Inhalt der Printausgabe

Die Luxuszelle: Pracht, Komfort und Zimmerservice. Wer hier Handtücher klaut, kommt ins Gefängnis.

 

1250 Haftplätze, 600 Gummiknüppel, 80 Jahre Betriebserfahrung. Das Leben im »Rudolf Heß-Gedenkgefängnis« im Herzen von Berlin-Spandau zeugt vom alten Glanz des Einsperrens. Eisernes Sparen, immer weniger Personal und das Diktat des Menschengerichtshofs sind schuld daran, daß nicht alle Insassen gehalten werden können. Ein Besuch

 

Hier kommt nicht jeder rein. Machtvoll erheben sich die Stahlmauern aus Backstein, majestätisch grüßen die vergitterten Erker ins weite Land. Das »Rudolf Heß-Gedenkgefängnis« ist ein Traditionsbetrieb. Seit über 80 Jahren steht es für Sicherheit mit fünf Sternen, für Wegschließen auf höchstem Niveau. Das Vorhängeschloß am Eingangstor ist zweimal abgesperrt, der Briefkasten voll, die Katzenklappe zugeklappt. Immer noch stapeln sich die Haftanträge, immer noch sind die meisten Zellen auf Jahre ausgebucht. Aber im Betongemäuer zeigen sich erste Risse. Waren vor 50 Jahren noch drei Wärter für einen Häftling zuständig, so kommt heute ein Wärter auf 82 1/2 Insassen. Waren die Mauern früher fünf Meter dick, sind sie jetzt auf vier gebröckelt. Wo an Substanz und Personal gespart wird, da wandern die Häftlinge ab – wie zuletzt in der JVA Aachen, wo ein chronisch unterbezahlter Wärter zwei Insassen entgeltlich den Aufenthalt verkürzte. Kaum hatten Deutschlands Gefängnisse den Fall verdaut, hob der Europäische Menschengerichtshof die »unbefristete Sicherungsverwahrung« auf. Rechtskräftig verurteilte Insassen werden seither nach dem Absitzen ihrer Strafe einfach nach Hause geschickt, anstatt so lange in der Anstalt bleiben zu dürfen, bis sie wieder mit der Freiheit umgehen können. Für die Gefängnisse bedeutet das: leere Zellen, leere Kassen. Wie gehen Gefängnisbedienstete mit dieser Situation um? Was unternimmt ein Vorzeigegefängnis wie das »Heß« gegen Personalmangel, Sparzwang und den Europäischen Menschengerichtshof?

 

Den familiären Charme hat es noch nicht verloren: Im »Heß« öffnet der Gefängnisdirektor selbst die Tür. »Herzlich willkommen!« begrüßt uns Michel Feuilleton, Anstaltsleiter seit 1984, »kommen Sie ruhig rein, ich laß Sie schon wieder raus, haha!« Sein kahles Haupt glänzt vor Enthusiasmus und Regentropfen, als er uns durch den Innenhof geleitet, einen Damenschirm über unsere Köpfe haltend. »Die da drinnen«, schmunzelt Feuilleton und weist auf die Zellenfenster, »die können liegenbleiben. Die müssen nicht raus in den Regen, können sich noch mal auf die Pritsche kuscheln oder einfach die schwedischen Rolläden hochziehen.«

 

1250 Häftlinge, 15 Justizbeamte. Wie jedes Gefängnis besteht auch das »Heß« aus zwei Welten, die nahe beieinander liegen: Auf der einen Seite die geknechteten Kreaturen, im Hamsterrad der Sinnlosigkeit gefangen, rund um die Uhr, Tag für Tag – auf der anderen Seite die Häftlinge. Dort herrscht Müßiggang, hier mühsame Papierarbeit; dort fläzt man sich in Hängematten, zappt sich durchs Pay-TV und bekommt sanfte Gummimassagen vom Wärter; hier knirscht traurig der Aktenvernichter. Die kargen Bürobutzen sind zwischen die Hafträumlichkeiten gequetscht.

Schließer aus Leidenschaft

Gerade hat Bereichsleiter Hubert Straph in Trakt A sein Tagwerk begonnen. Er bearbeitet Anmeldeformulare und lehnt Bewerbungsschreiben ab. »Ich wollte immer schon ins Gefängnis«, meint Straph. Doch für einen schlau eingefädelten Rififi-Einbruch fehlten ihm Raffinesse und eine Schaufel, für ein Kriegsverbrechen der Krieg, zum Asylantrag die Hautfarbe. So reichte es nur zum Justizbeamten. »Ich habe schon als Kind ganz gerne den Meerschweinchenkäfig bewacht«, erzählt er mit leuchtenden Augen. »Einmal ist Hopsi ausgebrochen. Die Freiheit hat ihm nicht gutgetan: Er ist wie verrückt durchs Zimmer gelaufen, hat meine Barbie gefressen und schließlich auf den Teppich uriniert.« Straph schüttelt den Kopf. »Hopsi war in der Freiheit nicht resozialisierbar.« Mit tragischen Folgen: Das Meerschweinchen kam unter die Reifen. »Ich mußte dreimal mit dem Fahrrad ansetzen, bis er verstand, daß die Sicherheit des Käfigs besser für ihn gewesen wäre.« Heute ist Hubert Straph melancholisch geworden und abgestumpft, sein Feuer hat er verloren. »An mir sieht man ganz gut, was das Gefängnis aus einem Menschen machen kann«, sagt er. Direktor Feuilleton patscht dem Schließer tröstend auf die Schulter. »Er gehört noch ganz zur alten Schule«, erklärt er, während er die Tür hinter Straph zusperrt, »seit die Sicherungsverwahrung weg ist, fällt es ihm schwer, den Job weiter mit einem grausamen Lächeln auf dem Gesicht zu erledigen.«

Das Rudolf Hess-Gedenkgefängnis: Strafvollzug mit Stil. Wie lange noch?

Vor allem, wenn man sieht, wie die alte Pracht des »Heß« heute brachliegt. Feuilleton öffnet Zelle 105. »Gute, solide Wertarbeit!« schwärmt er. »Dicke Mauern, die Regen, Sonnenschein und den Verwandtenbesuch draußen halten. Sehen Sie mal, wie bequem man vom Bett zur Toilette kommt! Kurze Wege, alles in wenigen Schritten erreichbar – ein Rundum-Angebot! Und der Boden ist so sauber, daß man davon essen muß.« Seit der Gefängnisgründung war die Zelle belegt. »Die Leute denken, daß es immer genug Häftlinge geben wird. Aber dazu braucht es auch die richtigen Gesetze!« Nach dem Ende der Sicherungsverwahrung steht diese Zelle als erste leer, ungenutzt hängt der Edelschimmel an den mannshohen Wänden. Sogar die Schaben sind ausgezogen.

 

Noch viel trister sieht es im Keller aus. Hier werden die Räume seit Jahrzehnten nicht genutzt: Dem Gesetzgeber waren Ein-Quadratmeter-Verliese und die praktischen, an die Wand geschmiedeten Eisenketten nicht zeitgemäß genug. An der Hinrichtungswand hängt ein Schild: Schießen verboten. »Mein Vorvorgänger hat hier noch selbst Vernehmungen durchgeführt, Methoden der Leibesvisitation verfeinert«, meint der Direktor. »Wir haben immer noch jede Menge Inventar aus alter Zeit, das wir nicht nutzen dürfen. Unsere Streckbank zum Beispiel setzt schon Rost an und zieht stark nach links. Ich wüßte gar nicht, wo man da heutzutage günstig Ersatzteile bekommt! Vielleicht IKEA?«

»Nicht nur unsere Insassen sind verschlossene Menschen«

Michel Feuilleton führt uns in sein Sicherheitsbüro, das leicht erhöht im Zentrum der Anlage liegt. Von hier aus kann er alles überblicken. Sein Schreibtisch steht in der Mitte des Raumes, von dem aus er die vier Eingänge genau im Visier hat.

 

»Darf ich Ihnen ein Glas Gitter Lemon anbieten?« fragt Feuilleton. »Ein wenig Keksbruch ist auch noch da. Mahlzeit!« Er lehnt sich in den Stuhl, wippt vor und zurück, schiebt die Brille auf die Glatze und wird nostalgisch. »Wir hatten achtzig Jahre lang volles Haus. Wer einmal hier war, blieb unserer Anstalt verhaftet. Heute macht uns der Menschengerichtshof die Zellen leer. Fünfzehn Jahre Höchstverwahrung! Gerade, wenn man sich an das Gefängnisleben gewöhnt hat, muß man wieder raus! Wie können wir unter solchen Umständen unsere Häftlingsquote halten? Das ist die Frage.«

Das Wochenmenü: Gutgenährte Insassen erreichen selten Fluchtgeschwindigkeit
Das Fenster: Zweimal pro Woche gibt es offenen Durchzug
Die Lobby: Justizvollzugsbeamte haben keine

Der Standort »Heß« müsse wieder attraktiver werden, meint der Direktor und wippt schneller: »Früher hatten wir Größen wie Martin Semmelrogge. Bubi Scholz hat in der Küche den linken Schürhaken geschwungen, der Laden hat gebrummt. Heute bemühen wir uns, Kachelmann reinzubekommen, oder wenigstens den Mixa. Sowie die Prominenten hier absteigen, kommt auch Otto Normalverbrecher zu uns. Da bin ich ganz sicher.« Doch ist das nicht die einzige Strategie: »Wenn der Delinquent nicht ins Gefängnis kommt, muß das Gefängnis zum Delinquenten kommen. Wenn uns der Europäische Menschengerichtshof die Insassen nach fünfzehn Jahren plötzlich wegnimmt, dann müssen wir zu den Insassen. Zum Beispiel habe ich mich jetzt auf Facebook angemeldet, all meine ehemaligen Schützlinge geaddet, um ihre Statusmeldungen im Blick zu behalten. Sobald einer reinschreibt ›Exknacki82 geht jetzt mal zur Bank‹, werde ich hellhörig.«

»Der Menschengerichtshof gehört weg­gesperrt!«

Michel Feuilleton wiegt sich immer heftiger auf seinem Stuhl: »Wir wollen auch mit den Familien der Entlassenen kooperieren. Wenn die ein bißchen weiterüberwachen oder das schwarze Schaf abends im Zimmer einschließen, ist uns allen geholfen. Und was spricht dagegen, wenn der Häftling nach seiner Entlassung eine Polizistin heiratet? Oder sich zum Polizisten ausbilden läßt, um sich selbst zu überwachen? Möglich ist alles!« Die Begeisterung des Direktors steigt. Er hat begonnen, sich auf seinem Drehstuhl zu drehen; kaum, daß wir ihm folgen können. »Wir müssen lernen«, ruft er, »unser eigener Häftling zu sein! Ein inneres Gefängnis zu errichten! Sich selbst zu beschränken, mal morgens einfach im Zimmer bleiben, die Freiheitsgefühle ganz tief in sich wegsperren… oder ein äußeres Gefängnis! Ein Mobilgefängnis für jeden, das man überallhin mitnehmen kann! Warum nicht? Stellen Sie sich vor, dieser Aktenschrank dort drüben hätte Räder untendran, dann müßte ich einfach nur reinsteigen… rollen Sie mir doch mal nach! …einfach nur reinsteigen und genießen! Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn eine total humanisierte Gesetzgebung plötzlich die gefängnislose Gesellschaft verwirklicht! So, können Sie mal abschließen? Danke! Unsere Freiheit ist ein großes Privileg! Wer kann sie denn überhaupt noch schätzen, wenn niemand mehr weggeschlossen wird? Zum Beispiel in Aktenschränke? Sie müssen das unbedingt selbst mal probieren, ein herrliches Gefühl, kommen Sie mal zu mir rein… hallo? Hallo? Sind Sie noch da?  WAAACHEEEN!«

 

Das »Gedenkgefängnis Rudolf Heß« – ein Stück Tradition, das zu sterben droht. Noch herrscht volles Haus. Aber um in der Gegenwart anzukommen, braucht es beides: Geld für die Zukunft und Gesetze aus der Vergangenheit. Die Gesellschaft muß wissen, was ihr ihre Gefängnisse wert sind. Denn wenn sie das nicht erkennt, werden sich die Tore des »Heß« bald für immer öffnen.

 

Tim Wolff / Michael Ziegelwagner

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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22.09.2019 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus »Karikaturen der Neuen Frankfurter Schule«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
24.09.2019 Hannover, Feinkost Lampe Katharina Greve