Deutschlands unheimlichste Behörde tritt aus dem Dunkel – und kommt eigentlich ganz sympathisch rüber

 

»Dingdong! Im Namen der Gebührenzahler, öffnen Sie die Tür!« Stiefeltritte, Schreie im Flur, weinende Kinder – das alles gehört bald der Vergangenheit an. Die Gebühreneinzugszentrale, der Schrecken aller Fernsehdiebe, wird reformiert. 2013 soll nur noch pro Haushalt, nicht mehr pro Empfangsgerät bezahlt werden; gleich, ob der Haushalt ein Gerät besitzt oder nicht. Die Spitzel von der »Superschnüffelbehörde« (Burkhardt Müller-Sönksen, FDP) bleiben künftig zu Hause, schauen nicht mehr durch den Türspion, verwanzen keine Wohnungen, entführen keine Verwandten mehr. Wie aber wird die GEZ ihren schlechten Ruf los? Jetzt, wo sie ihn nicht mehr braucht?

»Hallo!
Kennen Sie uns noch?«

Die Agentur TITANIC hat mitgedacht. Vor allem muß die GEZ im Straßenbild erkennbar werden, die Anonymität ablegen, als sympathischer Ansprechpartner wirken. Und aufklären! Denn die meisten Menschen kennen ihr Fernsehprogramm nur oberflächlich, wissen gar nicht, was ein Intendant so zusammenfrißt (z.B. Thomas Gruber, Bayerischer Rundfunk, ca. 26 000 € / Monat). Was liegt da näher, als zwei in brandneue, von Hugo Boss gestaltete Uniformen gekleidete GEZ-Agenten in ein klassisches Schwarzseherviertel zu schicken? Mit Blumensträußen, Informationsbroschüren und schneidigen Umgangsformen?

»Guten Tag, mein Name ist Quex, das ist mein Kollege Hannes Landa. Wir wollten mit Ihnen über das Fernsehen reden!« Der alten Dame vor dem Hochhaus, die gerade zum Einkaufen tappst, kommen die schmucken Uniformen gleich bekannt vor. In Frankfurt-Griesheim, Schwarzerlenweg, machen die Schwarzhemden von Leo Quex (geb. Fischer) und Hannes Landa (Mädelname Ziegelwagner) gehörig Eindruck. Lächelnd nimmt das Runzelfräulein die Rose und berät uns auch, welche der Nachbarn unsere Serviceleistungen unbedingt in Anspruch nehmen sollten. Und das, obwohl »um drei meine Lieblingssendung« kommt: »Sturm der Liebe«. Na prima, macht schon mal 37 Euro! Zwar will sie nicht versprechen, später für den kleinen Hausbesuch der GEZ wieder da zu sein, drückt aber dafür fünf Namen auf dem futuristischen Klingelschild-Display. »Viele haben ihre Klingeln ja abgestellt, sind aber trotzdem da«, denunziert sie ihre Nachbarn beiläufig, deponiert unseren Folder und die Blume in ihrem Postfach, läßt uns ins Haus und sucht humpelnd das Weite.

Ein Sturmbann der Liebe schlägt uns entgegen
»Nein, ich bin nur ein Haushalt.« Gut zu wissen!
Blüten statt Bluten – die GEZ kommt in den Herzen an

»Von solchen Leuten wollen wir nichts«, begrüßt uns ein ortsfremd anmutender junger Mann und knallt uns die Türe vor den Stiefelspitzen zu. Wir merken, daß man hier mit der GEZ nicht die besten Erfahrungen gemacht hat, daß die Charmeoffensive der Öffentlich-Rechtlichen beinahe zu spät kommt. Nur das Knarzen unserer schwarzen Lederstiefel und das wütende Türenschlagen durchbrechen die gespannte Stille, die im zehnten Stock herrscht. Einige Bewohner haben aus Furcht vor ungebetenem Besuch nicht nur die Klingel abgestellt, sondern auch ihre Namensschilder abgeschraubt. Vor dem Aufzug stellen wir einen rotschimmernden Senior, dessen Mütze die Frakturinschrift »Hamburg« schmückt. Müßten wir ihm nicht auf Anhieb sympathisch sein? »Guten Tag, wir sind von der Fernsehzentrale. Wohnen Sie in diesem Haus?« befragt ihn Landa freundlich, kommt mit seinen Erläuterungen zur Haushaltsabgabe aber nicht weit. »Davon habe ich schon in der Bild gelesen«, wehrt der Alte ab. »Ich seh’ ja kaum fern. Weil ich raus muß, sonst kriege ich Depressionen.« – »Wie viele Haushalte besitzen Sie denn?« insistiert Quex lächelnd. Der Mann ist überfordert, freut sich aber, daß ab 2013 die GEZ das Zählen seiner Haushalte übernimmt, so daß er künftig weniger lügen muß. Es zeigt sich schon jetzt, daß die Volksdeutschen mit den GEZ-Truppen wesentlich williger kooperieren als die zahlenmäßig überlegenen Ausländer: Ein junger Deutscher, der gerade seine Wohnung mit allerlei Sperrmüll einrichtet, stellt keine Fragen, als wir Einlaß fordern. »Guten Tag, Landa, von der GEZ. Wir wollten uns mit dieser Rose von Ihnen verabschieden, die GEZ wird ja jetzt gerade abgeschafft. Sind Sie denn angemeldet?« – »Natürlich bin ich angemeldet«, pariert er clever und läßt uns das gewünschte »Foto Ihres Fernsehers« machen, in dem gerade eine Dokumentation über großbusige Frauen läuft.

»Fotografieren
Sie mich ruhig«

Nur selten offenbart das Mehrkulturenhaus Ausländer, die wissen, wo ihr Platz ist – wie Herrn M., der sich geschickt herausredet: »Tut mir außerordentlich leid, ich spreche kein Deutsch.« Oder den freundlichen Strickjackenmoslem D., der tatsächlich keines spricht, uns aber mit großen Gesten in seinen Fernseh- und Gebetsraum führt. Quex erklärt ihm ausführlich den mitgebrachten Meldebogen: »Den füllen Sie jetzt jeden Monat aus und schicken ihn an GEZ-Führer Buchholz. Sonst müssen wir leider wiederkommen.« Herr D. nickt schicksalsergeben; ihm ist bloß wichtig, daß unsere schweren Mörderstiefel nicht über seinen Gebetsteppich trampeln. Dafür macht Familie L., die den Besucher so herzlich mit einem »Shalom«-Schildchen begrüßt, aus guter Tradition gar nicht erst auf. Anders die russische Frau ohne Namensschild, die sich ein nur leicht verdrecktes Handtuch um die Rübe gewickelt hat. Da sie kein Wort Deutsch spricht, sind wir kurz davor, die renitente Bolschewikin abzuführen, doch kommt ihre Nachbarin als Dolmetsch zu Hilfe. »Straßwutti« grüßt Fernsehjunge Quex polyglott und erklärt: »Es ist ganz einfach: Wenn Ihre Freundin zwei Fernseher besitzt, war das bisher verboten. Bald ist es egal. Sie müssen einfach nur noch zahlen. Aber eben jeden Monat auf ein anderes Konto.« – »Geht es da um die Lohnsteuerkarte?« fragt die Übersetzerin. »Ja«, improvisiert Quex, »die Lohnsteuerkarte wird einfach mit Ihren Gebühren verrechnet. Sie dürfen künftig für jeden Haushalt einen Volksempfänger besitzen. Sagen wir, Ihre Freundin hatte bisher drei Fernseher und zwei Haushalte in ihrer Wohnung, dann ist das künftig ein Haushalt zuviel.« Die alte Frau nickt verständig und übersetzt den Quatsch beflissen (»Lohnsteuerkartotschka«); die Nachbarin strahlt uns verwirrt an, nimmt aber eine Rose: Die vage Aussicht, daß ihr Viertfernseher bald von der Miliz abgeholt wird, scheint sie zu erleichtern.

»Bitte lassen Sie mich in Ruhe«, scheint dieser Blick zu sagen
Sie nimmt eine weiße Rose – sehr verdächtig…
»Sie sehen seriös aus!« Die GEZ dankt für das Kompliment
Auch Streifenhörnchen freuen sich über gebührenfinanzierte Blumengrüße

Übermäßiger Respekt einerseits, panische Angst andererseits – den Bewohnern des Hauses im Schwarzerlenweg scheint noch nicht ganz klar zu sein, welche Emotionen für den neuen Auftritt der Terrororganisation GEZ angemessen sind. Die Kleiderordnung ist allerdings klar – die Fernsehpolizei kann man auch in Unterwäsche und blind wie ein Maulwurf empfangen. »Hören Sie, ich sehe nichts! Ich sehe hier nur zwei dunkle Gestalten!« jammert Herr F., als er uns nach energischem Klopfen die Tür im Hemd öffnet. »Keine Angst, wir sind nur von der GEZ«, beruhigen wir ihn. »Wir wollen Ihnen erklären, wie Sie künftig auch legal fernsehen können.« – »Ich habe geschlafen«, lügt F. panisch, »fernsehen kann ich gar nicht mehr.« – »Aber das ist doch ein Fernseher dort hinten!« stellt Inspektor Landa kritisch fest. »Ich sehe nichts«, behauptet der Unterhosenmann, »mein Nachbar muß mir die Post vorlesen.« – »Haben Sie vielleicht ein Radiogerät?« fragt Quex. »Das müssen Sie uns ab 2013 nämlich auch nicht mehr sagen.« Dieses Argument verfängt; F. läßt sich die lesensunwerte Broschüre reichen und verspricht, sie sich von seinem Nachbarn beim nächsten Fernsehabend vorlesen zu lassen.

»Verschwinden Sie!«

Hinter der nächsten Tür rumpelt es eine Weile, dann tritt ein leicht alternativ dreinblickender Mann heraus, ein froh leuchtendes Weiblein an der Hand. »Meine Mutter ist 87«, entschuldigt er sich. »Sie war eben im Krankenhaus, jetzt ist sie verwirrt. Sie müssen verzeihen, daß wir nicht gleich aufgemacht haben...« – »Kein Problem, Hauptsache, Sie füllen jetzt den Meldebogen aus.« – »...oft kommen irgendwelche zwielichtigen Leute zu ihr an die Tür. Aber Sie sehen ja seriös aus, ich dachte zuerst, Sie wären von der Heilsarmee. Aber die GEZ«, sagt er mit einem anerkennenden Blick auf die Runen unserer Aufschläge, »die GEZ, die kennt man, die ist seriös!« Wünsche und Anregungen zum TV-Programm hat er keine, nur »alte Filme« würde er manchmal gerne sehen. »Aus den Dreißigern und Vierzigern?« fragt Landa nach. »Ja, genau!« meint er. »Wir geben es weiter«, sagt Landa und schlägt die Hacken zusammen. »Ich komm gleich mit Ihnen mit«, murmelt der Cineast. Routiniert sperrt er seine Mutter in der Wohnung ein und geht mit uns zum Lift.

Es war ein anstrengender, aber erfolgreicher Tag für die GEZ! Das neue Konzept lückenloser Beobachtung aller Haushalte, gepaart mit autoritärem Auftreten und überraschenden Blumengaben, hat sich bewährt. Und auch draußen schwappt uns noch Bewunderung entgegen. »Ey, ihr seid ja gut angezogen!« trötet eine Gruppe Jungtürken und folgt uns ins Stehcafé am Griesheimer Bahnhof. »Die sehen aus wie von der SS«, flüstert es anerkennend vom Nebentisch. Das mag stimmen. Doch für Sendungen wie »Tim Mälzer kocht«, »Tigerentenclub« und »Giraffe, Erdmännchen & Co.« nehmen wir jeden noch so geschmacklosen historischen Vergleich in Kauf. Denn unsere Ehre heißt: Gebührenkonsolidierung. Und wenn die ganze Welt in Scherben fällt!

 

Leo Fischer / Michael Ziegelwagner, Tom Hintner
Ausstattung: Theaterkostüme Jansen

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Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
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Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 20.04.:

    Der WDR checkt zur NRW-Landtagswahl den PARTEI-Kandidaten Keno Schulte.

  • 20.04.:

    Stern.de über eine Hannoveraner Ausstellung von Wenzel Storch.

  • 12.04.:

    Mit der "Zeit" spricht F. W. Bernstein über Lyrik, Sinn und Gruppenarbeit.

  • 31.03.:

    "Hauptsache Kultur" vom HR besucht TITANIC und befragt Tim Wolff zu Erdoğan, Trump und Co.

  • 30.03.:

    Mark-Stefan Tietze berichtet im Neuen Deutschland von Florian Silbereisens "Schlagercountdown".

Titanic unterwegs
24.04.2017 Tübingen, Zimmertheater
  Max Goldt
25.04.2017 Reutlingen, Franz K
  Max Goldt
26.04.2017 CH-Basel, Parterre
  Max Goldt
26.04.2017 Berlin, Brecht-Haus
  Gerhard Henschel, Kurt Scheel

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Briefe an die Leser

 Elffacher Surfweltmeister Kelly Slater!

Von Ihrem Berufsstand erwartet man ja nie sonderlich erhellende Statements, aber mußten Sie nach der tödlichen Haiattacke auf einen Kollegen bei La Réunion im Indischen Ozean wirklich »ein Abschlachten von Haien« fordern?

Gerechtigkeit geht doch so, Slater: Wenn Sie und Ihre Kumpane sich im Meer, angestammte Heimat und Jagdrevier der Haie, herumtreiben, sind Sie dort als Eindringlinge auf eigenes Risiko unterwegs. Kommen allerdings die Haie zu Hunderten aus dem Meer auf den Strand hochgewandert und wollen unsere Babes in die Beine beißen, dann dürfen Sie zu Recht mit dem Abschlachten beginnen und die bösen Fische mit Ihrem Board erschlagen.

Deal? Titanic

 Harald Martenstein!

»Über Widerspruch, Zweifel und Humor« betitelten Sie eine Ihrer Kolumnen und merkten darin an: »Ich kann nicht in jeder Woche etwas Lustiges schreiben.« Kein Problem, aber einmal im Leben wäre ja wohl nicht zuviel verlangt! Titanic

 Seit uns neulich, ZDF,

in Deiner Mediathek nebeneinander die Episoden »Unter Druck« aus der neuen Staffel von »Bettys Diagnose«, ebenfalls »Unter Druck« aus der Serie »Der Kriminalist« und schließlich »Jetzt oder nie« (»Die Bergretter«) angepriesen wurden, sorgen wir uns ein bißchen, ob uns demnächst aus Mainz die Themenwoche »Burnout« ins Haus bzw. Fernsehkastl steht.

Plädiert, wie auch sonst bei Dir, auf »nie«: Titanic

 Ale-oh, Mats Hummels!

Ale-oh, Mats Hummels!

Wie furchtbar, daß »der Umgang mit den Spielern in den vergangenen neun, zehn Jahren immer respektloser geworden ist«. O mei! »Die Hemmschwelle, Spieler zu beschimpfen oder zu beleidigen, liegt immer niedriger«, so klagten Sie es »Sport Bild« kürzlich. Und woran’s liegt, wissen Sie, Hummels, der Sie ja mindestens so clever wie der Müller-Thomas sind, auch: »Auf uns, Trainer wie Spieler, projizieren viele Fans ihren Frust und werden ausfallend. Das äußert sich dann eben in Beleidigungen oder, noch schlimmer: sogar in Spuckattacken.«

Nicht, daß wir uns falsch verstehen: Für Fußballfans haben wir ebensowenig übrig wie Sie, Herr Abwehrchef. Daß aber arme Schlucker, die ihr weniges Geld zusammenkratzen, um in einem perversen Eventtempel voller Automarken und der Reklameshow sonstiger Großkonzerne einen Haufen Multimillionäre anzufeuern, bisweilen auch mal frustriert Lust darauf haben, dem Klassenfeind und Ausbeuter auf die Mütze zu spucken, möchten wir nicht mal mit einer gelben Karte ahnden. Geschweige denn als Tätlichkeit strafen.

Aus dem Mittelfeld deklassieren Sie Ihre Dribbler von Titanic

 Peng, Andreas Schwer!

Sie sind Manager bei der feinen Waffenschmiede Rheinmetall und, hihi, beschwerten sich kürzlich darüber, daß man aufgrund »rigider Kontrollregimes« kaum noch in »strategische Wachstumsregionen wie den Nahen Osten exportieren« könne. Und mal ehrlich, das geht zu weit. Wo es schon eine so vortreffliche Wachstumsregion für Mordwerkzeug gibt, soll man da nicht hinliefern dürfen?

Aber zum Glück haben Sie schon einen Plan, wie wir dem »Stern« entnehmen: Was Sie nicht exportieren dürfen, möchten Sie »einfach vor Ort« neu entwickeln. Panzer und Munition zum Beispiel, und die türkische Partnerfirma gehört sogar einem »glühenden Erdoğan-Bewunderer«. Deutsche Manager hält eben nichts auf. Ha!

Vorerst also beruhigt: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Göttlich

Aufgrund eines Mißverständnisses gab es in der WG meiner Freundin vor kurzem einen großen Kartoffelüberschuß. Es wurde darüber diskutiert, was nun mit den ganzen Kartoffeln angestellt werden sollte. Schnell kamen wir auf »Himmel und Erde«, wobei meine Freundin der Meinung war, für das Gericht müßten Zwiebeln, Äpfel und Kartoffeln gemeinsam gekocht und dann zermatscht werden, während ihr Mitbewohner sich sicher war, daß Zwiebeln und Äpfel gebraten werden müßten und nur die Kartoffeln püriert würden. Nach einigem Hin und Her hatten sie zwar keinen Konsens gefunden, dafür aber eine wichtige Lektion fürs Leben gelernt: Von Himmel und Erde hat jeder seine ganz eigene Vorstellung.

Ernst Jordan

 Apathie im Alltag

Sagte neulich auf einer Party ein Typ im Überschwang: »Der Mann hat das Haus komplett mit den eigenen Händen erbaut!« Parierte ungerührt sein Gegenüber: »Hat der denn sonst keine Interessen?«

Theobald Fuchs

 Marktforschung

Placebos haben als Ersatzpillen wohl erst dann eine Chance, wenn sich die Probanden neben der beabsichtigten Wirkung des Testmedikaments auch sämtliche Nebenwirkungen einbilden.

Jonny Rieder

 Lifehack

Als immer wieder mal von Depressionen geplagter Mensch bin ich stets auf der Suche nach Gelegenheiten, mein Dasein bekömmlicher wirken zu lassen. Mein neuester Geistesblitz: Während der Teezubereitung REO Speedwagon’s »Can’t fight this feeling anymore« laufen lassen. Da sowohl die Tasse Ingwer-Zitronen-Tee als auch die 80er-Power-Ballade grob fünf Minuten brauchen, freue ich mich anschließend nicht nur über das fertige Heißgetränk, sondern auch darüber, daß der Song endlich vorbei ist.

Nils Laaser

 Beruhigend (1756-1763)

Als studierter Historiker kann ich allen Menschen, die sich davor fürchten, daß demnächst der dritte Weltkrieg ausbricht, eine sehr erfreuliche Mitteilung machen: es ist der vierte.

Andreas Maier