Und schließlich, Erika Steinbach!

Schon seit langem ist es uns ein Bedürfnis, Ihnen einmal folgendes mitzuteilen: Die Grenzen Europas sind offen! Es herrscht Freizügigkeit innerhalb der EU! Sie dürfen also gerne Ihre Koffer packen und nach Rumia in Polen (Ihrer Homepage zufolge Ihnen besser bekannt als »Rahmel« in »Westpreußen«) zurückkehren!

Wie? Dazu müßten Sie Polnisch lernen? Und sooo wichtig ist es Ihnen dann doch wieder nicht?

Dann kann Ihnen auch nicht mehr helfen: Titanic

Uiuiui, Maria Furtwängler!

Da haben Sie sich ja ganz schön ins Zeug gelegt, um endlich mal allen zu zeigen, was schauspielerisch so in Ihnen steckt. Nämlich im zweiten Teil Ihrer Tatort-Doppelfolge, als die von Ihnen gespielte Kommissarin Charlotte Lindholm von ihrem Chef vom Dienst suspendiert wird – eine in geschätzt hunderttausend deutschen Fernsehkrimis schon gezeigte Situation – und Sie Lindholms Fassungslosigkeit darüber als grandiose Kopie von Nicole Kidman in »Eyes Wide Shut« geben, und zwar in der Szene, als sie bekifft ihrem Mann von einer Seitensprungphantasie erzählt und ihn in eine anstrengende Diskussion über die Treuevorstellungen von Männern und Frauen verwickelt.

Was das nun genau mit Ihrem Tatort zu tun hat, wollen wir gar nicht wissen, gibt es doch im ersten Teil einen noch gelungeneren Dialog, in dem Sie einen Staatsanwalt fragen, wie er es verantworten könne, in den Puff zu gehen. Und auf seine Entgegnung: »Und was ist mit Frauen, die reiche Männer heiraten, die tun’s auch für Geld, oder?« sagen Sie derart glaubwürdig pikiert »Wie bitte?«, daß man meinen möchte, Sie praktizierten schon 21 Jahre lang Method Acting.

Gruß auch an den Gemahl: Titanic

Ach, »Spiegel«!

Daß Deine Autoren Alexander Kühn und Markus Brauck verkappte Satiriker sind, wußten wir schon immer, doch nun haben es die beiden endlich selbst bemerkt und eine richtig witzige Vorschau auf die »Bestseller 2013« verfaßt. Die Pointen über ein Saumagen-Essen mit Helmut Kohl erschienen uns auch wirklich frisch und originell; bloß die eine, in der sich Günter Wallraff als Frau in Deine Redaktion einschleicht und auffliegt, »weil er vergessen hat, sich den Schnurrbart abzurasieren«, haben wir nicht verstanden. Als bärtige Dame fällt man im Spiegel-Gebäude doch nun wirklich nicht auf.

Hihi: Titanic

Herrje, Berliner Bankräuber!

In Restdeutschland galt der Berliner mal als dummdreist, nun seid Ihr anscheinend nur noch dumm. Bankräuber Nummer eins (29): Geiselnahme in der Deutschen Bank in Zehlendorf, Forderung erst »100 000 Euro«, dann »1 Million Euro« sowie »freier Abzug«, dann stundenlang verlegene Funkstille. Die Polizei stellt schon fürsorglich eine Kiste Getränke vor der Bank ab, die aber unberührt bleibt. Dann wird noch »politische Immunität« gefordert und kurz darauf so geld- wie immunitätslos und wahrscheinlich restlos dehydriert wie -motiviert aufgegeben.

Gleich danach Bankräuber Nummer zwei (68): Geiselnahme in der Postbank am Bahnhof Zoo, diesmal wird keine Getränkekiste gebracht, die Forderung dementsprechend »zwei Flaschen Bier« sowie »ein Fernsehteam vom RBB«, wahrscheinlich, um eine Liveübertragung vom Trinken zu ermöglichen, direkt danach die polizeiliche Überwältigung.

Was ist los mit Euch, Bankräuber? Seht Ihr etwa zuwenig fern? Oder wenn, dann nur noch Comedy?

Besorgt kopfschüttelnd: Titanic

Bonjour, L’Oréal Paris!

Du bietest in Deiner Linie »L’Oréal Men Expert« das Deodorant »Invincible Man« mit »96 H Non Stop Anti-Transpirant« an, was heißen soll, daß dieses Deo Schweiß und Körpergeruch bis zu 96 Stunden reduziert. Unsere Verbraucherfrage: Was schätzt Du denn so, wie häufig Deine Kunden sich waschen?

Antwort bitte geruchlos an: Titanic

Erzbischof Zollitsch!

Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz wimmerten Sie allerlei Wehleidiges in die Mikrofone, vor allem aber die Behauptung, beim Christentum handele es sich um die »meistverfolgte Religion in der ganzen Welt«. Und da, Hochwürden, könnten Sie sogar recht haben! Sie meinten »verfolgt« doch im Sinne der Strafverfolgung? So wie in »der meistgesuchte Kriminelle«? Der lästige Gutachten verschwinden läßt, unliebsamen Zeugen Schweigegeld zahlt und sich ansonsten in korrupte Zwergstaaten absetzt? Denn soviel ist wahr: Die anderen klerikalen Gaunervereine lassen sich viel seltener erwischen als, Zollitsch, Ihrer.

Viel Glück auf der Flucht wünscht weiterhin Titanic

Bester Jan Fleischhauer!

Ausnahmsweise wollen wir Ihnen mal glauben. Wegen der Ersetzung jener rassistischen Wörter in Kinderbüchern sahen Sie in Ihrer »Spiegel online«-Kolumne Deutschland »auf dem Weg zur Trottelsprache«. Und wer könnte das besser beurteilen als Sie – sind Sie doch bereits am Ziel.

Gruß und Negerkuß: Titanic

Recht schön, Vatikan,

daß Du nun in Ungarn zum ersten Mal einen Zigeuner zum Diakon ernannt hast. Andererseits kann schrankenlose Toleranz schnell zu gefährlichen Hierarchieproblemen führen! Von wem kommt denn künftig der Oberbefehl, wenn es heißt: »Roma locuta, causa finita«?

Fragt irritiert:Titanic

Gratulation, »FAZ«!

Das war ja mal erfrischend direkt, wie Du kürzlich einen Deiner Qualitätsartikel (zumal in der Rubrik »Persönlich«) überschrieben hast mit der Zeile: »Justin Bieber sollte ermordet werden«.

Hat allerdings grad keine Hand frei: Titanic

Geliebter Führer Kim Jong-un!

Bisher hielten wir Sie bloß für das drollig-sympathische Moppel-Ich Ihres Vorgängers und Vaters, des freudlosen Kassengestells Kim Jong-il, aber in letzter Zeit werden Sie uns unheimlich: Profilieren Sie sich doch als dicker Autokrat, der von aller Welt verspottet wird und beständig die Wiedervereinigung mit der anderen Landeshälfte beschwört. Mit solchen Politikern, Kim Jong-un, haben wir in Deutschland leidvolle Erfahrungen gemacht. Unsere Verehrung wollen wir hiermit also offiziell aufkündigen.

Und bitte streichen Sie uns von einer etwaigen Spenderliste! Titanic

Online-Spiegel!

»Er wird der Robbie Williams Asiens genannt«, erklärtest Du uns frisch und meintest einen südkoreanischen Popstar namens Rain, dessen »Ärger mit dem Militär« eher wenig Nachrichtenwert besessen hätte, wäre nicht Dein Relevanz herbeizaubernder Vergleich mit Robbie gewesen. Danach scrollten wir weiter zu folgender Meldung: »Im Westen galt er als ›Helmut Newton der DDR‹«, und diesmal handelte es sich um den verstorbenen Aktfotografen Günter Rössler. Komplexe Welt, in der mitunter ein- und derselbe Beruf von verschiedenen Menschen ausgeübt wird! Die noch dazu verschiedene Namen haben und auf verschiedenen Wichtigkeitsstufen stehen; weshalb es Dich, Übersicht schaffendes »Spon«, so dringend braucht. Und so warten wir sehnsüchtig auf behutsam einordnende Zeilen wie »Steuernachzahlung für die jordanische Daniela Katzenberger« bzw. »Durchbruch für Obama: Die amerikanische Merkel triumphiert«. Oder aber »Schwule Gerüchte: Wer ist Lichters Lafer?«

Unvergleichlich: Titanic

Friedbert Meurer (Deutschlandfunk), Marietta Slomka (Heute-Journal) und Michael Bauchmüller (»SZ«)!

Anläßlich der letztjährigen Klimakonferenz in Katar begannen Sie alle drei Ihre Einlassung zum Thema mit den Worten »Ausgerechnet Katar«. Und führten aus, daß kein anderer Staat der Erde einen höheren Kohlendioxidausstoß pro Kopf als Katar habe – und gerade an diesem Ort wolle man etwas für den Klimaschutz erreichen? Bei Ihnen, Bauchmüller, stellte sich nachgerade ein »Ausgerechnet«-Delirium ein: »Ausgerechnet Katar. … Und ausgerechnet in Katars Hauptstadt Doha soll der Klimaschutz nun entscheidend vorankommen. … Und das alles ausgerechnet im Ölstaat Katar?« Über dem ganzen Gegacker haben Sie schlicht vergessen zu sagen, daß Katar mit 10000 km² halb so groß ist wie Hessen und daß dort rund 1,6 Millionen Menschen wohnen (0,2 Promille der Weltbevölkerung). Sollte der Klimaschutz an diesem Ort nicht entscheidend vorankommen, liegt es gewiß nicht daran, daß die Klimaanlagen der paar Katarer »auf Hochtouren laufen«, wie Sie blindlings kritisieren.

Meint, dann doch verwundert über soviel gleichgeschaltete Dummheit: Titanic

Jürgen Trittin, alter Dosenkopf!

Zu den jüngsten Angriffen der französischen Armee in Mali sagten Sie »Spiegel online«: »Frankreich hat zu Recht auf Bitten der malischen Regierung und mit Zustimmung des Sicherheitsrates eingegriffen und einen weiteren Vorstoß der Islamisten in den Süden gestoppt.« Dürfen wir also davon ausgehen, daß, sollten Sie jemals wieder an einer Regierung beteiligt sein, die Friedenspolitik der Grünen so fortgeführt wird, wie wir das aus dem Kosovo und Afghanistan kennen?

Hat es sich schon gedacht: Titanic

G’day, liebe Australier!

Man darf sich über die Klimaerwärmung natürlich nicht wundern, wenn Ihr jedes Jahr den halben Kontinent abfackelt.

Finden die Pyromanen von der Titanic

Verehrter Walter Hollstein!

Sie sind Professor für politische Soziologie und erklärten uns nach dem Schulmassaker von Newtown im Tagesspiegel, »warum junge Männer Amok laufen«: »Eine Berliner Mutter schilderte unlängst in einer Sonntagszeitung die Schulerfahrungen ihres sechsjährigen Sohnes: Die Jungen mußten im Fach Deutsch Bienengeschichten lesen, im Kunstunterricht Schmetterlinge malen und beim Sport Schleiertänze aufführen.« Bienengeschichten, Schmetterlingsbilder und Schleiertänze – da zuckt natürlich schon der Finger am Abzug. Aber das ist noch nicht alles: »Jungen wachsen heute in einem engen Frauenkäfig auf. Sie werden mit weiblichen Werten, Erziehungszielen, Verhaltensmustern, Erwartungen und Anpassungsforderungen zugeschüttet«. Zugeschüttet mit weiblichen Werten, eingepfercht im Frauenkäfig, es ist ein Grauen! Über die Folgen sollte sich niemand wundern: »In ihrer Motorik drücken sie dann häufig ihren Widerstand gegen die Erziehungseinrichtungen als weibliche Bastionen aus.« Der Amoklauf ist also der motorisch umgesetzte Widerstand gegen die weiblichen Bastionen, und schuld ist der Feminismus, denn er hat zu »einem zerbrochenen Männerbild« geführt »und provoziert dann erst jene männlichen Exzesse, die man angeblich abschaffen will«. Früher nämlich, als das Männerbild noch nicht zerbrochen war, in den Schulen noch keine Schleiertänze, sondern Militärmärsche aufgeführt und statt Bienen- eher Landsergeschichten gelesen wurden, gab es solche Wahnsinnstaten Einzelner nicht. Da zogen die Jungen noch gemeinsam los. Und landeten nicht in einem engen Frauenkäfig, sondern im Kessel von Stalingrad. Das war zwar sicher auch nicht leicht, aber zumindest ihr Männerbild dürfte dabei ganz intakt geblieben sein.

Aus Stahlgewittern grüßt: Titanic

Liebe Nachwuchsköche,

die Ihr auf RTL2 zu weinen anfangt, weil die sog. »Kochprofis« durch Eure frischgebackenen Lokale latschen, mäkelig im Schnitzel stochern und ganze Toupets in Euren Suppen finden: Von Berufsjugendlichen mit Idiotenbart, Dorfgockel-Gelfrisur und den Tischmanieren verhaltensgestörter Paviane sollten sich zivilisierte Menschen nicht mal den Fertigpudding aus dem Kühlschrank holen lassen.

Dieses gruselige »Design«-Geschirr dürft Ihr natürlich trotzdem wegschmeißen.

Haut rein! Titanic

Huhu, Matthias Schweighöfer!

Der B.Z. erzählten Sie auf die Frage, ob Ihre Tochter schon in Ihre Fußstapfen tritt: »Beim Vorspiel in der Kita spielte sie einen Tannenzweig. Sie stand in der Mitte und zog die Choreografie perfekt durch, da dachte ich: Das ist mein Kind! Das kommt nicht von ungefähr. Das sind die Gene!« Ach, Schweighöfer! Vielleicht lassen Sie zur Sicherheit doch besser einen Vaterschaftstest machen. Denn selbst so etwas wie einen auch nur halbwegs überzeugenden Tannenzweig hat von Ihnen noch nicht gesehen: Titanic

Liebe Stadt Nürnberg!

Einen schönen Beruf hast Du Dir da ausgedacht, als Du Stellen für sogenannte »Friedhofsschaffner/innen« ausschriebst. Deren Aufgabenliste reicht laut Internet vom »Öffnen, Schließen und Absichern von Gräbern« bis zu »Überführungen sowie den Leichentransportdienst von Wohnungen, Unfallorten, Krankenhäusern, Altenheimen«, »einschließlich dem Waschen, Ankleiden und Einbetten von Verstorbenen sowie bei Bedarf die Mithilfe im gärtnerischen Bereich«. Gerade wollten wir uns für diese wirklich vielseitige Beschäftigung bewerben, als wir die Anforderungen zu Gesicht bekamen, die Du an die Bewerber stellst: »psychische Stabilität«, »körperliche Belastbarkeit«, »pietätvolles Auftreten«, »die Bereitschaft, Dienstuniform zu tragen, den Privat-Pkw für Dienstfahrten einzusetzen sowie am Rufbereitschaftsdienst teilzunehmen und den Führerschein der Klasse B«.

Stadt Nürnberg! Du suchst also Personen, die frisch ausgegrabene Leichen huckepack zum eigenen Auto tragen, mit denselben zum Klamottenkaufen und zum Friseur fahren und dabei nicht in hysterische Schreikrämpfe ausbrechen? Vielleicht wärst Du erfolgreicher bei der Personalsuche, wenn Du die Anzeige in Transsylvanien schaltetest!

Rät mit Leichenbittermiene: Titanic

Wunderbarer Gregor Gysi!

»Meine Asche kann doch auch auf offener See verstreut werden«, verfügten Sie via Berliner Morgenpost augenzwinkernd die Modalitäten für Ihre etwaige Beisetzung: »Und dann könnte eine Windböe kommen, und alle bekämen die Asche ins Gesicht geweht. Dann könnten sie vor Lachen kaum noch auf dem Schiff stehen.« Meinen Sie wirklich, Gysi, daß Ihre Trauergäste so viel Freude an einem geklauten Witz hätten? Die Szene war doch schon in Mel Brooks’ »Life Stinks« nicht besonders komisch!

Nach Testament verreist: Titanic

Mensch, web.de!

»Gewinnt Ihr Code den BMW X3?« fragst Du scheinheilig im Betreff einer Deiner Werbemails. Dabei ist es doch völlig piepe, ob unser Code den Schlitten gewinnt – er hat ja noch nicht mal einen Führerschein. Und einen Stellplatz auch nicht!

Läßt trotzdem kurz mal einen fahren: Titanic

Übergroßes Mitleid, Dirk Niebel,

können Sie von uns nicht erwarten, auch wenn es Sie angesichts des Zustands Ihrer Partei innerlich zerreißt, wie Sie auf dem Dreikönigstreffen verkündeten. Ganz im Gegenteil: Wir hätten nichts dagegen, wenn es Sie auch äußerlich zerrisse. Die FDP aufgelöst und Sie geplatzt – das wären für uns zwei Fliegen mit einer Klappe!

Ihre reißfeste Titanic

Sie, bester Kurt Kister,

sind bekanntlich Chefredakteur der Süddeutschen und schrieben, weil Sie zumindest eine der beiden Schneiden gut kennen, über die »Schere zwischen Arm und Reich« zum Jahresende dies: »Die Beschreibung der Gesellschaft als eines zwischen Arm und Reich zerrissenen Nicht-Gemeinwesens ist nicht hinreichend, ja sie ist angesichts der Vielfältigkeit des Lebens hierzulande sogar falsch. Es gibt so vieles, das ein anderes Bild erkennen läßt. Nur ein Beispiel: In der kommenden Dekade werden viele Menschen in Rente gehen, die als Angehörige der starken Baby-Boomer-Generation sich noch nicht zur Ruhe setzen wollen. … Es ist also wahrscheinlich, daß es unter den jungen Senioren viele geben wird, die sich engagieren – politisch, sozial, in bürgerschaftlicher Arbeit.«

Sie, Kister, sind Jahrgang 1957: und wollen doch nicht etwa sagen, daß Sie im Ruhestand endlich mal was Sinnvolles machen?

Denn darauf wartet schon lange vergeblich: Titanic

Genforscher George Church!

Im Spiegel-Interview verkündeten Sie, es sei bald möglich, Neandertaler wiederauferstehen zu lassen. Allerdings dürfe es, wie Sie erklärten, keinesfalls bei einem Neandertaler bleiben, »weil sie schließlich Gesellschaft brauchen. Nur so würden sie eine Form eigener Identität ausbilden. Es könnte eine Art Neo-Neandertaler-Kultur entstehen.«

Mr. Church! Sie waren nicht zufällig in letzter Zeit bei einer Veranstaltung von, sagen wir, Mario Barth? Sonst wüßten Sie nämlich: Das gibt’s alles schon.

Immer gern behilflich: Titanic

Beim Teutates, unbeugsamer Gérard Depardieu!

Das waren ja abenteuerliche Wochen: Erst leisteten Sie der Reichensteuer des mächtigen Imperators Hollandus Widerstand, indem Sie als »Gérard bei den Belgiern« ein paar Meter hinter die gallische Grenze auszuwandern drohten, danach kokettierten Sie mit der Folge »Gérard und die Tschetschenen«, um schließlich in »Gérard bei den Russen« von Häuptling Putix höchstpersönlich das Einbürgerungsformular A-38 zu erhalten – aber sagen Sie mal: Wäre das alles nicht einfacher gegangen? Mit einer klassischen Tracht Prügel für die dekadenten Sozialisten in Lutetia, die Ihnen Ihre wohlverdienten Sesterze aus dem Kupferkessel klauen wollen?

Kleiner Tip von Ihren Satiredruiden auf der Titanic

Christoph Schwennicke c/o »Cicero«!

Um die Abgeordneten der Großen Koalition in Berlin dazu zu bewegen, beim Mißtrauensvotum gegen den Regierenden Bürgermeister Wowereit zu stimmen, führten Sie an: »Das Grundgesetz sieht für das Individuum in Artikel 20 sogar ein Widerstandsrecht vor, das in Ausnahmefällen das Gewaltmonopol des Staates relativiert.« Eine originelle Idee – hätte es denn gereicht, Wowi einfach aus dem Roten Rathaus zu prügeln, oder dachten Sie eher an ein Szenario à la Stauffenberg? Noch faszinierender schillerte jedoch Ihre Begründung: »›Wenn aber das Gesetz so beschaffen ist, daß es notwendigerweise aus dir den Arm des Unrechts an einem anderen macht, dann, sage ich, brich das Gesetz.‹ Dieser Satz Thoreaus muß jedem Abgeordneten der Großen Koalition in den Ohren sausen. Man muß nur das Wort ›Gesetz‹ durch ›Wowereit‹ ersetzen.« Ein sprachlich wie intellektuell herausragender Vorschlag! Wir haben’s einfach mal ausprobiert: »Wenn aber das Wowereit so beschaffen ist, daß es notwendigerweise aus dir den Arm des Unrechts an einem anderen macht, dann, sage ich, brich das Wowereit« – hui, das saust jedem Abgeordneten in den Ohren!

Ganz nebenbei haben Sie damit eine bahnbrechende Erweiterung des politischen Diskurses angestoßen: einfach in irgendwelchen Sätzen ein Wort gegen ein völlig anderes austauschen, schon erhält man große Wahrheiten aus berufenem Munde! Thoreau hat dazu geschrieben: »Mit eingezogenen Pfoten wacht die Katze einen guten Teil des Tages gelassen vor irgendeinem lächerlichen kleinen Loch, das eventuell der Eingang einer Maus ist.« Man muß nur »die Katze« gegen »Christoph Schwennicke« tauschen – schon paßt es wie die Faust aufs Auge. Thoreau schrieb auch: »Ich habe in meinem Leben nicht mehr als ein oder zwei Briefe empfangen, die das Porto wert waren.« In diesem Satz muß man nur »nicht mehr als ein oder zwei« gegen »keinen einzigen«, »Briefe« gegen »Text von Christoph Schwennicke«, »empfangen« gegen »lesen« und »die das Porto wert waren« gegen »die das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt wurden« tauschen, und schon ergibt er Sinn!

Mit Sausen in den Ohren: Titanic

Martin Luther, alter Protestler bzw. Reformbefürworter!

In einem Interview mit dem Täuferblättchen Chrismon stellte Dich Gerhard Wegner, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche, als einen Freund der Gerechtigkeit vor, der in der heutigen Zeit gewiß für Mindestlöhne kämpfen würde. Fast augenblicklich kam uns da Deine Schrift »Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern« in den Sinn, in welcher Du darlegst, wie die Obrigkeit mit hungrigen Gerechtigkeitskämpfern zu verfahren habe: »Man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muß.«

Und da, Luther, mußten wir uns doch fragen, ob Du heute nicht eher Vorsitzender eines deutschen Unternehmerverbands wärst. Oder im Parteivorstand der FDP.

Wuff wuff! Titanic

Um Himmels Willen, Fritz Wepper!

Da wollen Sie nun vor Gericht ziehen, weil der Ihnen gar nicht so unähnliche Atze Schröder Sie »als abstoßenden, gehbehinderten, impotenten alten Lustgreis« darstellt, wie Bild berichtete. Das ist natürlich nicht nett, aber richtig böse wird es doch erst, wenn Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind. Falls jemand Sie also als »seriösen Schauspieler, dessen Rollen von großer Relevanz sind« bezeichnete, sollten Sie klagen, klagen, klagen – und wenn es sein muß, bis nach Karlsruhe gehen.

Im Namen des Volkes: Titanic

Andererseits, Stefan Reinecke (»Taz«),

war Ihre Augstein-Verteidigung auch nicht von schlechten arischen Eltern: »Das Problem ist ein entgrenzter Begriff von Antisemitismus, in dem alle Katzen grau sind und mit dem islamistische Judenhasser, Neonazis und liberale Leitartikler unisono zu Feinden erklärt werden. Gefährlich ist diese Inflationierung, weil der Vorwurf des Antisemitismus damit langfristig zum stumpfen Schwert wird. Wenn jeder, der die Besatzungspolitik für fatal hält, ein Antisemit ist – dann welcome to the club.« Es braucht also wirklich nur den einen, Ihrer Ansicht nach unberechtigten Vorwurf des Antisemitismus zuviel, um Sie ein freudiges Mitglied in einem Club mit islamistischen Judenhassern und Neonazis werden zu lassen? Na, wenn Sie meinen! Für die nächste Vereinssitzung hätten wir dann einen Tip für Sie: »Die israelische Besatzungspolitik ist fatal« klingt gleich viel flotter als »Die Juden sind ihr Unglück«.

Und überhaupt, Reinecke: Wenn Sie schon haargenau so argumentieren wie Augstein, Drieschner et al., haben Sie sich da nicht mal gefragt, ob der inflationär gebrauchte Vorwurf der Inflationierung des Antisemitismusvorwurfs nicht dazu führt, daß er zu einem stumpfen Schwert wird, welches man dann nicht mehr gegen die Antisemitismuskeule erheben kann?

Entgrenzte Grüße:Titanic

Coelho, Paulo!

»Keine Waffe ist stärker als das Wort« – da wollten wir schon witzeln: Doch, Atombombe. Wenn’s aber freilich um Ihr Wort geht, dann haben Sie recht!

Das Komitee contra Massenvernichtungswaffen c/o Titanic

Frank Drieschner (»Zeit«)!

Weil’s ja sonst nur jeder tat, mußte auch Ihr Blatt Kamerad Jakob Augstein gegen die Juden in Schutz nehmen – und Ihnen gelang das noch besser als dem empörten Rest der deutschen Qualitätsjournaille: »Die Frage ist, ob sie womöglich gemeinsam durchdrehen: Israel, das Land, das sich anschickt, eine Zwei-Staaten-Lösung durch neue Siedlungen endgültig zu verhindern, während zwei Drittel seiner jüdischen Bewohner nach einer aktuellen Umfrage den Palästinensern in einem gemeinsamen Staat die Bürgerrechte verweigern wollen. Und seine Lobby, die soeben in Gestalt des renommierten Simon-Wiesenthal-Zentrums den deutschen Journalisten Jakob Augstein zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt erklärt hat.« Das Land Israel, seine Bevölkerung und die private, amerikanische Simon-Wiesenthal-Stiftung gehören Ihrer Ansicht nach zu einer nicht ganz dichten Einheit, die in unterschiedlicher Gestalt Feinde entrechten und Frieden verhindern will: Einen Antisemiten mit einer antisemitischen Verschwörungstheorie verteidigen, könnte das eventuell, na, was sein?

Sie kommen schon drauf. Titanic

Sehr geehrter Bundespräsident Gauck!

Bei aller Nächstenliebe – mit der Quasisynonymisierung der Begriffe »Solidarität«, »Nächstenliebe« und »Liebe« in Ihrer Weihnachtsansprache haben Sie uns Weihnachten versaut. Unsere LebenspartnerInnen unterstellen uns nämlich nun, wir hätten sie nur aus Solidarität genommen. Und der Verweis auf die Nächstenliebe macht alles noch schlimmer, weil er irgendwie die/den Vorigen ins Spiel bringt. Also, Obacht beim Originell-sein-Wollen!

Mit einem dicken Knutscher verwarnt Sie: Titanic

Holla, Wissenschaftler!

Ihr wollt das Urkilogramm in Paris jetzt einer Strahlungskur unterziehen, weil es in den vergangenen Jahren durch Verunreinigungen auf der Oberfläche um ca. 0,00005 Gramm zugenommen hat. Und wißt Ihr, wem das gar nicht schmecken wird? Den Übergewichtigen – die werden dann alle wieder ein bißchen schwerer.

Alle Wissenschaft beginnt mit Staunen, weiß: Titanic

Hallo, Aufbau-Verlag!

In Deiner Frühjahrsvorschau bewirbst Du ein neues Buch von Harald Martenstein. Das tust Du mit einem ganzseitigen Foto, auf dem der Autor so Handke-mäßig pittoresk wie angestrengt eigenwillig aus der Wäsche und gen Himmel schaut, sowie mit zwei Zitaten. Eins stammt offenbar von Martenstein selbst: »Wenn alle das gleiche sagen, bekommt man Lust dagegenzuhalten: Hey, da stimmt doch was nicht.« Das andere stammt aus dem Hamburger Abendblatt und lautet: »Alle lieben Martenstein!« Merkst Du was, Aufbau-Verlag? Wenn Du, was Du offenbar nicht kannst, eins und eins zusammenzählen tätest, würdest Du feststellen: Hey, da stimmt doch was nicht.

Viele Grüße von allen außer Deiner Titanic

He, Arschgeige Asaram Bapu (73)!

Als selbsternannter Guru hast Du die Hindustani Times in Deiner endlichen Weisheit wissen lassen, die vergewaltigte Studentin Jyothi Sing Pandey sei »genauso schuld wie ihre Vergewaltiger. Sie hätte ihre Angreifer als ›Brüder‹ anflehen sollen, aufzuhören«, dann wäre sie auch mit dem Leben davongekommen. Und weil Du als »Beweis« dafür auch noch ganz besonders dumm mit der uralt-ausgelutschten Zen-Frage »Kann eine Hand allein klatschen?« daherkommst, antworten wir Dir direkt ins Watschengesicht: aber locker!

Mit links und Rückhand:Titanic

Einsicht, »Welt online«,

braucht manchmal recht lange. Aber das Schöne daran ist, daß Du nicht nur die Dogmen Deines Verlagsgründers Axel Springer überwunden und erkannt hast, daß Deine Inhalte hinter einer Paywall geschützt werden müssen, sondern vor allem: daß Du auf der einen Seite der Mauer bist und auf der anderen Titanic

Werter Rudolf Scharping (64)!

»Frei erfunden« nannten Sie in der Bunten eine Episode, die Ihr damaliger »Freund« Ulrich Wickert in seinem Buch »Neugier und Übermut« niedergeschrieben hat. Demnach haben Sie 1999, ein Jahr nach Gerhard Schröders Amtsantritt als Bundeskanzler, zu Wickert gesagt, die Fraktion werde gegen Schröder rebellieren, und Sie, Scharping, würden zum neuen Bundeskanzler gewählt. »Vielleicht hat Wickert ja auch beim Schreiben viel Rotwein getrunken«, vermuten Sie als Grund für dessen rege Phantasietätigkeit. Mag sein. Aber wer Sie nur ein bißchen aus der Ferne kennt (Stichwort »Hufeisenplan«), glaubt eher einem betrunkenen Wickert als einem nüchternen Scharping.

So auch Titanic

Illustrierte »Stern«!

Lesen kann man Dich ja sowieso nur mit Mühe, aber könntest Du bitte mit dem blöden, autoritären Plural aufhören? Egal, worum es geht – der Schlaganfall eines kölschen Rockbarden (»Warum uns der Schlaganfall Wolfgang Niedeckens so nahe geht«), ein Porträt Ravi Shankars (»Der Mann, der uns die indische Musik nahebrachte«) oder eine abgebrannte Textilfabrik in Bangladesch (»Welche Kleidung wir jetzt noch tragen können«) –: Immer tust Du so, als seist Du die Stimme einer großen, sich lautstark artikulierenden Masse. Dabei bist Du doch eher das schwindende und schwächelnde Organ einer Generation, die sich zwar irgendwie hip wähnt, dabei aber zuverlässig immer seltener begreift, was läuft.

Die Vermutung, das Model Bar Refaeli werde Heidi Klum den medialen Garaus machen, hattest Du ziemlich exklusiv; bei der Behauptung, Peer Steinbrück sei ein brillanter Kanzlerkandidat, warst Du zwar nicht allein, lagst aber genauso daneben. Und als Du Ravi Shankar für die Rubrik »Was macht eigentlich…« verwurstet hast, war er eine Woche später tot. Ein Schicksal, welches auch bei Dir nicht mehr auszuschließen ist, wenn Du so weitermachst.

Meinen zumindest wir von Titanic

Wo, teures ZDF,

soll das aufhören? Nachdem schon der Verlag Friedrich Oetinger Wörter wie »Neger« und »Zigeuner« aus Pippi Langstrumpf und anderen Kinderbüchern gestrichen und Thienemann ebenfalls die bei ihm erscheinende Kleine Hexe um alle »Neger« bzw. »Negerlein« bereinigt hat, hast Du auch noch Deinen »Morgenmagazin«-Moderator Cherno Jobatey ausgetauscht!

Müssen wir uns nun Sorgen um Roberto Blanco machen?

Ein bißchen Spaß muß aber doch sein! Titanic

Beileid, liebe Wulffs!

Nun ist es also aus mit Euch. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen im Jahre 2006, als sich Christian im Flugzeug mit den zärtlichen Worten vorstellte: »Guten Tag, darf ich mich vorstellen? Ich heiße Christian Wulff.« Es folgte ein beispielloser Liebesrausch, der ins höchste Amt der Republik führte – doch nach dem Höhenflug kam der tiefe Fall. Erst verlor Christian sein Ansehen, dann seinen Job. Immer neue Details über Euer durch Schnäppchenmentalität und Vetternwirtschaft geprägtes Privat- und Berufsleben wurden publik. Und als Bettina in ihrem Enthüllungsbuch verriet, daß Ihr Euch einen Paartherapeuten gesucht habt, wurde auch dem Letzten klar, daß es bei Euch knirscht im Ehegebälk. Da selbst der Ehepsychologe nun aber das endgültige Zerbröseln Eurer Partnerschaft nicht verhindern konnte, müssen wir doch einmal indiskret nachfragen: War der etwa aus dem Sonderangebot?

Spart lieber nicht am falschen Fleck: Titanic

Prost, Tagesschau!

Deine Neujahrsmeldung über die Silvesterfeiern, die da lautete: »Auf der ganzen Welt haben die Menschen in der Nacht das neue Jahr begrüßt«, hatte aber so was von gar keinen Funken Nachrichten- oder Neuigkeitswert! Ärgern mußten wir uns auch noch, weil Du zwar mitteiltest: »Auch in London verzauberte ein riesiges Feuerwerk Hunderttausende Menschen«, aber dann nicht erklärtest, in was denn. In Kronjuwelen? In Fish & Chips? In Franzosen?

Gar nicht amüsiert: Titanic

Hans-Peter Friedrich, Bundesinnenminister!

Daß Bushido sein Twitter-Profil mit einem »Free Palestine«-Banner nebst Nahostkarte ohne Israel schmückt, wurde von Ihnen scharf kritisiert: »Bushido muß dieses Bild sofort von seiner Twitter-Seite entfernen, andernfalls kann er nicht länger als Beispiel für gelungene Integration dienen.« Wir nehmen an, er zittert schon vor Angst! Aber, Friedrich, liegen Sie denn da nicht vollends daneben? Statt offenem Antisemitismus einfach nur ein bißchen eliminatorische Israelkritik – ein besseres Beispiel für gelungene Integration in den deutschen Volkskörper ist doch praktisch gar nicht denkbar!

Mit deutschem Gruß: Titanic

Mahlzeit, Deutsche!

Traditionell eßt Ihr ja lieber deftige Speisen wie Eisbein, Kassler oder Cheeseburger. Dennoch geben laut einer Forsa-Umfrage knapp 40 Prozent Eurer Männer und sogar zwei Drittel Eurer Frauen an, »Teilzeitvegetarier« zu sein. Was wohl bedeuten soll, daß Ihr bisweilen fleischkonsumlose Phasen einlegt. Doch wie wir Euch Carnivoren kennen, liegen die meistens exakt zwischen den Mahlzeiten, nicht wahr?

Weiterhin guten Appetit und schöne Träume wünscht Titanic

»

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Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 25.07.:

    Das Wiener Satireprojekt Hydra sucht per Crowdfunding-Aufruf Unterstützer.

  • 23.07.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die aktuelle Milchkrise.

Titanic unterwegs
13.08.2016 Eschwege, Open Flair (Kleinkunstzelt)
  Oliver Maria Schmitt, Bernd Gieseking, Frank Goose
14.08.2016 Frankfurt, Elfer
  Mark-Stefan Tietze
18.08.2016 Berlin, Das ERNST
  »Das Herz in der Hose«
26.08.2016 Klütz, Literaturhaus Uwe Johnson
  Gerhard Henschel

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Briefe an die Leser

 Kuckuck, Eckart von Hirschhausen!

Groß war unsere Erleichterung, als wir neulich auf Stern.de den Satz »Eckart von Hirschhausen zieht ins Altenheim« lasen, noch größer die Enttäuschung, als sich dann herausstellte, daß Ihr Heimaufenthalt schon wieder vorbei war und doch nur der Recherche diente. Im besten Reportagestil (»Irgendwo klingelt ein Wecker«) berichten Sie über Demenz und das Abenteuer Altenheim, stellen erfrischend ehrliche Reflexionen an (»Hirnabbau kommt nicht über Nacht«) und schwärmen nach einem Tänzchen mit einer Heimbewohnerin von »Musik als Medikament«, das man einfach – Schmerz laß nach! – »ohr-al« zu verabreichen brauche. Schließlich stellen Sie voll Lob auf das so facettenreiche Leben fest: »Unfreiwillig komisch sind Menschen, die mit 60 immer noch die gleichen Ziele verfolgen wie mit 20 – in den gleichen Klamotten.«

Und auch wenn Sie das sicher schon oft gehört haben: Hätten Sie mal lieber Ihren Arztkittel anbehalten und wären gut versteckt in irgendeinem Krankenhaus geblieben, dann hätte vielleicht sogar noch etwas halbwegs Unterhaltsames aus Ihnen werden können, denn »unfreiwillig komisch« ist halt doch immerhin irgendwie komisch.

Ihr Pflegepersonal von Titanic

 Andrea Berg, Teuerste!

Andrea Berg, Teuerste!

Anläßlich Ihrer neuen Platte »Spesen fehlen«, nein: »Besenheben«, nein: »Seelenbeben« luden Sie, na klar, zur Homestory die Bunte ein, die dann auch gleich zur Stelle war. Und so berichteten Sie also von Songs, die »Sternenträumer« heißen, von Ihrem neuen Plattenlabel Bergrecords, von Ihren Fans, die auf Ihren Konzerten »lachen, weinen, Party machen« sollen, und auch von Ihrer 17jährigen Tochter. 17 Jahr’, blondes Haar … und ein schwieriges Alter, nicht wahr? Gerade deswegen möchten Sie Ihre Tochter »auch beschützen und ihr möglichen Kummer ersparen«, sie habe nämlich ab und an durchaus unter Ihrem Beruf als Schlagersängerin zu leiden.

Klar, Frau Berg, auf dem Schulhof ist derzeit nämlich viel eher Helene Fischer angesagt und nicht eine alte Schlagernudel wie Sie. Dennoch dürfe man seine »Kinder nicht in Watte packen«, weswegen Sie der Bunten auch gleich eifrig steckten, daß Ihre Tochter derzeit »frisch verliebt« sei. So ist’s richtig: »Eigene Erfahrungen« müssen die Teens machen, wie Sie sagen. Wer nicht lernt, wie es sich anfühlt, wenn in Klatschmagazinen von den eigenen Liebschaften berichtet wird, der kann später kein tiefsinniges »Seelenbeben« schaffen und für die Fans damit Momente, »in denen sich ihre Seele ausruhen kann«. Rabenmutter! Titanic

 Wenn Ihr, Veranstalter des »Luxury Business Day«,

Euch fragt, warum wir auch dieses Jahr wieder nicht an »Deutschlands Luxuskonferenz« teilgenommen haben und nun also auch nicht wissen, wie Ihr »Luxus erfahrbar machen und Kunden emotional berühren« möchtet, müßt Ihr einfach mal einen Blick auf Eure Eintrittspreise werfen. 590 Euro für ein Ticket?

Wir sind doch nicht der allerniederste Pöbel, sondern die unangenehm berührten Snobs von der Titanic

 Und Sie, Claudia Pechstein,

jammerten, nachdem der BGH Ihre Klage auf Schadenersatz gegen die Internationale Eislauf-Union abgewiesen hatte: »Jeder Flüchtling, der in Deutschland einreist und registriert wird, genießt Rechtsschutz. Aber nicht wir Sportler.« Stimmt! Weniger Rechtsschutz, als eine quasi von Geburt an von deutschen Spitzensportfunktionären gepamperte Olympia-Medaillengewinnerin und jetzige Hauptmeisterin der Bundespolizei erhält, ist im Grunde ja kaum vorstellbar.

Aber immer schön sportlich bleiben! Denn einfach nur ein bißchen im Kreis herum Schlittschuh fahren, das ist halt auch etwas dürftig im Vergleich zu Disziplinen wie dem Balkanrouten-Langstreckenlauf oder der Freistil-Schwimmstaffel über das Mittelmeer. Da haben sich die Flüchtlinge ihren Tiptop-Rechtsschutz doch wirklich redlich verdient. Und das sogar ganz ohne Doping!

Dabeisein ist alles: Titanic

 Unbekannte NDR2-Moderatorin!

Am 24.5.2016 meldetest Du morgens im Verkehrsservice, daß auf der Autobahn ein Lkw Hundertwasser-Kisten verloren habe. Sofort machten wir uns auf den Weg, in der frohen Erwartung, dort versprengte, wertvolle Kunstgegenstände erbeuten zu können. Wie wir aber herausfanden, handelte es sich lediglich um hundert Wasserkisten, von denen nur Splitter und Scherben übrig waren. Für dieses vergebliche Ausrücken und den Schweiß, den wir dabei lassen mußten, fordern wir eine durstlöschende Entschädigung. Also mindestens hundert Bierkisten.

Es grüßen die Beutekünstler der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Selbstverwirklichung

Wenn einer ein Trottel ist, gebe ich ihm die Chance, es zu zeigen. Das gilt auch und in erster Linie für mich selbst.

Tibor Rácskai

 Kundenrezension

Heute zum ersten Mal die »Steinofen-Pizza Hawaii« von Tegut gekauft. Konnte es überhaupt nicht fassen, wie fade die Pizza schmeckte! Erst beim vorletzten Stück fiel mir ein, daß ich ja immer noch Schnupfen habe. Testnote: weiß nicht.

Dominik Bauer

 Vergeblich

Unter den vielen Talenten, die mir nur geringfügig gegeben sind, ist die Schlagfertigkeit am geringsten ausgeprägt. Beispiel: Seit guten 16 Jahren nehme ich mir vor, wenigstens ein einziges Mal mit »Danke, ich trinke nicht!« zu antworten, wenn mir irgend jemand ein Glas Wasser anbietet. Es ist mir bis heute nicht gelungen.

Teja Fischer

 In tiefer Trauer

Mit meinen Haustieren hatte ich bisher außergewöhnlich viel Pech. Erst mein süßer Dackel Larry, dann meine verschmuste Dänische Dogge Doyle, kurz darauf die wilde, wilde Perserkatze Layla und letzte Woche auch noch mein geliebter Wellensittich Ulf – sie alle sind in ihrem Aquarium ertrunken.

Andreas Maier

 Kleinstlesewesen

Einzeiler.

Dominik Wachsmann