Ey, Kneipenwirte!

Wenn der Euro bald weg ist, halbiert Ihr dann endlich wieder die Bierpreise?

Nicht?

Menno!

Nimmt trotzdem noch eins:

Titanic

Ihr seid entlarvt, Facebook-Party-macher!

Folgender Fall: Kürzlich wurde in Hamburg beschlossen, daß in öffentlichen Verkehrsmitteln kein Alkohol mehr getrunken werden darf. Alsdann schworen Tausende Bierbuddel- und -dosenkipper auf ihrer speziellen Facebookseite Stein und Bein, in der letzten nichtalkoholfreien U- & S-Bahn-Nacht sich bis Mitternacht noch mal so richtig massenhaft die Kante zu geben.

11000 Menschen hatten sich vorbeugend großkotzig zum großen »HVV-Abschiedstrinken« angekündigt. Gekommen sind ca. 1000. Unter 10 Prozent also. Womit die neue Formel lautet: Virtuelle theoretische Großmäuligkeit minus mindestens 90 Prozent = Facebook-Reality.

Manchmal doch einen Hauch von social müde:

Titanic

Goodbye, Steve Jobs (†)!

Wir wissen nicht, was für ein Mensch Sie waren, durchaus aber, was für ein Unternehmer: Sie haben die Erfindungen anderer so lange aufmotzen lassen, bis Look und Feel und Coolneß wichtiger waren als die Funktionalität, haben diese Produkte zu Ausbeuterlöhnen herstellen lassen, in einem sektenartigen Vertrieb zu überteuerten Preisen an die prestigegeilen Idioten dieser Welt abgedrückt und nebenher die gesamte Journaille des Planeten zu rückgratlosen Propagandisten Ihrer Firma gemacht, wie gerade die Nachrufe auf Sie nochmals verdeutlichten. So weit, so schlecht. Daß aber auch Sie schweinereicher Genievisionärsuperstar wie ganz normale Menschen auch vorm Krebs kapitulieren mußten, Sie Wucherer der Wucherungen nicht Herr werden konnten – das ist beruhigend, und dann doch noch ein wenig sympathisch.

Grüße auf die Cloud:

Titanic

Peter Härtling!

Vor nunmehr 39 Jahren haben Sie in der Literaturzeitschrift Akzente ein Gedicht veröffentlicht, das aus verschiedenen Gründen niemals in den Kanon der deutschsprachigen Lyrik eingegangen ist. Möglicherweise hat es den Versen zu schmerzlich an Schönheit, Überzeugungskraft, Einprägsamkeit, Inspiriertheit, Gehalt und Bedeutung gefehlt. Wir zitieren: »Es kann sein // daß ich dieses Land / verlassen, / daß ich / auf meine tägliche Arbeit / pfeifen werde, / so, / wie ich meine Verachtung / schreibe, / meinen Verdruß: / die, / mit denen ich geredet habe, / schweigen / oder reden mit andern / oder reden / mit sich selber / oder erfinden eine Sprache, / deren Wirklichkeit / nur die ihre ist, / wenn sie es ist, / die sie aber ausgeben / für die Wirklichkeit aller, / darum verlasse ich sie, / weil sie leicht / zu verlassen sind.«

Sie aber, Herr Härtling, sind erstaunlicherweise immer noch hier. Warum haben Sie uns nicht verlassen? Und auf 39 Jahre täglicher Arbeit gepfiffen? Was wäre Ihnen und uns da alles erspart geblieben!

Irgendwie verdrossen:

Titanic

Spiegel online!

Daß Du nicht ganz knusprig bist, wissen wir schon lange. Aber wenn Du noch einmal so eine Unverschämtheit begehst, wie einen Artikel über einen Qualitätsprüfer von Backwaren mit »Der Laibwächter« zu betiteln, sehen wir endgültig Brot – und brezeln Dir eine rein!

Backpfeifen von der

Titanic

Peter Hintze (CDU)!

Als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium befragte man Sie im Hörfunk zum Streit zwischen Kanzleramtschef Ronald Pofalla und Wolfgang »Fresse« Bosbach (beide CDU). Über den genauen Wortlaut mochten Sie, Hintze, nicht spekulieren, doch wiegelten Sie immer wieder ab: »Es hat sich um ein Privatgespräch zwischen den beiden gehandelt.« Echt, Hintze? Wenn ein Berufspolitiker einen andern qua Amt dazu nötigen will, nicht aus der Parteireihe auszuscheren, ist das ein Privatgespräch?

Haben Sie eigentlich irgendwelche Freunde? Fragt

Titanic

Ach, dieses noch, Biller!

Ihre große Bestandsaufnahme der Gegenwartsliteratur überzeugt auch im Detail: »Wie schade, daß der existentielle Trinker Fauser, der (…) morgens um vier betrunken auf einer bayerischen Autobahn überfahren wurde, über seinen Amy-Winehouse-Tod nicht mehr selbst schreiben konnte. Es wäre sein stärkster Text geworden.«

Da sagen Sie aber mal was! Man könnte den Gedanken eventuell sogar noch ein Stück weiterdrehen und bedauern, daß nicht nur Jörg Fauser und Amy Winehouse ihr Ableben weder zu beschreiben noch zu besingen in der Lage waren, sondern im Grunde auch sonst noch niemand fundiert über dieses starke Thema geschrieben hat.

Und außer Ihnen, Biller, traut sich bestimmt wieder keiner ran an die Sache. Also, nur zu!

Existentielle Grüße:

Titanic

Michael Neuendecker (»SZ«)!

Im mysteriösen Fall des Bayern-Verteidigers Breno, in dessen Villa es kürzlich brannte, erkannten Sie folgendes sehr gut: »Es ist viel geredet worden über Breno dieser Tage. Er sei psychisch krank, er brauche Hilfe, wegen Verdachts auf Drogenkonsum sei eine Haarprobe entnommen worden; Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, hat das Wort ›depressiv‹ benutzt. Aber auch das ist Teil des Problems: daß die Leute viel sagen, wenn es zu spät ist. Daß sie reden, analysieren, spekulieren, moralische Fragen stellen, obwohl sie nichts Genaues wissen.«

Und was machen also Sie, Neuendecker? Sie drücken genau einmal die Return-Taste Ihres Computers und fahren fort:

»Kümmert sich der FC Bayern genügend um seine Spieler? Ist der Verein emotional entkernt, seit der sachliche Christian Nerlinger das Manageramt vom heißblütigen Übervater Uli Hoeneß übernommen hat? Früher gab es in der Bundesliga den Brasilianer Jorginho, erst bei Bayer Leverkusen, dann beim FC Bayern, ein engagierter Zeitgenosse, der Bibelkreise für seine Landsleute organisierte. Die Brasilianer kamen aus einer anderen Kultur, sie kannten die Sprache nicht, sie froren, aber Jorginho gab ihnen Halt. (…) Ist Brenos Geschichte doch nur die Geschichte eines Einzelschicksals, die überall hätte passieren können? (…) Der Junge, hat er nicht Geldprobleme? Es gibt keine Antworten auf diese Fragen, jedenfalls noch nicht. Kommende Woche, heißt es, könne er womöglich freigelassen werden. Und dann?«

Ach, Neuendecker! Was mag geschehen sein, daß sich ein freifabulierender Sportjournalist so ganz und gar nicht den »Leuten« zugehörig fühlt, deren haltloses Spekulieren er gerade noch kritisiert hat? Hat ihn in früher Kindheit ein heißblütiger Vater emotional entkernt, oder kann eher eine Haarprobe weiterhelfen? Der Junge, hat er vielleicht Zeilengeldprobleme? Eins davon wird es schon sein.

Glaubt, auch ohne Jorginhos Bibelkreise:

Titanic

Stehengeblieben, Monika Piel!

Als leibhaftige ARD-Vorsitzende verteidigten Sie Ihre Gier nach höheren und immer noch höheren Rundfunkgebühren im Spiegel: »Wir fordern nichts, wir haben lediglich einen erhöhten Bedarf angemeldet.« Dieser zauberschöne Satz hat uns sofort eingeleuchtet. Denn als man uns neulich nächtens auf der Gaß um unser Portemonnaie brachte, wurde uns das durch die Begründung versüßt: »Hey, das ist kein Überfall, ich will nur dein Geld.«

Hauptsache, Frau Piel, Sie können morgens noch ohne Scham in den Fernseher schauen, was?

Sieht weiter schwarz, aber nicht nur für Sie:

Titanic

Hey, Philipp Kionka!

Sie sind Geschäftsführer der Agentur »KK-Media-Solutions« und bewerben diese mit dem Satz: »Wir favorisieren Werbung, die es tatsächlich in die Köpfe der Kunden schafft.« Wow! Wir hätten eher erwartet, daß Sie Werbung bevorzugen, die an den Kunden haarscharf vorbeirauscht oder ihre Köpfe weiträumig umfährt, aber nein: Sie, Herr, äh, Dings mit Ihrer Agentur, na, favorisieren also tatsächlich, ääääh, tja…

Chrchr:

Titanic

Mensch, Horst Seehofer!

Nach der Abstimmung über die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gab es Streit, weil zwei widerspenstige Koalitionspolitiker in der Bundestagsdebatte reden durften, obwohl sie von den Fraktionen nicht dazu nominiert worden waren. Und was sagten Sie als alter Staatsmann der Welt? »Es war richtig, den Kollegen mit einer abweichenden Meinung Rederecht zu gewähren. Wenn wir im Parlament nicht die Kraft haben, solche Dinge offen und transparent zu diskutieren, dann werden jene Kräfte in Deutschland Auftrieb erhalten, die diese Diskussionen führen und zulassen.«

Und »jene Kräfte«, die Debatten offen und transparent führen und am Ende womöglich noch offene Ergebnisse zulassen, die kann man ja gar nicht genug fürchten!

Stimmt’s?

Titanic

Guten Tag, Maxim Biller!

In einem langen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verrieten Sie: »Wir leben, lesen und schreiben schon lange in einer literarischen Epoche und wissen es nicht.« Denn: »Daß die besten Romane der letzten 25 Jahre mehr verbindet als ihre Qualität, kam, glaube ich, noch keinem von uns in den Sinn.« Außer eben Ihnen, der Sie ganz genau hingeschaut haben: »Viele der besten, wichtigsten Bücher der letzten zweieinhalb Jahrzehnte wären ohne den extremen persönlichen Einsatz ihrer Verfasser undenkbar gewesen.« Steile These, Biller, doch es geht noch präziser: »Fast jedes der bedeutenden deutschen Bücher der vergangenen Jahre kommt in der ersten Person Singular daher.« Das ist ja mal wirklich was Neues! Damit es auch so neu bleibt, fordern Sie: »Die Literatur braucht wieder ein starkes, glaubhaftes, mitreißendes, suggestives Erzähler-Ich – sonst hört ihr uns, die tief empfindenden Dichter und Denker, im immer lauter werdenden Medienlärm nicht mehr.«  Und das wäre ja ganz und gar schrecklich, tief empfindende Dichter und Denker wie Sie, Biller, im allgemeinen Getöse nicht mehr hören zu können. Obwohl wir, ehrlich gesagt, Ihre Sorge gar nicht teilen.

Immer eine Packung Ohropax parat:

Titanic

Hamburger Schanzenviertel-Anarchos!

Euer aktuelles handgeschriebenes 5-Meter-Banner auf den bröckeligen Zinnen der Roten Flora, der letzten authentischen Immobilie im durchgentrifizierten Hamburger Schanzenamüsierviertel, ruft uns unverdrossen zu: »SOFORTIGE STILLLEGUNG aller Atomanlagen und der herrschenden Klasse WELTWEIT!«

Recht so! Laßt nicht nach in Euren Forderungen! Keine Kompromisse bei der sofortigen Stillegung der weltweiten herrschenden Klasse sowie sämtlicher Atomanlagen! Und auch, wenn zum Beispiel nur noch Weißrußland, Nordkorea und die USA nicht bereit wären, euren berechtigten Maximalforderungen augenblicklich nachzukommen, sondern lieber erst so in zwei, drei Tagen – bleibt hart!

Die Faust hoch im Kampf gegen das globale Böse!

Titanic

Unbekannte ARD-Reporterin!

Die Du am Abend des 22. September in Berlin gegen 20.30 Uhr an der Polizeiabsperrung am Südstern standest und vor laufender Kamera Millionen Fernsehzuschauern erklärtest, daß hier, in der apostolischen Nuntiatur, der Papst übernachten werde und deshalb das ganze Areal großräumig abgesperrt sei und die einzige Frage der Anwohner folglich die sei, ob und wann sie »rein und raus« kämen! Denn lange Zeit sei hier niemand »rein und raus« gekommen, zumindest sei es ganz, ganz schwierig gewesen mit dem »rein und raus«, aber dann sei ein bißchen was gegangen, »rein und raus«, auch gegenwärtig bestünde gerade eine gewisse Chance, »rein und raus« zu kommen nämlich – bis auch der abgestumpfteste Atheist vor der Mattscheibe kapierte, worum es im Katholizismus im allgemeinen und bei dieser Papstvisite im besonderen geht: um das rechte »Rein und Raus«, ob mit oder ohne Tüte, geschieden oder wiederverheiratet, oder auch das ganz verwerfliche, komplett hedonistische »Rein und Raus« – egal, wir wollen das hier nicht moraltheologisch, äh, vertiefen.

Wir wollten Dir, unbekannter ARD-Reporterin, nur unsere heiße Liebe bekunden: In einem ARD-Beitrag zum Papstbesuch vor laufender Kamera zehnmal »rein und raus« zu sagen und dabei vollkommen ernst und seriös zu bleiben – Spitze! Gloria in excelsis Deo! Chapeau!

Schon ganz kirre, äh, katholisch:

Titanic

Markus Lanz, alte Latenight-Bitch!

Was bei Kindern und geistig Zurückgebliebenen verständnisvoll hingenommen wird, nämlich jeden noch so nichtigen Gedankenpups zu verbalisieren, gehört bei Ihnen bekanntlich zum »Moderationsstil«. Nun hatten Sie kürzlich das Ihnen beinahe ebenbürtige Hip-Hop-Pummelchen Kitty Kat in Ihre Talkrunde geladen und gönnten dem Publikum eine Kostprobe aus dem Werk der Künstlerin. Nachdem Sie einen Clipausschnitt des Klassikers »Bitchfresse« eingespielt hatten (»Wäre ich ’n Mann, würd’ ich dir jetzt sagen ›Alter, lutsch mein’ Schwanz!‹«), stellten Sie allerdings nicht die berechtigte Frage, was diese Dame (29) für Männer kennt, sondern äußerten: »Ich oute mich jetzt mal: Ich find’ diesen Song ziemlich cool produziert, der hat ’nen guten Groove, das geht gut mit, definitiv.«

Yo yo yo, Schrowangefucker, das hätten wir jetzt nicht gedacht, daß ausgerechnet Sie alter Klosterschüler auf Pornorap abgehen. Obwohl: Eine bizarre Vorliebe für Fäkalsprache mußten wir bei Ihnen ja schon im August des Jahres feststellen, als Sie mit offenkundigem Genuß eine Schmuddelpassage aus Ch. Roches »Schoßgebete« vorlasen. Nun hoffen wir, uns demnächst bei einem Rap-Battle mit Ihnen auf Augenhöhe zu treffen, und basteln bereits an ein paar derben Lyrics. Uns fehlt nur noch ein Reim auf »Lanz«.

Ihre Aggrodichter von

Titanic

Und Du, Bayerische Staatsregierung,

warnst auf der Homepage www.bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de unbedarfte Eltern: »Wenn Ihr Kind aber in Kreise gerät, die unseren Rechtsstaat pauschal als ›kapitalistisches Fascho- und Bullensystem‹ diffamieren, eine Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung fordern und hierfür auch Gewalt als legitimes Mittel betrachten, sollten Sie hellhörig werden.«

Gut, das wird bayerischen Eltern sicher eine große Hilfe sein. Was aber, wenn der Heranwachsende den Rechtsstaat nicht pauschal als kapitalistisches Fascho- und Bullensystem diffamiert, sondern ihn differenziert und schlüssig begründet als solches bezeichnet? Dann ist alles in Ordnung?

Ehrlich, bayerische Staatsregierung: Du läßt ganz schön nach.

Stets hellhörig:

Titanic

Welt-Anti-Doping-Agentur!

Das ist sehr aufmerksam von Dir, daß Du das Rauchen unter Dopingverdacht stellst und Nikotin ab nächstem Jahr wegen seiner leistungssteigernden Wirkung beobachten willst. Welche Sportarten hast Du denn besonders im Auge? Extrembergsteigen? Triathlon? Oder vielleicht doch eher Poker?

Fragt mit sportlichem Gruß:

Titanic

Sie wiederum, Bob Geldof,

rückten im österreichischen Nachrichtenmagazin Profil die Verhältnisse gerade: »Aber die Finanzkrise fasziniert mich. Vor allem, weil niemand, wirklich niemand kapiert, was da tatsächlich vorgeht. Und niemand sagt die Wahrheit. Die Wahrheit ist: Die Banken sind bankrott. Völlig pleite.«

Aber »Sir« Bob: Sie haben doch Erfahrung mit dem Ranschaffen von Geld! Dürfen wir auf »Bank Aid« hoffen?

Titanic

Und, Ratzinger!

Nur kurz! War schon unnachahmlich, wie Sie vor Ihrer Rede im Bundestag zielsicher die Kanzel des Bundestagspräsidenten ansteuerten, weil Sie vergessen hatten, daß dort schon jemand saß: Norbert Lammert, der Sie soeben als Hausherr herzlich begrüßt hatte. So daß zum ersten Mal in der deutschen Geschichte ein Parlamentspräsident vor der Wahl stand: ich oder der Papst! Lammert reagierte denn auch blitzschnell, schoß Ihnen entgegen, griff Sie unmißverständlich am Arm, nötigte Sie dazu, den Rückzug anzutreten und die Stufen wieder hinunterzugehen. Hinunter zum popeligen Rednerpult, von dem aus sonst der Abgeordnete Hinz und Kunzlerin Merkel ihre Reden ablesen. Wobei Ihnen der Lammert auch noch auf Ihr bodenlanges weißes Unschuldskleid stieg und Sie damit um ein Haar zu Fall gebracht hätte!

Immerhin, es hätte böser ausgehen können: Angenommen, Lammerts Fehltritt auf Ihre päpstlichen Rockschöße hätte Sie tatsächlich zum Straucheln gebracht – der Bild-Aufmacher am nächsten Tag hätte vielleicht geheißen: »Papst: Kniefall vor dem Bundestag!« So gesehen verlief Ihre kleine, verlogene und andächtig beklatschte Vorlesung zu den Grundlagen des Rechts (die von Religion und Kirche gelegt worden seien, hihihi!) dann eigentlich noch recht glimpflich, finden Sie nicht?

Findet schon:

Titanic

Werte Mißbrauchsopfer!

Wir wissen ja, wie schwer es ist, traumatische Kindheitserfahrungen zur Sprache zu bringen, und Eure »Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt« ist sicherlich eine feine Sache. Doch mußte die nun in Wien ausgerechnet eine »Lange Nacht des Mißbrauchs« anführen? Waren solche Nächte denn nicht genau das Problem? Versucht es doch lieber mit einem Mißbrauchs-Streichelzoo, einem Täter-Opfer-Sleep-In oder einem »Tag der offenen Hintertür«!

Wünscht sich weiter ungestörte Nächte:

Titanic

Ha, Umweltminister Röttgen!

»Reden ist in der Politik immer auch gleich handeln«, hörten wir Sie kürzlich im Fernseher reden. Falsch! Reden ist labern, schwallen, palavern, schwatzen, sülzen, schwafeln, schwadronieren, quasseln, tratschen, plaudern, klönen; kurz: das, was Sie und Ihre Kollegen den lieben langen Tag so machen. Handeln hingegen ist machen, anpacken, Ärmel hochkrempeln, aktiv sein, tun, wirken, arbeiten, Sachen erledigen, gestalten, ausführen, formen, schaffen usw. – Was? Das wußten Sie nicht? Na, dann wissen Sie es jetzt und können endlich loslegen!

Ihre Macher der:

Titanic

Isländer!

Noch mal ganz kurz: Ihr habt leicht lachen über die drückenden Widrigkeiten der Finanzwirtschaft. Eine Eurer größten Banken hört auf den Namen – Landsbanki. Da tut Konkursi kaum schmerzi, lacht mit Euch

Titani(c)

Mal ganz im Ernst, Ronald Pofalla,

und bei allen Scherzen, die wir über Sie machen: Weiter so. Ja, mehr von diesem Klartext! Lassen Sie die Scheiße ruhig so rausblubbern, wie sie innen hochgeschwappt kommt! Denn wir finden, von Zeit zu Zeit aus Versehen mal die Wahrheit zu sagen, das befördert und beschleunigt nur die Sache. – Welche Sache? Naja, Ihre nicht. Aber unsere. Und das ist doch schließlich die Hauptsache, oder?

Immer für den Bockmist anderer zu haben:

Titanic

Ui, Mely Kiyak!

In der Frankfurter Rundschau beklagten Sie sich über die Berliner Piraten. Bei denen handele es sich um »eine Ansammlung von zotteligen Typen. Schwammige Figuren, ungesunder Teint, häßlich. Ich verstehe jetzt auch, warum die Piraten keinen Wahlkampf mit Fotos veranstalteten – das Auge wählt schließlich mit.« Und nicht nur ästhetisch sind Ihnen die »ungelüfteten Internetsüchtigen« ein Graus, sondern auch inhaltlich, weil sie die »Kostenloskultur im Netz« fordern: »Wer so was schreibt, hat in seinem ganzen Leben noch nicht auf eigenen Beinen gestanden.« Weshalb Sie eine ganze Reihe von Fragen haben: »Kriegt Ihr Stütze oder werdet Ihr von Euren Eltern gesponsert? Ich rackere mich mit meinen Texten ab, und Ihr wollt dafür nicht bezahlen? Spinnt Ihr? Schon mal was von Copyright gehört? Das Recht auf Eigentum ist ein Menschenrecht! Wer soll denn für die Verbreitung meiner Texte bezahlen?«

Nun ist es aber so, Mely Kiyak: Die Piraten haben nach allgemeiner Einschätzung auch deshalb in Berlin so gut abgeschnitten, weil sie sich auf sämtlichen Wahlplakaten selbst gezeigt haben, ganz ungestylt, einfach so, wie sie sind. Das konnten Sie natürlich nicht wissen, denn sonst hätten Sie sich nicht nur mit Ihrem Text abrackern, sondern dafür auch noch recherchieren müssen – wie auch für die Information, daß die Mehrheit der Berliner Piraten richtig was studiert hat und in ganz normalen Berufen arbeitet. Ganz anders also als Sie, Mely Kiyak, die Sie in Ihrem ganzen Leben nichts anderes gelernt und geleistet haben, als irgendwas mit Medien zu machen und schaumschlägerische Texte zusammenzustottern. Und für deren Verbreitung soll im Ernst jemand bezahlen?

Aber bestimmt nicht

Titanic

Gauweiler, oller CSU-Haudegen!

Dich gibt es also auch noch, und beinahe wärst Du sogar Partei-Vize geworden. Das hätte uns gut gefallen, auch wenn Du vermutlich etwas altersmilde geworden bist und nur noch selten so Pfiffiges forderst wie damals, als Du alle HIV-Infizierten (i.e. Schwuchteln) in Lager stecken wolltest. Immerhin konnte man aber nun wieder einiges über Dich lesen, im Spiegel z.B. dies: »›Nicht dieses komische E mit den zwei Strichen ist das Symbol Europas‹, ruft er. ›Es ist das Kreuz, nicht die Münze!‹ Donnernder Applaus. Gauweiler zu Gast beim Katholischen Männerverein in Tuntenhausen, das ist ein Ereignis.«

Willst Du, Gauweiler, nicht zurück in die Bundespolitik? Damit wir auch Berichte über solche herrlichen Ereignisse in Haßloch, Wixhausen oder Mackendorf lesen können?

Bitte, bitte:

Titanic

Liebe bürgerliche Kapitalismuskritiker!

Ihr, die Ihr noch vor kurzem hauptberuflich Antikapitalismusverächter wart, fordert nun aufgrund der anhaltenden Finanzkrise gerne dies: »Zähmt das Raubtier Kapitalismus« – zuletzt beispielsweise auf dem Titel des Magazins Cicero. Aber kann das überhaupt funktionieren? Fragt doch mal bei Roy von Siegfried & Roy nach – falls der mittlerweile wieder in ganzen Sätzen reden kann.

Heute mal bissig:

Titanic

Nun aber, Hape Kerkeling!

»Es ist interessant«, steckten Sie unwidersprochen dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, »daß Charlotte Roche und ich damals zur selben Zeit Bücher rausgebracht haben, die sich mit den größten Tabus unserer Gesellschaft beschäftigen: Sex und Religion« – aber wo. Die größten Tabus unserer Gesellschaft sind und bleiben Frühstück und Autofahren.

Schreiben Sie’s auf?

Mit sehr geduldigen Grüßen:

Titanic

Schönes Wetter!

Von Dir haben wir in diesem Sommer ja nicht soviel gehört. Warum Du dich aber vor uns versteckt hast, konnten wir ansatzweise verstehen, als die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer neulich forderte, die gerade erst ins Grundgesetz geschriebene Schuldenbremse für die Bundesländer zu lockern. Als Reaktion darauf erklärte nämlich FDP-Generalsekretär Christian Lindner: »Frau Kramp-Karrenbauer mißversteht die Schuldenbremse offenbar als Schönwetterinstrument.« Der Vize-Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Michael Meister, polterte empört: »Die Schuldenbremse ist keine Schönwetterregel.« Schließlich ließ auch noch der Präsident des Bundes der Steuerzahler die Öffentlichkeit wissen, daß die Schuldenbremse keine »Schönwetterveranstaltung« sei.

Wir verstehen ja schon, schönes Wetter: In deutschen Landen, wo Dich hirnlose Politiker und Lobbyisten ständig mit Metaphern aus der Mottenkiste diskreditieren, läßt Du Dich natürlich lieber nicht blicken. Dürfen wir Dir denn auf gut Glück versprechen, daß nächstes Jahr alles besser wird? Vielleicht auch auf dem Metaphernmarkt?

Danke!

Deine Schönwettersatiriker von der

Titanic

Sehen Sie es doch einmal so, Stefan Mross:

Wenn Sie nach der Trennung von Ihrer Frau Stefanie Hertel nun den lieben langen Tag Trübsal blasen – dann gibt es in einem Jahr oder so wenigstens ein Instrument, das Sie beherrschen. Ist doch auch was!

Törö-törö:

Titanic

Sie, Tim Bendzko,

sangen sich im »Bundesvision Song Contest 2011« mit einem Lied zum Sieg, das den Titel »Wenn Worte meine Sprache wären« trägt und Ihr Problem mit Zeilen wie den folgenden veranschaulicht: »Mir fehlen die Worte, ich / hab’ die Worte nicht / dir zu sagen, was ich fühl’ / ich bin ohne Worte, ich / finde die Worte nicht« usw. usf.

Wir meinen: Warum lassen Sie’s dann nicht einfach?

Plädiert für eine nonverbale Lösung:

Titanic

»

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Erweitern
Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
13.08.2016 Eschwege, Open Flair (Kleinkunstzelt)
  Oliver Maria Schmitt, Bernd Gieseking, Frank Goose
14.08.2016 Frankfurt, Elfer
  Mark-Stefan Tietze
18.08.2016 Berlin, Das ERNST
  »Das Herz in der Hose«
26.08.2016 Klütz, Literaturhaus Uwe Johnson
  Gerhard Henschel

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Briefe an die Leser

 Politologe Bernhard Weßels!

Den Wahlausgang des Brexit-Referendums mit dem Abstimmungsergebnis von 51,9 Prozent für die EU-Gegner interpretierten Sie für Spon so: »Das Problem beim Votum: Es gibt in Wahrheit keine echte Mehrheit für den Brexit. Denn von den 92 Prozent der Wahlberechtigten, die sich für das Referendum registrieren ließen, haben nur 70 Prozent abgestimmt. Für eine positive Mehrheit aller britischen Wahlberechtigten aber hätten von ihnen 75 Prozent pro Brexit stimmen müssen – statt wie geschehen 52 Prozent. Ich halte das Ergebnis deshalb eigentlich nicht für belastbar.«

Haben wir’s doch schon immer geahnt! Und wenn Sie jetzt noch unseren früheren Mathelehrern weismachen, daß die damaligen, knapp mehrheitlichen Unterrichtsergebnisse wie 2+2=4 oder a²+b²=c² eigentlich nicht belastbar sind, weil 22 Prozent der Klasse sich mit einer »I don’t give a fuck!«-Einstellung geweigert hatten, die Aufgaben überhaupt zu lösen, hätten Sie zumindest in der Redaktion eine echte Mehrheit (75 Prozent) für Ihre Wahlanalyse.

Mit kollegialen Grüßen: Ihre Vermutungswissenschaftler von Titanic

 Mensch, Ikea!

Du siehst Dich genötigt, in Nordamerika 29 Millionen Kommoden zurückzurufen, die offenbar immer wieder Kinder unter sich begraben haben. Dabei hattest Du mit dem Namen »Malm« doch akkurat angekündigt, was von diesen Möbeln zu erwarten ist! Sicherlich verstehst Du deshalb, daß wir als verantwortungsbewußte Verbraucher künftig von einigen Deiner Produkte lieber die Finger lassen, vor allem dem Drehstuhl »Torkel«, den Kleiderbügeln »Bumerang« sowie dem Zeitschriftensammler »Knuff«. Und auch die Schuhablage »Lustifik« ist uns nicht ganz geheuer!

Gruß auf den Holzweg: Titanic

 Sie, letztlich torlos gebliebener Thomas Müller,

erklärten uns: »Tore sind nicht mein Benzin, eher der Lack auf dem Auto, der Speziallack, der nach außen gut aussieht… Mein Benzin ist mein Antrieb nach Erfolg.«

Einverstanden, Müller. Aber wäre es denn nicht möglich, daß Sie in Wahrheit gar nicht mit Benzin, sondern mit Diesel betrieben werden müssen? Sehen Sie doch mal am Tankdeckel nach!

Raten Ihnen herzlich Ihre Tankwarte von der Titanic

 Es leuchtet, Ingeborg Pils,

schon ein, daß gerade Sie ein Buch mit dem Titel »Deutsche Biere« geschrieben haben. Aber ohne Vorwort von Bild-Büchse Donata Hopfen oder wenigstens Tagesspiegel-Flasche Sebastian Leber bleibt die Pointe einfach zu trocken.

Hat heute leider keine Tulpe für Sie: Titanic

 Grüß Gott & hühott, Bayerischer Rundfunk!

Grüß Gott & hühott, Bayerischer Rundfunk!

»Obwohl die Signatur als ›Kowalski‹ zu entziffern ist, wurde diese Rastszene mit Pferden nicht von ihm gemalt«, steht es im Online-Archiv der für ihren Sachverstand geschätzten Sendung »Kunst & Krempel« über das »qualitätsvolle Kabinettstück« aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. So weit, so gewohnt gediegen. Aber was hat Dich denn bitteschön geritten, den mit 1500 Euro taxierten Dachbodenfund wie folgt zu übertiteln:

Fragt als Liebhaber prächtiger Schinken: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Werbeslogan zu Ende gedacht

Backen ist Liebe, Braten ist Leidenschaft, Dampfgaren ist Gleichgültigkeit, Dünsten ist Haß.

Julia Mateus

 Richtigstellung

Schon lange möchte ich die allgemeine Lebensweisheit korrigieren, nach der es die kleinen Dinge sind, die das Leben erst schön machen. Es sind nämlich ebenso die kleinen Dinge, die das Leben auch richtig zur Hölle machen können: kneifende Unterhosen, Pop-up-Fenster, im Automat feststeckende Getränkedosen, Mückensummen beim Einschlafen etc. Denken Sie bitte weiter darüber nach.

Leonard Riegel

 Dreieckshoroskopisches

Astrologie ist eine höchst subjektive Angelegenheit. Die Ansicht zum Beispiel, daß Stier und Skorpion sich aufs vorzüglichste ergänzen, teilen meine Frau (Stier) und meine Geliebte (Skorpion) auf keinen Fall. Ich hingegen schon.

Karsten Wollny

 Selbstverwirklichung

Wenn einer ein Trottel ist, gebe ich ihm die Chance, es zu zeigen. Das gilt auch und in erster Linie für mich selbst.

Tibor Rácskai

 Kundenrezension

Heute zum ersten Mal die »Steinofen-Pizza Hawaii« von Tegut gekauft. Konnte es überhaupt nicht fassen, wie fade die Pizza schmeckte! Erst beim vorletzten Stück fiel mir ein, daß ich ja immer noch Schnupfen habe. Testnote: weiß nicht.

Dominik Bauer