Vom Fachmann für Kenner | Oktober 2011


So gesehen

Ich finde es ja immer etwas einseitig, wenn auf unsere Polizei geschimpft wird. Wer soll denn die ganzen Maisfelder durchsuchen, wenn mal wieder ein kleines Kind entführt worden ist? Ich mach’s jedenfalls nicht.

Christian Martin

o.B.

Da ich mich vor Blut, Spritzen und also vor vielen Behandlungen im Krankenhaus wie ein Blöder fürchte, mir jedoch ein Übertritt zu den Zeugen Jehovas unverhältnismäßig scheint, habe ich beschlossen, ab sofort einfach nicht mehr an Blutgruppen zu glauben.

Sebastian Klug

Wasserkochen

Tröstliche Bemerkung im Gespräch zweier frustrierter Trompeter, fallengelassen nach einer Probe der Feuerwehrkapelle: »Louis Armstrong, Dizzy Gillespie und die ganzen anderen Jazz-Helden – die blasen doch auch alle nur mit Luft!«

Theobald Fuchs

Fröhliche Hundegeschichten (IV)

Als der listenreiche Odysseus seinen Hof in Ithaka verließ, blieb neben Weib und Gesinde auch sein getreuer Jagdhund Argos zurück, ein japsender Heißsporn aus Muskeln und Fell, den er selber erzogen hatte. Als dieser nun die Abwesenheit seines Herrn bemerkte, wollte sich der treue kleine Räuber auch in dessen Abwesenheit nützlich machen, und so tobte er für Stunden durch Feld und Tal, jagend auf wilde Ziegen, auf flüchtige Mäuse und Autos, grub nach verborgenen Schätzen und verspritzte seinen Urin tüchtig in der Landschaft. Doch bald erschien ihm dies Unterfangen als reichlich blöde, und er erinnerte sich daran, wie sehr sein Meister Steaks mochte. So beschloß der liebe Kläffer, dem Odysseus eine Freude zu machen und ihm einen Vorrat seiner Leibspeise anzulegen. Nimmermüde hoppelte der lustige Vagabund auf der Insel herum und stahl hier ein Steak, ergaunerte dort ein anderes, und ein jedes duftete köstlich, und er legte sie alle auf einen großen Haufen. Als Odysseus zwanzig Jahre später wiederkam, war natürlich alles verfault und Ithaka ein riesiger Saustall, und der dumme alte Köter lag auf dem Mist und wedelte wie blöde, und die Kabel waren auch alle durchgebissen. Ein wandernder Tierarzt konnte Argos zum Glück geschwind erlösen, und Odysseus hatte seine wohlverdiente Ruhe.

Leo Fischer

Shoe World Order

Bei E-Bay wollte ich ein schönes Paar Schuhe ersteigern. Leider endete die Auktion um 9 Uhr morgens, und Schuhe soll man doch immer am späten Nachmittag kaufen.

Torsten Gaitzsch

Vorurteile

Beim Joggen durchs nahe gelegene Stadtwäldchen mußte ich letztens ein Loch und eine Ladung Kies mitten auf dem Weg überwinden, neben denen mir zwei Arbeiter, gestützt auf die Griffe ihrer Schaufeln, schweigend beim Ausweichen und Stolpern zuschauten. Eine Viertelstunde später kam ich auf dem Rundkurs wieder dort an. Das gleiche Bild wie zuvor, mit dem Unterschied, daß einer der beiden nun auf dem Schotterhaufen saß und meinen nächsten Ausflug ins Gestrüpp im Sitzen verfolgte. Beim dritten Zusammentreffen hatten es sich beide Arbeiter auf dem Kieshaufen bequem gemacht. Ich war versucht, die Herrschaften zu fragen, ob ich ihnen nicht vielleicht noch ein Pils bringen dürfte, schalt mich aber sofort für mein Vorurteil vom faulen, biertrinkenden Bauarbeiter, rannte statt dessen einmal mehr durch die Rabatten und kam schließlich ein letztes Mal zu besagter Stelle. Loch noch genauso tief, Kies noch genauso hoch; obendrauf die beiden Angestellten des städtischen Bauamts, statt Schippe nun tatsächlich mit Bierflasche in der Hand. Ich lief wie gewohnt durch Brennesseln und Brombeeren um sie herum, als einer der beiden einen Blick auf seine Armbanduhr warf und in meine Richtung knurrte: »Bestimmt Beamter. Nix zu tun!«

Daniel Sibbe

Jedem das Seine

Wieso brüllen mich eigentlich dauernd Opas an, ich solle mit meinem Fahrrad gefälligst die Fahrradwege benutzen? Hat Hitler die etwa auch gebaut?

Axel Tischer

Urlaubserkenntnis

Wenn die Italiener mit ihren Kindern genauso ungeduldig wären wie mit fremden Verkehrsteilnehmern, dann wären sie ein super Volk.

Christoph Virchow

WG-Gespräche unter Männern

»Hast gestern schon wieder gebadet. Könntest auch mal Wasser sparen.«
»Wozu?«
»An zukünftige Generationen denken!«
»Die bestehen aus Kindern und Kindeskindern von Frauen, die mich abgelehnt haben. Die können ruhig verdursten!«

Markus Riexinger

Diagnose

Konzentrationsschwäche, rasche Ermüdung, Hautirritationen, die zu Faltenbildung führen – das muß eine klassische Zeitallergie sein.

Katharina Greve

Freundschaft ohne Grenzen

Ein Freund ging für eine NGO nach Afrika, und für die letzten Besorgungen hatte ich ihm mein Auto geliehen. Seine SMS vor der Abreise lautete: »Sitze im Flieger. Leider liegt noch viel in der Wohnung rum. Gerade läuft noch Wäsche. Danke für alles. Der Wagen steht vor der Tür an der Grenze zum Halteverbot.« Der Job, den er in Afrika antrat, war übrigens Logistiker.

Martin Ratheke

Eine Vormundschaft,

erklärt die Großmutter, sei eine ernste Sache und werde nicht jedem angetragen. Daß sie diese Aufgabe nicht ablehnen konnte, habe auch daran gelegen, daß sie als einzige gewußt habe, wer der richtige Vater des kleinen Klaus gewesen sei. Nach dem Tod seiner Mutter seien die Stiefmutter und der Stiefvater mit der Erziehung des Kleinen kläglich gescheitert, deshalb habe sie von Amts wegen diese Rolle übernommen. Von ihr, der Großmutter, habe er aber keine Lehre annehmen wollen. Die Großmutter erklärt das damit, daß dieser Junge schon völlig verdorben gewesen sei, als sie die Vormundschaft übernommen habe. Deshalb sei sie auch nicht überrascht gewesen, als ihr Mündel sich nach dem Aufenthalt in verschiedenen Heimen und Strafanstalten umgebracht habe. Bei diesem Jungen, lacht die Großmutter, sei einfach alles schiefgelaufen, aber das sei ja nicht ihr Problem.

Ludger Fischer

Der Porno

Dort auf der »Venus«, in Berlin

Sein Stand ist vom Vorüberzieh‘n der Mösen
so schwach geworden, daß fast nichts mehr geht.
Ihm ist, als ob noch tausend Mösen dösen,
er schmäht die tausendnächste im Gebet.

Den weichen Samt stark penetrierter Schritte,
der sich auf allerkleinstem Laken gibt,
verfluchet er. Den Cumshot auch: Auf Titte
hat er seit Jahr und Tag nicht mehr »geliebt«.

Nur manchmal wohnt im Plot ein guter Wille,
der schickt ihm einen zweiten Mann herein,
bricht in die het‘rosexuelle Stille
und läßt das Treiben griechisch sein.

Holger Christoph Rilke

Rückblick: Summerfeeling 2011

1.) Gummistiefel fünf Nummern zu groß kaufen, 2.) in den Stiefeln die luftigen Flip-Flops tragen.

Markus Hennig

Zielgruppenorientiert

Im Radio wird ein Medizinjournal zum Thema »Alzheimer« angekündigt. Der Sprecher endet mit den Worten: »Nicht vergessen – in einer halben Stunde!« Kann man derart schöne, zielgruppengerechte Überleitungen nicht ausbauen? Z.B. das Thema »Hypersomnie« ankündigen mit »Rechtzeitig wieder aufwachen!«, den Beitrag über Minderwertigkeitskomplexe mit »Das dürfen sogar Sie hören«?

Martin Quetsche

Gesprächspartner vorübergehend nicht erreichbar

Yuppie-Paar im Zug. Er liest Zeitung, sie ein Frauenmagazin.

Er, ohne aufzublicken: »Wahnsinn, wie viele seltene Rohstoffe für die Handy-Produktion verbraucht werden. Da sollte man die Dinger eigentlich viel länger nutzen.«

Sie, schnippisch: »So? Und du motzt ständig rum, daß ich zuviel telefoniere!«

Thorsten Mausehund

Per Nachname

Obacht im Bekanntenkreis: Ein einziger Sommer, in dem man drei bis vier Hochzeiten verpaßt, kann aus bisher harmlosen Einzelpersonen ganz schnell menschliches Memory machen.

Annalena Hicks, geb. Hagenah

Typberatung

Wenn man einen Fachmann fragt, kriegt man es natürlich erklärt: daß es für die Kleiderfarben unserer Best-Ager nicht nur die Varianten Senioreneierschalengrau und Senioreneierschalenbeige gibt, nein, es verbirgt sich im dazwischen liegenden Farbspektrum auch noch ein modisch flottes Senioreneierschalenhellgraubeige bzw. so was komisch Schleimgelbes, wie nasser kranker Seetang. Dazu passen auch in dieser Saison flotte Sommersandaletten in Sandalettenoptik, wahlweise eine zierliche eierschalenfarbene Frau, die man gern in aller Öffentlichkeit ein klein wenig anschreien darf, um sie darauf hinzuweisen, daß man RICHTIG auf den scheiß Ampelknopf drücken muß, DAMIT GRÜN KOMMT!

Peter Neuhaus

Ausgelagert

Eine dicke Bekannte zu einer dünnen Bekannten, seufzend: »Ach, wenn ich du wäre, würde ich den ganzen Tag nur essen!« Wäre dann ja schließlich auch nicht ihr Körper.

Katharina Weiß

Titelvorschlag

Die Studentenjahre des James Bond: »Morgen ist auch noch ein Tag«.

Thomas Tonn

Vaterfreuden

Jetzt kann ich es Ihnen ja verraten: Ich habe keine Kinder, weil meine Frau sich einfach nicht für meine Namenswünsche erwärmen kann. Für Töchter bevorzuge ich etwa Lafifi und Wumumba (ja, das ist ein Mädchenname, hat schließlich ein A am Ende, nicht?), hauptsächlich, damit ich dereinst nach Jahren vollkommen berechtigter Rebellion meiner Töchter dies ausrufen kann: »Lafifi, Wumumba – was habe ich euch bloß getan?« Auch im Rennen: Lellebelle. Weil es sich so gut besoffen aussprechen läßt. Ja, warum nicht gleich beide Töchter so nennen: »Leeeellebellä, kommmnnher. Nein, die andere!« Jungennamen zu finden, fällt mir schwerer, doch auch hier habe ich einen Favoriten: Penis. Damit ich dann Sätze hören darf wie »Klecker doch nicht immer so rum, Penis«, »Ihr Penis ist zwar aufmerksam und fleißig, muß sich aber noch im Betragen verbessern« oder »Einen süßen kleinen Penis haben Sie da«. Obwohl – den höre ich auch so schon oft genug.

Tim Wolff

Lebenslauf

Nach Rücksprache mit meinen Ärzten, dem Versicherungsvertreter und dem Steuerberater habe ich beschlossen, fortan deutlich gesünder zu leben als bisher. Ich will ja schließlich auch was haben von meiner Altersarmut.

Björn Boch

Klausel

Ob ich eigentlich von meinem Handyanbieter vertraglich dazu verpflichtet werden kann, am Ende jedes Telefongespräches hinzuzufügen: »Von meinem I-Phone angerufen«?

Emily Wood

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Als auch im sechsten Jahr seiner Amtszeit immer noch weithin unbekannter Vorsitzender der Linkspartei landeten Sie mit einem Tweet zur bayerischen Kruzifixverordnung einen satten und vielzitierten Treffer. Darin erklärten Sie gewitzt: »Statt jeder Behörde ein Kreuz zu verordnen, sollte die CSU sich lieber wieder um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern. Da haben Söder und Co. massiv Nachholbedarf.«

Alle Achtung, Herr Riexinger, da haben Sie ja rhetorisch einen wirklich mächtigen Hammer rausgeholt. Allein: wozu? Doch nur, um damit einen winzigkleinen Nagel auf den hohlen Kopf zu treffen – und mit diesem wiederum die ungeliebte Konkurrenz in Person des blöden Söder versuchsweise ans Kreuz der öffentlichen Meinung zu schlagen. Denn was heißt schließlich, die CSU solle sich »wieder« um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern? Das hat diese auf Polizeistaat, Spezlnwirtschaft und Rechtsauslegertum spezialisierte Partei in den 72 Jahren ihres Bestehens doch noch nie getan. Nicht einmal! Und das erwartet auch keiner ihrer Wähler von ihr.

Kurz gesagt: Statt anderen Parteien naseweis den Widerspruch zwischen hehrem Namen und tatsächlicher Politik vorzuhalten, Genosse Riexinger, sollten Sie sich lieber wieder um linke Werte kümmern!

Sieht auch beim Aufbau des Sozialismus Nachholbedarf: Titanic

 Marlene Mortler, Drogenbeauftragte!

Als Asketin in chief forderten Sie zuletzt eine Verteuerung alkoholischer Getränke. »Billigalkoholika zum Discountpreis«, wie Sie mit tautologischer Schärfe verlautbarten, »haben nichts mehr mit Genuß zu tun, sondern zielen auf Masse und animieren gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum Saufen.«

Da können wir ja von Glück reden, daß die Maß im Bierzelt zwar durchaus zum Massenphänomen taugt, nämlich dem, daß Ihre CSU-Parteifreunde sich so lange damit begießen, bis sie zu betrunken sind, um der Wirtin noch ins Dirndl packen zu können, und freilich ferner noch bewirken mag, daß sie hinterher im selbstchauffierten Dienstwagen die Münchener Innenstadt zerlegen; jedoch bei den Preisen auf der Wiesn und dergleichen schwerlich von »Billigalkoholika« die Rede sein kann.

Aber was Alkoholkonsum in Ihrem Sinne angeht, könnte die Lösung doch so viel einfacher sein: Jede junge mittellose Schnapsnase sollte für ihre Trinkerei einfach eine großzügige staatliche Stütze erhalten (Arbeitstitel: ALK I). So kann sie sich künftig einfach 50 Jahre gereiften Gin gönnen, Sie können endlich mit Ihrem »Genuß« und jene in Zufriedenheit dahindelirieren.

G’suffa! Titanic

 Grünen-Kompostierer Robert Habeck!

Auf zwei vollen »Zeit«-Seiten im Fach Kommunikationssimulation gegen die Dünnpfiffkanone di Lorenzo anstinken zu können, das nötigt durchaus Respekt ab. Und doch genügt nur eines Ihrer Sätzlein, um die Sprach-, Gedanken- und Sinnlosigkeit Ihres politischen Daseins zu erahnen: »Das stimmt zunehmend weniger.«

Abnehmend mehr davon überzeugt, daß null bei Ihnen stimmt: Titanic

 Superstar Ingo Naujoks!

Superstar Ingo Naujoks!

»DB Mobil« gestanden Sie lachend Ihre Angst, beim Schlafen im Abteil beobachtet zu werden: »Vor allem Schulklassen. Da laufen oft Gruppen von fünf, sechs Kindern hin und her und tun so, als müßten sie auf die Toilette, während sie flüstern: Ist er das oder nicht? Da geh ich meist nach einer Weile hin und sage: Wollen wir ein Foto machen, oder wollt ihr ewig hier rumschleichen?«

Und lassen Sie uns raten: Die Schulkinder, die für Superserien mit Ihnen wie etwa »Morden im Norden« im Ersten sicher regelmäßig das I-Pad aus der Hand legen, antworten dann: »Wozu denn, wir suchen doch nur die Toilette, Herr Schaffner!«

Lacht: Titanic

 Hallo, Amazon!

Deine Anzeige »Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch« hat sich ja durchaus bewährt: Gruppenzwang als Kaufanreiz. Wenn nun aber bei Ansicht des Spritzmittels »Raupenfrei Xentari« als bald darauf folgender Kauf anderer Konsumenten »12 Dartpfeile mit 100 Spitzen« angegeben wird, könnte das nicht eher als Hinweis auf die Nichtwirksamkeit des Produkts verstanden werden?

Wirft auch gleich mit spitzen Gegenständen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leider

Als Engländerin in Berlin bemerke ich, daß deutsche Kinder andauernd falsche Wörter benutzen. Ein Beispiel: Viele deutsche Kinder sagen, daß Kaninchen Hasis sind. Die deutschen Kinder laufen über den Bauernhof mit ihren deutschen Eltern, schauen sich Kaninchen an und rufen: »Ei gucke, Mama, ein süßer Hasi!« Die Eltern sagen dann leider nie: »Nein, du Idiot, das ist kein Hase, das ist ein Kaninchen, das ist eigentlich eine total andere Spezies von Tier! Hasen haben viel längere Ohren und leben über der Erde! Mach nie wieder diesen Fehler! Du Idiot!« Statt dessen sagen sie: »Ja, mein Schneckerchen, so ein süßer Hasie, mit süßen Hasenohren! So süß! Laß uns mal die Schweine anschauen …«

Jacinta Nandi

 Portion Mut

Wenn ich schon frühmorgens, unmittelbar nach dem Aufstehen, am Aufreißen des Espresso-Portionstütchens scheitere, mich der für diesen Vorgang eigentlich gar nicht notwendigen Schere bedienen muß, dann fühle ich mich den Anforderungen des Lebens an sich nicht mehr gewachsen. Eine couragiertere Persönlichkeit hätte dieses Scheitern vielleicht in einen Triumph gewendet, wäre zum weltweiten Vorkämpfer gegen den Verpackungswahn und die Reinhaltung der Meere aufgestiegen. Aber wenn ich darüber nachdenke, fühle ich mich noch elender.

Burkhard Niehues

 Kochtip eines Studenten

Es schmeckt gleich doppelt so gut, wenn es von Pfand bezahlt ist.

Karl Franz

 Neulich in der U-Bahn

Einigermaßen verwundert ein paar Grundschüler das Wort »Paranoia« sagen hören. Dann panischer Gedanke: Sprechen die über mich?

Adrian Schulz

 Mantras und Mudras

Beim Yoga geht es nicht um Vergleiche oder Leistung, es fördert Achtsamkeit, Demut und Hingabe. Also gut, durch die geschlossenen Augenlider wird schon geprüft, wie weit die Nachbarin bei der Vorwärtsbeuge kommt, wie lange die Streberin ganz vorne den Pflug halten kann. Am Ende der Stunde kann ich dann endlich punkten, bei der Tiefenentspannung ziehe ich sie alle ab.

Miriam Wurster

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 21.06.:

    Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hat die TITANIC-Redaktion für einen Beitrag über Twitterfakes besucht.

Titanic unterwegs
24.06.2018 Berlin, Jägerklause Katharina Greve
28.06.2018 Stuttgart, Stadtbibliothek Katharina Greve
30.06.2018 Hamburg, Planten und Blomen Ella Carina Werner
02.09.2018 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Otto. Die Ausstellung«