Vom Fachmann für Kenner | April 2009


Financiers, aufgepaßt!

Geschäftsidee: Letztes Hemd mit Taschen anbieten.

Eduard Harfst

Domain zu vergeben

Neulich wollte ich kurz bei kicker.de vorbeisurfen und versemmelte klassisch (Freud?) den ersten Buchstaben. Statt vielfältigster Genital-Details fand ich dies auf dem Bildschirm: ficker.de steht gegen eine Gebühr zum Verkauf (bei jährlichen Kosten von 19 Euro) – Schweinkram Fehlanzeige. Da ich dieses Angebot für mich mangels nachhaltigen Contents verworfen habe, hier mein Tip für Institutionen mit Zuwendungsdefiziten wie den Münchner »Kleingärtnerverein NW 16 Heinrich-Schlicht-Anlage e.V.«, Giulia Siegel, Energie Cottbus oder die SPD: Schnappt euch für die paar Piepen diese hübsch benannte Domain, dann steigt die Klickrate sofort – sei es durch Freunde des gepflegten Untenrums oder eben Fußballinteressierte mit Hang zu Tippfehlern.

Tobias Jelen

Genre-Bestimmung

»Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« ist eine klassische Coming-of-H-Story.

Sascha Dornhöfer

Ohne amerikanische Wissenschaftler herausgefunden

Bei einem Saunabesuch erschloß sich mir unlängst der Unterschied zwischen Übergewicht und Fettleibigkeit. Übergewicht ist bekanntlich, wenn der Mann sein eigenes Gemächt nicht mehr sehen kann. Fettleibigkeit ist, wenn es auch andere Menschen nicht mehr sehen können.

Volker Surmann

Gute alte Zeit

Wenn ich in ein paar Wochen endlich geschieden sein sollte, laß ich mich von der Madame noch mal so richtig vollbrüllen und zusammenscheißen. Ich möchte sie doch genauso in Erinnerung behalten, wie sie war.

Christian Dahlenburg

Wortkritik

Eines der vermutlich unangenehmsten Wörter des Deutschen dürfte, gerade in der Diskrepanz zum Signifikat, »Warzenhof« sein. Das klingt nach abseitigen, kurzen Sackgassen in Hochhausschluchten, in denen verquollene Obdachlose vor ihren Pappbehausungen zwischen Mülltonnen Territorial- und Nahrungskämpfe mit abgebrochenen Flaschenhälsen führen. Oder bestenfalls nach etwas, das bei Stadtrund- oder Ausflugsflußschiffahrten eher nebenbei Beachtung findet: »…während Sie auf der linken Seite nochmals einen Blick auf den berühmten Mäuseturm genießen können, gelingt es einigen von Ihnen vielleicht, auf der rechten Seite eine Ecke des historischen Warzenhofs der Hl. Hildegard von Bingen zu erspähen…«

Da sollten unsere Herren Sprachwächter mal was tun. Meine Meinung!

Tim Wolff

Qualitätsjournalismus?

Deutsches Waffen-Journal, Österreichische Schützenzeitung, Schweizer Waffen-Magazin, Visier und Caliber – das sind doch die reinsten Revolverblätter.

Magnus Maier

Gute Frage

Wenn man von einer Mundflora spricht, warum gibt es denn dann noch keine Mundesgartenschau?

Peter Schumm

Charakterstudien

Ein untrüglicher Kniff, den wahren Charakter seiner Freunde zu erkennen, ist die Abfrage ihrer Einstellung zu Fusseln im Bauchnabel. Während Kollege L. mir offenbarte, erst mit 28 Jahren festgestellt zu haben, daß sich in seinem Bauchnabel Fusseln befinden, und daraufhin zu dem Schluß kam, daß diese Fusseln, da er seinen Bauchnabel nie bewußt gereinigt habe, ja noch Relikte aus glücklichen Kindheitstagen sein müßten, offenbarte M. bei anderer Gelegenheit nach einigen Bieren, daß er diese Ansammlung von Staub und Textilfasern »sexy« finde.

Angesichts der Rückschlüsse, die sich daraus auf Hygienebewußtsein resp. Erotikgeschmack ziehen lassen, wundert mich nicht, daß beide – angeblich aus eigener Entscheidung – »überzeugte Singles« sind.

Bernhard Löwenberg

Sauber!

In der VR China sind nicht nur tibetische und uigurische Internetseiten geblockt. Auch viele katholische Websites lassen sich nicht öffnen – dies aber wahrscheinlich nur als Maßnahme gegen Kinderpornographie.

Friedrich Weissdorn

Korrekt!

Über dem Regal mit Kokosmilch, Yufkateig und Sambal-Oelek-Paste prangt in meinem Stamm-Supermarkt das große Schild »Ausländische Spezialitäten«. Das erscheint mir nicht mehr ganz zeitgemäß. Müßte es nicht »Spezialitäten mit Import-Hintergrund« heißen?

Sandra Kolnik

Prognose

In einem Eckhaus in der Nachbarschaft befand sich lange Zeit eine Eisdiele, die irgendwann schließen mußte. Dann kam ein Dönerladen, dessen Besitzer schon nach wenigen Wochen bankrott war. Anschließend versuchten sich dort noch ein kleiner Textilladen, ein Ramschmarkt und ein Café – alle gingen innerhalb kürzester Zeit pleite. Jetzt sitzt die Allianz in dem Gebäude. Es ist also nur noch eine Frage von Monaten, bis die weltgrößte Versicherung Insolvenz anmeldet.

Jonas Haas

Blinder Passagier

In Trier steigt ein Blinder ins Großraumabteil und nervt. Während er in sein Handy brüllt, durchmißt er von seinem Hund geführt den ganzen Wagen und läßt sich dann krachend in einen Sitz an einem Vierertisch fallen, wo er in grotesk überzogener, ja ohrenbetäubender Lautstärke weitertelefoniert. Ihm gegenüber sitzen eine Mutter und ihre erwachsene Tochter, die sich schließlich ein Herz faßt und den Blinden anpflaumt: »Hallo, können Sie nicht vielleicht mal’n bißchen leiser telefonieren?!« Die Mutter, von der unsensiblen Tochter entsetzt, zischt ihr zu: »Karin, der Herr ist blind!« Darauf Karin, gar nicht faul: »Ich hab ja auch nicht gesagt, er soll aufhören, mich anzuglotzen.«

Karlo Tobler

Inneres Ungleichgewicht

Liegt es an mir oder kann es sein, daß Streß viel mehr streßt, als Entspannung entspannt?

Andreas Schriewer

Schmackhaft!

Spaghetti mit der Bolognese-Sauce aus dem Glas von Aldi und dem geriebenen Emmentaler von Lidl obendrauf schmecken am besten, wenn man statt dessen ein Butterbrot ißt.

Thorsten Mausehund

Rassismusresistenz

Verglichen mit der robust-maskulinen Stimmung in den Fußballstadien dieser Republik erinnern Spiele im Freiburger Dreisam-Stadion eher an einen katholischen Kirchentag als an eine Sache auf Leben und Tod. Studentinnen der Sozialpädagogik und bärtige Männer aus dem Mittelbau des Germanistischen Seminars klatschen in die Hände und singen »Freiburg, Freiburg«, wenn einer der aus Georgien stammenden Stürmer das Runde ins Eckige stiefelt. Einmal schaute eine muntere Runde sich in einer Kneipe der Innenstadt ein Spiel an. Als ein farbiger Stürmer der gegnerischen Mannschaft zu Fall kam, hoben Gesänge der Freiburger an, die wie skandiertes »Hu – Hu – Hu« klangen. Der irische Kneipenwirt hörte darin eine Verhöhnung des gefällten Schwarzen mittels Affensprache, schwang seine Fäuste gegen die Singenden und untersagte ihnen erregt jegliche rassistische Attacke. Das mochten die Fans des Sportclubs nicht auf sich sitzen lassen. Eine Handvoll drängte zur Theke, um sich unverzüglich zu erklären: »Hey, das ist doch nicht rassistisch. Das singen wir immer, wenn einer auf dem Platz umfällt, egal, in welcher Mannschaft er spielt: ›Hu – Hu – Hubschraubereinsatz!‹«

Christof Goddemeier

Tröstlich

Keine kreischenden Teenager vor der Hotelsuite gehabt, nicht eine einzige goldene Schallplatte bekommen, weder Urschreitherapie gemacht noch eine Japanerin geheiratet, aber trotzdem mittlerweile zwei Jahre älter geworden als John Lennon, das ist doch auch schon was.

Markus Großkopf

Pech im Unglück

Daß ich im Bus die Schutzhülle für mein Mobiltelefon liegengelassen hatte, sollte sich erst als richtig ärgerlich erweisen, als mir wenige Minuten später das Telefon aus der Jacke ins Klo fiel.

Christian Jöricke

Schlaflos in Bad Neustadt/Saale

Zum ersten Mal nach langer Zeit mußte ich wieder einmal früh aufstehen. Beim abendlichen Gang ins Bett kam es, wie es kommen mußte: Gerade war ich noch müde gewesen, doch kaum war das Licht aus, lag ich hellwach da. Nachdem ich meine verbleibende Schlafzeit durch stundenlanges und exzessives Rumwälzen auf magere dreieinhalb Stunden verkürzt hatte, stand ich vor einer schwierigen Entscheidung: Wachbleiben oder zum Schlafmittel greifen? Kurzerhand entschloß ich mich zu letzterem und las, um die Zeit bis zur erhofften Dämmerwirkung zu überbrücken, den Beipackzettel mit dem Hinweis: »Nach Einnahme des Medikaments sollte mindestens acht Stunden geschlafen werden.« Als ich am nächsten Tag wehklagend, wie gerädert und geistig sowie körperlich völlig umnachtet aus dem Bett fiel, wurde mir klar: Wenn ich das nächste Mal Schlafmittel nehme, dann nur, wenn ich am nächsten Tag ohnehin nicht aufstehen muß.

Florian Kastl

Verlesen!

Manchmal merkt man das Älterwerden an einer besonderen Form der selektiven Wahrnehmung. Neulich im Discounter las ich bei der Kühlwaren-Abteilung »Balkan-Krise« statt »Balkan-Käse«. Nach Einkauf und Verzehr des letzteren stellte ich gleichwohl fest: So falsch war das gar nicht.

Daniel Dietzfelbinger

Theoretischer Entwurf

Alle guten Popsongs sind ein bißchen zu kurz, alle guten Rocksongs ein bißchen zu lang.

Mark-Stefan Tietze

Ehrensache

Sie: »Also zur Zeit bekomme ich die kuriosesten Spams: Spendenbitten, Werbung für Abenteuerreisen oder dubiose Investmenttips. Würd’ mich mal interessieren, wie die ausgerechnet auf mich kommen.«
Er: »Echt? Ich krieg’ immer nur Porno- und Casino-Werbung.«
Sie: »Na, da sieht man mal wieder, auf was für Seiten du dich tummelst.«
Er: »Quatsch! Ich war noch nie auf ’ner Casino-Seite.«

Askal Bosch

Tempus fugit

Sechs Jahre Wok-WM – da merkt man erst, wie schnell doch die Zeit vergeht.

Gregor Pätz

Gut gegeben

Kürzlich habe ich mich am Münchner Hauptbahnhof auf die Lauer gelegt. Nach etwa einer Stunde kam ein irgendwie marokkanisch oder indisch aussehender Herr des Wegs, ich stürzte auf ihn zu und rief: »My friend!« Daraufhin führte ich den offensichtlich verdutzten Mann in ein Souvenirgeschäft und hielt ihm diverse Feuerzeuge und Aufkleber unter die Nase. Dann empfahl ich ihm den Kauf einer bayrischen Tracht, da er, so mein Hinweis, mit Traditionskleidung u.a. in Wirtshäusern günstigere Preise bekäme. Als er sich weigerte, mit mir neben herumlungernden Berbern vor dem Bahnhof Platz zu nehmen und ihn meine Beteuerungen, dies seien »original local people«, nicht überzeugten und er sich endlich aus meinen Fängen befreite und davonlief, war ich zwar für die kurz zuvor erlebten vierzehn Tage Marokko­urlaub nicht entschädigt, aber zumindest dachte ich: »Quitt.«

Moses Wolff

Gitarre

Es stimmt schon – eine Gitarre ist wie eine Frau: Obwohl sie den ganzen Tag zu Hause ist, muß man sich das Abendbrot selbst machen.

Robert Niemann

Situation, in der man keinesfalls lachen sollte

Ich: Das war Franz von Assisi.
Sie (schwärmerisch): Ach ja, Franz und Sisi.

Tibor Rácskai

Müll

Um mich an die Wiederanschaffung von Konsumartikeln zu erinnern, arrangiere ich leer gewordene Behältnisse an gut sichtbarer Stelle in der Küche. Besuchern fällt zu dem Haufen stets die gleiche ­Frage ein, ob ich nämlich bei Kondomen ­ähnlich verfahre, aber »irgendwie umgekehrt – haha«. Und manche sind gar so dreist, bei jeder ihrer Aufwartungen den Scherz zu wiederholen – nur um mich noch mal so traurig mit den Augen rollen zu ­sehen.

Thomas Tonn

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Carlos Ghosn (Großkapital)!

Carlos Ghosn (Großkapital)!

Einst haben Sie aus Nissan, Renault und Mitsubishi ein internationales Bündnis geschmiedet. Seit November letzten Jahres sitzen Sie in Tokio in Untersuchungshaft; Sie sollen gegen Börsenauflagen verstoßen, Ihr Gehalt falsch ausgewiesen und private Verluste auf Nissan übertragen haben. Selbstverständlich wehren Sie sich gegen die Vorwürfe, wittern »Verrat« und die »Verschwörung« einer »Armee«, die Ihnen gegenüberstehe.

Nun wissen wir nicht, was an den Anklagepunkten dran ist, aber Herrgott, Ghosn, geht man allein nach Ihrem Äußeren, wundern wir uns, dass Ihnen nicht viel ärgere Untaten zur Last gelegt werden. Sie sehen aus wie jemand, der regelmäßig Dinge blafft wie »Ich hab genug gehört« und »Schafft ihn weg!«. Wie jemand, der mit einem Knopf unter der Schreibtischplatte eine Falltür öffnen kann. Jemand, der sich mit Blick aus dem obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers einen 60 Jahre alten Whisky einschenkt, den er seiner globusförmigen Hausbar entnommen hat, während einer seiner Konkurrenten gefesselt und geknebelt vor ihm kniet. Kurzum: Man würde Ihre Besetzung als Bond-Bösewicht wegen Klischee-Übererfüllung ablehnen. Von Ihrem spukhaften Nachnamen wollen wir gar nicht erst anfangen!

Heute mal oberflächlich: Titanic

 Toller Service, »Manager Magazin«:

»Prokrastinations-Test: Sind Sie der König der Aufschieber?« Wir wollten uns natürlich sofort testen, aber leider war noch der Abwasch zu erledigen, und spazierengehen wollten wir ja auch, und endlich auf diese eine Mail antworten …

Aber morgen dann ganz sicher! Titanic

 Huhu, »Welt«-Journalist Peter Praschl!

Ein Texteinstieg muss neugierig machen, packen, sonst wird der Rest nicht gelesen. Das gilt besonders für Bezahlinhalte, deren erster Absatz frei einsehbar ist, und so begannen Sie einen Artikel über Sharon Tate mit den Worten: »Nichts wirkt so belebend wie eine ermordete junge Frau. All diese Fantasien, die sie entfacht – was aus ihr noch hätte werden können.«

Nun lässt sich eine Paywall aber rein technisch schwer überwinden, wenn man beim ersten Satz direkt auf den Bildschirm kotzen muss. Denn abgesehen davon, dass junge Frauen es deutlich weniger erfrischend finden, ermordet zu werden, als Sie und jemand, der sich statt mit Limonade mit Femiziden erfrischt, eher in die Psychiatrie als in die Medien gehört, evoziert Ihr Ekelgeschwalle in uns das Bild, wie Ihnen beim Schreiben solcher Widerlichkeiten die Hose aufgeht, und gegen solch starken Brechreiz ist noch kein Kraut gewachsen.

Immerhin, Praschl, stellt sich, sollte Ihnen etwas zustoßen, nicht die Frage, was aus Ihnen noch hätte werden können. Klar wäre einfach: Es wird keine neuen Texte von Ihnen geben. Und diesen Gedanken findet sehr belebend: Titanic

 Jetzt mal im Ernst, MDR!

In einem Spielbericht hast Du behauptet, alle drei Tore seien »durch einen ruhenden Ball« gefallen. Muss sich der Ball nicht doch ein ganz klein wenig bewegen, damit ein Tor fallen kann?

Fragt in sich ruhend, den Toren beim Fallen zusehend: Titanic

 Schwach, Bundesagentur für Arbeit!

Da wurdest Du dafür kritisiert, dass Du eine Hartz-IV-Empfängerin zum Lösen veritabler Grundschulaufgaben gezwungen hast. Auf die Netzschelte wegen Anweisungen wie »Schreibe unter das Bild das passende Wort« hin knicktest Du sogleich ein: »Wir können gut verstehen, dass die Teilnehmenden dies kritisieren, und teilen diese Meinung auch.«

Dabei, Bundesagentur, schulst Du damit unserer pädagogischen Expertise nach diese am Arbeitsmarkt unentbehrlichen Fähigkeiten: 1. bedenkenlos Befehle ausführen, 2. stupide Jobs erledigen, 3. Hilflosigkeit ertragen wie ein Kind, 4. das Gutsherren-Du akzeptieren und 5., am wichtigsten, komplette Selbstaufgabe!

Regt sowieso eine Umbenennung in Bullshitjob-Agentur an: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Feindschaftspreis

Seit ich hier in Berlin wohne, hole ich mir bei meinem bevorzugten asiatischen Restaurant regelmäßig das einzige vegane Gericht. »6,90 Euro – für dich!« hieß es dort stets schmunzelnd vom Chefkellner. Letztes Mal überreichte mir erstmals eine andere Bedienung meine Bestellung: »Macht dann 5,90 Euro.«

Dominik Mauer

 Genialer Lifehack

Du bist gerade unterwegs und möchtest wissen, wie spät es ist? Dummerweise hast du zwar keine Uhr, dafür aber eine Sozialphobie im Gepäck, kannst also auch keinen Fremden auf der Straße fragen? Kein Problem! Suche einfach den nächsten Supermarkt auf. Wähle eine Tütensuppe aus (ich habe sehr gute Erfahrungen mit der »Frühlingsgemüsesuppe« gemacht), gehe zur Kasse und bezahle sie. Tadaa! Auf dem Bon findest du die Uhrzeit. Auf die Sekunde genau.

Katharina Greve

 Russtikal

Die einen nennen die klassische Technik, wenn einen beim Wandern das Unwetter überrascht, schlicht »nackter Oberkörper« – für mich jedoch ist das »die russische Regenjacke machen«.

Theobald Fuchs

 Verpasste Gelegenheiten

»Rückblickend hätte ich schon einiges anders gemacht«, sagt die Mittzwanzigerin am Nebentisch. »Zum Beispiel hätte ich mit meinem Freund damals eigentlich gern mehr Zeit verbracht. Dann hätten wir uns auch viel früher getrennt.«

Tilman Birr

 Das Urteil

Seit sich in unserem Kafka-Lektürekreis herumgesprochen hat, dass die Dohle auf tschechisch »kavka« heißt –was, nebenbei bemerkt, natürlich auch Franz Kafka bekannt war und Spuren in seinem Werk hinterlassen hat –, wird bei uns statt des Ausdrucks »kafkaesk« nur noch das Wort »dohlenartig« verwendet. Anfangs hat mich das ja durchaus amüsiert, aber jetzt, nach etlichen Monaten, wirkt das Ganze auf mich doch eher albern oder zwanghaft. Teilweise finde ich die Situation sogar regelrecht dohlenartig.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 15.03.:

    Die "Junge Welt" im Gespräch mit Martin Sonneborn über Turbopolitik.

  • 15.03.:

    Leo Riegel ist einer der drei Gewinner des NABU-Cartoon-Wettbewerbs. Wir gratulieren!

  • 13.03.:

    Das "Journal Frankfurt" berichtet über Chefredakteur Moritz Hürtgen.

  • 12.03.:

    Zu den Regierungskrisen der vergangenen zwölf Monate zählt die "Süddeutsche Zeitung" u.a. Moritz Hürtgens Twittercoup über einen angeblichen Fraktionsbruch.

  • 08.03.:

    Das "Handelsblatt" hat Martin Sonneborn in Straßburg (EU) getroffen.

Titanic unterwegs
22.03.2019 Wuppertal, Volkshochschule Uwe Becker
23.03.2019 Leipzig, Café »Das Kapital« Katharina Greve
23.03.2019 Leipzig, Buchmesse Thomas Gsella
23.03.2019 Leipzig, LURU-Kino in der Spinnerei Paula Irmschler