als skrupelloser Gewaltherrscher einer unberechenbaren Nuklearmacht aussage. Lassen Sie uns doch wissen, welcher Witz Ihnen besser paßt.

Diplomatisch: Titanic

 Auf ein Wort, Christian Cordes,

Ihres Zeichens Vorstand der German-Coworking-Federation! Das »t3n«-Magazin zitiert Sie mit der Titelzeile »Coworking verkommt immer mehr zum Buzzword«.

Na, Gott sei Dank ist Buzzword noch nicht zum Buzzword verkommen. Oder solch wunderbare Wörter wie Workshops, Eventspaces, Start-ups, Top-Down-Denken, Bottom-Up-Prinzip, Community-Manager, Home-Office und kreativer Input im Space, die alle im Interview mit Ihnen vorkommen. Bitte halten Sie uns up-2-date, wann auch diese Wörter unter den Phrasendrescher geraten sind. Hoffen, in touch zu bleiben:

Ihre Influencer von Titanic

 Glückwunsch, Ronja von Rönne!

Glückwunsch, Ronja von Rönne!

Mit Ihrem in der »Welt« erschienenen Text »Mein halbes Leben unter Merkel« haben Sie’s endgültig geschafft und sich zur legitimen Nachfolgerin Franz Josef Wagners emporgeschrieben. Nullsätze wie »Die Welt ist eine andere, das ist sie immer, da ist sie verläßlich« und »›Wir schaffen das‹, sagt Merkel. Ob das für alle, für die Integration gilt weiß niemand« und natürlich »Gefühlsmäßig hätte sie auch Kanzlerin werden können, wenn ihre Partei keine einzige Stimme geholt hätte« könnten samt Interpunktionsfehlern genausogut in jener noch depperteren Kolumne des allerniedersten Springer-Blatts stehen.

Post von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leider wahr

Beim Durchblättern volkswirtschaftlicher Lehrbücher ist mir aufgefallen, daß mein Gewicht sich genauso verhält wie der Wert des Euros: Der Kurs schwankt zwar nach oben und unten, zwei Prozent Inflation gibt es jedoch fast immer.

Karl Franz

 Blühe, deutsches Angelland!

Vor kurzem auf dem Amt kam mir ein sehr aufgebrachter türkischer Herr entgegen. Auf die Frage, warum er so erzürnt sei, wedelte er mit dem Arm in Richtung der Abteilung für Forsten, Jagd und Fischerei und rief: »Deutschland! Ich brauche einen Führerschein für meine Angel!«

Emil Fadel

 Etikette

Neulich setzte sich im Zug ein etwas grob wirkender Mann mittleren Alters neben mich. Er nickte mir mit ausdruckslosem Gesicht zu, dann zog er ein Glas aus seinem Rucksack, in dem fünf Bockwürste (»Döbelner Bockwürste im Naturdarm«) in trüber Brühe trieben. Mit kräftigen Fingern schraubte er den Deckel des Glases auf und fingerte die in Darm gehüllten Stäbe aus Schweineschlacke einen nach dem anderen aus dem bräunlichen Wasser – Eiweißflocken trieben darin wie in einer Schneekugel – und aß sie mit wenigen wölfischen Bissen. Zum Abschluß nahm er einen damenhaft kleinen Schluck Wurstwasser. Manche Menschen haben wirklich kein Benehmen. Er hätte mich doch mal abbeißen lassen können.

Anselm Neft

 Mal abschalten

Entspannung für Internet-Junkies: »Silent-Meditation-Retweet«.

Wanja Lindenthal

 Endlich ist es soweit!

Das Unternehmen, mit dem mich ein Angestelltenverhältnis verbindet, wurde jetzt offiziell als karrierefrei erklärt. Ab sofort dürfen den Mitarbeitern keine Nachteile mehr durch Ehrgeizüberfunktion und Selbsteinschätzungsdefizite erwachsen. Auch in den Führungsriegen müssen strenge Quoten für Kompetenzsenker, Sekundärtugendverweigerer und Prokrastinationsopfer erfüllt werden. Die Umstellung aller Personalprozesse auf die Karrierefreiheit wurde aus Mitteln des EU-Programms zur Angleichung der Chancenlosigkeit finanziert. Auch ein Folgeprojekt wurde bereits beantragt: Durch systematische Lohnsenkung und Befristung der Verträge die Situation von Männern zügig an die der weiblichen Mitarbeiter anzupassen. Wir vergammeln damit alle glücklich in der Kaffeeküche unsere Arbeitstage, nur der Chef ist unzufrieden: »Früher durfte ich noch einfach so jedem promovierten Fachbereichsleiter die Ellenbogen in die Fresse rammen. Heute muß ich dafür erst zwanzig Formulare ausfüllen. Fuck you, EU!«

Theobald Fuchs