Und Du, Comedy-Club Teatroneu (Barcelona),

glaubst wohl, Dich auf dem neuesten Stand der Technik zu befinden, wenn Du vor Deinen Zuschauersitzen Tablets mit einer Gesichtserkennungssoftware anbringst, um dann die Besucher pro Lacher (Stückpreis 30 Cent, maximal 24 Euro pro Veranstaltung) zahlen zu lassen.

In Wirklichkeit ist das aber sooo I-Tunes! Der Zug ist längst weitergefahren, heutzutage hat man doch Flatrates. Im Jahresabo nur 4 Euro pro Monat für so viele Witze, wie man weglachen kann, z.B. hier bei Titanify

Seit Jahren, Staatsanwaltschaft Wuppertal,

behelfen sich Rechte auf ihren Demonstrationen mit dem Trick, »Nationaler Sozialismus!« anstatt »Nationalsozialismus!« zu rufen, um nicht verknackt zu werden – und sind damit erstaunlicherweise sogar durchgekommen. Wie gut, daß dank Dir nun aber Schluß ist mit diesem geradezu jüdischen Gemauschel! Denn nachdem Neonazis in Deinem Zuständigkeitsbereich im September 2013 vor laufenden Kameras ganz unverklausuliert »Nationalsozialismus jetzt!« gefordert haben und dafür angezeigt worden sind, hast Du nach einjähriger gründlicher Prüfung ein Urteil gefällt.

Und das lautet: Freispruch. Mit der Begründung, hier liege nicht der Straftatbestand der Volksverhetzung vor, denn »Nationalsozialismus jetzt!« sei »nie als Parole oder ›Wahlspruch‹ einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation bekannt geworden«.

Das gibt Rechtssicherheit (wer mag, darf hier ein »sic!« einsetzen), darauf läßt sich aufbauen. »Wiederinbetriebnahme von Auschwitz«? Kein Problem, dergleichen hat niemand gerufen, als die Öfen noch gemütlich vor sich hin rauchten. Auch der Wunsch nach Errichtung eines Vierten Reichs kann straflos geäußert werden – unterm Hitler wäre man dafür nämlich hingerichtet worden. Neonazi ist praktisch ein Ehrentitel für Demokraten geworden, solche gab’s früher schließlich nicht, und überhaupt läßt sich mit dem Zusatz »… jetzt!« eigentlich alles adeln, denn jetzt ist ja nicht damals.

Kurz gesagt: Wenn in Deiner Nähe, Staatsanwaltschaft Wuppertal, ein hohles Geräusch zu hören ist, dann nicht nur, weil da Rheinland und Westfalen zusammenstoßen. Titanic

Crescenzio Kardinal Sepe, Neapel!

Ihrer Ansicht nach dürfen also »Katholiken, die Lebensmittel wegwerfen«, nicht mehr »an der Heiligen Kommunion« teilnehmen. Denn: »Wer angesichts von Millionen Hungernden Essen vernichtet, stellt sich selbst außerhalb der Menschheitsfamilie.« Bravo, Kardinal. Wir hätten bloß eine Frage: Wenn Ihnen künftig mangels Kommunionsteilnehmern Riesenhaufen von ungegessenen Hostien übrigbleiben – was passiert dann mit denen? Auf den Müll? Oder verspeisen Sie die nach der Messe alle selbst?

Innerhalb der Menschheitsfamilie: Titanic

Kurze Frage, Flecken Bovenden (Kreis Göttingen):

Ist eigentlich ironisch, gar kapitalismuskritisch gemeint, was man auf einer Bahnfahrt durch Dein Hoheitsgebiet vom Zugfenster aus erblickt, nämlich eine Hallenfassade, auf welcher »Schnäppchen Welt« geschrieben steht? Nein? Keine Ironie? Keine Kapitalismuskritik? Nur die gängige Rechtschreibschwäche beim Benamsen von Restpostenmärkten?

Hatte auch nicht anders vermutet: Titanic

Innenminister de Maizière (CDU)!

Der Süddeutschen Zeitung erklärten Sie in einem Interview über sog. Armutsflüchtlinge, daß wirtschaftliches Elend kein Grund dafür sei, Asyl zu gewähren: »Deutschland kann nicht alle Mühseligen und Beladenen auf der Welt aufnehmen.« Außerdem sähen Sie die Gefahr, daß »Kräfte am rechten Rand der Politik die Ressentiments gegen Flüchtlinge schüren und eine Spaltung der Gesellschaft bewirken wollen«. Und was, de Maizière, möchten Sie dagegen tun? Die CDU abschaffen?

Äußerst gern behilflich: Titanic

Hatschi, Klebers Claus!

Unausstehlich war das Heute-Journal ja schon immer. Seit Sie dort aber verbreiten dürfen, Ebola sei aktuell »noch tödlicher« als vor ein paar Jahren, ist es sogar noch unausstehlicher geworden.

Mit allertödlichsten Grüßen: Titanic

Respekt, Boxlegende Mike Tyson!

Als der Moderator eines kanadischen Fernsehsenders Sie auf Ihre Verurteilung wegen Vergewaltigung Anfang der neunziger Jahre ansprach, antworteten Sie ihm: »Du kommst als netter Typ daher, bist aber in Wahrheit ein Haufen Scheiße.«

Aber, Tyson, das Ohr des Typen ist noch dran? Dann sind Sie ja inzwischen geradezu entspannt. Findet: Titanic

O Deutsche Bahn!

Was haben wir nicht alles ertragen: Verspätungen, verpaßte Anschlüsse, nicht bereitgestellte Züge, geänderte Zugreihungen, ausgefallene Sitzplatzreservierungssysteme, Deinen Kaffee, Deine beständigen Preiserhöhungen und die ganzen Streiks. Und dennoch haben wir Dich immer tapfer verteidigt gegen die »Typisch Bahn!«-Schreier, die »Senk ju for träwelling«-Idioten sowie die Verspätungsdurchsagen-Augenverdreher. Und nun das: Aus Deinem jüngsten Newsletter starren uns zwei grauenhafte rote Plüschkugeln mit großen Augen entgegen, und Du informierst uns: »Säm & Mel sind die frechen bahn.bonus-Punkte für Jäger & Sämmler und möchten nur eins – von Ihnen gesämmelt werden.« Sämmeln? »Na klar. Das ist wie Sammeln. Nur mit mehr Punkten.« Dazu läßt Du Deine Kreaturen uns anbrüllen: »Los, sämmel uns!« Kein Problem, Deutsche Bahn. Versprochen: Bei der nächsten Gelegenheit werden wir Deinen Werbeheinis und PR-Spackos dermaßen eine reinsämmeln, daß ihnen Jägen und Sämmeln vergeht.

Zählt schon mal an: Titanic

Lieber Stephan!

Wo wir Dich gerade erwischen zwischen Tür und Angel, zwischen zweien Deiner vielen Aufträge für Welt, WamS, Journal Frankfurt, Metallzeitung, das Arte-Magazin, Zitty und Presse – da wollten wir Dich mal fragen: Wohin des Weges? Waaas? Wie meinen: Du willst raus? Ganz raus? Endgültig nach Münster, zu Deinen Lieben? Zu Frau, Kindern, Katze, Klimpergitarre? Nach immerhin 14 Jahren als Titanic-Redakteur, hundert gezeichneten Strips, tausend gemalten Cartoons, vielen Dutzend unnachahmlichen Auftritten bei Aktionen und in Fotoromanen sowie vier Millionen Überstunden – gehst Du einfach? Moment mal! So nicht!

Wer soll denn jetzt Frieden stiften zwischen den uneinsichtigen Graphikern und den steinsturen Schreibern? Wer wird gemeinsam mit Torsten und Michael das beliebte Kollegennervspiel »Finde den Kalauer« spielen, über den, haha: Wortspielplatz tollen? Um seinen Opfern dort hinterlistig aufzu(ka)lauern? Wer wird künftig seinen Zimmerkollegen Martina und Hardy als Redaktionsriese Schatten spenden? Mit wem soll Mark-Stefan Serien wie »Angela the Strangela«, »Putin der Bär«, »BussiBeck«, »Münt el-Fering« und »Nein, diese Wulffs!« aushecken? Wer muß nun mit Tim über Fußball fachsimpeln? Wer wird Birgit als Mahjong-Berater zu Seite stehen (»Nimm den Karo-König!«) – auch wenn sie gerade Spider-Solitär spielt? Wessen schmackhaft zubereitete Nudel-stilleben soll Moritz künftig bewundern, und wer soll Alexander als Diskussionspartner in Sachen »Wurstangebot auf dem Wochenmarkt« dienen? Wer wird sich so diebisch über jeden, aber auch wirklich jeden Witz freuen, der Tom Hintners Kleinwuchs thematisiert? Wer lobt jetzt herrlich mißverständlich Kristins Redaktionsschlußschmaus? Und was sollen all die jungen, unbedarften Zeichner jetzt machen, ohne einen Anwalt wie Dich, der ihren zaghaften Einsendungen so konsequent Platz im Heft verschafft, damit dort auch mal was anderes steht als nur die grauen Buchstabenwüsten der in ihre ellenlangen Sätze verliebten, endlos dahinfabulierenden Kollegen Textredakteure, die – –

was wollten wir noch mal sagen? Richtig:

Du wirst uns fehlen. Bleib uns treu, Du lieber, langer, lustiger Mann! Und mach’s gut!

Bzw.: Bis gleich! Deine Titanic

Als, beste Michaela Schaffrath,

wir neulich die Folge der allenfalls mäßig unterhaltsamen Interviewreihe »Kessler ist…« sahen, in der Gastgeber Michael Kessler sich äußerlich in Sie zu verwandeln versuchte, was ihm übrigens nur mäßig gelang, und dergestalt ein Gespräch mit Ihnen führte, erwähnten Sie dort reumütig Ihre Anfang des Jahrtausends erschienene, nach Ihrer jetzigen Einschätzung das Private allzu offen schildernde Autobiographie. Da erwachte kurz unser Interesse, und wir forschten beim großen bösen Internethändler nach. Und stießen worauf? Auf »Ich, Gina Wild, gebraucht – sehr gut«. Nur »etwas berieben« sowie »kleinere Gebrauchsspuren«, »sehr gut erhaltener Innenteil mit geringer Nutzung«, »Ecken nicht bestoßen«, »Bindung und Rücken sind sehr gut erhalten« und vor allem »kein gekennzeichnetes Mängelexemplar« – und das trotz Ihrer Vergangenheit, das ist doch toll! Wieso aber machen Sie dann trotzdem bei sämtlichen öffentlichen Auftritten, einschließlich dieser Sendung, immer so einen verzweifelten Eindruck?

Sorgen sich die Remittenden auf der Titanic

Huhu, Christian Ulmen!

Sie rechtfertigten im Interview mit »Spiegel online« Ihre Mitwirkung an einem McDonald’s-Werbespot mit diesem bestechenden Argument: »Man muß den Usern offenbar gut erklären, daß man die Kohle für das ganze Zeug ja irgendwoher bekommen muß – und daß es auch gute Werbung gibt.«

Nämlich jede (McDonald’s, Rügenwalder, Sky), die dafür sorgt, daß Sie die Kohle irgendwoher bekommen, mit der Sie dann wiederum all diese lustigen Figuren spielen können; am besten gefällt uns übrigens die des fröhlich korrumpierten Medienheinis, die Sie seit einigen Jahren sehr authentisch verkörpern.

Ach, das ist gar keine Rolle? Dann nimmt’s Lob zurück: Titanic

Alle Achtung, Führer!

Wie wir in der Sendung »Hitlers Jurassic Park« im »National Geographic Channel« erfuhren, wolltest Du in irgendwelchen polnischen Wäldern tatsächlich solch einen Park einrichten: »Wissenschaftler der SS planten, ausgestorbene Arten wieder auf der Erde anzusiedeln. Sie sollten einer nationalsozialistischen Superrasse als Jagdbeute dienen.«

Und das hätten wir dann doch gerne gesehen: Superrassenangehörige wie der dicke Göring oder Klumpi Goebbels oder nicht zuletzt Du, schmächtiger Führer, wie Ihr vor Säbelzahntigern, Mammuts und Tyrannosauriern wegrennt und von Eurer »Jagdbeute« vielleicht ein klein wenig in die Mangel genommen werdet.

Wäre vielleicht sogar etwas für Tarantino, findet Titanic

Peng, Philipp Mißfelder!

Als CDU-Außenexperte sagten Sie im Hörfunk zur vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine: »Natürlich muß man genau hinschauen – nicht jeder Schuß, der dort fällt, ist eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens.« Sicher, Mißfelder, da kann jemand ganz abkommenkonform und wodkabefeuert lediglich seinem Schwiegervater ein Projektil zwischen die Augen geben oder ausgelassen ein paar Bläßhühner aufscheuchen.

Das hatte tatsächlich kurz vergessen: Titanic

Käßmann, alte Protestantenhaut!

Nachdem der langjährige Pflegefall und frühere Intendant des senilen MDR, Udo Reiter, nach öffentlichem Sinnieren über die Würdelosigkeit des Dahinsiechens den Freitod gewählt hatte, grübelte es via Bild in Ihnen: »Wir können doch nicht sagen, daß jeder, der etwas ›vertrottelt‹, keinen Sinn mehr im Leben hat. Wer will denn sagen, was lebenswertes Leben ist?«

Und das, Käßmann, wäre gewiß richtig, artikulierte sich bei Ihnen da nicht pures Eigeninteresse!

Stets lebens- und liebenswert: Titanic

Salam, Abdul Adhim Kamouss!

Sie »Quassel-Imam« (Bild) sind ja wirklich ein ganz abgefeimtes Früchtchen: Da lassen Sie sich zum Thema »Gewalt im Namen Allahs – wie denken unsere Muslime?« bei Günther Jauch einladen, und dann wirken Sie wie ein »freundlicher junger Mann mit fröhlich-kichernder Stimme«, »eine irgendwie sympathische Youtube-Version aus Aladin und Staubsaugervertreter« (Bild), der »Radikalisierung verhindern« und sogar »bei der Aktion ›Not in my name‹ mitmachen wolle, womit Muslime auf der ganzen Welt ihre Ablehnung des IS deutlich machen« (FAZ). Der Stern beobachtete: »Je mehr sich Kamouss ins Zeug legte und insistierte, daß er sich für den Frieden einsetze und auf keinen Fall mit radikalen Predigern in Beziehung gebracht werden wolle, desto größer wurde die Abwehr unter den Talkgästen.« Und der Tagesspiegel hielt final entsetzt fest: »Er redet von Frieden und Dialog.« Ein solcher Affront zwang nicht nur die Talkgäste Wolfgang Bosbach und Heinz Buschkowsky zu Abwehrreflexen, sondern auch die Presse: »Das war ein Super-TV-GAU« (Bild), oder auch: »Eine Blamage, wie sie größer kaum hätte ausfallen können« (Welt).

Also, Kamouss, schreiben Sie sich das hinter Ihren Turban: Beim nächsten Mal ordentlich grimmig gucken, die Ungläubigen zur Hölle wünschen und vielleicht noch einen Krummsäbel mitbringen, um beispielsweise den Moderator vor laufender Kamera zu enthaupten. Dann sind die deutschen Medien vielleicht wieder zufrieden mit Ihnen.

Ganz sicher jedenfalls: Titanic

Stillgestanden, Menno Aden!

Unter der Überschrift »Die deutsche Kriegsunlust teuer bezahlt« hat die FAZ einen Leserbrief von Ihnen veröffentlicht, in dem Sie die Unerfahrenheit beklagen, mit der die Reichswehrsoldaten vor einhundert Jahren ins Gefecht zogen: »Deutschland hatte, als 1914 der Krieg ausbrach, über den Krieg nur theoretisiert. Es war wohl hauptsächlich dieser Mangel, der Deutschland um den Sieg in der Marneschlacht 1914 brachte. Deutschland beziehungsweise Kaiser Wilhelm II. haben die deutsche Kriegsunlust und Friedfertigkeit teuer bezahlt. Europa auch. Der Krieg hätte schon im August 1914 zu Ende sein können, wenn deutsche Truppen Paris genommen hätten.«

Hierzu, Gefreiter Aden, wäre anzumerken, daß Kaiser Wilhelm II. rein gar nichts »teuer bezahlt«, sondern seinen Lebensabend auf Kosten des deutschen Volkes in Saus und Braus verbracht hat. Im übrigen können wir Ihnen nur dazu gratulieren, daß Sie im August 1914 nicht als Belgier oder als Franzose im Schützengraben nähere Bekanntschaft mit der berühmten deutschen Kriegsunlust und Friedfertigkeit gemacht haben. Und nun halten Sie gefälligst das Maul, und nehmen Sie endlich Paris ein.

Rechts schwenkt – marsch! Titanic

Sie sind durchschaut, »Eckart von Hirschhausen«!

Wohin wir uns auch wenden: allüberall auf den Straßen augenzwinkernde Auftrittsplakate, in den Buchläden pausbackige Produktwerbeposter, dazu eine nicht mehr wegschaltbare Bildschirmomnipräsenz. Doch dann plötzlich die Eingebung, wie eine himmlische Warnung: Was, Hirschhausen, wenn Sie, den alle Welt wie verzaubert lieb hat, der Beelzebub im Bübchengewand wären? Ein pfirsichwangiges Kinderschokoladengesicht mit knallroter Schaumgumminase, hinter dem ein neuer Mephisto lauert, der ja bekanntlich gern in allergrößter Pudelharmlosigkeit erscheint?

Und weil Sie anscheinend weder wegzubeten noch zu exorzieren sind, ist die einzige Frage, die uns in Ihrem »Quiz des Menschen« interessiert, doch: Womit haben wir das verdient? Diese Hirschhausenhölle auf Erden? Und wie und wo, in Dreiteufelsdoktornamen, kann man ihr vielleicht doch noch entgehen?

Schlägt sekündlich drei Kreuze: Titanic

Nicht so schlapp, »Heftig«-Macher!

Ihr, Michael Glöß und Peter Schilling, bedient Euch im schlichtdeutsch nachgestrickten Buzzfeed-Viralnova-Style kostenlos im Netz an den global kursierenden Weltkuriositäten für geistig Umnachtete und verdient damit, weil Ihr auf diese üblich internetkrumme Abzockertour aktuell die allerbreitesten Massen in Eure virtuelle Rummelplatzbude gelockt habt, als einzige in der Viralkette fettestes Geld.

Aber, Glöß und Schilling, die Ihr dem Pressefoto zufolge die selbstzufriedenst grinsenden Businessgesichter seit den schrecklichen Samwer-Brothers seid: Wenn man schon auf Urheberrechte und Autorenschaft, Ideenschweiß und Arbeitszeit anderer pfeift, warum muß man sich dann noch so dummdreistfeist rechtfertigen: »Wir klauen nicht, wir kuratieren«?

Davon abgesehen, daß inzwischen jeder Schulhofdealer seine Kohle zusammenkuratiert – sagt es doch einfach so BWL-schlicht gestrickt, wie Ihr seid: »Wir klauen nicht, wir kapitalisieren.«

Und – das ist das wichtigste Ding – erzählt es weiter! Titanic

Fünf-Sterne-Hotel »Sofitel«, Hamburg!

Eigentlich wollten wir bei Dir unsere unanständig hohen Redakteursgehälter verprassen, doch dann lasen wir auf Deiner Homepage, daß uns bei Dir Räume in »opulent puristischem Design« erwarten. Wie dürfen wir uns das konkret vorstellen? Ausgeschlagen mit Plüsch aus Granit? In sehr weißem Schwarz?

Geht dann trotz des Alters lieber in die Jugendherberge:Titanic

SPD-Vize Ralf Stegner!

Angesichts der Koalitionsdebatte in Sachsen haben Sie die Grünen vor einer Annäherung an die CDU gewarnt. Der Welt sagten Sie: »Die Grünen sind eine progressive Partei, und die Union ist von vorgestern. Die Steckenpferde der CSU heißen Ausländermaut und Betreuungsgeld. Angela Merkel mag erfolgreich sein, aber dahinter ist viel schwarzes Nichts.« Mit nahezu identischen Worten könnten Sie, Stegner, jedoch auch vor einer Annäherung an Ihre Partei warnen. Sie müßten bloß »Ausländermaut und Betreuungsgeld« durch beispielshalber »Klientelrente mit 63 und sozialdemokratischen Neoliberalismus« ersetzen.

Und wieviel rotes Nichts sich hinter Figuren wie Sigmar Gabriel und Andrea Nahles verbirgt, will gar nicht wissen: Titanic

Hochmoderne Dubaier!

Wer in Eurer Stadt versehentlich jemanden überfährt, kann laut »Welt online« das fällige Bußgeld in Höhe von ca. 43 000 Euro jetzt mittels einer »Smart Prosecution« genannten App einfach »mit einem Fingertippen« begleichen. Das ist toll fortschrittlich, liebe Dubaier, doch könntet Ihr den Service nicht noch verbessern und für die besonders Unachtsamen unter Euch, also diejenigen, die regelmäßig andere Leute plattfahren, einfach eine Flatrate einrichten?

Wälzt sich auf dem Boden: Titanic

Carl-Eduard Graf von Bismarck!

Bisher war uns Ihre Existenz entgangen. Ein versehentliches Durchblättern der Bunte machte uns aber nicht nur flüchtig mit Ihnen bekannt, sondern auch mit dem Umstand, daß Sie sich »Graf Calle von Bismarck« rufen lassen. Sofort waren wir begeistert von diesem offenherzigen Flirt mit dem Kleinbürgerlichen, wenn nicht gar Proletarischen, dem auch das Quentchen Noblesse, das in dem Anfangs-C steckt, keinen Abbruch tut. Die Vorstellung, wie Sie Hof halten mit dem Freiherrn Adze von und zu Guttenberg, der Gräfin Sandee von Thurn und Taxis und dem Wollé von Hohenzollern, ist eine zu schöne. Eine so schöne, daß man einen solchen Adel nur mit Magengrummeln und dem ein oder anderen Tränchen im Auge guillotiniert sähe.

Grüßt mit Cnicks und Cratzfuß: Titanic

Sie, Ulrich Tukur,

bekennen im Spiegel: »Ich weiß nur: Irgendwas tickt bei mir nicht richtig.« Und das ist doch schon mal ein mutiger Schritt, und zwar in die richtige Richtung, die da nur lauten kann: stationärer Aufenthalt, medikamentöse Behandlung, gegebenenfalls Lobotomie.

Aufrichtig gute Besserung wünscht: Titanic

Jacques Schuster c/o »Die Welt«!

»Wie konnten die Grünen nur so früh vergreisen?« fragen Sie als konservativer Kommentator mit gespielter Naivität und geheuchelter Anteilnahme. »Wo ist es geblieben, das Moussierende und Zukunftshungrige, das die Grünen besaßen? Wo sind die Nachfolger Joschka Fischers, Jürgen Trittins und Renate Künasts, jener politischen Rampensäue, denen der Pulverdampf der Debatten ein Aphrodisiakum war?«

Dabei wissen Sie die Antwort längst, Schuster! Dieses zukunftshungrig Schäumende ist in die Redaktion der Seniorengazette Welt abgewandert, wo es die dort eingepferchten grauen Borstenviecher moussiert, massiert, aphrodisiert und pulverdampfend geil macht. Das läßt die Grünen natürlich sehr alt aussehen, bringt aber die Hühner zum Lachen!

Wie auch die Teenies von Titanic

Herrje, Lothar Matthäus!

Nun auch das noch: die fünfte Hochzeit! Und die fünfte Braut, irgendwo in ihren Zwanzigern, wußte schon gar nicht mehr, daß Sie, Mitte Fünfzig, früher mal berühmt waren! Doch warten Sie ab, Lothar, das kommt noch viel besser: wenn Sie bei Ihrer neunten oder zehnten Hochzeit eine möglichst erst Achtzehnjährige heiraten, die dann noch nicht mal mehr weiß, wo Sie, Matthäus, schon seit mindestens zwanzig Jahren begraben liegen.

Einfach so weitermachen, rät Titanic

Gesundheit, Frau von der Leyen!

Im ARD-Morgenmagazin riefen Sie als Verteidigungsministerin Ihre Untergebenen in der Bundeswehr auf, sich freiwillig zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Afrika zu melden. Gefragt, ob Sie als gelernte Ärztin auch dorthin gehen würden, rangen Sie sich sodann seufzend die Antwort ab: »Das ist eine Frage, die ich unter dem Strich, wenn ich wüßte, daß ich geschützt bin, mit ja beantworten könnte.« Womit Sie einerseits, natürlich, die Frage nicht beantworteten – was Sie alles könnten, will ja kein Mensch wissen. Andererseits drückten Sie die potentiell tödliche Aufgabe damit mal wieder schön nach unten durch, ans Personal!

Adel verpflichtet zu so was, dünkt Titanic

Oh là là, Monsieur Sarkozy!

Sie wollen also wieder zurück in die große Politik, weil Sie »Frankreich zu sehr lieben, um nur Zuschauer in einem trostlosen Spektakel zu bleiben«. Très bien. So erwartet Sie also schon bald wieder als Hauptakteur in einem trostlosen Spektakel Ihre Titanic

Eine Frage, IS!

Im Zweistromland begann in der Jungsteinzeit die Geschichte unserer Zivilisation. Die Menschen wurden seßhaft, betrieben Landwirtschaft, bauten Städte, erfanden das Bier. Im wesentlichen ist seitdem nicht mehr viel passiert. Nun kommst Du daher, vertreibst die Seßhaften, schneidest Köpfe ab statt Ähren, zerstörst die Städte und verbietest das Biertrinken. Was genau hast Du vor? Willst Du zurück in die Höhlen? Zurück auf die Bäume? Vielleicht gar zurück ins Wasser?

In diesem Fall würden Dir gerne zur Hand gehen: die Tauchlehrer der Titanic

Hey, Phil Collins!

»Kaputte Ehen, Depressionen, Alkohol: Das Allround-Talent Phil Collins hat in seiner langen Karriere viel erreicht«, schrieb »Focus online« nicht ganz zu Unrecht. Doch dann der Absturz: Von »In The Air Tonight« über »Another Day In Paradise« wurde alles immer schlimmer, bis hin zum Oscargewinn für die Schmonzette »You’ll Be In My Heart« und der Ernennung zur »Disney-Legende«. Schluß mit diesen furchtbaren Erfahrungen: Knüpfen Sie an alte Erfolge an und machen Sie sich doch einfach mal wieder eine schöne Flasche Whiskey zum Frühstück auf, raten, auch in eigenem Interesse, Ihre Suchtexperten von der Titanic

Helmut Markwort, alter Faktenfreund!

Kaum war bekannt geworden, daß Sie als Aufsichtsratmitglied des FC Bayern München im Focus einst unter dem Pseudonym Moritz Rodach wohlwollende Berichte über den Verein geschrieben hatten, zeigten Sie sich vollumfänglich geständig und beichteten auch, daß Sie beim Stern zuvor ähnlich vorgegangen waren: »Ich hatte einen Exklusiv-Vertrag. Nur war im Stern nicht genug Platz für mich. Also schrieb ich unter Pseudonym auch für den Kölner Stadt-Anzeiger und die Welt am Sonntag. Kurzgeschichten von mir kamen wiederum unter einem anderen Namen heraus. Ich habe mich an dem großen Kurt Tucholsky orientiert.« Und wissen Sie was? Zu Recht! Denn für kaum etwas stand der große Kurt Tucholsky ja so sehr wie für Gefälligkeitsjournalismus zugunsten schwerreicher Wirtschaftsunternehmen und sonstiger Mächtiger.

Aber orientieren Sie sich ruhig weiter an Ihrem Idol, Markwort: Lassen Sie schnell all Ihre Texte verbrennen, dann auf ins Exil, und schließlich noch ordentlich Tabletten geschluckt!

Hat auch nicht genug Platz für Sie: Titanic

Salut, Bundeswehr!

Zwar ist Deine Ausrüstung Schrott, Deine neuen Rüstungsprojekte kommen nicht aus dem Quark, und die Mitarbeiter in der Beschaffung wie im Auslandseinsatz sind völlig überfordert – aber eines zumindest hat echten Siegerstatus: Dein Magazin Y. Im Sommer mit dem »Best of Corporate Publishing Award« in Gold in der Kategorie »Mitarbeitermedien Print« ausgezeichnet, hebt es die Moral der Truppe mit mitreißenden, kraftstrotzenden Titeln wie »Jäger und Gejagter« (kombiniert mit der Großaufnahme eines Tornado-Piloten vor blauem Himmel), »Lemmy läßt’s krachen« (im Bild dazu der Motörhead-Sänger, sein Gitarrengurt trägt passend eiserne Kreuze als Deko) oder »Landung in der Kampfzone« (als Überschrift zu einem Fallschirmjägereinsatz in Südfrankreich – nur eine Übung, sicherlich zu Deinem Bedauern).

Wie wäre es denn jetzt noch, die Erbaulichkeit des Magazins praktisch zu erweitern und ihm – wie seinem kleinen, zivilen Bruder Yps – ein Gimmick beizulegen? Zum Beispiel das ein oder andere Ersatzteil?

Konstruktiver Vorschlag von Titanic

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)!

Im Interview mit dem Deutschlandfunk wurden Sie gefragt: »Glauben Sie denn, daß auch die deutsche Bevölkerung bereit ist, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als mancher Politiker suggeriert?« Ihre Antwort lautete: »Ja, das glaube ich. Wir müssen, erstens, die Bundesliegenschaften, die zur Verfügung stehen, schnell und unbürokratisch dafür nutzen – ich denke an freie Bundeswehrkasernen. Auch die Kirchen haben Räume, Plätze und Möglichkeiten.«

Wie bitte, Müller? Die Kirchen? Aber haben die Flüchtlinge denn nicht schon genug gelitten?

Unbürokratisch entsetzt: die Fluchthelfer auf der Titanic

Montagsdemonstrant Xavier Naidoo!

Ihre Rede vor den rechtsextremen »Reichsbürgern« am 3. Oktober haben Sie im SWR mit den Worten verteidigt: »Die Frau Merkel kann sich auch nicht aussuchen, ob sie vor den Linken oder vor irgend jemandem spricht. Sie muß als Bundeskanzlerin vor allen sprechen.« Aber was wir daran nicht verstehen, Naidoo: Sie sind doch überhaupt noch gar nicht Bundeskanzlerin! Das werden Sie doch erst am 11.9. des Jahres 2323 – nach Ankunft des Großen Tiers!

Wohl irre geworden: Titanic

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Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Oliver Maria Schmitt: "Ich bin dann mal Ertugrul – Traumreisen durch die Hölle und zurück"
TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen
  • 24.02.:

    TITANIC-Chefredakteur Tim Wolff erklärt bei Meedia, warum Breitbart News gleich zwei mal mit Matthias Matussek telefonieren durfte.

  • 22.02.:

    TITANIC-Jungredakteur Fabian Lichter jammert in der Taz über seine Gebrechen (Boxerfraktur).

  • 20.02.:

    Leo Fischer schreibt für die Taz über das Unbehagen beim Umgang mit Behinderten.

  • 20.02.:

    Susanne Wiedemann von der Mainpost "findet es überhaupt nicht lustig, wie sich Satiriker Martin Sonneborn mit Politik beschäftigt".

  • 10.02.:

    Über Engelbert Sonneborn, den aussichtsreichsten Kandidaten (hier ganze PK streamen!) für das Amt des Bundespräsidenten, berichten "Süddeutsche", Heute.de und "Spon".

Titanic unterwegs
27.02.2017 Frankfurt, Henscheid
  Die 3 TITANIC-Chefredakteure
02.03.2017 Hamburg, Polittbüro
  Hans Zippert
03.03.2017 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus
  Hans Traxler: »Cartoons«
03.03.2017 Bielefeld, Bunker Ulmenwall
  Hans Zippert

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Briefe an die Leser

 Hallo, alter Karpfenliebhaber Martin Winterkorn!

Hallo, alter Karpfenliebhaber Martin Winterkorn!

Daß gegen Sie jetzt auch wegen Betrugs ermittelt wird, weil Sie in Ihrer Zeit als VW-Chef vielleicht einen Hauch mehr von den Abgasmanipulationen bei Volkswagen wußten, als Sie heute zugeben mögen, soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Was uns aber brennend interessiert: Die Heizanlage, die der fürsorgliche Konzern nach »Spiegel«-Informationen für etwa 60 000 Euro in Ihrem Gartenteich einbauen lassen mußte, damit es Ihre geliebten Koi-Karpfen im Winter schön warm haben – die wird doch wohl nicht von einem stinkenden, qualmenden Dieselmotor betrieben?

Würde Ihnen sonst sofort die Tierschützer auf den Hals hetzen: Titanic

 Herrje, Julian Reichelt!

Jetzt haben Sie’s nach jahrelanger Boxerei und Schleimerei doch tatsächlich zum Nachfolger Kai Diekmanns und Vorsitzenden der »Bild«-Chefredaktionen gebracht. Aus diesem Anlaß erinnerte das Medienportal Meedia an Ihre Vergangenheit als Kriegsreporter und zitierte aus einigen Ihrer martialischsten Interviews der jüngsten Zeit, zum Beispiel: »Das einzig wichtige Kriterium für Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, ist, ob man sich vorstellen kann, zusammen im Schützengraben zu sein. Das ist mein Kriterium für Menschen.« Oder auch: »Krieg ist etwas, das alles andere für immer überlagert. Es prägt einfach den Blick auf die Dinge. Es prägt das Verständnis von Loyalität, von Zuverlässigkeit, von Pflichtbewußtsein, von Anstand. Wer sich in einem Krieg anständig verhalten kann, ist ein anständiger Mensch.«

Pflichtbewußt und zuverlässig wollen wir Sie daher noch einmal daran erinnern, was Heinrich Himmler 1943 vor SS-Führern zum Thema Anstand zu sagen hatte: »Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht und ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.«

Nichts zu danken! Titanic

 Hamburger Großreedereien, arme Justizopfer!

Unfairerweise hat der Bundesgerichtshof Eure Pläne zur Elbvertiefung versenkt, wodurch Ihr nun sicher längst einkalkulierte Millionengewinne aus Globallogistik und Riesencontainerwesen mental verklappen könnt. Und das alles wegen einer Pflanzenart namens »Schierlings-Wasserfenchel«!

Sagt, habt Ihr Euren Ärger schon vollständig heruntergespült?

Würde Euch sonst nämlich gerne den passenden Becher reichen: Titanic

 Wackerer »Spiegel«!

Fein, wie Du da in Deinem Inneren mit Vorurteilen kämpfst: »Sind Ausländer krimineller als Deutsche? Amtliche Statistiken legen das auf den ersten Blick nahe. Doch Kriminologen warnen: Schon die Frage führe in die Irre.« Eine so richtige wie wichtige Warnung – weswegen Du auch den Artikel auf Deinem Titelblatt wie ankündigst? Genau, mit der Frage: »Sind Ausländer krimineller als Deutsche?«

Wer solche Nachrichtenmagazine hat, braucht keine Lügenpresse.

Hat Deine Äußerlichkeiten stets im Blick: Titanic

 Sie, Schauspielerin Josefine Preuß,

begründen den Erwerb des kleinen Waffenscheins in der »Bunten« damit, daß Sie sich »durch die Entwicklungen der letzten Zeit nicht mehr so sicher« fühlen. Der Schein erlaube Ihnen, »ein spezielles Reizgas zu tragen«. War das wirklich notwendig? Schließlich fällt das Mexx-Parfum »Ice Touch Woman«, für das Sie vor geraumer Zeit als Testimonial warben, (noch) nicht unter das Waffengesetz!

Erteilt Selbstverteidigung für Anfänger: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 AC/DC vs. Jesus

»Säkularisierung rockt!« dachte ich mir, als in der Fußgängerzone in Reaktion auf das einsetzende Kirchenglockenläuten ein Junge zu seinen Eltern sagte: »Wie bei Hells Bells!«

Jan-Oliver

 Geistes Gegenwart

Laut Heraklit ist Bildung »nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen«. Andererseits: Man hat schon Fässer brennen sehen.

Dominik Wachsmann

 Richtig traurig

Traurig sein, ja, aber bitte gesundheitsbewußt: Naturtrübsal blasen.

Burkhard Niehues

 Ludwig und ich

Mit dem guten alten, von mir sehr geschätzten Beethoven habe ich schon einiges gemein: schlechtes Gehör, schwache Augen und zwei linke Hände. Deshalb habe ich dem Raum mit dem soeben fertig verlegten Laminatboden in Anlehnung an das Op. 133 auch den Ehrentitel »Die Große Fuge« verliehen.

Helge Möhn

 Familientradition

Zu seinem runden Geburtstag durfte sich jeder von uns elf Enkeln ein bißchen Gold aus Opas Zahn schlagen.

Teja Fischer