Vom Fachmann für Kenner | August 2008


Gummistiefel einpacken!

Man braucht sich gar nicht mal vertippen, um bei Amazon, auf der Suche nach Wanderführern, »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche empfohlen zu bekommen.

Nils Heinrich

Reifezeugnis

Wer das bayerische Schulsystem kennt, der weiß auch, welcher Druck hierzulande an den Gymnasien herrscht. Auf eine gewisse Weise war es daher verständlich, daß ein junger Mann während der jüngsten Abifeier all dem Frust der vergangenen Jahre freien Lauf ließ, indem er, offen­sichtlich bereits stark sektbefeuert, die Abiturrede der Direktorin immer wieder durch pöbelnde Zwischenrufe störte, bei der Übergabe der Zeugnisse lautstark die verdorbenen Charaktere der einzelnen Absol­venten kommentierte und schließlich, Bier und Zigarette in der Hand, mit schwerer Zunge und feuchter Aussprache der Schulleiterin ins Gesicht sagte, was er von ihr und ihrer ganzen »Scheißdruck­sys­tem­schule« halte. Am nächsten Morgen beschlich mich aber doch das Gefühl, ich ­hätte das besser mal bei meiner eigenen Abifeier erledigt und nicht erst als aufsichtführende Lehrkraft.

Andreas D. Hesse

Spammer

Bis vor zwei Monaten fand ich täglich mehrere Penisverlängerungsangebote in meinem Mail-Postfach. Dann erreichte mich eine Zeit lang nur Viagra-Werbung, und seit einer Woche sind es ausschließlich schicke Uhren, die mir ans Herz gelegt werden. Ich frage mich, was das bedeutet: Wissen die alle von meinem unübersehbaren sozialen Aufstieg, oder sprechen die sich untereinander ab, sobald man mal (versehentlich) was bestellt hat?

Mark-Stefan Tietze

Supersommerdiät

Man darf alles essen, worauf man Appetit hat, muß nur kurz vorher etwas anschauen oder an etwas denken, wovon einem komplett der Appetit vergeht.

Uwe Geishendorf

No future

Im Sanitärbereich der Autobahnraststätte Siegerland hängt neben den Urinalen ein Automat, der neben Verhütungsmitteln auch ein Produkt mit dem schönen Namen »Travel Pussy – die künstliche Vagina« zum Kauf feilbietet. Ein gut sichtbar angebrachter Warnhinweis des Herstellers enttäuscht jedoch von vornherein den vom Familiengründungswunsch getriebenen potentiellen Anwender: »Nicht für Kinder geeignet!«

Florian Kläger

Ausgegrenzt

In diesen In- und Out-Listen finde ich unter »In« nie etwas, das auf mich zutrifft. Damit läßt sich leben. Daß ich unter »Out« auch nichts finde, gibt mir dann aber doch zu denken.

Thorsten Mausehund

Energiequälen

Wenn mein Freund betrunken nach ­Hause kommt und in Orthopädenbesuchshaltung auf der Wohnzimmercouch einschläft, kann ich das als liebevolle Partnerin natürlich nicht mitansehen. Daher habe ich das Lichtleitsystem entwickelt: Ich lösche sämtliche Lichtquellen bis auf die im Schlafzimmer und rüttle an meinem Freund, bis er völlig verstört aufwacht, aufsteht und sich – dem Licht ­folgend – plötzlich glückselig in seinem Bett wiederfindet. Nach einem Streit am Vorabend funktioniert das Lichtleit­system übrigens auch hervorragend in die ­andere Richtung.

Valeska Schuh

Kleine Staatskritik

Überall Blaulicht und Martinshorn, Absperrungen und Uniformierte, die Anweisungen schreien – nach manch schwerem Gewitter habe ich wirklich den Eindruck, wir leben in einem Feuerwehrstaat!

Oliver Nagel

Abgenabelt

Ich habe zu meinem Heimatdorf mittlerweile eine so große emotionale wie räumliche Distanz gewonnen, daß ich dem Mädchen an der Supermarktkasse, mit dem ich vor vielen Jahren das erste Mal teilte, laut und ohne rot zu werden die Frage stellen kann, ob denn wenigstens sie seitdem noch mal Sex gehabt habe.

Lars Ruppel

Konversationsrätsel

Die folgende Konversation fand neulich auf einem Schulhof statt und bereitete der aufsichtsführenden Lehrerin doch einige Schwierigkeiten:

Schüler A: »Ey, gehst du Päckchen?«

Schüler B: »Fick disch!«

Schüler A: »Apfel!«

Wenige Minuten später löste sich das Rätsel: Schüler B kehrte mit einem Apfeltrinkpäckchen vom Hausmeister zurück und händigte es Schüler A aus.

Niels Frerichmann

Feststellung

Eigentlich wenig verwunderlich, daß Musiker wie Rammstein oder Tokio Hotel kommerziell so erfolgreich sind. Sind sie doch in der Platte aufgewachsen.

Sascha Dornhöfer

Mannhaft

Es war Frühsommer, wir waren vier Jungs, saßen in einer von uns bevorzugten Berghütte, hatten haufenweise Bier und Obstler terminiert und befanden uns alle in einem hübschen Vollrausch. Irgendwann, es war schon etwas später, bezahlten wir und wankten, hinreißende Herrenwitze von uns gebend, nach draußen, um uns in der etwa vierzig Meter entfernten Schlafhütte niederzulegen. Nur mein Kumpel Hubert hatte erhebliche Koordinationsschwierigkeiten. Er sackte noch beim Verlassen des Schank­raums auf die Knie, hielt sich mühsam am Türrahmen fest, wollte sich auch nicht helfen lassen und legte sich schließlich zusammengerollt auf den Boden. Unsere Aufmunterungen, doch aufzustehen und die wenigen Meter zur Schlafstätte mit uns zu kommen, ignorierte er kopfschüttelnd. Mit letzter Kraft ächzte er: »Laßt mich nur liegen, ohne mich könnt ihr es vielleicht noch schaffen!«

Moses Wolff

Geht durch den Magen

Meine Freundin kann gut kochen! Sonntag zum Beispiel gab es wieder einmal Ente mit Rotkohl und Knödeln samt den von mir verehrten Innereien. Die werden den Tiefkühl-Vögeln in der Fabrik jedoch meist nicht vollständig, sondern je nach Gewicht hinzugefügt, weshalb wir dieses Mal auf Leber verzichten mußten, dafür aber zwei Herzen im geöffneten Entenpo fanden. Beim Servieren des köstlichen Mahls legte meine Freundin jedem von uns ein Herz auf den Teller. Als sie, um den passenden Rotwein zu entkorken, kurz in die Küche mußte, spießte ich schnell beide Herzen auf eine Gabel und ließ sie in meinem Mund verschwinden.

Ich: »Hmmm!«

Sie, den Tatort betretend: »Du hast mein Herz gekaut!«

Arne Holst

Poetik

Zur Einführung in die Kriminalliteratur des späten 19. Jahrhunderts und ihre Analyse empfehle ich besonders Paulus Henri de Vries’ »Poe and after«.

Almuth zu Jeddeloh

Studentische Arbeitsmoral

Vor der Universitätsbibliothek treffe ich zufällig einen entfernten Bekannten, der Verbindungsstudent ist.

Er: »Was machst du denn schon wieder in der Bibliothek?«

Ich: »Muß bis in ’ner Woche noch ’n Exposé schreiben. Und da war ich grad zum Recherchieren in der Bib.«

Er: »Warum machst du denn sowas? Laß es doch die Putze schreiben, kauf dir ein paar Bier und stell dir mal ordentlich einen rein!«

Erst will man die Einstellung ja empört ablehnen, weil sie, nun ja, eben von einem Verbindungsstudenten kommt. Aber irgendwann denkt man dann doch: Eigentlich hat er ja recht.

Moritz Keller

Teekesselchen

Ist das nicht interessant und ein wenig verwirrend? Beim Thema Kohlesubventionen ist ein Förderschwerpunkt ein Förderschwerpunkt. Mal holt man was raus, mal steckt man was rein. Ich bin mir sicher, hinter dieser Sache verbirgt sich eine höhere Weisheit. Ich weiß bloß nicht, welche.

Katharina Greve

Naturbeobachtung

Wie sie da emsig über die Terrasse huscht, von Gast zu Gast, um Bestellungen aufzunehmen, die sie in ihrer Schürzentasche verschwinden läßt. Wie sie sich dann ins Innere des Lokals zurückzieht, für lange, lange Zeit, fast möchte man meinen, eine ganze Jahreszeit. Und wie sie dann wieder erscheint, mit zuckendem Näschen die Sonne begrüßt, um erneut eifrig ihre Runden zu drehen, aber natürlich wieder mal die Hälfte vergessen hat…

»Cafe Eichhörnchen« ist aber auch ein zu blöder Name!

Oliver König

Trauriger Verein

Auf dem Heimweg von der Schule berichtete mir mein konfessionsloser Sohn, sie hätten die Dorfkirche besichtigt. Von der Betrachtung der grausig detaillierten Kreuzwegbebilderung war er spürbar noch mitgenommen, blickte grüblerisch ins Leere und verkündete schließlich: »Stimmt’s, Papa? Man muß nicht unbedingt in die Kirche gehen – man kann auch zu Hause traurig sein!«

Askal Bosch

Reformvorschlag

Nach einer durch das Geschrei des gerade ein Jahr alt gewordenen Henrik wieder einmal größtenteils durchwachten und bereits um fünf Uhr morgens beendeten Nacht kam mir die Idee, der chinesischen Duden-Redaktion einen Vorschlag zu machen: Wäre es nicht besser, das chinesische Schriftzeichen für »Frieden«, das sich aus den Elementen »Frau« unter »Dach« zusammensetzt, durch ein aus dem Elementen »Sohn« auf »Mond« zusammengesetztes zu ersetzen?

Friedrich Weissdorn

Älter werden

Ich erinnere mich an den Besuch eines Schnellrestaurants an der Nordsee. Dort lief über die Lautsprecher ein zeitgenössisches Pop-Lied, das ich schon einmal gehört hatte und das mir gefiel. So fragte ich die beiden etwa 15jährigen Damen, die mir und meinem Kompagnon gegenüber saßen, wer dieses Lied denn interpretiere. »Wheatus«, versetzten die beiden Gören, was angesichts der überwältigenden Lautstärke der Musik nicht für jedermann präzise verständlich war. Mein Nachbar jedenfalls schnellte erstaunt vor und rief erfreut: »Was? Von den Beatles? Ist ja toll, daß die auch mal wieder was machen!«

Bernhard Löwenberg

Interessantes Rendezvous

Neulich wurde ich von einem Oberförster in den Wald eingeladen. Es gab Kaffee und Buchen.

Andrea Maisy

Die Weisheit der Pubertierenden

Mein Töchterlein wird derzeit wie viele andere Achtklässler als Versuchskaninchen für das bayerische G8 mißbraucht, den gestrafften Gymnasial-Lehrplan, der unter anderem schon in die Wahrscheinlichkeitstheorie einsteigt, ehe noch Schönschreiben und Betragen ihre Bedeutung verloren haben. Nachdem ich meinem Schatz mit Mühe den Unterschied zwischen absoluten und relativen Häufigkeiten nahegebracht hatte, seufzte sie und sagte: »Das habe ich jetzt verstanden, aber immer wenn ich etwas verstanden habe, kommt etwas, das noch schwieriger ist« – ich hatte mich erst durch 2000 Seiten Schopenhauer hindurchkämpfen müssen, um zu dieser Einsicht zu gelangen.

Theobald Fuchs

Nudelphilosophie

Teigwaren sind Teigwaren, weil sie mal Teig waren.

Christian Dickenbey

Auf der Mauer

Der Verlauf der Mauer ist in ganz Berlin durch eine Doppelreihe Kopfsteine gekennzeichnet, die sich einmal quer durch die gesamte Stadt über Gehwege, Radwege, Plätze und Straßen zieht. Auf dem Weg von Mitte nach Kreuzberg hat sich kürzlich mein Vorderreifen zwischen zwei dieser Kopfsteine verfangen, und ich habe mich mit dem Rad voll auf die Fresse gelegt. Seitdem bemühe ich mich um Anerkennung als Maueropfer.

Volker Surmann

Stellenwunder

Siemens streicht weltweit 16 750 Stellen – hoffentlich ist der Wasserfleck an meiner Wohnzimmerdecke mit dabei!

Murmel Clausen

Wie sag ich’s meinem Kind?

Auf einem Plakat zur Aids-Prävention sind verschiedene Früchte und Gemüse zu sehen, über die Präservative gestülpt sind. Ein etwa fünfjähriges Kind deutet auf das Plakatmotiv und fragt seine Mutter: »Mama, was ist das da über der Gurke?«

Die Mutter in erfinderischer Not: »Das sind Gemüseschutzhüllen.«

Friedemann Encke

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 12.09.:

    Der Bielefelder Fernsehsender Kanal 21 über die Archivierung des Dreck-Magazins im Bielefelder Stadtarchiv mit Hans Zippert, Fritz Tietz und Christan Y. Schmidt.

Titanic unterwegs
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
22.09.2019 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus »Karikaturen der Neuen Frankfurter Schule«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
24.09.2019 Hannover, Feinkost Lampe Katharina Greve