Inhalt der Printausgabe

Fünf Leitz-Ordner in Lagos

Auf Staatsbesuch mit Außenminister Steinmeier

 

Obwohl er in der SPD ist, ist er fast so beliebt wie Angela Merkel. Obwohl er gräßlich schielt, halten ihn die meisten für unbedingt seriös. Und obwohl niemand seinen Namen richtig kennt, würde ihn die Mehrheit der Deutschen nach einem grausamen Unfalltod der Kanzlerin sofort zum Regierungschef wählen. Wer ist dieser Fritz-Walter Steinmeier, der seit etwa zwei Jahren auf Kosten des Volkes durch die große weite Welt düst und deshalb als die große silberne Hoffnung der Sozialdemokratie gilt?

 

Die Triebwerke des weißen Challenger-Jets heulen um die Wette, die Tragflächen zittern wie Wackelpudding aus Espenlaub. Eigentlich wäre die elegante Maschine mit dem Luftwaffen-Schriftzug jetzt startklar, von Berlin-Tegel nach Lagos in ­Nigeria soll es gehen, doch wo bleibt Steinmeier? Die Bodyguards neben uns werden rot. Sie haben den Minister angeblich im Duty-Free-Shop aus den Augen verloren; wahrscheinlich am Regal mit den schweren Herrendüften, vielleicht aber auch bei den 400-Gramm-­Toblerones.

Staatssekretäre und Referenten bellen in ihre Mobiltelefone. Muß die Reise, müssen Dutzende von Terminen verschoben oder gar abgesagt werden? Ausgerechnet bei den für ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gefürchteten Afrikanern? Panik liegt in der Kabinenluft, doch nur wenige Minuten später kommt er bereits übers Rollfeld geschlendert, die eine Hand in der Hosentasche, eine prallvolle Einkaufstüte in der anderen, den Mund schokoverschmiert: Steinmeier, der Mann, der sich einfach nicht aus der Ruhe bringen läßt.

Deutschlands beliebtester Bürokrat:

Frank-Wilhelm Steinmeier ist ein Phänomen, ein Ausbund an Gelassenheit und Geduld. Das sagen nicht nur seine engsten Mitarbeiter, sondern alle, die ihn schon mal im Fernsehen gesehen und gleich wieder vergessen haben. Tatsächlich hat Steinmeier im Duty-Free-Shop noch schön gemütlich und selbstverständlich zollfrei eingekauft, hat sich geduldig an der Kasse angestellt und mit penibel abgezähltem Kleingeld bezahlt. Seine Beute: fünf Leitz-Ordner im bewährten Wolken­marmor-Design, zehn graue Durable-Klemmschienen und eine Riesen-Toblerone für zusammen keine zehn Euro. Angesichts dieses Schnäppchens läßt sich der spitzbübisch grinsende Außenminister von uns einige Minu­ten beklatschen, dann gleitet er in seinen weichen Ledersessel und schläft sofort ein.

Das krachende Gewitter nach dem Start, die heftigen Turbulenzen im düsteren Gewölk, sie vermögen Steinmeiers Ruhe nicht zu stören. Selbst sein Schnarchen ist lautlos wie das eines Murmeltiers. »Sein Gehirn rattert aber weiter«, schreit uns einer der Leibwächter zu, um das gewaltige Lärmen des Unwetters und der brausenden Turbinen zu übertönen. »Die eine Hirnhälfte bearbeitet gerade das Abschlußdokument einer Friedensinitiative für den Nahen Osten, die zweite schreibt den Entwurf für eine neue EU-Verfassung. Und die dritte will die SPD von Grund auf neu gestalten und überlegt sich dafür gerade eine neue Organisationsform.«

 


»Beck kann es nicht«, sagt er nachdenklich.


 

Drei Hirnhälften – das erklärt einiges. Denn Nüchternheit und Geduld bilden nur eine Seite des Charakters von Fred-Martin Steinmeier. Die andere Seite besteht aus Geräuschlosigkeit und Effizienz: Was immer er anfaßt, gelingt hundertprozentig, ohne daß es irgend jemand mitbekommt oder auch nur wüßte, worum es überhaupt geht. So klar, strukturiert und langsam, wie er sich bewegt, so führt er auch sein Amt: Eckige Länder kommen in die eine Ablage, runde Länder in eine andere, alles dazwischen in eine dritte. Einmal in der Woche werden sie nach Größe und Bruttosozialprodukt geordnet, neu durchnumeriert und in Leitz-Ordnern abgeheftet. Eine gute Büroorganisation geht ihm eben über alles. Sonst hätte er es als Kanzleramtsminister unter Schröder, »diesem Chaoten«, wie Steinmeier im Rückblick stets sagt, nicht leicht gehabt. Von seiner Zeit als Spitzenbeamter zehrt er übrigens heute noch: Ihr verdankt er das immer noch jugendliche Aussehen, das spitzbübische Grinsen, die sprichwörtliche Gelassenheit. Sechs Jahre Büroschlaf haben dem Mann sichtlich gutgetan.

Steinmeier im Urlaub:

Im politischen Alltag verbirgt der Minister diese hochkomplizierte Seite seiner Persönlichkeit jedoch hinter einer attraktiven Maske aus Silbertolle, Silberblick und runder Klugscheißer-Brille. Auf den vielen Urlaubsfotos, die es von ihm gibt, zeigt er auch gern die süßen Grübchen her, die sich beim spitzbübischen Grinsen auf seinen Mopsbacken bilden. Frauen lieben das, Kinder ebenfalls, und Möpse sowieso. Kein Wunder, daß es der gelernte Schreibtischtäter zu Deutschlands beliebtestem Sozialdemokraten gebracht hat und in Umfragen weit vor dem lärmend-ineffizienten Kurt Beck liegt.

Das hat mittlerweile auch seine Partei verstanden, und so mancher SPD-Funktionär überlegt sich, ob die sonst klar verlorene Bundestagswahl 2009 mit Steinmeier als Spitzenkandidat nicht noch zu retten wäre. An solchen Spekulationen will sich der soeben erwachte Minister natürlich nicht beteiligen. Er sortiert lieber eine Weile seine Augen und heftet die unterschiedlichen Perspektiven in einem Leitz-Ordner ab. Daß sein Verhältnis zu dem Mann, den er in Interviews »Rampen­sau« genannt hat, ungebrochen gut sei, sagt er zögernd und gähnt herzhaft. Niemals habe er »Wampensau« gesagt, das sei eine bös­artige Unterstellung; Beck sei ohne jeden Zweifel der geeignetste Mann der Partei. Nur zwischen den Zeilen vermag man die eine oder andere distanzierende Bemerkung zu vernehmen.

»Beck kann es nicht«, sagt er zum Beispiel nachdenklich und schaut lange Minuten hinter einer langbeinigen Stewardeß her bzw. mit dem anderen Auge gelangweilt aus dem Fenster. »Jemanden mit bloßen Händen zu erwürgen und in kleine Fleischfetzen zu reißen – Beck kann es nicht.« Und dann gibt er – vermutlich in Anspielung auf den gelernten Beruf des Parteifreunds – einen Witz zum besten: »Was ist der Unterschied zwischen Milchreis und einem Elektriker? Auf dem Milchreis liegen Zucker und Zimt, der Elektriker liegt im Zimmer und zuckt!« Stunden später, als der Jet zum Landeanflug auf den Flughafen Lagos ansetzt, lacht Steinmeier immer noch still in sich hinein.

 

Fairer Handel: »...und haben Sie bitte viel Freude an der restlichen Toblerone!«

Tscheng-derassassa! Tscheng-de­rassassa! Während die unbarmherzige afrikanische Sonne auf den Flughafen nieder­brennt, spielt eine Militärkapelle zur Begrüßung eine schmissige Version von Geldofs »Do They Know It’s Christmas«. ­Steinmeier wird vom stellvertretenden Stellvertreter des nigerianischen Außenministers herzlich umarmt und nach Waffen durchsucht, dann geht es gleich weiter zum Präsidentenpalast. Die Fahrzeugkolonne schießt mit zweihundert Sachen über die Piste, vorbei an arm­seligen Hütten, kargen Feldern und prächtigen Shell-Tankstellen. Plötzlich gibt es weiter vorne einen dumpfen Schlag: quietschende Reifen, krachendes Metall, splitterndes Glas, ein schreiender Esel. Der Troß kommt zum Stehen, Steinmeiers Mercedes hängt leicht beschädigt im Straßengraben. Ein alter Mann hockt mit zerknickten Gliedmaßen daneben und blickt fassungslos auf seinen ehemaligen Esels­karren.

 


Klar ist: Der Mann will ganz nach oben.


 

Steinmeier räkelt sich im Wageninneren. Er öffnet nacheinander die Augen, checkt die Mails auf seinem Blackberry und entsteigt dem Wrack. »Machen Sie doch bitte mal die Kameras aus«, sagt er. »Das Folgende bitte ich vertraulich zu behandeln.« Mit ausgestreckter Hand geht er auf den verletzten Alten zu, versetzt ihm reichlich Ohrfeigen und prügelt ihn tüchtig in den Straßengraben. Die Bodyguards schieben uns weg, während wir aus dem Graben seltsame Würge- und Reißgeräusche hören.

Steinmeier lächelt spitzbübisch, als er zurück zu uns in den Wagen steigt. Seine silberne Haartolle ist ein bißchen verwuschelt, seine Augen tanzen zufrieden hinter der Brille hervor. »Soviel Zeit muß sein«, bricht er das Eis, »bei diesem Murat Kurnaz hatten wir ja auch alle Zeit dieser Welt«, und alle prusten los. Nachdem er sich gekämmt und das Blut vom Revers gewischt hat, dürfen auch die Kameras wieder angeschaltet werden.

 

In der Empfangshalle des Palasts wird Steinmeier von Nigerias Staatspräsident Umaru Yar’Adua begrüßt. Der großgewachsene Mann, der Nigeria auf den demokratischen Weg führen soll, ist erst seit wenigen Monaten in seinen vielen Ämtern. ­Steinmeier zögert nicht, die heiklen Themen Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Gewaltherrschaft gleich in den ersten Minuten anzusprechen. Vor allem das mit den weitreichenden diktatorischen Vollmachten interessiert ihn, und während des folgenden Staatsbanketts gibt der Präsident gerne Auskunft.

»So ähnlich wollen wir das bei uns in der Partei bald auch machen«, lächelt Steinmeier im anschließenden Hintergrundgespräch. In wenigen Monaten wird er nämlich einer der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden. Dann soll der Umbau der SPD zu einer kleinen schlagkräftigen Terrorgruppe des neo­liberalen Sachzwangs vollendet werden. Die Journalisten jubeln: Nicht umsonst gilt Steinmeier als Innenarchitekt der Hartz-IV-­Gesetze, dem Motor des derzeitigen Aufschwungs. Doch was ist mit den Altlasten der Partei, was ist mit Beck? Für den finde sich gewiß auch noch eine Lösung, sagt der Außenminister diplomatisch, man sei einander ja durchaus nicht unsympathisch. Das glauben wir gern. Immerhin ähneln sich beider Lebenswege: Beck war einfacher Handwerker, Steinmeier Tischlersohn. Beide wollten nach oben, beide landeten statt dessen in der SPD. Was Steinmeier aber von Beck unterscheidet, wissen wir inzwischen auch: Steinmeier hat drei Hirnhälften, Beck aber nur eine! Und Steinmeier kann »es«, jedenfalls wenn ihm einer im Weg steht oder beim Hintergrundgespräch die Aktenstapel durcheinanderbringt. Mehr schreibt man dazu besser nicht.

Steinmeier besichtigt noch einige Gefängnisse, läßt sich das Grab des tödlich verunglückten Schriftstellers Ken Saro-Wiwa zeigen und heftet die zu Herzen gehenden Erlebnisse in einem frischen Leitz-Ordner ab. Anschließend bestaunt er ein paar Ölförderanlagen und Raffinerien und nimmt mit dem Staatspräsidenten einen Humpen frisches Benzin zur Brust. Zum Abschiedsfoto sieht man ihn stark beschwipst, aber kaum noch schielend, spitzbübisch grinsend und Arm in Arm mit Yar’Adua – zwischen den beiden stimmt offensichtlich die Petrochemie. Dann geht es gemächlich zurück zum Flughafen.

 

Die Triebwerke des Challenger-Jets heulen Rotz und Wasser, die Tragflächen zittern wie zwei Parkinsonkranke im Wind. Eigentlich wäre die Maschine jetzt startklar, doch wo bleibt Steinmeier?

Panik wallt auf, als das Flugzeug losrollt, beschleunigt, abhebt und in den blitzeblauen nigerianischen Himmel steigt. Aus dem Cockpit dringen seltsame Würge- und Reißgeräusche, über Lautsprecher meldet sich kichernd eine bekannte Stimme: »Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän Franz-Wayne Steinmeier! Halten Sie sich gut fest! Juu-huu!« Der Jet vollzieht Loop­ings und stößt steil in die Luft, Gepäck fliegt durcheinander, die Herren von der Presse übergeben sich in ihre Stofftaschentücher. Und langsam wird uns klar: Außenminister Steinmeier, der ruhige Mann, der immer für eine Überraschung gut ist, will weiterhin ganz nach oben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
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