Inhalt der Printausgabe

Oliver Maria Schmitt

Die weichen Wände des Möglichkeitsraums

Kassel ruft die Kunst der Welt zur documenta XII

Die Warterei ist endlich vorbei: Nur noch ganz wenige Male aufwachen, dann dreht sich die Kunstwelt nicht mehr um Basel, ­Venedig oder New York, denn dann öffnet die weltweit bedeutendste Ausstellung gutaussehender, moderner und leider auch teurer Kunst ihre Pforten: Vom 13. bis 23. ­September ist in Frankfurt am Main die IAA, die Internationale Automobil-Ausstellung zu sehen. Bis dahin kann man sich die Wartezeit mit einem Ausflug nach Kassel ­verkürzen, denn da ist in diesem Sommer wieder ­documenta, die zwölfte von zwölf.

 

Die weltberühmte documenta ist eine Art mit Kunst aufgepimpte Bundesgartenschau von einzigartigem Rang. Für den Zeitraum von hundert Tagen wird sich die stolze Pökelfleischstadt Kassel in das »Museum der 100 Tage« verwandeln, die Tageskarte kostet nur 18 Euro. Und dafür gibt es eine riesige Auswahl phantastischer Kunstwerke zu sehen, von denen man einige ausdrücklich berühren darf, andere hingegen nicht. Viele Künstlernamen wird man noch nie gehört haben, aber das macht nichts, denn das Zeug wird hinterher sowieso weggeschmissen.

 

Einer alten, narrischen Tradition folgend, wird für jede Kasselaner documenta eine Leiter bestimmt, eine sog. »künstlerische Leiter«, denn ohne die geht es nicht. In den letzten Quinquennien wurde als künstlerische Leiter stets ein Vertreter einer unbeliebten Minderheit hergenommen: 1992 war es ein Holländer, 1997 eine Frau, danach ein schwarzer Afrikaner, und diesmal ist es ­sogar ein Ehepaar, es heißt: Herr Roger Martin Buergel mit Frau.

 

Roger »M.« Buergel, der nicht mit der gleichnamigen Hochzeitsnudel zu verwechseln ist, ist … ist – oje, jetzt hab ich die Schnur, das Seil, den Faden verloren…

In jedem Falle ist Buergel ein geeigneter Bewerber um den Posten der künstlerischen Leiter gewesen, denn er hat ihn ja sogar ­gekriegt, und das auch nur, weil er »als einziger Kandidat in den Bewerbungs­gesprächen ­keine Künstlernamen genannt« hat (Buergel in der Zeit vom 12. 4.). Das muß er von ­Helmut Kohl gelernt haben, der hat die Künstler­namen der beiden Spender auch nie genannt.

Aber gute Namen sind nicht alles, teuer ist auch guter Rat. Als künstlerische ­Berater im Hintergrund agieren hoffentlich wohl ­mindestens André Heller, Reinhold Messner, Hans Küng und Elke Heidenreich, andernfalls wird die Sache in Kassel schrecklich schiefgehen.

 

Einen Namen muß man allerdings ­nennen, wenn man von Roger M. Buergel spricht, nämlich den von seiner Frau. Frau Buergel (die jedoch anders heißt) wird gemeinsam mit ihrem Mann die Mega-Ausstellung kuratieren, so bleibt das Geld in der Familie. Außerdem sind Ehepaare in der Kunst nichts Ungewöhnliches, wenn wir z. B. an das Ehepaar Christo denken, an Gilbert & George, an Sonia und Robert Delaunay, an Alice und Ellen Kessler.

 

In seiner Jugend arbeitete Buergel mit ­Eimer und Feudel als »Privatsekretär« des orgiastisch-mysterischen Blutsudlers ­Hermann Nitsch, dann begann er sich für richtige Kunst zu interessieren. Seit 2001 ist der Mann mit dem leicht schwulen Menjou­bärtchen ­Dozent für Visuelle Theorie an der Universität Lüne­burg, und nach all den Jahren ist er nun selbst gespannt wie ein Flitzebogen, wie das ist, wenn man mal nicht theoretisch, sondern ganz in echt was zu sehen kriegt, was man sich in Lüneburg bislang nicht mal ­vorstellen mochte.

 

Ob sich Buergel wenigstens für die ­Dauer der documenta in Breughel ­umbenennen wird, ist noch unklar, aber das wäre als Konzept ja auch ’n bißchen dünne. Jede ­documenta braucht nämlich ein ­nachhaltiges kuratorisches Konzept, und da haben die Buergels ­einen voll fetten Hammer auf ­Lager: »Die documenta 12 hat einen Vorschlag zu machen: die Migration der Form.«

 

Bei seinen zahllosen vorbereitenden Dienstreisen um die ganze Welt ist dem Ehepaar Buergel nämlich aufgefallen, daß ­bestimmte Motive, Themen und Ideen überall grenz- und kulturüberschreitend immer wieder vorkommen. Beispiel: Hund, Katze, Maus; ­Liebe und Tod; Äpfel und Birnen. Ein ­anderes Beispiel wäre die Schnur, das Seil, der Faden, Strick, Schnur oder Kordel. Mit dieser neuartigen Reflexionstechnik wollen die ­beiden sympathischen Kunstfreaks »historisch-­politische Kontexte« öffnen, und wem das zu schwammig ist, für den kann Buergel auch genauer sprechen: »Genauer gesprochen entsteht ein Möglichkeitsraum, der nach Akteuren sucht.«

 

Sehr gut gefallen haben Buergel z.B. raum­greifende Installationen, in denen ­mehrere hundert Meter Schnur zur Geltung kommen. Wenn Buergel Schnüre aus Indien sieht, wie sie etwa die indische Künstlerin Sheela ­Gowda strickt (»zeichnerisch wie skulptural erschließt die Kordel Raum«), dann denkt er automatisch und nacheinander – wie am ­23. 4. auf einer ganzen FAZ-Seite ­nachzulesen war – an den »rituellen Gebrauch von ­Kurkuma«, an »traditionelles Frauenhandwerk, aber auch die typische Linearität indischer Malerei. Und eine Geburtserfahrung.«

 

Ferner auch mindestens an die »Formensprache der Moderne«, logisch, an »anthropo­morphes Gemenge von Schnüren« und ­damit zwangsläufig an die »Kolonialisierung des indischen Subkontinents durch die ­Briten«, vulgo die »East India Company«, die ­damit verbundene, ja verschnürte »Erfindung der ­Spinning Jenny im Jahr 1764«, an »Zeit­achsen« und das darin verstrickte (sic!) »Flechtwerk politischer Formbeziehungen«, an Lorenzettis Fresken über die »Gute und schlechte Regierung« im Palazzo ­Pubblico zu Siena, wo, man glaubt es nicht, ebenfalls ein Seil eine Rolle spielt (Buergel: ­»Dieser Strang ist ­eine Kordel«), jedoch ist bei ­Lorenzetti »der Nadel­kopf im Sinne einer modernen Demokratie entschärft«, wodurch auf der »Grundlage formaler ­Korrespondenzen« die so verzweifelt gesuchte »neue Bedeutungsebene« entsteht, m. a. W.: »Genauer gesprochen entsteht ein Möglichkeitsraum, der nach Akteuren sucht.« Genau.

 

Nicht jedoch denkt Buergel dabei an ­einen gerissenen Geduldsfaden, an die brennende Lunte, das grüne Band der Sympathie, den dicken Strick, der Saddam vorm völligen Absturz rettete, an Auktionsseilschaften im internationalen Investmentkunstbereich oder an Makramee. Macht aber nix, die Kunst ist frei.

 

Und wer Muße hat, in Buergels Sinne weiter­zusuchen und zu denken, der kommt aus dem Finden gar nicht mehr heraus. So ­sehen wir zum Beispiel auf einem neuer­lichen Bild des Modekünstlers Jonathan Meese viele lange Haare, aber auch Meese selbst hat lange Haare, und Haare spielen auch beim Fetischschmuck südamerikanischer Ozelotl-­Indianer eine Rolle, außerdem braucht man sie zur Produktion von Filz (Beuys!) und schnitt sie den Juden gleich säcke­weise ab. Da kann man hübsch drüber nachdenken, wenn man’s bezahlt kriegt, kann verpanzerte Denkstrukturen aufkrusten und eingefahrene Sehrezeptionen verfragen und hinterstören.

 

Schon jetzt, im Vorfeld, schlägt die kasselische Kunstmesse hohe Wellen, sogar im Ausland! Aus New York, Nizza, Riad, Marbella und dem Grunewald werden Kunstfreunde aus aller Welt erwartet, die alles kaufen wollen, was farbig und teuer ist. Es liegen bereits Anfragen aus Moskau vor, das Fridericianum samt Gartengrundstück zu erwerben, Abu Dhabi möchte für dreißig Jahre das Nutzungs­recht an den Markennamen »documenta«, »Kaßler« und »Hessisch Sibirien« leasen, und japanische Kunstfreunde wollen das ­gesamte Ausstellungsareal fotografieren und zuhause als Billigkopie nachbauen und mit neuartigen Schamhaarautomaten ausstatten.

 

Es gibt Kaufanfragen aus aller Welt für Werke von Daniel Richter, Gerhard Richter, Ilja Richter und dem neuerdings vor allem im deutschen Süden wieder hochgehandelten Marinerichter Filbinger, dessen graphisches Werk sich aber nur bei einigen Unterschriften nachweisen läßt. Die nicht mehr ganz so hochgehandelten Künstler Kiefer, Polke, Base­litz und Dürer sollen evtl. auf Wühl­tischen verkloppt werden, aber das ist reine Spekulation, denn was in Kassel wirklich zu sehen sein wird, daraus macht Ausstellungschef ­Roger Martin Buergel ein süßes Geheimnis.

 

Insgesamt, so schätzen Experten, wird im Kasselanischen »Museum der 100 Tage« Kunst im Wert von mindestens 228 Millionen Euro zu sehen sein.

 

Voraussichtlich werden groß- und mittelformatige Bilder, unförmige, längliche Plastiken aus Verbundwerkstoffen, Flachbildschirme mit verwackelten Videos, wo einer schreit oder zittert, zu sehen sein, auch Klangskulpturen sind denkbar, ferner von globalisierungs­gebeutelten Negern zusammengeleimte Mobiles mit rätselhaften Motiven, ­zentnerschwere Raumverbraucher aus nordamerikanischer Fertigung, eine begehbare Schrott­skulptur, eine barrierefreie Behindertentoilette, die aber gar keine ist, sondern eine ­täuschend echte Replik, wo man dann seinen eigenen Standort hinterfragen muß, außerdem sehen wir verstörende Assemblagen, Collagen und Potpourris von ihrer ursprünglichen Funktion beraubten Gebrauchsgegenständen, einen schlafenden ­Museums­wärter aus glasfaserverstärktem Kunststoff, ein Tryptichon mit zwei fehlenden Bildern zum Preis von einem, ein herausgemeißeltes Graffito, das von einem sozialen Brennpunkt dieser Erde stammt, einen Farbfernseher, eine Trockenhaube und ein Fragezeichen, und dann noch ein Fabergé-Ei von Franklin Mint mit einer süßen Katze drauf, es ist hochwertig verarbeitet, ein bleibender Wert, man kann jederzeit Verwandte und Freunde damit beeindrucken.

 

Das Zauberwort der diesjährigen Saison lautet jedenfalls: Skulptur. Die Skulptur ist nämlich absolut im Kommen, diese ganzen konkret gemalten Bilder von isolierten Menschen sind ja mittlerweile viel zu teuer. Und längst ist die Skulptur nicht mehr »das, wo­r­über man stolpert, wenn man von einem Gemälde zurücktritt«, wie es der amerikanische Maler Ad Reinhardt einmal formulierte, sondern das, was man kauft, wenn alle anderen es auch halbwegs preiswert kaufen, bevor es dann zu teuer wird.

 

Weil die Stadt Kassel mit all ihren Schlössern, Museen und Hallen zuwenig Ausstellungs­fläche bietet, hat Buergel im Garten des ­Fridericianums ein gigantisches Gewächshaus errichten lassen, den sog. »Aue-Pavillon«, in dem es nach Auskunft der Zeit auch »Palmeninseln« geben wird, denn dort drinnen gehe es um nichts weniger als eine neue »Ethik des Miteinanders«.

 

Das wird uns bevorstehen, denn obwohl die Architekten die Wände gerne aus einer »leichten, gazehaften Membran« gefertigt hätten, um herauszufinden, ob es neben dem ohnehin ­virulenten weichen Keks auch einen »weichen Raum« geben könne, einen »offenen, sozialen Raum« freilich, in den jeder nachts reinspazieren und gegen die Kunst schiffen kann, hat die künstlerische Leitung dies aus Sicherheitsgründen untersagt. Nun sagen die Architekten, wie die FAZ sich schon freut, ein »Desaster durch die Massen an schwitzenden Leuten«, eine »Gefängnisatmosphäre« voraus und beklagen, daß man mit diesen festen Wänden ja schon »wieder im System der Galerien und Banken« gelandet sei.

 

Da jedoch traditionell pro documenta mindestens ein Großkunstwerk im Kataster Kassels verbleibt, befürchtet man schon jetzt die anschließende baurechtliche Umwidmung der Gewächshäuser zu einem überdachten Parkplatz. Wenn man sich aber doch noch zu ­»weichen Wänden« entschlösse, könnte Kassel schon im Herbst mit dem größten barierre­freien Behindertenpissoir nördlich der Alpen auf­warten, was dem darniederliegenden Kasse­l­aner Städtetourismus interessante neue ­Attraktivitätsmodule verschaffen könnte.

 

Ob die zwölfte Kasselinische documenta ein voller Erfolg wird, ein Debakel oder nur ein Etappensieg auf dem Weg vom Faden zum Strick – das ist so unsicher wie das Amen in der Moschee. Sicher ist nur: Am Sonntag, dem 23. September, ist Schluß. Und am Montag, dem 24. September, – auch das eine Neuerung – werden sämtliche Werke, die keinen Abnehmer gefunden haben, zum halben Preis verramscht. Schnäppchenjäger aufgepaßt!

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
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Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 17.09.:

    In der FAZ berichtet Oliver Maria Schmitt von Klumpenmenschen und Dark Tourism im Weserbergland.

Titanic unterwegs
19.09.2019 Berlin, Hausbrauerei Eschenbräu Katharina Greve
19.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hans Traxler
20.09.2019 Stuttgart, Superjuju Katharina Greve
20.09.2019 Nartum, Haus Kreienhoop Gerhard Henschel