Vom Fachmann für Kenner | September 2013


Nach meinem Tode

Für die Zeit nach meinem Ableben wünsche ich mir, daß nicht viel Aufhebens um die eitle Frage entstehe, wo ich denn nun begraben werden solle. Deswegen bestimme ich hiermit: Begrabt mich einfach im Invalidendom zu Paris! Am besten gleich neben Voltaire.

Sebastian Klug

Downgrade

Abends, beim Gassigehen, streift mein Blick hin und wieder an den erleuchteten Fenstern entlang. Irgend etwas könnte sich da doch mal zutragen: Busen sich an beschlagenen Badezimmerfenstern reiben, Menschen vor dem flackernden Kamin auf Teppichen kopulieren, ein Porno über einen der riesigen Flatscreens flimmern oder wenigstens die Landfrauen-Yogagruppe nackt üben. Aber nichts. Muß meinen Status wohl oder übel von »Spanner« auf »Möchtegern« herabstufen.

Helge Möhn

Ganz unten

Wegen eines Scheidenpilzes mußte sich meine Freundin in ärztliche Behandlung begeben. Was mich dabei nachdenklich stimmt, ist der Rat ihrer Frauenärztin, auch mich vorsorglich untersuchen zu lassen. Bin ich denn wirklich, wie alle immer behaupten, so eine Pussy?

Daniel Sibbe

Angeschmiert

Es stimmt: Die »Verwöhnmaske« verleiht meinem Gesicht ein ebenmäßiges und geradezu verjüngtes Hautbild, wie versprochen. Aber kaum hab ich sie abgewaschen, sehe ich wieder so runzlig aus wie vorher.

Tina Manske

Der Fünfte

Die zuständigen Instanzen werden sich der Einführung eines fünften Falles nicht mehr lange verweigern können. Nachdem mittlerweile bekannt ist, daß der dritte dem zweiten sein Tod war, macht sich unter dem Einfluß der sozialen Medien seit geraumer Zeit der Akkusativ daran, der Tod von ›den‹ Dativ zu werden – weswegen zur Fortführung dieser sprachzersetzenden Tradition schnellstmöglich ein fünfter Kasus erfunden werden muß, um den Akkusativ auszulöschen. Ersten Überlegungen zufolge könnte dieser Fall den traurig-schönen Namen »Destruktiv« tragen.

Andreas Lugauer

Tattoowahn

Wer einen Hang dazu hat, Leute mit seinen ausgefallenen Tätowierungen zu beeindrucken, sollte sich vorsehen: So mancher, der sich eine giftige Spinne auf die Brust tätowieren ließ, hat sich kurze Zeit später erschossen, wenn er schlaftrunken in den Spiegel sah.

Benjamin Bäder

Irgendwo yogisch

»Warum verlangen Swamis so viel Geld für die Ausbildung zum Yogischen Flieger?«
»Die nehmen’s eben von den Schwebenden.«

Tanja Schmid

Kamikaze

In Sekundenbruchteilen war mein Mund so trocken wie die Wüste, in der Jesus damals den Teufel abblitzen ließ. Und sofort war da auch dieses Kniezittern und feine Magenkribbeln, als die Tür aufging und der dritte Meßdiener-Kollege in die Sakristei hineingestützt werden mußte. Wie die zwei anderen vor ihm war er während der Messe mit dem Bischof bereits nach wenigen Minuten Weihrauchfaß-schwenken im dichten THC-Nebel der Länge nach hingefallen und sah nicht wirklich gut aus. In meinem Kopf spielte eine Mundharmonika nie zuvor gehörte Westernmusik, als sich der Pfarrer, der mir eben noch rasch ins Kostüm geholfen hatte, zu uns Ersatzspielern umdrehte, mir tief in die Augen sah und mit fester Stimme sprach: »Du bist der nächste!«

Peter P. Neuhaus

Senfsemmeln

Als ich noch zur Schule ging, gab es gegenüber einen Busbahnhof, in dem sich auch ein winziger Fensterkiosk befand. Die ältere Frau, die darin wirkte, verkaufte vor allem Schnaps und Zigaretten und erzählte den Kunden aus ihrem bewegten Leben. Sie sei früher Fliegerin gewesen und habe als eine der ersten ein Motorrad besessen, weswegen das mit den Autobahnen auch ganz toll gewesen sei. Daß der Großteil ihrer Kundschaft aus jugoslawischen Gastarbeitern bestand, die kein Deutsch konnten, störte sie nicht, solange man sie nicht unterbrach und ihre Würstchen lobte. Für die Würstchen hatte ich nicht genug Geld, die Kioskchefin aber hatte die geniale Idee, aus einfachen Semmeln eine auch für Schüler erschwingliche Mahlzeit zu zaubern: Die Semmel wurde halbiert und dick mit Senf beschmiert. Das kostete dann 20 Pfennig und nannte sich schlicht und ehrlich »Senfsemmel«. Gierig verspeiste ich zwei davon noch auf dem Heimweg. Eines Tages aber blieb der Kiosk geschlossen und wurde bald abgerissen. Keine Senfsemmeln mehr, und niemals ist es mir geglückt, selbst eine zuzubereiten. Inzwischen habe ich begriffen, was sie so besonders schmackhaft machte: Es war nichts anderes als das gute Gefühl, einen weiteren Schultag überstanden zu haben.

Tibor Rácskai

Höflichkeit im Straßenverkehr

Immer häufiger stelle ich fest, daß Autofahrer an einer Ampel nicht mehr bis zur weißen Linie vorfahren, sondern etwa fünf Meter davor halten. Man kann die Sache mit dem Diskretionsabstand auch übertreiben.

Ulf Wentzien

Supersupermarkt

Letzte Woche steuerte ich auf den großen Real an der Kasseler Weserspitze zu, vor dessen Eingang sich ein zankendes Junkie-Pärchen niedergelassen hatte. Da stieg in mir für mehrere Sekunden der Wunschtraum auf, auf dem Flachdach des Baus für diese und alle anderen Realitätsflüchtigen einen eigenen Supermarkt zu errichten: den Surreal.

Mark-Stefan Tietze

Stillfrage

Mütter sollten Muttermilch grundsätzlich erst nach dem Abpumpen einfrieren. Ansonsten droht böse Bronchitis.

Günter Flott

Auf Augenhöhe

Ich werde es vermissen: das leicht verschämte Ankleiden morgens nach der Dusche, dann der erste gemeinsame Kaffee, die verlegenen Blicke über meinen Rechner hinweg bis zur Mittagspause, schließlich die unabwendbare Trennung nach einem langen Arbeitstag, meist ohne ein Wort des Abschieds. Nun ist das Baugerüst an meinem Wohnhaus abmontiert, die aufmerksamen Männer darauf sind weg, und ich werde wieder alleine aufwachen müssen.

Katrin Bolbeth

Für Gutfried Benn

Auf deine Lider leg ich Hummer,
in deine Lippen schieb ich Nuß,
indessen ich das Steak, den Lummer,
doch ganz alleine essen muß.

Um deine Züge leg ich Flower,
auf deine Ziege leg ich Lauch,
indes die Wurst, die Brüh-Krakauer,
wandert allein in meinen Bauch.

Du, die zu schwach, um Fleisch zu essen,
du, die nicht äße, was ich eß –
drum können wir es gleich vergessen.
Ach, Veggie-Girl: Das gäb nur Streß.

Anselm Neft

Männliche Grenzerfahrung

Ich hütete das Haus meiner Eltern. Diese heizen seit der Ölkrise in den siebziger Jahren mit Holz. Vorteil: CO2-neutral. Nachteil: Morgens vorm Duschen muß man erst mal Feuer machen. Jeden Morgen fühlte ich mich unglaublich männlich. Feuer gemacht! Ich! Mann! Kerl! Und wozu? Um warm zu duschen.

Volker Surmann

Öko-Tip

Umweltbewußt genießen: Fahrgemeinschaften zum Zigarettenautomaten bilden.

Erich Klepptenberger

Hoffnungslos

Da mir ein Bekannter zum wiederholten Male erzählte, die amerikanische Mondlandung sei ein gigantischer Fake gewesen, versuchte ich es mit paradoxer Intervention: Ich erklärte ihm, daß die Amis gar nicht auf dem Mond gewesen sein könnten, weil es nämlich Amerika gar nicht gebe. Das hätten die Nazis erfunden, um dem deutschen Volk ein weiteres häßliches Feindbild präsentieren zu können, was ja auch heute noch mitunter trefflich funktioniere. Jetzt bombardiert mich der Mann seit Tagen mit Material aus dem Internet, welches unwiderlegbar beweist, daß Amerika existiert.

Karsten Wollny

Auszeichnung

Endlich kam die Bestätigung über meine Anerkennung als Hartz-IV-Empfänger. Stolz und zärtlich nenne ich sie seitdem »mein Armutszeugnis«.

Frederik Moche

Zahn und Seele

In seinem ersten Berufsleben war mein Zahnarzt Psychotherapeut. Daß sich das nicht unbedingt gut verträgt, merkte ich, als er mir sagte, er halte ja nichts davon, Zahnseide jeden Tag anzuwenden; er selbst benutze sie nur ein, höchstens zwei Mal in der Woche. Denn nur, wenn die Abstände nicht zu klein seien, könne man beim Ausspucken den »ganzen Dreck« sehen, der beim normalen Zähneputzen nicht weggehe, und deswegen sei dann der kathartische Effekt der Zahnreinigung auch viel größer.

Benedikt Fait

Fröhliche Hundegeschichten (Schluß)

Als die Apokalypse dann endlich kam, war sie natürlich ganz anders als erwartet: weder mit einem Knall noch einem Wimmern, weder in Feuer noch in Eis ging sie unter, die liebe Welt; vielmehr geschah alles gleichzeitig: Russische Terroristen hatten einen Asteroiden auf die Erde dirigiert, der innen mit klimaschädlichen Atomraketen gefüllt war. Als der auf die Erde stürzte, landete er zufällig punktgenau auf dem Tor zur Hölle (Nähe Stadtallendorf), die fortan natürlich keine Seelen mehr aufnehmen konnte, so daß a) die ganzen Sünder als Zombies auf der Erde scharwenzelten; b) das Inferno nicht mehr richtig klimatisiert wurde, die Erdinnentemperatur stieg und die aus »2012« bekannten Folgen eintraten: Kalifornien versenkt, Hawaii getoastet, ein untoter Dalai Lama bläst noch einmal ins Schofar.

Fünf Jahre später: In den Ruinen Deutschlands leben der letzte Hund und sein treuer Mensch, immer auf der Hut vor den islamistischen Zombies. Richtig gehört: Die Verantwortung liegt beim Hund, denn der Mann ist alt, halbblind, dreivierteltaub, in der SPD und hat von dem ganzen Weltuntergang nur mitbekommen, daß die Zigarettenautomaten nicht mehr befüllt werden. Der Hund hat natürlich alle Pfoten voll zu tun: Haushalt machen, Funksprüche schicken, die Weihwassersprenger im Garten regelmäßig neu einsegnen. Und dann natürlich der Fortbestand der Art: Der Hund rettet im Alleingang die letzte Frau (Scarlett Johansson), die von den Muslimzombies gefangengehalten wird, kleidet sie neu ein und erklärt ihr dann den Haken an der Sache – der letzte Mann auf der Welt ist niemand anderes als der alte Gerhard Schröder, der, und jetzt kommt’s, eigentlich auch schuld ist am Weltuntergang, d.h. selbst wenn die beiden nun die Erde neu besiedeln, die Menschheit ist auf jeden Fall verdammt. Sie müssen sich entscheiden. SPOILER: Nachdem sie schon völlig verzweifelt sind, hat die kluge Scarlett eine Idee. Gemeinsam töten sie Gerhard Schröder, stillen mit seinem Fleisch den Hunger der Untoten und zeugen dann in einer natürlich schon eher sodomitischen, aber ästhetisch absolut überzeugend dargestellten Liebesnacht einen wunderschönen Menschenhund, der die besten Eigenschaften beider Spezies vereint: Nibelungentreue und Giftzahn des Hundes, Erfindungsgabe und Grausamkeit des Menschen. Eine neue Ära beginnt, die überlebenden Zombies verschanzen sich und kämpfen nun täglich gegen die Menschenhundehorden da draußen. Schließlich ist Gott vollends angewidert und macht das Licht aus, diesmal für immer.

Leo Fischer

Textilien und Hitze

Was passiert eigentlich mit meiner 30-Grad-Wäsche, wenn ich sie bei 40 Grad naßschwitze?

Vivian Bomert

Chiffre

Der deutsche Geheimdienst hat die Aktionen der NSA auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Vorher hat er die Aktionen des NSU auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Kann man daraus Narrenfreiheit für das Niedersächsische Studieninstitut Oldenburg ableiten?

René Lingnau

Transportprobleme

Welchen Zweck, abgesehen von der Behinderung beim Einsteigen, erfüllen eigentlich die Stangen im Türbereich der U-Bahn-Wagen? Hat etwa jemand ernsthaft mal versucht, da mit seinem Smart reinzufahren? Und sich dann noch beim Schaffner darüber beschwert, daß der Automat im Zug dafür kein Ticket bereithält? Die Leute werden ja schließlich immer dreister!

Burkhard Niehues

Tip für Spätaufsteher

Nach dem Wichsen einfach noch etwas liegenbleiben.

Valentin Witt

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 16.07.:

    Die "Welt" berichtet über Martin Sonneborn und seine Rede gegen Ursula von der Leyen.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«