Briefe an die Leser | März 2007


[29.03.2007]

Sehr geehrter Andreas Maier!

In Ihrer Frankfurter Poetikvorlesung mit dem hübsch egozentrischen Titel »Ich« erwähnten Sie dreimal namentlich TITANIC und bettelten geradezu darum, einen Brief an die Leser von uns zu bekommen, wegen der »mit einem solchen Brief verbundenen Publicity«, und weil wir halt auch die einzigen seien, »die Personen wie mich annähernd begreifen können«.

Sowieso. Bzw. schauen Sie doch mal ins Heft 3/2005, S. 6!

Wir haben verstanden.

Titanic

[28.03.2007]

Wenn man aber Dich, Second Life,

einigermaßen traurig findet, hat das gar nichts damit zu tun, daß man selbst älter geworden ist und den neuesten technologischen Entwicklungen am Ende genauso skeptisch gegenübersteht wie die Eltern ihren Videorecordern; sondern damit, daß kaum einmal die Verheerungen, die der Kapitalismus in den Köpfen angerichtet hat, deutlicher werden als im Second Life, das sich vom first life aber so was von gar nicht unterscheidet, weil halt bei keinem der Avatare auch nur ein Krümelchen Fantasie mehr übriggeblieben ist, sich mal was anderes vorzustellen als eine Welt von Geldverdienen hie und Geldausgeben da.

Tja, da schaust.

Titanic

[27.03.2007]

Und auch Sie, Frau Mohnhaupt,

da Ihr TITANIC-Knast-Abo nun ja nicht mehr automatisch erneuert wird: bitte melden! Und ein neues bestellen! Irgendwie muß der Kampf ja weitergehen.

Titanic

[26.03.2007]

Schwule und Lesben, bitte melden!

Zwar habt Ihr Eure sexuellen Veranlagungen und Kniffe zuletzt doch recht zahlreich vollmedial lanciert und geoutet – nochmals vielen Dank an Wilhem Wieben, Ulrike Folkerts, Biolek, Wowereit, Hape Kerkeling und werweiß auch gar noch Anne Will, Struck, Schirrmacher, Huber und die komplette Familie Calmund usw.; aber sollen das wirklich schon alle gewesen sein? Kommt schon! Da muß es doch rein logischfaktisch noch vielviel mehr von Euch geben! Sagt’s uns! Alle! Alle Schwulen und Lesben, von denen wir »es« noch nicht wissen: bitte melden, aber: bei uns! Wir planen nämlich ein, naja, noch soll’s ja bissi geheim bleiben… jedenfalls: wollen wir’s demnächst gern mal an die große Glocke hängen… nein, nicht an irgendeine, sondern an die GANZGANZ GROSSE GLOCKE… vielleicht ein kostenloses Handbuch oder so was; oder als FAZ-Beilage… halt daß es wirklich landweit bimmelt! Okay? Gute Idee? Na dann – bis bald!

Eure

Titanic

[25.03.2007]

Und wo bist Du, »Stern«,

wenn man Dich ausnahmsweise braucht? Warum müssen wir uns von Schlagzeilen schmieriger Boulevardblätter anbrüllen und von zwielichtigen Internetseiten über angebliche Sexskandale einer gewissen Klischeeübererfüllungsblondine informieren lassen, während wir den eigentlichen Knüller nur in einem Nebensatz erwähnt finden? Ist diese Geschichte nicht eigentlich wie eigens für Dich gemacht, wartet nicht förmlich die halbe Welt auf Deinen Sensationstitel: »Hiltons Tagebücher gefunden«? Müssen nun nicht große Teile der Hiltongeschichte neu geschrieben werden? Oder wird bald wissenschaftlich erwiesen werden, daß die gar nicht richtig schreiben kann?

Alsdann!

Titanic

[24.03.2007]

Eva Braun!

Neulich im Fernsehen, genauer im doofen »Untergang«, sagtest Du im sog. »Führerbunker« über Deinen Liebsten A. Hitler: »Ich kenne ihn jetzt schonseit fünfzehn Jahren – er ist so anders geworden.« Ja nun: Wie genau ist er denngeworden? So verstockt? So voller Haß? Ist er gar nicht mehr der fröhliche,tolerante und weltoffene Adolf, in den Du dich damals verliebt hast? Nein? Na, dann mach Schluß, bevor er Schluß macht!

Rät Dir Deine

Titanic

[23.03.2007]

Günter Grass!

Wie Sie von einem befreundeten Germanisten kolportieren ließen, haben Sie sich nach Ihrem im kommerziellen Ergebnis wohl doch eher enttäuschenden SS-Outing zurückgezogen und ans Dichten gemacht. Herausgekommen ist eine Gedichtsammlung mit dem Titel »Dummer August«, die Sie selbst mit Illustrationen versehen haben. Eine davon zeigt Sie wohl mit spitzem Hut, der dem Judenhut des Mittelalters ähnelt, und der Titel »Dummer August« soll sich auf jenen Monat des Jahres 2006 beziehen, in dem für Sie so einiges schiefgelaufen ist.

Nun ist es für Ihr Werk ja typisch, daß es mindestens einen Germanisten braucht, der erklärt, wie das alles gemeint ist; aber auf wen der Titel »Dummer August« im letzten passen könnte, das erklärt sich ja eigentlich von selbst, nicht?

Gruß und Kuß!

Ihre

Titanic

[22.03.2007]

Und Du, Bush,

kannst Dich scheint’s selbst nicht mehr recht ertragen. Jedenfalls würde das erklären, weshalb Du »die Nationen der Welt« dazu aufrufst, »nicht tatenlos zuzusehen, wenn Terroristen Massenmord verüben« – denn was sollen sie Deiner Meinung nach mit Dir tun, die Nationen der Welt? Dich in Den Haag vors Gericht stellen? Oder dachtest Du da eher an kaltes Wasser, Elektroschocks und Rübe ab?

Auf genauere Anweisungen in dieser Sache voller Ungeduld wartend:

Titanic

[21.03.2007]

Hallo, FDP!

Als Reaktion auf das Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach es dem Staat nicht gestattet ist, via Trojanerprogramm den Computer eines irgendwie Verdächtigen zu entern, hast Du Deinen parlamentarischen Geschäftsführer Jörg van Essen vorgeschickt, das Urteil zu begrüßen: Eine derartige Computerüberwachung dürfe nämlich »nicht zu einer polizeilichen Standardmaßnahme werden«, sondern »nur dann zur Anwendung kommen, wenn alle anderen Ermittlungsmethoden erfolglos geblieben« seien usw. etc. pp. – m.a.W.: Schäubles Schnüffler sollen sich erst dann über den Inhalt unseres Computers hermachen dürfen, wenn sie vom ewigen Telefonabhören nachweislich gelangweilt sind?

Alte Bürgerrechtspartei, Du!

Titanic

[20.03.2007]

Du nun, 1.FC Union (Fußball),

hattest, wie die Berliner Zeitung berichtet, einen Trauerfall: »Andreas Freese, 47 Jahre alt und seit beinahe 30 Jahren im Verein, war in der Nacht zu Dienstag vom Balkon seiner Wohnung im vierten Stock an der Adlershofer Dörpffeldstraße gestürzt. Laut Polizeiangaben war er alkoholisiert auf einen Bierkasten gestiegen, um auf den Hof zu schauen. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte hinunter. Er starb noch am Unfallort. ›Andreas Freese war ein echter Unioner, einer, der die Tugenden des Vereins verkörperte und lebte‹ …, sagte Vereinspräsident Dirk Zingler« –

und in Erfüllung seiner Vereinspflicht ist er ja dann auch gestorben.

Unser Beileid.

Titanic

[19.03.2007]

Herzlichen Glückwunsch auch, Musikkapelle Höhner!

Das mit Abstand Beste an der vergangenen Handball-WM war diesmal nicht das sinnfreie Völkerverständigungsgehopse von mit Flaggen bekleideten Frauen im Showteil noch die Kunst des Interviews mit siegreichen Sportlern (»Können Sie Ihre Gefühle beschreiben?«, »Wie fühlen Sie sich jetzt?«, »Hätten Sie vor drei Wochen geglaubt…« etc.), sondern Dein WM-Song »Wenn nicht jetzt – wann dann?«: »Kleine Tore, große Männer, das ist der Trend der Zeit./Handball ist der Sport für Kenner, jederzeit zum Wurf bereit./Irgendwann fängt es an, und auf einmal läuft das Spiel./Freier Fall und der Ball landet unhaltbar im Ziel.«

Chapeau! Es geht, natürlich, noch viel besser: »Ranwanzen an das, was Geld bringt, das ist der Trend der Zeit./Höhner sind die letzten Penner, jederzeit zum Schund bereit./Irgendwann fängt es an, und auf einmal läuft der Mist/freier Fall, Riesenknall, weil’s halt von den Höhnern ist« – findest Du nicht?

Met schööne Jrooß:

Titanic

[18.03.2007]

Ausnahmsweise, Elke Heidenreich,

können wir mal voll und ganz unterschreiben, was Sie gegen Ende einer Ihrer elenden Büchershows sagten, als Sie zur nachfolgenden Sendung mit den Worten überleiteten: »Der Durchschnittsdeutsche ist zu dick und liest zuwenig… Und in diesem Sinne entscheiden Sie doch bitte selbst, ob Sie jetzt dran bleiben und Kerners Kochsendung sehen wollen oder vielleicht zu einem guten Buch greifen und ein bißchen lesen.«

Eben. Jetzt müßte man die Leute nur noch dazu bringen, bereits eine gute halbe Stunde vor Kerner abzuschalten – dann wären in diesem Sinne zufrieden: Ihre Überdurchschnittsleser von

Titanic

[16.03.2007]

Verständlich, Axel-Springer-Verlag,

daß Du gegen die Umbenennung eines Teilstücks der Berliner Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße klagst; hast den »Typen« (Klaus Schütz) ja auf dem Gewissen. Der Deutschen Nationalzeitung passen die hundert Sophie-Scholl-Alleen schließlich auch nicht. Sowenig wie die tausend Plätze der deutschen Einheit den Antirevisionisten von

Titanic

 

[14.03.2007]

Und, Autohändler!

Neukundenakquise ist ja gerade in Eurem Business keine ganz leichte Sache, und klar, daß Ihr da ohne Reklame nicht weit kommt. Daß Ihr aber, wo’s doch so viele andere schön penetrante Werbemöglichkeiten gibt, ausgerechnet auf den persönlichen Telefonanruf zurückgreift und neuerdings anfragt, ob wir vielleicht nicht mal wieder Lust auf einen neuen Wagen hätten: das ist so ein bißchen mhmhmh. Denn, schaut mal: Zwar ist so ein Autoerwerb im fünfstelligen Eurobereich immer auch eine Bauchentscheidung und will gerade ein Impulsivkauf beim örtlichen Autohändler natürlich initiiert werden – aber habt Ihr wirklich die Erfahrung gemacht, daß Leute, die Euer Anruf nachmittags um vier auf dem Aldi-Parkplatz mit drei Tüten in der Hand und zwei quengelnden Kindern im Auto erreicht, in der Regel sagen: »Was? So billig? Na, dann nehm’ ich gleich zwei!«?

Na dann: Wir »auch«!

Euer Abo-Service von

Titanic

[12.03.2007]

Jammerschade, Sonntagsfaz!

»Der FSV Mainz 05 hat in der Hinrunde der Bundesliga seine Identität verloren«: Wäre diese Deine unter »Sport heute« abgedruckte Nachricht von Adornos gleichfalls Spitzenmeldung »Bei vielen Fußballvereinen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie ich sagen« nicht sonderschön umrandet? Gewesen? Doch, das wäre sie.

Fürs nächste Mal:

Titanic

[10.03.2007]

Bodo Kirchhoff!

Ist wohl einsam am Gardasee, hm? So richtig fad? Und gar nicht mal so schriftstellermäßig-mondän, wie Sie sich das immer vorgestellt hatten? Dachten wir uns. Gottseidank tun Sie aber genau das Richtige dagegen, wie wir der Zeitschrift Literaturen entnehmen durften, wo Sie eine drittelseitige Kontaktanzeige inkl. Foto geschaltet hatten: Sie, lässig auf eine lauschige Wiese hingebreitet, lausbubenhaft grinsend, sonnengebräunt, mit offenem Hemdkragen, in welchem sich keck die Brustbehaarung kräuselt, und drunter dann laden Sie »maximal acht Personen« mit »Passion und Neugier« für sechs Tage »in privater Umgebung mit Pool und Seeblick« zu u. a. einem gemeinsamen »Essen im Garten« ein sowie einer »Bootsfahrt zu literarischen Orten mit nächtlicher Lesung an Bord«; das alles im Rahmen eines Seminars über »Eros und Sprache«.

Kirchhoff, alter Schwerenöter! Mit acht schwerstpassionierten Kulturmiezen an Bord sex Tage lang durch die Gegend schippern und denen dann nächtens noch was vom Eros erzälen, das hat ja Hugh Heffnersches Format! Und das alles dann noch »Schreibkurs« nennen – alle Achtung!

Viel Spaß wünscht Ihnen jedenfalls

Titanic

[08.03.2007]

Und aber abermals, FC Bayern!

Wenn Dein Vorstandsvorsitzender Rummenigge vor die Presse tritt und die Demission Deines Trainers Felix Magath begründet mit »Die Notwendigkeit war vonnöten, … deshalb haben wir uns zur Entscheidung entschieden«, dann geht’s, genau betrachtet, auch bei Rummenigge nicht mehr recht voran.

Entschieden entschieden:

Titanic

[06.03.2007]

Heike Makatsch!

Yahoo wähnte Sie neulich »im Glück. Im November war sie mit zwei Bambis ausgezeichnet worden. Jetzt hat Töchterchen Mielke das Licht der Welt erblickt« – inzwischen traut man Euch Promis ja alles zu, aber wir waren dann doch gespannt, ob sich die kleine Mielke vielleicht schon auf ein Brüderchen namens Honecker freut, und klickten gierig weiter – doch leider war’s mal wieder nur ein Schreibfehler.

Das wäre der »Firma« nicht passiert!

Deine Hauptverwaltung Aufklärung auf der

Titanic

[04.03.2007]

Und Sie, Karlheinz Rummenigge

teilten via Pressekonferenz mit, was Sie bzw. Ihr Arbeitgeber Bayern München angesichts des für seine Verhältnisse untragbaren dritten Bundesliga-Tabellenplatzes für das Spiel gegen den VfLBochum brauchten: »Wir brauchen eine Mannschaft, die kratzt, beißt und fightet.« Und wie man nach dem anschließenden null zu null gesehen hat, war selbst das noch zuwenig. Vielleicht sollte Ihr FCB deshalb auch noch Haareziehen, Abschminken und Handtaschenweitwurf drauf haben, um sich wieder an die Spitze der Bundesliga zu setzen – jedenfalls bei den Damen!

Kratzfuß:

Titanic

[02.03.2007]

Danke auch, »Tagespiegel«

für die dramatische Titelseite Deiner Wochenendausgabe vom 3. Februar mit der vorbildlichen Doof-Schlagzeile »Klimawandel in der heißen Phase«. Lobenswert auch der Artikel »Klimaschutz beginnt auf der Straße: Spritsparen ist eine leichte Übung« auf Seite zwo des Automobil-Teils. Aber was prangt daselbst auf Seite eins? Dein Testbericht über den neuen Porsche Cayenne, der sich über so Sachen freut wie »mit einem Vollgas-Burnout derart ins Gelände schießen, daß rundherum die Vögel ohnmächtig von den Bäumen fallen. Das ist idiotisch, aber es macht einen Heidenspaß.« Angesichts des 20-Liter-Verbrauchs im Turbo stellst Du dann noch fest: »Wer sich unmenschlich zähmt, kann das vermutlich unterbieten, aber warum sollte er dann Porsche fahren?«

Papier ist geduldig, aber praktischerweise aus einem nachwachsenden Rohstoff. Mit anderen Worten: Wenn die Geduld mit dem Papier mal reißt, verraucht ein Tagesspiegel fast CO2-neutral!

Wärmste Grüße:

Titanic

[28.02.2007]

Apropos Telefon, »Abendzeitung«!

Der Wirt des Münchner Nobellokals »Romagna Antica« geht in Pension und hat, wie Du berichtest, diesen Schritt allen seinen Stammgästen persönlich mitgeteilt: »Über 200mal hat Fabrizio Cereghini in den vergangenen Tagen zum Telefonhörer gegriffen. Helmut Dietl, Rainer Werner Fassbinder, Götz George, Heiner Lauterbach – einen nach dem anderen hat er angerufen«, und daß beim Fassbinder das Handy halt schon gleich gar nimmer geklingelt hat, mei, des hättst Dir fei denken können.

Addio:

Titanic

[26.02.2007]

Uschi Obermaier!

Ihre Memoiren geistern ja z.Z. durch Boulevard- und sonstige Medien, und bedanken möchten wir uns jedenfalls für diesen Satz: »Derweil ging meine Model-Karriere weiter. Einmal in Paris klingelte nachts um drei mein Handy: jemand mit englischem Akzent«, nämlich Keith Richards; und wo Sie aber in den späten sechziger Jahren dieses Handy herhatten, möchten doch zu gerne wissen:

Ihre Zukunftsminister von

Titanic

[25.02.2007]

Merkel!

Im Zuge Ihrer astrein kapitalergebenen Klimapolitik gebaren Sie immerhin dies: »Man kann nicht alle Autos über einen Kamm scheren« –; aber wo.

Bzw. genau!

In stetig wachsender Bewunderung: Ihre Autofrisierer von

Titanic

[24.02.2007]

Jour-na-li-sten!

Die Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen wählten eine neue Landesvorsitzende, die zufällig Hannelore Kraft heißt, und was fiel Euch dazu ein? Natürlich wieder nur das Alleroriginellste: »Neue Kraft für SPD«, »Mit Kraft an die Macht«, »Die neue Kraft im Landesvorsitz«, »Mit Kraft voraus«, »Auf der Suche nach der Kraft«, »Mit Kraft gegen Rüttgers« oder auch »Powerfrau Kraft« – jede Menge Schlagzeilen also, für die Ihr tüchtig geherzt, ach was: geprügelt gehört. Hoffentlich tut Euch Frau Kraft nicht den Gefallen, sich in der Öffentlichkeit mal beschwipst, halb entblößt oder sonstwie heiter und ausgelassen zu zeigen. Vor den unvermeidlichen Headlines »Volle Kraft voraus!«, »Wahrer Kraft-Akt« oder »Kraft durch Freude« zittert nämlich jetzt schon:

Titanic

[23.02.2007]

Was eigentlich, Antenne Bayern,

würdest Du bei folgender Verkehrsmeldung tun: »Auf der A9 kommt Ihnen ein Fahrzeug in beiden Richtungen entgegen« – bringt es da noch was, sich ängstlich auf den Randstreifen zu flüchten? Oder räumt der nicht einfach alles ab?

Fatalistisch:

Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Im launigen »DB mobil«-Interview wurden Sie zu Ihren besten Zaubertricks und gefährlichsten Frisurenstunts gefragt und ob Sie Mitreisenden in der Bahn hin und wieder etwas vorführen. »Klar!« antworteten Sie, »im Bordrestaurant kann man sich zum Beispiel geschickt eine Kaffeesahne vor das Auge halten und mit der Gabel hineinstechen. Das sorgt für Begeisterung – und Ekel.«

Hä? Ach so! Weil dann überraschend ein blutiger Augapfel aus dem Sahnedöschen rollt, richtig? Okay, zugegeben: Das begeistert auch uns!

Ein fröhliches »Hex hex!« von Titanic

 Hoppla, Gerd Müller!

Sie sind zwar nicht der erste Spitzenpolitiker, der wegen eines Defekts an einem Regierungsflugzeug liegengeblieben ist. Aber als Entwicklungshilfemininster – in Afrika! Haben Sie da beim Warten in Sambia wenigstens ein paar Spenden für die dafür verantwortliche, total kaputte Bundeswehr klargemacht?

Africa for Germany! Titanic

 Mutig, Uwe Pütz,

sehr, sehr mutig ist das, was Sie im Eröffnungssatz eines Artikels in wiederum »DB mobil« gestanden haben, nein: gestehen mussten. Denn irgendwann ist das Schweigen nicht mehr auszuhalten, irgendwann muss die Wahrheit ans Licht, auch wenn sie unerhört ist: »Ich muss gestehen, von der Coburger Bratwurst hatte ich bisher noch nie gehört.«

Hammer! Doch Sie sind nicht allein, Pütz, denn unter uns gesagt und Ihnen zur Gewissenserleichterung: Auch wir müssen gestehen, von der Coburger Bratwurst bisher noch nie gehört zu haben. Jetzt ist es raus. Und es kommt sogar noch härter: Auch von Ihnen hatten wir noch nie gehört!

Hier gesteht und kann nicht anders: Titanic

 Vorsicht, US-Diplomaten auf Kuba!

Was mussten wir da Spannendes im »Spiegel« lesen? »Nächtliche Geräusche hatten Mitarbeiter der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgeschreckt, die im Hotel ›Capri‹ abgestiegen waren. Auf die Krachattacke, die im Detail allerdings unterschiedlich beschrieben wurde, folgten gesundheitliche Probleme, Hörverlust zum Beispiel, ebenso Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gedächtnisstörungen.« In der Folge diskutierte man die Möglichkeit eines Angriffs mit Schallwellen oder Mikrowellen, was man von den Inselsozialisten halt so erwartet, bis dann zwei Biologen mit einer anderen, superlangweiligen Theorie um die Ecke kamen: »Ihren Erkenntnissen zufolge dürften Grillen der Art Anurogryllus celerinictus zumindest für einen Teil der beschriebenen Geräusche verantwortlich sein.«

Was? Grillen, die Hör-, Sprech- und Gedächtnisstörungen verursachen? Glaubt das bitte ja nicht, wir Spionagethrillerfans jedenfalls halten das für eine – na ja – Grille!

Zirp, zirp: Titanic

 Sehr geehrte Nathalie Weidenfeld!

Mit tiefe Nachdenklichkeit verbürgenden Vokabeln wie »endemisch«, »Opakheit«, »Ambiguität« etc. geben Sie im SZ-Feuilleton völlig zu Recht zu bedenken, dass die gute alte europäische »Kultur der Privatheit« vom »Monopol amerikanischer digitaler Social-Media-Kanäle« zerstört zu werden droht. Schließlich funktioniere Facebook »vornehmlich wie ein öffentliches Tagebuch, als ein Buch (›book‹) eben, in dem die Menschen offen ihr Gesicht (›face‹) zeigen, also ihr Innerstes für andere sichtbar machen.« Da haben Sie den Nagel (»nail«) auf dem Kopf (»head«) getroffen!

Doch eine Frage bleibt: Wenn Ihr Gesicht, Frau Weidenfeld, tatsächlich Ihr Inneres füllt – was sitzt dann bei Ihnen zwischen Haaransatz und Kinnspitze?

In Sorge: Ihre Gastroenterologen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Intellektuelle

Intellektuelle sind für mich so Leute, die Dinge ohne das Wörtchen »so« erklären können.

Johannes Floehr

 Fashion Victims

Eine derzeit im Vergessenwerden begriffene Herrenmode der 1970er: ein außerordentlich lang gewachsener Nagel am linken kleinen Finger. Wie eine zierliche Klinge stand er von der Fingerspitze meines Vaters ab, der damit abwechselnd Briefkuverts aufschlitzte oder sich große dunkelgelbe Schmalzbrocken aus den Ohren pulte. Mein Onkel, welcher der gleichen Marotte anhing, überprüfte mit seinem körpereigenen Hornstiletto sogar die Profiltiefe der Autoreifen. Und der Hausarzt meiner Cousine … ach, lassen wir das! Man soll alte Wunden nicht grundlos aufreißen.

Theobald Fuchs

 Schlimme Vermutung

Wenn es das bedeutet, was ich denke, dann bedeutet es gar nichts.

Elias Hauck

 Weltverbesserung

Es ist ein oft bemühtes Klischee weiblichen Verhaltens, dass frau empfindlich reagiert oder sogar total ausrastet, wenn bei einer Zusammenkunft eine Geschlechtsgenossin die gleiche Robe trägt. Bei mir ist das völlig anders. Ich würde mich sogar freuen, wenn viele Menschen die gleiche Kleidung wie ich trügen. Die Welt wäre eine bedeutend schönere, da ich einfach einen ausgezeichneten Geschmack habe.

Katharina Greve

 Sesam, öffne mich

Zu Jahresbeginn soll man ja eigentlich Diät halten, aber als ich gerade beim Marokkaner saß und plötzlich bergeweise knusprige Falafel sowie ein Napf voll köstlichstem Hummus vor mir standen, waren alle guten Vorsätze Tahin.

Mark-Stefan Tietze

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
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Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
16.02.2019 Magdeburg, Moritzhof Max Goldt
17.02.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2018«
17.02.2019 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum »Bernd Pfarr zum 60. Geburtstag«
18.02.2019 Frankfurt, Café Koz, Unicampus Bockenheim Torsten Gaitzsch mit Benjamin Weissinger