Inhalt der Printausgabe

Titanic-Büro, Mittagskonferenz. Wie so oft rätselt die Redaktion über die Bedeutung der Kritzelzeichnungen auf Seite 4 der Süddeutschen Zeitung. Kann denn niemand erklären, was das alles zu bedeuten hat?

Oder wenigstens zum Telefonhörer greifen, sich als harmloser Gymnasiallehrer ausgeben und den Verantwortlichen ein paar Fragen stellen?

TITANIC Schönen guten Tag, Wagner, Siemens-Gymnasium Magdeburg. Ich unterrichte Deutsch und Geschichte, und wir befassen uns im Unterricht mit der Süddeutschen und ihren Karikaturen. Aus der Karikatur vom Montag sind wir aber nicht schlau geworden, das war diese Fußball-Karikatur. Es waren kastenförmige Männchen zu sehen und Frauen, die durchwinken, und ein Fußball, der wohl das Weiblichkeitssymbol darstellen soll…

SZ Mmmh. Also, wenn Sie uns eine Mail schicken, leite ich das weiter…

TITANIC Von Ihnen kann das niemand erklären?

SZ (unsicher) Da müssen Sie sich mit der Chefredaktion in Verbindung setzen. Das wird dort entschieden. Der Diensthabende schaut sich das an und sagt: »Paßt so. Könnte man doch so machen« – oder so.

TITANIC Auch wenn man es nicht versteht?

SZ Ähm, ja. Sehr unterschiedlich. Künstler sind auch sehr empfindlich manchmal. (lacht) Aber da müssen Sie wirklich mit dem Diensthabenden sprechen! Das war diese Woche der Herr Prantl.

Doch Heribert Prantl ist ein vielbeschäftigter Mann; auf Folgeanrufe reagiert er nicht, läßt sich von seiner Sekretärin verleugnen (»Der hat gar keine Zeit heute, und morgen fährt er zwei Wochen in Urlaub!«). Aber kein Problem! Klassenlehrer Wagner wendet sich einfach direkt an den Künstler – Wolfgang Horsch im württembergischen Niedernhall.

Wolfgang Horsch:
»Ich weiß es nicht,
Herr Wagner,
ich weiß es nicht!«

TITANIC …fußballspielende Männer und Frauen, das habe ich aber nicht ganz verstanden…

Horsch Die war nicht von mir.

TITANIC (überrascht) Ah, die war nicht von Ihnen?

Horsch Nee, ich war am Dienstag drin. Das ist der Kollege Oliver Schopf in Wien.

TITANIC Ach, das kann sein! Weil, äh… (ranschmeißerisch) weil Sie mir gegenwärtiger sind als der Kollege – wie heißt er? – Schopf? Aber vielleicht können Sie mir trotzdem helfen, als Mann vom Fach…

Horsch (lacht verlegen) Ähm, ich schau grad mal, ob ich die Zeitung finde. (Rascheln im Hintergrund) So, ich habe es jetzt vor mir. Es geht um Männer- und Frauenfußball, das ist klar.

TITANIC Das ist klar. Aber ist das ein Frauenbein oder ein Männerbein?

Horsch Da fragen Sie mich jetzt auch zuviel. Das ist wahrscheinlich ein Frauenbein, wenn es auch recht kräftig gezeichnet ist…

»Das hat wahr-
scheinlich keinen
tieferen Sinn.«

TITANIC So richtig schlau wird man nicht daraus…

Horsch Nee, nee. Also es sind ja die Männer, der Mann steht im Tor, die Männer machen die Freistoßmauer, die die Frauen durchbrechen. Einen Freistoß schießen durch den Männerfußball.

TITANIC Also, die Frauen spielen gegen die Männer? Dann müßten die aber einander gegenüberstehen!

Horsch (belehrend) Das ist ja die Freistoßmauer! Das ist ja beim Fußball so, daß die sich auch in die Mauer vom Gegner reinstellen und sich dann wegducken, und der Ball geht dann zwischendurch.

TITANIC (versteht) Eine Unisex-WM!

Horsch Genau.

TITANIC Die Frauen schießen mit Männerbeinen und weiblichen Fußbällen auf Männer. (Pause) Was kann man da für einen Gedanken ableiten?

Horsch (lacht) Das hat wahrscheinlich keinen tieferen Sinn, außer daß der Frauenfußball den Männerfußball über-tönt oder im Moment halt überspielt. Schade, ich hätte das anders gezeichnet.

TITANIC (gespannt) Wie denn?

Horsch Ich weiß nicht, aber so nicht. Mir ist das auch nicht eingängig gewesen so kurzfristig.

TITANIC Meine Schüler wußten auch nicht so richtig etwas damit anzufangen. Wir haben noch überlegt, ob der Ball jetzt der Reichsapfel ist…

Horsch (angetan) Aber das ist eine gute Idee!

TITANIC (abwehrend) Ja doch, auch wenn es nirgendwohin führt. Wie hätten Sie es denn gezeichnet?

Horsch (erschöpft) Ich weiß es nicht, Herr Wagner, ich weiß es nicht! Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, das gegeneinander auszuspielen, Männer- und Frauenfußball. Aber er ist ein anderer Mensch als ich, das ist einfach so…

Nicht ganz schlüssige Freistoßmauern ohne tieferen Sinn? Wolfgang Horsch kann uns nicht helfen – aber er ist ja auch ein anderer Mensch als sein Kollege Schopf. Wenigstens dessen Wiener Telefonnummer hat er für uns parat.

Oliver Schopf: »Absolut okay, daß man nachfragt«

TITANIC …»Freistoß« hieß die, und wir sind nicht ganz klargekommen, zu keinen Ergebnissen.

Schopf (schallend) Kommt auch vor!

TITANIC Kommt das vor?

Schopf Naja, klar. Ist ja nicht so… (fokussiert) Sie wollen wissen, was eigentlich die Kernaussage ist. Die Kernaussage ist schlicht und einfach, äh, äh: Es geht praktisch hier um die Gleichberechtigung der Frauen, diesbezüglich auch im Fußball. In dem Fall spielen die Frauen, die in dem grünen Dreß sind sozusagen, gegen die Männer, die praktisch ja die Mauer machen, daher auch das männliche Symbol auf den Trikots drauf… Also, die Männer machen die Mauer und die Frauen mit dem Frauenfußball mit dem Frauenzeichen, die schießen jetzt den Freistoß und versuchen durch diese Männerbastion praktisch durchzukommen und eben ein Tor zu landen. (holt Atem) Das ist die Aussage.

TITANIC (unsicher) Ah so. Und wieso haben die Frauen einen Freistoß bekommen?

Schopf Da kann man natürlich weiter zurückphilosophieren. (weiter zurückphilosophierend) Vielleicht ist einmal eine Frau von einem Mann gefoult worden, und das ergibt jetzt einen Freistoß wegen der Ungleichbehandlung.

TITANIC (genauso wirr) Ist die gerade stattfindende Frauen-WM sozusagen der Freistoß?

Schopf Das war der Anlaß. Mir ging es praktisch um die Auseinandersetzung zwischen den Männern und Frauen natürlich auf allen Berufsgebieten. Sie kennen ja auch die ganze Diskussion, ob man Frauen jetzt in die Chefetagen wählen soll. Jetzt haben wir jüngst wieder eine neue IWF-Chefin bekommen, was ja auch sehr erfreulich ist. Also, es geht im Grunde genommen um dieses Problem, aber ich hab’s praktisch aufgehängt auf den Fußball. Und es ist auch bei der Frauen-WM so, daß die eine gewisse Aufmerksamkeit bekommt, was ja auch gut ist.

»Es geht um
diese Problematik schlechthin.«

TITANIC Gut, dann werde ich mal versuchen, das meinen Schülern zu vermitteln.

Schopf (setzt noch mal an) Wie gesagt, es ist jetzt keine Kommentierung der Frauen-WM an und für sich. Die eigentliche Aussage ist praktisch die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, daß die Frauen zum großen Teil noch immer nicht die Rechte haben, Löhne usw. – Sie kennen das alles –, die die Männer haben, und eben jetzt hier sozusagen den Angriff starten, weil sie auch einmal gefoult wurden. Es geht um diese Problematik schlechthin. Man hätte natürlich ein anderes Bild nehmen können, man könnte es auch mit Baseball machen oder mit Basketball. Man könnte es auch in eine andere Geschichte umtransponieren. Also das war praktisch nur das Bild.

TITANIC Da sind wir jetzt leider nicht drauf gekommen, aber das hilft uns ja jetzt weiter.

Schopf (gönnerhaft) Kommt vor. Aber das ist ja auch absolut okay, daß man nachfragt.

Frauen, die praktisch durch eine Männerbastion hindurch ein Tor zu landen versuchen, zeigen sozusagen praktisch die Auseinandersetzung auf allen Berufsgebieten, die man sozusagen auch in Baseball hätte umtransponieren können – erklärt das alles? Wenn es okay ist, nachzufragen, sollten wir Oliver Schopf sicherheitshalber noch einmal verwechseln, diesmal mit seinem Münchner Kollegen Pepsch Gottscheber.

Pepsch Gottscheber:
»Kollegen, die am
sogenannten Desk sitzen«

TITANIC (erneut überrascht) …ach, das war nicht von Ihnen?

Gottscheber Das ist der Oliver Schopf.

TITANIC Der Herr Schopf, ach so… Aber vielleicht können Sie mir helfen, Sie sind ja selber vom Fach…

Gottscheber (zurückhaltend) Das war ein bißl ein Rätsel, irgendwie! (lacht) Da wollte er wohl diese – ich weiß nicht – diese ganze Diskussion, diese alten Aussagen und das Neue, daß sie jetzt so athletisch sind… so dunkel erinnere ich mich an die Zeichnung. Normalerweise macht der Schopf ja eigentlich schon Sachen, die man verstehen kann, aber die habe ich auch nicht ganz kapiert. (zusammenhanglos) Die war in Farbe, ne?

TITANIC Die Männer sind blau und die Frauen sind grün! Sie könnten mir interpretatorisch nicht weiterhelfen?

Gottscheber Ich glaube, es ging da irgendwie um diese Vorurteile gegenüber dem – daß man dem begegnen muß. Ich wußte auch nicht, was der Schopf mir so erzählt damit. (vertraulich) Ich sag ja, er ist eigentlich ein guter Kollege, aber in dem Fall … Wir haben ja alle immer mal so Momente, wo wir etwas machen, wovon wir eigentlich überzeugt sind, aber… (bremst sich) Aber ich finde es generell schön, daß sie mit Ihren Schülern über Karikatur plaudern!

»Der Zwang
zur Lustigkeit ist
derartig groß«

TITANIC (großzügig) Ja, wir werden auch eine von Ihnen wahrscheinlich mal dabeihaben. Dann kann ich mich ja wieder melden, für Erklärungen.

Gottscheber (beginnt zu fachsimpeln) Das würde mich insofern interessieren, weil ich stelle ja einen Trend zur totalen Veralberung fest. Durch immer mehr Sprechblasen, immer mehr… Also, daß auch ernste Themen meistens irgendwie auf eine sehr merkwürdig alberne Sache… (kommt ins Schwimmen) Also, der Hang, der Zwang zur Lustigkeit ist derartig groß, daß die Ernsthaftigkeit manchmal verlorengeht…

TITANIC Das muß in der Karikatur nicht sein, meinen Sie?

Gottscheber (verheddert sich) Nein, die kann schon – die soll – Karikatur hat ja Unterhaltungsfaktor auch, aber… mir geht es so – nicht bei der Süddeutschen, das muß ich extra betonen, für die ist es nach wie vor wunderbar zu arbeiten – aber (entschlossener). Es gibt andere Zeitungen in Deutschland, da ist man abhängig von schreibenden Kollegen, die am sogenannten Desk sitzen. Die oft überhaupt keinen Zugang haben, die ganz glücklich sind, wenn sie viele Worte in einer Karikatur finden, weil sie dann eher etwas damit anfangen können! Das finde ich ein bißl schad. (kühn) Meiner Ansicht nach tragen viele schreibende Kollegen dazu bei, daß es mit der Karikatur qualitativ ziemlich nach unten geht.

TITANIC Hm, auch eine Fachmeinung. Aber der betreffenden Karikatur hätte vielleicht eine Sprechblase nicht geschadet, um sie zu erklären!

Gottscheber Jaha! (fröhlich) Das ist natürlich auch immer blöd, wenn man einen Text braucht, um zu erklären. (einsichtig) Aber wenn es dadurch deutlicher wird, dann ist es natürlich schon einfacher. Ich mache ja auch Sprechblasen. Aber inzwischen gibt es ja Karikaturen, da sind die Sprechblasen schon fast länger als der Leitartikel daneben.

So ist das also: Die schreibenden Kollegen vom sogenannten »Desk« zwingen Gottscheber und Schopf zu albernen Sprechblasen in Leitartikellänge, so daß es mit der Karikatur qualitativ nach unten geht! Weiß denn wenigstens Gustav »Ironimus« Peichl Rat? Immerhin zeichnet der Mann schon seit 1954!

Gustav Peichl:
»Weil sie ja keinen
Penis haben!«

Peichl (abwehrend) …nein, nein, die war nicht von Ironimus. Ich bin Ironimus, aber diese Zeichnung ist nicht von mir! Die Zeichnung ist von einem anderen Kollegen – und ich fand’s ganz lustig, die Zeichnung! (professionell) Aber wenn Sie mich was fragen: Ich geh darauf ein, ich kann Ihnen schon antworten!

TITANIC Sie haben diese Zeichnung verstanden?

Peichl (selbstsicher) Ich hab sie schon verstanden! Schau, das Wesentliche ist ja die Auseinandersetzung oder der Gleichklang, oder wie man es nennen will, zwischen Männerfußball und Frauenfußball. Jetzt weiß man, daß, wenn ein Elfmeter – nein, ein Elfmeter nicht – ein Strafstoß geschossen wird…

TITANIC Ein Freistoß.

Peichl Freistoß heißt das, ja, ich bin kein Fußballer. In diesem Freistoß machen dann die Männerfußballer immer eine Mauer. Und da halten sie sich mit ihren Händen bei den Geschlechtsteilen, daß, wenn ein scharfer Schuß kommt, die da nicht getroffen werden beim Fiffi – oder wie nennt ihr das?

TITANIC Penis.

Peichl Ja, beim Penis. Ja, das hat er gezeichnet, und dazwischen die Frauen, wie sie jubeln und wie die das nicht notwendig haben, daß sie sich schützen müssen beim Penis, (fachmännisch) weil sie ja keinen Penis haben!

TITANIC (nicht ganz überzeugt) Ah, okay – so war das gemeint.

Peichl So meine ich. Ich kann einen Kollegen nicht interpretieren. (gekonnt überleitend) Ich hab heute in der Süddeutschen eine Zeichnung mit den Griechen, daß sie die Hürde genommen haben…

TITANIC (mäßig interessiert) Wie sieht die denn aus? Ich hab noch nicht in die Zeitung gesehen, ich war mit Unterrichten beschäftigt…

Peichl Das ist natürlich schlecht! Es ist schon halb drei, und Sie haben die Süddeutsche noch nicht gesehen! Also: Da ist eine Hürde, die ist genommen. Mit dem Sparpaket hüpft er grad mit Müh und Not drüber, hat aber links davon schon wieder die nächste Hürde, wo man nicht weiß, ob er die schafft.

TITANIC (begriffsstutzig) Und was bedeutet das?

Peichl (geduldig) Na ja, daß man feststellen muß, daß die Hürde genommen wurde, aber daß das noch lange nicht das Ende ist für die griechische Regierung und die griechischen Bürger!

TITANIC Ach so, das ist auch wieder eine Sportmetapher.

Peichl Das ist eine Sport… – aber, na ja, das ist (immer noch geduldig) ka-ri-kiert. Eine Karikatur macht ja Dinge sichtbar, die die Schreiberlinge, also die Journalisten der schreibenden Zunft, nicht schaffen. Die drucksen und schreiben immer umeinander, machen aber nicht sichtbar, was die Karikatur machen soll!

TITANIC Aber wenn man dann anrufen muß, weil man nicht weiß, was das bedeutet…

Peichl (einsichtig) Mein Gott, das ist halt so. Ich kriege oft Leserbriefe von Kollegen – äh, von Lesern, die sich auch nicht auskennen und fragen mich dann was, oder rufen mich an, so wie Sie. Ich möchte ja, daß die Leser Freude haben und daß sie auch verstehen, was ich zeichne.

»Aber der Schopf
ist ein sehr guter Zeichner!«

TITANIC Die vom Herrn Schopf, die war doch komplizierter. Es hat auch der Fußball so ein Kreuz unten dran, wie der Reichsapfel.

Peichl Ach, der Ball. (wieder dozierend) Das Zeichen des Männlichen ist ja der Pfeil, das Weibliche ist ein Kreuz nach unten. Da hat der halt geglaubt, er muß das noch deutlicher machen. Find’ ich unnötig. Hätt’ er gar nicht machen müssen.

TITANIC Hätten Sie nicht gemacht?

Peichl (wirr, beharrlich) Aber der Schopf ist ein sehr guter Zeichner!

TITANIC Und das Bein vorne, ist das ein Frauenbein oder ein Männerbein?

Peichl Das wird von einer Frau sein, glaube ich.

TITANIC (bestimmt) Es ist aber sehr muskulös.

Peichl Na die Frauen, schauen Sie an – die sind ja im Spiel sehr muskulös!

TITANIC (trotzig) Also, die auf der Zeichnung sind sehr dünn!

Peichl Na ja, das ist eben die Karikatur. Darf ich Sie fragen, wie alt sind Sie denn?

TITANIC Ich bin dreißig.

Peichl Ah so. Na sehr gut. Da hab ich Kinder mit dreißig. Mit fünfzig hab ich Kinder schon. Ich bin ein alter Herr.

TITANIC Ja, sind Sie schon?

Peichl (vage) Ja ja, ich fühl’ mich sehr wohl. Ich möchte in meinem Alter, ich bin jetzt dreiundachtzig, nur Dinge haben, die mich interessieren. Alles andere will ich nicht mehr.

TITANIC Und Zeichnen interessiert Sie noch?

Peichl (erschöpft) Na ja. Muß ja. (reißt sich zusammen) Macht mir ja Freude!

TITANIC Das ist schön. Dann vielen Dank für die Interpretation!

Peichl Viel Erfolg. Grüßen Sie die Schüler, die sollen weiter gute Karikaturen lernen!

Jetzt ist alles klar: Gute Karikaturen können Dinge sichtbar machen, z.B. Hürden. Schreiber brauchen dafür viele Worte und Leitartikel, die manchmal so lang sind wie Sprechblasen. Und in denen kann man dann kryptische Zeichnungen prima erklären:

Wolff / Ziegelwagner

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Pia Ratzesberger (SZ)!

»Im Kampf gegen den Klimawandel bleibt das Ozonloch eher eine abstrakte Vorstellung, während man irgendeine Plastikfolie jeden Tag aufreißt.«

Genau; bzw. apropos Loch: Regnet’s rein? Aber schön warm, wegen Ozonwandel?

Puh!

Löchrig grüßt Titanic

 Ahoi, Jörg Thadeusz!

Gewohnt inhaltslos polternd beklagen Sie in der »Berliner Morgenpost« die moralische Hybris Deutschlands am Beispiel der Seenotretterin Carola Rackete: »Recht gilt nur so lange, bis ein deutscher TV-Fritze wie Jan Böhmermann, eine deutsche Nicht-Regierungsorganisation oder die gesamte deutsche Öffentlichkeit eine höher stehende Moral definieren.« So kommen Sie nebst originellen Bemerkungen über Quinoa essende »Szene-Berliner« schließlich zum Fazit: »Denn was moralisch geboten ist und was nicht, bestimmen nun mal die Deutschen.«

Da haben Sie aber etwas missverstanden: Die Königsdisziplin deutscher Hybris ist längst das moralische Gejammer über die Moral der anderen, aus dem vulgärdialektischen Irrglauben heraus, sich so in argumentative Höhen zu poltern. Objektiv gesehen, Herr Thadeusz, befinden Sie sich nämlich geistig längst selbst unter dem Meeresspiegel.

Fern jeder Hybris:

Ihre Seenotretter von Titanic

 Wenn ausgerechnet Sie, Kölner Weihbischof Ansgar Puff,

im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur dazu aufrufen, sich durch das eigene Verhalten stärker gegen Menschenhandel zu organisieren, und predigen »Fangen wir bei der Prostitution an: Einfach nicht ins Bordell gehen. Punkt« – ist Ihre Aussage dann letztlich nicht auch ein Sinnbild der bigotten Sexualmoral Ihrer Kirche? Nomen est schließlich omen. Titanic

 Hey na, AKK?

Der Hype um Ihre Initialien will wohl einfach nicht abflauen. So lesen wir etwa auf »Spiegel online«, dass die Menüfolge des »Düsseldorfer Ständetreffs« ganz auf Ihre Initialen abgestimmt gewesen sei – »von der Vorspeise (Avocado, Kastenbrot, Krabben) über den Hauptgang (Apfel, Karotte, Kalbstafelspitz) bis zum Dessert (Ananas, Kokos, Kalamansi). Die Tischdekoration ebenfalls – Pflanzen in ihren Buchstaben, der Kaktus als Krönung.«

Leider im Bericht unerwähnt bleiben Spirituosen (Apfelkorn, Kabänes, Korianderlikör), Besetzung der Band (Alphorn, Kornett, Kwetschkommode) und Gäste (Arschlöcher, Kleingeister, Knalltüten) wie zum Beispiel Ihr ebenfalls anwesender Ex-Rivale Friedrich Merz (Aktienhandel, KumEx-Geschäfte, Karibikkonten). Der bekam laut »Spiegel« vom Publikum sogar mehr Beifall (Applaus, Klatschen, Kundgabe [von Zustimmung]) als Sie. Dabei sollte man doch meinen, dass Sie jemanden, der menü- und initialienmäßig zuerst an Froschhirne, Miesmuscheln und Fermentierte Magermilch denken lässt, mit links in die Tasche (Akten-, Korb-, Kosmetik-) stecken. Sind da womöglich wieder mal Aufstand, Kritik und Krawall im Anmarsch (im Kommen, am Kenntlichwerden)?

Okay, reicht. Titanic

 Charlotte Roche!

Charlotte Roche!

In »Spiegel« und SZ, »Zeit« und Ihrem eigenen Podcast haben wir nun lang und breit zu lesen bzw. hören bekommen, dass Ihre Ehe nicht perfekt, sondern »ganz normal« sei. So normal kann sie aber doch nicht sein, schließlich haben »normale« Paare weder einen eigenen Ehepodcast noch Zeitungs- und landesweite Berichterstattung über ihr Privatleben, meinen Sie nicht?

Na ja, was Sie sonst so alles Normales tun, werden wir mangels Interesse wohl nie erfahren. Unser Leben geht trotzdem ganz normal weiter. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Remake

des Filmklassikers mit Demi Moore und Patrick Swayze: »Ghosting – keine Nachricht von Sam«.

Elias Hauck

 LinkedIn oder Tod

Nach langer Funkstille habe ich mich dazu entschlossen, meine Ex-Freundin und ehemalige Kollegin bei Xing zu adden, um ihr zu zeigen, dass sie mir auch beruflich absolut nichts mehr bedeutet.

Karl Franz

 Überlegung

»Falls ich diesen Abend nicht überleben sollte, möchte ich wenigstens so viele Delphine wie möglich mit in den Tod genommen haben« sprach er. Und bestellte nach acht Maß Bier und drei Schnaps eine Pizza Thunfisch ohne Käse.

Theobald Fuchs

 Sommerabend-Komplex

Auch wir ließen die Gardinen offen bei unserem Hollandurlaub, wir wollten teil sein dieser freundlichen Gesellschaft, die nichts zu verbergen hat. Doch schnell wurde ein gewisser Zugzwang merkbar - ist es aufgeräumt genug für die Betrachter? Bin ich zu nachlässig gekleidet? Hinter all den hübschen Präsentierzimmern gibt es vermutlich neonbeleuchtete Räume mit Resopalmöbeln, dort sitzt man Krumm und mit strähnigen Haaren in ausgebeutelten Jogginghosen, blafft herum, isst kalte Pizza vor dem Fernseher.

Miriam Wurst

 Neues aus Brüssel

Laut eines Urteils des EuGH können alle Termine, die Sie bereits beim Dermatologen ausgemacht haben, ab sofort auch von etwaigen Nachfahren genutzt werden. Diese müssen explizit auch noch nicht geboren sein.

Felix Scharlau

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
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Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Titanic unterwegs
27.08.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner mit A. Neft, B. Maak u.a.
28.08.2019 Berlin, Theater im Pfefferberg Max Goldt
15.09.2019 Göppingen, Schloss Filseck F. W. Bernstein: »Sinnverlust ist Lustgewinn«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«