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Der Filminator

Er gilt als »Sohn von Ed Wood«. Er schlägt seine schärfsten Kritiker im Boxring k.o. Jetzt will er einen komischen Film über 9/11 gemacht haben: Dr. Uwe Boll.

 

Dieser Mann führt Krieg. Krieg ­gegen Hollywood (»Verbrecher und Wichser«), Krieg gegen seine Kritiker (»Vollidioten«). Vor allem aber führt er Krieg gegen Computerspiele. Die verfilmt er mit Vorliebe, und zwar so schlecht, daß er ­damit bald die Computerspieleindustrie vernichtet haben wird. Das befürchten zumindest die Fans der Spiele und halten mit ihrer Meinung über Dr. Uwe Boll (42) aus Wermelskirchen bei Köln nicht hinterm Berg: Sie glauben schlicht, er sei der Antichrist (http://www.uwebollisantichrist.com/). Boll selbst ist über die Qualität seiner Filme ganz anderer Meinung: Sein ­neuer Film »Postal« etwa (Deutschlandstart: 18. Oktober), eine Komödie über 9/11 und die Folgen, sei schlicht »einer der besten Filme aller ­Zeiten«: »Einen radikaleren Film zu machen ist un­möglich.« Drunter tut Boll es halt nicht.

 

Denn Boll ist ein Mann der Superlative: Gerade verfilmte er »Dungeon Siege« (mit ­dabei: Burt Reynolds), Budget: fast 60 Millionen Dollar – Rekord für einen deutschen Film. Außerdem kommen binnen Jahresfrist »Seed« und ­»Postal«, »BloodRayne II«, »Tunnel Rats« und »Far Cry«. Sechs Filme in zwölf Monaten: Ist Boll größenwahnsinnig oder kühler Rechner? Sympathischer Irrer oder talentloser Aufschneider? Und warum kennt den meistgehaßten Deutschen des Internets in Deutschland kaum jemand?

Schlagende Argumente gegen schlechte Reviews: »Raging Boll« vor dem Fight gegen Filmkritiker

Filme machen ist Bolls Berufung. Wenn man seine Filme sieht, würde man das allerdings nicht sofort glauben. Seine frühen ­Werke zeugen weniger von cineastischem Talent als von ungebremstem Arbeitseifer, Chuzpe und einer ordentlichen Portion Hybris. Die erste Szene seines Erstlings von 1991 gibt die Richtung vor: Eine Schwarzblende, darüber der Dialog: »Johnboy, schläfst du schon?« – »Halt’s Maul, Nadja, und laß mich in Ruhe wichsen.« Was folgt, ist eine krude Mischung aus satiri­schen Sketchen über das Fernsehprogramm und realen Szenen, in denen etwa ein Obdachloser mit einem Bier-Vergleichstest vorgeführt und unter den Augen des Personals Staub­sauger und Kochtöpfe aus einem Kaufhaus geklaut werden. Das Ganze nennt Boll, obwohl es inhaltlich keinerlei Parallelen gibt, ­»German Fried Movie« und läßt auf das DVD-Cover ­schreiben: »Der legitime Nachfolger von ­›Kentucky Fried Movie‹ – witzig wie ›Die nackte Kanone‹«. Das als Prahlerei zu bezeichnen hieße schamlos untertreiben.

 

Auch eine weitere Szene aus »German Fried Movie« wirft ein Licht auf Bolls Ambitionen, allerdings auf seine kaufmännischen: Der 26jährige läßt sich dabei filmen, wie er bei der Premiere von »Manta, der Film« Regisseur und Produzenten angeht, ob sie es nicht unglaublich fänden, für diesen Film 1,2 Millio­nen Mark Filmförderung bekommen zu haben. Eine Doktorarbeit (»Die Gattung Serie und ­ihre Genres«, 1994) und vier Jahre Regie- und Produzententätigkeit bei Taunusfilm in ­Wiesbaden später, die mit sagenhaft schlechten Kritiken und »Rauswurf« (Playboy 2/2006) endet, kennt Boll schließlich das Rezept, wie es auch ohne Filmförderung (die er nie bekommt) funktionieren könnte, Filme zu finanzieren: nämlich dank deutscher Medienfonds und der ihnen zugrundeliegenden filmfreundlichen Rechtslage. Er legt Beteiligungsgesellschaften (KGs) auf, die in geschlossene Fonds einbezahlen und ihre Verluste, häufig bis zu 100 Prozent im ersten Jahr, komplett von der Steuer absetzen ­können. Machen die Filme keinen Gewinn, erhalten die Kommanditisten sogar noch ihre ­Einlage vom Staat zurück. Ein interessantes, weil risiko­loses Modell für Besserverdienende, die ihre Steuerlast senken wollen und es sich leisten können, 15- bis 25 000 Euro in Filme zu ­stecken (erst 2005 wurde das entsprechende ­Gesetz geändert) – nun braucht Boll nur noch eine Idee, wie man mit möglichst wenig finanziellem Einsatz halbwegs erfolgreiche Filme auf dem Markt plazieren kann.

 

Diese Idee kommt ihm, als er feststellt, daß sehr viele Jugendliche begeisterte Video­spieler sind und sich die Verfilmung ihrer Lieblings-Games durchaus ansehen würden. Nun gibt es kein Halten mehr. Boll sammelt Geld und dreht in Kanada und Osteuropa, weil es da billig ist, mit Stars, die er erst wenige Wochen vor Drehbeginn anfragt. So bekommt er zwar nur die, die gerade keine anderen ­Filme drehen, aber um so billiger: Besser wenig Geld verdient als gar keines. Und oft sind es auch nicht gerade die A-Stars, aber was soll’s: ­Besser mit Jürgen Prochnow, Christian Slater oder einem während der Dreharbeiten dauerbetrunkenen Michael Madsen drehen als ganz ohne prominentes Gesicht. Und wenn die amerikanische Verona Feldbusch Tara Reid zu haben ist: Warum sie nicht als Wissenschaftlerin und Kuratorin eines Museums besetzen? Boll hat sogar Ben Kingsley ­bekommen, der in »BloodRayne« mit genau einem Gesichtsaus-druck einen Vampirfürsten spielt. Warum er in einem Boll-Film mittue, erklärte ­Kingsley später damit, daß er »schon immer mal einen Vampir spielen« wollte. Viel Geld spart Boll auch, weil er einfach alles selbst macht: Regie, Produktion, Verleih und, wenn nötig, auch Drehbuch. Letzteres dürfte zu seinen am ­wenigsten ausgeprägten Talenten gehören.

 

Matt: »Und, verrätst du mir jetzt, wo wir

hinfahren, oder muß ich raten?«

Dawn: »Du weißt doch, meine Familie wohnt in den Wäldern. Tief in den Wäldern.«

Matt: »Tief in den Wäldern? Wie tief?«

Dawn: »Nicht zu tief.«

(»Blackwoods«, 2002)

 

Blair Erickson war einer der beiden ­Autoren von »Alone in the Dark« (2005), in dem Christian Slater als Privatdetektiv auf der Suche nach Vermißten einem überna­türlichen Geheimnis auf die Spur kommt. Im ­Stile H.P. Lovecrafts sollte das gezeichnet sein, das Grauen stets im Dunklen, eher auf ­Spannung denn auf Überwältigung setzend. Leider ­enthielt das ursprüngliche Drehbuch für Bolls Geschmack zuwenig Krawall. »Er wollte, daß wir ›Kämpfe mit großen Kanonen‹ und ›Verfolgungsjagden‹ hinzufügten. Klar, all die ­Sachen eben, die einen Horrorfilm ­gruselig machen. Wir diskutierten mit ihm, daß wir eigentlich eine furchteinflößende ­Story er­zählen wollten, und es wurde immer klarer, daß er überhaupt keine Ahnung ­hatte, wovon er sprach. Sehr wichtig bei unserem Streit waren die Monster; er wollte jede ­Menge ­große, schleimige, hundeartige Computermonster überall in der Geschichte, während wir ­argumentierten, es sei viel gruseliger, die im ­Dunkeln zu lassen – na, ein bißchen wie im Titel angekündigt halt – und Spannung aufzubauen. Zum Glück hat Dr. Boll es dann ­geschafft, seinen loyalen Schreiber­lingen was viel Besseres rauszuleiern als unsere Scheißstory, und alle möglichen essen­tiellen Be­standteile von Horrorfilmen ein­gebaut wie Pforten zu anderen Dimensionen, tussiblonde Ar­chäologinnen, Sexszenen, verrückte Wissen­schaftler, schleimige Hundemonster, spe­zielle Army-Einheiten zum Kampf gegen ­schleimige Hundemonster, ­Tara Reid, ›Matrix‹-Slow-­Motion-Schießszenen und Verfolgungs­jagden.«

 

Es dreht zusammen, was zusammengehört: Boll, Til Schweiger, Udo Kier und Ralf Möller am Set von »Far Cry«

Drei Videospieladaptionen reitet Boll kün­st­lerisch in die Grütze, danach haßt ihn jeder Gamer, der »House of the Dead« (2003), »Alone in the Dark« (2005) oder »BloodRayne« (2006) gezockt und danach als Film gesehen hat. Nicht nur sie pöbeln in Foren, machen sich mit Haßfilmchen auf YouTube (»Kill Boll«) oder eigenen Boll-Haß-Blogs Luft (http://www.bollbashers.com/), auch die Weltpresse ist sich einig: »Boll ist der Beste in dem, was er tut, und was er tut, ist wahrhaftig grauenhafte Filme machen« (Eliza­beth Weitzman, New York Daily News). Nick Schager vom Slant Magazine spricht von »Bolls unbestreitbarer Regentschaft als schlechtester Filmemacher der Welt«. Und Brian Orndorf ­bilanziert auf http://efilmcritic.com/: »Er gibt der ­Formulierung ›vollkommener ­künstlerischer Bankrott‹ eine ganz neue Bedeutung.« Alle drei Filme, noch ein Rekord für einen einzelnen Regisseur, stehen bei http://www.imdb.com/, der größten Filmseite der Welt, momentan auf der ­Liste der 100 schlechtesten Filme aller Zeiten.

Als »die schrägste popkulturelle Veranstaltung, bei der ich je dabei war«, bezeichnet der auf Horrorfilme spezialisierte Journalist Chris Alexander die Schaukämpfe in Vancouver: Er erschreckte Boll, indem er Kunstblut aus seinem Mund sprudeln ließ

Nun reicht es Boll. Daß jemand seine Filme nicht gut findet, damit kann er leben – aber daß IMDB-User seine Filme nun schon schlecht beurteilen, bevor sie überhaupt angelaufen sind, ist zuviel. Genau wie die ewigen schlechten Kritiken im Internet. Boll möchte ­jemanden verprügeln dafür. Und weil er ein, wenn man es positiv formulieren will, sehr direkter Mensch ist, fordert er seine schärfsten Kritiker 2006 heraus: zu einem Boxkampf gegen ihn, den er während der Dreharbeiten zu ­»Postal« in Vancouver PR-trächtig auf die ­Bühne bringen möchte. Fünf Online-Filmkritiker ­sagen zu. Was sie, eigenen Angaben zufolge, allerdings nicht wissen: Boll war zehn Jahre Amateurboxer. Er weiß, wie man Leuten aufs Maul haut. Und tut das auch. Einer kneift, aber vier von fünf Gegner gehen k.o., der letzte ist gerade mal 17 Jahre alt. Nach dem Kampf muß sich einer der Kontrahenten zigfach übergeben und unters Sauerstoffzelt. Boll habe ihnen erzählt, behauptet hinterher Sparringspartner Richard ­Kyanka, es handle sich um einen ­reinen PR-Gag, er werde nicht fest zuschlagen. Boll, der seine am Boden liegenden Gegner verhöhnt, Boxen sei nun mal kein Schachspiel, weist ­diese Darstellung zurück: Er habe von der ­ersten Presseerklärung an gesagt, es ­würden richtige Boxkämpfe werden.

 

»Ein bekannter Komiker aus der US-Comedyserie ›Seinfeld‹ spielt Osama bin Laden«, wirbt Boll im Drehtagebuch zu »Postal«: Larry Thomas, der als »Soup Nazi« in zwei von 175 Folgen »Seinfeld« mitspielt

Von einem Vorbereitungsfight Bolls ­gegen den Regisseur und Produzenten Brooke Burgess (»Broken Saints«) gibt es auf YouTube ein Video, in dem Boll Burgess die ­Fresse poliert.

 

 

Geschnitten hat es niemand ­Geringerer als Til Schweiger, der mit Boll gerade das Erfolgsspiel »Far Cry« abgedreht hat. Schweiger, nun endgültig auf Chri­stian Kahrmanns und Ralf Möllers Niveau angekommen, ist offenbar begeistert von seinem neuen Freund und Regisseur: Auf http://www.bollbashers.com/?p=414 ist eine ellenlange Mail von ihm an alle Bollhasser nachzu­lesen, hier zitiert in dem, was bollbashers.com zufolge Schweigers eigener Duktus sein dürfte:

 

its okay to hate his films,cause at the end of the day it comes down to taste,but what is not okay is to hate him as a person!!got that!?cause you guys out there dont know him as a person and i do!!!and even though I ll repeat myself…uwe is a great man!!!and you guys are not!!!!you are hiding behind your keyboard at home and because you ve got nothing better to do,you write shit about a man that you dont know,some of you guys even want him dead!??!whats wrong with you guys…?dont you have any friends!?why dont you go out and enjoy life?

 

 

Uwe Boll im Kreise seiner Lieben:

Doch Schweigers Appell verhallt ungehört. Boll, einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure im Ausland, wird weiterhin inbrün­stig gehaßt. Das allerdings tut Boll unrecht. Denn so wenig seine Filme an die Vorlagen heranreichen, bei denen er sich regelmäßig bedient (von »Starship Troopers« bis »The ­Matrix«), so wenig sind sie doch Trash. »Das Problem, daß (›Alone in the Dark‹) handwerklich nicht schlecht genug ist, um den wahren Trashfan zu entzücken« (Peter Körte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), kennzeichnet auch die meisten anderen Boll-Filme. Es gibt weiß Gott unbedarfter Zusammengeschustertes, das auf RTL2 oder Vox im Nachtprogramm zu sehen ist. Lediglich »House of the Dead« (2003) ist so plump, daß man ihn durchgehend unfreiwillig komisch finden kann.

 

Ralf Möller als Officer John im »Postal«-Vergnügungspark »Little Germany«. »Kuriose Set-Eskapaden gehören zur Tagesordnung: So fand sich Rock-Titan Meat Loaf in ›BloodRayne‹ in einer Szene inmitten von 20 rumänischen Prostituierten wieder«, kolportiert die <em>Abendzeitung</em>

Mit »Postal« ist »Raging Boll« wieder bei seinen Wurzeln angelangt. Auch »Postal« ist eine Computerspielverfilmung, und zwar von einem, das viele Menschen als unappetitlichstes Spiel aller Zeiten betrachten; in dem man Obdachlose anzünden und hinterher auspinkeln kann. ­»Postal« will Comedy sein, und der Trailer, die erste Szene des Films, läßt durchaus Hoffnung schöpfen:

 

Im Cockpit eines Passagierflugzeugs; am Steuer zwei arabische Terroristen, die sich darüber streiten, wieviele Jungfrauen im ­Paradies auf sie warten werden: 100 oder nur 99? Oder am Ende nur zehn – für beide zusammen? Zu wenig für die Ewigkeit, schließlich werden sie ja nicht ewig Jungfrauen ­bleiben. Die Hijacker beschließen, den Chef anzurufen: Osama bin Laden. Der erklärt ­ihnen, daß er aufgrund verstärkter Terror­tätigkeit derzeit nur für 20 Jungfrauen garantieren könne. Das kommt nicht in Frage; die Terroristen beschließen, dann lieber auf die Bahamas zu fliegen (»Juhu! Bahamaaaas!«) – doch genau in diesem Moment stürmen die Passagiere das Cockpit, die Piloten verlieren die Kontrolle über das Flugzeug und rasen ins World Trade Center.

 

Boll und Burt Reynolds bei den Dreharbeiten zu »Dungeon Siege«: Boll »denkt vor allem ans Geld: so intensiv, daß ihm am Drehort schon mal das Kommando für die nächste Szene verrutscht. Er ruft ›Cash‹ statt ›Action‹«, behauptet die <em>Welt am Sonntag</em>

Eine komische Szene; leider eine von ­wenigen, in denen Timing und Stoßrichtung stimmen. An Bolls prolligem Sinn für Humor hat sich seit »German Fried Movie« nichts ­geändert: Wieder wird gerammelt und gepupst, Frauen in den Mund gekackt, eine Oma und zahlreiche Kinder werden erschossen; am Schluß tanzen bin Laden und George W. Bush Hand in Hand in den nuklearen Holocaust. ­Zuvor sind die Taliban, die versteckt in den USA leben, hinter einer Ladung Kinderspielzeug her, in der Vogelgrippeviren versteckt sind und die eine Endzeitsekte klaut, während die »Krotchy«-Puppen in »Little ­Germany« vorgestellt werden, wo es neben einem Kinderspielplatz-»KZ« auch eine ­»Krankenstation Dr. Mengele« gibt. Provo­kativ und satirisch soll das alles sein, ist aber ­lediglich geschmacklos und öd. Wohl darf man über alles Witze ­machen, man muß es aber auch können.

 

Boll kann es nicht, genausowenig wie ­Horrorfilme; dennoch macht er weiter und ­weiter, vermutlich weil er muß. Er ist besessen vom Kino; es ist sein Leben, zu drehen. Boll ist nicht zu fassen: Er engagiert sich für die ­Rechte der Tiere, beteiligt die Tierrechtsorganisation Peta an den Einnahmen von »Seed« – und verwendet in »Seed« exploitativ echte Aufnahmen von Tierquälerei. Er haßt seine Kritiker und verprügelt sie öffentlich – geht aber danach mit ihnen Kaffeetrinken und läßt sie in seinen Filmen mitspielen. Er ist ein wirklich ­schlechter Regisseur – aber der erfolgreichste, den Deutschland international momen­tan zu bieten hat. Vielleicht gelingt ihm ja irgend­wann zufällig doch noch mal ein Film. Bei seinem Ausstoß ist das nicht auszuschließen.

 

Oliver Nagel

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Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):&nbsp; "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Ella Carina Werner: "Die mit dem Bauch tanzt"Wenn sie mal  nicht schwanger ist, schreibt sie wie der Teufel: die Hamburger  Satirikerin Ella Carina Werner publizierte in TITANIC über  bulgarische Flüche und das Elend der Kleingartenfavelas. In ihrem  ersten Roman schildert sie den Aufstieg ihrer Mutter von der  braven Hausfrau zur geheimnisvollen Bauchtanz-Exotin "Shazadi",  die ganz Ostwestfalen um den Verstand bringt. Und die Leserschaft  ihrer Tochter gleich mit!Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Schmitt, Tietze, Zippert (Hrsg.): Promi-Massaker: Die endgültige People-Bibel
Promis sind wie Omis, nur mit besserer PR? Von wegen! Sie sind Vollpfosten, Spackos, Troglodyten, Piesepampel, Gammelfleisch, Psychopathen und Arschgranaten, und als solche behandelt sie TITANIC seit über 30 Jahren. Die wichtigsten Abrechnungen finden Sie in diesem Buch.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo:&nbsp;15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.):&nbsp;"Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Christian Y. Schmidt: "Bliefe von dlüben: Der China-Crashkurs"Er kannte den Großen Vorsitzenden Mao noch persönlich (aus seinen Büchern), weiß, was sich hinter der "Nr. 17" verbirgt und spricht fließend in einem fort: China-Experte Christian Y. Schmidt. Wer wissen will, von was für einem Volk er künftig beherrscht wird, sollte sich diesen Crashkurs nicht entgehen lassen. Ein Buch wie ein großer Sprung nach vorne.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen
  • 02.12.:

    TITANIC-Chefredakteur Tim Wolff spricht mit dem Deutschlandradio Kultur über die erste deutsche Ausgabe Charlie Hebdo.

Titanic unterwegs
03.12.2016 Radio, hr2
  Sondermann-Preis 2016, Mitschnitt vom 11.11.
05.12.2016 Hannover, Schauspiel
  Heiko Werning, Hartmut el Kurdi, Teilzeitflaneure
06.12.2016 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Ersatzveranstaltung mit Mark-Stefan Tietze
08.12.2016 Frankfurt, Museum für Komische Kunst
  Thomas Gsella

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Briefe an die Leser

 Allerliebster Justin Bieber!

Kürzlich erfuhren wir, daß Du Dich für die Legalisierung von Marihuana einsetzt, für den medizinischen Gebrauch natürlich, hihi. Bevor Du Dich zu sehr in die Sache reinhängst, wollen wir vorsichtshalber aufklären: Auch das beste Gras macht ein totes Hirn nicht wieder lebendig.

Gönnt sich erst mal ’ne große Zigarette: Titanic

 »Hörzu«-Leserbriefschreiberin Gertraud Alt (Waldmünchen)!

Sie machten sich zur ZDF-Krimiserie »Der Kriminalist« Luft: »Der Sender sollte einmal die Auswahl seiner Autoren überdenken. Die neuen Folgen haben eine sehr, sehr schlechte Ausdrucksweise: ›Fuck!‹ und ähnliches. Den Rest möchte ich gar nicht wiederholen. Vielleicht geht es in Berlin so zu, woanders kenne ich das nicht.« Mit Verlaub, aber da sind Sie, Frau Alt, in Ihrem Leben wohl noch nicht sehr weit herumgekommen, z.B. bis zur Jugendbildungsstätte Waldmünchen. Was man dort zu hören bekommt, da hauts Eana glatt – wie man bei Ihnen in der Oberpfalz sagt – auf die Fotzn.

Abgefuckt: Titanic

 Ähem, Heilpraxisnet.de!

Es fing alles am 14.10.2014 an. Da lautete die Überschrift zu einem Deiner Berichte: »Kann Brokkoli Autismus mildern?« Dabei blieb es nicht. »Studie: Brokkoli verstärkt unser Immunsystem«, wußtest Du am 24.5.2016. Weiter ging es am 26.6.2016 mit »Ernährung: Grüner Brokkoli deutlich gesünder als bisher gedacht« und am 29.10. mit »Brokkoli kann das Leben verlängern«, nicht zu vergessen »Regelmäßig Brokkoli kann die Lebenserwartung deutlich steigern« als Aktualisierung am 31. Oktober.

Kurze Frage, Heilpraxisnet.de: Kann Brokkoli machen, daß das Gehirn an nichts anderes mehr denkt als an Brokkoli? Macht sich ernsthaft Sorgen: Titanic

 Und aber apropos, Jürgen Klopp!

»Ich mag Luther, weil er für die Unterprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat«, vertrauten Sie als »Botschafter fürs Reformationsjubiläum« der Reformationsjubiläums-Spezialausgabe von Chrismon an. Und wie er für die da unten gekämpft hat! »Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als daß sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muß, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als daß die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat.« Denn bei Unterprivilegiert- und Ausgeschlossenheit hat sich der Herrgott halt was gedacht: »Geld, Güter, Land und Leute haben ist an sich selbst nicht unrecht, sondern Gottes Gabe und Ordnung.« Und schließlich: »Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer.«

Und also gar kein Wunder, daß die herzliche Hartz-Republik Deutschland ihren Luther mit
einem Staatsakt feiert und einer, der den »extremen Leistungsdruck« (Chrismon spezial) mit Gott (und Geld) gut aushält, der Pöbelfeinde Botschafter sein kann, ja muß.

Finden Sie nicht auch? Titanic

 Evangelisches Magazin »Chrismon«!

Wo wir uns eben die Anzeige für die »Bibel-Edition Jürgen Klopp« und die »Bibel-Edition Uschi Glas« betrachtet, ein brisant evangelisches Interview (»Begegnungen verändern alle«) überstanden und sogar Eckart von Hirschhausens Brief an Martin Luther überlebt haben (»Mein Nachbar André ist ein echtes Vorbild für mich. Er hat Darmkrebs«) – ist Dein Titelthema »Irre sind menschlich« nicht ein bißchen arg pro domo?

Urbi et orbi: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Alternative Romanenden

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Daniel Sibbe

 Künstliche Intelligenz

Im Moment sind Staubsaugerroboter noch recht simple technische Geräte. Aber machen wir uns nichts vor: Diese primitiven Maschinen werden sich unweigerlich weiterentwickeln und eines Tages ein Bewußtsein erlangen wie unseres. Erkennen wird man diesen Zeitpunkt daran, daß sie nicht mehr selbst saugen, sondern die Arbeit einem Roboter überlassen.

Andreas Maier

 Wieder das Vergessen

In einer europäischen Hauptstadt hatten sie eine Art Aufklärungsjahrmarkt zu den Themen Demenz und Alzheimer aufgebaut. Angesichts der guten Sache kam mir ein gleichermaßen guter Gedanke: Wie wäre es, wenn ich mir an einem der Infostände einen Gratiskugelschreiber mitnähme, mir fünf Minuten danach an selbigem Stand noch einen Kugelschreiber griffe, wieder fünf Minuten später um ein weiteres Giveaway bäte usf.? Da hätte sich gezeigt, wie weit es mit Geduld und Verständnis von sozial engagiertem Standpersonal her ist. Nur: Was hätte ich mit all den Stiften gesollt?

Torsten Gaitzsch

 Feststellung

Das Leb ist zu kurz.

Ernst Jordan

 Buckelflucht, die

Das übertrieben unterwürfige Hinwegducken unter dem Lichtstrahl eines Projektors. Die den Raum durchquerende Person hat sowieso die Aufmerksamkeit des Publikums. Ein sekundenkurzes Verschatten der Leinwand würde weit weniger Aufsehen erregen als ein umgekehrter Limbo.

Robert von Cube