Vom Fachmann für Kenner | Juni 2013


Artenvielfalt

Kochen dient der Völkerverständigung. So erlebt, als unser neuer thailändischer Mitbewohner für die WG zum Einstand eine Fischsuppe kochte. Bei der Zubereitung gab er von Haiflossen, Seehecht und Thunfisch über Garnelen bis hin zu Calamari und Muscheln alles in den Topf, was an Kiemenatmern in den Ozeanen der Welt existiert. Unseren unausgesprochenen Vorbehalten begegnete er mit einem feinen asiatischen Lächeln und dem Hinweis, daß der köchelnde Sud in seiner Heimat unter dem Namen World Wildlife Fond firmiere.

Thorsten Mausehund

Draculogie

Rettung für wissensbrünstige Teenies auf Twilight-Entzug! Nachfahren Bram Stokers haben in einer sargförmigen Kiste ein unveröffentlichtes Manuskript des vermutlich untoten Dracula-Autors entdeckt. Keinen Roman, sondern ein dämonologisches Nachschlagewerk: »Brams Vampirleben«. Darin beschreibt Stoker bisher unbekannte Vampirsorten wie etwa den Fanpir, der in jungen Jahren nur Teddybären beißt, und beantwortet inhumanbiologische Fragen, z.B. ob Vampirzähne nach der Pubertät noch wachsen.

Jonny Rieder

Aus einer unveröffentlichten Reportage

»Sie sind die Ausgestoßenen der Gesellschaft: Treibhausgase.«

Valentin Witt

How to prepare Tapas

Für Fachmänner ist das Herstellen original spanischer Tapas ein Klacks. Anleitung dazu gibt in guten »All inclusive«-Hotels der Tapas-Tölpel. Der Tapas-Tölpel wird vom mühsam werbenden Animations-Schnösel als herausragender Küchenchef angekündigt. Der Animations-Schnösel wirbt damit, daß die Teilnehmer eine einzigartige Einführung in die Zubereitung der einzigartigen kulinarischen Spezialität Tapas erhalten, und alle Teilnehmer dürften sich anschließend als Tapas-Küchenchefs bezeichnen. Der Aufforderung folgen selten mehr als zwei Paare. Die beiden Paare stehen dann da und manschen marinierte Paprika aus der Dose und marinierte Zwiebeln aus der Dose und Thunfisch aus der Dose zusammen. Sie häufeln die Pampe auf kleine, salzlose Weißbrotscheibchen und dürfen sich vom Tapas-Tölpel ein begeistertes »Fantástico!« anhören. Dann lernen sie, wie man statt der Paprikapampe geschmacksarme Pfannkuchen-Stückchen, die Tortilla genannt werden, auf die salzlosen Weißbrotstückchen drauflegt und mit einem Zahnstocher durchpiekst: »Fantástico!« Dann lernen sie, wie man in Schinken gewickelte Garnelen durchpiekst und auf salzlose Weißbrotstückchen steckt. »Fantástico!« Dann lernen sie, wie man Käsestücke (Queso) auf salzlose Weißbrotstückchen legt und mit einer Lötlampe leicht erwärmt: »Fantástico!« Dann werden die ganzen fetten Häppchen noch mit Olivenöl übergossen und müssen gegessen werden, aber spätestens jetzt sollten Sie, so wie ich, den Ort des Geschehens verlassen.

Ludger Fischer

Tip

Der reiche Fuzzi, der den Briefkasten neben dem Markenautomaten mit einem halben Dutzend 1-Cent-Marken dekoriert hat, sollte sich unbedingt mal über die Vorzüge der Geldkartenfunktion aufklären lassen – oder größere Briefumschläge benutzen.

Burkhard Niehues

Beziehungsweise

Wenn ein Musiker sagt, er behandle sein Instrument wie eine Geliebte, dann hört sich das erst einmal recht poetisch an. Stellt man sich aber vor, wie sich eine Geliebte fühlen muß, der man, nachdem man genug auf ihr gedaddelt hat, den Saft abdreht, um sie in einem Koffer zu verstauen, wo sie dann, während der Geliebte mit seinen Mitmuckern noch mal auf ein Bier an die Ecke geht, warten muß, bis ihr der Künstler wieder Leben einhaucht, dann wirkt die Sache eher befremdlich.

Karsten Wollny

Karriere

Letzte Nacht schwer gefeiert. Morgens ein Blick in den Spiegel: Wenn ich beim nächsten Casting für »Körperwelten« mitmache, kriege ich dreimal »Ja« von der Jury und komme in den Recall.

Ulf Wentzien

Risiko, gut kalkuliert

Manchmal erlaube ich mir in der U-Bahn einen Spaß und setze mich in die breiten, verwaisten Sitze des Erste-Klasse-Abteils. Unangenehm wird es nur im Fall einer Kontrolle. Dann verliert die Aktion nämlich schlagartig ihren verruchten Charme, wenn ich mein gültiges Erste-Klasse-Ticket vorweise.

Christoph Maurer

So Fragen

Wenn, wie 2012 in Norwegen geschehen, eine Frau ihrer Tochter die Gebärmutter spendet – erkennt der Uterus dann, daß der Körper, in dem er steckt, vor vielen Jahren in ihm gesteckt hat? Und wenn die Tochter schwanger wird – gebiert sie dann ihre eigene Halbschwester? Und kann diese auch noch mal die Gebärmutter der Großmutter verwenden?

Patricia Weidinger

Belegexemplarisch

Wenn du das hier nicht liest, muß ich mir die TITANIC selber kaufen.

Harald Wurst

Steigerung

Schlecht: Zahnpastadeckel fällt ins Klo.

Schlechter: Man vergißt, daß der Zahnpastadeckel dort gelandet ist, und benutzt das Klo.

Fast schon wieder witzig: Deckellose Zahnpastatube entgleitet Richtung Klobürste.

Daniel Zürn

Aus dem Beruf

Es war übrigens doch kein Juxanruf, als vor kurzem der für seine exzentrische Art bekannte Reptilienfanatiker Markus L. unserem telefonischen Notdienst mitteilte, er habe den Verdacht, seine Königspython versuche ihn zu erpressen.

Felix Jentsch

Türkische Spezialität

In der Dönerbude bestelle ich normalerweise immer Lahmacun oder ganz klassisch Döner. Beim nächsten Besuch möchte ich aber auch mal so ’nen Halal probieren.

Tanja Hötzle

Neue Frauen?

Ein Freund sieht vor sich auf der Straße ein knutschendes Pärchen, um die achtzehn Jahre alt. Eine Hand des jungen Mannes ruht auf dem gutgebauten Gesäß der Dame. Der Freund schaut einen Augenblick wie gelähmt darauf, da ruft der junge Mann ihm zu: »Geiler Arsch, was?« Der Freund, überrascht und ein wenig beschämt, dann aber doch aufrichtig: »Das kann man wohl sagen.« Da löst die junge Frau sich aus der Umarmung ihres Gefährten, wendet sich dem Freund zu und sagt artig: »Dankeschön.« Zeigt sich da eine neue weibliche Aufgeschlossenheit gegenüber rustikaler Anerkennung?

Christof Goddemeier

Pollenfluch

Übersehenes Filzkraut (Filago neglecta), Pfriemenkresse (Subularia aquatica), Langläufigeres Habichtskraut (Hieracium longistolonosum), Silphion (Ferula historica): Auf diese ausgestorbenen Pflanzen reagiere ich laut meiner Allergologin mit vermehrter Histamin-Ausschüttung.

Georg Schmitt

Was gesagt werden muß

Oft kann ein Vergleich helfen, heiße Eisen etwas abzukühlen – wie etwa die knifflige politische Frage, ob ein Antizionist zugleich Antisemit ist: Ich lehne schließlich den Nationalstaat Deutschland auch ab und bin trotzdem leidenschaftlicher Germanist.

Aiko Kempen

Objektpermanenz

Nach dem Entwicklungspsychologen Piaget sind Kinder erst ab dem Alter von acht Monaten in der Lage zu begreifen, daß Objekte, die aus ihrem Blickfeld verschwinden, trotzdem weiterexistieren und sich nicht einfach in Luft auflösen. Dem muß ich allerdings widersprechen: In der achten Klasse versuchte ein Schulfreund, den Bikini einer hübschen Blondine in einem Reisekatalog wegzuradieren, wodurch jedoch – anders als erwartet – nur ein weißer Fleck entstand. Den Bikini haben wir danach, trotz intensiver Suche, nicht wiedergefunden.

Benjamin Bäder

Romananfang

Warum fällt einem… einer… nee… – Warum fällt es einem so schwer… Quatsch! Warum ist es eigentlich… ach, Scheiße! (Nach Zerknüllen verreist).

Nikolai Thom

Rehabilitation Bedauernswerter

All die Großkopferten, die nun mit dem Steuerrecht und der Moral in Konflikt geraten sind, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Wenn sie zusammenlegen, können sie die neue Diagnose »Geldsucht« etablieren. Für ihr Opferleid entschädigt sie dann der vorher gemachte Gewinn.

Michael Höfler

Letzter Versuch

Da sich mein aktuelles Buch »Mißerfolg im Beruf« leider fast ebenso schlecht verkauft wie mein Erstling »Mißerfolg bei Männern«, ruhen meine ganzen Hoffnungen nun auf meinem nächsten Werk. Es erscheint in wenigen Wochen und trägt den Titel »Mißerfolg mit Ratgebern«.

Tanja Schmid

Angebot

Die Freundin droht, Sie zu verlassen? Das wollen Sie verhindern? Dann lassen Sie Blumen sprechen: Überraschen Sie sie einfach mit einem hübschen Strauß Verpißdeinnicht.

Frederik Moche

Doppelwiedergänger

Nach seinem Tod war mein Großvater öfter zu Hause als vorher. Plötzlich war er immer da. Natürlich wußte ich, daß er tot war und ich ihn nicht berühren konnte, aber körperliche Nähe war bis dahin eh nie ein großes Thema gewesen. Ich hatte einen Schulkameraden, dessen Vater arbeitslos war und den ganzen Tag im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß. Wenn dieser Schulkamerad alleine sein wollte, ging er in sein Zimmer und machte die Tür hinter sich zu. Mein Großvater aber war immer da, auch wenn ich vor der schlechten Laune meiner Eltern in mein Zimmer flüchtete, und er begleitete mich überallhin. Es ist nicht gut, wenn Großeltern ihre Enkelkinder überallhin begleiten – aber was sollte ich tun, außer, ihn zu bitten, mich wenigstens auf dem Klo alleine zu lassen? Hat aber nicht geholfen, er hat sich nicht einmal umgedreht. Ich glaube, daß es meiner Großmutter ähnlich ging; das hat sie ein paar Mal auch so gesagt: »Er ist immer noch da.« Das kann aber nicht stimmen, denn er war immer bei mir. Entweder irrte sie sich oder sie log, oder mein Großvater hatte einen Doppelgänger.

Tibor Rácskai

Produktempfehlung (4)

Die »Freshona Premium Cornichons mit feiner Honignote«, die man bei Lidl erstehen kann, tragen zwar einen gewöhnungsbedürftigen Namen, gehören aber sonst zu meinen absoluten Lieblingsprodukten. Sie sind erstens so klein, wie Cornichons sein sollen – anders als bei der Konkurrenz, wo einem unter dieser Bezeichnung inzwischen jeder dicke Gurkentrumm untergejubelt werden soll. Zweitens verfügen sie über den praktischen Abtropflift, so daß man, wenn man einmal keine Gabel zur Hand hat, bedenkenlos Gürkchen naschen kann, ohne die Finger im Sud zu baden. Und drittens ziert sie natürlich die feine Honignote – ideal auf dem Frühstücksbrötchen oder nachmittags in einer schönen Tasse Tee.

Mark-Stefan Tietze

Fußgängerzonenzombies

Erlischt der Mensch bereits vor oder erst nach Erwerb eines Kleidungsstücks mit dem Wolfstatzenlogo?

Matthias Schreiber

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Toller Service, »Manager Magazin«:

»Prokrastinations-Test: Sind Sie der König der Aufschieber?« Wir wollten uns natürlich sofort testen, aber leider war noch der Abwasch zu erledigen, und spazierengehen wollten wir ja auch, und endlich auf diese eine Mail antworten …

Aber morgen dann ganz sicher! Titanic

 Carlos Ghosn (Großkapital)!

Carlos Ghosn (Großkapital)!

Einst haben Sie aus Nissan, Renault und Mitsubishi ein internationales Bündnis geschmiedet. Seit November letzten Jahres sitzen Sie in Tokio in Untersuchungshaft; Sie sollen gegen Börsenauflagen verstoßen, Ihr Gehalt falsch ausgewiesen und private Verluste auf Nissan übertragen haben. Selbstverständlich wehren Sie sich gegen die Vorwürfe, wittern »Verrat« und die »Verschwörung« einer »Armee«, die Ihnen gegenüberstehe.

Nun wissen wir nicht, was an den Anklagepunkten dran ist, aber Herrgott, Ghosn, geht man allein nach Ihrem Äußeren, wundern wir uns, dass Ihnen nicht viel ärgere Untaten zur Last gelegt werden. Sie sehen aus wie jemand, der regelmäßig Dinge blafft wie »Ich hab genug gehört« und »Schafft ihn weg!«. Wie jemand, der mit einem Knopf unter der Schreibtischplatte eine Falltür öffnen kann. Jemand, der sich mit Blick aus dem obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers einen 60 Jahre alten Whisky einschenkt, den er seiner globusförmigen Hausbar entnommen hat, während einer seiner Konkurrenten gefesselt und geknebelt vor ihm kniet. Kurzum: Man würde Ihre Besetzung als Bond-Bösewicht wegen Klischee-Übererfüllung ablehnen. Von Ihrem spukhaften Nachnamen wollen wir gar nicht erst anfangen!

Heute mal oberflächlich: Titanic

 Huhu, »Welt«-Journalist Peter Praschl!

Ein Texteinstieg muss neugierig machen, packen, sonst wird der Rest nicht gelesen. Das gilt besonders für Bezahlinhalte, deren erster Absatz frei einsehbar ist, und so begannen Sie einen Artikel über Sharon Tate mit den Worten: »Nichts wirkt so belebend wie eine ermordete junge Frau. All diese Fantasien, die sie entfacht – was aus ihr noch hätte werden können.«

Nun lässt sich eine Paywall aber rein technisch schwer überwinden, wenn man beim ersten Satz direkt auf den Bildschirm kotzen muss. Denn abgesehen davon, dass junge Frauen es deutlich weniger erfrischend finden, ermordet zu werden, als Sie und jemand, der sich statt mit Limonade mit Femiziden erfrischt, eher in die Psychiatrie als in die Medien gehört, evoziert Ihr Ekelgeschwalle in uns das Bild, wie Ihnen beim Schreiben solcher Widerlichkeiten die Hose aufgeht, und gegen solch starken Brechreiz ist noch kein Kraut gewachsen.

Immerhin, Praschl, stellt sich, sollte Ihnen etwas zustoßen, nicht die Frage, was aus Ihnen noch hätte werden können. Klar wäre einfach: Es wird keine neuen Texte von Ihnen geben. Und diesen Gedanken findet sehr belebend: Titanic

 Schwach, Bundesagentur für Arbeit!

Da wurdest Du dafür kritisiert, dass Du eine Hartz-IV-Empfängerin zum Lösen veritabler Grundschulaufgaben gezwungen hast. Auf die Netzschelte wegen Anweisungen wie »Schreibe unter das Bild das passende Wort« hin knicktest Du sogleich ein: »Wir können gut verstehen, dass die Teilnehmenden dies kritisieren, und teilen diese Meinung auch.«

Dabei, Bundesagentur, schulst Du damit unserer pädagogischen Expertise nach diese am Arbeitsmarkt unentbehrlichen Fähigkeiten: 1. bedenkenlos Befehle ausführen, 2. stupide Jobs erledigen, 3. Hilflosigkeit ertragen wie ein Kind, 4. das Gutsherren-Du akzeptieren und 5., am wichtigsten, komplette Selbstaufgabe!

Regt sowieso eine Umbenennung in Bullshitjob-Agentur an: Titanic

 Jetzt mal im Ernst, MDR!

In einem Spielbericht hast Du behauptet, alle drei Tore seien »durch einen ruhenden Ball« gefallen. Muss sich der Ball nicht doch ein ganz klein wenig bewegen, damit ein Tor fallen kann?

Fragt in sich ruhend, den Toren beim Fallen zusehend: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Verpasste Gelegenheiten

»Rückblickend hätte ich schon einiges anders gemacht«, sagt die Mittzwanzigerin am Nebentisch. »Zum Beispiel hätte ich mit meinem Freund damals eigentlich gern mehr Zeit verbracht. Dann hätten wir uns auch viel früher getrennt.«

Tilman Birr

 Genialer Lifehack

Du bist gerade unterwegs und möchtest wissen, wie spät es ist? Dummerweise hast du zwar keine Uhr, dafür aber eine Sozialphobie im Gepäck, kannst also auch keinen Fremden auf der Straße fragen? Kein Problem! Suche einfach den nächsten Supermarkt auf. Wähle eine Tütensuppe aus (ich habe sehr gute Erfahrungen mit der »Frühlingsgemüsesuppe« gemacht), gehe zur Kasse und bezahle sie. Tadaa! Auf dem Bon findest du die Uhrzeit. Auf die Sekunde genau.

Katharina Greve

 Feindschaftspreis

Seit ich hier in Berlin wohne, hole ich mir bei meinem bevorzugten asiatischen Restaurant regelmäßig das einzige vegane Gericht. »6,90 Euro – für dich!« hieß es dort stets schmunzelnd vom Chefkellner. Letztes Mal überreichte mir erstmals eine andere Bedienung meine Bestellung: »Macht dann 5,90 Euro.«

Dominik Mauer

 Russtikal

Die einen nennen die klassische Technik, wenn einen beim Wandern das Unwetter überrascht, schlicht »nackter Oberkörper« – für mich jedoch ist das »die russische Regenjacke machen«.

Theobald Fuchs

 Das Urteil

Seit sich in unserem Kafka-Lektürekreis herumgesprochen hat, dass die Dohle auf tschechisch »kavka« heißt –was, nebenbei bemerkt, natürlich auch Franz Kafka bekannt war und Spuren in seinem Werk hinterlassen hat –, wird bei uns statt des Ausdrucks »kafkaesk« nur noch das Wort »dohlenartig« verwendet. Anfangs hat mich das ja durchaus amüsiert, aber jetzt, nach etlichen Monaten, wirkt das Ganze auf mich doch eher albern oder zwanghaft. Teilweise finde ich die Situation sogar regelrecht dohlenartig.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.03.:

    Für die Taz hat Fabian Lichter den Fußballbundestrainer Jogi Löw interviewt.

  • 15.03.:

    Die "Junge Welt" im Gespräch mit Martin Sonneborn über Turbopolitik.

  • 15.03.:

    Leo Riegel ist einer der drei Gewinner des NABU-Cartoon-Wettbewerbs. Wir gratulieren!

  • 13.03.:

    Das "Journal Frankfurt" berichtet über Chefredakteur Moritz Hürtgen.

  • 12.03.:

    Zu den Regierungskrisen der vergangenen zwölf Monate zählt die "Süddeutsche Zeitung" u.a. Moritz Hürtgens Twittercoup über einen angeblichen Fraktionsbruch.

Titanic unterwegs
25.03.2019 Bonn, Pantheon Martin Sonneborn
26.03.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner
26.03.2019 Münster, Aula am Aasee Martin Sonneborn
27.03.2019 Lingen, Centralkino Max Goldt