Vom Fachmann für Kenner | Mai 2010


Schlussmachen heute

Wir können ja Facebook-Freunde bleiben.

Tina Manske

Roots Bloody Roots

Um nach einer schmerzhaften, aber äußerlich nicht sichtbaren Zahnwurzelbehandlung das den Schmerzen angemessene Mitleid zu erzeugen, sollte man zusätzlich zum betäubten, herabhängenden Mundwinkel auf dem Nachhauseweg noch einen Arm schlaff nach unten baumeln lassen und ein Bein nachziehen. Bedauernde Blicke und Worte (»… noch so jung!«) garantiert!

Daniel Sibbe

Liebe geht durch den Magen

Wenn eine Frau sagt, sie könne sich Sex nur dann vorstellen, wenn »die Chemie stimmt« – kann man sich dann vor Gericht darauf berufen, man habe dies für eine regelrechte Aufforderung gehalten, ihr K.o.-Tropfen ins Getränk zu mischen?

Jürgen Marschal

Vorbild Taube

Bei Minusgraden, die einen in lange Unterhosen, Wollsocken, Fleecepullis und Steppmäntel zwingen und in dieser lächerlichen Montur noch immer bibbern lassen, denkt kein Mensch mehr an Sex. Anders die Tauben. Eindrucksvoll balzen die Männchen mit geschwollenen Hälsen im Schnee um die Weibchen herum, die giggelnd hin und her trippeln und die Umwerbung sichtlich genießen. Im Sommer dann, wenn man appetitlos und dürstend von Schattenplatz zu Schattenplatz sprintet, trotzen sie zufrieden aufgebläht der Sonne und verdauen Eistüten. Neulich beobachtete ich sogar eine beschädigte Taube (einflügelig, halb gerupft), die mitten auf der Straße in aller Seelenruhe einen Döner aß. Ich an ihrer Stelle hätte mir ein stilles Eckchen zum Sterben gesucht. Ich Weichei.

Anna Leuschner

Blühende Landschaften

Immerhin auf das Prädikat »Gut (2,3)« kommt die mecklenburgische Stadt Waren (Müritz) im aktuellen Urteil der Stiftung Warentest.

Johannes Kreidler

Aus gewissen Gründen

Daß ich den Austritt aus der katholischen Kirche so lange vor mir hergeschoben habe, liegt vor allem an den unchristlichen Öffnungszeiten des Standesamtes. Ausgerechnet!

Moritz Hürtgen

Clever

»Ich habe mal das Geld für eine Fahrkarte aus dem Käßchen eines Obdachlosen genommen.«
»Was?! Und der hat nichts gemacht?«
»Ich habe mir ja extra einen ohne Beine ausgesucht.«

Miriam Zimmermann

Skikurs im Schwarzwald

Skilehrer trifft der Winter immer besonders hart. Sie müssen früh aufstehen, sind den ganzen Tag im Kalten und werden nicht gut bezahlt; nicht mal für regelmäßiges Essen reicht es offenbar, deshalb reden sie ständig vom Essen. Wenn die Kinder im Skikurs Pflugbogen fahren sollen, rufen die Skilehrer: »Pizza! Pizza! Mach Pizza!« Sollen die Ski parallel geführt werden, schreien die Skilehrer: »Pommes! Pommes!« Pommes liegen natürlich nie parallel auf dem Teller. Das wissen die Kinder, führen daher ihre Ski kreuz und quer und fallen hin. Dann liegen Ski und Kinder wirklich wie Pommes auf dem Teller. Diejenigen, die trotz Pommes-Ski noch stehen, hören: »Suppe! Suppe!« Vielleicht heißt es auch »super«? Wenn man ihnen nur endlich was zu essen geben könnte, den Skilehrern!

Bettina Jasper

Was Wahres dran

Es ist schon so, daß sich hinter jedem Aberglauben eine kleine Wahrheit versteckt. Viele Motorradfahrer fürchten ja, sie würden unweigerlich verunglücken, sobald sie einen Organspenderausweis ausgefüllt haben. Tatsächlich trifft dies nur zu, wenn sie es bei Tempo zweihundert tun, auf der linken Spur.

Theobald Fuchs

Kraut’s Not Dead

Redaktionssitzung bei einer Musikzeitung, die sich vor allem mit alten, fast schon toten Ostmusikern beschäftigt. Die neue Chefredakteurin kommt von einem westdeutschen Stadtmagazin und hat keine Ahnung, was im Osten musikalisch so abgeht. Die Redakteure aber auch nicht. Trotzdem kommt der Vorschlag, »doch mal ein Spezial über Krautrock zu machen«. Die Chefin ist begeistert: »Ja, Krautrock! Ist da nicht neulich der Schlagzeuger gestorben?«

Thomas Behlert

Meine Werkstatt

Jetzt, wo die kalte Jahreszeit endlich vorbei ist, wird es höchste Zeit, die alten Winterwitze einzulagern und die Sommerspäße aufzuziehen. Ich persönlich lasse das immer bei Pointe S machen.

Tanja Hötzle

Terrorgefahr

Seit ich einen Vortrag zum RAF-Attentat auf Hanns-Martin Schleyer gehalten habe, fällt mir auf, wie viele Kinderwagen in der Stadt unterwegs sind. Da heißt es ruhig bleiben! Das gelingt mir jedoch nicht immer, und so kommt es leider vor, daß mich beim Anblick eines Kinderwagens die Panik packt. Dann komme ich zum Beispiel aus einem Ladenlokal, sehe einen anscheinend herrenlosen Wagen auf dem Trottoir stehen und bekomme Kaltschweißausbrüche. Da kann ich dann nicht anders, als ihn mit einem beherzten Tritt umzustoßen – was natürlich stets Reaktionen der Kinderwagenbesitzerinnen nach sich zieht. Die meiner eigenen Frau sind übrigens am schmerzhaftesten.

Bernhard Löwenberg

Klimawandel

In der Sauna. Zwei Männerfreunde unterhalten sich. »… waren wir zelten, und Alter!, ich hab mir echt den Arsch abgefroren!« Ungläubig die Frage: »War Winter oder was?« Kopfschütteln: »Nö – ganz normale Jahreszeit!«

Martin Fürbringer

Feingefühl

Beim Umgang mit Promis ist zu beachten, daß man sich behutsam in ihre Perspektive hineinversetzt: Man kennt sie, wohingegen man selbst ihnen unbekannt ist. Einmal kam meiner Mutter und mir auf dem Münchner Ostfriedhof Dieter Hildebrandt entgegen, seine Miene dem Ort entsprechend. Nachdem er kaum außer Hörweite war, meinte meine Mutter: »Der hätte jetzt bestimmt angesprochen werden wollen!« Peinlich berührt drehte ich mich Richtung Hildebrandt um. Er war sensibel genug, es mir nicht nachzutun.

Michael Höfler

Neuigkeiten

Als mein Bruder beim Tabuspielen hektisch umschrieb: »Das hast du dir neulich stechen lassen« und ich auf den letzten Drücker »Tattoo!« hervorstieß, herrschte für einen Moment lang Stille. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich es meinen Eltern doch schonender beibringen sollen.

Emily Wood

Musik ist gesund

Zwei Musiker aus meiner Bekanntschaft beschließen, gemeinsam ein Volksmusik-Projekt zu starten, obwohl ihre Instrumente E-Baß und Tuba sind. Musikalisch klappt es auch, aber unerwartete Nebenwirkungen stellen sich ein: Die tiefen Töne zwingen sie dazu, ständig die Proben zu unterbrechen, um die Toilette aufzusuchen. Und jetzt? Altenheime als Zielgruppe? Wäre »Duo Peristaltik« ein guter Name?

Martin Quetsche

Nichts verlernt

Vor kurzem lernte ich eine junge Dame kennen, die sofort mit mir ins Gespräch kam, ihren Namen verspielt auf einen Zettel schrieb, mir diesen zuschob und nach zehn Minuten fragte: »Soll ich dir mein Bett zeigen?« Daß sie die Tochter eines Bekannten war und erst sechs, mag meinen Erfolg schmälern, aber ich habe mir schon gedacht: »Hey, du hast’s noch drauf!«

Tim Wolff

Wahrheitsgehalt

Mal überlegen: Wenn meine Freundin meint, Frauen könnten besser mit Worten umgehen als Männer, dann aber sagt: »Frauen können besser mit Worten umgehen als mit Männern«, welche Aussage ist dann falscher?

Ludger Fischer

C’est la vie!

Meine Eltern haben sich wohl dem genetisch determinierten Fatalismus ergeben und blicken viel gelassener auf mein schon längst die Regelstudienzeit überschreitendes Universitätsstudium, seit meine Schwester als bis dato jüngste Hoffnung der Familie nach einem Jahr Französischunterricht auf dem Gymnasium »la même chose« mit »die Mutter hat gewählt« übersetzt hat.

Matthias Stangel

Frau Schuh und ich

Als junger Mann hatte ich einmal ein Erlebnis. Und das ging so: Ich stand mit einer mir noch nicht allzugut bekannten Dame namens Frau Schuh vor dem Blumengeschäft, über dem ich damals wohnte. Wir hatten den Abend miteinander verbracht, waren alkoholisiert und tändelten unentschieden. Sie zierte sich und zögerte, mit hinaufzukommen; als Begründung führte sie an, daß dann ja doch nur »das Unausweichliche« geschehen würde. Wiederholtes Abstreiten meinerseits half nichts, also schlug ich ihr ein Geschäft vor, auf das sie sich zu meiner Überraschung einließ: »Ich wette mit dir um 50 Mark, daß nichts passiert.«
Der Begriff »Win-Win-Situation« ist mir eigentlich unsympathisch, und ich verwende ihn nicht gerne. Hier aber paßt er ganz gut, finde ich.

Steffen Brück

Gutes Angebot

Als Wirt einer Kreuzberger Kneipe schenkt man nicht nur Bier aus, man ist auch sozial verpflichtet. Einer Frau vom nahen Bauwagenplatz half ich dabei, einen Zettel für ihre Jobsuche zu schreiben. Es dauerte eine ganze Nacht, bis wir den Text geschrieben hatten: »Suche dringend Job. Nehme Arbeit jeder Art an. Ideal wäre ein Kollektiv, das antisexistisch ausgerichtet ist, auf Machtstrukturen verzichtet, vegan ist, flexibel in der Zeitauffassung, keine Selbstausbeutung, keine schwere körperliche Arbeit, aber bitte auch keine reine Sitztätigkeit. Ich habe eine Katzenallergie, würde aber gerne meinen Hund mitbringen. Bitte keine Buch-, Kinder-, Esoterik- oder Bioläden. Ich kann Deutsch, Portugiesisch und ein bißchen Englisch.« Seit einer Woche kommt sie nicht mehr in die Kneipe. Ob sich jemand gemeldet hat?

Spunk Seipel

Low Budget Retusche

Makellose Schönheit ist Photoshop für ganz Arme.

Sebastian Klug

Schlimm?

Wenn man durch das Wohnzimmerfenster sieht, wie eine Frau ihren Wagen im Schnee festfährt, und ohne zu zögern nach unten stürmt, mit wohldurchdachtem Rat und unter erheblichem Körpereinsatz das Auto freibekommt, die Fahrerin einen daraufhin in die Wohnung begleitet, wo es nach wortlosem Vom-Leib-Reißen der Winterbekleidung zu heftigem Dankes-Sex kommt, dann macht es doch eigentlich nichts, daß es die eigene Frau ist, oder?

Robert Niemann

Durchsichtige Ausrede

Sprichwörtlich ist in meinem Freundeskreis der Satz eines Fantasyfiguren-Sammlers geworden, der seine Abwesenheit bei einem gemeinsamen Biertrinken wie folgt begründete: »Nee, keine Zeit, muß noch den Unsichtbaren anmalen.«

Katharina Greve

In Gottes Namen

Nachdem ich mich ein paar Minuten über die Facebook-Nachricht des mir unbekannten Uwujare Emmanuel gewundert hatte, der mich für ein Mitglied der Church Of Christ hielt und Gottes Wort mit mir teilen wollte, zog ich den Schluß: Manche Dinge sollte man einfach nicht wörtlich nehmen. Namen zum Beispiel.

Christian Rocker

Verschluckt

Nach dem letzten Gangbang war meiner Nachbarin speiübel. Irgend jemandes Sperma muß wohl schlecht gewesen sein.

Sascha Dornhöfer

Aufgefallen

Tausende Künstler auf einem Haufen, aber weit und breit niemand, der sich für sie interessiert. MySpace erinnert frappierend an Berlin.

Ronja Ruppel

Sprachbarrieren

»Mustafa ist so ein Arschloch, ey, fick den!« – »Zu Hause schmeiße ich erst einmal den Kontaktgrill an, und dann gibt es das gute Baguette mit Pfeffersauce, kennste das, gibt es bei Aldi, ich glaube aber auch mit Thunfisch und Salami, aber yummie!« – »Ich finde ›Avatar‹ schon eher überbewertet, aber klar, gut gemacht, klar.« Prima, einmal ohne Kopfhörer U-Bahn zu fahren und »Menschen mit Meinungen e.V.« (MMM) live zu erleben.

Gerrit Pohl

Bange Frage

Gibt es eigentlich einen Namen für die Angst davor, daß wahrscheinlich schon in der nächsten Neon wieder ein launiger Artikel über skurrile Ängste erscheinen wird?

Magnus Maier

Verdacht

Wenn ich sehe, was die Leute alles an die Tatorte von Amokläufen oder Attentaten schleppen, mißtraue ich allmählich den ständigen Schuldzuweisungen an Islamisten, Extremisten oder gestörte Waffensammlersöhnen. Als Drahtzieher verdächtige ich vielmehr eine andere international tätige Organisation, die bislang überhaupt nicht ins Visier der Fahnder geraten ist: Fleurop.

Helge Möhn

Vorbildlich

Auf einer langen Autofahrt durch die Schweiz konnte ich kein einziges Minarett entdecken. Also, das Verbot mag umstritten sein, aber die Umsetzung ist erstaunlich effizient.

Marcus Jordan

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«