Say whaaat, Axel Springer AG?!

Du treibst »den Medienwandel so entschieden voran wie kaum ein anderes Medienhaus« und brauchst dafür »Persönlichkeiten, die jeden Tag über sich und gewöhnliche Jobprofile hinauswachsen«, kopfjägert es aus einem Deiner Managementtypen heraus, anläßlich einer neuen Rekrutierungskampagne »mit einem Augenzwinkern«. Die dann so aussieht: Irgendwelche jungen, dynamischen High-Potential-Kreativfressen stehen locker und stylisch vor einem farbigen Hintergrund herum, zu augenzwinkernden Stellenbeschreibungen wie »Chief Technology Officer mit Say Whaaat?! Capabilities für Cross Channel Hammer Innovations« oder auch »Stellvertretender Chefredakteur mit Bling-Bling Expertise für In-Your-Face Journalistic Rioting«.

Aber mal unter uns: In Wirklichkeit suchst Du doch nur die üblichen Koks-Nasen mit Arschloch-Kompetenz für die Chefetage und Sex-Monster mit Plem-Plem-Expertise für die Schweineschreibe, stimmt’s?

Immer Deine:

Titanic

Dear Steve Buscemi!

In der HBO-TV-Serie »Boardwalk Empire« spielen Sie die Hauptrolle, einen einfachen Prohibitionsverdiener namens Enoch »Nucky« Thompson, und im Interview mit »Spiegel Online« antworten Sie auf die schwierige Frage: »Martin Scorsese, der Produzent von ›Boardwalk Empire‹, nannte seine Serie einmal die dunkle Seite des amerikanischen Traums. Stimmen Sie zu?« mit »Ja«. – Und auf die berechtigte Nachfrage »Warum?« antworten Sie, Buscemi, mit dem wunderschönen Satz: »Weil Martin Scorsese das gesagt hat.«

Das war lustig, Buscemi. Aber was wollten Sie damit sagen? Und Sie wiederum fragen sich wahrscheinlich, warum wir uns so etwas fragen? Ganz einfach: Weil Martin Scorsese sich das auch gefragt hätte.

So, und nun schön weiter schauspielern:

Titanic

Tag, Wladimir Klitschko!

Ihr Leben als Hochleistungsboxer ist sicherlich hart, mitunter gar schmerzhaft. Dennoch versagen Sie sich die kleinen Freuden des Alltags nicht, wie wir in dem Wikipedia-Artikel über die Red Hot Chili Peppers nachlesen konnten. Deren Musik sei nämlich »die Einlaufmusik von Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko«, also Ihre.

Warum aber haben Sie sich als akustische Begleitung fürs Klistieren ausgerechnet den Song »Can’t Stop« ausgewählt?

Wundert sich dann doch:

Titanic

Beste Iris Radisch!

In der Zeit haben Sie den Verlagschef von Hanser interviewt, den Münchener Michael Krüger, der in zwei Jahren in Rente gehen will und deshalb zwischenzeitlich in Berlin gerne »einen Zeh in der Tür« haben möchte. Aua! »Nun gibt es niemand in der Branche«, schreiben Sie, »der nicht vermuten würde, daß aus diesem ›Zeh in der Tür‹ in Berlin womöglich bald eine Frau auf dem Chefsessel in München werden könnte.« Ach, Frau Radisch! Daß Frauen aus Männerrippen entstehen, ist uns bekannt. Aber aus Männerzehen? Noch dazu aus in Türen abgeklemmten? Nein, daraus entstehen höchstens verrückte Überleitungen – wenn auch von Frauen geschriebene. Und daß Krüger einer Repräsentantin dieses Geschlechts die Führung seines Verlags nicht zutraut, macht er im anschließenden Gespräch ja auch hinreichend klar.

Läßt heute mal Zehen gerade sein:

Titanic

Bild.de!

Deiner journalistischen Pflicht zur Aufklärung folgend berichtetest Du über einen Kommissar, der einer Gelegenheitsprostituierten die Gelegenheit bot, ihre Freiheit durch den Vollzug der Fellatio vorzeitig wiederzuerlangen: »Er wurde verurteilt, bangt jetzt um seinen Job.« – Aber doch hoffentlich nicht die zuständige Staatsanwältin, oder?

Fragt die lauernde Gang von der

Titanic

Hi, Hugh Jackman!

Im SZ-Interview haben Sie letztens verraten, daß Sie Ihren dunkelhäutigen Adoptivsohn Oscar jedesmal zu Fuß die neun Stockwerke zu Ihrer Wohnung hochjagen, wenn er den Portier nicht angemessen grüßt, was inzwischen »schon etwa fünfzig Mal« vorgekommen sei. Schönen Dank für diese Information, Mr. Jackman! Damit hätten Sie ja einerseits bewiesen, daß unangekettete Schwarze einfach nicht zum Gehorsam fähig sind, und andererseits, daß ein weiterer Oscar Sie ohnehin nur überfordern würde.

Für uns bleiben Sie trotzdem der »sexiest Erziehungsberechtigte alive«!

Titanic

Prima, Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge mbH,

daß Du nun den »Bestattungen.de-Award« ins, äh, Leben gerufen hast, »um die Bestattungskultur zu fördern und den Deutschen zu zeigen, welche individuellen Möglichkeiten es im Rahmen von Bestattungen gibt«. Eins jedoch verstehen wir nicht: Wieso hast Du die Jury mit »Margot Käßmann und weiteren Experten« besetzt? Was genau macht die Ex-Bischöfin zur Friedhofsexpertin? Unseres Wissens ist sie nur mit 1,54 Promille beim Autofahren erwischt worden, und zwar rechtzeitig, bevor sie jemanden totfahren und damit Expertenstatus erlangen konnte. Schweigen wie ein Grab gehört auch nicht zu ihren Tugenden, schon gar nicht seit ihrer Demission als Bischöfin. Gab ihr jahrelanger Aufenthalt in Hannover, was im Prinzip dasselbe ist wie auf dem Friedhof, den Ausschlag? Oder war es Mitleid, weil sie doch keinen Führerschein mehr hat, daß Du Frau Käßmann in der Jury wenigstens neben Reinhard Führer, den Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, gesetzt hast?

Sag an!

Titanic

Unbekannter Nachbar,

der Du in Unkenntnis unserer Anwesenheit Deinen Balkon betratst, Dich auf einen Deiner Gartenstühle setztest, Dir eine Zigarette anzündetest und zu Dir selbst die Worte sprachst: »Ich könnte grad schon wieder wichsen« – Dir nur soviel: Es ist immer mitfühlend an Deiner Seite

Titanic

Geil, Takis Würger!

Als blutjunger Spiegel-Redakteur durften Sie drei Wochen lang Kriegsreporter in Afghanistan spielen, als »embedded journalist« bei der deutschen Truppe, was Ihre Chefs bereits in der »Hausmitteilung« zu folgender Versicherung veranlaßte: »Daß der Spiegel der Bundeswehr dennoch keine Einflußnahme auf Recherche und Text zubilligen würde, brauchte nicht vereinbart zu werden. Es war auch für die Bundeswehr selbstverständlich.« Wenn man Ihre siebenseitige Reportage »Das verlorene Bataillon« liest, weiß man auch, warum: Sie handelt nämlich von einer Scharfschützeneinheit in der afghanischen Provinz Baghlan, und »verloren« kommen sich die deutschen Landser vor, weil sie, im Gegensatz zu ihren Großvätern, bislang immer nur Pappkameraden totschießen durften. Alle würden sie, wie der Oberfeldwebel Sommerkorn, so »gern mal einen wegmachen« von diesen dreckigen Afghanen; allein, sie dürfen nicht! Und wer ist schuld daran? Die Käßmann mit ihrem verantwortungslosen Gejammer, es sei nichts gut in Afghanistan. Und die bekannt skrupulöse Haltung der deutschen Politik, die es dem deutschen Soldaten verwehrt, den Finger am Abzug endlich krummzumachen und richtig aufzuräumen »in dieser ganzen verkackten Provinz«!

Ihre Hauptfigur, den solcherart fluchenden und besonders schlimm leidenden Sommerkorn, zitieren Sie mit dem Seufzer: »Ich glaube, die Deutschen wissen nichts von der Belastung, die wir tragen.« Spätestens an der Stelle, Takis Würger, kamen uns die Tränen. Und wie Sie dann schildern, daß Ihnen der Presseoffizier drei Wochen lang praktisch nicht von der Seite wich, und wie Sie im gleichen Atemzug treuherzig versichern: »Eine Zensur fand nicht statt« – da mußten wir dann doch wieder lachen! Weil der Presseoffizier Ihnen angesichts des Texts wahrscheinlich begeistert auf die Schulter haute: So gut hätte eine ganze Propagandakompanie nicht hingekriegt.

Weggetreten!

Titanic

So, so, Anselm Kiefer!

Sie wollen also das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen, wie Sie im Spiegel erklärten. Weil es »so phantastisch« ist, »wunderbar. Das ist mein Pantheon. Ich bin fasziniert von Atomkraftwerken.« Denn die »sind die phantastischste Form der Energieerzeugung. Das ist ein Perpetuum mobile, das hat etwas Mythologisches.« Im übrigen verglichen Sie sich selbst und ihr künstlerisches Schaffen mit »einem Kind, das dasitzt und seine Puppe aufschlitzt«.

Während wir uns fragten, ob Sie in letzter Zeit vielleicht ein bißchen abgedriftet sein könnten, gaben Sie bereits den entscheidenden Hinweis, »daß ich seit Jahrzehnten mit Blei arbeite, früher sogar ohne Fenster, im Keller«, und zwar ohne Schutzvorkehrungen. Kurzum: »Ich müßte längst tot sein. Jetzt kaufe ich ein Atomkraftwerk.«

Jetzt würden wir nur gern wissen, warum Sie sich mit dem schon im Rückbau befindlichen AKW Mülheim-Kärlich zufriedengeben. Wäre nicht ein Atomkraftwerk, bei dem das mythologische Perpetuum mobile noch im vollen Gang ist, ein bißchen passender für Sie? Könnten Sie nicht in Fukushima die aufgeschlitzten Puppen noch besser tanzen lassen?

Fragt – wie immer bleifrei:

Titanic

CSU-Innenpudel Hans-Peter Friedrich!

Eine richtige Lawine an Stellungnahmen war das, was Sie da mit Ihrem Demographiebericht ausgelöst haben. Darin steht nämlich, daß im Jahr 2060 jeder dritte Deutsche mindestens 65 Jahre alt sein wird – weshalb Sie, Friedrich, in Bild mit der Warnung zitiert werden, »mit der Zunahme älterer Menschen« gewönnen diese als »Opfergruppe künftig an Bedeutung«. Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier kommt dort zu Wort: »Wir müssen verhindern, daß Senioren zu Opfern werden.« Im selben Artikel fordert der innenpolitische Sprecher der CSU, Stephan Mayer: »Diese verabscheuenswürdigen Gewalttaten gegen besonders Schutzbedürftige müssen noch stärker gesellschaftlich geächtet werden«; und schließlich meldet sich der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, der die Ergebnisse des Berichts für »enormen gesellschaftspolitischen Sprengstoff« hält und es als erwiesen ansieht, daß »Kriminalität gegen ältere Menschen vor allem von perspektivlosen und sozial benachteiligten Jugendlichen« ausgeht, »häufig mit sogenanntem Migrationshintergrund« – Hut ab, Friedrich! Aus der »Zunahme älterer Menschen« topseriös schlußzufolgern, daß dann ja statistisch betrachtet auch mehr ältere Menschen ausgeraubt und totgeschlagen werden, was Ihre Parteifreunde zielsicher auf die Spur des mordlüsternen Ausländerlümmels bringt: das ist ganz großes Hetztheater, das hätte Franz Josef Strauß nicht besser halluzinieren können! Wir befürchten, Friedrich, das Problem läßt sich nur lösen, wenn Sie die Alten gar nicht erst so alt werden lassen. Wollen Sie mit gutem Beispiel vorangehen? Und rechtzeitig abtreten, bevor der Ali zuschlagen kann?

Aber nicht vergessen: Ihr 65. Geburtstag steht bereits 2022 an!

Nichts zu danken:

Titanic

Ex-Premier Papandreou!

Bevor wir uns vielleicht niemals wiedersehen, hier zum Abschied schnell noch einmal unsere Bewunderung für Ihren zauberhaften Satz: »Ich glaube, das griechische Volk hat die Weisheit und das Wissen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, die den Verbleib des Landes in der Euro-Zone garantieren werden.« Wie wir heute wissen, konnte auf diese Entscheidungen dann doch verzichtet werden, aber wenn wir uns vorstellen, daß Frau Merkel nur einmal aufrichtig Grund verspüren würde, über ihr Volk ähnlich Fabelhaftes zu behaupten – wir wären stolz auf uns!

Aber so eben, wie immer, nur deutsch und dumm:

Titanic

Und Sie, Frédéric Schwilden,

waren für die Welt auf einem Konzert der kürzlich wiederbelebten Popband Roxette und haben auch die Leute vor der Bühne genau beobachtet: »Roxette kommen immer gut, egal ob Ende 50 oder Anfang 20. Entsprechend durchmischt ist ihr Publikum in der O2 World. Da hüpft das Hipster-Teen mit selbstgemaltem Roxette-Shirt, das wirkt dann individueller, neben den vier Muttis, die es mal so richtig krachen lassen. Pappi nimmt den Kleinsten auf die Schulter, der trägt grüne Ohrenschützer.« So fassen Sie zusammen: »Die Schweden haben das ungefährlichste, zahmste Publikum der Welt.« Und schließen versöhnlich: »Wenn es noch Bands gibt, auf die sich jeder einigen kann, dann Roxette. Die kann man 25 Jahre nach Gründung bedenkenlos auflegen, wenn Besuch kommt.«

Kommt aber keiner. Jedenfalls nicht zu Ihnen, Frédéric Schwilden. Und der Grund dafür dreht sich in Ihrem CD-Player.

Kleiner Tip von:

Titanic

Sie, Mario Draghi,

sind gerade neuer Chef der Europäischen Zentralbank geworden. Beim Treffen der G-20-Finanzminister in Paris sagten Sie zu den Occupy-Protesten: »Die jungen Menschen haben ein Recht darauf, empört zu sein. Sie sind wütend auf die Finanzwelt. Ich verstehe sie. Der Protest darf aber nicht ausarten.« Und mit »ausarten« meinten Sie sicher: »Folgen haben«, nicht wahr?

Saluti di

Titanic

Ha, Heinz Rudolf Kunze!

In der Zeit-Rubrik »Studenten erklären ihre Welt«, in der jede Woche ein Prominenter einem Studenten eine Frage stellt – Dialog zwischen den Generationen oder so – fragten Mitte Oktober Sie. Und nicht, was Sie wissen wollten, hat uns dabei ein angenehmes Prickeln verpaßt, sondern das, was da unter Ihrem Namen als Berufsbeschreibung stand: »Kabarettist und Autor«.

Soll das heißen, Kunze – Sie singen nicht mehr?!

Hin und weg:

Titanic

Moinsen, Ina Müller!

Da wir den NDR stets weiträumig umschiffen, hatten wir von Ihnen bislang noch gar nicht soviel mitgekriegt. Nun vernahmen wir aber, daß Sie neben Volker Kauder (CDU) zum »Botschafter des Bieres 2011« gekürt wurden – ein Amt, das Sie beide, dem Chef des Deutschen Brauer-Bunds zufolge, »sicherlich nicht nur bierernst nehmen, sondern mit ihrer ganz eigenen Lebensfreude ausfüllen«.

Kauders Lebensfreude kannten wir schon, Ihre aber noch nicht. Und so waren wir bannig froh, daß Sie uns vom Münchener CSU-MdB Frankenhauser in seiner Laudatio endlich mal vorgestellt wurden: »Ina Müller ist ein Multitalent, eine Powerfrau und Kultfigur. ›Singen, Sabbeln, Saufen‹ – so lautet das Konzept der Kneipen-Talkshow ›Inas Nacht‹, für die sie 2010 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Wie es sich für eine Kneipe gehört, gibt es natürlich auch das passende Getränk, über das Ina Müller pragmatisch sagt: ›Ich habe mich für Bier entschieden, weil, dann kann ich je nach Verfassung entscheiden, ob ich alkoholfreies oder richtiges Bier trinke.‹«

Oje, Frau Müller: Echte Begeisterung für Bier klingt aber anders, ein bißchen weniger pragmatisch. Doch nachdem wir uns im Netz einige Ihrer fies konfektionierten Deutschrockröhrenschlager angehört und ein paar Ihrer kreischfidelen Fernsehauftritte angeschaut haben, müssen wir sagen: Echte Lebensfreude sahen wir da leider auch nicht gerade. Eher eine vor Ehrgeiz platzende, hemmungslos routinierte Betriebsnudeligkeit, wie sie sich nach dem Genuß von ein paar alkoholfreien Bieren zuviel durchaus mal einstellen kann. Von uns aus spräche also überhaupt nichts dagegen, wenn Sie Ihren Wirkungskreis weiterhin auf die Küstengebiete beschränkten. 

Tüssing!

Titanic

Liebe russische Nazis!

Klar, Ihr marschiertet zum »Tag des Volkes« am 4. November wieder zu Tausenden für ein »Rußland nur für Russen«; aber warum tragt Ihr dabei immer Hakenkreuze? Wißt Ihr nicht, welchen Marsch Euch Euer Idol Hitler geblasen hätte, hätte er Rußland für die Deutschen eingenommen? Wie sehr müßt Ihr Euch selbst hassen!

Und wie recht Ihr damit habt, weiß niemand besser als

Titanic

Huhu, Fanta!

Da haben wir jetzt Deine Werbung gesehen, in der viele bunte Männchen mit übergroßen Schädeln durch die Gegend hüpfen, sich Limonade in den Hals schütten und total aus dem Häuschen sind. Nach dem ersten Schock ist uns aufgefallen, daß die Musik dazu von Run DMC kommt: Es tönt der alte Gassenhauer »It’s like that«. Und deshalb müssen wir doch mal fragen: Hat, und sei es nur bei der Konzeption dieser Werbung, eigentlich irgend jemand mal ganz kurz auf den Text geachtet, den Du da mit versendest? »Unemployment at a record high, people coming, people going, people born to die.« Hat der Beat einfach zu gut gefetzt? War zuviel Kohlensäure in der Limo? Oder stimmt’s, was man über den Drogenkonsum von Werbeleuten so sagt?

Dann darauf eine »Limonade«:

Titanic

So, Frank Castorf,

sieht Ihr Feindbild aus: »Es gibt jetzt diesen neuen Typus des Intendanten, den Frank Baumbauer geprägt hat mit seiner Art des Geschicktseins und Verhandeln-Könnens: ein Typus, der – sicherlich hoch seriös – absolut langweilig ist, verbrillt und verstrickjackt.«

Und Sie sehen das: »Und ich sehe das und habe das Gefühl, wie Lars von Trier reagieren zu müssen … Ich sehne mich als Künstler nach totalitären Strukturen.«

Ihr Sehnen wurde erhört, Castorf: Das Budapester Neue Theater wird jetzt von Rechtsextremen und Antisemiten geleitet. Also flugs den Vertrag mit der Berliner Volksbühne gekündigt, und auf nach Budapest! Aber Sie müssen auch wirklich fahren, sonst hält man Ihr Gerede noch für die allerbilligste und langweiligste Kraftmeierei, und der Baumbauer macht sich vor Lachen die Strickjacke naß.

Gute Reise wünscht

Titanic

PR-Agentur Deekeling Arndt Advisors (DAA)!

Im Auftrag der Atomwirtschaft hattest Du in den Jahren 2008/2009 Werbung für die nukleare Laufzeitverlängerung gemacht; zu dieser Lobbyarbeit veröffentlichte die Taz soeben einige Deiner internen Dokumente. Dort hast Du Dich vor Deinen Auftraggebern unter anderem damit gebrüstet, in verschiedenen Publikationen, darunter TITANIC, »mediale Berichterstattung generiert« und »dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit geschaffen« zu haben – nämlich mittels einer Serie »augenzwinkernder«, »spielerisch-humoriger« Gratispostkarten.

Nun handelte es sich bei unserer Berichterstattung allerdings um einen Brief an die Leser (TITANIC 4/09), der sich an die Atomkraft persönlich richtete: »Atomkraft! ›Willst Du wirklich mit mir Schluß machen?‹ läßt Du Dein Deutsches Atomforum neuerdings auf einer knallroten Postkarte fragen (…) Sicher, Atomkraft, Verlassenwerden ist nicht schön. Aber Du bringst nun mal Deinen Müll nicht weg – und wir haben Angst, daß Du irgendeiner Kleinigkeit wegen explodierst!«

Und da wollten wir Dich, Agentur DAA, mal fragen: Inhalt und Stoßrichtung der von Dir »generierten« Berichterstattung – sind die Deinen Auftraggebern grundsätzlich egal? Oder verschweigst Du die bloß immer, um Dir wenigstens irgendwas auf die Fahnen schreiben zu können?

Und wo wir schon mal fragen: Du hast nicht zufällig auch das Unglück von Fukushima »generiert«? Immerhin wurde da für das Thema ebenfalls ganz schön »Aufmerksamkeit geschaffen«!

Findet jedenfalls:

Titanic

Fast fünf Spalten, Wolf Biermann (75),

machen Sie in der Zeit mit dem Üblichen voll, der »Auschwitzwolke« Ihres toten Vaters, Oma Meume usw. usf. Und wahrscheinlich kann man vom großen Interview zu Ihrem Jubeltag auch nichts anderes erwarten. Aber dann, kurz vor Schluß, antworten Sie auf die Frage, ob Sie, wie Ihre Frau, auch einmal Hebräisch gelernt haben: »Nein. Ich habe schon Mühe genug mit dem Deutschen.«

Schöner hätte es Hermann Gremliza (71) auch nicht sagen können.

Geschweige denn

Titanic

Upps, Dennie Klose!

Als »Moderator« von »Upps! – Die Pannenshow« stehst Du seit knapp einhundert Jahren peinsam steif vor der Standkamera herum, sagst mit schief-süffisantem Lächeln drei geheimnisvolle Sätze auf, machst dazu drei noch viel geheimnisvollere Handbewegungen in Hüfthöhe, und dann fallen endlich wieder Omas vom Stuhl und Kinder in den Glasschrank, und Papi rast mit dem Mini-Moped volle Kanne ins Gartenhäuschen und tut sich dabei sicherlich mehr weh, als er normalfühlenden Menschen damit Schadenfreude bereiten kann.

Aber die allergrößte Qual inmitten dieser komprimierten Erdenschwere, Dennie, ist doch immer Deine 250 Euro-»Quizfrage«. Wenn Du gegen kostenpflichtigen Rückruf Deinen schmerzbefreiten Zuschauern (wie zum Beispiel uns) zum Beispiel a) eine Klobürste ins Fernsehbild hältst, dann mit einem mindestens doppelt so süffisanten Schieflächeln »Was ist das?« fragst und uns als alternative Wahrheit zum Beispiel einen b) Stabmixer anbietest. Ach herrje! Was ist bloß die richtige Antwort?

Ehrlich, Dennie, lange Zeit dachten wir entsetzt: Gott, so dumm können doch selbst Deine Zuschauer (also zum Beispiel wir) nicht sein! Aber dann, letztens bei der wunderbaren Idiotenquizfrage, ob der Luftballon, den Du in die Kamera hältst, ein b) Luftballon oder eventuell doch eher eine a) Wärmflasche sei, da kam uns endlich die Erhellung: Der meint das als Witz! Der macht sich, wenn auch für seine Deppenzuschauer kostenpflichtig, über diese Art von Dödelverarschungsquizfragen lustig, der Kerl! Ja, verdammt, Dennie – wir haben Dich unterschätzt.

Also: Hut ab.

Titanic

Hochgeschätztes Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg!

Uns ist keine öffentliche Einrichtung bekannt, deren Terminplanung derartig verläßlich und langfristig ist wie die Deine. Die Einladung zur totalen Mondfinsternis im Jahre 2018 hat uns jedenfalls sehr gefreut, und wenn’s machbar ist, schauen wir gern vorbei. Tu uns aber den Gefallen, und erinnere uns auch rechtzeitig an Deine endgültig letzte Veranstaltung in circa 7 Milliarden Jahren: »Unsere Sonne – ein roter Riese (feat. verglühender Erdball)«. Danke im voraus!

Deine Untergangsfreaks von:

Titanic

Und noch mal, lebensweiser Helmut Schmidt!

»Als Politiker«, erzählten Sie in einem Dossier Ihres Privatblattes, »steht man von morgens um halb neun bis nachts um halb eins unter Druck und hat vielleicht zwischendurch mal Zeit, zu Hause anzurufen und zu sagen: Ich will bloß mal Uhu sagen.«

Tatsächlich: »Uhu«? Spricht man so, bei Ihnen da oben im Norden? Oder verkehrten Sie mit Loki sel. aus Sicherheitsgründen in einer Geheimsprache? Bzw.: Standen Sie als Bundeskanzler damals so unter Streß, daß Ihnen für Anfangsbuchstaben einfach keine Zeit blieb? Wir müssen zugeben, daß uns diese dritte Möglichkeit am besten gefällt. Vielleicht könnten Sie in Zukunft auch all die anderen zeitraubenden Buchstaben weglassen?

Och, bitte!

Titanic

Meinungsmaschine »Zeit«!

Als die Menschheit ihr siebenmilliardstes Mitglied begrüßen konnte, ließt Du dies einen Andreas Senkter auf der Titelseite so kommentieren: »Die Masse ist nicht das Problem.« Vielmehr die Qualität: »Äthiopien und Deutschland haben gegenwärtig etwas mehr als 80 Millionen Einwohner. Im Jahr 2050 wird es 174 Millionen Äthiopier geben, aber nur 72 Millionen Deutsche.« Aber wäre doch die Negerschwemme unser einziges Problem! »Schon das gegenwärtige Wachstum findet vor allem bei den über Sechzigjährigen statt.« Genau – die Armen, die Alten und die Ausländer machen mit ihrer Existenz die Welt kaputt. Deswegen wird »die Zukunft der Menschheit« wo entschieden? Zum Beispiel »in Deutschland. Wir sind nicht nur die Ideenschmiede für nachhaltige Technologien. Wir sind das soziale Labor des Planeten.« Yeah, am deutschen Wesen wird die Welt genesen! Und gibt es schon ein Rezept für die »nächste rettende Revolution«? Klaro: »Sie muß neben einem drastisch veränderten Umgang mit begrenzten Ressourcen vor allem die Bildungs- und Sozialsysteme erfassen.« Ach, echt? All die notwendigen Reformen, Hartz IV & Co., die im Testlabor Deutschland so gut liefen, werden die Menschheit retten? Da haben wir ja Glück, daß Angela Merkel solche Maßnahmen via Euro-Rettung gerade den europäischen Versagerländern aufdrückt.

Und morgen der ganzen Welt!

Titanic

Hoppla, Heiner Lauterbach!

Wir mögen es kaum glauben: Sie haben Ihr Leben offenbar komplett umgestellt und wurden von den Lesern der Bunten zum »Gesundheitsmann 2011« gewählt.

Es ging da aber nur um körperliche Gesundheit, oder?

Titanic

Jesus Maria, Weltbild-Verlagsgruppe!

Nur weil Du als einer der größten deutschen Buchhändler zufällig der katholischen Kirche gehörst, mußtest Du Dir wegen Deines Angebots jetzt viel Häßliches vorwerfen lassen: »Weltbild-Verlag: Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen« (»Welt Online«), »Pornos aus dem Kirchenverlag« (Kölner Express), »Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung, Esoterik, Magie und Satanismus« (»Berliner Morgenpost Online«). Aber weshalb, Weltbild-Verlagsgruppe, verteidigst Du Dich mit dem müden Hinweis, solche Titel entstammten lediglich dem Großhandelsangebot des deutschen Buchhandels und würden deshalb auf Kundenwunsch geliefert? Warum nicht offensiv: Mit Sex- und Gewaltexzessen, Esoterik, Magie und Satanismus kennt sich seit jeher niemand besser aus als die katholische Kirche, weshalb diese Themen selbstredend ins Portfolio ihres Buchhandels gehören!

Hau rein:

Titanic

Lieber Helmut Schmidt (92)!

Da saßen Sie in der Sendung von Günther Jauch und quarzten Peer Steinbrück und Jauch derart voll, daß die kaum noch zu erkennen waren. Auf des Moderators Frage, wie man es schaffe, bis ins so hohe Alter geistig fit zu bleiben, rauchten Sie antwortend: »Man muß immer gearbeitet haben, und vor allem braucht man Zigaretten.«

Prima. Noch viel wichtiger aber, Schmidt, scheint uns folgendes: für beides lebenslang ein Publikum gehabt zu haben, das sich vor Begeisterung über die immergleichen Mätzchen und Marotten gar nicht mehr einkriegt.

So wie jetzt wieder Ihre Fans auf der

Titanic

In Dir, »Konkret«,

lasen wir folgendes: »Wieder einmal geht die Post ab, und wieder mal ist Konkret nicht auf dem Trittbrett. Die Occupy-Bewegung und ihre Sprecher, besonders der deutschen Variante, nicht als die erbärmliche Parodie der Achtundsechziger zu erkennen, bleibt anderen Revolutionären vorbehalten«, nämlich der Kanzlerin und ihrem Regierungssprecher, die ihr Verständnis für die Proteste geäußert hatten. Klaus Ernst von der Linkspartei, der gesagt hatte, dies sei ein Aufstand der Anständigen, hieltst Du schließlich entgegen: »Und wer möchte zu denen schon gehören?«

Da nun das Frankfurter Occupy-Camp praktisch direkt bei uns um die Ecke ist, schauten wir uns das spätabends mal an. Was wir aber sahen, war eine alkoholisierte Horde, bestehend aus Punks, Obdachlosen und Studienabbrechern, die sich um einen Herrn versammelte, der sich offenbar Stunden vorher als Banker vorgestellt hatte und jetzt sturzbetrunken und vergeblich an den mit antikapitalistischen Parolen vollgeklebten Stellwänden Halt suchte – zum Amüsement des johlenden und knipsenden Mobs. Und ehrlich gesagt, Konkret, entsprach das dann schon ziemlich genau unserer Vorstellung von einer anständigen Revolution.

Dem famosen Quatsch, den diese »Anständigen« sonst noch so verzapften, lauschte jedenfalls noch einige Biere lang entzückt:

Titanic

Kann es sein, Libyer,

daß Ihr nicht wißt, was Ihr wollt? Erst greift Ihr instinktiv nach Euren Handykameras und führt den eben ergriffenen und noch leidlich lebendigen Gaddafi auf Youtube, Twitter und MDR öffentlich vor, richtet den Tyrannen anschließend jedoch unter Ausschluß der Öffentlichkeit hin, um sogleich zu Tausenden seine Leiche zu begaffen, diese dann aber wiederum heimlich in der Wüste zu verscharren, damit kein Wallfahrtsort geschaffen werde.

Wer eigentlich, fragen wir uns, würde denn diese Wallfahrt zu Sankt Muammar antreten wollen, wo Ihr den alten Zausel doch angeblich alle herzlich gehaßt habt, heimlich? 

Fragt ganz offen:

Titanic

Hee, Angela Merkel (CDU)!

Wegen den blöden Griechen hast Du neulich zur Presse gemeint, daß man erst mal »das Vertrauen der Finanzmärkte« wiedergewinnen muß, und das ginge vor allem dadurch, »daß wir alle unsere Hausaufgaben machen«. Und wir erst mal so: hä? Aber dann haben wir echt mal nachgeguckt, was eigentlich auf ist: fiese Kopfnüsse in Mathe, echt ätzender Stoff in WiPo und Geschi und vooooll die hammerschweren Fragen in Erde! Und dann sind wir doch lieber chillen gegangen und schreiben morgen in der großen Pause alles von Dir ab, einverstanden?

Deine Schwänzer von der

Titanic

Markus Lanz, wieder einmal!

Wie Sie neulich der Bild erzählten, sind Ihre Fingerkuppen taub. Schuld daran ist angeblich eine Arktis-Expedition, die Sie Anfang des Jahres unternommen haben. Wir haben da eine andere Theorie: Wir vermuten, daß selbst Ihre physische Hülle allmählich genug von Ihrem einfältigen Gesülze hat und sich sukzessive von Ihnen abzustoßen beginnt.

Natürlich nur eine Ferndiagnose:

Titanic

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Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 26.09.:

    Bei Arte im Portrait: Ex-TITANIC-Chef und PARTEI-EU-Abgeordneter Martin Sonneborn.

  • 18.09.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über den Niedergang der deutschen Plastiktüten-Manufakturen.

  • 15.09.:

    PARTEI-Führer Martin Sonneborn hält im Europaparlament eine gefeierte Rede zum "State of da Union".

  • 14.09.:

    Die Frankfurter Neue Presse gratuliert Eckhard Henscheid zum 75. TITANIC schließt sich an.

  • 14.09.:

    Oliver Maria Schmitt in der FAS über Liebesschrott an Brücken.

Titanic unterwegs
01.10.2016 Wiedensahl, Wilhelm-Busch-Geburtshaus
  »Hans Traxler – Wilhelm-Busch-Preisträger 2015«
01.10.2016 Berlin, Das ERNST
  Hauck & Bauer
03.10.2016 Hamburg, Akademie der Künste
  Gerhard Henschel, Olli Dittrich, Gregor Gysi, u.a.
03.10.2016 Hannover, Cumberlandsche Galerie
  Mark-Stefan Tietze

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Briefe an die Leser

 »Süddeutsche Zeitung«!

In Deinem Portrait des Fußballers Mario Gomez schreibst Du: »Ausgerechnet der Ort, an dem Gomez wieder zu Sicherheit in seinem Spiel gefunden hat, ist zu einem der unsichersten des Planeten geworden.«

Ei was, Süddeutsche! Da halten die Militärputscher von Istanbul nicht vorher inne, schlagen sich die flachen Hände gegen die Putschistenstirn und rufen: »Halt! Der Ort, an dem Mario Gomez wieder zu Sicherheit im Spiel gefunden hat, muß einer der sichersten des Planeten bleiben. Nur so kann Marios Sicherheit im Spiel stetig ansteigen, und gegenüber Marios Sicherheit im Spiel sind unsere Putschwünsche lächerlich unbedeutend und nachrangig, und wir wollen unseren Aufstand verschieben oder überhaupt nie mehr an ihn denken«!? Sind halt extrem ichbezogen und rücksichtsarm, diese Umstürzler.

Findet ausgerechnet: Titanic

 Prost, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)!

Laut Medienberichten wollen Sie das Alkohol-Interlock-System einführen, sprich: eine Wegfahrsperre für Alkoholsünder. Hervorragende Idee! Es bleiben allerdings ein paar Fragen offen. Zum Beispiel: Wieso nicht erst mal ein Test mit einem Alkohol-Interlock-System für Ausländer? Wann kommt endlich das Interlock-System für Ihr Brillenetui? Und vor allem: Wie sollen die Deutschen, speziell die mit CSU-Parteiausweis, denn künftig Auto fahren?

Hicks! Titanic

 Buon giorno, Bischof Domenico Pompili!

Bei der Trauerfeier für die Erdbebenopfer im italienischen Amatrice mahnten Sie in Ihrer sicherlich tief bewegenden Predigt: »Gott darf nicht zum Sündenbock werden.« Leider blieben Sie die Antwort auf die Frage schuldig, wer, wenn nicht der per definitionem Allmächtige, denn sonst verantwortlich zu machen sei. Sollte man vielleicht mal wieder ein paar Seismologen wegsperren?

Fragt ungerührt: Titanic

 Liebe Leser!

Gegendarstellung: Die bedauernswerte Dame, die von Popstar Robbie Williams eine geschmacklose Geburtstagstorte mit der Aufschrift »Congrats, you’re the oldest person I’ve slept with« geschenkt bekommen hat, war nicht, wie in einer der letzten Ausgaben von »Briefe an die Leser« fälschlich behauptet, seine »Ex«. Und die sensationell stillose Torte wurde dem Ex-Popstar auch nicht von seiner Ex-, sondern seltsamerweise immer noch angetrauten Gattin leider nicht in die seinerseits auffällig alt gewordene (42) Goschn geklatscht. Was wiederum menschlich tadellos gefunden hätte: Titanic

 Hallo, Gema!

Wir möchten uns hiermit selbst anzeigen: Heute morgen beim regulären Gang zur Toilette entfleuchten einem unserer Mitarbeiter die ersten fünf Töne des White-Stripes-Hits »Seven Nation Army«. Wir bitten daher um Berechnung der gesetzmäßigen Gebühr gemäß folgender Parameter: Raumgröße 6 m², Anzahl Zuhörer: 1, Spitzenlautstärke 76 Dezibel, Eintritt auf Spendenbasis. Es wurde nicht getanzt. Meinst Du, wir kommen da mit unter 1000 Euro davon?

Mit total schechtem Gewissen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Notiz an mich selbst

Als ich neulich eine Pause machte und auf dem Sofa ein wenig einschlummerte, fragte ich mich im Halbschlaf irritiert, warum oben rechts in meinem Blickfeld keine Uhr zu sehen ist. Ich sollte weniger am Rechner arbeiten!

Tibor Rácskai

 Die Bremer Stadtmusikanten mal anders:

Fleisch im Fleisch im Fleisch im Fleisch.

Julia Mateus

 Walter Benjamin

suchte als Philosoph oft Halt bei Haschisch und Huren. Viel Handfestes kam nicht dabei heraus. Auch nicht bei seinen Beschreibungen von Paris, wo es Orte gebe, die aussähen, »als sei über das Photo einer« (abgebrochen). Über den Charme der Stadt dürfe man sagen, es liege »in dieser Atmosphäre eine weise abgewogene Mischung, daß einer« (abgebrochen). Den Charme von Benjamins Schreibweise hingegen kann jeder erfassen, der schon einmal unter Cannabis-Einfluß z.B. Schatten für »eine Brücke über den Lichtstrom der Straße« gehalten hat. Mir aber bleibt es überlassen, das Flanieren als Methode zum Entdecken des Unerwarteten

Ludger Fischer

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch