Vom Fachmann für Kenner | Juni 2010


Kritische Theorie für Anfänger

Es gibt kein richtiges Leben im facebook.

Christoph Virchow

Literaturwissenschaftliche Frage

Schon Orwells »1984« und Charles Dickens’ Gesamtwerk suchte man bei deutschen Übersetzungen sprachlich den lokalen Gegebenheiten anzupassen, teils durch Adaption von Handlungsorten, teils durch den Austausch vergleichbarer Dialekte, und so hoffe ich, daß meine Frage nicht allzuweit hergeholt ist: Gibt es in neuseeländischen Übersetzungen von Büchners »Woyzeck« einen Tambour-Maori?

Björn Högsdal

Unter Carnivoren

Ich fühlte mich entnervt und zermürbt, richtig verroht kam ich mir vor. Jedoch überhaupt nicht schlecht, vielmehr ganz genauso wie ein passables Steak, das sich der Gewißheit erfreut, in Kürze, seiner Bestimmung folgend, zwischen Kiefern lustvoll zermalmt zu werden.

Theobald Fuchs

Schafstörung

Bin gestern nacht überraschend beim Schäfchenzählen aufgewacht.

Moses Wolff

In der Sauna

Da sitze ich seit einer knappen Viertelstunde mit zwei alten Herren. Es herrscht Schweigen und Schnaufen. Plötzlich der eine unvermittelt zum anderen: »Sie kannde doch den Alberd Schpeer?« »Ah jo, sischä.« »Päsönlisch?« »Naa, net päsönlisch.« Danach wieder Schweigen.

Anna Leuschner

Entzugserscheinung

Die Gefahren, die von Schußwaffen ausgehen, würden heutzutage erheblich überschätzt, meint die Großmutter. Jeder Vorfall werde zu einem Skandal aufgebauscht. Natürlich habe ihr Neffe selbst den größten Schaden davongetragen, als er sich damals in den Fuß schoß, und natürlich habe er nur versehentlich durch die Wand geschossen, hinter der sich die Gruppe seiner Jagdfreunde befand. Kein Wunder, daß er aufbrausend reagiert habe, als man ankündigte, ihm deswegen den Waffenschein zu entziehen. Daß es danach Tote geben würde, habe sie prophezeit, und genau das sei ja auch eingetreten. Jetzt stehe der Junge wieder am Pranger, obwohl er doch provoziert worden sei.

Ludger Fischer

Definition

Angesichts der hohen Anzahl von berühmten Menschen, welche bis dato in A-, B- und C-Promis untergliedert werden, braucht es endlich ein hartes Kriterium für eine eindeutige Bestimmung. Vorschlag: Eine Zelebrität ist, wer sein eigenes Porno-Double hat.

Michael Bastian Weiß

Keine Geschmacksfrage

Bei einem Umzugsjob geht ein Kollege mit einem Sofa auf der rechten Schulter vom Lkw zur Haustür, aus der gerade ein zweiter Kollege kommt. Der erste Kollege bleibt stehen, stemmt die freie linke Hand in die Hüfte und schrägt das Sofa auf der Schulter etwas an. »Du, guck mal, steht mir das?«
»Hach, du weißt doch, du kannst einfach alles tragen.«

Karsten Wollny

Vater und Sohn

Jemand erzählte mir, daß er im Gegensatz zu seinem Vater weder trinke noch rauche. Er sah das als Zeichen von Emanzipation. Mich hat das nicht beeindruckt: Mein Vater raucht und trinkt zwar nicht, aber ich habe mich schon mit zwölf Jahren von diesem seinen Verhalten emanzipiert.

Jan Freunscht

Schläft ein Lied

Ich weiß nicht, ob diese Fähigkeit angeboren ist oder durch Nachahmung erworben; jedenfalls kann meine aktuelle Matratze etwas, was noch keine konnte: gurren. Wunderbar guttural gurrt sie, wenn ich mich abends auf sie werfe, in sie wühle oder an sie schmiege, gurrt so duldsam und selbstzufrieden wie eine vollgefressene Taube auf dem Sims unter dem Fenster meines Schlafzimmers. Man hört ja sonst nur von quietschenden, knarrenden oder knarzenden Betten. Ein gurrendes scheint mir – bei aller Bescheidenheit – unerhört. Zum Zeitpunkt dieser Niederschrift ist es genau 17:17 Uhr, das heißt, in etwa sechs Stunden wird es abermals soweit sein: das Bett aufgedeckt, das Nachtkleid übergestreift, und dann erklingt es wieder, dieses zauberische »Ruckedigu, leg dich zur Ruh«.

Steffen Brück

Leistungsgesellschaft

Er: »Bin ich hier richtig?«
Sie: »Kommt drauf an.«
Er: »Worauf?«
Sie: »Hier ist Leistung, drüben ist AV.«
Er: »Das heißt?«
Sie: »Hier gibt’s Geld, drüben gibt’s Arbeit.«
Er: »Dann bleib ich hier.«

Eric Stiene

Only the good

Ich besuche zu Weihnachten meine 88jährige Großtante im Seniorenheim. Wir sitzen zwischen Plastikweihnachtsbaum und diversen Stickbildern, ich sage ihr, daß sie immer noch aussieht wie 70, sie freut sich, wir trinken Eierlikör und sie erzählt: »Beim Mittagessen treffe ich immer die Marlies, die ist schon 96 und sagt immer: Werdet ihr mal so alt wie ich, das ist nicht mehr schön! Und weißt du, was ich gesagt habe? Dann iß halt weniger, dann stirbst du früher!«

Claudia Kaschmieder

Frühjahrsmüdigkeit

Der Sturm hat in den Wintermonaten fast alle Kugeln vom Weihnachtsbaum auf der Terrasse in den Garten hinter unserem Mietshaus geweht. Die Büsche sind immer noch voll davon. Sah zu Ostern auch nicht schlecht aus.

Ina Zone

2 gute Nachrichten für Deutschland

1. Dank der Plakate an einem örtlichen Gymnasium ist mir bekannt, daß 2010 »Cindy und Peggy« Abitur machen. Sage noch jemand, das deutsche Bildungssystem sei sozialdarwinistisch!
2. So geht Integration heute: Gerade von türkischem Friseur HJ-Haarschnitt bekommen!

Sebastian Gangel

Unser Lösungsansatz

Um trotz Persönlichkeitsstörung demokratische Entscheidungen treffen zu können, achte ich darauf, immer eine ungerade Anzahl von Identitäten zu besitzen.

Michael Zirlewagen

Stecher

Gestern im Bürofachhandel: Niemand im Laden, außer der molligen Azubine. Die aber hängt am Telefon und faltet gut hörbar ihren Typen zusammen, während ich im Regal nach Ersatz für meinen ramponierten Handperforator suche. Sie: »Nee, mit dir kann man einfach nich drüber reden.« Pause. Ich versuche, mich streunenden Blickes und dezent hüstelnd bemerkbar zu machen. Sie: »Weißtu, Schatz, das geht so nich. Du kannst nich immer nur denken: ficken, ficken, ficken!« Als sie plötzlich auflegt und sich abrupt zu mir umdreht, schleudere ich ihr ein beflissenes »Danke, komme zurecht« entgegen. Sie nach einem guten Locher zu fragen, bringe ich einfach nicht mehr übers Herz.

Christian Dries

Unterschiede

Meines Erachtens wird der Unterschied zwischen Alkoholtrinkern und Cannabiskonsumenten durch nichts deutlicher, als wenn einer aus der jeweiligen Gruppe einschläft: Während nämlich die Frage »Ey, der ist eingepennt, sollen wir ihn anmalen?« bei Betrunkenen nicht selten in auf die Backe gemalten Genitalien gipfelt, muß bei Bekifften der nächste Stift lediglich so weit weg sein, daß man aufstehen müßte, um ihn zu holen – und schon ist die Sache vom Tisch.

Christian Martin

Altersfrage

Das Paradoxe an Ärzten, die aussehen wie Doogie Howser, ist, daß natürlich gerade sie keine Ahnung mehr haben, wer Doogie Howser überhaupt war.

Patricia Weidinger

Die da oben

Wie mir ein Dachdeckermeister sagte, läuft’s in seiner Branche zur Zeit gar nicht gut. Liegt wahrscheinlich daran, daß Handwerk goldenen Boden hat.

Peter Schumm

Damals war’s

Bei all den Frühjahrsfesten und Jahrmärkten, die zur Zeit stattfinden, muß ich an damals zurückdenken, als ich mit meinen Eltern auf dem Rummelplatz war und wir gemeinsam mit der Wildwasserbahn fuhren. Hinterher war ich klitschnaß, so daß ich mir kurzerhand die Klamotten vom Leib riß und nur in Unterhose und Socken durch die Menschenmenge marschierte. Meinen Eltern war das freilich hochgradig peinlich, und nachdem sie mich ordentlich zusammengestaucht hatten, strichen sie mir obendrein noch die versprochene Zuckerwatte. Ach ja, wie schnell doch die Zeit vergeht – immerhin ist das Ganze nun auch schon wieder zwei Jahre her.

Thorsten Mausehund

Begrenzte Freundlichkeit

Beim Discounter: Bepackte Kundin hält alter Dame mit Rollator die Tür auf, Student schlüpft hinter der alten Dame durch. Die Türaufhalterin zum Studenten: »Für Sie hab ich die Tür aber nicht aufgehalten!« Student: »Ja prima, dann brauch ich mich jetzt auch nicht zu bedanken.«

Erich Klepptenberger

Bei Pro7

»Es liegt wahrscheinlich am Erscheinungsbild«, sagt der Bewerbungscoach zu seinem Klienten, einem dicken Arbeitslosen. Schließlich, ergänzt die Stimme aus dem Off, mache es keinen guten Eindruck, wenn man doppelt so schwer sei wie ein normaler Mensch. Wenn der Arbeitslose statt dessen einbeinig gewesen wäre, hätte es dann geheißen: Schließlich macht es keinen guten Eindruck, wenn man nur halb so viele Beine hat wie ein normaler Mensch?

Bianca Stücker

Globale Bildungskrise

Nach dem mißlungenen Attentat auf dem New Yorker Times Square steht eines fest: Auch die Terrorcamps in Pakistan haben damit zu kämpfen, daß die Ausbildung immer schlechter wird.

Frank Scheller

Frühlingsgefühle

Bevor noch die Bäume ausschlagen, beginnt im Frühjahr ausgerechnet der Friedhof nebenan, sich zu beleben. Da schießt die blaue Blume tausendfach aus schwarzer Krume, da drängt Gewürm aus seiner dunklen Gruft, da eilt das Eichhorn von Baum zu Baum und alte Damen eilen hinterher, Nüsse werfend. Da scheint mir, es könne ewig so bleiben, wo doch Sommer (Alois, Privatier) und Winter (Hermine, kgl. Bahninspektorsgattin) dort unter einem Baume traulich nebeneinander ruhen. Einen richtigen Herbst hatten wir auch schon lange nicht mehr.

Tibor Rácskai

Schmetterlinge

Genau in diesem Moment, liebe Leserin, lieber Leser, verspricht sich in Tokio ein Angestellter am Telefon und sorgt so dafür, daß sich Ihr ganzes Leben in Kürze in ein Desaster verwandelt. Fast – denn glücklicherweise wird das Desaster von einem Kartoffelbauern in Minnesota durch falsches Abbiegen auf dem Weg zum Friseur gerade noch abgewendet. Puh!

Thomas Tonn

Scherzartikel selbst gemacht

Es macht viel Freude und ist wirklich nicht schwer: Doch nur die wenigsten wissen, daß man Scherzkotze und -scheiße selbst herstellen kann. Wie immer bei Selbstgemachtem ist das Resultat viel persönlicher – und gerät nicht so schnell in Vergessenheit.

Andreas Schriewer

Verwandtschaftsverhältnisse

Die Söhne Mannheims sind im Grunde auch nichts anderes als Böhse Onkelz für höhere Töchter.

Thea Unangst

Wahrscheinlich bald pleite

Im Briefkasten lag eine Postkarte von der Telekom. Es waren vier sogenannte Treuegeschenke darauf abgebildet: ein Grillset, ein Hängesessel, ein Strand- und Saunatuch und eine Rechnungsgutschrift. Genommen habe ich das Geld. Ich bin gespannt, ob ich es bekomme: »Das Angebot ist gültig, solange der Vorrat reicht.«

Gunnar Homann

Fitnesstip

Habe neulich beim Walken festgestellt, daß intensive Nasenatmung bei mir das Gefühl erzeugt, mein Gehirn würde im Kopf umherschwappen. Das war so cool, daß ich gar nicht aufhören wollte zu walken. Nachahmung dringend empfohlen. Kleine Hilfe: Man presse zugleich die Schädeldecke fest an die Frisur und denke an etwas ganz Kleines.

Uwe Geishendorf

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, »Welt«-Journalist Peter Praschl!

Ein Texteinstieg muss neugierig machen, packen, sonst wird der Rest nicht gelesen. Das gilt besonders für Bezahlinhalte, deren erster Absatz frei einsehbar ist, und so begannen Sie einen Artikel über Sharon Tate mit den Worten: »Nichts wirkt so belebend wie eine ermordete junge Frau. All diese Fantasien, die sie entfacht – was aus ihr noch hätte werden können.«

Nun lässt sich eine Paywall aber rein technisch schwer überwinden, wenn man beim ersten Satz direkt auf den Bildschirm kotzen muss. Denn abgesehen davon, dass junge Frauen es deutlich weniger erfrischend finden, ermordet zu werden, als Sie und jemand, der sich statt mit Limonade mit Femiziden erfrischt, eher in die Psychiatrie als in die Medien gehört, evoziert Ihr Ekelgeschwalle in uns das Bild, wie Ihnen beim Schreiben solcher Widerlichkeiten die Hose aufgeht, und gegen solch starken Brechreiz ist noch kein Kraut gewachsen.

Immerhin, Praschl, stellt sich, sollte Ihnen etwas zustoßen, nicht die Frage, was aus Ihnen noch hätte werden können. Klar wäre einfach: Es wird keine neuen Texte von Ihnen geben. Und diesen Gedanken findet sehr belebend: Titanic

 Toller Service, »Manager Magazin«:

»Prokrastinations-Test: Sind Sie der König der Aufschieber?« Wir wollten uns natürlich sofort testen, aber leider war noch der Abwasch zu erledigen, und spazierengehen wollten wir ja auch, und endlich auf diese eine Mail antworten …

Aber morgen dann ganz sicher! Titanic

 Jetzt mal im Ernst, MDR!

In einem Spielbericht hast Du behauptet, alle drei Tore seien »durch einen ruhenden Ball« gefallen. Muss sich der Ball nicht doch ein ganz klein wenig bewegen, damit ein Tor fallen kann?

Fragt in sich ruhend, den Toren beim Fallen zusehend: Titanic

 Carlos Ghosn (Großkapital)!

Carlos Ghosn (Großkapital)!

Einst haben Sie aus Nissan, Renault und Mitsubishi ein internationales Bündnis geschmiedet. Seit November letzten Jahres sitzen Sie in Tokio in Untersuchungshaft; Sie sollen gegen Börsenauflagen verstoßen, Ihr Gehalt falsch ausgewiesen und private Verluste auf Nissan übertragen haben. Selbstverständlich wehren Sie sich gegen die Vorwürfe, wittern »Verrat« und die »Verschwörung« einer »Armee«, die Ihnen gegenüberstehe.

Nun wissen wir nicht, was an den Anklagepunkten dran ist, aber Herrgott, Ghosn, geht man allein nach Ihrem Äußeren, wundern wir uns, dass Ihnen nicht viel ärgere Untaten zur Last gelegt werden. Sie sehen aus wie jemand, der regelmäßig Dinge blafft wie »Ich hab genug gehört« und »Schafft ihn weg!«. Wie jemand, der mit einem Knopf unter der Schreibtischplatte eine Falltür öffnen kann. Jemand, der sich mit Blick aus dem obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers einen 60 Jahre alten Whisky einschenkt, den er seiner globusförmigen Hausbar entnommen hat, während einer seiner Konkurrenten gefesselt und geknebelt vor ihm kniet. Kurzum: Man würde Ihre Besetzung als Bond-Bösewicht wegen Klischee-Übererfüllung ablehnen. Von Ihrem spukhaften Nachnamen wollen wir gar nicht erst anfangen!

Heute mal oberflächlich: Titanic

 Schwach, Bundesagentur für Arbeit!

Da wurdest Du dafür kritisiert, dass Du eine Hartz-IV-Empfängerin zum Lösen veritabler Grundschulaufgaben gezwungen hast. Auf die Netzschelte wegen Anweisungen wie »Schreibe unter das Bild das passende Wort« hin knicktest Du sogleich ein: »Wir können gut verstehen, dass die Teilnehmenden dies kritisieren, und teilen diese Meinung auch.«

Dabei, Bundesagentur, schulst Du damit unserer pädagogischen Expertise nach diese am Arbeitsmarkt unentbehrlichen Fähigkeiten: 1. bedenkenlos Befehle ausführen, 2. stupide Jobs erledigen, 3. Hilflosigkeit ertragen wie ein Kind, 4. das Gutsherren-Du akzeptieren und 5., am wichtigsten, komplette Selbstaufgabe!

Regt sowieso eine Umbenennung in Bullshitjob-Agentur an: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Das Urteil

Seit sich in unserem Kafka-Lektürekreis herumgesprochen hat, dass die Dohle auf tschechisch »kavka« heißt –was, nebenbei bemerkt, natürlich auch Franz Kafka bekannt war und Spuren in seinem Werk hinterlassen hat –, wird bei uns statt des Ausdrucks »kafkaesk« nur noch das Wort »dohlenartig« verwendet. Anfangs hat mich das ja durchaus amüsiert, aber jetzt, nach etlichen Monaten, wirkt das Ganze auf mich doch eher albern oder zwanghaft. Teilweise finde ich die Situation sogar regelrecht dohlenartig.

Andreas Maier

 Feindschaftspreis

Seit ich hier in Berlin wohne, hole ich mir bei meinem bevorzugten asiatischen Restaurant regelmäßig das einzige vegane Gericht. »6,90 Euro – für dich!« hieß es dort stets schmunzelnd vom Chefkellner. Letztes Mal überreichte mir erstmals eine andere Bedienung meine Bestellung: »Macht dann 5,90 Euro.«

Dominik Mauer

 Genialer Lifehack

Du bist gerade unterwegs und möchtest wissen, wie spät es ist? Dummerweise hast du zwar keine Uhr, dafür aber eine Sozialphobie im Gepäck, kannst also auch keinen Fremden auf der Straße fragen? Kein Problem! Suche einfach den nächsten Supermarkt auf. Wähle eine Tütensuppe aus (ich habe sehr gute Erfahrungen mit der »Frühlingsgemüsesuppe« gemacht), gehe zur Kasse und bezahle sie. Tadaa! Auf dem Bon findest du die Uhrzeit. Auf die Sekunde genau.

Katharina Greve

 Russtikal

Die einen nennen die klassische Technik, wenn einen beim Wandern das Unwetter überrascht, schlicht »nackter Oberkörper« – für mich jedoch ist das »die russische Regenjacke machen«.

Theobald Fuchs

 Verpasste Gelegenheiten

»Rückblickend hätte ich schon einiges anders gemacht«, sagt die Mittzwanzigerin am Nebentisch. »Zum Beispiel hätte ich mit meinem Freund damals eigentlich gern mehr Zeit verbracht. Dann hätten wir uns auch viel früher getrennt.«

Tilman Birr

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 15.03.:

    Die "Junge Welt" im Gespräch mit Martin Sonneborn über Turbopolitik.

  • 15.03.:

    Leo Riegel ist einer der drei Gewinner des NABU-Cartoon-Wettbewerbs. Wir gratulieren!

  • 13.03.:

    Das "Journal Frankfurt" berichtet über Chefredakteur Moritz Hürtgen.

  • 12.03.:

    Zu den Regierungskrisen der vergangenen zwölf Monate zählt die "Süddeutsche Zeitung" u.a. Moritz Hürtgens Twittercoup über einen angeblichen Fraktionsbruch.

  • 08.03.:

    Das "Handelsblatt" hat Martin Sonneborn in Straßburg (EU) getroffen.

Titanic unterwegs
22.03.2019 Wuppertal, Volkshochschule Uwe Becker
23.03.2019 Leipzig, Café »Das Kapital« Katharina Greve
23.03.2019 Leipzig, Buchmesse Thomas Gsella
23.03.2019 Leipzig, LURU-Kino in der Spinnerei Paula Irmschler