TITANIC Buchmesse

Allah ist mit den Unähnlichen

Wie TITANIC einmal versehentlich 2,5 Billionen Muslime beleidigte

 

Türkische Medien berichten von einem »unglaublichen Wettbewerb«, der ­Spiegel von einer »Provokation«, die iranische Nachrichtenagentur IRNA gar von einem »Kanzlerkandidaten Steinmeier« – was steckt wirklich hinter dem gefährlichsten ­Ereignis des Oktobers, was steckt hinter dem legendären »Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb«? Eine Chronik der Ereignisse

Irgendwann im September

»Um Himmels willen«, gellt ein ­Aufschrei durch die Räume der TITANIC, als Redaktionsassistentin Staniewski irrtümlich in den Kalender blickt, »nächsten Monat ist ja schon Buchmesse!« Hektik bricht aus; ­Hektik in ihrer gemächlichsten Form. Wie jedes Jahr hat TITANIC eine Buchmessenlesung zu organisieren, in der die besten Satiriker des Landes zu einem »Ähnlichkeitswettbewerb« genannten Wett­lesen antreten – im gleichberechtigten Kampf um die schönsten Buchverträge und die dicksten Frauen. Wie jedes Jahr muß aber auch ein Namenspatron gefunden werden, ein Bestsellerautor, dem es nachzueifern gilt – wie die Jahre zuvor dem koreanischen ­Politiker Kim Jong-il oder dem britischen Diktator Harry Potter. Die Redaktion entscheidet sich für den beliebtesten Schriftsteller des Gastlands Türkei: für ­Mohammed, den Verfasser des Korans. Einen ­schönen Veranstaltungsort hat man schon: das neugegründete Museum für Komische Kunst Frankfurt, das auf diese Weise auch als Veranstaltungsort eingeweiht würde. Geschwind wird eine Anzeige für den Wettbewerb entworfen, die es gerade noch so ins Oktoberheft schafft.

1.10.

Das Museum für Komische Kunst wird festlich eröffnet; der Pressemappe liegt die Anzeige als Flyer bei. Die arabische Welt bleibt ruhig.

5.10.

In einem selbst für die schmierigen Briten besonders deutschenfeindlichen Artikel berichtet der Telegraph über die Eröffnung und weist auf den Wettbewerb hin: »Diese Idee wird die drei Millionen deutsche Muslime wohl kaum amüsieren.« Gut, daß die kein Englisch können!

6.10.

Das Museum für Komische Kunst erhält ­einen kurzen Anruf der regierungsnahen Türkenzeitung Sabah. Findet dieser Wettbewerb wie geplant statt? fragt Ankara. Ja, sagt Frankfurt. Ein Fehler.

7.10.

In der TITANIC-Redaktion heißt es zu ­diesem Zeitpunkt noch: business as usual. Das Thema »Finanzkrise« soll in diesem Heft »ganz groß rauskommen«, wie das in der Medienbranche heißt. Die beiden jung­gebliebenen Nichtsnutze Gärtner und ­Nagel sind wie immer auf Zack, sitzen wie zwei versteinerte Kugelfische vor ihren Rechnern und warten auf den Feierabend.
Zur selben Zeit erscheint in Sabah ein vorbildlich schlecht recherchierter Artikel, der Sprengstoff verspricht: »Die Karikaturen, die im Jahre 2005 in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten veröffentlicht wurden, hatten für monatelange Proteste gesorgt. Noch bevor deren Wirkungen abgeklungen sind, läuten die Glocken einer erneuten ­Krise. Das Museum ›Caricatura‹ in Frankfurt bereitet einen unglaublichen Wett­bewerb vor: einen Mohammed-Ähnlichkeits-Wettbewerb. Die neun Wettbewerber werden im Museum auf eine Bühne steigen, die ­eigens dafür aufgestellt wurde. In ­Begleitung der Zuschauer werden Koran-­Suren vorgelesen.«

8.10.

Ein Anruf in der TITANIC-Redaktion: Frau Duygu Guvenc von Sabah ist dran. Sie ­brauche dringend etwas Öl, das sie ins ­Feuer gießen könne, sagt sie sinngemäß. Nachdem das Telefonat an der Sprachbarriere scheitert (»Is this Titanic a provocation? – No, this ­Titanic is a redaction«), wird auf E-Mail-Verkehr umgestellt. »Be sure that turks take it as serious :-)«, schreibt Frau Guvenc. Noch nie wirkten Smileys bedrohlicher.
Durch konzentriertes Intensivgoogeln entdeckt die Redaktion den Artikel vom Vortag. Der türkischstämmige Satiriker ­Osman Engin, der ebenfalls an dem Wettbewerb teilnehmen will, übersetzt am Tele­fon und stutzt erstmals: »Oh, die Kommentare sind aber nicht sehr freundlich.«
Erfreut über das Interesse der Türken, beschließt die Redaktion, auch den amtierenden Präsidenten Abdullah Gül (Tel:+90 312 470 23 45) zur Lesung zu laden
(»…the monthly German newsmagazine ­TITANIC will hold a cultural and religious conference. It would mean boundless ­pleasure to us if you or a representative of your esteemed country would care to join«); eine Kopie der Einladung geht an Al-Dschasira. Schon kurz darauf stellt ein ­»Leser-Artikel« der Zeit die richtigen ­Fragen: »Was darf Satire? Was leistet Satire? Welches satirische Schwert ist gegen den ­gordischen Knoten eines gesellschaftlich-religiösen Dissenz’ (sic) zu führen?«

9.10.

Osman Engin ruft in der Redaktion an. Er habe viele Telefongespräche geführt, mit Lesern, auch mit Frau Guvenc. Ihn plagten heftige Gewissensbisse, er wisse nicht mehr, ob das alles noch »richtig« sei, in jedem Fall wolle er nun nicht mehr teilnehmen.
In einem Krisengespräch initiiert der sensible Ko-Organisator Oliver Maria Schmitt die Suche nach einem Ersatzmann: »Tja, wer macht uns nun den Quotentürken?«

10.10.

Der türkische Botschafter in Berlin, Ahmet Acet, verfaßt eine formelle Protestnote an den deutschen Außenminister. Der Frankfurter Generalkonsul Bogaç Güldere schreibt an die Stadt Frankfurt, »im Rahmen der türkeibezogenen Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse sei diese Veranstaltung nicht gern gesehen« (Sabah). Aus Messekreisen heißt es gerüchteweise, Gül ­mache seinen Frankfurtbesuch davon abhängig, ob der Wettbewerb abgesagt wird. Der Vize­konsul führt ein erregtes Telefonat mit dem Museum. Warum man denn nicht wenigstens einen Atatürk-Wettbewerb draus gemacht hätte?
Als würden wir uns trauen, den großen Staatsmann und Kemalisten derart zu veralbern!
Die Suche nach »dem Türken« gestaltet sich indes schwer. Die Agentin des Frankfurter Kabarettisten Sinasi Dikmen reagiert überraschend unwirsch auf die Frage nach »einem Ersatzquotentürken«. Feridun Zaimoglu würde gerne, kann aber nicht; und die Eigenwerbung des Schriftstellers Selim Özdogan ist so unheimlich, daß wir uns nicht mal anzurufen trauen (»Die Worte erzeugen Klang und der Klang hallt manchmal nach und schafft eine Verbindung zwischen Menschen. Eine Lesung kann vieles sein und das ist eine Möglichkeit, die Selim versucht zu verwirklichen«).
Abends trifft sich die Redaktion im »Museum der Weltkulturen«, wo die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Ausstellung türkischer Karikaturen eröffnet. Auf dem Weg dorthin summt Tom Hintner einen alten Schlager: »Es gibt kein Bier im Islam / es gibt kein Bier / drum geh ich nicht zum Islam / drum bleib ich hier. / Es gibt kein Bier im ­Islam, kein’ Alkohol / Und nur mit Allah, ­Allah fühl ich mich nicht wohl!« Die anwesende Vertreterin der Ebert-Sektion Ankara ist von der Idee des Ähnlichkeitswett­bewerbs wenig begeistert, da er dem Gedanken der Ebertverständigung widerspricht. Zudem ist das Stiftungshaus in Ankara leicht entflammbar.

»Halten Sie diese Beleidigung für eine Beleidigung?« – RTL fragt nach

11.10.

Eine E-Mail der Buchmessenleitung liegt im Redaktionsbriefkasten. Neben Gül protestiert nun auch Holger K. gegen den Wettbewerb: »Da dieses Vorhaben das aus meiner Sicht bisher ohnehin schon unterirdische Humor-Niveau des Magazins bei weitem unterbietet, möchte ich Sie sehr bitten, hier als Veranstalter der Buchmesse – ohne jetzt eine politisch oder religiös motivierte Diskussion zu führen – maßregelnd einzugreifen.« Die Veranstaltung ohne Diskussion absetzen – wünscht sich das nicht heimlich auch der freundliche Herr vom LKA Wiesbaden, der nachmittags anruft, um sich über den Wettbewerb zu informieren? ­Sagen darf er es leider von Amts wegen nicht, deswegen vereinbart er einen sog. Sensibilisierungstermin.
In Sabah steht derweil: »Der türkische Schriftsteller Osman Engin, einer der neun Künstler, die an dieser Veranstaltung teilnehmen sollten, hat seine Teilnahme abgesagt. ›Ich möchte nicht, daß mein Name im Zusammenhang mit einer solchen Veranstaltung in Verbindung gebracht wird. Das hat mit meinem Humorverständnis nichts gemein.‹« Ob man ihm glauben wird?

12.10.

Mit Hartmut El Kurdi sagt auch der letzte Osman-Engin-Ähnlichkeitskandidat ab. Auf Engins Homepage steht inzwischen: »Osman Engin nimmt an dem ›Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb‹ der Zeitschrift ­Titanic NICHT teil! An so einer Veranstaltung wollte er auch NIE teilnehmen!« ­
TITANIC-Sicherheitsminister Hardy Burmeier holt aktuelle Preisinformationen für Panzerwesten ein (einfacher Rumpfschutz ohne Rücken oder Armteil 1000 Euro Minimum, für Schrapnelle übernimmt die Firma keine Haftung).

14.10.

Ein Abgesandter der Kriminalpolizei Frankfurt prüft das Museum für Komische Kunst auf Explosionsfestigkeit. Zu rechnen sei während des Abends mit einer »kleinen Hundertschaft« vor der Tür sowie einer weiträumig kontrollierten Innenstadt, um spontane Ansammlungen von satire­interessierten Museumsbesuchern rechtzeitig sprengen zu können. In der ­Redaktion treffen wütende Protestmails ein – so etwa von Dominik S.: »Ist es möglich, Karten für den Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb zu bestellen, wenn ja wo? Lasse mir extra einen Vollbart wachsen.« Das haben wir nicht gewollt!

15.10.

Redaktionsdiplomat Fischer macht sich auf ins Museum, wo ihn drei Beamte vom LKA Wiesbaden und Dr. Jan Gerchow, der Direk­tor, zum Gespräch erwarten. Noch bevor die Kommissare anfangen können, Fischer mal so richtig durchzusensibilisieren, sagt ­Gerchow die Veranstaltung schon ab – aus »konzeptionellen Gründen«. Mit der ­Absage Osman Engins sei »das inhaltliche Gleichgewicht« gefährdet, eigentlich wäre die Reihe der Wettbewerber »paritätisch mit Türken und Deutschen« zu besetzen ­gewesen. Der Einwand, die ganze Veranstaltung habe mit Muslimen nur den Namen gemein, ansonsten sei das eine ganz gewöhnliche Lesung, verfängt nicht, denn »das Kind ist schon in den Brunnen gefallen«. Zu einer gemeinsamen Presseerklärung von TITANIC und dem zuständigen Historischen Museum Frankfurt (Gerchow: »Wir sind Partner«) kommt es heute nicht mehr, die drei konzeptionellen Gründe verabschieden sich gen Wiesbaden.

16.10.

Um halb sieben Uhr morgens stürmen die Handwerker des türkischen Bauunternehmers Y. die Redaktion, in der gerade diverse Buchmessengäste nächtigen, und beginnen, im Rahmen einer »Renovierung« genannten Gewaltexplosion alles auseinanderzunehmen. Ist das schon Terror?
Die Suche nach alternativen Veranstaltungsorten läuft derweil auf Untertouren. Ein Frankfurter Nachtklub sagt zunächst zu; das Interesse läßt jedoch schlagartig nach, nachdem er für die Sicherheitslage sensitivisiert worden ist. Spontan bieten eine Bar in Messenähe, eine Kirche im Riederwald und sogar ein islamischer Kulturverein ihre Hilfe an; Hilfe, die natürlich nicht umsonst sein kann. Dabei ging es uns doch allein darum, selber Geld zu kriegen!

17.10.

In der kuweitischen Zeitung Al-Watan schreibt der beliebte Scheich und Video­blogger Nabil Al-Aswadhi sinngemäß: »Gott wird die Muslime strafen, wenn sie diesem Wettbewerb nicht mit allen Mitteln Einhalt gebieten.« Das Leserforum der bangladeschischen Zeitung Al-Baiyinaat hingegen sieht es so: »All the leaders of the Muslim countries should call the German ­Ambassador to stop that competition. All Muslims should boycott German products in response of the protest. It is the sacred duty of Muslims to slain all the illegitimate guys involved in this arrangements. We will specially reward him who will be able to punish those devils.«
Schreiben Sie dem deutschen Botschafter, bringen Sie alle Beteiligten um und gewinnen Sie ­einen tollen Preis! Eine ­wohlüberlegte Stellungnahme, welche die an der Lesung gänzlich unbeteiligten Grafiker Werner und ­Hintner auf ganz neue Ideen bringt – ­bewegen sich Kopfgelder aus Bangladesch doch traditionell im hohen zweistelligen Euro­bereich! Die beiden altgedienten Layout­söldner entsichern ihre Waffen; die Schreie aus der Redaktion hört man im türkischen ­Konsulat nebenan mit Behagen.

18.10.

Die Frankfurter Rundschau meldet die Ab­sage der gesundgeschrumpften Redaktion. In einer Pressemitteilung will Tom Hintner vor allem nach vorne blicken: »Wir begeben uns nun auf den langen Marsch zum Mao-Zedong-Ähnlichkeitswettbewerb 2009.« Mal sehen, welcher Sack Reis dann umfällt.

 

Leo Fischer

 

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Martin Sonneborn, Andreas Coerper: "Heimatkunde — Eine Expedition in die Zone" (signiert)
Für seinen Film "Heimatkunde" unternahm ZDF-Herausgeber und TITANIC-Reporter Sonneborn eine großangelegte Safari ins Berliner Zonenrandgebiet. Alle Fragen, die schon der Film offen ließ, werden im dazugehörigen Buch ebenfalls nicht beantwortet, dafür aber mit neuen Bildern und einem interessanten Soundtrack unterlegt. Da heißt es zugreifen!Stephan Rürup: "Basteln mit Bier" (signiert)
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Wiglaf Droste: "Der Ohrfeige nach"
"Ein Jahr ohne neues Drostebuch ist ein verlorenes Jahr", lautet eine alte Indianerweisheit, die "Häuptling eigener Herd" (= W. Droste) seit gut zwei Jahrzehnten beherzigt. In dieser Geschichten- und Glossensammlung nimmt uns der gemütliche Wüterich mit auf eine Reise zu abgedroschenen Phrasen ("jmd. mit auf die Reise nehmen"), schändlichen Servicewüstensöhnen und den allerletzten Medien- und Werbeauswüchsen. Merke: Der Großstadtalltag im 21. Jahrhundert ist schwer erträglich – mit Wiglaf Droste als Gefährte aber wenigstens unterhaltsam.Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundgeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Katz+Goldt: "Der Baum ist köstlich, Graf Zeppelin"
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TITANIC-Postkarten -- die schönste Art, einem ganz speziellen Menschen zu sagen: "Hallo." Mit diesem Abo erhalten Sie nicht weniger als 15 wahllos aus der Ramschkiste gezogene TITANIC- und PARTEI-Karten, über die man immer und immer wieder lachen kann. Damit nicht genug: Das Original-TITANIC-Kult-Feuerzeug gibt es als kostenlose Gratisprämie obendrauf! (Ach ja, und diesen Ziegelwagner-Roman da kriegen Sie auch noch.)
Zweijahres-Abo: 86,40 EUR (Ausland: 106,80 EUR)Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels"  (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W.  Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben,  die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das  "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen  Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht  für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Heiko Werning: "Im wilden Wedding"
Das letzte echte Krisengebiet in Deutschland - keiner kennt es so gut wie Heiko Werning, denn er "lebt" seit über zwanzig Jahren ebendort. Was sich Tag für Tag zwischen Privilegierten-Spätshops und Prekariats-Kitas, zwischen Ghettoisierung und Gentrifizierung in Berlins Gruselbezirk Nr. 1 abspielt, hat der Survivalexperte Werning in diesem Geschichtenbüchlein versammelt (Arbeitstitel: "My Big Fat Krieg im Wedding").Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Leo-Fischer-Nostalgie-Abo: "Generation Gefällt mir" (handsigniert) und 1 Papst-Poster (gefaltet)
Leo Fischer, heute hauptberuflich Biertrinker, Bahnfahrer und Bahntrinker, war bis vor kurzem der "wichtigste Chefredakteur des Landes" (Zitat Fischer). Tausende Abonnenten beugten sich seiner Macht, kündigten fristlos. Als sein Stern am höchsten stand, verfaßte er mit "Generation Gefällt mir" einen legendären Ladenhüter voll Internetblödsinn, den Sie hier handsigniert erhalten. Außerdem kredenzen wir Ihnen den beliebtesten TITANIC-Titel der Ära Fischer als fertig gefaltetes Poster mit vier rechten Winkeln. Zuschlagen!Björn Högsdal, Johanna Wack (Hrsg.): "Last Exit Babyklappe"
 "Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind." Gut, das mag vielleicht die naive Meinung des warmherzigen Menschenfreunds Arthur Schopenhauer gewesen sein – die Autoren von "Last Exit Babyklappe" wissen es besser. Denn: Sind unsere Jüngsten nicht vielmehr lebendige Foltergeräte? Glatzköpfige, inkontinente, schreiende Schrumpelwesen, und also schon bei der Geburt reif fürs Altersheim? Antwort: ja. Es berichten u.a. die TITANIC-Autoren Anselm Neft, Björn Högsdal, Volker Surmann, Heiko Werning und Torsten Wolff!Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – –und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Pit Knorr: "Mallorca: Insel der Inseln" plus TITANIC-FeuerzeugDer TITANIC-Gründer und Wahl-Mallorkese Pit Knorr signiert dir sein Buch »Mallorca: Insel der Inseln« – und spendiert dir noch ein TITANIC-Feuerzeug, damit du’s auch zu Hause mallorquinisch warm hast!Ella Carina Werner: "Die mit dem Bauch tanzt"Wenn sie mal  nicht schwanger ist, schreibt sie wie der Teufel: die Hamburger  Satirikerin Ella Carina Werner publizierte in TITANIC über  bulgarische Flüche und das Elend der Kleingartenfavelas. In ihrem  ersten Roman schildert sie den Aufstieg ihrer Mutter von der  braven Hausfrau zur geheimnisvollen Bauchtanz-Exotin "Shazadi",  die ganz Ostwestfalen um den Verstand bringt. Und die Leserschaft  ihrer Tochter gleich mit!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Bild-Leser beschimpfen TITANIC-Redakteure, live am Telefon
Mit einer präzisen Bestechungsaktion ermöglichte TITANIC das Sommermärchen der WM 2006, die Rettung des deutschen Fußballs und der gesamten Nation. Nicht alle waren davon begeistert – wie die auf dieser CD gesammelten schönsten Wortmeldungen engagierter Bild-Leser (»Sie sind ein ganz großes Schwein, die Titanic!«) belegen.
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 01.04.:

    Über sein zehnjähriges China-Jubiläum und mehr spricht Christian Y. Schmidt mit 21China.

Titanic unterwegs
04.04.2015 Alf, Haus Waldfrieden
  Pit Knorr, Oliver Maria Schmitt, Hans Zippert
07.04.2015 Zürich, Kaufleuten
  Max Goldt
07.04.2015 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Royale
08.04.2015 Bern, Schlachthaus
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Sächsische Polizisten!

Im vergangenen Jahr, lesen wir, sind gegen Euch insgesamt 182 Verfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet worden. Verurteilt wurde kein einziger von Euch, ein Großteil der Verfahren wurde schon vor Anklageerhebung eingestellt. Nun fragen wir empört: Was ist denn das für eine korrupte Willkürjustiz? Wer bitte hat all diese Verfahren überhaupt erst zugelassen, wo sich doch schon nach sagenwirmal zehn, zwölf Fällen abgezeichnet hat, daß Ihr, sächsische Polizisten, zu Körperverletzungen im Amt schlechterdings unfähig seid? Zumal bereits im Jahr 2013 von 144 Beschuldigten lediglich einer schuldig gesprochen wurde, was als vernachlässigbare Standardabweichung durchgehen mag. An die seelische Belastung, die mit solchen Hexenjagden einhergeht, denkt natürlich wieder niemand!

Außer Eure Knüppelfreunde auf der Titanic

 Hallo »Graf«! Hören Sie?

Sie hatten ja letztens angekündigt, sich ins Privatleben zurückzuziehen, und unserer Hoffnung Ausdruck gegeben, Sie würden dann »sicher in ein großes Loch fallen«. Wie ist es denn da unten so? Hallo? Hören Sie uns? – Nein? Wir Sie auch nicht!

Das ist schön.

Finden die Heiligen auf der Titanic

 Schriftstellerin Yasmina Reza!

Als Kind waren Sie eine Außenseiterin und hatten keine Freunde, wie Sie der SZ verrieten. Diese unglückliche Kindheit sei heute ein unschätzbarer Vorteil, denn »man führt ein schöneres Leben, wenn man keine glückliche Kindheit hatte. Weil man sich immer danach zurücksehnen würde«. Das ist doch mal eine interessante Lebensweisheit! Und wie haben Sie nun selbst Ihre Kinder aufgezogen? »Indem ich sehr darauf geachtet habe, meinen Kindern nicht das anzutun, was mich als Kind unglücklich gemacht hat.« Wie nun, Frau Reza? Sollen Ihre Kinder kein schönes Leben als Erwachsene haben? Ewig sich nach ihrer glücklichen Kindheit sehnen und daran zugrundegehen? Wie kann eine Mutter ihren Kindern nur so etwas antun!

Unglückliche Grüße der Götter des Gemetzels auf der Titanic

 Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln!

Sie haben sich nach dem Frühjahrstreffen der Deutschen Bischofskonferenz im Kölner Domradio beschwert, daß es »noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar gewesen« wäre, »daß Bischöfe, manchmal sogar während der Beratungen, auf ihrem Handy rumsurfen«.

Man brauche aber, so Sie weiter, »nach wie vor das Gespräch von Mensch zu Mensch« und vor allem natürlich »eine gute Kommunikation mit Gott, der, salopp gesagt, immer on ist«.

So wird es sein, Woelki, aber haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, daß ER auch einen unfehlbaren Spam-Filter und eine ebensolche Ignore-Liste Sein eigen nennt und Ihnen deshalb noch nie geantwortet hat?

Saloppe Grüße: Titanic

 Werter Joachim Gauck!

Bei der Trauerfeier für Ihren Amtsvorgänger Richard von Weizsäcker verkündeten Sie u.a. folgendes: »Im Grundgesetz ist nicht vorgeschrieben, daß ein Bundespräsident eine moralische Instanz zu sein hat. Es ist auch nicht vorgeschrieben, daß er intelligent sein, der sittlichen Vernunft folgen und auch noch durch gute Reden überzeugen können soll.«

Ach, Gauck! Können Sie denn nicht einmal bei einem solchen Anlaß über etwas anderes reden als sich selbst?

Fragt pietätvoll: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vom Schreibanlaß

Das ist natürlich noch kein Anlaß für eine Geschichte, daß man nach schwerster Trinkerei in einem Hotel davon geträumt hat, man sei nachts aufgestanden, aus dem Zimmer getreten und sodann vollkommen verloren gewesen, weil hinter einem die Zimmertür ins Schloß gefallen sei und man auch schon gar nicht mehr gewußt habe, welche Tür die richtige sein möge, und also einfach auf Verdacht mal an vielen verschiedenen Türen erfolglos geklopft habe; dabei mußte man doch so dringend mal pinkeln und habe das dann kurzerhand auf dem Hoteldach erledigt, dabei mit einer Hand die Notausgangstür offen haltend, während man barfuß auf nassem Kies sich erleichtert und alsdann den Entschluß gefaßt habe, trotz aller Scham jetzt zum Nachtportier zu schleichen, um eine Ersatzschlüsselkarte zu erbitten; sich also traumwandlerisch mit dem Aufzug nach unten begeben habe, direkt gegenüber der Rezeption jedoch aus lauter Panik im offenen Aufzug stehen geblieben und zur Beruhigung erst mal wieder nach oben gefahren sei, um schließlich festzustellen, daß es wohl doch keinen anderen Ausweg gebe, und man also kurz nach dieser ersten Erscheinung ein zweites Mal vor dem Nachtportier gestanden sei, der nach knapper Erklärung ohne Probleme eine neue Schlüsselkarte ausgestellt habe. Natürlich ist das auch dann noch kein Anlaß für eine Geschichte, wenn man kopfschwer aufschreckend im Hotelbett erwacht und die Bilder dieses Traums noch sehr real vor Augen hat. Ein Schreibanlaß ergibt sich allerdings zweifellos, wenn man nach langem Duschen und Herumstolpern sowie dem Zusammenklauben von Kleidung, Necessaire, Taschen und allerlei Dingen beim Verlassen des Zimmers zur Kenntnis nehmen muß, daß auf dem kleinen Schreibtisch neben der Schlüsselkarte noch eine Ersatzschlüsselkarte liegt.

Peter P. Neuhaus

 Mehr Auswahl

Für mich fehlt bei der automatischen Telefonansage der Arbeitsagentur, die je nach Anliegen zur Eingabe einer bestimmten Ziffer auffordert, eine ganz wesentliche Option: Wenn Sie absolut keinen Bock auf jegliche Form von Arbeit haben, dann drücken Sie: sich.

Thorsten Mausehund

 Mit dem Raucherbein

Nicht, daß ich besonders abergläubisch wäre, aber im Fußballstadion pflegen mein Sitznachbar und ich seit Jahren ein spezielles Ritual. Zigaretten immer nur bei Ballbesitz der eigenen Mannschaft anzünden, ansonsten bringt der Glimmstengel Unglück. Neulich dann aber der Fehler, schon beim ersten Zug bemerke ich meinen Fauxpas. Na ja, wird ja wohl nicht gerade jetzt schiefgehen, denke ich noch, schon bekommen wir den Ausgleich. Meine Entschuldigung auf den strafenden Blick meines Nachbarn folgt spontan: »Sorry, das Tor geht auf meine Kippe.«

Christoph Koblenz

 Nervenkitzel im digitalen Zeitalter

Unausgeloggt vom Online-Banking direkt auf Facebook gehen.

Tim Wolff

 Das Verbrechen

Mir klaut einer beim Discounter den Pfandbon, als dieser vom Automaten ausgegeben wird. Der Dieb läuft zur Kasse, drängelt sich vor und will ihn einlösen. Ich rufe: »Hilfe, der hat mir den Pfandbon gestohlen!« Die Kassiererin reagiert geistesgegenwärtig und verweigert die Auszahlung. Der Täter flüchtet ohne Beute.

Robert Rescue