Vom Fachmann für Kenner | September 2006


Unverschämt

Mit dem neuen Handyvertrag kam auch ein neues Handy. Als ich es auspackte, flatterte mir ein Zettel entgegen, auf dem stand: »Ihr neues Handy funktioniert nicht? Dann rufen Sie uns an!« Ich mag es nicht, wenn Mobilfunkanbieter zynisch werden.

Melanie Schweinfurth

Das Fenster zum Hof

Schon zu Beginn des Irakkrieges hatten die Leute im Haus gegenüber ganz oben eine dieser Regenbogenfahnen mit der weißen Aufschrift PACE über ihre Balkonbrüstung gehängt, und dort hängt sie, schon etwas verblaßt, bis heute. Kürzlich, es hatte gerade gewittert und die Sonne schien schon wieder durch die Wolken, stand hinter dieser Fahne ein Mann und filmte mit einer Videokamera den Regenbogen. Schade, daß ich das nicht fotografiert habe.

Gregor Mothes

Ästhetik

Das Schöne wie Raumsparende an Dichtung ist ihre, wenn gelingend, dem Bild luftmachende und zugleich verdichtende, verknappende Sprache. So läßt sich die ebenso kurze wie formal bestechende Bitte eines arbeitslosen und charakterlich leicht zwielichten Duisburger Vaters an seinen immerhin schon 45jährigen und grad von schwerster Arbeit (Zeche) heimkommenden Sohn (97 Prozent gehbehindert):  

»Würdest du, auf daß kein Lohn dir winke
Augenblicks mir bitte einen Haufen
Nämlich zwanzig Flaschen Pilsbier kaufen
Welche ich, derweil dich dürstet, trinke?«  

 

in Prosa nur ungleich länger, komplizierter und häßlicher: prosaischer sagen: »Hol mal Kasten anne Bude, Spasti. Ab kriegse aber nix, hähäh!!« – Schlimm.

Thomas Gsella

Desiderat der Konfliktforschung

Neulich habe ich versucht, eine Geschichte zu entwickeln, die reich ist an Spannung, Struktur, Plot und Pointe. Nachdem ich erfolglos und völlig krampfhaft mehrere Minuten nachgedacht habe, gebe ich bei Google ein: »Konflikte entwickeln« und merke doch eines ganz schnell: Wie genau man jetzt aktiv Konflikte entwickelt, das schreibt eigentlich keiner irgendwo auf.

Christian Martin

Waschtag

Als während der Fußballweltmeisterschaft mein frisch gewaschenes weißes Bettlaken zum Trocknen mal länger aus dem Fenster hing, meldete sich lautstark eine Person von der Straße und fragte, aus welchem Land ich denn käme. Da mir bei der Hitze spontan nix Besseres einfiel, rief ich einfach »Grönland« runter. .

Uwe Becker

Bitte nachmachen!

Dieser Sommer hat gezeigt, daß unsere Wirte unzureichend auf die Klimakatastrophe vorbereitet sind. Frisch gezapftes Bier, das im günstigsten Fall eine Temperatur von 7°C aufweist, steht eine Minute am Tresen (10°C), wird durchs Lokal oder in den Biergarten getragen (12°C), hat beim Anstoßen 15°C, und noch eine Minute später kann man in der Suppe bereits baden. Wirte, schaut auf Griechenland! In besseren Tavernen servieren sie das Bier in dickwandigen Gläsern, die zuvor im Tiefkühlfach aufbewahrt wurden. Selbst am Strandkiosk kann man solche Gläser zum Dosenbier hinzubekommen – mit dem für alle Seiten angenehmen Nebeneffekt, daß das Bier, weil so kalt und lecker, so schnell weggetrunken ist, daß es die tiefgreifende Kühlung gar nicht nötig hätte.

Mark-Stefan Tietze

Moralische Unterstützung

Regelmäßiges Kopfzerbrechen bereiten mir die Zeitungsartikel, von denen ich nicht weiß, ob ich sie jetzt lesen soll oder nicht. Ist der Artikel interessant genug? Oder ist mir die Zeit zu schade? Neulich fiel mir wieder so ein Fall in die Hände. Nur mußte ich den dann doch lesen. Ich wäre mir moralisch klein und häßlich vorgekommen, hätte ich es nicht getan. Oder darf man wegen schätzungsweise 15 Minuten vertrödelter Lebenszeit die Geschichte eines Mannes verschmähen, der 38 Jahre unschuldig hinter Gittern geschmort hat, weil man ihn dort vergessen hatte?

Friedrich Krautzberger

Moderne Kommunikation

Ich habe so wenige Freunde, ich bekomme nicht mal Spam.

Lino Wirag

Spracherwerb und Integration

Der Mannheimer Soziologieprofessor Hartmut Esser behauptet in einem Artikel kühn, es gebe keine Untersuchungen, die die für den Zweitsprachenerwerb – hier des Deutschen – fördernde Wirkung einer guten Beherrschung der Fremdsprache – des Türkischen, Russischen oder Spanischen – belegten, weshalb es im Integrationsprozeß lediglich um die Entwicklung der Zweitsprache – – ja scheiß in die Luft! Text verwechselt, Tschuldigung! (Die von der SZ werden sich erst wundern.)

Roman Moosbauer

Ausgleichende Ungerechtigkeit

Bedenkt man, welche Gewalt selbsternannte Künstler in der Fußgängerzone manchen Klassikern aus Rock und Pop antun, wundere ich mich kaum über mein fehlendes schlechtes Gewissen, wenn ich keinen Obolus in den bereitgestellten Plastikbecher werfe, sondern den Musikanten zurufe: »Wir sind quitt!«

Ralf Augsburg

Vermieter sind Schweine

Um unsere Anwartschaft auf ein Mietshaus zu verbessern, hatten wir die Vermieter zu uns eingeladen, damit sie sich davon überzeugen konnten, daß wir keine asoziale Mietnomaden sind, sondern eine ganz normale Familie, wenn auch mit drei Kindern. Letztere wurden über die Benimmregeln der nächsten zwei Stunden genauestens instruiert (»Nach der Begrüßung hat einer von euch die spontane Idee, draußen im Garten zu spielen«). Die Vermieter kamen, sahen sich im Haus um, tranken Kaffee, aßen den selbstgebackenen Kuchen, ließen durchblicken, daß sie nicht abgeneigt seien, uns ihr Mietobjekt zu überlassen, als die Kinder blaugefroren an der Terrassentür wimmerten. Meine Frau bugsierte sie in den Flur, raunte einige Ermahnungen, dann stürmten die süßen Frischlinge die Küche. Unser mittlerer Sohn schnappte sich ein Märchenbuch, knallte es der Vermieterfrau auf den Schoß und rief fröhlich: »Kannst du mir jetzt endlich mal was vorlesen, du blöde Sau!« Das Formular mit der Selbstauskunft haben wir dann gar nicht mehr bekommen.

Jochen Gerken

Selbstmord,

empört sich die Großmutter, habe es früher nur selten gegeben, dafür seien die Menschen einfach zu beschäftigt gewesen. Ein Mitschüler habe sich allerdings, wenn sie sich jetzt genau besinne, doch schon während der Schulzeit aufgehängt, weil seine Eltern zu viel von ihm verlangt hätten. Ihre anderen Schulfreunde, die freiwillig aus dem Leben geschieden seien, hätten dies aber wesentlich später getan und auch aus guten Gründen, wie ihr Cousin Franz-Josef, der im Leben einfach keinen Fuß habe fassen können, oder der damals nur unter dem Namen »Pommes« bekannte Mitschüler, der nach mehreren Vergewaltigungen und sonstigen Straftaten ohnehin keine Chance zu einer ordentlichen Existenz gehabt habe.

Ludger Fischer

Fußball-WM

Tübingen, nach dem Spiel Deutschland-Polen, kleine Straße vor meiner Wohnung: vier Jungs im Cabrio, Deutschlandfahne, »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin«. Ein älterer Mann kommt aus einem Ladeneingang: »Do hendr eich abr verfahra!«

Jürgen Eberhardt

Nächste industrielle Revolution

Schon lange frage ich mich, wie leistungsfähig wohl Computer werden, wenn zur 0 und 1 auch noch die Zahlen 2 bis 9 dazukommen. Was dann alles möglich ist, übersteigt wohl unsere Vorstellungskraft.

Jürgen Merz

Nicht übel

In weiten Teilen Deutschlands haben neue Mitschüler aus dem Schwabenland eher schlechte Karten. Das war auch in unserer Klasse so. Die hinterfotzige Frage »Was gibt’s heut bei euch zum Mittagessen, Holger, vielleicht Spätzle?!« parierte dieser aber zugegebenermaßen recht leidlich: »I wois ned, abba I bin obdimisdisch!«

Marcel Vega

Expertengespräch

Neulich im Zug erzählte ich einem Freund: »Früher gab es im Rheinland Malaria.« Ein Herr konterte daraufhin aus der Ecke des Abteils: »In Indien gibt es auch Arier!« In der folgenden Diskussion entpuppte er sich allerdings als Insektenkundler, und wir einigten uns darauf, daß es im Rheinland mal Anophelesmücken gab.

Nils Seesing

Katholizismus

Was ich bei den Katholiken wirklich fabelhaft finde, ist, daß sie in den Kirchen die Pissoirs gleich beim Eingang haben.

David Sowka

Guter Mann

Die Regentonne, die ich im Baumarkt zu erwerben beabsichtige, kostet 12,99 €. Weil sie aber eine dicke Schramme hat, gehe ich den anwesenden Fachverkäufer-Azubi um einen Preisnachlaß an. Er läuft zu seinem unweit stehenden Ausbilder. Der sagt: »Zehn Prozent.« Der Azubi kehrt zurück, holt den Taschenrechner hervor und beginnt zu tippen. Dann löscht er alles und beginnt noch mal von vorn. Sein Gesicht rötet sich. Und noch einmal. Und noch mal. Als ich ihm nach dem vierten oder fünften Versuch über die Schulter lugen will, legt er rasch die Hand aufs Display und sagt: »Okay – sieben Euro!« Was soll man da sagen außer: Guter Mann!

Robert Niemann

Wie wahr

Auf die Bühne kommen und sagen: »Hello, I am Johnny Cash«, das können auch nicht viele.

Dirk Warnke

Wer ist der Dumme?

Mußte mich neulich beim spätabendlichen Zappen fragen, ob ich, wenn ich die Lösung eines dieser dämlichen Buchstabenrätsel auf einem dieser dämlichen Spielesender selbst bei schärfstem Nachdenken nicht herausfinde – ob ich dann also noch dümmer bin als die Leute, die die Lösung kennen, ständig beim Sender anrufen und sich darüber aufregen, nie etwas zu gewinnen. Wer kann mir diese Frage beantworten? Bin ich dümmer oder bin ich’s nicht? Ruft an: 0137-4369241, schnell in die Leitung kommen, der Buzzer schlägt gleich zu.

Daniel Jakob Gehlen

Finanzberatung

Früher war es ein leichtes, Parkuhren den Garaus zu machen: Der Zahlungsunwillige steckte eine dieser Blechlaschen, die dem Verschluß von Bierdosen dienten, in den Schlitz und versenkte sie tief im Innern der Uhr. So stand ihm jederzeit eine plausible Erklärung zur Verfügung, warum er fürs Parken kein Entgelt entrichtet hatte. Heute ist die Sache komplizierter. Im Uhrschlitz kann man außer den passenden Münzen nichts mehr versenken, und die Bierdosenverschlüsse sind zum Verbleib am geleerten Behältnis gedacht. Ein Bekannter wußte neulich Abhilfe: Einfach einen Grillanzünder in das Fach legen, in dem sich das Rückgeld sammelt, und die Uhr grillt sich langsam, aber sicher ihrem Finale entgegen. Selbst wenn man die teuren dänischen Anzünder nehme, zwanzig Stück für 1,49 Euro, sagte der Bekannte, stehe man »finanziell letztlich viel besser da« als bei korrekter Entrichtung des geforderten Betrags.
Christof Goddemeier

Bully und ich

Vor ein paar Jahren hatte ich ja mal geschäftlich mit Bully Herbig zu tun. Ich rief die HerbX-Filmproduktion an und hatte gleich den Chef am Apparat. Zu meiner Enttäuschung hatte er keine Lust, den Telekommunikationsanbieter zu wechseln, und legte nach einigen langgezogenen Nööös auch schon wieder auf.

Louis Vazquez

Lebensweisheit

Ein Tag ohne Lachen ist ein Tag, an dem man nicht fröhlich war.

Uwe Geishendorf

Klassische Rollen

Heute morgen forderte mich meine Packung »Rügenwälder Teewurst« auf, doch auch mal die neue »Rügenwälder Teewurst Aktiv« auszuprobieren; und ohne jetzt als erzkonservativer Macho und Biedermann gelten zu wollen, muß ich gestehen, daß mir die klassische, passive Schmiere, die sich willenlos von jedem aufs Brot klatschen läßt, doch irgendwie lieber ist.

Gaston Latz

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
16.09.2019 Frankfurt, Henscheid Mark-Stefan Tietze
19.09.2019 Berlin, Hausbrauerei Eschenbräu Katharina Greve
19.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hans Traxler
20.09.2019 Stuttgart, Superjuju Katharina Greve