Inhalt der Printausgabe

Eine wahre Freundschaftsgeschichte von
Oliver Maria Schmitt und Peter Uhnemann

Wie alle anderen war auch ich schockiert, als ich Stefan Mappus zum ersten Mal sah. Obwohl er nur im Fernseher war. Dem Schock folgte das Entsetzen, denn ich mußte erkennen, daß wir eine ganz besondere Beziehung haben, Stefan und ich. Er stammt nämlich aus meiner Heimat Baden-Württemberg und ist praktisch genauso alt wie ich. In ihm sah ich mich selbst, bzw. was aus mir hätte werden können, wenn ich im Süden geblieben, mit 17 in die Junge Union eingetreten und etwas rücksichtsloser beim Kalorienbunkern gewesen wäre.

Als sein Vorgänger im Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten, der schwäbelnde Englischlehrer Günther Oettinger, nach Brüssel entsorgt wurde, schlug Stefans große Stunde. Der »Moschtkopf« (Die Zeit) rückte nach. Tauchte auf aus dem Dunkel der Hinterbank, stand plötzlich im Rampenlicht, groß, mächtig und unheilvoll wie ein Atompilz. Kaum im Amt, legte er los, gab den Rambo, das konservative Rhinozeros, seinem Vorbild Franz Josef Strauß wie aus dem Gesäß geschnitten.

Mit dieser seiner Unart, das war mir klar, würde es mein Gleichalter Ego nicht leicht haben. Nicht mal in der CDU. Wenn sogar die FAZ monierte, Mappus stehe unverhohlen für »das Breitbeinige, Kaltschnäuzige, Schwulenfeindliche. Den Christopher Street Day findet Mappus ›abstoßend‹, das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare gefährlich« – und schlußfolgert, der Pfundskerl aus Pforzheim wirke »wie eine Inkarnation des verdrängten, bösen Unterbewußtseins dieser Partei«, dann stand es nicht gut um Stefan. Er tat mir irgendwie leid. Ich mußte ihm helfen.

Gut, natürlich finde auch ich den Christopher Street Day abstoßend, diesen nervtötenden Lärm- und Müllproduktionsauflauf mit aufgesetzter, spießiger Homofolklore. Ich bin ja auch nicht schwul. Aber noch mehr als den CSD hasse ich Schwulenhasser. Weil diese Haltung so dämlich, so überflüssig ist. Eigentlich sollte man nur noch Schwulenhasser zum CSD schicken, um sie mal so richtig zu ärgern.

Mit seiner Position hatte sich Stefan jedenfalls ins Abseits begeben. Bestimmt kannte er gar keine Homos. Das war sein Problem. Wenn er erst mal einen guten Homofreund hatte, würden sich seine Verkrampfungen bestimmt schnell lösen.

Ich schaute mir Stefans Facebook-Seite an und wollte was Tröstendes an seine Pinnwand schreiben. Ging aber nicht, weil ich gar keinen Facebook-Account hatte. Also erfand ich einen netten, harmlosen Homofreund für Stefan Mappus. Ich wählte einen Namen, den es im Internet noch nicht gab – Peter Uhnemann – und meldete ihn bei Facebook an. Um Peter ein Face zu booken, gab ich bei der Google-Bildersuche den Begriff »nerd« ein und schnitt das erstbeste Gesicht aus. Peters Geburtsdatum war natürlich der 17. 5., und seine Maxime erschütternd langweilig: »Ich lerne gerne interessante Menschen kennen.« Um noch mehr Mitleid zu erregen, siedelte ich ihn im Osten an, in Gera, und machte ihn 23 Jahre alt.

Um glaubwürdig und echt zu sein, mußte Peter ein paar Freunde haben. Wo kriegte ich die jetzt her? Gut, mit irgendeinem muß man ja mal anfangen. Ich wählte Thorsten Schäfergümbel, die Hoffnung der Hessen-SPD. Klar, daß ein solcher Mann dringend Freunde braucht. Schon am nächsten Tag bestätigt Schäfergümbel meine Freundschaftsanfrage. Hurra, mein erster Facebook-Freund!

Das gefällt mir. Ich klicke ein wenig herum, und schon dreißig Minuten später habe ich drei weitere Freunde: Melanie Nelles, Fabian Löffler und »Schlagersängerin Jasmin«. Ich kenne diese Leute nicht. Obwohl man eine Frau mit einem derart betörenden Namen wie »Schlagersängerin Jasmin« durchaus kennen sollte: Ihr neuer Song »Herzen haben Flügel« ist »JETZT ENDLICH« online, teilt sie mir mit, und ihren Fotos entnehme ich, daß sie 2006 mal im Big Brother-Container eingeknastet war und sich danach die Brüste hat aufpumpen lassen. Mein nächster Freund heißt Steffen und stellt sich gleich vor: »Hallo mein Name ist Steffen Osten der seriöse Inkassokontakt im Internet. :-) Mein Ziel ist es, bei Außenständen zu helfen und vor dubiosen Unternehmen zu warnen!« Und da! Eine Nachricht von meinem Freund Schäfergümbel: »Feierabend! Allen einen schoenen Abend!« Wahnsinn! Dieser Mann ist echt, so was kann man nicht erfinden.

Anderntags wollen schon vier Menschen meine Freunde sein: Holger, Mechthild, Michael und Sabine. Wahrscheinlich, weil wir schon vier gemeinsame Freunde haben. Wir sind eine Superclique aus Schlagersängern, Finanzdienstleistern, Politikern und Inkassobeauftragten. Der Auswurf der Menschheit, und Peter mittenmang. Mechthild ist in der SPD und hat es geschafft, nicht weniger als 280 Fotos von sich selbst ins Netz zu stellen. Zum Glück ist sie auf allen angezogen. Sabine ist, wie auch meine Freundin Jasmin, Schlagersängerin, sie hat gerade das Lied »Ein bißchen Sonne fürs Herz« aufgenommen. Das finde ich super, und noch besser finde ich, daß man Sabine »anstupsen« kann. Ich drücke den Button »Sabine anstupsen«. Die Meldung »Du hast Sabine angestupst« erscheint, aber nichts passiert. Ich stupse noch mal nach. »Sabine hat deinen letzten Anstupser noch nicht erhalten. Sie bekommt ihn, sobald sie sich das nächste Mal anmeldet.«

So klicke ich mich durch die Freundeslisten von Leuten, die ich nicht kenne. Jetzt will ich raus aus dem deutschen Muff – Facebook ist doch das Freundschaftsfenster zur Welt! Ich denke mir einfach einen finnischen Namen aus: Mätti Hääkäänen – sofort werden mir Facebooker vorgeschlagen, die so ähnlich heißen. Ich haue sie an und schicke wahllose Freundschaftsanfragen hinaus, ich frage irgendwelche Vietnamesen, Finnen und Amis. Durch meine neue Freundin Marshay, eine korpulente Schwarze aus Chicago, gerate ich in einen Freundeskreis von weiteren dicken, schwarzen Frauen, der sofort lawinenhaft über mich hinwegwalzt. Nach wenigen Stunden bin ich schon mit elf dicken Negerinnen befreundet – am Vortag kannte ich noch keine einzige.

Einen weißen Jungen nehme ich auch noch mit: Brandon aus New York. Sekunden nachdem ich ihn um seine Freundschaft angehauen habe, bestätigt er diese, dann macht es »Klack« und ein Chat-Fenster geht auf. Man kann auch chatten! Wußte ich gar nicht. Brandon schreibt: »Who r u« – und eine Minute später: »Who the fuck r u?« Wenn ich das nur wüßte. Ich schreibe: »I’m Peter from Germany. I wanna be ur friend!« Ich habe nie wieder was von meinem Freund Brandon gehört.

Da man Wiglaf Droste keine Freundschaftsanfragen schicken kann, nehme ich den ähnlich lautenden Wiglaf Dose, der außerdem mit einem beeindruckenden Muskelprotzbild für sich wirbt (Geburtsdatum 11.11.1911). Er wird mein Freund und fragt im Gegenzug, wen ich ihm aus dem Reservoir der eigenen Freunde als Freund anbieten würde. Ich schlage ihm wahllos einige meiner Freunde vor, die ich überhaupt nicht kenne. Eine sehr gute Funktion!

Ich merke, wie ich allmählich facebooksüchtig werde. Mehr und mehr Stunden verbringe ich vor der Maske mit dem blauen F. Jeden Morgen beim Hochfahren des Rechners fiebere ich mit, ob es dieser dämlich grinsende Nerd wieder geschafft hat, neue Freunde zu finden. Ich muß Gas geben, Lady Gaga hat, nach einem tagelangen Kopf-an-Kopf-Rennen mit Barack Obama, als erste lebende Person mehr als zehn Millionen Freunde bei Facebook. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Doch ich bin fest entschlossen.

Als ich gerade eine Anfrage an Paris Hilton schreibe, erscheint eine

Warnung!

Dein Verhalten könnte von anderen Nutzern als lästig oder beleidigend empfunden werden! Die Systeme von Facebook haben festgestellt, daß du beim Hinzufügen von Freunden zu schnell vorgegangen bist. Du mußt deutlich langsamer handeln. Weiterer Mißbrauch der Funktionen der Seite kann zu einer zeitweisen Blockierung oder dauerhaften Sperrung deines Kontos führen.

Pff, dann mach ich eben langsamer. Es sind sowieso nicht alle kontaktfreudig. Fast schon pampig teilt die Internet-Publizistin Kathrin Passig auf ihrer FB-Seite mit: »Ich befacebookfreunde mich nur mit Menschen, die ich a) kenne und b) wiedererkennen kann. Bitte nicht persönlich nehmen, wenn es bis dahin manchmal etwas länger dauert.« Meine erste Freundschaftsanfrage wird nicht beantwortet. Ein paar Wochen später riskiere ich’s noch mal – und bin plötzlich ihr Freund. Sie hat mich wiedererkannt!

Als Peter Uhnemann frage ich auch etliche meiner echten Freunde. Viele, ja sehr viele akzeptieren die Freundschaftsanfrage sofort. Ich verliere ein wenig den Respekt vor ihnen. Soll ich meine echten Freundschaften jetzt aufkündigen? Offenbar ist denen ja jeder recht.

»Schreib etwas über dich!« bittet mich Facebook, damit meine neuen Freunde mehr über mich erfahren können. Kein Problem. Ich poste meine erste Mitteilung: »Jetzt ist es aber schon sehr spät, ich muß ins Bett.« Keine Reaktion, keiner drückt den »Gefällt mir«-Button. Na gut, ich kann auch anders: »Ich habe gerade ein sehr leckeres Glas Mineralwasser getrunken, um mich vor Austrocknung zu schützen.« Marshay aus Chicago reagiert sofort: »Say that again!« Na also. Es folgen weitere pikante News aus Peter Uhnemanns Leben, z. B. »Ich weiß noch nicht genau, was ich an Pfingsten mache!« Oder: »War heute mit meinen Eltern bei IKEA. Köttbullar sind echt voll lecker!« Und schließlich: »Habe gestern bei meinem Freund Detlef übernachtet. Zum ›Schlafen‹ sind wir gar nicht gekommen, hihi.«

Damit war die Basis für einen seriösen Account gelegt, jetzt kam Teil zwei meines Plans: Ich fing an, Ministerpräsidenten zu sammeln. Wenn ich im Kreise von befreundeten Länderchefs agierte, würde meine Freundschaftsanfrage an Stefan Mappus wie selbstverständlich, ja folgerichtig wirken.

Bei Horst Seehofer und Klaus Wowi konnte man nur »Gefällt mir« machen, doch Kurt Beck, der Bodenständige, antwortete schon am nächsten Tag und machte mich zu seinem Freund. Ebenso Hannelore Kraft. Dann machte ich Stefan Mappus ein Freundschaftsangebot, das er nicht ausschlagen konnte – und so geschah es: Stefan Mappus und der kleine Peter Uhnemann aus Gera waren Freunde.

Obwohl es mir schwerfiel, stupste ich Mappus erst mal freundschaftlich an.

»Du hast Stefan Mappus angestupst«, meldete Facebook. Klang eklig, aber auch irgendwie interessant. Wenn er jetzt zurückstupste und mein Profil anschaute, würde er staunen. Ich habe viele neue »Gefällt mir«-Einträge: »Peter Uhnemann gefällt Klaus Wowereit, Rosa von Praunheim, Volker Beck, Ole von Beust, Patrick Lindner, Guido Westerwelle, Jürgen Marcus, Rex Gildo, Jogi Löw, George Clooney.« Das war ja wohl eindeutig.

Am nächsten Tag ist der 17. Mai, Peters Geburtstag. Jede Menge dicke schwarze Damen gratulieren herzlich – ich bin beschämt. Und ein wenig enttäuscht, weil Stefan noch nicht zurückgestupst hat. Ich stupse ihn noch mal an.

»Stefan hat deinen letzten Anstupser noch nicht erhalten. Er bekommt ihn, sobald er sich das nächste Mal anmeldet.« Dann wird er auch lesen, was ich ihm an die Pinnwand geschrieben habe: »Hallo Stefan, hab in der Zeitung gelesen, daß du ein Schwulenhasser seist und den CSD ›abstoßend‹ findest – stimmt das? Kann ich ja gar nicht glauben…« Doch Stefan tut so, als habe er es nicht gelesen.

Als Ende Mai überraschend die Bundesnull Horst »Horschti« Köhler zurücktritt, schreibe ich an Stefans Pinnwand: »In dieser jetzigen Krisensituation, Stefan, solltest du die CDU auch für warme Wählerschichten öffnen und im Juli beim CSD in Stuttgart sprechen!« Ein anderer Mappusfreund namens Dominik Reual kommentiert meinen Eintrag: »Sonst hast du aber nichts zu tun? Geh arbeiten und schreib net son Schmarn hier hin!« Weshalb ich am nächsten Tag an Stefans Wand pinne: »Jetzt soll der Wulff Bundespräser werden. Er ist ja ganz süß, aber ich steh mehr auf Dicke, so wie den Stefan.«

Der reagiert noch einigermaßen gelassen, ja gar nicht. Am nächsten Tag pinne ich weiter: »Huhu, Stefan, sag mal, bist du wirklich aus Pforzheim? Nee, also echt jetzt: Pforzheim, hihihi.« Das wird Dominik Reual zu viel, er poltert los: »Sag mal, hast net kapiert. Laß den Scheiß und geh endlich was arbeiten.«

Als ich am nächsten Tag wieder an Stefans Pinnwand schreiben will, habe ich keinen Zugriff mehr. Aus meinem Freunde-Portfolio ist er verschwunden. Mein Freund Stefan hat mich einfach gekickt!

Vielleicht ja nur aus Versehen, hoffe ich, und schicke ihm sofort eine Freundschaftsanfrage – dann geht plötzlich gar nichts mehr. Ich bin blockiert! Ein Fenster geht auf:

Blockiert!

Du wurdest vom Hinzufügen von Freunden blockiert, weil du diese Funktion wiederholt mißbraucht hast. Diese Blockierung kann von ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen andauern. Bitte sei vorsichtig, wenn du diese Funktion wieder verwenden kannst. Der Versuch, diese Funktion während der Blockierung zu verwenden, kann zur Verlängerung der Blockierung führen.

Wir können diese Blockierung nicht aufheben. Sei daher bitte geduldig und verwende diese Funktion für ein paar Tage nicht, bis die Blockierung beseitigt wurde.

Wenn du diese Funktion wieder verwenden darfst, mußt du dieses Verhalten deutlich verringern oder es gänzlich einstellen. Fortwährender Missbrauch der Funktionen der Seite kann zur zusätzlichen Blockierung oder dauerhaften Sperrung deines Kontos führen.

Leider kann dir Facebook keine genauen Informationen zu den geltenden Grenzwerten mitteilen. Der Grenzwert, bei dem du gewarnt wirst, ist keine konkrete Zahl, sondern wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dazu zählen Geschwindigkeit, Zeit und Häufigkeit.

Was sollte ich jetzt tun? Den Account bei Ebay einstellen und verkaufen? 50 Freunde kosten bei Ebay 6,99 Euro mit der Sofort-kaufen-Funktion (»Natürlich handelt es sich um deutsche Freunde. Auf Wunsch sind auch andere Nationen möglich. Sie können auch gerne mehrere Angebote buchen, und so Ihre Freundeanzahl erhöhen. Stellen Sie sich vor, Sie haben über 1.000 Freunde!!!«).

Doch ohne meinen Freund Stefan verlor ich irgendwie das Interesse an Facebook. Und ohne seinen Freund Peter Uhnemann war der Abstieg des Stefan Mappus sicher.

So kam, was kam, was kommen mußte: Die Homos tanzten frech auf Stuttgarts frisch gekehrten Straßen, am Horizont zog das Langzeittief »Stuttgart 21« auf, die grünen Ritter des Todes machten sich bereit, Bagger schlugen, Bäume ächzten, Wasserwerfer wuschen Blut von den Straßen, die Erde bebte, Fukushima ging hoch, der Altmeiler Brüderle geriet außer Kontrolle, das Undenkbare geschah – und Stefan hatte weder Freunde noch Wähler. Schluß nach 58 Jahren CDU.

Einige Tage nach dem Wahldebakel – ich hatte ihn schon fast ein bißchen vergessen – kam, wie aus dem Nichts, ein Facebook-Hinweis. Aus der Heimat: »Stefan Mappus hat deine Freundschaftsanfrage bestätigt.«

Nach all den Monaten! Und noch bevor ich mich fragen konnte, ob ich ihm das nach seinem Verrat noch verzeihen sollte, kam schon die nächste Botschaft: »Stefan Mappus hat dich zu der Gruppe ›Wir halten zu Karl-Theodor zu Guttenberg‹ hinzugefügt.«

Nein, das war zuviel, jetzt war das Ende der Freundesstange erreicht. Ich tat, was ich noch nie auf Facebook gemacht hatte: Ich kündigte die Freundschaft. Ich kickte meinen Freund Stefan Mappus. Ich mach doch nicht jeden Scheiß mit.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie, Bernd Irrgang (73),

sind nicht nur Vorsitzender des Bundes der Fußgänger (!), sondern laut »Welt« auch verärgert. Nun sind wir es gewohnt, dass Menschen Ihrer Alterskohorte im Prinzip ständig verärgert sind, schließlich haben sie ja sonst nichts mehr zu tun. Konkret machen Sie »sich Sorgen um die Zukunft des Gehwegs«.

Das ist ja allerhand! Wer, wenn schon nicht der Russe, ist aber der böse Feind, der dem Gehweg an den Kragen und Sie und Ihresgleichen daran hindern will, quer gegen jegliche Richtung vom Orthopädie-Fachgeschäft zum auf dem Radweg parkenden SUV zu torkeln?

Genau: Die Radfahrer sind’s, die, so haben Sie sorgfältig nachgerechnet, »90 Prozent der Regeln ignorieren«.

Nun, solange sie die eine Regel (von den vielen hundert oder tausend) befolgen, nämlich niemals rückwärts einparkend einen spielenden Greis zu Tode zu erschrecken – solange ist die friedliche Koexistenz im Biotop öffentlicher Fortbewegungsraum doch gesichert, oder?

Geht selten irre: Titanic

 Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Sie kritisieren, dass heutiger Musik der Tiefgang fehle: »Das geht rein und wieder raus. Man hört was, und dann ist es wieder weg.«

Ja, und? Ist doch prima! Wir alten Hitparadenhasen würden uns ein Ohr ausreißen, wenn wir damit Ihre tiefgründigen Kompositionen endlich mal aus dem Kopf bekommen würden!

Always hardcore: Titanic

 Guten Appetit, Christian Lindner!

Sie wurden von den deutschen Innungsbäckern zum »Brotbotschafter 2019« gewählt – völlig zu Recht! Schließlich setzen Sie sich innig dafür ein, dass Menschen am besten gleich mehrere Brotjobs verrichten, um ihr täglich Brot zu verdienen.

Freut sich schon auf die Sorte »Lindner-Knusperle, ultrahart«: Titanic

 Was genau hast Du vor, Fuzetea,

wenn Du uns per Werbung anbietest: »Eistee, wie Du ihn noch nie probiert hast«? Wir jedenfalls bestehen darauf, falls die zuckerklebrige Plörre schon in uns hinein muss, sie wie eh und je oral zu probieren.

Die anderen Methoden überlassen wir den Perversen Deiner Werbeabteilung. Titanic

 Sehr geehrte Anja Delastik!

Sie haben für das Leitmedium Gmx.de eine Kolumne verfasst, und zwar zu dem Thema: »Warum man nicht zu allem eine Meinung haben muss.« Womit Sie sich eine Aufnahme in die Hall of Fame der Meta-Ironie mehr als verdient haben.

Meint: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Die Not des Genies

Manche Menschen sind mit so vielen Talenten gesegnet, sie bräuchten eigentlich zwei, drei oder mehr Leben, um genügend Zeit für die Ausgestaltung all ihrer Ideen zu haben. Die Fülle meiner Veranlagungen ist sogar derart üppig – nicht einmal die hundertfache Lebensdauer würde mir genügen! So betrachte ich mich nicht nur als leidlich begnadeten Maler, Dichter und Quatschkopf, vor allem glänze ich im Nichtstun, Prokrastinieren, Abbrechen, Vertrösten, Zeitvergeuden, Faulenzen, Durchlavieren, Verkalkulieren, Neubeginnen, Hinhalten, Ablenkenlassen, Verzögern … Bedauerlich an dieser Multibegabung ist – wie bei Leonardo da Vinci oder Robert Gernhardt, so auch bei mir –, dass keine der zahlreichen Fähigkeiten zu voller Blüte gelangt, auf keinem Gebiet Spitzenleistungen erzielt werden, das Werk insgesamt fragmentarisch bleibt. Und zu allem Übel stehen verschiedene Aufgaben sich gegenseitig im Weg. Heute z.B. weiß ich schon wieder nicht, was ich zuerst vor mir herschieben soll, und schreibe zur Entschlussvermeidung diesen Text. Auf diese Weise schaffe ich wieder mal nicht gar nichts!

Valentin Witt

 Anrüchig

Ob es wirklich etwas nützte, als neulich die notleidenden deutschen Käsereien an die Bundesregierung einen offenen Brie schickten?

Theobald Fuchs

 Auge um Auge

Jahrelang habe ich online Ballerspiele gezockt. Dabei gab es nicht Besseres, als aus einem Feuergefecht knapp als Sieger hervorzugehen. Nach etlichen Stunden des Zockens langweilen mich Ballerspiele mittlerweile. Um weiterhin den Kick zu bekommen, habe ich stattdessen angefangen, Gesellschaftsspiele zu spielen. Das Leid in den Augen des Gegenübers zu sehen, während man ihm alles nimmt, das können Computerspiele einfach nicht bieten.

Karl Franz

 Also wirklich

Man kann sich als Diktator für sein grausames Regime doch nicht mit den Regisseuren entschuldigen, die tolle Dokus darüber machen.

Teja Fischer

 Mützenwetter

Die kompetente, sonst sehr nette und gesprächige Friseurin, die mir meine Haare schneidet, schlug mir heute einen neuen Schnitt vor. Ich antwortete scherzeshalber: »Ja okay, im Moment ist ja eh Mützenwetter.« Darauf schwiegen wir uns 15 lange Minuten an, während sie mir böse dreinschauend die Haare schnitt.

Till Dejon

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 12.06.:

    Das "Kaput"-Magazin hat Tim Wolff interviewt.

  • 11.06.:

    Christian Y. Schmidt im WDR über die wirtschaftliche Entwicklung in China.

  • 04.06.:

    In der Taz schreibt Fabian Lichter über krumme Kinder und fragwürdige Erziehungsratschläge.

  • 29.05.:

    SZ, BR24.de und die "Frankenpost" berichten über eine Sonderausstellung mit TITANIC-Zeichnungen im Münchner Valentin-Musäum.

  • 25.05.:

    Mark-Stefan Tietze hetzt in der Taz gegen Europabefürworter und -gegner gleichermaßen.

Titanic unterwegs
17.06.2019 Frankfurt, Henscheid TITANIC-Feiertagsrevival
23.06.2019 München, Vereinsheim Katharina Greve
25.06.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner
27.06.2019 Kassel, CARICATURA-Bar Moritz Hürtgen und Leo Riegel